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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

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ILLINOIS LIBRARY 
AT URBANA-CHAMPAIGN 
BIOLOGY 



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in 2013 



http://archive.org/details/verhandlungender2618zool 



Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen Gesellschaft 



in Wien. 



Herausgegeben von der Gesellschaft. 

Jahrgang 1S?6. 

XXVI. Band. — I. Halbjahr. 

(Sitzung am 5. Jänner, 9. Februar, 1. März, 5. und 8. April, 3. Mai.) 
Mit 4 Tafeln. (T. I— IV.) 



Wien, 1876. 

Im Inlande besorgt durch W. Braumüller, k. k. Hofbuchhändler. 
Für das Ausland in Conimission „bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 



Uruck von Adolf Holzhauseti in Wien. 



Sitzungsberichte. 



B. XXVI. Sitz.-Ber. 



I 
I 



Versammlung am 5. Jänner 1876. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. Carl Claus 



Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr 

Eidam Dr. Eduard, Assistent an der Lehr- 
kanzel für Botanik in Breslau . . . 

Kirchner Dr. Oskar in Proskau . . . 

Koch Dr. Ludwig, Assistent an der Lehr 
kanzel für Botanik in Darmstadt . . 

Kempf Heinr., Lehramtscandidat, Oberdöb 
ling, Hauptstrasse Nr. 42 

C seil ei Gustav, Erzherzogl. Wirthschafts 
Beamter auf Albrechtsfeld, 1. P. Frauen 
kirchen (Ung.) 

Grailich Alexander, Erzherzogl. Wirth 
schafts - Beamter auf Pfaffenwiese. 1. P 
Ung.-Altenburg, Com. Wieselburg . . 

Mayerhof er Carl, k. k. Hofopernsänger. 
Wien, Elisabethstrasse 3 

Becke Friedrich, Stud. phil., Wien H 
(Brigittenau), Webergasse 1 .... 



als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 

Dr.Keichardt, Dr. v.Marenzeller. 



G. Kolazy, J. Burgerstein« 
Th. Fuchs. Dr. v. Marenzeller. 

ii ii n ii 

v. Pelzein, v. Bergenstamm. 
Prof Reichardt, A. Rogenhofer. 



Anschluss zum Sehriftentausche : 

Redaction der entomologischen Nachrichten, herausgegeben von Dr. F. 
Katter. 



A 



4 



Versammlung am 5. Jänner 1876. 



Der Herr Vorsitzende begrüsst die anwesenden Herren 
Dr. Bogdanoff aus Moskau und Professor Dr. V. Grab er 
aus Graz. 



Herr Professor Dr. C. Claus hat am 2. December dem 
Redactionscomite der Festschrift eine für diese bestimmte Ab- 
handlung übergeben: Ueber die Organisation und systematische 
Stellung der Gattung Seison Gr. Mit 2 Tafeln. 

Desgleichen Herr Professor Dr. A. Vogel, am 3. Jänner 
1876: Beiträge zur Kenntniss der sogenannten falschen China- 
rinden. Mit 1 Tafel. 



Herr Julius von Bergenstamm hat den Mitgliedsbeitrag 
auf Lebenszeit eingezahlt. 



Herr Dr. A.B. Meyer, Director des zoologischen Museums 
in Dresden, richtete folgendes Schreiben an den Secretär Custos 
A. Rogenhofer: 

Hochgeehrter Herr! 
In den Verhandlungen der k._k. zoologisch -botanischen Gesellschaft vom 
6. October v. J. S. 593 fg. sind von Herrn Kuhn einige von mir auf Nord- 
Celebes gesammelte Farne besprochen worden. In den einleitenden Worten bemerkt 
Herr Kuhn, dass dieselben bei meinem „kurzen" Aufenthalte auf Nord-Celebes 
gesammelt seien. Erlauben Sie mir gütigst den Thatbestand richtig zu stellen, 
indem ich erwähne, dass ich, abgesehen von einem kurzen dreiwöchentlichen 
Abstecher nach Central- Celebes, ununterbrochen neun Monate auf Nord-Celebes 
verweilte, während welcher Zeit ich mich allerdings nur sehr gelegentlich mit 
Pflauzensammeln als meinen Reisezwecken zu fern liegend, beschäftigte. 

Sie werden mich durch Aufnahme dieser kurzen Notiz in das Protokoll 
der nächsten Sitzung unseres Vereines verpflichten. 

Mit vorzüglichster Hochachtung 

Ihr ergebenster 

Dresden, den 27. December 1875. Dr. A. B. Meyer. 



Herr Custos A. v. Pelz ein gab einen: III. und IV. Beitrag 
zur ornithologischen Fauna der österreichisch-ungarischen Mon- 
archie. (Siehe Abhandlungen.) 



Dr. Carl Claus 



5 



Der Herr Vorsitzende sprach über die im vorigen Jahre 
eröffnete k. k. zoologische Station in Triest: 

Sie bietet das Mittel nicht allein durch Arbeiten an Ort und Stelle die 
zoologischen Kenntuisse zu erweitern, sondern sie fördert auch den Unterricht 
und die selbstständige Forschung durch die getroffene Einrichtung regelmässiger 
Sendungen lebender Thiere au die bezüglichen Institute und Universitäten in 
Wien und Graz. Es ist ferner die ganz oder theüweise unentgeltliche Abgabe 
von zoologischen Objecten der Meeresfauna an österreichische Lehranstalten in 
Aussicht genommen. 

Die von der Station ausgehenden, zusammenhängenden und in allen 
Jahreszeiten fortgesetzten Beobachtungen über die Thierwelt des Triestei Golfes 
ergaben jetzt schon interessante und überraschende Resultate. So zeigt sich das 
adriatische Meer, in den Wintermonaten, viel reicher an pelagischen Thieren, 
Scheiben-, Röhren- und Rippen-Quallen, Salpeu etc. als man bisher annehmen 
durfte. 

Herr Professor W. Voss legt eine Arbeit über: Die Brand-, 
Rost- und Mehlthau Pilze der Wiener-Gegend vor. (Siehe Ab 
handlungen.) 



Herr Professor Vitus G rab er aus Graz trug über mehrere 
von ihm gemachte Beobachtungen bezüglich des Baues einzelner 
Organe bei den Arachniden vor. 



Herr J. v. Bergenstamm übergab eine von ihm im Ver- 
eine mit Herrn Paul Low verfasste Synopsis Gecidomyidarum 
(Siehe Abhandlungen.) 



Secretär A. Rogenhofer besprach: Die Spinnen-Fauna 
Ungarns von 0. v. Hermann. I. Theil. Budapest 1876. 



6 



Versammlung am 9. Februar 187ß. 



Versammlung am 9. Februar 1876. 

Vorsitzender : Herr Präsident-Stellvertreter Jul. Freiherr 
v. Schröcki nger-Neudenberg. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

S van da Stefan, Offioial des k. k. Haupt- 
punzirangsamtess VI. Gumpendorferstr. 63. 

Wien Hofmeister, Dr. v. Marenzeller. 

Biasioli Carl, Lehramts candidat an der 

Universität in Innsbruck Prof. Gredler, Ä. v. Letocha. 

KispaticMyo, Professor der Naturgeschichte 

an der Ober-Realschule in Agram ... S. Brusina, Burgerstein, 

Toula Dr. Franz, Professor der Gumpen- 
dorfer Communal-Realschule. Wien, Kirchen- 
gasse 19 Prof. Voss, A. Bogenhofer. 

Kittel August, prakt. Arzt, Ob.- Siebenbrunn Flor. Müller, Prof. Staufer. 

G robben Carl, Cahd. Philosv, Taborstr. 27. Prof. Claus, Prof. ,Dr. Wiesner. 



Eingesendete Gegenstände: 

Funk, Kryptogamische Gewächse des Fichtelgebirges, 42 Hefte, 
Herbarium vivum Florae helveticae, 2 Hefte, 
Wittmann E., Taschenherbar der Umgebung Wiens. 
Geschenk der Privatbibliothek Sr. Majestät des Kaisers. 
660 Coleopteren von Herrn J. Kaufmaun. 
2 Fascikel Phanerogamen von Dr. Rauscher in Linz. 



Der Herr Vorsitzende gedacht des dahingeschiedenen Mit- 
gliedes des Herrn Kegierungsrathes Professor Dr. L. Redten- 
b ach er, Director des k. k. zoologischen Hof- Museums und 
forderte die Anwesenden auf, sich zum Zeichen der Trauer von 
den Sitzen zu erheben. 



J. v. Schrfickinger-Neudenberg. 



7 



Se. Excellenz der Unterrichtsminister bewilligte der Ge- 
sellschaft zur Herausgabe der Festschrift eine Subvention von 
400 fl. österr. Währ. 



Die Direction der Gesellschaft sandte dem Herrn Geheim- 
rathe Professor Dr. J. F. Brandt in St. Petersburg zu seinem 
am 24. Jänner gefeierten 50jährigen Doctor-Jubiiäum den nach- 
stehenden telegraphischen Festgruss : 

In dankbarster Anerkennung Ihrer hohen Verdienste um die zoologische 
Wissenschaft sendet Ihnen die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien 
die besten Glückwünsche zum heutigen Tage. 

Der Gefertigte zeichnete die Gesellschaft mit folgendem 
eigenhändigen Antwortsschreiben aus : 

Der Endesunterzeichnete erlaubt sich der hochgeehrten Gesellschaft für 
das ihm an seinem Jubeltage zugegangene Glückwunsch-Telegramm den tief 
gefühltesten Dank auszusprechen und sich hochachtungsvoll zu zeichnen 

Ihr ganz ergebenster 

J. F. Brandt. 

St. Petersburg, den 25. Jänner. 

Der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. 



Dem Redactions-Comite der Festschrift wurden folgende 
Arbeiten übergeben, am 27. Jänner: Zur Teratologie der Ovula 
von Dr. J. Pey ritsch. Mit 3 Tafeln; am 2. Februar: Die 
Schutzmittel der Blüthen gegen unberufene Gäste von Dr. A. 
Kerner. Mit 3 Tafeln; am 5. Februar: Carl Clusius' Natur- 
geschichte der Schwämme Pannoniens von Dr. H. W. Reich ar dt. 



Herr Valentin Ball in Calcutta hat den Mitgliedsbeitrag 
auf Lebensdauer eingezahlt. 



Herr Professor Dr. C. Claus macht Mittheilungen über 
die Siphonophoren- und Medusen-Fauna Triests. 



8 



Versammlung am 9. Februar 1876. 



Dieselbe ist nach den im Laufe dieses Winters angestellten Beobachtungen 
viel reicher als man nach der Arbeit Will's „Horae tergestinae" hätte ver- 
muthen sollen. Gerade die Wintermonate vom November an bis Februar 
scheinen die für die Untersuchungen der pelagischen Fauna günstige Jahreszeit zu 
sein, und da bislang fast sämmtliche Forscher im Frühjahr und Herbst ihre Be- 
obachtungen anstellten, blieben viele und schöne Formen vornehmlich von 
Siphonophoren und Quallen unbemerkt und unbekannt. 

Weit entfernt zu glauben, schon jetzt einen Ueberblick über das keines- 
wegs karg vertretene Gebiet der Triester Siphonophoren und Medusen gewonnen 
zu haben, glaubt der Vortragende mit einer vorläufigen Mittheilung über seitherige 
Fände und einige neue interessante Formen nicht zurückhalten zu sollen. 

Von Siphonophoren fanden sich bislang die von Will beschriebene kleine 
Diphyes Kochii nebst den von jenem Forscher noch als Ersaea-k rten betrach- 
teten Eudoxien, ferner Praya cymbiformis und Gdleölaria aurantiaca. Dazu 
kam, vornehmlich häufig im December beobachtet, eine kleine neue Halistemma- 
Art, welche im Bau der Nesselköpfe zu Agalmopsis hinführt, indem den Anfang 
der Spirale ein glockenförmiger Mantel umlagert, dessen Form an junge Nessel- 
köpfe von Agalmopsis Sarsii erinnert. Der Endfaden bleibt jedoch wie bei 
Haiistemma einfach. Die überaus zierliche, lebhaft roth gefärbte Physophoride, 
die ich Haiistemma tergestina nennen will, hat eine Schwimmsäule von 8 bis 
10 Mm. Länge, die von dem ausgestreckten Stamme noch um das 4- bis 5fache 
übertroffen wird. Form und Verhalten sämmtlicher Anhänge konnte ich ziemlich 
eingehend untersuchen, da viele von Triest gesandte Exemplare bis auf die 
entblätterte Schwimm säule leidlich erhalten und lebend in Wien eintrafen. Ueber 
die Schwimmsäule des unversehrten Thieres hat mir Herr Dr. Graeffe die 
Mittheilung gemacht, dass die grössten Exemplare 14 bis 16 Schwimmglocken 
besitzen und auffallenderweise die mittleren Glocken die grössten sind. Auch 
eine Forskalia, wahrscheinlich F. Eäwardsii wurde wenngleich nicht vollkommen 
unversehrt beobachtet, und gehört somit diese schöne Siphonophore auch der 
Adria an. 

Von Bippenquallen wurden mir die für die Fauna Triests bekaunten 
Eucharis multicornis, Cydippe brevicostata und Beroe rufescens untersucht, in- 
dessen will Dr. Graeffe auch eine kleine Euramphea vexilligera gefischt und 
unter andern Ctenophoren im Pokale mir übersandt haben. 

Aus den Gruppen der Acalephen und Hydromedusen fand sich das 
relativ grösste Material. Neben Rhizostoma Aldrovandi, Chrysaora hysoscella 
und Aurelia aurita, die in vielen Stadien von den Ephyrastadien an bis zur 
geschlechtlichen Entwicklung beobachtet wurden, interessirte in hohem Grade 
das Vorkommen einer grossen Scheibenqualle, die sich bei näherer Untersuchung 
als seither unbekannt und als Vertreter einer neuen Gattung herausstellte. 

Die neue, wie es scheint keineswegs seltene Qualle, im geschlechtsreifen 
Zustande mindestens 3 bis 4 Zoll im Durchmesser, steht nach Form und 
Organisation der Gattung Aurelia am nächsten, mit der sie in dieselbe Familie 
gehört. Sowohl in der allgemeinen Scheibengestalt als in der Architektonik des 



Dr. Carl C lau 



9 



Gastrovaseularraumes, wie in der Form und Bewaffnung der Mundarme wieder- 
holt sie die Eigenthümlichkeit der in zahlreichen Arten verbreiteten Aurelia. 
Immerhin darf hervorgehoben werden, dass namentlich an jungen Individuen 
die Scheibe merklich gewölbter erscheint und auch die Mundarme nicht den 
Grad von Rigidität besitzen, welcher sie bei Aurelia zu fast horizontaler 
Haltung befähigt. Dagegen erweist sich Zahl und Gestalt der Randlappen nebst 
TentakelbewaffDung so bedeutend verschieden, dass man beim ersten Blick 
geneigt ist, die Familiengemeinschaft mit Äurelia in Zweifel zu ziehen. Und 
in der That hat L. Agassiz bei dem Versuche, Familien- und Gattungs- 
charaktere von Aurelia, der bislang einzigen Gattung der Aureliden, zu trennen, 
die auf das Verhalten von Tentakeln und Randlappen bezüglichen Verhältnisse 
der Gattung Aurelia auf Familiencharaktere bezogen, ein Irrthum, von den ihn 
schon allein die den Scheibenrand betreffenden Abweichungen der Pelagiden- 
gattungen (Pelagia, Placois, Chrysaora, Dactylometra etc.) hätte schützen sollen. 
Unsere Gattung, für die ich den alten für Aurelia lange Zeit gebrauchten 
Linuaeischen Namen Medusa als Discomedusa verändert in Vorschlag bringe, 
trägt eine so grosse Zahl von Randlappen, dass man zumal bei der keineswegs 
streng regulären Anordnung derselben Anfangs Mühe hat, sich zu orientiren, 
um die Gesetzmässigkeit herauszufinden. Dazu kommt der Mangel der zahl- 
reichen und kurzen Randfranzen, dagegen der Besitz von 24 langen, überaus 
contractilen Randfäden. Randlappen und Tentakelzahl erinnern an Chrysaora, deren 
Gestaltungs Verhältnisse sie gewissermassen innerhalb der durch die Gefäss- 
architektonik von den Pelagiden streng geschiedenen Aureliden wiederholen 

Wir können am Rande der Scheibe 8 Paare von radiären oder Augen- 
lappen und eben so viel Paare von interradiären oder Tentakellappen unter- 
scheiden. Erstere sind höher und in der Regel wieder secundär gespalten ; 
letztere niedriger und breiter, hie und da sanft ausgebuchtet und hiedurch 
unregelmässig zweilappig. Es würden also bei regulärer Ausbildung im Ganzen 
48 Randlappen zu unterscheiden sein, von denen die 16 breiteren Tentakellappen 
wiederum undeutlich zweilappig sein können. Zwischen je zwei Tentakellappen 
entspringen am Ende der einfach gebliebenen interradiären Gefässe (wie wir sie 
im Gegensatz zu den 8 durch die Lage der Randkörper bezeichneten radiären 
Hauptstämme der verästelten Gefässe nennen wollen) die Haupttentakeln, während 
sich die 16 Nebententakeln, an Länge hinter jenen wenig zurückbleibend, zwischen 
Teutakellappen und äusserem Stück der Augenlappen inseriren. 

So bedeutend nun uns diese Abweichungen von Discomedusa und Aurelia er- 
scheinen, so glaube ich, dass sie bei der sonstigen grossen Uebereinstimmung beider 
Gattungen nur alsgenerische veranschlagt werden können, zumal es keineswegs 
schwierig ist, diese Iben aus der Entwicklungsgeschichte zu erklären. 
Wir müssen hier zum Ephy r astadium zurückgreifen, welches ja für die 
Acalephen der verschiedensten Familien, eine so übereinstimmende Gestaltung 
zeigt, dass wir dieselbe wohl ohne Bedenken auch genetisch als Grundform der 
Acalephen betrachten können , aus deren verschiedenem Wachsthum und Fort- 
entwicklung sich Familien und Gattungsabweichungen der Acalephen erklären 

Z. B. Ges. B. XXVI. Sitz.-Ber. B 



10 



Versammlung am 9. Februar 1876. 



müssen. Verfolgen wir nun das Wachsthum der Aurelidenephyra, welche 
Anfangs in dem Verhalten der Gefässe mit der Pelagiden ephyra die grösste 
Uebereinstirnmung zeigt, so sehen wir, dass zunächst zwischen den primären 
8 Randlappenpaaren, deren Achsen oder Radien der Lage der Randkörper ent- 
spricht, die intermediären Segmente der Scheibe durch die kürzern interradiären 
Gefässe bezeichnet, allmälig hervorwachsen und zur Ausbildung gelangen. Im 
Gegensatze zu den Pelagiden bilden bekanntlich die 8 Radiärgefässe frühzeitig 
einen rechten und linken Nebenast, vor deren Auftreten das abweichende Ver- 
halten des Gastrovasculargefässes in beiden Familien zu erklären ist. Es entsteht 
aber in beiden Gruppen am Ende eines jeden Interradius ein Tentakel (Haupt- 
tentakel) bei den Aureliden, nachdem sich das intermediäre Segment vergrössert 
und am Scheibenrand zur Bildung eines interradiären Lappens hervorgewölbt 
hat. Während nun bei Aurelia das Wachsthum der intermediären Lappen im 
Vergleich zu den Randkörperlappen ein überaus mächtiges wird, und rechts 
und links vom Haupttentakel eine grosse Zahl von Fädchen hervorwachsen, 
reducirt sich bei Discomedusa die Zahl dieser Fädchen um jeden Haupttentakel 
auf das seitliche zuerst auftretende Paar, während sich der auch bei Aurelia ein- 
gebuchtete intermediäre Lappen tiefer spaltet und auch im gleichen Verhältniss 
fortwacbsende Randkörperlappen eine secundäre Spaltung hervortritt. Die drei 
Tentakeln aber bleiben nicht kurze Fäden, sondern bilden sich zu langen Rand- 
fäden aus, die auch ihrem feineren Baue nach mit den Randfranzen von Aurelia 
übereinstimmen. 

Aehnliche Abweichungen in der Lappenbildung und Tentakelzahl wieder- 
holen die unter den Pelagiden unterschiedenen Gattungen. Während bei Pelagia 
beispielsweise gerade die primären Randkörperlappen überwiegen und die 
Lappenform der Scheibe bestimmen, sodann die Randfäden auf die 8 primären 
oder Haupttentakeln beschränkt bleiben, kommen bei Chrysaora die intermediären 
oder Tentakellappen zwischen den 8 Randkörperlappen im gleichen Umfang zur 
Geltung und lassen ausser den 8 Haupttentakeln 16 ziemlich gleich grosse 
Nebententakeln zwischen Randkörperlappen und Tentakellappen zur Ausbildung 
gelangen. 

Die Artcharaktere der neuen Meduse, die ich als Discomedusa lobata 
bezeichne, lassen sich, da bislang andere Arten der Gattung nicht bekannt ge- 
worden sind, schwierig von der generischen abzweigen; ich werde hierauf bei 
Gelegenheit in einer detaillirten Darstellung des Baues unserer Scheibenqualle 
zurückkommen. 

Von Medusen wurden ferner beobachtet: die weit verbreitete bis zum 
hoben Norden reichende Turris digitalis 0. Fr. Müll, und häufiger noch in kleinen 
und grossen Exemplaren die von Will beschriebene Tima pellucida, deren 
Scheibe den Durchmesser von V/ z Zoll erreichen kann. In fast allen Ent- 
wicklungsstadien bis zu geschlechtlich ausgebildeten Exemplaren, von 2 l / 2 bis 
3 Zoll im Durchmesser, erhielt ich die schöne und ebenfalls weit verbreitete 
Schizodactyla Forskalina Esch., deren Abstammung durch fortgesetzte Beob- 
achtungen hoffentlich bald aufgeklärt werden wird. Aus der Gery onidengruppe 



Dr. Carl Claus 



11 



beobachtete ich allerdings nur in einem Exemplare Garmarina hastata. Häufiger 
erhielt ich eine kleinere Geryonide, die sich als Repräsentant einer neuen 
Gattung Liriopsis erwies. Dieselbe steht Liriope (Xanthea) am nächsten und 
besitzt wie diese 4 Radiärkanäle, jedoch nicht 4, sondern 8 ziemlich gleich lange 
Tentakeln. Zungenkegel- wie Centripetalkanal fehlen. Die langgestreckten nicht 
lappenförmigen Geschlechtsorgane verlaufen im Magenstil und von einem freien 
Intervall unterbrochen bis zum Scheibenrande. 8 Randbläschen liegen zwischen 
den 8 Tentakeln. Die beobachtete Art besitzt einen hohen fast glockenförmigen 
Schirm von 7 bis 8 Mm. Durchmesser und einen ausserordentlich langen 
Magenstil mit mächtig entwickeltem Rüssel, sie mag als Liriopsis campanulata 
bezeichnet werden. 

Kleine noch nicht geschlechtsreife Medusen aus der Gruppe vom Typus 
der Oceania, Sarsia, Steenstrupia und Eucope, ferner Cladonema konnten bislang 
nur zum Theil in Zusammenhang mit den zugehörigen Hydroidstöckchen ver- 
folgt, jedoch nicht in ihrer weiteren Entwicklung bis zur vollen Geschlechts- 
reife beobachtet werden. Ihr Auftreten aber lässt auf eine reiche Vertretung 
der Campanulariden und Tubulariden zurückschliessen, deren näherer Verfolgung 
ich in nächster Zeit meine Aufmerksamkeit zuzuwenden beabsichtige. 

Unter den seither beobachteten Formen hebe ich hervor: Obelia longis- 
sima (mit Europe), Campanularia angulata, Aglaophenia pluma, Eudenärium 
ramosum, Eudendrium mit junger Bougainvülia, Tubularia iurynx, Padocoryne 
Cornea, Hydractinia, Vorticlava. 



Herr Professor Dr. Wiesner hielt einen Vortrag über die 
Wachsüberzüge pflanzlicher Oberhäute und legte dar, dass die 
als Reif oder in derberen Schichten auftretenden geformten 
Wachsüberzüge (Körnchen-, Stäbchen- und Krustenüberzüge De 
Bary's) krystallinische Efflorescenzen sind, die entweder gänz- 
lich oder zum grössten Theile aus echten Fetten (Glyceriden) 
bestehen. 



Herr Professor Dr. G. Mayr legte die Beschreibung 
einer neuen Gallwespe Diastrophus Mayri von Herrn Dr. 
Hermann Reinhard in Dresden vor. 

In der ausgezeichneten Arbeit des Professors Dr. G. Mayr über die 
Torymiden (Verh. d. zool. bot. Ges. 1874) ist bei Besprechung des Oligosthenus 
tibialis Fr. (S. 30) angegeben, dass dieser Parasit aus den von Aulax (Xesto- 
phanes) Potentillae Vill. erzeugten Stengelgallen der Potentilla argentea 
erzogen worden sei. 

Diese Angabe ist in Betreff der Galle richtig , nicht aber in Betreff des 
Gallenerzeugers. Die Gallwespe Aulax Potentillae entwickelt sich, soviel bekannt 

B* 



12 



Versammlung am 9. Februar 1876. 



nur in den Gallen der Potentilla reptans, einer feuchte Standorte liebenden 
Pflanze mit kriechenden Stengeln. Die Potent, argentea dagegen wächst nur 
an sehr trockenen Stellen, an felsigen Bevgabhängen , auf Mauerränden und 
dergl. , und an ihren aufrechten oder richtiger aufsteigenden Stengeln findet 
man bisweilen die unregelmässig cylindrischen , 1 — 3 Centimeter langen und 
etwa V2 Centimeter dicken Anschwellungen, die vielkammerigen Gallen einer 
noch unbeschriebenen, von Aulax Potentülae ganz verschiedenen Gallwespe. 
Aus den überwinterten Gallen erscheint sie Ende April und im Mai. Im 
Folgenden soll sie beschrieben werden: 

Diastrophus May vi n. $ Q. 

Die Fühler fadenförmig, in beiden Geschlechtern 14-, seltener 15gliedrig. 
das erste Geisselglied kaum länger als das zweite; beim etwas gekrümmt und 
gegen die Spitze hin schwach verdickt; Kiefertaster 5-, Lippentaster Sgliedrig. 
Gesicht und Vorderbrustseiten feinrunzlig, nadelrissig. Mesonotum glatt, glänzend 
von zwei tiefen Parapsidenfurchen durchzogen, Schildchen stumpfkeglig, matt, 
runzlig, an seiner Basis zwei scharf getrennte, massig grosse, glatte Grübchen. 
Mesopleuren grösstenteils glatt, Metathorax matt, steil abfallend. Flügel fast 
glashell, das Radialfeld an der Basis, dein Vorderrande und der Spitze offen, 
die erste Abscisse des Radius knieförmig gebrochen und ebenso wie die Grund- 
ader etwas verdickt, die Areola basal gestellt, sehr klein oder meist ganz ver- 
hornt. Hinterleib glatt, glänzend, das zweite Segment nur etwa anderthalb 
Mal so lang, wie das dritte. An den Hinterbeinen das zweite Tarsaiglied eben 
so lang, wie das letzte. 

Schwarz, Beine rothgelb, die Hüften und Schenkel an der Basis pech- 
braun; Flügelgeäder schwarzbraun, Kiefer, und beim Q auch häufig das zweite 
und dritte Fühlerglied rothbraun. Körpergrösse 2—2 l f 2 Mm. 

Dass die hier beschriebene Art zur G. Diastrophus zu ziehen sei, kann 
kaum einem Zweifel unterliegen. Flügelgeäder, Skulptur des Thorax und relative 
Länge der Hinterleibssegmente bringen sie in die nächste Nähe von Diastr. 
rubi, der als Typus für diese Gattung anzusehenden Art. Von den Gattungs- 
merkmalen wie sie Förster (Verh. d. zool. bot. Ges. 1869) von Diastrophus 
gibt, fehlt ihr nur die Mittelfurche auf dem Mesonotum und wenn man die 
Gattungen nicht so weit spalten will, dass sie mehr oder weniger vollständig 
mit deu Arten zusammenfallen, so kann man das genannte Merkmal nicht mehr 
als Gattungs-, sondern nur noch als Artmerkmal gelten lassen. 

Nach der Fö rster' sehen Bestimmungstabelle a. a. 0. könnte anscheinend 
noch die neue Gattung Liodora in Frage kommen, aber abgesehen davon, dass 
die daselbst S. 334 von ihr gegebene Charakteristik zweifelsohne mehrere 
Irrthümer enthält (lOgliedrige Lippentaster, am Vorderrande geschlossenes 
Radialfeld), so bietet auch die Beschreibung der typischen Art, Liod. sulcata, 
insbesondere bezüglich des Flügelgeäders wesentliche Unterschiede, so dass 
an eine Einordnung der obigen neuen Gallwespe in die G. Liodora nicht, ge- 
dacht werden kann. 



Dr. Kriechbauraer. 



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Eben so wenig ist sie bei der G. Aulax Htg. und den von dieser von 
Förster abgetrennten Gattungen, Periclistus, Phanacis und Xestophanes 
unterzubringen, da bei diesen allen das Rtidialfeld an Basis und Spitze 
geschlossen, die erste Abscisse des Eadius gerade und die Areola nicht basal 
gestellt ist, bei jener aber in allen diesen Beziehungen das Gegeutheil stattfindet. 



Secretär A. Rogenhofer sprach über die Zerstörung von 
afrikanischen Büffelhörnern ( Bub f Uns caffer und aequatorialis) 
durch eine Motte : Tinea (Sc ardia) vastella Zell er (= T. gigan- 
tella Stainton Trans, ent. soc. London 1860) die sich durch ihre 
Lebenszähigkeit auszeichnet. 

Haliday hat in Natural history review 1856, t. 3 über 
eine sehr ähnliche Larve berichtet, die in den Hörnern der 
Oreus Antilope (O)-eus Canna) in gleicher Weise lebt, aber hat 
sie nicht zur Verwandlung gebracht. 

Weiters übergab er die Beschreibung einer neuen Blatt 
wespe aus Istrien. 

Hylotoma Tergestina , n. sp., 
gefunden und beschrieben von Dr. Kriechbaumer in München. 

Violaceo-nigra, obdomine luteo, segmento primo nigro , tibiis posticis 
plus minus testaceis , alis nigro- fuscis , anteriorum basi obscuriore, cellula 
cubitali tertia longitudine sublatiore, nervo exteriore arcuato, posterioren 
cellula humerali secunda cellulam discoidalem primam superante. Long. 8— 
9'/ 2 Mm., exp. al. 18-19 Mm. 

9 Antemiis brevibus, clavatis, apice infra deplanatis, vajvulis genita- 
libus nigris, tibiis posticis litura infra basin pallidiore. 

cf Antennis arcuato - cylindricis , infra barbatis, tibiis posticis (basi 
summa et apice exceptis) pallide testaceis. 

Diese Art gehört nach Zaddach's monographischer Bearbeitung 
dieser Gattung l ) in dessen Abtheilung V. (mit schwarzem Kopf und Thorax 
und gelbem Hinterleib), und da unter den 5 in dieser Abtheilung enthaltenen 
europäischen Arten nur 2, pagana und fuscipennis. durchaus schwärzliche 
Flügel haben, so genügt es, die wichtigsten Merkmale hervorzuheben, wodurch 
sich gegenwärtige Art von diesen beiden unterscheidet. 

Die Fühler des zeigen keine deutlich wahrnehmbare Verschiedenheit 
von denen der männlichen pagana, die des Q dagegen zeichnen sich zunächst 
durch eine auffallende Kürze aus, sie sind jedoch denen der pagana gegenüber 



') In den Schriften d. k. physik.-ßkon. Ges. zu Königsberg 1863. p. 83 



14 



Versammlung am 9. Februar 1876. 



entschieden keulenförmig, die Keule ist aber am Ende unten abgeflacht, wie 
zugefeilt, während sie bei fuscipennis in eine wenig verschmälerte stumpfe 
Spitze endet. Die Flügel sind schwarzbraun, die vorderen an der Wurzelhälfte 
gesättigter, mit violetem Schimmer; die dritte Cubitalquerader ist sanft und 
regelmässig gebogen und verläuft ziemlich parallel mit der zweiten, dadurch 
ist die dritte Cubitalzelle (welche bei pagana vorn weit nach aussen vorge- 
zogen ist) vorne kaum oder nicht einmal so breit wie hinten, im Ganzen eher 
etwas breiter als lang; die zweite Schulterzelle der Hinterflügel reicht über die 
vor ihr liegende erste Discoidalzelle hinaus; ausser der zweiten Cubitalzelle 
trägt auch die vordere Schulterzelle der Vorder- und die hintere der Hinter- 
flügel einen deutlichen schwarzen Hornpunkt. (Bei H. fuscipennis Zdd., von der 
ich nur ein von Schmidt aus Laibach stammendes Q der Sturm'schen 
Sammlung zur Vergleichung habe, und welche bedeutend grösser ist, erscheint 
die zweite Cubitalquerader etwas nach innen, die dritte nur schwach nach 
aussen gebogen, diese von der zweiten aber weiter entfernt, so dass die dritte 
Cubitalzelle entschieden länger als breit ist; die zweite Schulterzelle der Hinter- 
flügel wird von der ersten Discoidalzelle, wenn auch viel weniger als bei 
pagana, überragt.) Die Beine sind schwarzbraun, beim cf die Hinterschienen 
blass braungelb, nur die oberste Basis und die Spitze dunkler gefärbt; bei dem 
9 zeigt sich von dieser "gelben Färbung der Hinterschienen nur eine schwache 
Spur am oberen Theile in Form eines verwischten schmalen Streifens, der 
wohl bei andern Individuen ganz verschwinden oder sich stärker entwickeln 
kann. (Bei H. pagana sind sämmtliche Beine schwarzbraun, bei fuscipennis 
alle Schienen und Fusswurzeln grösstentheils blassgelb.) Der Hinterleib ist vom 
zweiten Hinge an einfärbig gelb, beim cT Sln d nur nocn ^ie Afterklappen 
schwarz gefärbt (was auch bei fuscipennis der Fall ist). 

Ich habe von dieser Art 3 Exemplare in Triest am Wege zum Jäger 
gefangen und zwar 1871 am 22. und 29. April (je 1 cf), und am 19. Mai (1 9)- 
Bei der anscheinend grossen Aehnlichkeit mit unserer H. pagana hatte ich 
keine Ahnung, ein noch unbekanntes Thier entdeckt zu haben, und deshalb 
auch auf die Pflanze nicht geachtet, auf der selbes vorkam und auf welcher 
vielleicht auch die Larve zu finden wäre, deren Zucht sicher keine Schwierig- 
keiten machen würde. Die Generation ist wahrscheinlich eine doppelte. Leider 
ist in Triest zur Zeit kein Hymenopterolog, von dem die Ausfüllung dieser 
Lücke erwartet werden könnte. 

Schliesslich besprach er den Inhalt des eben erschienenen 
Werkes : Skizzen aus Singapur und Djohor von Baron E. v. 
Ransonet, das mit vorzüglich ausgeführten Bildern geschmückt 
am Schlüsse ein Verzeichniss der vom Verfasser dort gesam- 
melten Thiere enthält. 



Pelikan v. Plauenwald. 



15 



Versammlung am 1. März 1876. 

Vorsitzender: Herr A. Pelikan v. Plauenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr 

Schnabl Dr. Johann, in Warschau . . . 

Stäche Dr. Guido, k. k. Bergrath und Chef- 
geologe der k. k. geolog. Reichsanstalt . 

Hoyos Graf Ludwig, k. k. Kittmeister in 
Laibach 

Demi Dr. Arnold, I. Habsburgergasse 10. 2. 

Eggerth Carl, Badinhaber, VI. Dürerg. 14. 

MikoschCarl, Assistent am pflanzenphysiolog. 
Institut der Universität 

Haberlandt Gottlieb, Cand. pbil. . . . 



als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 
J. v. Bergenstamm. Dr. H. Low. 

Dr. F. Brauer. Dr. E. v. Maren- 
zeller. 

W. Voss. Dr E. v. Marenzeller. 
Dr. Chimani. Dr. Mayr. 
J. Erber. A. Rogenhofer. 

Prof. Dr. Claus. Dr. Wiesner. 
Prof. Wiesner. Burgerstein. 



Eingesendete Gegenstände: 
500 diverse Insecten von Herrn J. Kaufmann. 



Se. k. und k. apostolische Majestät haben zu gestatten 
geruht, dass der fünfundzwanzigste Band der Gesellschafts -Ver- 
handlungen Seiner kaiserlichen Hoheit dem durchlauchtigsten 
Kronprinzen Erzherzoge Rudolf gewidmet werde. 



Herr Professor Dr. F. Brauer hat am 24. Februar dem 
Redactions-Comite der Festschrift eine für diese bestimmte Ab- 
handlung tibergeben: Die Neuropteren Europas und insbesondere 
Oesterreichs, mit Rücksicht auf ihre geographische Verbreitung, 
kritisch zusammen gestellt. 



16 



Versammlung am 1. März 1876. 



Herr Dr. J. E. Polak demonstrirte die frischen Samen 
einer Urabellifere (einer Cachrys- Art), welche in Persien ge- 
nossen werden. 



Herr Dr. F. Low übergab folgende Abhandlung: Zur 
Biologie und Charakteristik der Psylloden nebst Beschreibung 
zweier neuen Species der Gattung Psylla. Mit zwei Tafeln. 
(Siehe Abhandlungen.) 



Herr Regierungsrath Dr. A. Pokorny legte eine Arbeit 
vor mit dem Titel: Blättermasse österreichischer Holzpflanzen 
1. Apetalae. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr A. Burgerstein brachte die Resultate seiner Unter- 
suchungen über die Transspiration der Pflanzen zur Kenntniss. 



Herr Prof Dr. H. W. Reichardt referirte über: Beiträge 
zur Kenntniss der ungarischen Pilz -Flora von F. Haszlinsky 
(siehe Abhandlungen) und den folgenden Beitrag zur Flora Wiens : 

Neue Standorte von Pflanzen der Wiener-Flora 

aufgefunden durch 

Florian Hofmann, 

k. k. Hauptmann. 

Crypsis aculeata Ait. In einem ausgetrockneten Abzugsgraben beim Bahnhofe 

Kaiser-Ebersdorf, mit Marchantia polymorpha, häufig; September 1875. 
Carex stenophylla Wahlenb. Auf der Hutweide von Kaiser-Ebersdorf, ganze 

Flächen bedeckend; Mai 1875. 
C. brizoides L. Donau- Au bei Manuswörth, nur zwei Exemplare; Juni 1875. 
Cyperus flavescens L. Donau-Ufer am Tabor in der Richtung gegen den Prater, 

hie und da; September 1873. 
Triglochin maritimum L. Sumpf am Mitterbache bei Kaiser-Ebersdorf, unweit 

der Hutweide in wenigen Exemplaren; Juni 1875. 
Iuncus obtusiflorus Ehrh. Eisenbahn-Abzugsgraben gleich vor der Brücke über 

den Mitterbach bei Kaiser-Ebersdorf; Juli 1875. 



Pelikan v. Plauenwald. 



17 



Tulipa silvestris L. Bei Kaiser-Ebersdorf, in der an die Rosenthal'sche Baum- 
schule angrenzenden Au, und zwar an einer Stelle links vom Wege, der 
sich längs der Umzäunung dieser Baumschule durch die Au zieht. Unter 
vielen sterilen Exemplaren auch einige blühende gefunden. Mai 1875. 

Iris spuria L. Auf den Wiesen zwischen Himberg und Achau, links von der 
Strasse, mit Iris sibirica, hie und da; Juni 1875. 

Bris gruminea L. Auf denselben Wiesen, und zwar an einer Stelle in der Nähe 
des in Neilreich's Flora von Nieder-Oesterreich als Standort des Levcojum 
aestivum L. erwähnten sumpfigen Grabens, der aus den Auen von Achau 
quer über die Himberger Strasse gegen Maria-Lanzendorf zieht, in ziem- 
lich grosser Menge; Mitte Juni 1875. 

Orchis müüaris L. Donau-Au zwischen der Kaiser-Ebersdorfer Militär-Schiess- 
stätte und Mannswörth; häufig; Mai- Juni 1875. 

Potamogeton natans L. ß. heterophyllus Neilr. Im Mitterbache bei Kaiser- 
Ebersdorf, unweit der Brücke, in der Eichtling gegen Schwechat. An 
einer einzigen Stelle; September 1875. 

Chenopodium urbicum L. ß. deltoideum Neilr. Auf einem Acker bei Kaiser- 
Ebersdorf, gleich Anfangs des Ortes (von Simmering herwärts) in der 
Richtung gegen die Donau, gegenüber der Freudenau; September 1875. 

Polycnemum arvense L., und 

Polycnemum verrucosum A. Br. — ■ Alluvialboden der Donau am Tabor, strom- 
abwärts am linken Ufer, einzelne Exemplare; September 1873. 

Pkmtago altissima L. Donau-Sümpfe bei Kaiser-Ebersdorf, hie und da; Juni 1875. 

Petasites officinalis Mönch. Donau-Au, hinter Kaiser-Ebersdorf, stromabwärts 
vom Landungsplatze, unterhalb den daselbst befindlichen Arbeiterbaracken, 
am Rande eines parallel mit dem Strome sich ziehenden Weges; April 1875. 

Achillea nobilis L. Zwischenbrücker Au, am Donauufer, nächst der Eisenbahn- 
brücke. September 1873. 

Matricaria Chamomüla L. Hutweide von Kaiser-Ebersdorf, häufig; Juli 1875. 

Artemisia austriaca Jacq. Bei Schwechat am Wege nach Albern; September 1875. 

Carduus hamulosus Ehrh. Eisenbahndamm bei Kaiser-Ebersdorf, unweit vom 
Wächterhäuschen bei der Brücke. Einzelne Exemplare; August 1875. 

Taraxacum serotinum Sadl. Nächst dem Ortsfriedhofe von Kaiser-Ebersdorf, 
am Wege zum Centralfriedhofe, häufig; September 1875. 

Heliotropium europaeum L. Auf einem Acker nächst dem Wege von Kaiser- 
Ebersdorf nach Schwechat. Einzeln. September 1875. 

Anchusa italica Retz. Nahe vom Mitterbach, auf Wiesen bei Kaiser-Ebersdorf, 
in der Richtung gegen Schwechat. Einzelne Exemplare. Juli 1875. 

Primula elatior Jacq. Donau-Au bei Kaiser-Ebersdorf, zwischen P. officinalis. 
Zerstreut. Mai 1875. 

Bupleurum affine SadJ. Weinbergränder auf dem Höhenzuge zwischen Sievering 
und Neustift a. W., ziemlich häufig; August 1872. 

Oenanthe fistulosa L. Sumpf unweit der Hutweide von Kaiser-Ebersdorf. Ein- 
zelne Exemplare; August 1875. 

Z. B. Ges B. XXVI. Sitz.-Ber. C 



18 



Versammlung am 1. März 1876. 



Glaucium flavum Crantz. Am Wege von Kaiser-Ebersdorf längst des Mitter- 
baches nach Schwechat, in zahlreichen grossen Exemplaren ; August 1875. 

Nasturtium anceps Eehb., und 

Nasturtium armoracioides Tausch. Mit N. amphibium und N. terrestre Tausch, 
am Mitterbache bei Kaiser-Ebersdorf nächst der Brücke beim Eisenbahn- 
Wächterhause; Juni 1875. 

Myagrum perfoliatum L. Wiese bei Kaiser-Ebersdorf. Einzeln; Juni 1875. 

Viola elatior Pries. Donau- Au nächst der Kaiser-Ebersdorfer Militär- Schiessstätte, 
in der Richtung gegen Mannswörth, häufig; Mai 1875. 

Herniaria hirsuta L. Alluvialboden der Donau, am Tabor, am linken Ufer. 
September 1873. 

Lepigonum rubrum Wahlbg. Ebendort. 

Süene gallica L. Auf einem Acker bei Simmering, einzeln; September 1874. 
Lychnis diurna Sibth. Donau-Au bei Simmering, einzeln; Juni 1875. 



Herr Professor ür. J. Wiesner erläuterte die Methode 
der Herstellung von SchlifFpräparaten solcher Pflanzentheile, 
welche in Folge ihrer Härte und Zähigkeit durch Schneiden 
nicht für die mikroskopische Untersuchung hergerichtet werden 
können, wie dies namentlich bei vielen harten Kernhölzern 
(Ebenholz, Guajakholz etc.) der Fall ist. 

Die Methode stimmt im Wesentlichen mit jenen überein, 
welche für die Herstellung von Knochen- und Zahnschliffen 
verwendet wird. Sie lässt sich mit Vortheil auch auf manche 
schneidbaren Pflanzentheile (z. B. Lärchenholz) anwenden. Man 
erhält so Präparate von überraschender Zartheit, welche in 
manchen Fällen die durch die Schnittmethode erzielten über- 
ragen und zum Studium der Histologie der betreffenden Gewebe 
ganz besonders geeignet sind. Der Vortragende demonstrirte 
zum Schlüsse eine Reihe derartiger Schliffpräparate. 

Herr Dr. Emil v. Marenz eller hielt einen Vortrag über 
den im Entstehen begriffenen wissenschaftlichen Club in Wien," 
dessen Aufgaben und Ziele beleuchtend, und ersuchte die An- 
wesenden für denselben in ihren Kreisen zu wirken. 



Dr. Wilb. Rosen hu uer. 



19 



Herr Custos A. Rogenhoi'er legte das von dem entomo- 
logisehen Vereine in Berlin zu Ehren des fünfundzwanzigjährigen 
Bestehens unserer Gesellschaft herausgegebene „Entomologische 
Inhalts-Verzeichniss zu den Verhandlungen der k. k. zoologisch- 
botanischen Gesellschaft in Wien, Jahrgang I — XXV" vor. 



Coleopteren- Verkauf. 



Meine sehr werthvollen und ausserordentlich zahlreichen Doubletten 
europäischer Käfer, wie solche wohl sonst Niemand besitzt, wünsche ich im 
Ganzen zu verkaufen. Dieselben wurden im Verlauf von vierzig Jahren theils 
durch mich selbst gesammelt, theils von vielen anerkannten Entomologen ein- 
getauscht, sind richtig bestimmt, rein gehalten und frei von Schimmel und 
Raubinsecten. Sie stammen aus fast allen Ländern Europas, namentlich aus 
Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Russland, Griechenland, Italien, Sardinien, 
Corsika, Frankreich, Spanien und Portugal. Es mag deren Zahl sich auf mehr 
als eine halbe Million belaufen, wovon sicher der dritte Theil zu sehr begehrten 
Arten gehört, und sind dieselben in zweiundsiebzig grossen Doppelkästen von 
Holz enthalten. Auch zwei Kästen mit exotischen Arten sollen dazu gegeben 
werden. 

Genannte Doubletten könnten nach meiner Ansicht auf dreierlei Weise 
gut verwerthet werden, und zwar: 1. wenn einige Naturforscher, obgleich schon 
im Besitze von nicht unbedeutenden Sammlungen dadurch diese vergrösserten 
und verbesserten, und den Rest zum Tausch verwendeten, 2. wenn Jemand sie 
in Loose vertheilte und auf diese Weise verkaufte, und 3. wenn ein Mann sie 
als sichere Rente erwerben wollte, um davon zu verkaufen und mit den 
zahlreichen Doubletten einzelner Arten zu tauschen. 

Einen Katalog darüber herzustellen bin ich nicht in der Lage. Kauf- 
lustige müssten die Sammlung persönlich einsehen. 

Erlangen, im Februar 1876. 

Dr. Wilh. Rosenhauer, 

Uiiiversitäts-Profe8.sor. 



c* 



20 



Jahres-Versammlung am 5. April 1876. 



Jahres- Versammlung am 5. April 1876. 

Vorsitzender: Herr Präsident-Stellvertreter JuL Freiherr 
v. Schröckinger-Neudenberg. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Hibsch Josef Emanuel, Assistent an der 

k. k. technischen Hochschule in Wien . . Prof. Kraft, Prof. Kornhuber. 
End eres Dr. Ritter Carl v., VIII. Floriani- 

gasse 46, Wien A. Rogenhofer, A. v. Pelzeln. 

Enderes Aylaja v., Wien Die Direction. 

Pierschke Heinrich, IX. Nussdorferstrasse 

66, Wien Prof. Mik, Prof. Kolazy. 

Rock Wilhelm Carl, Wien Dr. N. Kraus, Dr.v.Marenzeller. 

Stöger Franz, Lehrer in Mauer bei Wien . F. Bartsch, A. Rogenhofer. 



Staats~Unter-Realschule,V.Rampersdorfgasse20, 
Wien. 



Eingesendete Naturalien : 

1 Centurie Lepidopteren von Herrn J. Dorfinger in Wien. • 

6 Centurien Lepidopteren von Herrn W. Sigmund in Reichenberg. 

2 Centurien Coleopteren von Herrn Custos Th. Fuchs. 



Bericht des Präsidenten-Stellvertreters Freiuerrii Julius v. Schröckinger- 
Neudenberg. 

Meine Herren! 

In Verhinderung Sr. Durchlaucht unseres hochverehrten Herrn Präsi- 
denten wird mir die Ehre zu Theil, die heutige Jahressitzung mit der Versiche- 
rung einzuleiten, dass auch das abgelaufene fünfundzwanzigste Jahr des Bestandes 
unserer Gesellschaft der Prosperität derselben keinen Abbruch gethan hat. 



Schröckinge r-Ne u denb erg. 



21 



Hierüber werden ihnen die Berichte der Herren Secretäre und des Herrn 
Rechnungsführers die thatsächlichen Belege liefern. 

Es hat zwar in der Zahl sowohl der inländischen als ausländischen Mit- 
glieder abermals eine kleine Verminderung gegen das Vorjahr stattgefunden, 
allein dieselbe beruht nur auf einer gründlichen Depurirung und kommt jetzt 
dem realen Bestände näher, während wir früher viele Mitglieder, welche theils, 
besonders im Auslande, ohne dass wir es wussten, mit Tod abgegangen waren, 
oder solche, welche sich schon länger passiv verhalten hatten, durch Jahre noch 
als active Genossen in unseren Listen fortgeführt haben, was nun fürder ver- 
mieden werden soll. 

Auch im Jahre 1875 sind viele unserer Genossen aus dem Leben ge- 
schieden u. z. Dr. Bartling in Göttingen, Balsamo Crivelli in Pavia, M. Ch. 
Desmoulins in Bordeaux, Director J. E. Gray in London, Dr. Hopfen in 
Berlin, John Nietner in Ceylon, Dr. Rolli in Rom, Gustav Thuret in Antibes, 
Camil van Volxem in Brüssel, Freiherr Dr. Leonhardi in Prag, Dr. KHz 
in Wr.-Neustadt, Wenzel Sekera in Münchengräz, Josef Türk in Wien, der 
Abt Steiringer des Stiftes Zwettl, Dr. Tobiasch in Purkersdorf, Dr. Laviz- 
zari in Mendrisio, Dotzauer in Hamburg, Dr. Hensche in Königsberg, Dr. 
Ott in Prag, welchen wir hiemit ein freundliches und bedauerndes Memento 
widmen wollen. 

Der Band unserer Schriften für 1875 steht an Gehalt und Reichhaltigkeit 
gegen die früheren Bände nicht zurück und somit dürfte unsere Gesellschaft 
das fünfundzwanzigste Jahr ihres Bestehens wohl in solcher Weise beschlossen 
haben, dass dieselbe berechtigt erscheint, diesen bedeutenden Moment in be- 
sonders feierlicher Weise zu begehen. Dies soll in der Festversammlung am 8. April 
geschehen, welche im grossen Saale der kaiserl. Akademie der Wissenschaften 
um 12 Uhr Mittags, stattfinden wird und zu deren zahlreichem Besuche ich 
diese hochansehnliche Versammlung einzuladen mir erlaube. 

Die Gesellschaft glaubt erwarten zu dürfen, dass nicht nur unsere Mit- 
glieder, sondern überhaupt auch nicht besonders eingeladene Freunde der Natur- 
wissenschaften an dieser Jubelfeier sich betheiligen werden. 



Bericht des Secretärs Herrn Custos A. Rog;enhofer. 

Auch heuer tritt die Pflicht an mich heran, über den Inhalt des fünf- 
undzwanzigsten Bandes zu berichten, dessen Umfang (116 Druckbogen) nicht nur 
manchen seiner Vorgänger übertrifft, sondern auch durch die Zahl und den 
Werth der Aufsätze kaum den früheren nachsteht; er weist 36 Abhandlungen 
mit 17 Tafeln auf. Die Betheiligung nachbarlicher Gelehrter an den Arbeiten 
unserer Landsleute, zeigt von dem unverminderten Interesse auswärtiger Fach- 
genossen an den Bestrebungen unserer Gesellschaft; die Namen: Arnold, 
Bergh, H. Hoffmann, Kuhn, Reuter, Staudinger, B. Thümeu und 



22 



Jahres-Versammlung am 5. April 1876. 



Zell er bürgen für den wissenschaftlichen Werth des Gebotenen. Was wir im 
abgewichenen Jahre Aussergewöhnliches geleistet, wird an anderer Stelle des 
Ausführlichen erwähnt werden. 

Dass die Verkehrsanstalten, durch die Ungunst der Zeit zur grössten 
Sparsamkeit gezwungen, nicht den Ansuchen der Mitglieder in früherem Aus- 
masse entsprechen konnten, lag gewiss nicht in den erhöhten Ansprüchen von 
Seite unserer Gesellschaft. Reisen durch Fahrpreis-Ermässigung ermöglichten 
nachstehende Bahnen: 

die k. k. priv. Kaiserin Elisabeth-Bahn: Herrn F. Mik die Fahrt von Wien 
nach Salzburg und zurück; Herrn F. Kowarz von Budweis nach Salz- 
burg und zurück; 

die Kaiser Franz-Josef-Bahn : Herrn F. Kowarz die Fahrt von Eger-Budweis 
und zurück: 

die priv. Theissbahn: Herrn F. Maly die Fahrt von Czegled bis Grosswardein 
und zurück; 

die Erste Siebenbürgei-Bahn: Herrn F. Maly die Fahrt von Grosswardein bis 

Kis Kapus und zurück; 
die k. k. priv. Donau Dampfschifffahrts- Gesellschaft: Herrn K. Stoitzner die 

Fahrt von Wieu bis Orsowa, 
wofür den Gesellschaften hiemit der gebührende Dank öffentlich ausgedrückt wird. 



Bericht des Secretärs Herrn Dr. Einil von Marenzeller. 

Meine Herren! 

Wenn der letzte Tag der Arbeitswoche zur Eüste geht, stellen die Arbeiter 
ihre Werkzeuge zusammen, blicken auf zu dem geförderten Werke, und jedes 
Antlitz sagt: Morgen ist Feiertag. An jenem Tage wo wir Rechenschaft geben 
sollen, über das Wirken während eines Arbeitsjahres erfüllt uns eine ähnliche 
Stimmung, aber heute werden wir nachhaltiger davon ergriffen, denn je zuvor. 
Wissen wir ja Alle, dass unser Werk fünfundzwanzig Jahre zählt! Doch ich 
will nicht den Ereignissen vorgreifen. Nur wenige Tage trennen uns von dem 
Augenblicke, wo Ihnen ein ganzes Bild der Wirksamkeit unserer Gesellschaft 
vorgeführt werden soll. Ein Gemälde, das auf Aehnlichkeit Anspruch macht, 
bedarf vieler treuer Pinselstriche, die jedem Zuge gerecht werden. Einen 
solchen Zug soll ich Ihnen darstellen; meine Aufgabe besteht nur darin, aus 
dem fünfundzwanzigjährigen Leben und Wirken unserer Gesellschaft ein ein- 
ziges Jahr herauszugreifen. Ein Jahr! Eine kurze Spanne Zeit und doch so 
unendlich reich an bewegenden Gedanken, an fruchtbringendem Thun. Unsere 
Wissenschaft ist nicht mehr das ängstlich gehütete Kind der Laune Einzelner, 
der Arbeitende steht nicht mehr auf einem Isolirschcmmel. Die Wissenschaft 
ist zu einem wohl ineinandergreifenden Mechanismus geworden, mit immer 



Emil v . M n r e D z e 1 1 e r. 



23 



deutlicherer Arbeitstheilung. Dem entsprechen auch die Erfolge. Gegen die selten 
werdende geistige Handarbeit, wenn ich mich so ausdrücken darf, das ist die den 
Fortschritt unberücksichtigt lassende Art des Arbeitens, haben wir vollendetere, 
reichlichere Producte eingetauscht. Unsere Tage haben aber noch einen andern 
charakteristischen Zug erzeugt. In früheren Zeiten trat die Persönlichkeit des 
Arbeitenden mehr in den Vordergrund als heute. Eine Art egoistische Regung, 
der Drang eine Vorliebe zu befriedigen, waltete vor. Nur zu häufig ward über 
die eigene Person, das Ziel, das grosse Ganze vergessen. Heute ist dies anders. 
In dem gewaltigen Heere wissenschaftlich Leistender fällt es nicht auf, ob der 
Eine oder Andere um eine Kopfeslänge vorrage. Man lernt einsehen, dass es 
ein ohnmächtiges Ringen für den Einzelnen geworden, sich vornean zu stellen, 
er sei denn ein gottbegnadeter Genius. — In demselben Masse aber als 
persönliche Gefühle und Persönlichkeiten weniger zur Geltung gelangen können 
als einst, wird das Handeln an sich freier. Wir huldigen einzig und allein 
einem ethischen Principe, der Erkenntniss der Wahrheit. Diesem ordnen wir 
uns willig unter; die Möglichkeit eines Zwanges, einer Sklaverei der Thaten 
ist aufgehoben. 

Wo, meine Herren, sehen Sie diese Anschauungen lebendiger, blendender 
verkörpert als in den freiwilligen Associationen unserer Tage, deren eine 
unsere k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft ist. Materiellen Lohn gibt es 
keinen, es ist das Gefühl, beigetragen zu haben zur Förderung des grossen 
Zieles, welches einzig und allein alle Jene beseelen musste, die ohne Wider- 
spruch, frei bestimmt ihre Zeit, ihre Mühe opfern. Ich glaube es dem Andenken 
aller Männer, welche mitgearbeitet haben an dem Baue, dessen fünfundzwanzig- 
jährigen Bestand Avir bald feiern, schuldig zu sein, der Beurtheilung ihres 
Wirkens einen Staudpunkt zu weisen, welcher weit hinausragt über gedanken- 
lose Geringschätzung. Und darum habe ich mir auch erlaubt, die während eines 
Jahres auf dem mir zugewiesenen Felde der Berichterstattung ausgeübte Thätig- 
keit zu verallgemeinern. 

Und nun noch einen Blick in die Zukunft. Lassen sie uns durchdrungen 
sein von dem Zuge, der auf allen Gebieten des menschlichen Wissens vor- 
herrscht und so schön und kurz in den Worten unseres Dichters ausgedrückt 
ist: Nie ermüdet stille stehen! In diesem ewigen Fortschritte liegt zwar das 
Ueberflügielu der Gesamm' kistungen einer Generation durch die folgende, 
doch birgt dies nichts Entinuthigendes : Multum adhuc restat operis multumque 
restabit nec ulli nata post mille saecula praecludetur öccasio aliquid adhuc ad- 
jiciendi. (Seneca.) 

Zoologische Objecte wurden in dem verflossenen Vereinsjahre gespendet 
von den Herren: Hanf, Kaufmann, Kolazy, v. Letocha, Mann, Rogen- 
hof er, Sperlich, Voss, v. Zimmermann; botanische Objecte von den 
Herren: Arnold, Breidler, Dr. v. Marchesetti, Dr. Ressmann, Freiherrn 
v. Thümen. 

Es unterzogen sich der Mühe, die Sammlungen in Stand zu erhalten mit 
dankenswerther Bereitwilligkeit die Herren: Aust, Barbieux, Burgerstein, 



24 



Jahres-Versammlung am 5. April 187(5. 



Dr. Halacsy, Kaufmann, Kolazy, v. Letocha, Mik, Müh lieh, Müllner, 
Pfihoda, Rogenhofer, Stoitzner. 

Herr Ausschussrath J. Kolazy war unermüdlich thätig, die zahlreich 
eingelaufenen Gesuche von Lehranstalten um naturhistorische Lehrmittel zu 
erledigen. Von diesem segensreichen Wirken mag die folgende von ihm freund- 
lichst verfasste statistische Tabelle Zeugniss abgeben. 



Ausweis 

über die ßetheilnng; der Lehranstalten mit Naturalien. 



Im Jahre 1875 wurden 26 Lehranstalten mit 480 Wirbelthieren, 5957 In- 
secten, 3527 Conchylien, 267 Weich-, Strahl-, Krebs- und Eingeweidethieren 
und 4371 Pflanzen, im Ganzen mit 14.602 naturhistorischen Objecten betheilt. 















Weich-, 








Ausge- 


Wirbel- 






Strahl-, 




tri 


Name der Lehranstalt 


stopfte 
Wirbel- 


thiere 
in Wein- 


Insecten 


Conchy- 
lien 


Krebs - 
u. Ein- 


Pflan- 
zen 


OD 
© 




thiere 


geist 






geweide- 
Thiere 


















1 


Graz: II. k. k. Gymnasium 








_ 


_ 




2 


Karoliuenthal: deutsche k. k. Real- 


















4 


43 


4J2 


184 


44 




3 


Ivuttenberg: k. k. Oberrealschule . 






313 




_ 




4 


Prag: II. deutsche k. k. Realschule 


5 


41 


4<i2 


190 


36 


3fi5 


5 


„ II. böhmisches k. k. Real- 






















489 


242 


6 


360 


6 


Teschen: k. k. Oberrealschule . . 








8 


11 




7 


Brun eck: k. k. Unterrealschule . . 




46 






36 


- 


8 


Strassnitz: k. k. Untergymnusium 










13 




9 


Wien: k. k. Unterrealschule, II. Be- 
















zirk, Glockengasse 2 . . . 
Pfibram: Lehrerbildungsanstalt 


7 


22 


424 


156 


15 


190 


10 






435 


285 


- 


315 


11 




13 












12 


C z a s 1 a u : Bürger- und Gewerbe- 




















40 


355 


265 


7 


330 


13 


Karolinenthal: deutsche Bürger- 


















10 


25 


274 


120 


21 


125 


14 








417 


234 


5 


280 


15 


Klobouk Wal.: Bürgerschule . . 






242 


184 


2 


:'>00 


16 


Trüb au Böhm.: Bürgerschule . . 






266 


196 


2 


290 


17 


W i s c h a u : Bürgerschule .... 






422 


205 


5 


215 


18 


Hofic (Böhmen): Volksschule . . . 






203 


128 


2* 


200 


19 


Krakauebene bei Murau in Ober- 
















steyer: Volksschule: . . . 












206 


20 


Weidlingbach: Volksschule . . 


5 




257 


195 


2 


145 


21 




5 


— 


362 


198 


1 


280 


22 


Wien: Volksschule, II. Bez. Rafael- 


















12 


46 


219 


182 


6 


440 


23 


Volksschule, II. Bezirk Win- 


















3 


57 






12 


280 


24 


„ Volksschule, IX. Bez. Liech- 
















tensteinstrasse 137 .... 




36 




274 


6 




25 


„ Volksschule, IX. Bez. Lich- 


















12 


35 










26 


Freudenthal (Schlesien): Kloster- 


















3 


10 


143 


15 


5 


50 


26 


Summa . 


79 


401 


5957 


3527 


267 


4371 



E m i 1 v. M a r e n z e 1 1 e r. 



25 



Ausserdem wurden an obbenannte Lehranstalten 48 Bände der Gesellschafts- 
schriften. 90 verschiedene Separata und gegen 200 mikroskopisch-photographische 
Abbildungen vertheilt. 

Ferner erhielt die Landes- Oberreal- und Maschinenschule in Wr. Neustadt 
3 Bände, 4 Einzelnhefte der Gesellschaftsschriften und mehrere Separata zum 
Geschenke. 

Herr Ausschussrath Franz Bartsch hatte die Güte, nunmehr definitiv 
das Amt des Bibliothekars zu übernehmen. In Gemeinschaft mit dem Bericht- 
erstatter wurden die mit der Neuaufstellung der periodischen Schriften nöthigen 
Arbeiten fortgesetzt und werden dieselben im Sommer dieses Jahres ihren 
Abschluss finden. Wenn auch während dieser Uebergangsperiode die Benützung 
der Bibliothek, wie begreiflich, vielfach erschwert wurde, so wird doch das 
Zweckmässige und Logische der neuen Aufstellung — Gruppirung der Zeit- 
schriften nach geographischem Principe — nachhaltig für ein vorübergebendes 
Unbehagen entschädigen. Die Sammlung selbstständiger Werke oder von Separat- 
abdrücken wurde grösstentheils durch Schenkungen der- äerren Autoren um 
63 Nummern vermehrt. 1 ) EXPERIMENT 

Dem Schriftentausche beigetreten sind: ~v 

Voralberger Museum-Verein in Bregenz. 

Societä adriatica di scienze naturali a Trieste.- 1 * ' - - 

Kais, botan. Garten in Petersburg. 

Socie'te ouralienne d'amateurs des sciences naturelles a Ekatherinenbourg. 
Societe botanique de Lyon. 
Verein für Naturkunde in Zwickau. 

Societe Khediviale de Geographie. / 
Societä malacozologica italiana. 
Ungarischer Karpathen-Verein. 
Societä toscana di scienze naturali. 

Societe' zoologique des Pays-Bas. • 
Sociedad mexicana de historia natural. 

Academia nacional de ciencias exactes en la Universidad de Cordova. 
„La Murithienne", Societe de Botanique en Valais. 
Akademischer naturwissenschaftlicher Verein in Graz. 



J ) Siud aufgeführt Bd. XXV. pag. 31—34 der Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B XXVI. Sitz.-Ber. 



D 



26 



Jahres-Veraammlung am 5. April 1876. 



Bericht des Rechnungsführers Herrn J. Juratzka. 

Einnahmen. 



Jahresbeiträge mit Einschluss der Eintrittstaxen und Mehrzahlungen 

von 332 fl. 2 kr fl. 2859.16 

Beiträge auf Lebensdauer „ 188.16 

Subventionen „ 2408.68 

Verkauf von Druckschriften und Druck-Ersätze „ 229.90 

Ersätze für abgegebene Naturalien „ 15. — 

Interessen für Werthpapiere und für die bei der Sparcassa hinter- 
legten Beträge „ 231.73 

Porto-Ersätze „ 42.20 

Für ein gezogenes Rudolfs-Loos „ 11.70 



Summa . fl. 5986.53 
daher mit Hinzurechnung des am Schlüsse des Jahres 1874 ver- 
bliebenen baaren Cassarestes von „ 4038.30 



Zusammen . fl. 10024.83 



Ausgaben. 



Besoldungen, Quatiergelder und Remunerationen . . fl. 720.— 

Neujahrsgelder „ 85.— 

Beleuchtung, Beheizung und Instandhaltung der Ge- 
sellschaftslocalitäten, dann der diesbezügliche Bei- 
trag für den Sitzungssaal „ 210.71 

Herausgabe der Druckschriften: 

a) für Druck fl. 3084.— 

b) „ Illustrationen „ 959.58 

c) „ Buchbinder-Arbeit „ 49.— „ 4092.58 

Bücher-Ankauf „ 18.— 

Buchbinder-Arbeit für die Bibliothek „ 150. — 

Erfordernisse für das Museum „ 141.75 

Kanzlei-Erfordernisse „ 113.12 

Porto-Auslagen ,. 84.11 

Stempelgebühren „ 37.27 



Summe . fl. 5652.54 

Von den am Schlüsse des Jahres 1874 vorhanden ge- 
wesenen Werthpapieren im Nominalwerthe von . fl. 1030;— 

(unter welchen sich auch 4 Rudolfs-Loose als Geschenk 
des Herrn M. Damianitsch zum Andenken an 
seinen verewigten Sohn Rudolf befanden) wurde 
ein Rudolfs-Loos Serie 2862 Nr. 22 gezogen, im 
Werthe von „ 10.— 



Es erübrigte sonach am Schlüsse des abgelaufenen 

Jahres ein Cassarest in Werthpapieren von . . fl. 1020. — und 4372.29 
im Baarem, welch' letzterer zum grössten Theil bei der ersten österreichischen 
Sparcasse hinterlegt war. 



J. J u vatzka. 



27 



Verzeichniss 

jener der Gesellschaft gewährten Subventionen, so wie der höheren und auf 
Lebensdauer eingezahlten Beiträge, welche in der Zeit vom 8. April 1875 
bis heute in Empfang gestellt wurden: 



a. Subventionen. 

Von Sr. k. k. Apost. Majestät dem Kaiser Franz Josef . . . . fl. 200.— 
„ Sr. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge und 

Kronprinzen Rudolf „ 80. — 

„ Ihren k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen 

Franz Carl „ 80.— 

Albrecht- „ 50.— 

Josef „ 50. — 

Ludwig Victor „ 20. — 

Von dem h. k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht ... » 315. — 

„ dem h. n. ö. Landtage „ 800.— 

„ dem lübl. Gemeinderathe der Stadt Wien „ 200. — 



b. Höhere Jahresbeiträge von 5 fl. aufwärts 
für das Jahr 1874. 

Lukatsy P. Thomas und Marcusen Prof., je fl. 5. — 

Marschall, Graf August „ 10.— 

Für das Jahr 1875. 

Colloredo-Mannsfeld, Fürst Josef, Durchlaucht fl. 100. — 

Sina Simon, Freiherr v., Excellenz . „ 25.— 

Schwarzenberg, Fürst Adolf, Durchlaucht „ 10.50 

Fenzl Dr. Eduard, Marschall Graf August, Förster Heinrich, 

hochw. Fürstbischof, je » . „ 10. — 

Gassner Theodor, Hochw., Schliephacke Dr. Karl, je ... „ 6. — 
Brunner von Wattenwyl, Damianitsch Martin, Fritsch 
Josef, Friwaldsky Joh. v., Gall Eduard, Gerlach Ben- 
jamin, Hochw., Haider Dr. Joh., Hoeme Alfons, Lukatsy 
P. Thomas, Maj er Mauritius, Hochw., MarcusenProf., Maren- 
zeller Dr. Emil, Mayer Dr. Gustav, Moe schier Heinrich, 
Porcius Florian, Rauscher Dr. Robert, Reisinger Ale- 
xander, Schieder ma yer Dr. Karl, Sommer Otto, Tief 

Wilhelm, Wagner Paul, je „ 5.— 

Für das Jahr 1876. 

Pelikan A. v fl. 10.— 

Heyden Lukas v „ 6.80 

Arnold Fr., Bartsch Franz, Doblhoff Josef, Freih. v., Erber 
Josef, Finger Jul., Fleischer Gottlieb, Förster J. B., 
Fuchs Theodor, Hartinger August, Hirner Josef, Kalch- 

D* 



28 



Jalires-Versaramlung am 5. April 1876- 



brenner Karl, Kaufmann Josef, Kolazy Josef, Koln- 
dorfer Josef, Leinweber Konrad, Letocha Anton v., 
Lindpointner Ant., Hochw., Por ci us Flor., Rauscher Dr. 
Robert, Reichard Dr. H. W., Ressmann Dr. F., Ronniger 
Ferd., Rosenthal R. v., Rupertsberger Mathias, Hochw., 
Schaub Robert Ritt, v., Schwab Adolf, Sohst C. G., 
Stadler Dr. Anton, Steindachne r Dr. Fr., Strauss Josef, 
Stur Dionis, Studniczka Carl, Tommasini Mutius R. v., 
Weis flog Eugen, Zell er Fritz, Zimmermann Dr. Heinr. 
Edl. v., je fl. 5 .— 

c. Beiträge auf Lebensdauer. 

Ball Valentin fl. 68.16 

Bergenstamm Jul. Edl. v., Beuthin Dr. Heinrich, je . . . „ 60. — 

Herr Secretär Custos A. Rogenhofer legt der Versamm- 
lung den eben vollendeten, Sr. kais. Hoheit dem Kronprinzen Rudolf 
gewidmeten fünfundzwanzigsten Band der Verhandlungen vor. 

Desgleichen die dem Protector der Gesellschaft, Sr. kais. 
Hoheit dem Erzherzog Rainer, gewidmete Festschrift zur Feier 
des fünfundzwanzigjährigen Bestehens der k. k. zool.-bot. Gesellschaft 
in Wien. Wien, 1867. Herausgegeben von der Gesellschaft. 

Sie ist ein Quartband von 320 Seiten Text mit 20 litograph. 
Tafeln und enthält folgende Abhandlungen: 

Die morphologische Bedeutung der Segmente, speciell des Hinterleibes bei 

den Orthopteren, von C. Brunner von Wattenwyl. (Mit drei Tafeln.) 
Die natürlichen Einrichtungen zum Schutze des Chlorophylls der lebenden 

Pflanze, von J. Wies n er. 
Ueber die malayische Säugethier-Fauna, von A. v. Pelz ein. (Mit einer Karte.) 
Ueber die Organisation und systematische Stellung der Gattung Seison Gr., 

von C. Claus. (Mit zwei Tafeln.) 
Beiträge zur Kenntniss der sogenannten falschen Chinarinden, von A. Vogl. 

(Mit einer Tafel.) 
Zur Teratologie der Ovula, von J. Pey ritsch. (Mit drei Tafeln.) 
Carl Clusius' Naturgeschichte der Schwämme Pannoniens, von H. W. Reichard t. 
Die Schutzmittel der Blüthen gegen unberufene Gäste, von A. Kern er. (Mit 

drei Tafeln.) 

Die Neuropteren Europas und insbesondere Oesterreichs mit Rücksicht auf ihre 
geographische Verbreitung, kritisch zusammengestellt von F. Brauer. 

Die Schlangen und Eidechsen der Galapagos-Inseln, von F. Steindachner. 
(Mit sieben Tafeln.) 



J. Jur a t «1 a. 



29 



Der Preis der Festschrift ist im Buchhandel 15 fl. Oe. W. 
= 30 Mark. Mitglieder erhalten jedoch dieselbe, soweit der 
geringe Vorrath reicht, zu bedeutend ermässigtem Preise. 

Es ist die Einrichtung getroffen, dass auch jede Abhand- 
lung einzeln bezogen werden kann. 

Herr Directof Dr. F. Steine! acli ner hat dem Redactions- 
comite der Festschrift am 6. März eine Abhandlung übergeben^ 
unter dem Titel: Die Schlangen und Eidechsen der Galapagos- 
Inseln. (Mit sieben Tafeln.) 



Herr Prof. Dr. H. W. Reich ar dt legt folgende zwei 
botanische Arbeiten vor: 

Lichenologische Ausflüge in Tirol XV. Gurgl, von F. Arnold in Eichstätt. 
(Siehe Abhandlungen.) 

Vergleichende Flora Wisconsins, von Th. B ruh in in Centreville. (Siehe Ab- 
handlungen.) 



Herr Gotrlieb Haberlandt erörterte die Winterverfärbung 
immergrüner Blätter. 



Zu Rechnungs- Revisoren wurden ernannt die Herren 
J. Fuchs und J. Kaufmann. 



30 



Fest- Versammlung am 8. April 1876 

zur 

Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestehens 

der 

k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft 

unter dem Vorsitze des Protectors, Sr. kaiserl. Hoheit des durchlauchtigsten 
Herrn Erzherzogs Rainer. 

Auf der Tribüne des festlich geschmückten grossen Sitzungs- 
saales der kais. Akademie der Wissenschaften, welchen dieselbe 
mit grosser Liberalität zu der Feier überlassen, hatten ße. kais. 
Hoheit der Protector, der Präsident Fürst Josef Colloredo- 
Mannsfeld, der Präsident- Stellvertreter Freiherr Julius von 
Sehr Öckinger-Ne udenberg , die Secretäre Custos Alois 
Rogenhofer und Dr. Emil v. Marenzeller Platz genommen. 
Rechts von der Tribüne befanden sich die Sitzreihen der Depu- 
tationen, links jene des fast vollständig erschienenen Ausschusses 
der Gesellschaft. Der Mittelraum war für die Ehrengäste reser- 
virt. Auf den dahinter ansteigenden Bänken hatten sich Mit- 
glieder und Freunde der Gesellschaft zahlreich eingefunden. 

Es beehrten das Fest mit ihrer Gegenwart die Herren *) : 
F. Antoine, A. Ritter von Arneth, Graf A. Attems, Dr. R. 
Benedikt, A. Freiherr von Burg, Freiherr H. von Doblboff- 
Dier, Dr. von Ender es, Bürgermeister Dr. C. Felder, Frei- 
herr von Friedenfels, J. Fuchs, Graf St. Genois, Freiherr 
Werner von Globig, Freiherr J. von Haerdtl, Freiherr A. von 
H eifert, Ph. Kanitz, J. Kerner, Dr. L. Ritter von Kochel, 
Dr. Lange von Burgen krön, Ober-Forstrath Ch. Lipp er t, 
Hofrath Dr. J. Lorenz, Prof. Dr. von Ludwig, Se. Excellenz 
der Ackerbauminister Hieronymus Graf zu Mannsfeld, Graf A. 
Marschall, Polizeipräsident W. Marx Ritter von Marxberg, 



Diese namentliche Anführung beschränkt sich nur auf die der Tribüne zunächst be- 
findlichen verehrten Anwesenden und kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Die 
Mitglieder des nahezu vollständig erschienenen Ausschusses der Gesellschaft sind weggelassen. 



Fest- Versammlung am 8, April 1S76. 



31 



Dr. A.Mayer, Prof. Dr. Th. Meynert, J. von Nahlik, Prof. 
Dr. M. von Neumayer, V. Prausek, Altgraf Hugo zu Salm, 
Dr. L. Schiestl, R. Schiffner, Prof. Dr. F. Simony, Dr. G. 
Stäche, Prof. Dr. J. Stefan, Dr. S. Wahrman, A. v. Wald- 
heim, Hofrath Zalersky, u. A. u. A. 

Wenige Minuten nach 12 Uhr geruhte Se. kaiserl. Hoheit 
die Sitzung durch den Präsidenten eröffnen zu lassen. 

Fürst Colloredo-Mannsfeld erhob sich von seinem Sitze 
und hielt die folgende Festrede: 

Hochgeehrte Versammlung! 

Vor Allem erlaube ich mir dieser hochansehnlichen Versammlung im 
Namen unserer Gesellschaft die freundlichste Begrüssung und den aufrichtigsten 
Dank für die so zahlreiche Betheiligung an diesem Jubelfeste zu entbieten. 

Mit gerechtem Stolze kann unsere Gesellschaft bei diesem feierlichen 
Anlasse auf die fünfundzwanzig Jahre ihres Bestehens und Wirkens zurück- 
blicken und es dürften die wenigen Männer, welche die Bildung dieses Vereines 
gerade am Schlüsse der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts ins Auge fassten, 
wohl kaum geahnt haben, welch' fruchtbares Samenkorn sie hiemit versenkten 
und wie üppig die Früchte desselben in verhältnissmässig kurzer Zeit sich 
entwickeln würden. Es sei mir gestattet auf dieses Entstehen, Wachsen und 
Gedeihen einen kurzen geschichtlichen Rückblick zu werfen. 

Es lässt sich nicht läugnen , dass seit dem eigentlichen Erwachen 
naturwissenschaftlicher Forschung auch in Oesterreich von einzelnen Männern 
Anerkennenswerthes geleistet wurde, doch kam es bei uns lange zu keinem 
gemeinschaftlichen Wirken. Die tristen politischen Verhältnisse in der ersten 
Hälfte unseres Säculums waren der Bildung von wissenschaftlichen Vereinen 
sehr wenig günstig, und es muss Wunder nehmen, dass im Jahre 1836 die 
Gründung der k. k. Gesellschaft der Aerzte in Wien gelingen konnte. 

Die Industrie-Ausstellung für Oesterreich im Jahre 1845, führte zwar zu 
neuen Anregungen und brachte auch am 8. November 1845 eine kleine Zahl 
von Jüngern der Naturwissenschaften zusammen, welche den Gedanken fasste 
einen naturwissenschaftlichen Verein zu gründen. Allein obwohl hiebei illustre 
Namen wie Haidinger, Baumgartner, Ettingshausen, Schrötter u. A. 
betheiligt waren, so kam es doch nur zu einem freien Verein von Freunden 
der Naturwissenschaften, ohne dass es gelungen wäre, denselben zu einer 
förmlichen Gesellschaft zu gestalten. 

Im Jahre 1846 erfolgte auf a. h. Befehl die Gründung der k. Akademie 
der Wissenschaften, 1849 jene der k. k. geologischen Reichsanstalt und obwohl 
diese beiden Anstalten mit grosser Munificenz ausgestattet, alsbald durch tüchtige 
Leistungen und Publicationen sich hervorthaten, waren sie doch Staatsanstalten 



32 



Fest- Versammlung 1 am 8. April JR7ü. 



und es wurde der Geist der freien Vereinigung insbesondere von jenen vermisst, 
welche nicht berufsmässig mit Zoologie und Botanik sich beschäftigten. 

Da waren es zwei Männer, welche in der für solche Massnahmen ungün- 
stigsten Zeit der Jahre 1849 und 1850 die Bildung eines freien Vereines für 
organische Naturwissenschaft in Angriff nahmen: Georg Frauenfeld und 
Rudolf Schiner, beide damals ohne hervorragende sociale Stellung, aber 
durchdrungen von glühendem Eifer für die Wissenschaft. 

Sie erliessen schriftliche Einladungen und wirkten mündlich in so nach- 
drücklicher Weise, dass schon am 9. April 1851 die constituirende Versammlung 
abgehalten und der Entwurf der provisorischen Statuten berathen und ange- 
nommen werden konnte. 

Der also constituirte zoologisch-botanische Verein verpflichtete 
sich in seinem Statut zur kräftigsten Hebung und Verbreitung zoologischer 
und botanischer Kenntnisse in ihrem ganzen Umfange unter vorzugsweiser 
Berücksichtigung der Fauna und Flora des Kaiserstaates Oesterreich und zur 
Vermittlung eines regen ideellen Verkehrs und Austausches in diesen Wissen- 
schaften mittelst periodischer Versammlungen und Publicationen. 

Die constituirende Versammlung schloss mit der Wahl Sr. Durchlaucht 
des Herrn Fürsten Richard Khevenhüller-Metsch als Präses, der Herren 
Dr. Eduard Fenzl und Jakob He ekel als Präses- Stellvertreter, Georg Frauen- 
feld als Secretär und Johann Ortmann als Rechnungsführer. 

In der Versammlung am 7. Mai 1851, konnte die Zahl der Mitglieder 
des Vereines bereits mit 105 bezeichnet werden, deren Namen wir bei dieser 
feierlichen Gelegenheit in unsern Schriften nochmals veröffentlichen werden, 
weil dieselben denn doch als Mitgründer unserer Vereinigung zu betrachten 
sind und der erste Band unserer Schriften, welcher diese Namen verzeichnet, 
bereits gänzlich vergriffen ist. Leider wurde die Zahl dieser Mitgründer durch 
die Zeit sehr gelichtet und nur einige Zwanzig zählen wir noch zu unseren 
Genossen, von welchen ich die hier Anwesenden insbesondere zu begrüssen 
mich beehre. 

Mit wahrem Stolze können Sie auf das Wachsen und Gedeihen des damals 
unter so bescheidenen Verhältnissen entstandenen Vereines sehen, welcher 1858 
durch den Titel: k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft, ausgezeichnet wurde, 
und jetzt so allgemeinen Ansehens sich erfreut. 

Die Zahl unserer Mitglieder, welche am Schlüsse des ersten Vereins- 
jahres nur 290 betrug, welche sämmtlich Inläuder waren, ist im Lauf der Jahre 
stetig gestiegen und betrug mit Schluss des Vorjahres 1532, worunter 529 
Ausländer sich befinden. Unsere Jahres-Einnahmen welche mit 1200 fl. begann, 
betrug im Vorjahre fast 6000 fl. und wir gelangten zu diesen Erfolgen nur 
durch unermüdlich angestrengtes Zusammenwirken im Beginne unserer Thätig- 
keit, welche uns allseitige Unterstützung brachte. Wir gemessen von Seite der 
hohen Landesvertretung für Nieder- Oesterreich die kostenlose Benützung eines 
Gesell schaftslocales für unsere Sammlungen und internen Zusammen- 



F.st-Versaramhing am 8. April 1876. 



33 



kunfte, wir erfreuen uns namhafter Subventionen Seitens des a. h. Hofes, des 
Landes und der Regierung, Sr. Majestät der Kaiser unser allergnädigster Herr 
und fast alle unsere durchlauchtigsten Erzherzoge geruhen unsere Schriften 
entgegen zu nehmen und ich ergreife mit Rührung diese feierliche Gelegenheit, 
um unsern tiefgefühlten Dank für die allerhöchsten, höchsten und hohen Aner- 
kennungen uud Unterstützungen öffentlich auszusprechen. Die zoologisch- 
botanische Gesellschaft glaubt aber ohne Selbsterhebung auch behaupten zu 
können, dass ihr diese Anerkennungen und Unterstützungen nicht unverdient 
zu Theil geworden sind. , 

Unsere periodischen Schriften bilden mit ihren fünfundzwanzig 
stattlichen und gehaltvollen Bänden einen reichen Schatz an zoologischen und 
botanischen Mittheilungen und Beiträgen und bilden mit den zweiundzwanzig 
Werken, welche unter unserer Aegide veröffentlicht wurden, bereits eine kleine 
naturwissenschaftliche Bibliothek. — Unsere zoologischen und botanischen 
Sammlungen, welche die Bestimmung haben den Grundstock für ein natur- 
historisches Museum des Landes Nieder-Oesterreich zu bilden, sind durch Natural- 
beiträge der Mitglieder in stetem Wachsen begriffen und die Gesellschaft war 
hierdurch in die Lage gesetzt, in den abgelaufenen fünfundzwanzig Jahren 
274 öffentliche Lehranstalten mit 190.881 zoologischen und botanischen Objecten 
für den naturwissenschaftlichen Unterricht zu betheilen und an dieselben 148 
Bände der Gesellschaftsschriften und 750 Separat-Abhandlungen mit nahezu 
fünftausend Abbildungen zu erfolgen, und wir glauben hiedurch den vom hohen 
Unterrichtsministerium in dieser Richtung gehegten Erwartungen entsprochen 
und die erhaltenen Subventionen äquivalirt zu haben. Wir zählen deshalb auch 
einundachtzig Lehranstalten zu unsern ständigen Mitgliedern und alljährlich 
treten, nach den Intentionen des hohen Unterrichtsministeriums, neue Mittel- 
schulen in unsern Verband. 

Die Gesellschaftsbibliothek zählt bereits achttausend Bände, 
worunter die seltensten und kostbarsten Werken aus den Gebieten der Zoologie 
und Botanik, alle durch Schenkungen von Mitgliedern und hohen Gönnern zu- 
sammen gebracht und von den Jüngern . der Wissenschaft zahlreich und eifrig 
benützt. 

Diese Bibliothek vermehrt sich fortwährend und namhaft durch den 
Schriftentausch mit 247 der angesehensten naturhistorischen Gesellschaften 
des In- und Auslandes, worin wir aber auch eine Anerkennung des Werthes 
unserer Publicationen zu finden glauben. 

Wiederholt wurden wir von hohen Centralstellen, und insbesondere vom 
hohen Ackerbau-Ministerio mit Abgabe von Gutachten in Anspruch ge- 
nommen, wir veranlassten über den Bestand und die Bekämpfung der Schädlinge 
für Land- und Forstwirthschaft wiederholt Publicationen, welche durch das 
hohe Ackerbau-Ministerio in den betheiligten Kreisen Verbreitung fanden, und 
so können wir auch Einwirkungen auf das praktische Leben und die Volks- 
wirtschaft für uns in Anspruch nehmen. 

Z. B. Oes B. XXVI. Sitz.-Ber. E 



34 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



Verdienst- und Fortschrittsmedaillen so wie Anerkennungs- 
Diplome wurden der Gesellschaft gelegentlich der Weltausstellungen in London 
Paris und Wien und bei andern Ausstellungen zu Theil, an welchen wir uns 
durch Exposition unserer Publicationen und von Tableaux betheiligten. 

Auch durch die Festschrift, welche wir aus dem heutigen festlichen 
Anlasse zu publiciren uns veranlasst fanden, glauben wir, abgesehen von der 
Ausstattung, insbesondere durch die Gediegenheit der durchwegs von Mitgliedern 
der Gesellschaft herrührenden Aufsätze, dem In- und Auslande gegenüber unsere 
Leistungsfähigkeit auf naturwissenschaftlichem Gebiete in würdigster Weise 
vertreten zu haben. 

Ich glaube also nicht ungerechtfertigt ausgesprochen zu haben, dass 
unsere Gesellschaft sich allgemeiner Anerkennung und Schätzung erfreue, welche 
sie sich durch ihre Leistungen erworben hat. Aus unscheinbaren Anfängen 
entstanden, gelangten wir aber zu solchen Erfolgen nur durch das selbstlose 
und opferfreudige Zusammenwirken der einzelnen Gesellschaftsgenossen. Nicht 
Ehre noch ßeichthum sind für den Einzelnen bei uns zu gewinnen, jedes Glied 
opfert seine Zeit und Mühe den Zwecken der Gesellschaft nur eben der För- 
derung dieser Zwecke wegen. Der Vorstand und seine Stellvertreter, die beiden 
Secretäre, der Rechnungsführer und die sechsunddreissig Ausschussräthe, sie 
alle haben nur undotirte Ehrenämter und verwalten dieselben mit Eifer und 
Liebe und widmen sich den Interessen der Gesellschaft sowie jedes einfache 
Mitglied, deren viele freiwillig, ohne zu den statutenmässigen Functionären zu 
zählen, sich den Kanzleigeschäften, der Besorgung der Bibliothek, der Samm- 
lungen und der Vertheilung der Naturalien mit allem Eifer und Fleisse hingeben. 

Freilich leuchtete uns Allen in dieser Richtung das Beispiel unseres 
verewigten Secretärs, Georg Ritter von Frauenfeld vor, welcher durch seine 
rastlose Thätigkeit und unsagbare Aufopferung für die Gesellschaft nicht nur 
der Gründer sondern auch die fortwährende Triebfeder unserer Vereinigung 
war. Wenn irgend etwas die heutige Feier uns trüben könnte, wäre es nur der 
Gedanke, dass es diesem Manne nicht vergönnt war, an eben dieser Feier, auf 
welche er sich und mit Recht so sehr gefreut hat, noch Theil zu nehmen. Seiner 
möge also hier unsererseits mit allen Ehren und Verdiensten, welche er sich 
um uns erworben, feierlichst gedacht sein. Nach seinem Beispiele wollen wir, 
geehrte Gesellschaftsgenossen, stets vorgehen und wollen nicht nachlassen in 
der bisher bethätigten Opferwilligkeit für die Zwecke unserer wissenschaftlichen 
Vereinigung, denn nur so können wir hoffen und erwarten, dass wir wie bisher 
stetig und mit eben so glänzenden Erfolgen fortschreiten und von der Höhe, 
welche unsere Gesellschaft unter ihres Gleichen erreicht hat, nicht herabsteigen 
werden. 

Unseren Gönnern aber, vor Allen Sr. Majestät unserem allergnädigsten 
Kaiser und Herrn und den durchlauchtigsten Gliedern unserer erlauchten Dy- 
nastie, insbesondere auch Sr. kaiserl. Hoheit unserem erlauchten Herrn Protector 
Erzherzog Rainer, der hohen Regierung und Landesvertretung sage ich Namens 



Fest-Vorsummlunix ;nn 8. April 1 870. 



35 



der Gesellschaft nochmals ehrerbietigsten Dank für alle Gnade und Unter- 
stützung, welcher wir bislang in so reichem Masse uns zu erfreuen in der 
glücklichen Lage waren. 

Als der Präsident geendet, verliess derselbe die Tribüne 
und empfing am Fusse derselben die nunmehr vortretenden 
Deputationen, welche theils Adressen überreichten, theils kurze 
Ansprachen hielten. 



Herr Hofrath Director Dr. F. Ritter von Hauer im Namen 
der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

An die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft. 

Mit lebhafter Genugthuung überbringe ich zum heutigen Jubelfeste die 
collegialen Grüsse der k. k. geologischen Reichsanstalt an die k. k. zoologisch- 
botanische Gesellschaft. 

Sind ja doch Beide Zweige eines Stammes und so wie durch die Ge- 
schichte ihrer Entstehung auch innig verbunden durch gemeinsames Wirken 
auf parallelen Bahnen, und einig in dem Streben nach Erweiterung und Ver- 
breitung der Wissenschaft im Vaterlande. Mit gehobenen Gefühlen mögen Sie, 
hochgeehrte Herren, auf das zurückblicken, Avas die Gesellschaft im Verlaufe 
der fünfundzwanzig Jahre ihres Bestehens gewirkt und geschaffen hat. 

Mit unvergänglichen Schätzen, Ergebnissen fleissiger Beobachtung und 
Forschung, haben Sie die Wissenschaft bereichert, nach allen Richtungen hin 
haben Sie vor Allem die früher so lückenhafte Kenntniss der Thier- und Pflanzen- 
welt der heimatlichen Gebiete gefördert, und was ich wohl zuversichtlich als 
eine gleich wichtige Leistung bezeichnen darf, durch Ihr Zusammenwirken 
wurde die Pflege des Faches weit über die engen Grenzen des berufmässigen 
Zunftwesens hinaus in Kreise getragen, deren freiwillige Theilnahme an der 
Forschungsarbeit um so verdienstlicher und werthvoller ist, je weniger sie sich 
von dem reich pulsirenden Leben der gesammten gebildeten Gesellschaft ab- 
schliesst. 

Wohl verdient ist daher die reiche Anerkennung, die Ihnen heute von 
Nah und Fern dargebracht wird. Möge dieselbe Sie aufmuntern auch weiterhin 
den so rühmlich betretenen Pfad zu verfolgen und möge unter den vielen Be- 
weisen der Theilnahme, die Ihnen von allen Seiten zuströmen, auch der Glück- 
wunsch unserer geologischen Reichsaristalt freundlich von Ihnen entgegen 
genommen werden. 

Wien, 8. April 1876. 

Der Director der k. k. geologischen Reichsanstalt 
Fr. v. Hauer. 



36 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



Herr Hofrath Zalersky im Namen der Galizischen 
Landwirth schafts - Gesellschaft. 



Herr Hugo Altgraf Salm als Vertreter der k. k. Mährisch- 
Schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Acker- 
baues, der Natur- und Landeskunde. 



Herr Ministerialsecretär Dr. Emil Lange v. Burgenkron 
im Namen des Vereins für siebenbürgi sehe Landeskunde 
in Hermannstadt. 



Die k. k. Land wirthschafts-G esellschaft in Wien ver- 
treten durch die Herren Anton Graf Attems und Heinrich 
Freiherr v. Doblhoff. 

Hochanselmliche Schwestergesellschaft ! 

Den zahlreichen Gesellschaften und Vereinen, welche der hochansehnlichen 
Schwestergesellschaft zu deren heutigen Jubelfeier ihre Anerkennung und Glück- 
wünsche durch hochachtbare Deputationen aussprechen lassen, schliesst sich 
auch die k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft an, die älteste unter den Schwestern, 
welche dem Dienste der Wissenschaft sich gewidmet haben. 

Wenn die Anerkennung der Verdienste einer Gesellschaft eine genaue 
Würdigung ihrer Leistungen voraussetzt, und wenn diese um so höher anzu- 
schlagen sind, je tiefer sie in das praktische Leben eingreifen, so glaubt sich 
die k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft ganz vorzugsweise berufen, mit ihrem 
Urtheile hervorzutreten, denn ihr, welche mit der jüngeren Schwester dasselbe 
Dach theilt und durch viele Jahre desselben Präsidiums sich erfreut, war es 
beschieden, sie aus bescheidenen Anfängen entstehen und mit jener urwüchsigen 
Kraft, welche nur die begeisterte Liebe für die Wissenschaft verleiht, binnen 
kürzester Frist zu jenem Range aufsteigen zu sehen, den sie gegenwärtig unter 
den Vereinen des österreichischen Kaiserstaates unbestritten einnimmt. 

Die von uns heute gefeierte Gesellschaft hat die Pflege zweier Zweige 
der Naturwissenschaft sich zum Ziele gesetzt, welche eine der wichtigsten 
Grundlagen nicht blos für die Bodencultur und für eine grosse Zahl von Ge- 
werben bilden, sondern auch vorzugsweise geeignet sind, durch die Erkenntniss 
der Wunderwerke der Natur das Herz des Menschen zu veredeln und seinen 
Blick über das alltägliche Treiben nach Oben zu lenken. 

Dem so glücklich gewählten Ziele wurde aber auch eben so glücklich 
zugestrebt, indem, ausser der Veröffentlichung zahlreicher, einen bleibenden 



Fest- Versammlung am 8. April 1876. 



37 



Werth repräsentirenden Original - Arbeiten , insbesondere durch massenhafte 
Vertheilnng von Samminngen an die österreichischen Schulen, die Verbreitung 
naturhistorischen Wissens gefordert, und dieser so nützlichen Wissenschaft 
zahlreiche neue Jünger gewonnen wurden. 

Ganz besonders aber niu^s der Land- und Forstwirth der Jubilantin zu 
nie verlöschendem Danke sich verpflichtet fühlen; denn sie war unablässig 
bemüht, in der unabsehbaren Reihe der Thiergeschlechter die Feinde der 
Land- und Forstwirthschaft von deren Freunden zu scheiden, deren Lebens- 
weise zu erforschen, Mittel zur Vertilgung der ersteren, sowie zur Schonung 
und Hegung der letzteren aufzusuchen und diese Kenntniss in vortrefflichen 
populären Schriften zu verbreiten. Durch den weitreichenden Einfluss dieser 
speciellen Thätigkeit hat die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft ein Ver- 
dienst um die gesammte Bodenproduction erworben, dessen materieller Werth 
sich zu ungeahnten Summen erhebt. 

Die k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft hält sich daher für berufen und 
verpflichtet, im Namen der österreichischen Landwirthe laut zu verkünden, dass 
die Jubilantin in dem ersten Vierteljahrhundert ihres Bestehens das vorgesetzte 
schöne Ziel mit rastlosem Eifer, wissenschaftlicher Strenge und unausgesetzter 
Rücksichtsnahme auf das praktische Leben mit einer in unseren Zeiten seltenen 
Bescheidenheit verfolgt und die glücklichsten Resultate erreicht hat. 

Möge es unserer theueren Schwester beschieden seiD, noch viele solche 
Freudenfeste zu begehen, wie das heutige, zum Besten der Wissenschaft, zum 
Segen der Bodencultur und des Gewerbes, zum Wohle Oesterreichs, zur Freude 
ihrer älteren und als Vorbild ihrer jüngeren Schwestern! 

Wien, am 8. April 1876. 
Für die k. k. Landwirthschafts- Gesellschaft in Wien deren Deputirte: 
Anton Graf Attems. Heinrich Freiherr v. Do bl hoff. 



Die k. k. Gartenbau-Gesellschaft in Wien vertreten 
durch die Herren: Regierungsrath Prof. Dr. E. Fenzl, Josef 
Freiherr von Ha er dt], Prof. Dr. H. W. Reichard t. 

Löbliche kaiserlich königliche zoologisch-botanische Gesellschaft! 

Die Feier des fünfund zwanzig] ährigen Bestandes der geehrten k. k. 
zoologisch-botanischen Gesellschaft gibt der gefertigten k. k. Gartenbau-Gesell- 
schaft die angenehme Gelegenheit auch ihrerseits der warm empfundenen Theil- 
nahme für dieses Fest aufrichtigen Ausdruck zu leihen. 

Wenn die k. k. Gartenbau-Gesellschaft während ihres nahe vierzigjährigen 
Wirkens nur einen Zweig der Naturwissenschaften zur Förderung ihrer statu- 
tarischen Zwecke vorzugsweise im Auge behalten konnte, war es der k. k. 
zoologisch-botanischen Gesellschaft vergönnt in zwei Reichen der Natur, auf 



38 



Fest-Versammlung am 8. April 187«. 



rein wissenschaftlichem Boden erfolgreich thätig zu sein, und die k. k. Garten- 
bau-Gesellschaft kann diese erfreulichen Erfolge, deren so manche' auch der 
von uns vertretenen heimischen Horticultur zu Gute kamen, nur freudig und 
dankbar begrüssen, sowie diesem Grusse den Wunsch und die Ueberzeugung 
beifügen, dass die verehrte Schwestergesellschaft auch in ihren nächsten Perioden 
gleiche Verdienste und Erfolge wie die bisherigen aufweisen und die Pflege 
der Naturwissenschaften in den weitesten Kreisen verbreiten werde. 

Wien, den 8. April 1876. 

Für die k. k. Gartenbau- Gesellschaft 
der Präsident 
Freiherr von Suttner. 



Die Herren Prof. Dr. Th. Meynert und Dr. S. Wahr- 
mann für die k. k. Gesellschaft der Aerzte in Wien. 



Die k. k. geographische Gesellschaft in Wien ver- 
treten durch ihren Präsidenten Herrn Hofrath F. Ritter von 
Hochstetten, den Vicepräsidenten J. A. Freiherrn v. Helfert 
und die Herren Freiherr v. Friedenfels und Ph. Kanitz. 

Euer Durchlaucht! 
Hochgeehrter Präsident der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft! 

Am Abschlüsse eines Vierteljahrhunderts ehrenvoller, wissenschaftlicher 
Thätigkeit angelangt, begeht die zoologisch-botanische Gesellschaft heute den 
fünfundzwanzigjährigen Gedenktag ihrer Gründung. 

Einen so bedeutungsvollen und festlichen Moment im Leben und Wirken 
ihrer älteren Schwestergesellschaft, kann die k. k. geographische Gesellschaft 
in Wien nicht vorübergehen lassen, ohne ihr zur heutigen Festfeier die herz- 
lichsten Glückwünsche entgegen zu bringen. 

Mit innerer und vollberechtigter Genugthuung, mit freudigem Stolze darf 
die zoologisch-botanische Gesellschaft an diesem Festtage auf die damit abge- 
schlossene fünfundzwanzigjährige Epoche ihrer der Naturforschung gewidmeten 
Thätigkeit zurückblicken. 

Nicht nur im engeren Kreise ihrer zahlreichen Mitglieder, die sie sich 
erworben, — auch ausserhalb derselben, überall wo im engeren Heimatlande 
und in der Fremde, Freunde der Natur und ihres Studiums weilen, hat sie 
während dieser Zeitperiode im Interesse der Naturwissenschaft anregend und 
belebend auf deren Bestrebungen gewirkt und diese nach allen Richtungen 
hin gefördert. 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



39 



Ihrem ebenso unermüdlichen wie erfolggekrönten Wirken, ihren Leistungen 
in der naturhistorischen Forschung im Allgemeinen und ihren grossen Ver- 
diensten um die Pflege dieser Forschung im gemeinsamen Heimatreiche, geben 
die stattliche Reihe ihrer Publicationen ein beredtes und glänzendes Zeugniss. 

Als einer der ersten in Wien gegründeten wissenschaftlichen Vereine 
fallt ihr auch noch das Verdienst zu, den Anstoss zur Entstehung anderer 
wissenschaftlicher Gesellschaften gegeben zu haben, die ihrem Beispiele auf 
verwandten Wissensgebieten gefolgt sind. 

Durch die Solidarität des angestrebten Endzieles, die gegenseitige Unter- 
stützung erheischenden Bestrebungen und vielfache andere Beziehungen enge 
verbunden, nimmt die k. k. geographische Gesellschaft den lebhaftesten Antheil 
an dem Aufblühen und Gedeihen ihrer Schwestergesellschaft und ruft derselben 
an ihrem Ehren- und Festtage ein herzliches und freudiges 
Vivat, Floreat, Crescat 

zu. 

Wien, den 8. April 1876. 

Im Namen der k. k. geographischen Gesellschaft zu Wien 
der Präsident 
Dr. Ferdinand v. Hochstetter. 



Der Allgemeine österreichische A potheker- Verein 
in Wien vertreten durch den Vorstand Herrn R. »Schiffner 
und den Herren Dr. A. Schürer v. Waldheim und J. Fuchs. 



Der Verein zur Verbreitung natur wissen schaftlicher 
Kenntnisse in Wien vertreten durch den Präsidenten A. Frei- 
herrn v. Burg und Herrn J. v. Nahlik. 



Der Verein für Landeskunde von Nieder-Oester reich 
in Wien vertreten durch den Secretär Herrn Dr. A. Mayer. 

Wien, am 8. April 1876. 

An die löbliche k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 

Sehr geehrtes Präsidium! 

Der heutige Festtag, an welchem die k. k. zoologisch-botanische Gesell- 
schaft das Andenken an die vor fünfundzwanzig Jahren erfolgte Gründung feiert, 
bietet auch dem Ausschusse des Vereines für Landeskunde von Nieder- Oesterreich 



40 



Fest- Versanfml uns: am 8. April 1876. 



die schöiie Gelegenheit, sich Jenen anzureihen, welche der Gesellschaft ihre 
aufrichtigen Grüsse, ihre innigen Glückwünsche darbringen. 

An der Geschichte des Geisteslehens in Oesterreich haben die wissen- 
schaftlichen Vereine und Gesellschaften, wie sie namentlich seit dem fünften 
üecennium dieses Jahrhunderts entstanden sind, einen hervorragenden Antheil, 
sowohl durch ihre literarischen Leistungen, als auch durch ihre anregende 
Thätigkeit auf weitere Kreise und insbesonders jüngere Kräfte. 

Auf dem Gebiete der Zoologie und Botanik eine solche fruchtbare Thätig- 
keit entfaltet, Männer von bedeutendem Rufe und Ansehen in der gelehrten 
Welt zu regstem neidlosen Schaffen, hauptsächlich in der Erforschung der Orga- 
nismen in unserem Vaterlande geeinigt zu haben, ist nun das hervorragendste 
Verdienst der 1851 gegründeten zoologisch-botanischen Gesellschaft. 

In ihrer nunmehr langjährigen .ausgezeichneten Wirksamkeit hat sie sich 
aber auch um die Pflege der Naturwissenschaften in Oesterreich durch ihre 
bedeutenden im In- und Auslande hochgeschätzten Publicationen, welche wahre 
Fundgruben für den Forscher sind und den österreichischen Namen and Ruhm 
in weite Fernen getragen und ihm die vollste Würdigung errungen haben, 
überaus verdient gemacht und durch Unterstützung des naturwissenschaftlichen 
Anschauungsunterrichtes in den Schulen unseres Vaterlandes eine edle patriotische 
That stets bereitwilligst erfüllt. 

In freundschaftlichster Gesinnung ruft daher am heutigen Tage der 
Ausschuss des Vereins für Landeskunde von Nieder-Oesterreich der k. k. zoo- 
logisch-botanischen Gesellschaft zu: Sie möge in ihrem unermüdlichen Eifer 
für solch 1 edles, reiches Wirken nach jeder Richtung hin noch lange blühen 
und gedeihen zum Segen der Wissenschaft und zur Ehre Oesterreichs. 

Im Namen des Vereines für Landeskunde von Nieder-Oesterreich: 

Ernst Graf Hoyos-Sprinz enstein, 
Präsident. 

A. Mayer, Secretär. 



Die Anthropologische Gesellschaft in Wien ver- 
treten durch die Herren Prof. Dr. Th. Meynert und Dr. S. 
Wahrmann. 



Die chemisch-physikalische Gesellschaft in Wien 
vertreten durch die Herren Prof. Dr. E. Ludwig und Dr. R. 
Benedikt. 



Fest-Versammlnng am 8. April 187ß. 



11 



Der österreichische Touristen -Club in Wien ver- 
treten durch den Vorstand Dr. L. Schiestl. 



Der naturwissenschaftliche Verein in Wien ver- 
treten durch die Herren Dr. G. Stäche und Prof. Dr. M. 
v. Neumayer. 

An die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft. 

Durch das in der Entwicklungs-Geschichte des wissenschaftlichen Lebens 
in Oesterreich bedeutungsvolle Ereigniss der Feier des fünfundzwanzigjährigen 
Jubiläums der kaiserl. königl. zoologisch-botanischen Gesellschaft, fühlen sich 
insbesondere alle für das grosse Forschungsgebiet der Naturwissenschaften 
arbeitenden Vereine dazu angeregt, ihren lebhaften Antheil an dem heutigen 
Jubiläumsfeste zu bekunden. 

Der „naturwissenschaftliche Verein in Wien", einer der jüngsten Zweige 
des grossen triebkräftigen Baumes, welcher das vielgestaltige Vereinsleben in 
Oesterreich auf dem Gebiete der Pflege der Naturwissenschaften sinnbildlich 
darstellt, schliesst sich mit seinen herzlichen Glückwünschen den Begrüssungen 
an, durch welche mit gewichtiger Stimme die älteren wissenschaftlichen Corpo- 
rationen der jugendfrischen Jubilarin heute ihre Huldigung darbringen. 

Wohl drängt es auch uns, mit einzustimmen in die Anerkennung der 
durch die gefeierte Gesellschaft für den Fortschritt zweier grossen Wissens- 
zweige bisher geleisteten Arbeit und in die aufrichtige Freude an der hervor- 
ragend ehrenvollen Stellung, welche sie einnimmt im Inlande und Auslande; 
aber es gibt noch ein anderes Gefühl, welches zu Jbetonen uns nahe liegt. 

Der naturwissenschaftliche Verein, welcher den Zweck verfolgt, Interesse 
und Verständniss für die verschiedenen Gebiete der Naturwissenschaft zu ver- 
breiten, ist mit der (Zwei dieser Hauptgebiete direct und selbstthätig fördernden) 
zoologisch-botanischen Gesellschaft durch das Band collegialer Freundschaft in 
engerer Beziehung. 

Ausgezeichnete Mitglieder der Gesellschaft gehören auch unserem Vereine 
an und haben in dankenswerthester Weise für die Zwecke desselben mitgewirkt. 

Das Gefühl des Dankes und der erprobte Erfolg einmüthigen Zusammen- 
wirkens gibt dem naturwissenschaftlichen Verein daher ganz besonders Veran- 
lassung, hier den Werth hervorzuheben, welchen er auf das Fortbestehen und 
die Befestigung dieser freundschaftlichen Beziehungen legt. 

Derselbe schliesst seinen Festgruss mit dem Wunsch, dass die zwischen 
ihm und der kaiserl. königl. zoologisch -botanischen Gesellschaft bestehenden 
sympathischen Gefühle gegenseitiger freundschaftlicher Werthschätznng niemals 
Z. B. Ges. B. XXVI. Sitz.-Ber. F 



42 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



erlöschen und dass dieselben endlich alle Kreise umfassen möchten, die der 
Wissenschaft mit Ernst und Liebe dienen. 

Wien, 8. April 1876. 

Die Geschäftsleitung des naturwissenschaftlichen Vereines in Wien. 
Dr. Guido Stäche. Dr. M. Neumayer. 



Der akademische Verein der Naturhistoriker in 
Wien vertreten . durch die Herren Alfred Burgerstein und 
F. A. Nussbaumer. 

Hochgeehrter Herr Präsident! 

Die kaiserl. königl. zoologisch-botanische Gesellschaft begeht heute in 
festlicher Weise die Feier ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens. 

Ein Rückblick auf die stets sich steigernde wissenschaftliche Bethätigung 
der Gesellschaft während dieser fünfundzwanzig Jahren mag nicht nur die 
Gesellschaft selbst mit gerechtem Stolze über ihre Erfolge erfüllen, sondern 
ein jeder Freund der Wissenschaft sieht mit Freude und Bewunderung auf die 
Leistungen dieses vaterländischen Institutes. 

Die grosse Anzahl der in- und ausländischen Mitglieder der Gesellschaft, 
die Menge der Anstalten, welche mit derselben in Schriftentausch stehen, die 
stattliche Reihe der fünfundzwanzig Bände der Publicationen, das sind Zeugen, 
welche laut genug für die wissenschaftliche Bedeutung und theilweise geradezu 
bahnbrechenden Erfolge der Gesellschaft sprechen und die warme Anerkennung 
rechtfertigen, welche derselben von nah und fern entgegengebracht wird. 

Auch uns, die Jünger der schönen Wissenschaft drängt es, unseren 
freudigen Gefühlen Worte zu geben, und wünschen wir der Gesellschaft ein 
fortwährend glückliches Vorschreiten auf dem eingeschlagenen Wege. 

Ihnen aber hochgeehrter Präsident wünschen wir, dass Sie noch recht lange 
an den Erfolgen des von Ihnen geleiteten Institutes sich mögen erfreuen können. 

Wien, 8. April 1876. 

Im Auftrage des „akadem. Vereines der Naturhistoriker M 
Der Schriftführer: Der Präses: 

H. Vieltorf. F. A. Nussbaumer. 



Der ornithologische Verein in Wien vertreten durch 
die Herren Grafen St. Genois und Dr. En der es. 

Auch der jüngsten wissenschaftlichen Körperschaft Wiens, derjenigen 
Körperschaft, welche seit ihrer Constituirung noch nicht so viele Tage 



Fest-Versammlunp am 8. April 1876. 



43 



zählt, als die heute gefeierte kais. königl. zoologisch- botanische Gesellschaft 
Jahre, dem ornithologischen Vereine sei es gestattet, der älteren Schwester- 
anstalt zu ihrem heutigen Jubeltage durch uns, denen der ehrenvolle Auftrag 
hiezu ertheilt ward, seine besten und innigsten Glückwünsche darzubringen. — 

Möge die zoologisch-botanische Gesellschaft noch durch eine ungezählte 
Reihe von Jahren ihre ausgezeichnete Thätigkeit so wie bisher, zu Nutz und 
Frommen der Wissenschaft, zur besonderen Ehre unseres theueren 
Vaterlandes, — Oesterreichs, — fortsetzen! 

Sei es uns aber auch gestattet den Dank des ornithologischen Vereines 
für die collegiale Freundlichkeit auszusprechen, welche demselben bisher von 
der zoologisch botanischen Gesellschaft erwiesen wurde, und daran die Hoffnung 
zu knüpfen, dass diese Collegialität zur Zeit des nächsten Jubiläums 
der Gesellschaft, des fünfzigjährigen, welches gerade mit dem fünf- 
undzwanzigjährigen des ihr heute gratulirenden Kindes unter den wissen- 
schaftlichen Vereinen zusammenfallen wird, eine noch weit wärmere und 
engere sein werde. 



Das freie deutsche Hochstift für Wissenschaften, 
Künste und allgemeine Bildung in Frankfurt am Main 
hatte Herrn Hofrath Prof. Dr. F. Ritter v. Hochstetter delegirt, 
welcher die folgende Adresse vorlas und zum Schlüsse dem 
Präsidenten, Sr. Durchlaucht dem Fürsten Colloredo-Manns- 
feld, das Diplom als Ehrenmitglied und Meister des Hochstiftes 
einhändigte. 

Das Freie Deutsche Hochstift 

für 

Wissenschaften, Künste und allgemeine Bildung 
in Q-oetlie's Vaterriause 

beehrt sich, die 

k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien 

zur 

Feier Ihres fünfundzwanzigjährigen Bestandes 

in aufrichtigster Theilnatmie verehrungsvollst zu beglückwünschen. 

In dem reichen deutschen Veieinsleben tritt die regsame Thätigkeit und 
gediegene Fruchtbarkeit der Gesellschaften, welche die Kaiserstadt an der Donau 
schmücken, mit überstrahlendem Glänze hervor. Unter ihnen aber hat sich die 
k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft unter der Leitung ihres hochverdienten, 
hochfürstlichen Vorsitzenden in dem nunmehr abgelaufenen Vierteljahrhundert 
die allgemeinste Anerkennung in den weitesten Kreisen erworben! 

p* 



44 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



Nie werden die Genossen des Freien Deutschen Hochstiftes, welches die 
Stätte, an welcher Goethe's Wiege stand, in der alten Wahlstadt der Kaiser, 
zu seinem Sitze erkoren hat, aufhören, frei hinausblickend über räumliche Be- 
schränkungen und staatliche Abgränzungen, mit Stolz und Freude theilzunehmen 
an den edlen Früchten deutschen Fleisses, deutschen Ernstes, deutscher Gedie- 
genheit in allen Landen. 

Im Bewusstsein des hohen Berufes, welchen wir für den deutschen Geist 
— ubique terrarum! — im Kreise der gesammten Menschheit in Anspruch 
nehmen, erfreuen wir uns innigst aller zusammenwirkenden Einzelbestrebungen, 
aller engeren und weiteren Vereinsthätigkeiten, welche der Erfüllung dieses 
erhabenen Berufes dienen. 

Daher blicken wir heute mit lebhaftester Dankbarkeit auf die Fülle der 
Leistungen, durch welche die k. k. zoologisch- botanische Gesellschaft in Wien 
anregend, belehrend, veredelnd seit fünfundzwanzig Jahren sich Anerkennung 
und Euhm erworben hat und wünschen dieser preis würdigen Vereinigung ver- 
dienstvollster deutscher Männer aus aufrichtigem Herzen stetes, fröhliches Ge- 
deihen und immer neue gesegnete Wirksamkeit zu Ehren wahrhaft völkereinigender, 
menschheitbeglückender deutscher Wissenschaft. 

Verehrungsvollst 
die Verwaltung des Freien Deutschen Hochstiftes. 

G. H. Otto Volger. Dr. gen. Senckenberg, 
d. Z. Obmann. 

Dr. Adolf Petermann, M. F A. H. Joh. Schwarz, 
d. Z. Verwaltungsschreiber. Schriftführer. 



Nun nahm der Secretär Dr. Emil v. Mar enzeil er das 

Wort: 

Hochansehnliche Versammlung! 

Es ist unmöglich alle die Zuschriften und TeJegramme von Corporationen 
und Personen, mit welchen unsere Gesellschaft ausgezeichnet wurde, zur Kenntniss 
darzubringen. Wir erblicken in ihnen die wohlwollende Anerkennung unserer 
bisherigen Bestrebungen und einen neuen Impuls unseren Aufgaben auch in 
der Folge gerecht zu werden. Es möge mir gestattet sein, aus allen diesen so 
erfreulichen Beweisen der Theilnahme nur einige wenige herauszugreifen. 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



45 



Se. Excellenz der Unterrichts-Minister Dr. Carl v. Stremayr 
an den Präsidenten. 

Wien, am 7. April 1876. 

Euer Hochwohlgeboren! 

In Folge meiner Abreise nach Graz zur Schlusssitzung des steyer- 
märkischen Landtages ist es mir leider unmöglich an der schönen Festfeier 
des fünfundzwanzigjährigen Bestandes der k. k. zoologisch-botanischen Gesell- 
schaft in Wien, ebenso wie an dem aus diesem Anlasse stattfindenden Souper 
theilzunehmen. 

Ich bedaure diess umsomehr, als es gerade die zoologisch-botanische 
Gesellschaft ist, welche durch ihre erspriessliche Wirksamkeit, während eines 
Vierteljahrhunderts so Vieles auch zur Hebung des naturwissenschaftlichen 
Unterrichtes in unserem Vaterlande beigetragen hat. 

Empfangen, Euer Hochwohlgeboren, die Versicherung ausgezeichneter 
Hochachtung und wärmster Sympathie, welche ich diesem hochansehnlichen 
Vereine zolle und womit ich die Ehre habe zu verbleiben, 

Euer Hochwohlgeboren 

ergebenster 

Stremayr. 

Der Bürgermeister der Stadt Wien Dr. C. Felder an das 
Präsidium. 

Geehrtes Präsidium ! 

Arn 8. April d. J. feiert die zoologisch-botanische Gesellschaft das fünf- 
undzwanzigjährige Jubiläum ihres Bestandes. Seit Jahren dem Institute ange- 
hörend und dessen Arbeiten mit dem lebhaftesten Interesse folgend, sind mir 
auch dessen grosse Verdienste um die Förderung der Wissenschaft und dessen 
eifriges Bestreben die zoologischen und botanischen Lehrmittel der Schulen 
Wiens zu vermehren, wohlbekannt. 

Ich ergreife daher den gegenwärtigen Anlass mit aufrichtiger Freude, 
um nicht nur als Fachgenosse, sondern auch als Bürgermeister der Stadt Wien 
die Gesellschaft zu dieser Feier herzlich zu beglückwünschen. 

Mit grösster Hochachtung 

eines geehrten Präsidiums 

Wien, 4. April 1876. ergebener 

Dr. C. Felder. 

'An das gekehrte Präsidium der 
k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft. 



46 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



Der niederösterreichische Landesausschuss an die 
k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 

Der n. ö. Landesausschuss ergreift mit Vergnügen die Gelegenheit der 
Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestehens der k. k. zoologisch-botanischen 
Gesellschaft in Wien, um dem gedeihlichen Wirken derselben seine volle Aner- 
kennung kund zu geben und daran den Dank für jene Lehrmittel zu knüpfen, 
mit welchen dieselbe die verschiedenen Landes-Lehranstalten in Nieder-Oester- 
reich zu bereichern stets bemüht war. 

Die verehrte Gesellschaft kann mit Stolz auf die bisherigen Erfolge Ihres 
wissenschaftlichen Strebens zurückblicken, und der n. ö. Landesausschuss fühlt 
sich verpflichtet seine Hochachtung auszusprechen. 

Wien, am 6. April 1876. 

Der n. ö. Landesausschuss: 
Helferstorfer. Dr. Bauer. 

An die löbliche 
k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 



Die mathematisch-physische Classe der königl. 
sächs. Gesellschaft der Wissenschaften in Leipzig. 

An die zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 

Die mathematisch-physische Klasse der königl. sächs. Gesellschaft der 
Wissenschaften zu Leipzig fühlt sich gedrungen, der zoologisch-botanischen 
Gesellschaft zu Wien an dem Tage, an welchem dieselbe vor nunmehr fünf- 
undzwanzig Jahren ihre segensreiche Thätigkeit begann, ein Zeichen ihrer 
Verehrung und Anerkennung darzubringen. Was sie dazu berechtigt, ist nicht 
blos das allgemeine Gefühl der Theilnahme, das überall wachgerufen wird, wo 
der Einzelne für sich oder im Vereine mit Gleichgesinnten ein Menschen- 
alter hindurch seine Kraft einsetzt für höhere Zwecke, sondern auch die Ueber- 
zeugung von der Gemeinschaft der Interessen, welche die wissenschaftlichen 
Corporationen aller Zeiten und Länder mit einander vereinigt. 

Mit Genugthuung und Stolz können Sie auf die Erfolge zurückblicken, 
die Sie trotz aller Ungunst der Verhältnisse errungen haben. Sie haben mit 
Wort und Schrift dazu geholfen, den biologischen Wissenschaften in Ihrer 
Heimat eine Stätte zu bereiten, und weit über die Grenzen derselben hinaus 
Ihren Forschungen Achtung und Anerkennung zu verschaffen gewusst. 

Möge es Ihnen beschieden sein, den bisherigen Errungenschaften noch 
eine lange gleich rühmliche Zukunft hinzuzufügen. 

Leipzig, den 4. April 1876. 

Die mathematisch-physische Classe der königl. sächsischen Gesellschaft 
der Wissenschaften. 
Dr. W. Hankel, d. Z. Secretär. 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



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Hierauf verlas der Secretär noch die Namen sämmtlicher 
Corporationen, welche die hier folgenden Adressen oder Tele- 
gramme eingesandt hatten. 



L'Institut Egyptien in Alexandrien. 

Alexandrie, le 30 Mars 1876. 

Monsieur le Directeur! 

L'Institut Egyptien a recu Tinvitation que vous avez bien voulu lui 
envoyer pour prendre part au 25 e anniversaire de la fondation de votre Societe. 

Le temps et la distance ne nous permettent pas d'accepter cette invi- 
tation comme nous le de'sirerions, mais notre Compagnie n'en tient pas moins 
vivement ä vous envoyer a l'occasion de cette solennite' ses souhaits les plus 
sinceres, et ses vceux pour la continuation des bonnes relations qu'elle est 
heureuse d'entretenir avec votre Societe'. 

Agreez, Monsieur le Directeur, Fexpression de notre consideration la plus 
distinguee, 

Le President de Tlnstitut Egyptien, 
Colucci. 

A Monsieur le Directeur 
de la Societe I. et R. zoologique-botanique ä Vienne. 

Der botanische Verein der Provinz Brandenburg 
in Berlin. 

Der botanische Verein der Provinz Brandenburg entbietet der kaiserlich- 
königlichen österreichischen zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien zu 
ihrer funfundzwanzigj ährigen Jubelfeier Gruss und Glückwunsch. 

Es ist eine freie Association, die der anderen an einem Ehrentage naht 
und über verschieden gefärbte, aber den Flug der Geister nicht hemmende 
Grenzpfähle hinaus ihr die Hand reicht. 

Auf demselben, wenn auch enger umhegten Gebiete arbeitend, nach allen 
Eichtungen hin verwandte Zwecke verfolgend und seit einer nicht ungleichen 
Zahl von Jahren in Thätigkeit begriffen, tritt in uns das Gefühl der Zusammen- 
gehörigkeit mit dem ruhmreichen Naturforscherbunde Oesterreichs in diesem 
für letzteren wichtigen und weihevollen Augenblicke um so lebendiger zu Tage, 
als seit lange schon ein festgewobenes Band gegenseitiger Sympathie, nicht 
allein viele der Mitglieder, sondern die Vereine selbst aufs Engste mit einander 
verknüpft. 

An der Donau, wie an der Spree ein Geist der Forschungsfreudigkeit, 
ein die höchsten Zwecke der Menschheit fördernder Grundgedanke — wie könnte 



48 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



da, wo hüben und drüben erprobte und begabte Männer die Opferflamrae des 
Wissens auf benachbarten Altären nähren, diesem fremd bleiben was jene 
froh erregt? 

Möge es uns daher, werthe Männer und Collegen, fortan, wie bisher, 
vergönnt sein, dem von Ihnen gegebenen Beispiele einer glänzenden und erfolg- 
reichen wissenschaftlichen Thätigkeit neidlos, aber nicht unrühmlich nachzu- 
eifern; mögen die zwischen beiden Vereinigungen bestehenden Bande sich stets 
enger und herzlicher schlingen und möge — das erflehen wir vom Schicksal — 
vor Allem der Abschluss des ersten Vierteljahrhunderts für Sie nur die Bedeu- 
tung des Früblingstriebes eines jungen Lorbeerreisers haben! 

Mit diesen Empfindungen wiederholen wir nochmals unsere Gratulation 
und unterzeichnen im Namen des botanischen Vereins der Provinz Brandenburg. 

Der Vorstand 
A. Braun. C. Bolle. A. Garcke. Winkler. 
E. Loew. A. Treichel. 

Berlin, den 8. April 1876. 



Der entomologische Verein in Berlin. (Telegramm.) 

Berlin, den 8. April 1876. 
Der zoologisch-botanischen Gesellschaft, Akademie der Wissenschaften, Wien. 
Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum vom entomologischen Verein. 

Kraatz. 



Der n a tu r historische Verein der preussis chen Rhein- 
lande und Westphalens in Bonn. 

Bonn, den 7. April 1876. 

Der naturhistorische Verein der preussischen Rheinlande und Westphalens 
beehrt sich, der hochgeschätzten k. k. zoologisch -botanischen Gesellschaft in 
Wien die freundlichsten Grüsse zu ihrem fünfundzwanzigjährigen Stiftungsfest 
hiermit zu übersenden und zugleich die besten Wünsche für deren ferneres 
Blühen und Gedeihen auszusprechen. 

Der Vorstand des Naturhistorischen Vereins: 
H. von Dechen. Andrä, 

Die schlesische Gesellschaft für vaterländische 
Cultur in Breslau. 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



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Hochgeehrte Gesellschaft! 

Unter aufrichtigem Bedauern, von der uns zugekommenen gütigen Ein- 
ladung keinen Gebrauch machen zu können, erlauben wir uns schriftlich der 
hochgeehrten Gesellschaft unsere Glückwünsche darzubringen. 

Möge Sie wie bisher auf so ausgezeichnete und erfolgreiche Weise Ihre 
Thätigkeit entfalten und zu immer höherer Blüthe gelangen zu Ehr und Flor 
des engeren Vaterlandes und Bewunderung des Auslandes, welches schon längst 
gewöhnt ist, in der verehrten Gesellschaft eine der Hauptstützen der Natur- 
wissenschaften unserer Tage hochzuschätzen. 

Breslau, den 5. April 1876. 

Das Präsidium der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Göppert. v.Görtz. v. Uechtritz, Eutzen. Franck. 

An die kais. königl. 
zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 



Der Naturforschende Verein in Brünn. (Telegramm.) 

Brünn, 8. April 1876. 

K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft, Wien, Universitätsplatz 1. 

Ich bin vom naturforschenden Vereine beauftragt, dessen freudige Theil- 
nahme am heutigen Jubelfeste der hochgeehrten Gesellschaft, auf welche wir 
Oesterreicher alle mit Stolz blicken, und die herzlichsten Wünsche für ferneres 
Gedeihen darzubringen. Niessl. 



Die königlich ungarische naturwissenschaftliche 
Gesellschaft in Budapest. (Telegramm.) 

Budapest, 8. April 1876. 

K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 

Der kais. königl. zoologisch-botanischen Gesellschaft zur Feier ihres 
fünfundzwanzigjährigen Bestehens, beehre ich mich im Namen der königlich 
ungarischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft unsere besten Glückwünsche 
darzubringen. 

Durch die seit einem Vierteljahrhundert emsig und rastlos fortgeführten 
wissenschaftlichen Arbeiten, welchen auch die ungarische Naturforschung nicht 
wenige sehr werthvolle Beiträge zu danken hat, erzielte die zoologisch-botanische 
Gesellschaft wahrhaft glänzende Resultate, wofür ihr die Wissenschaft dankbare 
Anerkennung schuldet. Karl von Than, 

Präsident. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Sitz.-Ber. G 



50 



Fest- Versammlung am 8. April 1876. 



Der Verein für Naturkunde in Cassel. 
Hochverehrliche Direction der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft 
Der im Jahre 1836 durch Bunsen, Dunker, Philippi, Wöhler etc. 
gegründete Verein für Naturkunde zu Cassel, der es sich angelegen sein lässt 
auf dem von seinen Gründern bezeichneten Wege fortzuarbeiten, geniesst die 
hohe Ehre mit der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien im Schriften- 
tausch zu stehen. 

Derselbe verfehlt nicht, der k. k. Gesellschaft zum Jubeltage ihres fünf- 
undzwanzigjährigen Bestehens seine besten Wünsche darzubringen und der 
Erwartung Ausdruck zu geben, dass wie die seitherige Wirksamkeit derselben 
ein leuchtendes Vorbild auf dem Wege der Naturforschung war, sie dieses auch 
ferner sein und bleiben werde. 

Indem ich mir erlaube, an die hochverehrliche Direction die ergebenste 
Bitte zu richten, die Wünsche des hiesigen Vereins für Naturkunde, am Jubel- 
tage der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft zur Kenntniss zu bringen 

zeichnet hochachtungsvoll und ehrerbietigst 

Namens des Vereins für Naturkunde 
Cassel, am 2. April 1876. der Director 

Prof. Dr. H. Möhl. 



Die Natur fors eher- GeseJlsch aft in Dorpat. 

Dorpat, den 19./31. März 1876. 
An die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 
Der Dorpater Naturforscher- Gesellschaft wurde in der Sitzung vom 18./30. 
März Ihre freundliche Einladung zur Theilnahme an der Festfeier des 8. April c. 
vorgelegt. 

Wenn zu unserem Bedauern keines unserer Mitglieder um diese Zeit 
nach Wien delegirt werden kann, so wollte doch die Dorpater Naturforscher- 
Gesellschaft nicht versäumen, herzlichen Glückwunsch zum fünfundzwanzig- 
jährigen Jubelfeste schriftlich dem Wiener Schwestervereine darzubringen. 

Die Unterzeichneten sind beauftragt, diesem Festgrusse und dem Wunsche 
Ausdruck zu geben, dass es der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft ver- 
gönnt sein möge, noch lange erfolg- und segensreich zu wirken für den Fort- 
schritt der Naturwissenschaften , welchem Sie in den ersten fünfundzwanzig 
Jahren Ihres Bestehens in so ausgezeichneter Weise Ihre Kräfte gewidmet haben. 
Mit vorzüglichster Hochachtung haben wir die Ehre zu zeichnen als 
Einer k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft 
ergebene 
Präsident: Dr. K. E. v. Baer. 
Secretär: Dr. G. Dragendorff. 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



51 



Die Geologial Society in Edinburgh. 



Die phy sik alisch-medicinis che Societät in Erlangen. 

Der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft bringt zum fünfundzwanzig- 
jährigen Jubelfeste die aufrichtigsten Glückwünsche dar 

Namens der Erlanger Physik.-Med. Societät 
Erlangen, 6. April 1876. der I. Secretär: 

Prof. Dr. M. Reess. 
c. M. der k. k. zool.-bot. Ges. 



Die Senckenb ergische naturforschende Gesellschaft 
in Frankfurt a. M. 

Frankfurt a. M., den 1. April 1876. 
Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft an die k. k. zoologisch-botanische 

Gesellschaft in Wien. 

Wir beehren uns der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien 
zu deren fünfundzwanzigjährigem Stiftungsfeste unsere besten Glückwünsche 
darzubringen. Wir bedauern, dass Zeit und Ort es uns nicht erlauben, einen 
besonderen Vertreter zu senden, der in beredterer Weise, als diese Zeilen es 
vermögen, den Gefühlen der Hochachtung und Freundschaft Ausdruck verleihen 
könnte, die wir für die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft hegen. 

Indem wir die freudige Hoffnung aussprechen, dass die k. k. zoologisch- 
botanische Gesellschaft weiterhin wachsen, blühen und gedeihen möge, dass sie 
noch lange ihre segensreiche Wirksamkeit entfalten und wie bisher die Wissen- 
schaft fördern und vermehren möge, zeichnen wir mit dem Ausdruck ganz 
besonderer Hochachtung 

Im Namen der Direction der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft 
der d. Z. correspondirende Secretär 
Dr. Ernst Blumenthal. 



Deutsch-Österreichischer Alpenverein in Frank- 
furt a. M. (Telegramm.) 

Frankfurt a. M., 8. April 1876. 
Zoologisch-botanische Gesellschaft, Wien. 
Der Centralausschuss des d^utschin und österreichischen Alpenvereins 
bringt der Gesellschaft zur Feier ihres fünfundzwanzigjährigen Bestandes seine 
besten Glückwünsche dar. Petersen. 

G* 



52 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



Die Naturforschende Gesellschaft in Freiburg. 
(Telegramm.) 

Freiburg (Baden), 8. April 1876. 

Zoologisch-botanische Gesellschaft, Wien. 

Herzlichen Glückwunsch zum frohen Feste. 

Professor Claus, Präsident, Professor Kiepert, Secretär, 
der naturforschenden Gesellschaft in Freiburg. 



Der Verein für Naturkunde in Fulda. 
Sehr geehrte Herren! 

Indem wir den Empfang Ihrer freundlichen Einladung zu dem bevor- 
stehenden fünfundzwanzigjährigen Stiftungsfest Ihres Vereins mit bestem Dank 
anzeigen, wollen wir nicht unterlassen Ihnen zu dieser erfreulichen Feier unsern 
herzlichen Glückwunsch darzubringen. Die weite Entfernung macht eine andere 
als schriftliche Gratulation leider unmöglich. 

Ausser dem Glückwunsch sei Ihnen bei dieser Gelegenheit wiederholt 
unser bester Dank ausgesprochen für die reichen literarischen Zusendungen, 
womit Sie unseren kleinen und mit mancherlei ungünstigen Verhältnissen 
ringenden Verein von Anfang an bedacht haben — Gaben, die wir auch nicht 
entfernt in gleichem Masse erwiedern können. 

Mit dem Wunsche, dass die freundlichen Beziehungen zwischen Ihrem 
und unserem Verein noch lange fortbestehen mögen, bitten wir Sie die Ver- 
sicherung unserer achtungsvollen Ergebenheit entgegenzunehmen. 

Fulda, 6. April 1876. 

Namens des Vereins für Naturkunde, 
der Schriftführer: Dr. Weidenmüller. 

An die 

zoologisch-botanische Gesellschaft, Wien. 



Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und 
Heilkunde in Giessen. 

Giessen, den 20. März 1876. 

Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde beehrt sich, 
der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien zur fünfundzwanzigjährigen 
Jubiläumsfeier am 8. April ihre herzlichsten Glückwünsche auf diesem Wege 
auszusprechen, da es die augenblicklichen Verhältnisse keinem Vorstands- 
mitgliede erlauben, sich persönlich an der Feier zu betheiligen. Wir wünschen 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



53 



der verehrlichen Gesellschaft auch ferneres Gedeihen und erbitten für uns die 
Fortdauer Ihrer freundlichen Gesinnungen. 

Hochachtungsvoll 
Dr. Hess, d. Z. I. Director. 



Die naturforschende Gesellschaft in Görlitz. 

Der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft zu Wien widmet die natur- 
forschende Gesellschaft zu Görlitz zu dem Feste ihres fünfundzwanzigjährigen 
Bestandes ihren herzlichen Glückwunsch. Möchte es der verehrten Gesellschaft 
vergönnt sein, noch recht viele Früchte ihres wissenschaftlichen Strebens zu 
ernten ! 

Görlitz, den 4. April 1876. 

Das Präsidium der naturforschenden Gesellschaft: 
Romberg. Dr. Kleefeld. Dr. Hartmann Schmidt, Secretär. 



Der Akademisch-naturwissenschaftliche Verein in 
Graz. (Telegramm.) 

Graz, 8. April 1876. 
K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft, Wien. 

Der Grazer akademische naturwissenschaftliche Verein sendet die besten 
Glückwünsche. Kernstock, Präses. 

Müller, Schriftführer. 



Der steirische Gebirgsverein in Graz. 

Graz, den 6. April 1876. 

An die geehrte Direction der zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. 

Im Auftrage der Monats-Versamralung vom 28. März d. J. beehrt sich 
der gefertigte Ausschuss des steirischen Gebirgsvereines der geehrten zoologisch- 
botanischen Gesellschaft in Wien zu ihrem fünfundzwanzigjährigen Bestehen 
die innigsten Glückwünsche des Vereines zu übermitteln. 

Für den Ausschuss des steir. Gebirgsvereines: 
Dr. F. Standfest, 
d. z. Schriftführer. 



54 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



Der naturwissenschaftliche Verein für Sachsen 
und Thüringen. 

Der kaiserl. königl. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. 

sendet zu ihrem heutigen Festtage die herzlichsten und aufrichtigsten Glück- 
wünsche für das fünfundzwanzigjährige erfolgreiche Wirken und zu einer ferneren 
gleich nachhaltigen Thätigkeit. 

Der naturwissenschaftliche Verein für Sachsen und Thüringen. 
C. Giebel. 

Halle, am 7. April 1876. 



Der Verein für naturwissenschaftliche Unterhal- 
tung in Hamburg. 

Der Vorstand des Vereins für naturwissenschaftliche Unterhaltung in 
Hamburg hat die Einladung der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft zu 
deren fünfundzwanzigjährigem Jubiläum dankend empfangen und zur Kenntniss 
der Mitglieder dieses Vereines gebracht. 

Leider sind die sämmtlichen unterzeichneten Mitglieder des Vorstandes 
verhindert, zur Feier dieses frohen Tages nach dort zu kommen und gestatten 
sich dieselben daher hiemit im Namen des Vereines der Jubilarin die besten 
Glückwünsche auszusprechen. 

Möge die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft zu Wien wie in dem 
verflossenen Vierteljahrhundert so auch hinfort grünen und blühen, möge es 
ihr dadurch gestattet sein auch ferner beizutragen zur Verbreitung besserer 
Naturerkenntniss und Liebe zum Studium der Natur, und möge sie auch ferner 
anderen gleichstrebenden Gesellschaften und so auch unserem jungen Vereine 
ein Vorbild und ein Beispiel des Strebens mit vereinten Kräften nach dem 
höchsten Ziele sein. 

Hochachtungsvoll verharren wir einer k. k. zoologisch-botanischen 
Gesellschaft ergebenst 

Der Vorstand des Vereins für naturwissenschaftliche Unterhaltung: 

Joh. Cesar Godeffroy, Ehrenpräsident. Ferd. Worlee, Präsident. 
C. Crüger, I. Vicepräsident. D. Filby, II. Vicepräsident. 
J. D. E. Schmeltz, I. Geschäfts! A. Thalenhorst, IL Geschäfts! 
Dr. Th. Behn, Bibliothekar. 



Hamburg, den 31. März 1876. 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



55 



Der siebenbttrgische Verein für Naturwissen- 
schaften in Hermannstadt. 

Löbliche Direction der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. 

Das freudige Ereigniss und der erhebende Rückblick auf eine schon 
fünfundzwanzigjährige hervorragende Wiiksamkeit auf einem Gebiete, das heute 
schon alle Schichten der Bevölkerung interessirt, welche einer löblichen k. k. 
zoologisch- botanischen Gesellschaft die freudige Veranlassung zum Feste am 
8. April L J. bieten, fanden bei dem siebenbürgischen Vereine für Naturwissen- 
schaften in Hermannstadt einen um so freudigem Widerhall, als dieser Verein 
seit einer beinahe gleichen Zeit hier am äussersten Ende der österr.-ungar. 
Monarchie auf demselben Gebiete thätig ist, und kann es derselbe nicht unter- 
lassen einer löblichen Gesellschaft auS diesem Wege,yda ihm seine sehr be- 
schränkten Mittel die Entsendung einer Vertretung untersagen, seine aufrichtigsten 
und besten Glückwünsche zum Jubelfeste am 8. April 1. J. darzubringen. 

Indem dieser Vereinsausschuss diesen Wünschen nochmals Ausdruck zu 
verleihen so frei ist, glaubt er den Wunsch aussprechen zu dürfen, dass das 
bisherige freundschaftliche Verhältniss zwischen einer löblichen Gesellschaft 
und diesem Vereine auch fernerhin bestehen werde. 

Hermann stadt, 5. April 1876. 

Der Ausschuss des siebenbürgischen Vereines für Naturwissenschaften: 
E. Albert Bielz, Martin Schuster, 

Vereinssecretär. Vereinsvorstand. 



Der naturwissenschaftlich-medicinische Verein in 
Innsbruck. 

Innsbruck, 12. April 1876. 
Löbliche Vorstehung des zoologisch-botanischen Vereins! 

Der naturw.-medic. Verein hat in seiner letzten Sitzung seinem früheren 
Vorstand-Stellvertreter Prof. D. Bar ach - Rap p ap ort beauftragt, den Verein 
bei der Feier in Wien zu vertreten. 

Da ich in dem Festbericht der Deutschen Zeitung hievon keine Erwähnung 
finde, so vermuthe ich, dass Prof. Barach-Rappaport irgendwie verhindert 
worden sei, unseren Verein zu repräsentiren und bitte daher die löbliche 
Vorstehung nachträglich unsere Glückwünsche entgegenzunehmen. 

Prof. Pfaundler, 
als Vorstand des naturw.-medic. Vereins. 



56 



Fest- Versammlung am 8. April 1870. 



Die königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft 
in Königsberg. 

Der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft übersendet die physikalisch- 
ökonomische Gesellschaft zu Königsberg ihre herzlichsten Glückwünsche zur Feier 
des fünfundzwanzig]* ährigen Bestehens und hofft, dass dieselbe noch recht lange 
zum Nutzen der Wissenschaft ihre so erfolgreiche Thätigkeit fortsetzen wird. 

Im Auftrage der physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg: 
Der Schriftführer für's Auswärtige 
0. Tischler. 

Königsberg, den 6. April 1876. 



Die Nederlandsche Ento'molo gisch e Vereeniging in 
Leiden. « 

Leiden, 6. April 1876. 

Der Niederländische entomologische Verein nimmt ein herzliches Antheil 
am fünfundzwanzigjährigen Jubiläum, das die k. k. zoologisch-botanische Gesell- 
schaft in Wien sich vorstellt den 8. d. Mts. zu feiern. 

Ihre hochgeehrte Gesellschaft mag sich erfreuen in den vergangenen 
fünfundzwanzig Jahren mit vorzüglichem Eifer gearbeitet zu haben. Die Natur- 
wissenschaften und nicht am Wenigsten die Entomologie (das kleine und doch 
so umfangreiche Untertheil der Zoologie, womit wir uns beschäftigen) haben 
während dieses Zeitraums ungemein Vieles Ihrer Thätigkeit zu verdanken. 
Es wird wohl Niemand sein unter denjenigen, welche sich ernsthaft auf Thier- 
oder Pflanzenkunde verlegen, dernicht erkennen wird, dass die Verhandlungen Ihrer 
Gesellschaft einen wissenschaftlichen Schatz von vielseitigem und grossem Werth 
enthalten, und der sich nicht immerfort veranlasst findet, die verschiedenen 
Jahrgänge zu durchmustern, und da wo sich Zweifel und Beschwerde vorthun, 
mehrmals eine gewünschte Auskunft zu bekommen. 

Möge Ihre werthe Gesellschaft noch sehr viele Jahre weiter streben auf 
dem reichen und herrlichen Gebiete, das Sie sich Ihrem Ziele ausgewählt 
haben! Die österreichischen Naturforscher werden sich dann gewiss einen un- 
sterblichen Namen erwerben. 

Mit besonderer Hochachtung nennen wir uns ergebenst, 

Der Vorstand des Niederländischen entomologischen Vereines 
Dr. W. Albarda. 
V. M. van der Wulf, Secretär. 

Dem geehrten Vorstande und den Mitgliedern 
der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. 



Fcst-Versamrolung am 8. April 1876. 



57 



Das Museum Francisco Carolinum in Linz. 

Für die freundliche Einladung zur Feier des fünfundzwanzigjährigen Be- 
standes der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft, beehrt sich der gefertigte 
Verwaltungsrath hiemit den ergebensten Dank auszusprechen. 

Wenn es auch dem Verwaltungsrathe in Folge persönlicher Verhältnisse 
der einzelnen Mitglieder nicht gegönnt ist, bei dieser Festlichkeit vertreten zu 
sein, so wolle die hoch verehrliche Direction bei diesem Anlasse doch die auf- 
richtigsten Glückwünsche zu dem bisherigen Gedeihen, sowie für den künftigen 
Foitbestand einer Gesellschaft entgegennehmen, die für die Förderung der 
von ihr vertretenen Wissenschaft so Ausserordentliches geleistet hat, und mit 
welcher in geistigem Verkehre zu stehen, das Museum Francisco Carolinum sich 
zur höchsten Ehre rechnet. 

Mit ausgezeichneter Hochachtung 

Linz, am 29. März 1876. Der Verwaltungsrath: 

Wiedenfeld. Dr. Robert Rauscher. 

An die hochverehrliche Direction der 
k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. 



Der Verein für Naturkunde im Erzherzo gthume 
Oesterreich ob der Enns in Linz. 

An die löbliche k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 

Der Ausschuss des Vereins für Naturkunde im Erzherzogthume Oester- 
reich ob der Enns spricht der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien 
hiemit den wärmsten Dank für die Einladung zur Theilnahme an ihrem Jubel- 
feste, dem Tage des fünfundzwanzigjährigen Bestandes, aus und verbindet mit 
diesem Danke die tiefstgefühltesten Glückwünsche zu einer mit stets wachsendem 
Gedeihen verbundenen Fortdauer dieses Bestandes und des bisherigen höchst 
erfolgreichen Wirkens zu Gunsten der Wissenschaften und des Vaterlandes. 

Linz, 30. März 1876. 

Dr. F. Ritter von Schwabenau, Dr. Karl v. Dalla Torre, 

d. Z. Präsident des Vereins. Secretär des Vereines. 



Die Kaiserliche naturforschende Gesellschaft in 
M oskau. 

Die Kaiserliche Naturforschergesellschaft zu Moskau sendet der kaiserl. 
königl. zoologisch-botanischen Gesellschaft zu Wien zur Feier ihres fünfund- 
zwanzigjährigen Bestehens ihre hesten Glückwünsche. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Sitz.-Ber. H 



58 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



Eine Gesellschaft, welche sich die schone Aufgabe gestellt hat, das Reich 
des Organischen geistig zu beherrschen, indem sie durch uneigennütziges 
Studium das Wesen desselben zu ergründen sucht, verdient schon an und für 
sich hohe Anerkennung; um wie viel mehr verdient sie dieselbe, wenn sie fünf- 
undzwanzig Jahre lang bestrebt gewesen ist, die gewonnenen Resultate ihrer 
Arbeit der wissenschaftlichen Welt durch Herausgabe ihrer „ Verhandlungen' 4 
zugänglich zu machen! Möge die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft zum 
Nutzen des engeren Vaterlandes, wie zum Besten der Allgemeinheit noch lange 
ihre wirkungsvolle Thätigkeit fortsetzen! 

Moskau, den 13/2^ März 1876. Im Auftrage 

H. Trautschold, Secretär. 



Die Kaiserlich neu russische Gesellschaft der Na- 
turforscher an der Universität zu Odessa. (Telegramm.) 

Odessa, den 9. April 1876. 

Der zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. 

Die Kaiserlich neurussische Gesellschaft der Naturforscher an der Univer- 
sität zu Odessa bringt hiermit der zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien 
zum Feste ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens die feierlichsten Glück- 
wünsche dar, und möge selbe als ein Schutz und Hort der Naturwissenschaft 
noch viele solche Feste als Denksteine an den Pfad ihres vierjährigen frucht- 
baren Wirkens setzen. 

Für den Präsidenten: Für den Secretär: 

J. Setschenöw. ' W. Repiach off. 



Die Societe entomologique de Russie in Petersburg. 

St. Petersburg, 22. März/3. April 1876. 

An die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 

Indem sich die russische entomologische Gesellschaft beehrt, der k. k. 
zoologisch-botanischen Gesellschaft zu dem Feste ihres fünfundzwanzigjährigen 
Bestehens Glück zu wünschen, wünscht sie dem geehrten Verein in literarischer 
Hinsicht dieselbe erfolgreiche Wirksamkeit, wodurch sich die Gesellschaft bis 
dahin so vortheilhaft ausgezeichnet hat. 

Vice-Präsident: S. Solsky. Secretär: J. Portschinsky. 



Fest- Versammlung am 8. Apiil 187ti. 



59 



Der V er e i n 1 ü r Natur- und Heilkunde in P r e s s b u r g. 
Löbliche k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft! 

Die Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestandes einer löbl. Gesellschaft 
veranlasst den Verein für Natur- und Heilkunde in Pressburg seine aufrichtigsten 
Glückwünsche darzubringen. Wie es einer löbl. Gesellschaft gelungen ist, im 
ersten Vierteljahrhundert ihres Bestehens Bedeutendes für die Pflege und den 
Fortschritt der Natunvissenschaften zu leisten, so möge es ihr gestattet sein, 
auch in der ferneren Zukunft mit rüstiger Kraft und Thätigkeit an der Spitze 
jener vaterländischen Vereine voranzugehen, welche sich die Pflege der Natur- 
wissenschaften zum Ziele gesteckt haben. 

Der Verein für Natur- lind Heilkunde fügt diesem aufrichtigen Glück- 
Avunsche noch die Bitte hinzu, es möge der freundschaftliche Verkehr, welcher 
bisher zwischen ihm und einer löbl. Gesellschaft bestand, auch fernerhin auf- 
recht erhalten werde. 

Pressburg, am 6. April 1876. 

Mit aufrichtiger Hochachtung einer löbl. k. k. Gesellschaft 
ergebenste 

0. Mednyänszky, Präses. Dr. Carl Kanka, Secretär. 



Der Verein der Naturfreunde in Reichenberg. 
(Telegramm.) 

Reichenberg, den 8. April 1876. 
An das Präsidium der zoologisch-botanischen Gesellschaft, Wien. 

Der Verein der Naturfreunde Eeichenbergs sendet zur Jubelfeier der 
zoologisch-botanischen Gesellschaft die besten Glückwünsche und wünscht auch 
fernerhin auf dem Felde der Wissenschaft ein erfolgreiches Wirken und Gedeihen. 

Ludwig Hlasiwetz, Präses. 



Die Nederl andsche Dierkundige Verceniging in 
Rotterdam. 

An die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 

Auf Ihre gefällige Zuschiift, worin Sie zur Theilnahrne an der feierlichen 
Sitzung beim Feste des fünfundzwauzigjährigen Bestandes Ihrer Gesellschaft 
einladen, beehren wir uns Ihnen ganz ergebenst anzuzeigen, dass sich unser 
zoologischer Verein ausser Stande sieht, aus seiner Mitte einen Delegirten zu 

H* 



60 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



Ihrem Feste abzusenden. Wir können aber nicht umhin, Ihnen hiemit er- 
kennen zu geben, wie herzlich wir Ihnen zu Ihrem Feste gratuliren. 

Genehmigen Sie die Versicherung unserer aufrichtigsten Hochachtung 

A. A. van Bemmelen, H. J. Veth. 
Präsident und Secretär der Nederlandsche Dierkundige Vereeniging. 
Rotterdam, 25. März 1876. 

Die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde in 
Salzburg. 

Für die uns leider verspätet zugegangene Einladung dankend, beehren 
wir uns nachträglich unseren Glückwunsch zu dem fünfundzwanzigjährigen Be- 
stände der sehr geehrten Gesellschaft auszusprechen und zeichnen 

Hochachtungsvoll 
Salzburg, am 10. Mai 1876. Prinzinger, 

Fried. Pirckmayr, Schriftführer. 



Die L ehrerconferenz des Gymnasiums Schässburg 
in Siebenbürgen. 

Hohe Directum der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft! 

Indem die Lehrerconferenz des Gymnasiums in Schässburg für die dieser 
Anstalt gütigst mitgetheilte Einladung zu der Festfeier des fünfundzwanzig- 
jährigen Bestandes der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft ihren ehr- 
erbietigsten Dank ausspricht, kann sie nicht umhin, dem Gefühl freudiger 
Huldigung Ausdruck zu leihen, mit welcher die Lehrer dieser Anstalt den 
festlichen Tag der Erinnerung an die ehrenvolle und reichentfaltete Wirksamkeit 
der hohen Gesellschaft begrüssen. 

Bei solchem Anlass ziemt es auch den empfangenden Mitgliedern der 
hohen k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft, eingedenk zu sein des geistigen 
Fruchtempfanges, dessen sie Jahrzehnte . hindurch gewürdigt worden. Nur im 
lebendigen Zusammenhang mit den hohen Centraistätten wissenschaftlicher 
Forschung und im unveränderten Aufblick zu dem höher und höher aufsteigen- 
den Tagesgestirn der modernen Naturwissenschaft vermag die Arbeit freier volk- 
beglückendcr Geistesbildung, wie sie den Gymnasien und Realschulen obliegt, 
das erforderliche Mass von Luft und Licht zu ihrer allseitig fördernden Wirk- 
samkeit zu gewinnen. Wie in dem freien Luft- und Lichtraum der natürlichen 
Weltkunde der Menschengeist neu aufathmen gelernt hat, so wird auch die 
Culturarbeit des Volkes fort und fort von dem erfrischenden Hauch jener 



Fest-Versammlung am S. April 1876. 



61 



Errungenschaften neu belebt, welche die unbefangen sicher fortschreitende Natur- 
wissenschaft unablässig zu Tage fördert. Möchte eben auch die Kunde der 
organischen Welt, deren tausendfältig individualisirte Lebensformen mit mensch- 
lichem Dasein und Leben so eng verflochten, das Wohl und Wehe der Mensch- 
heit so nahe berühren und mit ihren Pulsschlägen unaufhörlich Gedanken und 
Empfindung erfrischend beleben, möchte diese Kunde unter dem rühmlichen 
Walten und Wirken der hohen k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft immer 
voller und kräftiger sich entfalten und durch ihre Errungenschaften die Freunde 
der Wissenschaft, die vaterländische Bildung und damit zugleich die Völker 
dos Gesammtvaterlandes Oesterreich-Ungarn mit Gütern des Wissens und der 
fortschreitenden Wohlfahrt noch lange und ferne Jahrzehnte hindurch beglücken. 

Schässburg, den 6. April 1876. 

Die Lehrerconferenz des Gymnasiums und der damit 
verbundenen Lehranstalten 
Johann Ziegler, Rector. Carl Gooss, Actuar. 



Der Lehrkörper der Staatsrealschuie Teschen, 
(Telegramm.) 

Teschen, den 8. April 1876. 
K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 
Zur heutigen Jubelfeier die besten Glückwünsche vom Lehrkörper der 

Staatsrealschule Teschen. 



Die Kongelige Norske Videnskabers Selskab in 
Th rondheim. 

An die kaiserl. königl. zoologisch- botanische Gesellschaft in Wien. 

Indem die Direction der königlichen Norwegischen Gesellschaft der 
Wiosenschaften für die empfangene Einladung ihren besten Dauk ablegt, sendet 
sie ihren besten Glückwunsch zur Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestandes 
Einer geehrten Gesellschaft. 

Throndheim, den 4. April 1876. 

Die Direction: 
Sigv. Skavlan, Vicepräses. Fr. Küthe, Secretär. 



62 



Fest- Versammlung am 8. April 187G. 



Die Societa adriatica in Triest. (Telegramm.) 

Triest, 8. April 1876. 

Fürst Colloredo-Mannsfeld, Präsident der zoolog.-botan. Gesellschaft, Wien. 

Der junge naturwissenschaftliche adriatische Verein in Triest entsendet 
seinen Jubelgruss zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen der älteren Muster- 
gesellschaft. 

Tommasini. Vierthaler. 



Der Leseverein der deutschen Studenten Wiens. 

Wien, 24. März 1876. 
An die hochverehrliche k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft! 

Der Ausschuss des Lesevereins der deutschen Studenten Wiens hat in seiner 
Sitzung vom 20. d. Mts. einstimmig den Beschluss gefasst, der k. k. zoologisch- 
botanischen Gesellschaft in Wien, aus Anlass der Feier ihres fünfundzwanzig- 
j ährigen Bestandes, die wärmsten Glückwünsche darzubringen. 

Indem wir uns dieses ehrenvollen Auftrages entledigen und der Hoffnung 
Raum geben, dass die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft auch in Zukunft 
blühen und gedeihen möge, zeichnen wir mit dem Ausdruck unserer tiefsten 
Hochachtung 

Für den Ausschuss: 
Anton Haider, Heinrich Abel es, 

d. z. Obmann. d. z. I. Schriftführer. 



Der Nassauische Verein für Naturkunde in Wies- 
baden. 

Der kaiserl. königl. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien 

haben wir die Ehre zur Feier ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens die auf- 
richtigsten Glückwünsche hierdurch auszusprechen. Möge es ihr verstattet sein, 
auch für die Zukunft in gleich ausgezeichneter und mustergültigster Weise für 
den Ausbau der zoologischen und botanischen Wissenschaft zu wirken, wie im 
ersten Vierteljahrhundert seit ihrer Gründung. 

Mit der vorzüglichsten Hochachtung haben wir die Ehre zu zeichnen 

Der Vorstand des Nassauischen Vereins 
Wiesbaden, 3. April 1876. für Naturkunde: 

F. Wurmb. Dr. Kirschbaum. 



Fest-Versammlung am 8. April 1876. 



63 



Ausserdem waren Schreiben oder Telegramme eingelaufen 
von folgenden Herren Mitgliedern des Aus- und Inlandes: 

Bigot Jacques in Paris. 
Bilimek Dominik in Miramare. 

Brandt Dr. J. F., kaiserl. Geheimrath in Petersburg. 
Brusina Spiridione in Agram. 

Cohn Dr. E., Dir. des Pflanzenphysiolog. Inst, an der Univ. in Breslau. 
Erschoff Nicol. in Petersburg. 

Giuriceo Nicolaus R. v., k. k. Oberlandesgerichtsrath in Zara. 

Grube Dr. E., k. russ. Staatsrath, Prof. d. Zool. a. d. Univ. in Breslau. 

Guirao, Don Angelo, Dir. d. Instit. a Murcia in Madrid. 

Heldreich Dr. Theodor v., Dir. d. bot. Gartens in Athen. 

Heller Dr. Camill, Prof. d. Zool. a. d. Univ. Innsbruck, aus Neapel. 

Hei der Dr. Luc. v., in Bockenheim bei Frankfurt a. M. 

Hohenbühel Ludw. Freiherr v. in Hall. 

Just Dr. Leopold, Prof. am Polytechn. in Karlsruhe. 

Katter Dr. in Putbus. 

Kawall J. H., Pastor, Pussen in Kurland. (Ein Festgedicht.) 

Kern er Dr. Ant., Prof. d. Bot. a. d. Univ. Innsbruck, aus Neapel. 

Kirschbaum Dr. Karl L., Prof., Insp. d. Mus. in Wiesbaden. 

Kühn Dr. Julius, Direct. d. landw. Inst, in Halle. 

Lancia Duca di Castel Brolo in Palermo. 

Lange J. Karl, k. k. öst. Secretär a. D. in Athen. 

Leuckart Dr. Rudolf, Prof. a. d. Univ. in Leipzig. 

Low Dr. Ernst in Berlin. 

Malm Dr. A. W. in Götheborg. 

Maximowicz Carl, Colleg.-R. in Petersburg. 

Meves W. in Stockholm. 

Naumann Alex, in Zittau. 

Nürdlinger D. H. Ob.-Forstrath, Professor in Hohenheim. 
Orn stein Dr. Bernhard, Chefarzt d. gr. Armee in Athen. 
Renard Dr. Carl v., Vicep. d. nat. Ges. in Moskau. 
Saussure Henri de, in Genf. 
Scarpa Georg, Canonicus in Lesina. 
Schaitter Ignaz in Rzeszow. 

Selys Longschamps Bar. de, Sen. Mitgl. d. Acad. in Lie'ge. 

Sigmund Wilhelm in Reichenberg. 

Simonie Anton, k. k. Oberlandesg.-Official in Zara. 

Syrski Dr. S. v., Prof. d. Zoologie a. d. Univ. in Lemberg. 

Tschusi Vict. R. v. Schmidhofen in Tännenhof bei Hallein. 

Valenta Dr. Alois, k. k. Professor in Laibach. 

V olger Dr. Otto in Frankfurt a. M. 

Zaddach Dr. G. Prof. d. Zool. a. d. Univ. in Königsberg. 



64 



Fest-Versammlung am 8. April 187fi. 



Zum Schluss ergriff der Präsident noch einmal das Wort, 
um für die zahlreichen Beweise der Theilnahme und Anerkennung, 
welche der Gesellschaft entgegengetragen wurden, von denen 
der höchsten eine er noch zur Kermtniss der hochansehnlichen 
Versammlung zu bringen habe, zu danken. Er verlas hierauf 
die Zuschrift Se. Excellenz des k. k. Oberstkämmerers Grafen 
Crenneville, dass „Seine k. und k. Apostolische Majestät mit 
a. h. Entschliessung vom 6. April die Festschrift zur Feier des 
fünfundzwanzigjährigen Bestehens der k. k. zoologisch-botanischen 
Gesellschaft in Wien huldvollst anzunehmen und der gedachten 
Gesellschaft in Würdigung ihres erspriesslichen Wirkens die 
goldene Medaille für Wissenschaft und Kunst zu verleihen ge- 
ruhten". Er betonte wie diese hohe Auszeichnung ein neuer 
Sporn zum Fortschreiten auf der betretenen Bahn sein werde, 
und schloss mit einem dreimaligen Hoch auf Se. Majestät, in 
welches die Versammlung begeistert einstimmte. 



Abends 8 Uhr fand im Grand Hotel ein Fest-Souper statt, 
an welchem die folgenden Herren theilnahmen: 

Hofrath v. Arneth, F. Bartsch, A. Bartscht, v. Bergenstamm, 
Dr. Brauer, Dr. E. Braun, Hofr. Brunner, F. Buchmüller, Freih. v. Burg, 
A. Burgerstein, Fürst Colloredo-Manns feld, Freih. J. Doblhoff, 
Director Doli, H. Engelthaler, Dr. Fenzl, J. Finger, Dr. J. Frank, Freih. 
J. v. Haerdtl, Dr. E. Halacsy, Dr. J. Hamm ers chmid, Ant. Hartinger, 
Aug. Hartinger, Hofrath Dr. Hauer, G. v. Hayek, F. Heinzel, Dr. L. 
Herz, Hofrath v. Hochstetter, E. Hodek, Dr. R. Hörnes, J. Juratzka, 
F. Karrer, J.Kaufmann, A.Keil, J. Kerner, J. Kolazy, Dr. H. Krauss, 
J. Krenberger, G. Künstler, Dr. v. Lechner, Ob. -Forstrath Ch. Lippert, 
Hofrath Dr. J. Lorenz, Dr. E. Ludwig, Dr. v. Luschin, Dr. E. v. Maren- 
zeller, Dr. A. Mayer, Dr. G. Mayr, J. Mik, C. Mikosch, Dr. v. Mojsi- 
sovics, F. Müller, J. v. Nahlik, Dr. M. v. Neumayr, Vicepräs. v. Pelikan, 
Dr. Peyritsch, Dr. Pilide, Dr. A. Pokorny, V. Prausek, Dr. H. Reichardt, 
Dr. A. v. Eeuss, Dr. V. Richter und Söhne, A. Rogenhofer, Altgraf Hugo 
zu Salm, M. Schönn, Freiherr von Schröckinger, Dr. F. Simony, Dr. 0. 
Simony, Dr. G. Stäche, V. Stauffer, Dr. F. Steindachner, Dr. L. Stohl, 
Bergrath Dr. Stur, Dr. E. Suess, Dr. G. Tschermak, R. Türk, Dr. A. 
Vogl, A. v. Waldheim, Dr. J. Wiesner, E. Woloszczak, Bergrath 
H. Wolf, F. Z eller, die Herren Vertreter der Deutschen Zeitung, des Fremden- 



Fest-Versammhinar am 8. April 187«. 



65 



Blattes, der Neuen freien Presse, des Neuen Wiener Tagblattes, der Presse, 
der Wiener Zeitung. 

Als der Champagner in den Gläsern perlte, erhob sich der 
Präsident Se. Durchlaucht Josef Fürst Colloredo- Mannsfeld 
zum ersten Toaste: 

Meine Herren! 

Es ist ein allgemein anerkannter, unangefochtener Satz: „Die Wissenschaft 
hat kein Vaterland". In der That kennt die Wissenschaft weder sprachliche, 
noch staatliche Grenzen, sie ist ein Gemeingut der Civilisation und ihr segen- 
reiches Wirken kommt der gesammten Menschheit zugute. Trotzdem haben 
aber die Träger der Wissenschaft, jene Männer, welche dieses allgemeine Gut 
hegen, pflegen und fördern, doch ein Vaterland, welches sie lieben, welches sie 
hochgehalten wissen wollen, dessen schirmende, schützende Institutionen allein 
schon geeignet sind, die Ausübung ihres Berufes zu fördern und sie zu unter- 
stützen. Lassen Sie uns, meine Herren, die Liebe zu unserem Vaterlande da- 
durch aussprechen, dass wir dem Staatsoberhaupte, welches den gewaltigen Bau 
festigt und zusammenhält, entgegenrufen: Seine Majestät unser allergnädigster 
Kaiser Franz Josef lebe hoch! (Die Gesellschaft bringt ein dreimaliges be- 
geistertes Hoch aus.) 

Ihm folgte Sectionschef Freiherr von Schröckinger: 
Meine Herren! 

..Es ist eine unläugbare Thatsache, dass die Naturwissenschaft in Oester- 
reich in den letzten Jahren einen ungeheuren Aufschwung genommen hat. Ich 
fühle mich nicht berufen, den Ursachen dieser erfreulichen Erscheinung nach- 
zuforschen, da sich dem Historiker Gelegenheit bieten wird, den Unterschied 
zwischen einst und jetzt unparteiisch zur Sprache zu bringen; mich drängt es 
nur, hier auszusprechen, dass dieser Aufschwung dadurch befördert worden ist, 
dass in den höchsten Sphären, von so vielen Mitgliedern des Allerhöchsten 
Herrscherhauses selbst das Studium der Naturwissenschaft eifrig gepflogen 
wird. Einer der Eifrigsten in dieser Kichtung ist gewiss unser hochverehrter 
Protector, Se. k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Rainer, 
auf dessen Wohl ich das Glas erhebe und ein Hoch ausbringe." (Lebhafte 
Hochrufe.) 

Nachdem Hofrath Freiherr v. Burg einen Toast auf das 
fernere Gedeihen und Blühen der zoologisch-botanischen Gesell- 
schaft ausgebracht, ergriff Hofrath Brunn er von Wattenwyl 
das Wort: 

„In der Kette der glücklichen Momente, welche den Aufschwung der 
Gesellschaft bewirkten, befindet sich auch jener, dass wir an der Spitze der 
Gesellschaft einen Mann besitzen, dessen Name schon seit Generationen mit 

Z. B. Ge B . B. XXVI. Sitz.-Ber. I 



66 



Fest-Versammlung am 8. April 187G. 



allen Unternehmungen verknüpft ist, wo es gilt, Edles und Gutes zu schaffen. 
(Bravo!) Durch den unermüdlichen Eifer, mit welchem Se. Durchlaucht unser 
hochverehrter Präsident die Verhandlungen leitet, leuchtet er uns als Beispiel 
der Gewissenhaftigkeit vor und sein Wohlwollen weckt auch dei den Mitgliedern 
das Gefühl der Achtung, Freundschaft und Zusammengehörigkeit, die besten 
Bürgschaften des Erfolges. Durchdrungen von den Gefühlen der Hochachtung 
und der Dankbarkeit für Se. Durchlaucht unserem hochverehrten Herrn Präsi- 
denten Fürsten Colloredo-Mannsfeld, bringe ich demselben ein Hoch aus." 
(Stürmische Hochrufe.) 

Nun folgten noch Toaste von Hofrath Direetor Dr. F. Ritter 
von Hauer auf das einträchtige Zusammenwirken der wissen- 
schaftlichen Vereine, von Regierungsrath Prof. Dr. Fenzl auf die 
Freiheit der Wissenschaft, von Freiherrn J. v. Haerdtl auf die 
Regierung, von Dr. Emil v. Maren z eil er auf die Autoren der 
Gesellschaftsschriften im Allgemeinen und der der Festschrift 
insbesondere, und zum Schlüsse von Hofrath v. Brunn er auf 
die Functionäre der Gesellschaft. 

Ward damit auch die Reihe der Trinksprüche erschöpft, 
so hielt doch ein lebhafter Verkehr noch lange die Theilnehmer 
des Festmales beisammen und erst gegen 11 Uhr endete das 
schöne Fest, das dem für die Gesellschaft so hochbedeutenden 
Tag einen freudig erregten Abschluss gegeben. 



Die Mitglieder des „zoologisch-botanischen Vereins" 

im Mai 1851. 

Herr Antoine Franz, k. k. Hofgärtner. 

Se. Hochw. Hr. Becziczka Ambros, Abt zu Lilienfeld. 

Herr Beer Josef. 

Se. Hochw. Hr. Bilimek Dominik, Capitular im Neukloster zu W.-Neustadt. 
Herr Boue Ami, Dr., Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften. 
„ Brauer Friedrich. 
„ Braunhofer Ferdinand. 
Se. Hoehg. Hr. Breun er Graf August, k. k. Min. Sect. Chef. 
„ „ „ Breuner Graf August. 
„ „ „ Breun er Graf Josef. 
„ „ „ Chotek Graf Otto, k. k. Rittmeister. 
Herr Czagl Anton, k. k. Beamter. 



Fest- Versammlung am 8. April 1876. 



67 



Herr Czermak Josef, Wirthschafts- Verwalter. 

., Dies in g Dr. Carl, Custos, Mitgl. der kais. Akademie der Wissenschaften. 

n Egger Dr. Johann, k. k. Hofwundarzt. 

Yf Eisenstein Anton Ritter v., Dr. der Medicin. 

., Ettingshausen Dr. Konstantin von. 

Felder Cajetan, Doctor der Rechte, Hof- und Gerichts-Advocat. 

„ Fenzl Dr. Eduard, Professor, Director des botan. Gartens, Mitglied der 
kais. Akademie der Wissenschaften. 

„ Fitzinger Dr. Leop., Custos-Adj., Mitgl. d. kais. Akad. d. Wissenschaften. 

„ Foetterle Franz, Assist, der geolog. Reichsanstalt. 

Frivaldsky Dr. Emerich, Custos. des Pesth. Nat. Museums. 

„ Frauenfeld Georg. 

„ Giegl Ludwig, Doctor der Medicin. 

„ Giraud Jos. Jul., Doctor der Medicin. 

„ Gözsy Gustav v. 
Se. Hochw. Hr. Gottwald Johann, Capitular zu Lilienfeld. 
Herr Haidinger Wilhelm, Sect.-Rath, Mitgl. d. kais. Akad. d. Wissenschaften. 

„ Hampe Clemens, Doctor der Medicin. 

„ Hampe Hermann. 

„ Hauer Franz, Ritter v., k. k. Bergrath. 

,, Häufler Josef, Ritter v., k. k. Ministerial-Secretär. 

„ Hekel Jakob, Mus.-Inspector, Mitgl. der kais. Acad. der Wissenschaften. 

„ Heller Karl. 

„ Hillebrand Franz. 

„ Hin genau Otto Freiherr v., k. k. Bergrath zu Brünn. 

„ Hörnes Moriz, Doctor der Philosophie. 

„ Hyrtl Dr. Josef, Professor der Anatomie. 
Se. Hochg. Hr. Keglevich, Graf Johann. 
Herr Kempelen Ludwig v., k. k. Beamter. 

„ Kerner Anton. 

„ Kerner Josef. 

Se. Durchl. Hr. Kh e venhüiler-Metsch und Aichelberg, Fürst Richara. 
Se. Hochg. Hr. Kinsky, Graf Christian. 
Herr Kner Dr. Rudolf, Professor. 

„ Kollar Vinzenz, Custos, Mitgl. der k. Akad. der Wissenschaften. 

„ Kotschy Theodor, Assistent am bot. Museum. 

„ Kratky Josef. 

„ Kreuzer Karl. 

„ Krüger Franz, Förter am Sommerhof. 
„ Langer Dr. Josef, Assistent an der medic. Lehranstalt. 
„ Lederer Camill. 
„ Leithner Josef, Freiherr v. 
Se. Durchl. Hr. Lobkowitz, Fürst Ferdinand. 
„ „ Hr. Lobkowitz. Fürst Johann. 

I* 



68 



Fest- Versammlung am 8. April 1876. 



Herr Loudon Olivier, Freiherr v. 

Se. Hochg. Hr. Marschall, Graf August, Archivar der geog. Reichsanstalt. 
Herr Mayr Gustav. 

Se. Hochg. Hr. Migazzi, Graf Wilhelm. 
Herr Miller Ludwig, k. k. Beamter 
Se. Hochg. Hr. Mnischek, Graf. 
Herr Natterer Josef, Custos. 

„ Natterer Dr. Johann. 

„ Natter er Dr. Josef. 

„ Neilreich August, Ober-Landesgerichtsrath. 

„ Neumeyer Josef, Wirtschaftsrath. 

„ Newald Johann, Forstdirector zu Guttenstein. 

„ Novarre Christian v., Forstmeister. 

„ Novarre Carl v., Rentmeister. 

„ Ort mann Johann, k. k. Beamter. 

„ Parreiss Ludwig. 

„ Partsch Paul, Custos, Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften. 
„ Pelz ein August v. 

„ Pokorny Alois, Supplent am akad. Gymnasium. 
Se. Hochw. Hr. Prangner Engelbert, Professor am Theresianum. 
Herr Prevost Ferdinand, Wirthschaftsverwalter. 

„ Redtenbacher Dr. Ludwig, Custos- Adj. 

„ Reich Dr. Carl, Landesger.- Assessor. 

„ Reissek Siegfried. 
Se. Durchl. Hr. Rohan Guemenee, Fürst Camill. 
Herr Rottensteiner Franz, Wirthschafts-Director. 

„ Saar Karl Edler v. 

„ Salzer Friedrich. 

„ Sartorius August. 

„ Schiner Dr. J. Rudolf, k. k. Ministerial-Concipist. 
Se. Hochw. Hr. Schlecht Dr. Leopold, Professor. 
Herr Schott Heinrich, k. k. Hofgarten-Director zu Schönbrunn. 

„ Schreibers Carl Ritter v., k. k. Hofrath. 
Se. Durchl. Hr. Schwarzenberg, Fürst Adolf. 
Herr Sedlaczek Wenzel Ferdinand, Apotheker. 

„ Simony Friedrich, Professor. 

„ Skofitz Alexander. 

„ Streffleur Valentin, k. k. Ministerial-Secretär. 

n Stur Dionys. 
Se. Hochw. Hr. Titius Pius, k. k. Garnisons-Caplan. 

„ „ Hr. Totter Vinzeuz, Ordenspriester. 
Herr Unger Dr. Franz, Professor, Mitgl. der kais. Akad. der Wissenschaften. 

„ Vaiss Josef, Doctor der Rechte. 

„ Vlahovitsch Peter, Doctor der Medicin. 



Versammlung am 3. Mai 1876. 



69 



Herr Wale harz Franz, Wirthsehati-s- Verwalter. 

„ Walter Josef, Lehrer. 
Se. Hochw. Hr. Zelenka Julius, Capitular zum heil. Kreuz. 
Se. Hochg. Hr. Zichy, Graf Johann der ältere. 
Herr Zika Anton, Forstmeister. 

„ Zippe Dr. Franz, Professor. 



Versammlung am 3. Mai 1876. 

Vorsitzender: Herr Prof. Dr. Julius Wiesner. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Hohenbruck Arthur Freiherr von, Sections- 

rath im k. k. Ackerbauministerium . . . Die Direction. 

Lus chin Dr. Andreas, Ritter v. Eben greuth, 
k. k. jubil.Landesgerichts-Präsident, Wien, 

V. Bez. Wehrgasse 2, III. Stock . . . Prof. Fenzl. Prof. Reichardt. 

Möhl Dr. H., Prof. Dir. des Vereins für Natur- 
kunde in Cassel Die Direction. 

Prelog Michael, Supplent an der k. Ober- 
Realschule in Agram Prof. Reichardt. Brusina. 

Leithner Dr. Franz, Adv. in Krems . . . Jos. Kerner. Hchw. Erdinger. 

Neugebauer Leo, Prof. an der k. k. Marine- 
Realschule in Pola J. Freyn. F. Juratzka. 

Gerson da Cunha Dr. J., Dir. der Asiatic) 

Society von Bombay Dr. C. v. Marchesetti. Dr. E. 

Janni Josef, Kanzlei-Chef des öst.-ung. Lloyd] von Marenzeller - 

Weinzierl Theodor Ritter von, Cand. phil., 

Wien, IX. Lichtensteinstrasse 41 . . . Dr. Wiesner. A. Rogenhofer. 



70 



Versammlung am 3. Mai 1876. 

Anschluss zum Schriftentausche: 
Redaction des Naturforscher in Berlin. 



Eingesendete Naturalien : 

3 Centimen Coleopteren von E. Türk. 

2 „ Dipteren von A. ßogenhofer. 

1 Centime Lepidopteren von J. D orf meis te r. 



Se. Majestät der Kaiser geruhte allergnädigst der Gesell- 
schaft als Subvention zu den Kosten der Festschrift 200 fl. zu- 
kommen zu lassen, desgleichen Se. kais. Hoheit der Kronprinz 
Rudolf 100 fl. 

Se. Excellenz der Ackerbau-Minister Graf Mannsfeld be- 
willigte aus demselben Anlasse 300 fl. 

Die Versammlung erhebt sich zum Zeichen des Dankes 
von ihren Sitzen. 



Herr Custos A. v. Pelz ein trug über eine von dem der- 
malen auf den Philippinen weilenden Herrn Dr. Richard Ritter 
v. Dräsche dem k. k. zoolog. Hof- Museum zugesendete und 
zum Geschenke gemachte Sammlung von Paradiesvögel-Bälgen 
vor. Sie stammen von den Molukken und N. Guinea. Es sind 
fünf Arten repräsentirt. Paradisea minor und die noch immer 
seltene Paradisea sanguinea y Cicinnurus regius, Diphyllodes specio- 
sus (Paradisea magnifica) und Seleucides albus. Die beiden ersten 
Arten sind von Europäern präparirt, die letzteren von Ein- 
gebornen. Alle zeichnen sich durch ihren schönen Erhaltungs- 
zustand aus. So ist namentlich das Exemplar von Seleucides 
albus durch die Goldfarbe der Schmuckfedern, welche gewöhn- 
lich nur in verbleichtem Zustande (daher der Artname) zu uns 
gelangen, bemerkenswert!!. 



Dr 0. v. Marclies etti, 



71 



An diese Erörterungen knüpft der Vortragende einen Rück- 
blick auf die im Museum vertretenen Arten dieser Gruppe und 
bemerkt, dass bis auf eine einzige erst vor Kurzem von Dr. 
A. B. Meyer in Dresden nach zwei von Papuas präparirten 
Bälgen beschriebene Art (Diphyllodes Guilelmi III) alle bisher 
bekannten vertreten sind. 



Herr Regierungsrath Director Dr. A. Pokorny spricht 
über: Die Blattform von Firns da^tica L. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Dr. Emil v. Marenz eller liest den folgenden, An- 
fangs April von dem Mitgliede Dr. C. v. Marchesetti an 
ihn aus Bombay eingesendeten Reisebericht vor: 

Hochgeehrter Herr! 

Nun da ich den südlichen Theil meiner Eeise beendet habe, will ich nicht 
länger warten, Ihnen in Kurzem über meine Wanderungen in Indien Bericht zu 
geben. Meine Reise beschränkte sich hauptsächlich auf die westliche Küste und 
die nahestehenden Berge von Bombay angefangen bis nach Calicut, auf welcher 
Tour ich mehrere in naturhistorischer Hinsicht ziemlich wenig bekannte Orte 
besuchte. Ich schätze meine botanische Ausbeute auf 4—5000 Arten, indem ich 
meine Aufmerksamkeit insbesondere auf die bis jetzt gänzlich unbekannten 
Cryptogamen-Flora lenkte. Leider ist die Saison nicht gerade die beste für 
botanische Sammlungen, da die Ebenen und die niedrigen Berge durch den 
sechsmonatlichen Regenmangel in wahre Wüsten umgewandelt sind, so dass 
das Reich über welches Flora ihre Herrschaft noch innehält, eigentlich nur auf 
die sumpfigen Theile der Ebenen, und die meist undurchdringlichen Wälder 
der Gebirge beschränkt ist. 

Die wichtigsten und interessantesten Funde habe ich auf den Coorg Hills, 
einem sehr wenig bekannten, an der Grenze Mysor's liegenden Lande, gemacht. 
Ich vernachlässigte dabei seine Fauna nicht, und sammelte eine gute Anzahl 
Vögel und Schlangen, worunter eine (Boa?) die bei Armdicke eine Länge von 
13 Fuss hat. — Aber auch in ethnographischer Hinsicht ist das Land interessant; 
es finden sich nämlich dort mehrere Völkerschaften, die von dem gewöhnlichen 
Hindu in Complexion, Sitten, Religion durchaus abstechen. Als solche sind zu 
nennen die Coorg, ein starker, gut gebildeter Menschenschlag, mit fast grie- 
chischen Gesichtszügen, ziemlich weisser Hautfarbe, deren Tracht der unserer 



72 



Versammlung am 3. Mai 1876, 



südslavischen Völkerschaften äusserst ähnlich ist. Neben diesem ist ein anderer 
Stamm — die Kurumbas — die noch ganz wild durch die Wälder umherirren, 
und unter Bambuszelten oder in Höhlen leben und sich blos von Waldfrüchten 
nähren. Die Holeyas werden in einer Art Knechtschaft — servi glebae — ge- 
halten, und sind die eigentlichen Arbeiter der meistens von den Coorg inne 
gehaltenen Keisfelder. Wichtig ist das Land wegen seiner Caffeeproduction, der 
hier sehr gut gedeiht und im Mittel den Pflanzern 18 Procent jährliche Rente zu- 
sichert. Patchuli {Pogostemum Patchuli) wächst hier in grosser Menge wild, 
wird jedoch von Niemand beachtet. 

In Goa war ich so glücklich einen Fund zu machen, der mir in prä- 
historischer Hinsicht von sehr grossem Werthe zu sein scheint. Ich fand 
nämlich achtundvierzig Meilen von Goa, in der Provinz von Sattari, einen aus- 
gedehnten versteinerten Wald, worin sich mehrere Stämme finden, die deutlich 
die S puren der Aexte, womit sie gefällt wurden, beibehalten haben. 
Die Bäume gehörten durchwegs den Monocotyledonen an und obwohl gegen- 
wärtig in Kiesel umgewandelt, ist die faserige Structur sehr gut zuerkennen. Sie 
liegen unmittelbar auf Granit, und sind theilweise von der lateritischen Formation 
bedeckt, theilweise liegen sie, besonders an abschüssigen Stellen, frei zu Tage. 
Ich wage es nicht auszusprechen, wie lange diese Baumstämme gebraucht 
haben, um in Stein umgewandelt zu werden. Bedenkt man jedoch, dass es sich 
hier nicht um eine Incrustation handelt, sondern um eine wirkliche Verkie- 
selung, dass die Versteinerung nicht auf einem Hügel vorgegangen sein kann, 
sondern dass die Erhebung desselben eine spätere ist, dass an den abhängigen 
Partien das Wasser eine in dem Thale viele Meter dicke, den versteinerten 
Wald bedeckende Lateritschichte abgewaschen hat, und endlich dass an den 
Ufern eines Baches die Versteinerungen schon rückgängige Metamorphosen in 
Folge der dissolvirenden chemischen Einwirkung des Wassers eingegangen sind, 
so kann man sich sehr leicht einen Begriff der dazu nöthigen Zeit machen. 
Ueber die Spuren der Axthiebe ist gar kein Zweifel zu erheben, da dieselben 
so rein und erkenntlich vortreten, als wenn das Holz erst gestern gefällt 
worden wäre. Unter den vielen gesammelten Stücken befindet sich eines, das 
zugleich uns lehrt, wie jene alten Ureinwohner vorgingen, um einen Baum 
zu fällen, und uns überdies zeigt, dass dieselben schon einen ziemlich hohen 
Culturstand erreicht hatten. Es ist ein keilförmig ausgeschnittenes Stück, dessen 
Schnittfläche 2 (resp. 2 3 / 4 ) Zoll messen. Die obere ist ganz rein, während die 
untere in drei Absätze getheilt ist. Solche Schnitte können unmöglich mit einem 
steinernen Werkzeuge ausgeführt worden sein; das Volk hatte bereits eiserne 
Instrumente. 

Und noch möchte ich beobachten, dass diese glatten Schnittflächen, un- 
möglich das Werk des Zufalles sein können oder in Folge der Abglättung durch 
äussere Einflüsse. Sämmtliche Schnitte sind der Faseruug transversal, bei einigen 
Stücken durchkreuzen sie dieselben unter einem rechten Winkel. Wären sie 
Folge des Zufalles, so würden sie der Fasening parallel verlaufen, da in dieser 
Richtung dieselben viel leichter beigebracht werden können. Dass sie nicht 



br. F. K. Knauer. 



73 



durch Abglättung an einer abschüssigen Ebene entstanden sein können, ersieht 
man leicht, wenn man die Stellen betrachtet, wo sich dieselben befinden. 

Und so möchte ich dieses versteinerte Holz als eine der ältesten bisher 
gefundenen Urkunden menschlicher Thätigkeit, bei denen, wenigstens an- 
näherungsweise, das Zeitalter zu bestimmen leichter möglich ist, als es bei 
den gespaltenen Knochen oder den Pfeilspitzen der Fall ist. 

Nächsten Montag fahre ich mit Capitän Burton nach der alten, portu- 
giesischen Stadt Bassein, worauf ich mich nach Damao, Surat, Broach und 
Bareda begeben werde. 



Ferner besprach derselbe nachstehende Beobachtungen: 

Bufo vulgaris Laurenti (Erclkröte) und Rana tem- 
poraria Linne, (Thaufrosch) während der Laichzeit. 

Von 

Dr. Fried. K. Knauer in Wien. 

Seit meinen letzten, anderen Orts l ) mitgetheilten Beobachtungen über 
Amphibien und Reptilien habe ich insbesondere den Fortpflanzungs- und den 
Häutungsact dieser Thiere betreffend manche mittheilungswerthe Beobachtung 
gemacht, die ich seiner Zeit in einer umfangreicheren Abhandlung zu ver- 
öffentlichen gedenke. Hier seien mir nur einige Mittheilungen über Begattung 
bei Biifo vulgaris und Rana temporaria gestattet. 

Bekanntlich sind Bufo vulgaris und Maua temporaria mit Pelobates fuscus 
Wagler (Knoblauchkröte) und Triton alpestris Laurenti (Alpenmolch), die ersten 
unter den Amphibien, die, ihren Winteraufenthalt verlassend, ans Fortpflanzungs- 
geschäft gehen. Ebenso ist es bekannt, dass diese kaltblütigen, als — wenn 
auch in übertriebenem Masse — träge und mattlebjge Geschöpfe verschrienen 
Thiere während der Begattungszeit einen sehr regen Fortpflanzungstrieb kund- 
geben, der bei Rana esculenta Linne (Wasserfrosch) und bei Bufo vulgaris in 
kaum tiberschreitbarer Erregtheit sich äussert. Wer sich durch die Ende März 
oder Anfangs April allerorts noch herrschende Feuchtigkeit nicht abhalten lässt, 
den in der Nähe befindlichen Sümpfen und Teichen einen Besuch abzustatten, 
kann um diese Zeit den Fortpflanzungsact oben genannter beiden Amphibienarten 
in seinem Verlaufe mit Müsse verfolgen ; er findet um diese Zeit die Ufer der 



*) Beobachtungen an Reptilien und Amphibien in der Gefangenschaft. Ein kleiner Beitrag 
zur näheren Kenntniss des Lebens dieser Thiere. Wien. 1875. Alfred Holder. 

Z. B. Geh. B. XXVI. Sitz.-ßer. K 



74 



Versammlung am 3. Mai 1876. 



kleinsten Tümpel von Schaaren in Begattung begriffener Erdkröten *) und Thau- 
frösche umlagert. Tage lang sitzt da das Männchen mit trüben, verglasten 
Augen auf dem Rücken des Weibchens, die Vorderfüsse unter dessen Achseln 
tief eingepresst, den Kopf fest an den des Weibchens gedrückt. Der geringste 
Versuch des Weibchens, sich über Wasser zu heben, oder der störende Eingriff 
einer anderen männlichen Kröte lässt das Männchen in hörbarer Erregtheit 
rasch nach einander heulende Töne ausstossen. Mit dem Aufgebote aller Kraft 
wird das Weibchen wieder unter Wasser gedrückt und der Störefried mit den 
Hinterfüssen weggestossen. Nie konnte ich wahrnehmen, dass das Männchen 
ohne vorhergegangene Störung aus freiem Antriebe Laute hören gelassen hätte. 
Während des ganzen Fortpflanzungsactes bleibt das Weibchen auffallend ruhig, 
fügt sich mit ersichtlichem Gleichmuth in die ihm vom Männchen bereitete 
Zwangslage, blickt mit klaren, nur etwas mattblau unterlaufenen Augen darein, 
lässt keine sich bietende Gelegenheit, etwas zu erbeuten, unbenützt, sieht den 
Feind sofort und flieht, während das trüb darein schauende Männchen für seine 
ganze Umgebung blind zu sein scheint, weder an Nahrung denkt, wenn sich 
solche bietet, noch zu fliehen sucht, wenn man herantritt. Versucht man das 
Männchen vom Weibchen zu trennen, so setzt es dem allen Widerstand entgegen ; 
an den Hinterfüssen in die Höhe gehalten, presst es die Vorderfüsse nur um so 
tiefer in den Körper des Weibchens und hält dieses mit aller Kraft fest, obschon 
dasselbe weit grösser und durch die Eierlast um so gewichtiger ist. Gewaltsam 
vom Weibchen herabgerissen, springt es freigelassen sofort wieder auf dessen 
Bücken. Gelingt es einem Männchen nicht, ein lediges Weibchen zu finden, so 
setzt es sich an einem schon von einem Männchen besetzten Weibchen fest; 
ich zog so nicht selten Weibchen aus dem Wasser, die von fünf Männchen 
umarmt waren, von denen eines auf dem Rücken des Weibchens Platz gefunden 
hatte, während die übrigen an je einem der vier Füsse desselben sich anklammerten; 
diese Gruppe erhält zeitweise weiteren Zuwachs an einem Thaufrosche, der in 
Ermanglung eines Weibchens seiner eigenen Art an eine der männlichen Erd- 
kröten sich anschliesst. — Bei in der Gefangenschaft sich begattenden Kröten 
machte ich mehrmals die Beobachtung, dass die Weibchen von den Männchen 
mit solcher Kraft unter Wasser gehalten und am Emportauchen so lange ver- 
hindert wurden, dass sie schliesslich erstickten; 2 ) im Freien bei den nicht 
beengten Raumverhältnissen mag allerdings ein solcher Fall selten eintreten. — 
So lebhaft der Fortpflanzungstrieb der Erdkröten, so kommt er an gefangen 
gehaltenen Thieren dieser Art doch nur dann zum Ausbruche, wenn denselben 

1 ) Welch ein verborgenes Leben Bufo vulgaris nach vollzogenem Laichgeschäfte den 
grössten Theil des Jahres über führen mag und wie weit her einzelne Kröten zu einem solchen 
Tümpel kommen müssen, erhellt daraus, dass zur Paarungszeit an einem ganz kleinen stehenden 
Wasser viele Hunderte von Erdkröten zu finden sind, während es in den späteren Monaten nur 
dem geübten Amphibiensucher gelingt, in der Nähe des betreffenden Tümpels einige erwachsene 
Erdkröten zu finden. 

2 ) Die hie und da noch immer aufgetischten, von Manchen noch geglaubten Märchen von 
in Steinen eingeschlossen lebenden Kröten, werden durch solche Fälle in kurzer Zeit eingetretenen 
Erstickungstodes am besten beleuchtet. 



Dr. F. K. Knau er. 



75 



grossere Aquarien zur Verfügung stehen; ebenso konnte ich beobachten, dass 
überaus gut gefütterte Krötenweibchen durchaus nicht ans Laichen gingen, 
auch wenn ihnen Wasser in genügerjder Menge geboten war. — In dem Mo- 
mente, da die Eierschnüre abzugehen beginnen, geräth das Männchen in einen 
eigenthümlichen Zustand der Starre, es schliesst sich fest an das Weibchen an 
und bleibt mit geschlossenen Augen völlig ruhig liegen. An der Befruchtung 
der von einem Weibchen abgegebenen Eier scheinen oft mehrere Männchen zu 
participiren; ich konnte wenigstens oft bemerken, dass 3 — 4 Männchen sich um 
die eben austretenden Eierschnüre eines Weibchens zu schaffen machten. — Die 
Kröten bringen diese Eierschnüre nicht jede an einem eigenen Orte an, sondern 
vereinigen dieselben zu grossen Klumpen. Die Schnüre gehen in der Weise ab, 
dass die schon ausgetretenen Partien an einem Steine (einer Wasserpflanze 
u. dgl.) oder an schon vorhandene Eierklumpen angeschlossen und durch rasches 
Vorwärtsschwimmen Seitens des Weibchens die übrigen Schnüre herausgleiten 
gelassen werden. — Bei dem Laichgeschäfte geht alljährlich eine grosse Zahl 
weiblicher Kröten zu Grunde; liessen sich nämlich die Kröten durch voraus- 
gegangene wärmere Tage verleiten, früher zur Paarung zu schreiten und tritt 
zu der Zeit, da die Eier schon abgangsreif geworden, plötzlich wieder kühle 
Witterung ein, so unterbleibt der Eieraustritt und die um diese Zeit stark 
aufgedunsenen Krötenweibchen kommen in kurzer Zeit um. Ich fand so am 
5. April 1. J. in dem Dornbacher Teiche (am Wege zur Rohrerhütte) über 120 
auf diese Weise zu Grunde gegangene weibliche Erdkröten. l ) Derselbe Fall 
tritt ein, wenn man im Laiehen begriffene Weibchen von Bufo vulgaris in 
enge Behälter bringt und ihnen so die Möglichkeit, die Eier abzugeben benimmt. 
Ein lebhaftes Beispiel, wie gross der den Männchen der Erdkröte innewohnende 
Begattungstrieb, bot sich mir bei dieser Gelegenheit dar, als ich fast alle diese 
umgekommenen Weibchen noch immer von Männchen besetzt fand; auch als 
ich mehrere Tage später nachsah, waren noch immer einige der schon in voller 
Verwesung begriffenen Leichen von Männchen umarmt. 

Während der ganzen Paarungszeit der Erdkröten hält der gewöhnlich um 
einige Tage früher an stehendem Gewässer zur Paarung eintreffende Thaufrosch 
mit seinen Nachbaren gute Kameradschaft. Unbeirrt obliegen ganze Schaaren 
von Thaufröschen und Erdkröten neben einander und durcheinander dem Fort- 
pflanzungsgeschäfte, und um das gute Einvernehmen vollends herzustellen sieht 
man hie und da ein Thaufroschmännchen auf einer weiblichen Erdkröte oder 
einen weiblichen Thaufrosch von einem Männchen der Erdkröte belagert oder 
gar Männchen beider Arten in nutzloser, ungeminderter Lust gepaart. — Die 
Eier legt der Thaufrosch neben die Eierschnüre der Erdkröte, ohne sie aber 
zu befestigen, da sie sich schwimmend auf der Wasseroberfläche erhalten. 

*) Wer um diese Zeit erwähnten Teich passirte, konnte überdies die Ufer desselben von 
zahlreichen Leichen muthwillig erschlagener Kröten bedeckt finden. Könnte nicht der gleich daran 
befindliche Posten der Sicherheitswache hemmend einschreiten! Wie soll man derlei Leistungen 
der Dummheit und Rohheit auf dem Lande rügen, wenn man ihnen in nächster Nähe der Residenz 
begegnet ! 



76 



J. H. Mos chl er. 



Herr Custos A. Rogen hofer legte einen von Herrn 
J. H. Möschler eingesendeten Aufsatz : Beiträge zur Schmetter- 
lings-Fauna von Surinam vor und gab eine kurze Uebersicht 
des Inhaltes. (Siehe Abhandlungen.) 

Ferner besprach er zwei kürzlich erschienene Arbeiten : 

1. Mac Lachlan, A monographic revision and Synopsis of the Trichoptera 
of the european Fauna, mit sehr schönen Tafeln geziert. 

2. Dr. Fieber's, Les Cicadines d'Europe, traduit de rallemand par 
Ferd. Reiber, I. Familien und Gattungen. 



Abhandlungen. 



Synopsis Cecidomyidarum. 

Von 

Julius Edl. y. Bergen stamm und Paul Low. 



(Vorgelegt in der Versammlung vom 5. Januar 1876.) 

Die umfangreiche in verschiedenen periodischen Schriften und selbst- 
ständigen Werken zerstreute Literatur über die Gallmücken, ihre Lebensweise 
und Erzeugnisse zur übersichtlichen Anschauung zu bringen, wird in dieser 
Zusammenstellung angestrebt. Als Basis hiezu diente uns die unübertroffene 
Monographie der Gallmücken von Dr. H. Loew (1850), welche ein Bild der 
damaligen Gallmücken-Literatur gibt, diese kritisch behandelt und den Grund 
zur Systematik dieser Familie gelegt hat. 

Nicht nur die eigenthümlichen Pflanzendeformationen (Dipterocecidien), 
welche viele Gallmücken verursachen, sondern auch die Nachtheile, welche 
einige Arten durch massenhaftes Auftreten dem Landwirthe zufügen und viele 
andere biologische Eigenthümlichkeiten haben fortwährend die Aufmerksamkeit 
der Beobachter rege gehalten und so häuften sich die Publicationen über diesen 
Gegenstand von Jahr zu Jahr. Obgleich nun diese Literatur grösstentheils in 
Jahresberichten etc. gesammelt erscheint, so ist doch das Aufsuchen derselben 
für specielle Zwecke noch immer mit vieler Mühe, Schwierigkeiten und Zeit- 
aufwand verbunden. Mit dem Wunsche letztere zu beseitigen, haben wir es 
unternommen diese Uebersicht aller bezüglichen Leistungen zusammenzustellen 
und waren dabei bemüht durch zweckmässige Anordnung und Ausführlichkeit 
den Anforderungen, welche an diese Vorarbeit gestellt werden können, zu ent- 
sprechen, sowie auch durch Einsichtnahme der Original-Publicationen, soweit 
uns dieselben zugänglich waren, Irrthümer zu berichtigen. 

Den Herren Vorständen der Bibliotheken zu Berlin, München und Wien, 
sowie den Herren Dr. H. Loew, Prof. v. Siebold, Prof. Gerstäcker, Custos 
Rogenhofe r, Prof. G. Mayr, Prof. Brauer, Dr. F. Löw und vielen Anderen 
sind wir für ihr freundliches Entgegenkommen und die bereitwillige Unter- 
stützung bei Verfolgung unseres Zieles zu aufrichtigem Danke verpflichtet, den 
wir uns hiemit auszusprechen erlauben. 

In den älteren botanischen Werken von AI dr ovandi, Aymen, Bauhin, 
Clusius, Decandolle, Gouan, Guettard, Malpighi, Scheuchzer, 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 1 



2 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



Tournefort, Vaillant, Weinmanu, Willdenow u. v. A. finden sich zwar 
viele Pflanzendeforinationen, von denen man gegenwärtig weiss, dass sie durch 
Gallmücken entstehen, beschrieben und abgebildet, da aber diese Missbildungeu 
daselbst nur vom botanischen Standpunkte aus behandelt sind, oder über ihre 
Entstehung blos Vermuthungen ausgesprochen werden, so haben wir diese Mit- 
theilungen als nicht zur Gallmücken-Literatur gehörig angesehen. Dasselbe ist 
auch der Fall bei jenen Abhandlungen, welche sich blos mit der Eintheilung 
der Pflanzengallen in Gruppen je nach den Pflanzentheilen, auf denen sie vor- 
kommen, oder nach der Form u. s. w. ohne besondere Rücksicht auf die sie 
erzeugenden Thiere, beschäftigen, weil diese Arbeiten zu allgemein gehalten 
sind und daher nicht speciell auf irgend eine Insectenfamilie bezogen werden 
köonen. 1 ) 

Die vorliegende Synopsis zerfällt in vier Hauptabschnitte: 

I. Uebersicht der Literatur. 

II. Uebersicht der Subfamilien, Genera und Species der Cecidomyidae. 

III. Uebersicht solcher Species, von denen man blos die Lebensweise 
der Larven kennt, deren lmagines aber noch unbekannt und un- 
beschrieben sind. 

IV. Verzeichniss der Nahrungspflanzen und anderer Aufenthaltsorte der 
Gallmücken. 

Die im ersten Abschnitte gegebene, nach Autornamen alphabetisch ge- 
ordnete Uebersicht der benützten Literatur soll auch dazu dienen, die Kürzungen 
sich öfter wiederholender Citate im zweiten und dritten Abschnitte verständlich 
zu macheu. 

Der zweite Abschnitt enthält sämmtliche Gattungs- und Species-Namen 
der Cecidomyiden, in die beiden Subfamilien Lestreminae und Cecidomyinae 
getrennt. Die Species sind in den betreffenden Subfamilien nicht nach Gattungen 
geordnet, sondern insgesammt alphabetisch aufgeführt, weil h von vielen Species 
die Beschreibungen so mangelhaft sind, dass daraus nicht erkannt werden kann, 
welchem Genus sie zuzuzählen sind; 2. viele Species-Namen existiren, ohne dass 
die diese Namen tragen sollenden lmagines bekannt wären, mithin auch die 
Genera unbekannt geblieben sind und es 3. viele gleichnamige Species gibt, 
deren Aufsuchung durch Trennung in Genera jedenfalls erschwert würde. Die 



*) Hieher gehören unter Anderen: 
Kalchberg, Uel»er die Natur, Entwicklungs- und Eintheilungsweise der Pflanzenauswüchse. 
Prag. 1828. 

Hammerschmidt, Ueber die Eintheilung der Pflanzenauswüchse. Isis. 1834, p. 719. 

Frauenfeld, Die Gallen. Sitzbr. Acad. Wien. 1855. 

Lacaze-Duthiers, Recherches pour servir a l'histoire des Galles. 1853. 

— Memoire sur 1'aliinentation de quelques insectes gallicolles et sur la production de La 

graisse. 1854. 

Quatrefages, Rapport sur un Memoire de M. Lacaze-Duthiers ect. 1854. 
Czech, Neue Eintheilung der Pflanzengallen. 18;">8. 

Haimhofen, Beobachtungen über die Menge und das Vorkommen der Pflanzengallen. V. z. b. Ges. 
1858, p. 285. , 



Synopsis Cecidomydidarnm. 



3 



Gattung ist daher hinter dem Species-Namen in Klammern beigefügt, sollte 
sie unbekannt oder fraglich sein, ist dies an derselben Stelle ersichtlich gemacht. 

Um die Citate derjenigen Publicationen, welche ausschliesslich biologischen 
Inhaltes sind, besonders kennbar zu machen, Hessen wir sie bei den betreffen- 
den Species erst nach der biologischen Notiz folgen, während alle jene Autoren, 
deren Arbeiten auch die Beschreibung des vollkommenen Insectes enthalten, 
zwischen dem Namen der Art und der Angabe über ihre Lebensweise stehen. 

Was die Synonymie betrifft, so konnten wir sie nur so weit, als bei dem 
jetzigen Stande der Kenntniss dieser Dipterenfamilie möglich ist, ersichtlich 
machen. Es ist jedoch unzweifelhaft, dass unter den vielen ungenügend be- 
schriebenen Arten, von denen man überdiess auch die Lebensweise nicht kennt, 
noch zahlreiche Synonyma verborgen sein werden. Diese Arten deren mangel- 
hafte Beschreibung ihr Wiedererkennen, ohne typische Exemplare zum Ver- 
gleiche zu haben, kaum möglich oder mindestens sehr zweifelhaft erscheinen 
lässt, haben wir zum Unterschiede von den ausführlicher beschriebenen mit 
einem f bezeichnet. 

Das den vierten Abschnitt bildende Verzeichniss der Nahrungspflanzen 
und Aufenthaltsorte der Gallmücken ist zugleich als Nachschlage-Register zu 
benützen, da die dort angeführten Zahlen auf die Gallmücken-Species verweisen. 

Schliesslich erlauben wir uns an alle Jene, welche Unrichtigkeiten oder 
Auslassungen in der vorliegenden Synopsis entdecken sollten, das Ersuchen zu 
stellen, uns auf dieselben gefälligst aufmerksam machen zu wollen. 

I. Uebersicht der Literatur. 1 ) 

Amblard, Note sur une galle du Tamarix brachystylis. 

Ann. Soc. Ent. Fr. ser. 3, T. IV. 1856, p. 169-172, pl. IV. 

Amerling, Ueber Asynapta lugubris auf Pflaumenbäumen. 

Lotos 1859, p. 60 und 140, pl. II. 

— Gesammelte Aufsätze aus dem Gebiete der Naturökonomie und Physio- 
kratie. Prag 1868. 

Enthält p. 141 einen Abdruck des vorigen Artikels. 

* Anonym, Observations sur la reproduction parthenogenesique chez quelques 
larves d'Insectes Dipteres par Mss. N. Wagner, Meinert, Pagenstechcr et 
Ganine. 

Ann. sc. nat. ser. 5, T. IV. p. 259—289, pl. XIII. und XIV. Ein Resume hievon in Ann. 
et Mag. nat. bist. ser. 3, T. XVIII, p. 496-498. 

Apetz, Entomologische Notizen (Lebensweise von Campylomyza). 

Stett. Ent. Zeitg. 1849, T. X, p. 62. 

Bach, Ueber gewisse Veränderungen und Auswüchse an verschiedenen Pflanzen- 
theilen, welche durch den Einfluss der Insecten bewirkt werden. 

Natur und Offenbarung 1859, T. V, p. 250—263. 

] ) Die mit * bezeichneten Publicationen behandeln Larven-Anatomie und Metamorphose. 

1* 



4 Julius Edl. v. Bergenstanim und Paul Low. 

*v. Baer, Bericht über eine neue vom Prof. Wagner in Kasan an Dipteren 
beobachtete abweichende Propagationsform. 

Bullet. Acad.* Sc. Petersbourg 1863, T. VI, p. 239—241. 

* — Ueber Prof. Wagner's Entdeckung von Larven, die sich fortpflanzen, 

Herrn Ganin's verwandte und ergänzende Beobachtungen und über die 
JPaedogenesis überhaupt, (v. Hanin.) 

Bullet. Acad. Sc. Petersbourg 1866, T. IX, 64-137, pl. I. 

Bazin, Notice sur un insecte qui a cause les plus grands ravages dans nos 
dernieres recoltes de ble sur pied, la Cecidomyie du froment et quelques- 
uns de ses parasites. Paris 1856. 

Bigot, Essai d'une Classification generale et synonymique de l'ordre des insectes 

dipteres. 

Ann. Soc. Ent. Fr. ser. 3, 1854, T. II, p. 447-477. 

Birnie, On the efficacy of certain steeps, to preserve wheat from the fly 
ancl smut. 

New Engl. Farmer 1824, T. III, p. 171. 

Blanchard, Histoire naturelle des Insectes. Paris 1840, T. III. 

— Gay historia fisica de Chili. 1852, T. VII. 

Boie, Zur Verwandlungsgeschichte inländischer Zweiflügler. 

Kröyer's Naturhist. Tidsskr. 1838—1839, T. II, p. 234—248. 

Bosc d'Antic, Quelques appercus sur l'insecte connu sous le nom de Mouche 
hessoise et sur un insecte parasite qui s'en nourrit. 

Ann. de l'Agric. France. 1817, T. X, p. 277—303. 

— Sur une nouvelle espece de Cecidomyie. 

Nouv. Bullet. Soc. Philom. 1817, p. 133—134. — Journ. Physique. Blainville. 1817, p. 17, — 

Isis. 1818, p. 1559. 

Bouche, Naturgeschichte der schädlichen und nützlichen Garteninsecten. Ber- 
lin 1833. 

— Naturgeschichte der Insecten. Berlin 1834. 

* — Beiträge zur Kenntniss der Insectenlarven. 

Stettin. Ent. Zeitg. 1847, T. VIII, p. 142—146. 

*Brauer, Die Einwendungen Dr. Gerstäcker's gegen die neue Eintheilung der 
Dipteren in zwei grosse Gruppen. 

Verh. zool.-bot. Ges. Wien 1867, T. XVII, p. 737-742. 

*— Kurze Charakteristik der Dipterenlarven. 

Ibid. 1869, T. XIX, p. 841—852. 

Bremi, Zur Naturgeschichte der Cecidomyien. 

Verh. sebweiz. naturf. Ges. Chur. 1844. 29. Vers. p. 100—104. 

— Beiträge zu einer Monographie der Gallmücken. 

Denkschr. allg. Schweiz. Ges. f. d. ges. Naturw. Neuenburg. 1847, T. IX. pl. I und II. 

— Mittbeilungen über die Insecten der Eichen. 

Mitth. naturf. Ges. Zürich. 1849. T. I, Nr. 14, Sept. 1847, p. 1 — 16. 

Brischke, Kleinere Beobachtungen über Insecten. 

Schrift, naturf. Ges. Danzig 1869, Neue Folge T. II, Hft. 2. 

— Ueber die Rapsfeinde und ihre Parasiten. 

Ibid. 1871. Neue Folge. T. II. Hft. 3 und 4. 



Synopsiiä Ceeidoinyidaruiu. 



5 



*Carus, Prof. Nicolai Waguer's in Kasan Entdeckung von Insectenlarvon, die 
sich fortpflanzen. 

Nova Acta Acad. Leopold. Carol. Germ. Nat. Cur. Dresden 1867, T. XXXIII. Leopoldina 
Hft. V, p. 95-97. 

Coates, Reniarks on the present state of the evidence in regard to the Hessian 
Fly. 1841. 

— Note on the natural Alliances of the genus Cecidomyia, intended to 
facilitate identification. 

Proc. Acad. Nat. Sc. PMlad. 1842, T. I, p. 191—192. 

Cohn, Untersuchungen über Insectenschaden auf den schlesischen Getreidefeldern 
im Sommer 1869. 

Separat und in Abhandl. schles. Ges. f. vaterl. Cultur. Breslau 1868—1869, p. 187 ff. 

Contarini, Memoria, sopra una nuova specie di Cecidomyia (C. Woeldikii) ed 
alcune osservazioni quelle delT Iperico descrito del Prof. Gene. 

Atti Veneto Ateneo, Venezia 1840, T. III, p. 26, tab. I. — Isis 1844, p. 799. 

Contri, Sul muscino del frumento. 

Mem. Acad. Bologna 1850, T. II, p. 189—206. 

Costa 0. Gr., Descrizione di dodici nuove specie dell' ordine de'Ditteri et illu- 
strazione di altre quatuordici meno ovvie. 

Atti Acad. Sc. Napoli 1844, T. V, P. 2, p. 109—120, pl. 

Couch, A few remarks on the midge fly, which infests the wheat. 

Ann. et Mag. nat. hist. ser. 2. 1857, T. XX, p. 399, fg. 

Couper, A new thorn-leaf gall. 

Canadian Entom. 1869, T. I, p. 68. 

— The alder-bud gall. ibid. p. 8i. 

Curtis J., Observations on the Natural History and Economy etc. Paper 8 
iuclud. a Saw Fly, the Hessian Fly, the Wheat Midge and the Barley Midge. 

Journ. R. Agric. Soc. Engl. 1845, T. VI, p. 131—156. pl. I. 

— The Yellow Eocket Midge. 

Gardeners Chronicle 1845, T. V, p 400. 

— Farm Insects. Glasgow 1860. 

Czech, Ueber den Ursprung der Gallen au Pflanzentheilen. 

Stett. Ent. Zeitg. 1854, T. XV, p. 334-343. 

Dahlbom, Anteckninger öfver Insekter observerade pä Gottlaud och i en del af 
Calmar Län. 

Vetensk. Acad. Handl. Stockholm 1850, p. 166. 

Dawsou J. W., Notice of specimens of the Wheat Midge from Nova Scotia. 

Journ. Acad. Nat. Sc. Philad. Proceed. 1849, T. IV, p. 210—211. — Reimpr. Ann. et Mag. 
nat. hist. 1850, T. V. ser. 2, p. 152—154. 

Degeer, Abhandlungen zur Geschichte der lusecten. Uebersetzt v. Goeze. 
T. VI. 1782. 

Drewsen, Over de for Rapsen skadelige Insekter. 

Kröyers Naturhist. Tidsskr. 1842-1843, T. IV, p. 337—339. 

Dufour, Memoire sur une galle de la bruyere ä balais et sur les insectes qui 
rhabitent. 

Ann. Soc. Ent. Fr. 1837, T. VII, p. 83- 91. 



6 



Julius Edl. v. B-er genstamm und Paul Low 



Dufour, Notes pour servir a l'histoire des Cecidomyies et description d'une 
nouvelle espece de ce genre de Dipteres. 

Ibid. 1838, T. VII, p. 293—296. 

— Histoire des metamorphoses des Cecidomyies du pin maritime et du 
peuplier. 

Ann. Sc. Nat. ser. 2, 1841, T. XVI, p. 251—263, pl. 1. 

— Memoire pour servir ä Fhistoire des metamorphoses des Tipulaires du 
genre Lasioptera. 

Mem. Soc. Lille 1845, p. 215—222, pl. 1. 

— Histoire de la galle de VEryngium et des divers insectes qui Thabitent. 

Ibid. 1846, p. 121—128, pl. 1. 

— Description des galles de Verbascum et de Scrophularia et des insectes, 
qui Thabitent, pour servir a Vhistoire du parasitisme. 

Ann. Sc. Nat. ser. 3, 1846, T. V, p. 5-24, pl. I. 

— Un mot sur la galle du ronce. 

Ann. Soc. Ent. Fr. ser. 4, 1861, T. I, p. 572. 

Duhamel, Elements d'agriculture. Paris 1771. 
Fabricius, Species Insectorum. Hamburg. T. II. 1781. 

— Entomologia systematica. Hafniae T. IV. 1794. 

— Systema Antliatorum. Brunsvigae 1805. 
Fitch, Insects of the genus Cecidomyia. 

Amer. Jour. Sc. et Agric. 1844, T. I, p. 255—269. 

— An essay upon the Wheat Fly and some species allied to it. Albany 
1845 und 1846. 

— The Hessian Fly; its history, character, transformations and habits. 
Albany 1846 und 1847. 

— Reports on the noxious, beneficial and other Insects of the State of 
New York. T. I cont. 1. and 2. Rep. Albany 1856; T. II. cont. 3., 4. and 
5. Rep. Albany 1859. 

— Sixth report on the noxious and other insects of the State of New York. 

Trans. N. Y. St. Agric. Soc. 1859, T. XIX, p. 587—598. 

v. Frauenfeld, Beitrag zur Insektengeschichte. 

Verh. zool.-bot. Ges. Wien 1855, T. V. p. 13—22. 

— - Beobachtungen über Insektenmetamorphosen. 

Ibid. 1855, T. V, p. 149—152. 

— Die Linsengallen der österreichischen Eichen. 

Bullet. Soc. Nat. Moscou 1856, T. XXIX, p. 393—405, pl. IV. 

— Notizen über die Fauna Honkongs und Shanghais. 

Sitzbr. Acad. Wiss. Wien 1859, T. XXXV, p. 241-272. 

— Ueber exotische Pflanzenauswüchse, erzeugt von Insekten. 

Verh. zool.-bot. Ges. Wien, 1859, T. IX, p. 319—332, pl. VI- VII. 

— Beitrag zur Kenntniss der Insekteu-Metamorpbose, aus dem Jahre 1860. 

Ibid. 1861, T. XI, p. 163—174, pl. II D. 

— Beitrag zur Insektengeschichte aus dem Jahre 1861. 

Ibid. 1862, T. XII, p. 1171-1178. 

— Beitrag zur Metamorphosen-Geschichte. 

Ibid. 1863, T. XIII, p. 1223—1240. 



Synopsis Oec'ulomyularum . 



7 



v. Frauenfeld, Bericht über eine Sammelreise durch England, Schottland, 
Irland und die Schweiz. 

Ibid. 1865, T. XV, p. 575 -594. 

— Zoologische Miscellen IX. 

Ibid. 1866, T. XVI, p. 535-556. 

— Zoologische Miscellen XII. 

Ibid. 1867, T. XVII, p. 781—783. 

— Zoologische Miscellen XIV. 

Ibid. 1868, T. XVIII, p. 147—166. 

— Kurzer Bericht der Ergebnisse meines Ausfluges von Heiligenblut über 
Agram an den Plattensee. 

Ibid. 1870, T. XX, p 659—664. 

Frisch, Beschreibung von allerley Insekten in Teutsch-Land etc. Th. IV und 
XII. 1736. 

Gehin, Notes pour servir ä Thistoire des insectes nuisibles dans le departe- 
ment de la Moselle. Insectes qui vivent sur le poirier. 2 part. 

Bullet. Soc. Hist. Nat. Mosselle 1860, T. IX, p. 109—330. 

Gene, Memorie per servire alla storia naturale di una Cecidomyia, che vive 
sugli Iperici. 

Mom. Acad. Sc. Torino 1833, T. XXXVI, p. 287—295, pl. XIII. 

Geoffroy E L., Histoire abregee des Insectes. 2 edit. 1800, T. II. 
Giebel, Landwirtschaftliche Zoologie. Glogau 1869. 
Gimmerthal, Zweiter Beitrag zur Dipterologie Russlands. 

Bullet. Soc. Nat. Moscou 1846, T. XIX, Nr. III, p. 3—82. 

Giraud, Fragments entomologiques. II. Supplement ä l'histoire des Dipteres 
gallicoles. 

Verh. zool.-bot Ges. Wien 1861, T. XI, p. 470—484, pl. XVII. 

— Memoire sur les Insectes qui vivent sur le Roseau commun, Phragmites 
communis Trin. 

Ibid. 1863, T. XIII, p. 1258—1263. 

— Description et Biologie de trois especes nouvelles du genre Cecidomyia. 

Ibid. 1863, T. XIII, p. 1301—1306. 

Gistel, Mysterien der europäischen Insektenwelt. Kempten 1856. 
Gorrie, On the Wheat Fly. 

Loudon'B Mag. Nat. Hist. ser. 1, 1829, T. II, p. 323—324. - Encycl. of Agric. Lond. 
1829, p. 820. 

Goureau, Les insectes nuisibles aux arbres fruitiers, aux plantes potageres, aux 
cereales et aux plantes fourrageres. Auxerre 1862. Suppl. 1863. 

Gullet, On the eff^cts of Eider in preserving growing Plants from Insects 
and Flies. 

Philos. Trane. 1772, T. LXII, p. 348—353. 

Haberlandt, Cecidomyia destructor Say, Weizengallmücke oder Weizenverwüster. 

Verh. zool.-bot Ges. Wien 1864, T. XIV, p. 401—406. 

Hagen, Bericht über die in der Provinz Preussen von 1857—1859 schädlich 
aufgetretenen Insekten. 

Stettin. Ent. Zeitg. 1860, T. XXI, p. 26—37. 



8 



Julius Etil. v. Bergenstamm und Paul Low. 



Haliday, Catalogue of Diptera occuring abont Holywood in Downshire. 

Entom. Mag. Lond. 1833, p. 143-180. 

*Hanin, Neue Beobachtungen über die Fortpflanzung der viviparen Dipterenlarven. 

Zeitschr. f. wiss. Zool. 1865, T. XV, p. 375-390, pl. XXVII. 

Hardy, On the effects produced by sorne Insects etc. upon Plants. 

Ann. et Mag. Nat. Hist. 1850, T. VI, p. 182—188. 

— (Ein Artikel über Gallmücken, den wir nicht einsehen konnten, befindet 
sich in Scottland Gardener 1854.) 

Harris T. W., Extracts from a paper entitled „Sorne account of the insect 
known by the name of the Hessian Fly, and of a parasitic insect that 
feeds on it, by Thomas Say." (With additional remarks.) 

New Engl. Farmer 1830, T. IX, Nr. 2, p. 9. 

— Wheat insects continued. 

Ibid. 1841, T. XIX, p. 306-307. 

— A Report on the Insects of Massachusetts, injurious to Vegetation. Cam- 
bridge 1841 und 1842. 

Silim. Amer. Jonrn. Sc. 1842, T. XLII, p. 380; — 1843, T. XLIII, p. 386—388. 

— Daraus: The Hessian Fly. 

New Engl. Farmer 1842, T. XX, p. 409—410. 

— A Treatise of the Insects of New England, which are injurious to Vege- 
tation. 1. edit. Cambridge 1842; 2. edit. Boston 1852; 3. edit. Boston 1862. 

— Observations on the transformations of the Cecidomyiae. 

Proc. Boston Soc. Nat. Hist. 1860, T. VII, p. 179—183. 

— Entomological Correspondence. 

Occasional papers Boston Soc. Nat. Hist. T. I, 1869. 

Hartig" Th., Entomologische Notizen im Jahresberichte über die Fortschritte 
der Forstwissenschaft uud forstlichen Naturkunde 1837, T. I, p. 640—646. 
Hävens, Observations on the Hessian Fly. 

Transact. Soc. N. York for the Prömot. of Agric. 1792, P. I, p. 89—107. 

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Cecidomyia Salicis Schrank (T. x, p. 6i); Cecidomyia galeobdolontis (T. x, 
p- 69) ; Cecidomyia toxi (T. x, p. 76) ; The Willow (T. x, p. 197). 

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Ibid. 1798, T. IV, p. 230—239 fg. 

— A continuation of the history of Tipula Tritici. 

Ibid. 1800, T. V, p. 96-111, pl. 

— Some account of the Hessian Fly. 

Loudon's Mag. Nat. Hist. 1828, T. I, p. 227-228, fg. ; — 1829, T. II, p. 292. 

Kirchner, Die Gallenauswüchse des Budweiser Kreises, nebst nomineller Angabe 
der Gallenerzeuger und deren Schmarotzer. 

Lotos 1855, T. V, p. 127—137, 157—161 und 236—244. 

Anmerkung. Die in dieser Publication über Gallmücken-Gallen enthaltenen Angaben 
sind grösstenteils unrichtig. 

Klippert, Animale Parasiten, welche den Weizen afficiren. 

Zwölfter Jahrbr. Ohio Staats-Ackerbaurath. 1858, p. 702—723, fg. 

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Kriechbaumer, Zwei neue Gallen. 

Entom. Nachricht. 1875, Nr. 20, p. 157—158. 
Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. y 



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Künstler, Ueber Getreide- Verwüster. 

Verh. zool.-bot. Ges. Wien 1864, T. XIV, p. 407—416. 

— Beiträge zur Kenntniss der Land- oder Forstwirtschaft schädlichen 
Insekten. 

Ibid. 1864, T. XIV, p. 779-784. 

— Die unseren Kulturpflanzen schädlichen Insekten. Wien 1871. 
*Laboulbene, Metamorphoses de la Cecidomyia papaveris Wtz. et remarques 

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*Leuckart, Die ungeschlechtliche Fortpflanzung der Cecidoinyienlarven. 

Archiv f. Naturg. 1865, T. XXXI, p. 286-303. 

* — Dasselbe unter dem Titel: „On the asexual reproduction of Ceci- 

domyide Larve". 

Ann. et Mag. Nat. Hist. ser. 3, T. XVII, p. 161—173, pl. 

* — Ueber die Fortpflanzung der viviparen Cecidoinyienlarven. 

Nachr. Ges. Wiss. u. G. A. Univers. Göttingen 1865, Nr. 8, p. 215—219. 

Linne, Fauna Suecica. 2. edit. Stockholmiae 1761. 

— Systema Naturae. 13. edit. Lipsiae 1788. 

Lioy, I Ditteri distribuiti secondo un nuovo metodo di classificazione naturale. 

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Loew H., Beschreibung zweier merkwürdigen neuen Dipteren. 

Stettin. Ent. Zeitg. 1844, T. V, p. 321—326. 

— Beschreibung einiger vom Herrn Pastor Hoffmeister zu Nordshausen 
aufgefundenen merkwürdigen Dipteren. 

Ibid. 1845, T. VI, p. 394-402. 

— Mittheilungen über die Verwandlungsgeschichte einiger Insekten und 
über ihren Haushalt auf Pflanzen. 

Allg. deutsch, naturh. Zeitg. 1847, T. II, p. 287—301. 

— Dipterologische Beiträge 1850. Th. IV, Posen. 

— Ueber den Bernstein und die Bernsteinfauna. Berlin 1850. 

— Zur Kenntniss der Gallmücken. 

Linnaea entom. 1851, T. V, p. 370—384. 

— Ueber die den Roggen in den Provinzen Schlesien und Posen verwüstende 
Fliegenmade. 

Zeitschr. f. Entom. d. Ver. f. schles. Insectenk. Breslau 1858. XII. Jg. 

— Die neue Kornmade. Züllichau 1859. 

* — Bericht über die lebendig gebärenden Dipterenlarven, welche in den 

letzten Jahren beobachtet worden sind. 

Berlin. Ent. Zeitg. 1864, T. VIII, p. V-X. 

* — Notiz über eine neuere die lebendig gebärenden Dipterenlarven betreffende 

Publication. 

Ibid. 1865, T. IX, p. 270. 

Löw Frz., Zoologische Notizen, IV. .Serie. 

Verh. zool.-bot. Gee. 1873, T. XXIII, p. 139—144, pl Ilc. 



Synopsis "Cecidomyidarum. 



11 



Low Frz., Beiträge zur Kenntniss der Gallmücken. 

Ibid. 1874, T. XXIV, p. 143-162, pl. II. 

— Neue Beiträge zur Kenntniss der Cecidomyiden. 

Ibid. 1874, T. XXIV, p. 321—328. 

— Ueber neue und einige ungenügend gekannte Cecidomyiden der Wiener- 
Gegend. 

Ibid. 1875, T. XXV, p. 13—32, pl. II. 

Macquart, Insectes Dipteres du Nord de la France. 

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— Les arbres et arbrisseaux d'Europe et leurs insects. 

Mem. Soc. sc. agric. et arts. Lille 1851, p. 174—530. 

— Supplement aux arbres et arbrisseaux et leurs insects. Sep. Lille 1854. 

— Les plantes herbacees d'Europe et leurs insectes. 1854, T. I. — 1855, 
T. II. - 1856, T. III. 

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Insekten. Aachen 1818, T. I. - 1830, T. VI. — 1838, T. VII. 

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nyligt beskrevne Insektlarve, some formerer sig ved spiredannelse. 

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— Uebersetzung hievon v. Siebold, 

Zeitschr. f. wiss. Zool. 1864. T. XIV, p. 394—399. 

* — Om Larvespirernes oprindelse i Miastorlarven. 

NatorhUt. Tidsskr. 3. ltaek. 1864, T. III, p. 83 ff. 

2* 



12 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Löw. 



*Meinert, Endnu et par ord om Miastor, tilligemed bemaerkninger om spiredan- 
nelsen hos en anden Ceciäomyia-L&rwe og om aeggets danneise og 
udvinkling i dyreriget overhovedet. 

Ibid. p. 225-238. 

Ein Resume hievon in Ann. sc. nat. ser. 5. T. VI, p. 16—18. 

* ~ Om en ny slaegt med ynglende larveform of Cecidomyiernes Familie. 

Naturhist. Tidsskr. 3. Raek. 1871. T. VII, p. 463. 

* — Om aeggets anlaey og udvinkling og Embryonets forste danneise i 

Miastorlarven. 

Ibid. 1872, T. VIII, p. 345-378, pl. XII. 

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Ibid. 1869. T. VI, p. 61. 

— On the habits of Ceciäomyia urticae Perris. 

Ibid. p. 137. \ 

— A preliminary account of Ceciäomyia Dorycnii n. sp. 

Ibid. 1870-1871, T. VII, p. 76. 

— Synonymic notes on some species of Ceciäomyia. 

Ibid. p. 39. 

— Note on leaf-folding gall-midges. 

Ibid. p. 88. 

— Ceciäomyia terminalis Lcew prunning the topschoots of Salix fragilis. 

Ibid. p. 89. 

— Note on galls from the Drachenfels. 

Ibid. p. 254. 

— On a Ceciäomyia forming galls on Pteris aquilina. 

Ibid. 1871. T. VIII, p. 99—100. 

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servire alla Ditterologia italiana. Parma 1840. 

Nuovi Ann. Sc. nat. Bologna 1840, T. IV. — Isis 1844, p. 449—452 (ein Auszug). 

— Osservazioni sopra alcune larve d'insetti Ditteri viventi nel gambo dei 
cereali in Italia. 

Ibid. 1843. T. IX, p. 151—159, tab. 1. 

— Compendio della seconda memoria Ditterologica con alcune correzioni. 

Ibid. 1846. ser. 2, T. VI, p. 361—376, pl. 1. 

— Osservazione sopra parecchie specie di esapodi afidicidi e sui loro nemici. 

Ibid. 1847, T. VIII, p. 432-448. 

— Dipterologiae Italicae Prodromus. Parma 1856, T. I. 

— Sugl' insetti che concorrono alla fecondazione dei semi nelle Aristolochie. 

Atti soc. ital. sc. nat. Milano 1860, T. II, p. 133—135, pl. II. B. 

— Stirpis Cecidomyarum genera revisa. 

Ibid. p. 286-294, pl. V. D. 

— De speciebus duabus dipterorum generis Asphondyliae. 

Ann. soc. nat. Modena 1867, T. IT, p. 37—40, pl. VI. 

— Di alcuni insetti ditteri che ajutano la fecondazione in diversi perigonii. 

Aren. p. 1. Zool. Anat. et Phisiol. per Canestrini ser. 2, 1869, T. I. p. 187—192. 

— Degli insetti noeivi e dei loro parasiti. 

Bullt, soc. ent. ital. Pirenze 1874. T. VI, p. 43. 

Rosenhauer, Der Weizenverwüster. 

Intelligenzbl. d. Univers. Erlangen 1860. Nr. 62. — Stett. ent. Zeitg. 1860, T. XXI, p. 320. 

v. Roser, Erster Nachtrag zu dem im Jahre 1834 bekannt gemachten Ver- 
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Correspondenzbl. württembg. landw. Ver. Stuttgart 1840. T. I, p. 49—64. 

Rudow, Die Pflanzengallen Norddeutschlands und ihre Erzeuger. 

Arch. d. Ver. d. Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. Jahrg. 29, 1875, p. 1—96. 
Anmerkung. Diese Publication enthält viele unrichtige Angaben über Cecidomyiden- 
Gallen. Auch ist darin Kirch ner's vorerwähnte Arbeit reproducirt. (v. Kirchner.) 

Sauter, Beschreibung des Getreideschänders (Tipula cerealis). Winterthur 1817. 
Say, Some aecount of the insect known by the name of the Hessian Fly and 
of a parasitic insect that feeds on it. 

Journ. Acad. nat. Sc. Philad. 1817, T. I, p. 45—48; p. 63—64, pl. III. 

— Descriptions of Dipterous Insects of the United States. 

Ibid. 1823, T. III, p. 9-54. 

— Keatings narrative of an expedition to the source of St. Peters River, 
Lake Winnepeck, Lake of the Woods under the Command of Major Long, 
1823, Appendix T. II, p. 268-378. 

Schiner, Dipterologische Fragmente. 

Verh. zool. -bot. Ges. 1854, T. IV, p. 169—176. 

— - Anmerkungen zu Frauenfeld's Beitrag zur Insekten- Geschichte. 

Ibid. 1856, T. VI, p. 215—224. 

— Fauna Austriaca, Diptera. Wien 1864, T. II. 

— Ueber Miastor metraloas Meinert. 

Verh. zool.-bot, Ges. 1865, T. XV, p. 87-88. 

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Synopsis Cecidomyidarnm. 



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Ibid. 1886, p. 189-224. 

— Observations sur deux especes de fausses galles. 

Ann sc. nat. ser. 2. 183«, T. V, p. 319. 



16 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



Vallot, Observation entomologiques (Cecidomyie de l'epine blanche). 

Mem. Acad. sc. Dijon 1837—1838, p. 50. 

— Sur les Galles du Bouillon blanc (Verbascum pulverulentum) . 

Ibid. 1845, p. 481—483. 

— Eclaircissements relatifs ä plusieurs passages de Memoires publies par 
Reaumur. 

Ibid. 1849, p. 81—111. 

Verrall, On Asphondylia ulicis Traill. 

Ent. Month. Mag. 1875. T. XI, p. 224. 

Wagner B., Untersuchungen über die neue Getreidegallmücke. Marburg 1861. 

— Diplosis tritici Kirby und Dipl. aurantiaca n. sp. 

Stett. ent. Zeitg. 1866, T. XXVII, p. 65—96; p. 169—187, pl. III. 

— Diplosis equestris n. sp., Sattelmücke. 

Ibid. 1871, T. XXXII, p. 414-423, pl. IV. 

*Wagner N., Ueber spontane Fortpflanzung der Larven bei den Insekten. 

(In russischer Sprache 1862 in Kasan erschienen Fol. 50 p. 72 Abbldg. auf 5 pl.). 

* — Beitrag zur Lehre von der Fortpflanzung der Insektenlarven. 

Zeitschr. f. wiss. Zool. 1863. T. XIII, p. 513—527, pl. 35- 36. 

* — Ueber die viviparen Gallmückenlarven. 

Ibid. 1865. T. XV, p. 106—118, pl. VIII. 

Walker, List of specimens of Dipterous Insects of the British Museum. Lon- 
don 1848, Part I. 

— Catalogue of the Dipterous Insects collected at Sarawak, Borneo. 

Journ. Proc. Linn. Soc. 1856. T. I, p. 105. 

— Insecta Saundersiana. London 1856. 

— - Insecta Britanica, Diptera. London 1856, T. III. 

Anmerkung. Fast alle von diesem Autor neu aufgestellten Species sind nicht nur un- 
genügend, sondern, wie es scheint, nach trockenen Exemplaren beschrieben; da 
auch von keiner die Lebensweise bekannt ist, so wird ein Wiedererkennen der- 
selben unmöglich sein. 

Walsh, Mr. Couper's thorn-leaf gall. 

Canadian Entomologist 1869, T. I, p. 79—80. 

— On the Insects, Coleopterous, Hymenopterous and Dipterous, inhabiting 
the galls of certain species of willow. 

Proc. Ent. Soc. Philad. 1864. T. III, p. 543—644; 1866—1867. T. VI, p. 223—229, 288. 

— The wheat midge. ■ 

Pract. Entom. Philad. 1866. T. I, p. 10 und 37; — 1867. T. II, p. 99. 

Weyenbergh, Varia entomologica. 

Tijdschrift v. Ent. 1874. T. IX, p. 149, pl. IX. 

Westwood, The Willow-twig Midge. 

Gardener's Chronicle 1847, Nr. 36, p. 588, fg. 

— The Wheat-Midge. 

Ibid. Nr. 37, p. 604, fg. 

— Introduction to the modern Classification of Insects. London 1840, T. IL 
Wiedemann, Aussereuropäische zweiflüglige Insekten. Hamm 1830, T. I. 
Winnertz, Beschreibung einiger neuen Gattungen aus der Ordnung der 

Zweiflügler. 

Stett. ent. Zeitg. 1846. T. VII, p. 11—20, pl. I, II. 



Synopsis Ocidomyidarum. 



17 



Winnertz, Ueber Qscidomyia juniperim L. und Cec. pisi n. sp. 

Ibid. 1S54. T. XV, p. 32ö— 327. 

— Dipterologisches. 

Ibid. 1852. T. XIII, p. 49—58. 

— Beitrag zu einer Monographie der Gallmücken. 

Linnaea entoraologica 1S53. T. VIII, p. 154—322, 4 pl. 

— Heteropeza und Miastor. 

Verh. zool.-bot. Ges. 1870. T. XX, p. 3—8, pl. I. 

— Die Gruppe der Lestreminae. 

Ibid. p. 9—36, pl. IL 

Van der Wulp, Dipterologische Aanteekeningen Nr. 4, VIII Cecidomyidae. 

Tijdschrift v. Entom. 1874. T. IX, p. 109—114. 

Zetterstedt, Insecta Lapponica, Lipsiae, 1840. 

— Diptera Scandinaviae , Lund, 1850, T. IX; — 1852, T. XI; - 1855, 
T. XII: - 1860, T. XIV. 



II, Uebersicht der Subfamilien, Genera und Speeles. 

Farn. Cecidomyidae Schin. 

1. Subfamilie Lestreminae ßd. 
a) Genera. 

Campylomyia Ztt. s. Campylomyza Mg. 

Campylomyza Meigen, S. B. t 1818, p. 101, pl. III, fg. 6—7. — 

Macquart, S. äB. I. 1834, p. 150, pl. IV. fg. 2. — Rondani, II da Mem. 

Parma 1840; — Compendio 1846, p. 369 und 373; — Prodromus I. 

1856, p. 199 (Neurolyga und Campylomyza). — Zetter&edt, D. Sc. IX. 

1850, p. 3669 (Campylomyia). - Walker, I. B. III. 1856, p. 61. — 

O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 178. — Scliiner, F. A. II. 1864, 

p. 411. — Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 9, pl. I. 
Catocha Haliday, Ent. Mag. 1. 1833, p. 156. — Macquart, S. ä B. II. 1835, 

p. 654. Rondani, II da Mem. Parma 1840; - Compendio 1846, p. 369; — 

Prodromus I. 1856, p. 198. — Winnertz, Stett. E. Z. VII. 1846, p. 20 

(Macrostyla) ; — V. z. b. G. 1870, p. 19, pl. II. - Walker, I. B. III. 

1856, p. 59. - O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 177. — Scliiner, F. 

A. II. 1864, p. 412. 
Cecidogona H. Loew, Stett. E. Z. 1844, p. 324. - Walker, I. B. III. 1856, 

p. 58. — Scliiner, F. A. II. 1864, p. 413 (Lestremia). — Winnertz, 

V. z. b. G. 1870, p. 22 (Lestremia). 
Lestremia Macquart, D. N. F. I. 1826, p. 173, pl. IV, fg. 3; — S. ä B. I. 

1834, p. 157, pl. IV. fg. 6-7. - Meigen, S. B. VI. 1830, p. 308. — 

Rondani, II d * Mem. Parma 1840; — Compendio 1846, p. 368 und 372; 

— Prodromus 1. 1856, p. 198 (Lestremia, Mimosciara und Yposataea). 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 3 



18 



Julius Edl. v. B ergenstam m und Paul Low. 



— Zetterstedt, D. Sc. X. 1851, p. 3767. — Walker, I. B. III. 1856, 
p. 57. — O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 178. — Scbiner, F. A. II. 
1864, p. 413. - Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 22, pl. II. 

Macrostyla Wtz. s. Catocha Hai. 

Micromyia Rondani, II da Mein. Parma 1840; — Compendio 1846, p. 369 
und 373; — Prodromus I. 1856, p. 198; — Atti Soc. Sc. Nat. Milano II. 
1860, p. 135. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 411 (Campylomyza). - 
Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 18, pl. TL 

Mimosciara Ed. s. Lestremia Mcq. 

Jteurolyga Ed. s. Campylomyza Mg. 

Tritozyga H. Loew in O.-Sacken M. D. N. I. 1862. p 178—179. 
Tposataea Ed. s. Lestremia Mcq. 

b) Speeles. 

t 1. aceris Mg. (Campylomyza) Q. - N. Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 102; — VI. 1830, p. 271. — Maequart, S. ä 
B. I. 1834, p. 151; — A. A. S. 1854, p. 8. — Zetterstedt, D. Sc. IX. 
1852, p. 3672. — Walker, I. B. III. 1856. p. 62. — Winnertz, V. z. 
b. G. 1870, p. 25. 
Lebensweise unbekannt. 

2. aequalis Wtz. (Campylomyza) — Deutschland, 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 12. 
Aus faulem Buchenholze gezogen. 

3. albicauda Wtz. (Campylomyza) 9- — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 22. 
Aus faulem Holze gezogen, 
f 4. albicornis Mg. (Campylomyza) — Deutschland. 

Meigen, S. B. VI. 1830, p. 271. — Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 25. 
Lebensweise unbekannt. 

5. albipennis Mg. (Lestr.) syn. Anarete canditata Hai. (teste Schiner 

F. A II, p. 353. Anm.) 

6. analis Wtz. (Campylomyza) cf. — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 11. 
Aus faulem Buchenholze gezogen. 

7. antennata Wtz. (Campylomyza) 9- — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 23. 
Aus faulem Holze gezogen, 
t 8. atra Mg. (Campylomyza) 9- — Europa. 

Meig-en, Class. I. 1804, p. 40, (Cecidomyia atra); — S. B. I. 1818, 
p. 102; — VI. 1830, p. 271 (Campylomyza). — Gimmerthal, Bull. Soc. 
Nat.Moscou XIX. 1846, p. 15. — Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3670. 

— Schiner, F. A. II. 1864, p. 412. — Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 25. 
Lebensweise unbekannt. 



Synopsis Cecidoniyidaruiu. 



19 



<ttra Wik. (non Mg.) s. Campylomyza halber ata Ztt. 
t 9. bicolor Mg. (Campylomyza) c? Q . — Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 102; — VI. 1830, p. 271. — Macquart, 
S. ä B. I. 1834, p. 151, pl. IV, fg. 2. - Giwinerthal, Bull. Soc. Nat. 
Moscou XIX. 1846, p. 15. — Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3671. - 
Walker, I. B. IU. 1856, p. 62. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 412. — 
Wiunertz, V. z. b. G. 1870, p. 24. 
Lebensweise unbekannt. 

10. brevinervis Ztt. (Catocha) 9- — N. Europa. 

Zetterstedt, J. L. 1840, p. 828 (Sciara aprilina) ; — D. Sc. X. 1851, 
p. 3770 (Lestremia br&omervis). — Walker, I. B. III. 1856, p. 60. — 
Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 29. 
Lebensweise unbekannt. 

11. carnea H. Lw. (Cecidogona) Q. — Europa. 

H. Loew, Stett. E. Z. V. 1844, p. 324. — Walker, I. B. III. 1856, 
p. 59, pl. XXII, fg. 9. — Schiuer, F. A. II. 1864, p. 414. - Winnertz, 
V. z. b. G. 1870, p. 35. 

Lebensweise unbekannt. 

cinerea Mcq. s. Lestremia leacophaea Mg. 

12. crassitarsis Wulp. (Catocha) Q. — Holland. 

Vau der Wulp, Tijdsch. v. Ent. IX. 1874, p. 113, pl. VIII, fg. 2-3. 
Lebensweise unbekannt. 

13. defecta Wtz. (Lestremia) $ 9- — Deutschland. 

Wiunertz, V. z. b. G. 1870, p. 33. 
Lebensweise unbekannt, 
t 14 fenestralis Rd. (Campylomyza). — Italien. 

Roudani, II da Mein. Parma 1840, fg. 23—26 (Neurolyga). 
Lebensweise unbekannt. 

15. flavicoxa Wtz. (Campylomyza) — Deutschland. 

Wiunertz, V. z. b. G. 1870, p. 15. 
Lebensweise unbekannt. 

16. flavida Wtz. (Campylomyza) 9- — Deutschland. 

Winuertz, V. z. b. G. 1870, p. 13. 
Aus faulem Buchenholze gezogen. 

f 17. flavipes Mg. (Campylomyza) 9- " — Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 102, pl. III, fg. 6; — VI. 1830, p. 271. — 
Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3672 (Camp, pallipes) - Walker, 

I. B. III. 1856, p. 62. — Schiuer, F. A. II. 1864, p. 412. — Wiunertz, 
V. z. b. G. 1870, p. 24 und 25. 

Lebensweise unbekannt. 
18. flaviventris Wtz. (Campylomyza) Q. — Deutschland. 
Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 21. 
Aus faulem Holze gezogen. 

3* 



20 



Julia« Edl. v. Bergen stamm und Paul Low. 



19. fusca Wtz. (Campylomyza) tf. — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 12. 
Lebensweise unbekannt. 

20. fusca Mg. (Lestremia) 9- — Deutschland. 

Meißen, S. B. VI. 1830, p. 309. - Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 33. 
Lebensweise unbekannt. 

21. fuscinervis Wtz. (Campylomyza) 9- — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 19. 

Aus faulem Buchenholze gezogen, 
f 22. fuscipes Mg. (Campylomyza) c?. — Europa. 

Meigen, S. B. VI. 1830, p. 272. — Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 25. 

Lebensweise unbekannt. 
23. globifera Wik. (Campylomyza?) Q. — England. 

Walker, I. B.III. 1856, p. 62, pl. XXIII, fg. 3 und 3d. - Winnertz, 

V. z. b. G. 1870, p. 26. 

Lebensweise unbekannt, 
t 24. halterata Ztt. (Campylomyza) 9- ~~ Europa. 

Zetterstedt, D. Sc. XI. 1852, p. 4351. — Walker, I. B. III. 1856, p. 62, 

pl. XXIII, fg. 36. (Camp. atra). — Schiner, F. A. II. 1864, p. 412. - 

Wiimertz, V. z. b. G. 1870, p. 26. 

Lebensweise unbekannt. 

25. Kollari Wtz. (Campylomyza) 9- — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 23. 
Aus "faulem Birkenholze gezogen. 

26. latipes Hai. (Catocha) 9- — Europa. 

Haliday, Ent. Mag. I. 1833, p. 156. — Macquart, S. ä B. II. 1835, 
p. 654. - Winnertz, Stett. E. Z. VII. 1846, p. 20, pl. II, fg. 1-2 
(Macrostyla latipes); — 1852, p. 49; — V. z. b. G. 1870, p. 29. — 
Walker, I. B. III. 1856, p. 60, pl. XXIII, fg. 1. - Sehiner, F. A. II. 
1864, p. 413. 
Lebensweise unbekannt. 

27. lepida Wtz. (Campylomyza) Q. — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p.'14. 
Aus faulem Buchenholze gezogen, 
f 28. lestremina Rd. (Lestremia). — Italien. 

Rondani, II da Mem. Parma 1840 (Mimosciara) . 
Lebensweise unbekannt. 

28. le'ucophaea Mg. (Lestremia) 9- — Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 288 (Sciara) ; - VI. 1830, p. 308, pl. LXV, 
fg. 16-17 (Lestremia). — Fabriems, Sp. I. II. 1781, p. 411; - 
E. S. IV. 1794, p. 251 (Tipula juniperina) ; — S. Ant. 1805, p. 47 
(Chironomus juniperinus). — Macquart, D. N. Fr. I. 1826, p. 173, 
pl. IV, fg. 3; — S. ä B. I. 1834, p. 158 (Lest, cinerea). — Blanchard, 
H. N. I. III. 1840, p. 574 (Lest, cinerea). — Zetterstedt, D. Sc. X. 



Synopsib Cecidomyidarum. 



21 



1851, p. 37G8 und 3770; — XII. 1855, p. 4891. - Walker, J. B. III. 

1856, p. 58, pl. XXII, fg. 8 uud pl. XXIX, fg. 7 (Lest, cinerea). - 

Schiuer, F. A. II. 18(34, p. 413. — Wiimcrtz, V. z. b. G. 1870, p. 31. 

Lebensweise unbekannt. 
29. lucorum Rd. (Micromyia) cT Q. — Europa. 

Rondani, II da Mem. Parma 1840, fg. 20—22; — Atti Soc. Sc. Nat. 

Milano II. 1860, p. 135, pl. IIB, fg. 2—4; - Arch. p. Zool. 1869, 

2. Ser. I, p. 191. — Schiuer, F. A. IL 1864, p. 412 {Campylomyza). — 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 27. 

Lebensweise unbekannt, 
t 30. luculenta Mg. (Campylomyza) Q. — Deutschland. 

Meigeii, S. B. VI. 1830, p. 271. - Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 25. 

Lebensweise unbekannt, 
f 31. molobrina Rd. (Lestremia). — Italien. 

Roudani, II da Mem. Parma 1840, fg. 16—19 {Mimosciara). 

Lebensweise unbekannt. 

32. monilifera H. Lw. (Campylomyza) fossil. — H. Loew, Bernst. 

F. 1850, p. 32. 

33. munda Wtz. (Campylomyza) Q. — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 18. 
Aus faulem Holze gezogen. 

t 34. nigra Blchd. (Lestremia). — Chile. 

Blauchard, Gay hist. VII. 1852, p. 349. - Philipp!, V. z. b. G. 
1865, p. 628. 
Lebensweise unbekannt. 

35. obscura Wtz. (Campylomyza) 9- — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 19. 
Aus faulem Buchenholze gezogen. 

pallipes Ztt. s. Campylomyza flavipes Mg. 

36. perpusilla Wtz. (Campylomyza) <j\ — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 15. 
Aus faulem Holze gezogen. 

37. picea Wtz. (Campylomyza) 9- — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 20. 
Aus faulem Holze gezogen. 

38. pumila Wtz. (Campylomyza) — Deutschland. 

Wiunertz, V. z. b. G. 1870, p. U. 
Die Larven leben in Pilzen. 

39. rudis Wtz. (Campylomyza) 9 — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 16. 
Aus faulem Bucheuholze gezogen. 



22 



Julius Kdl. v. Berge uötannii und Paul Low. 



t 40. scutellata Say (Campylom yza). — N. Amerika. 

Say, Journ. Acad. N. Sc. Phil. 1823, p. 17. — Wiedemauu, Auss. eur. 
Zwflg. I. 1830, p. 22. 
Lebensweise unbekannt. 

41. sidneyensis Schin. (Campylomyza) Q. — Sidney. 

Schiner, Dipt. Nov. Exp. 1868, p. 9. 
Lebensweise unbekannt. 

42. squalida Wtz. (Campylomyza) Q. — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 16. 

Aus faulem Holze gezogen, 
t 43 sylvalis Rd. (Campylomyza). — Italien. 

Rondani, Il da Mem. Parma 1840 (Neurolyga). 

Lebensweise unbekannt. 
44. sylvicola Wtz. (Campylomyza) Q. — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 17. 

Aus faulem Buchenholze gezogen, 
t 45. turmalis Rd. (Campylomy za). — Italien. 

Rondani, II da Mem. Parma 1840 (Neurolyga). 

Lebensweise unbekannt. 

46. valida Wtz. (Campylomy ya) Q. - Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 20. 
Aus faulem Holze gezogen. 

47. vivida Wtz. (Campylomyza) tf. — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 14. 
Die Larven leben in der Erde. 

48. vitt ata Wtz. (Campylomyza) Q. — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 17. 
Aus faulem Buchenholze gezogen. 

2. Subfamilie Geeidomyinae ßd. 
a) Genera. 

Angelinia Rd. s. Hormomy ia H. Lw. 

Asphondylia H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 21, fg. 24. — Winnertz, 
L. Ei 1853, p. 187. — Rondani, Prodiomus I. 1856, p. 199; — Stirp. 
Cec. 1860, p. 287 und 292 (Asphondylia und Phyllophaga). — 
O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 176. — Schiner, F. A. II. 1864, 
p. 395. — Lioy, Class. 1863-64, p. 503 (Cylindrocera). 

Äsynapta H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 21, fg. 21 und 32. - Winnertz, 
L. E. 1853, p. 189. — Rondani, Stirp. Cec. 1860, p. 287 und 293 
(Asynapta und Winnertzia). — O.-Sackeu, M. D. N. I. 1862, p. 177. 
— Schiner, F. A. II. 1864, p. 405. 

Brachyneura oder Brachineura Rd. s. Spaniocera Wtz. 



Synopsis Oecidomyidaruni. 



23 



Bremia Rd. s. Diplosis H. Lw. 

Cecidomyia Meißen, Iiiig. Mag. II. 1803, p. 261; — Class. 1804, p. 38; 

— S. B. I. 1818, p. 93, pl. III, fg. 8—12. Das Genus Ceciäomijia im 
Sinne Meigen's ist ein sehr weiter Gattungsbegriff und nahezu von 
gleichein Umfange wie die jetzige Subfamilie Cecidomyinae, deun es 
umfasst alle von H. Loew (1. c.) aufgestellten Genera dieser Subfamilie 
mit Ausnahme von Lasioptera und Clinorhyncha. Folgende Autoren 
haben die Gattung Ceciäomijia in ihre Werke im Sinne Meigen's auf- 
genommen: 

Latreille, Gen. crust. IV. 1809, p. 253. — Macquart, S. ä B. I. 1834, 
p. 159, pl. IV, fg. 10—11. — Zetterstodt, D. Sc. IX. 1850, p. 3673 
{Cecidomyza). — Walker, I. B. III. 1856, p. 73. 

Gegenwärtig wird die Gattung Cecidomyia nur mehr in der ihr von H. Loew 
gegebenen, viel engeren Begrenzung aufgefasst. 
Cecidomyia H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 21, fg. 2, 3, 5, 7. — Ron- 
dani, II da Mem. Parma 1840; — Compendio 1846, p. 371 und 374; 

- Prodromus I. 1856, p. 199 und 200; — Stirp. Cec. 1860, p. 287, 292 
und 294 {Cecidomyia und Dasyneura). — Westwood, Gard. Chron. 
1847, p. 588 {Rhabdophaga). — Winnertz, L. E. 1853, p. 186. — 
O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 175. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 369. 

Anmerkung. Bezüglich der Gattungen Rondani's verweisen wir auf das von H. Loew 
und Schiner darüber Gesagte. 

Clinorhyncha H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 21. — Rondani, II da Mem. 

Parma 1840; — Compendio 1846, p. 372 und 375; — Prodromus I. 

1856, p. 200; - Stirp. Cec. 1860, p. 288 und 294 {Ozirhincus, Ozy- 

rhyncus, Oxyrhynchus und Clinorhyncha). — Winnertz, L. E. 1853, 

p. 192. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 409. 
Colpodia Winnertz, L. E. 1853, p. 188. — O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, 

p. 176. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 401. 
Contarinia Pul. s. Diplosis H. Lw. 
Cylindrocera Lioy s. Asphondylia H. Lw. 
Dasyneura oder Dasineura Rd. s. Cecidomyia H. Lw. 
Diomyza Stephens, Illust. B. E. Haustellata, Sappl. 1846. — Schiner, 

F. A. II. 1864, p. 410. 
Diplosis H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 20, fg. 11, 25—27. — Ron- 
dani, II da Mem. Parma 1840; — Compendio 1846, p. 371, 374; — 

Prodromus I. 1856, p. 200; - Stirp. Cec. 1860, p. 287 und 294. 

{Diplosis, Bremia, Contarinia und Phytophaga). — Winnertz, L. E. 

1853, p. 187. — O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 176. — Schiner, 

F. A. II. 1864, p. 382. 
Dirhiza H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 21. — Winnertz, L. E. 1853, p 186. 

— Rondani, Stirp. Cec. 1860, p. 287 und 293. 
Epidosis H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 21. — Rondani, II< la Mem. Parma 

1840; — Compendio 1846, p. 370 und 374; — Prodromus I. 1856. 



24 



Julius Edl v. Berken stamm und Paul Low. 



p. 199; — Stirp. Cec. 1860, p. 287 und 293 {Porricondyla) . — Win- 
nertz, L. E. 1853, p. 186 und 189. — O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, 
p. 176—177. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 402. 

Ileteropeza Winnertz, Stett. E. Z. VII. 1846, p. 13; - V. z. b. G. 1870, 
p. 4, pl. I. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 410. 

Hormomyia H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 20. — Winnertz, L. E. 1853, 
p. 188. — Rondani, Stirp. Cec. 1860, p. 287 und 293 {Hormomyia 
und Angelinia). — O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 176. — Schiner, 
F. A. IL 1864, p. 396. 

Lasioptera Meigen, S. B. I. 1818, p. 88, pl. III. fg. 3—5. — Stephens, 
(Lasiopteryx) . — Macquart, S. ä B. I. 1834, p. 162. — Rondani, II da 
Mem. Parma 1840; — Compendio 1846, p. 372; — Prodromus I. 1856, 
p. 200; — Stirp. Cec. 1860, p. 288 und 294. — H. Loew, D. B. IV. 
1850, p. 21. — Zettcrstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3699. — Winnertz, 
L. E. 1853, p. 191. — Walker, I. B. III. 1856, p. 132. - O.-Sacken, 
M. D. N. I. 1862, p. 175. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 406. 

Lasiopteryx Steph. s. Lasioptera Mg. 

Miastor Meinert, Naturh. Tidssk. III. 3. R. 1864, p. 106. — Schiner, V. z. 
b. G. 1865, p. 87. — H. Loew, Berl. E. Z. 1864, p. VIII. — Winnertz, 
V. z. b. G. 1870, p. 5, pl. I. 

Anmerkung. Siehe die Anm. bei Miast. metraloas Mrt. 

Monodicrana H. Loew, Bernsteinfauna 1850, p. 32. 
Oligarces Meinert, Naturh. Tidssk. 3 Raek. III. 1865, p. 237. 

Anmerkung. Siehe die Anm. bei Miast. metraloas Mrt. 

Ozirhincus, Ozyrhyncus oder Oxyrhynchus Rd. s. Clinorhyncha H. Lw. 
Pero Meinert, Naturh. Tidssk. 1871, p. 463. 

Anmerkung. Siehe die Anm. bei Miast. metraloas Mrt. 

Phyllophaga Rd. s. Asphondylia H. Lw. 
Phytopliaga Rd. s. Diplosis H. Lw. 
Porricondyla Rd. s. Epidosis H. Lw. 
Rhabdophaga Westw. s. Cecidomyia H. Lw. 

Spaniocera Winnertz, L. E. 1853, p. 190 und 306. — Rondani, ü da Mem. 

Parma 1840; — Compendio 1846, p. 371 und 375; — Prodromus I. 

1856, p. 200; — Stirp. Cec. 1860, p. 287 und 292 {Brachyneura). — 

Schiner, F. A. IL 1864, p. 406. 
Winnertzia Rd. s. Asynapta H. Lw. 



b) Species. 

f 49. abrupta Wik. (Diplosis) — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p, 98. 
Lebensweise unbekannt. 
acarisuga Vall. Imago unbekannt v. Nr. 550. 



SynopRis Ocidomyidarum. 



25 



50. acerina Gir. (Cecidomyia) c? 9- — Frankreich. 

Giraud, V. z. b. G. 1863, p. 1304. 

Die Larve lebt frei auf den Blättern von Acer I*seudo<platanus L. zwi- 
schen den Gallen von Cynips aceris. Verwdlg. daselbst. 
Macquart, A. A. 1851, p. 261 (Cec. pictipennis). 

51. aceris Shim. (Cecid omyia) 9- — Illinois. 

Shimer, Trans. Am. Ent. Soc. I. 1868, p. 281. 

Die Larven erzeugen auf den Blättern von Hamamelis virginica L. ein- 
kammerige, konische Gallen, welche auf der Blattoberseite sitzen uud 
sich unten öffnen. 
achilleae Inch. s. Horm, millefolii H. Lw. 

52. acrophila Wtz. (Cecidomyia) cf 9- — Europa. 

Winnertz, I. E. 1853, p. 233. — Walkor, I. B. III. 1856, p. 82. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 375. 

Die Larven deformiren die gipfelständigen Blätter von Fraxinus ex- 
celsior L. zu hülsenförmigen Gehäusen. Verwdlg. i. d. Erde. Mücke 
im Frühling. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 19. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 432. 
— Rudow, Pfl. G. 1875, p. 71. 

53. aethiops Wik. (Asphondylia) — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 118. 
Lebensweise unbekannt. 

54. agilis Wtz. (Diplosis) cf. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 265. — Walker, I. B. III. 1856, p. 110. — 

Schiner, F. A. IL 1864, p. 393. 

Lebensweise unbekannt. 
agrostis Ftch. Imago unbekannt, v. Nr. 466. 
t 55. albiceps Wik. (Diplosis) Q. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 99. 

Lebensweise unbekannt. 
•">'i. albilabris Wtz. (Cecidomyia) 9- — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 217. — Walker, I. B. III. 1856, p- 78. — 

Schiner, F. A. II. 1864, p. 375. 

Larven in faulem Buchenholze. 

Macqnart, A. A. S. 1854, p. 28. 
57. albimana Wtz. (Epidosis) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 296. - Walker, f. B. III. 1856, p. 126. — 

Schiner, F. A. II. 1864, p. 404. 

Larven in faulem Buchenholze, 
t 58. albipalpis Mg. (genus?) Q. — Deutschland. 

Meigen, S. B. VII. 1838, p. 22. 

Lebensweise unbekannt. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 4 



26 



Julius Edl. v. B er gen st am in und Paul Low. 



f 59. albipennis Mg. (Lasioptera) tf?. — Europa. 

Meigen, Class. 1804, p. 40. pl. II, fg. 9. — S. B. I. 1818, p. 89, 

pl. III. fg. 5 (Cec). - Macquart, S. ä B. I. 1834, p. 163. - Walker, 

I. B. III. 1856, p. 133. 

Lebensweise unbekannt. 
albipennis Wtz. s. Cec. saliciperda Duf. 
f 60. albipes Wik. (Diplosis) cf. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 100. 

Lebensweise unbekannt. 
61. albitarsis Mg. (Epidosis) 9- — Europa. 

Meigen, S. B. VI. 1830, p. 268. — Macqnart, S. a B. I. 1834, p. 161. 

— H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 38. — Winnertz, L. E. 1853, p. 297. 

- Walker, I. B. III. 1856, p. 127. - ScMncr, F. A. II. 1864, p. 404. 
Larven in faulem Holze. 

f 62. albonotata Wik. (Asphondylia) — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 118. 
Lebensweise unbekannt. 

63. albovittata Wlsh. (Cecidomyia) Q. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Eni Soc. Phil. III. 1864, y. 620-623. — VI. 1866-1867, 
p. 227. - Am. Ent. I. 1869, p. 105. 

Larven gesellig als Inquilinen in den durch Cecidomyia mUcis-brassi- 
eoides, s.-rJwdoides, s.-ströbiliscus und s.-strobiloides Wlsh., an verschie- 
denen Weidenarten erzeugten Blätterschöpfen. 
alismae (Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 712, führt diesen Namen mit 
dem Autor Winnertz bei einer Art an, welche auf Alisma Plaut ago L. 
Gallen erzeugen soll). 

Anmerkung. In den auf Gallmücken bezughabenden Publicationen Winnertz'S findet 
sich dieser Name nicht. Er wurde wahrscheinlich von Kaltenbach selbst 
gegeben. 

64. amoena H. Lw. (Hormomyia) 9- ~ Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 31. — Beniner, F. A. II. 1864, p. 401. 
Lebensweise unbekannt. 

65. ampla Wik. (Hormomyia) cT 9- — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 120. 
Lebensweise unbekannt. 

66. analis Wtz. (Epidosis) <J\ — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 300. — Walker, I. B. III. 1856, p. 128. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 403. 
Lebensweise unbekannt. 

67. angustipennis Wtz. (Colpodia) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 293. pl. I. fg. 29. pl. II. fg. 10. - Walker, 

I. B. III. 1856, p. 124. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 402. 
Larven in faulem Buchenholze. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 28. 



Syaopsib Cecidoinyidarum. 



27 



68. an nulat a Cost. (Las iopt eraj. — Italien. 

Costa, Ann. Acad. Nap. 1844, p. 109, pl. II. fg. 1. — H. Loew, L. E. 
1851, p. 372. 
Lebensweise unbekannt. 

69. annul ipes Wlsh. (Diplosis) Q. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. 1864, III, p. 629. 

Larven als Inquilinen in den Gallen von Cec. salicis-strobiloides Wlsh. 
annulipes Mg. s.? Diplosis centralis Wtz. 
annnlipes Hrtg. s. Hormomy ia pilig er a H. Lw. 

70. anthemides H. Lw. (Diplosis) 9- — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 29 und 32. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 390. 
Die Larven leben in den Blüthenküpfen von Anthemis arvensis L. 
Macquart, P. H. III. 1856, p. 152. — Kalt enb ach, Pfl. F. 1874, p. 343. 

71. anthophila 0. S. (Cecidomyia) — N. Amerika. 

Osten-Sacken, Trans. Am. Ent. Soc. II. 1868—1869, p. 302, 

Die Larven in deformirten Blüthenknospen von Solidago. 
f 72. aphidimy za Ed. (Diplosis) 9- — Italien. 

Rondani, Ann. sc. nat. Bolog. 1847, p. 443. fg. 1—12 {Cecidomyia). — 

Atti Soc. Sc Nat. Milano EL 1860, p. 289 {Bremm). 

Die Larven unter Aphiden auf den Blättern von Persica, Cerasus, Son- 

cfms und Rosa. 
t 73. apicalis Wik. (D iplosis) Q. — England. 

Walker, I. B. III 1856, p. 107. 

Lebensweise unbekannt. 

74. arcuata Wtz. (Diplosis) Q. — Europa. 

* Winnertz, L. E. 1853, p. 256, pl. II, fg. 5. pl. III, fg. 6. - Walker, 

I. B. HI. 1856, p. 96. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 386. 

Die Larven leben in den Blüthenköpfen mehrerer Syngenesisten, auch 

in faulem Holze und in Pilzen zugleich mit anderen Dipteren-Larven. 

Goureau, Ann. soc. ent. Fr. 1845, p. 88. — Macquart, P. H. III. 

1856, p. 134 (Cec? cardui). — Perris, Ann. soc. ent. Fr. 1870, p. 181. 
arcuata Wik. (bis) s. Diplosis flexa Wik. 
t 75. argentata H. Lw. (Lasioptcra). — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 39. 

Lebensweise unbekannt. 
argyrosticta Mg. s. Lasioptera rubi Heeg. 
76. artemisiae Bche. (Cecidomyia) cf 1 9« — Europa. 

Bouche, N. I. 1834, p. 27. — H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 27 und 36. 

fg. 15. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 379. 

Die Larven leben in runden Blätterköpfen an den Triebspitzen von 
Artemisia campestris L., in dereu Mitte sich eine eiförmige Galle be- 
findet. Metamorphose daselbst. 

4* 



28 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



Macquart, P. H. III. 1856, p. 142. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 67. 

Anmerkung. Die von Kirchner (Lotos 1855, p. 133) angeführten linsengrostsen 
Blatt- und Stengelgallen gehören nicht zu dieser Art, s. Nr. 512. 

t 77. articulata Wik. (Diplosis) — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 108. 
Lebensweise unbekannt. 

78. arundinis Schin. (Lasioptera) c? 9- — Oesterreich. 

Schiner, V. z. b. G. 1854, p. 175. - F. A. II. 1864, p. 408. 
Larven zahlreich in verkürzten Seitentrieben von Phragmites communis 
Trin., deren Inneres mit einer schwarzen Masse erfüllt ist, worin jede 
Larve für sich in einem Gange wohnt. Verwandlung daselbst im 
Frühlinge. 

Heeger, Sitzb. Acad. Wien 1856, p. 335. pl. I, fg. 1—11. — Frauen- 
feld, V. z. b. G. 1862, p. 1174. — Giraud, V. z. b. G. 1863, p. 1263. 
- Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 764. 

79. asclepiadis Gir. (Diplosis) Q. — Oesterreich. 

Giraud, V. z. b. G. 1863, p. 1303. 

Larven gesellig in den Fruchtkapseln von Vincetoxicum officinale Mönch 
(= Asclepias vincetoxicum L.) Verwandlung in der Erde. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 439. 

80. asperulae F. Lw. (Gecidomyia) cT 9- — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 13, pl. II. fg. 1. 

Die Larven erzeugen an den Triebspitzen und in den Blattachseln von 
Asperula tinctoria L. hanfkorn- bis erbsengrosse, weisse, schwammige 
Gallen, worin jede derselben in einer gesonderten Höhlung lebt. Ver- 
wandlung in der Erde. 
astragali H. Lw. Imago unbekannt, s. Nr. 592. 
atra Mg. s. Campylomyza atra Mg. 

f 81. atra Roser (genus?) — Württemberg. 

Roser, Corresp. Bltt. württ. landw. Ver. 1840, p. 50. 
Lebensweise unbekannt. 

t 82. atricapilla Rd. (genus?) Q. — Italien. 

Rondani, Arch. p. Zool. I. 1869, p. 190. — Bullt. Soc. Eni It. II. 
1870, p. 59. 

Lebensweise unbekannt, 
t 83. atriceps Wik. (Diplosis) — England. 
Walker, 1. B. in. 1856, p. 102. 
Lebensweise unbekannt. 

84. atricornis Wlsh. (Diplosis) cT- ~ N - Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. III. 1864, p. 628. 

Larven als Inquilinen in den Gallen von Cec. salicis-strobiloides Wlsh. 

85. atrocularis Wlsh. (Diplosis) $ 9. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. HI. 1864, p. 626-629 ; VI. 1866-1867, p. 227. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



29 



Larven als Inquiliuen in den Gallen von Cec. salicis-slrobiloides Wlsh. 
und in einigen Cynipidengallen. 
86. aurantiaca Wgu. (Diplosis) cT 9- — Deutschland. 
Wagner, Stett. E. Z. 1866, p. 82. pl. III. fg. 17—22. 
Larven in den Aehren von Triticum und Seeale gleichzeitig mit denen 
von Dipl. tritici. Kby. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 738 und 741. 
f 87. aurantiaca Mcq. (genus?). — England. 

Macquart, D. N. F. 1826, p. 172. — S. äB. 1.1834, p. 161. - Meigen, 
S. B. VII. 1838, p. 23. 
Lebensweise unbekannt. 

88. auricineta H. Lw. (Lasioptera) cf Q. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 39. — Wimiertz, L. E. 1853, p. 308. 

pl. IV, fg. 12. - Schiiier, F. A. II. 1864, p. 409. 

Larven an den Wurzeln von Festuca pratensis Hds. Metamorphose 

daselbst. 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 747. 

89. aurora Muh. (Diplosis) cT Q. — Russland. 

Mannerheini, Mem. Soc. Nat. Moscou 1823, p. 182, pl. XX. 
Larven unter der Rinde abgestorbener Tauneu. 

90. barbareae Crts. (Ceeidomyia) cT 9- — England. 

Curtis, Gard. Chron. 1845, p. 400. 

Larven zu mehreren in gallenartig deformirten Blüthen von Barbarea 

vulgaris R. Br. Verwandlung in der Galle, 
t 91. basalis Wik. (Ceeidomyia) 9- — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 88. 

Lebensweise unbekannt, 
t 92. bedeguariformis Rdw. (genus?). — Deutschland. 

Rudow, Pfl. G. 1875, p. 87. 

Larven in mehrkammerigen Rosenbedeguar ähnlichen Gallen an Fopulus 
tremula L. (Siehe Nachträge). 
93. berberina Schrk. (Dasiopter a). — Europa. 

Schrank, E. I. A. 1781, p. 435 (Tipula). — Linne, S. N. 1788, p. 2828. 

— Schrank, F. B. III. 1803, p. 86. — Meigen, Class. 1804, p. 41 
(Cec.). - S. B. I. 1818, p. 90. — Macquart, S. ä B. I. 1834, p. 163. 

— Schiner, F. A. IL 1864, p. 409. 

Larven in mehrkammerigen, höckerigen, rauhen, rothbraunen Gallen an 
den Zweigen zwischen den Dornen von Berberis vidgaris L. Verwand- 
lung in der Galle. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 5. — Kirchner, Lotos 1855, p. 242. — 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 18. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 68. 
94: betulae Wtz. (Ceeidomyia) cT 9- — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 234. - Walker, I. B. III. 1856, p. 85. - 
Schiner, F. A. IL 1864, p. 381. 



30 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



Larven in den vorjährigen Kätzchen von Betitlet alba L., Metamorphose 
daselbst. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 25. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 609. 
f 95. bicolor Mg. (genus?) — Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 98. - Macquart, S. ä B. I. 1834, p, 162. 

— D. d. N. 1856, p. 172. 
Larven in verfaultem Kuhmiste. 
Bouche, N. d. I. 1834, p. 25. 

t 96. bicolor Br. (genus?) Q. — Schweiz. 
Bremi, Monogr. 1847, p. 54. 
Lebensweise unbekannt. 

97. bipunetata Wtz. (Hormomyia) tf. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 288. pl. IV, fg. 1. - Walker, I. B. III. 
1856, p. 122. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 400. 
Lebensweise nicht sicher bekannt. Winne rtz erhielt die Mücke aus 
einem Gefässe, worin sich Blätter von Fagus sylvatica L. mit Gallen 
der Hormomyia piligera H. Lw. befanden. 

?Bremi, Monogr. 1847, p. 13 {Cec. tornatella). — Macquart, A. A. 
S. 1854, p. 28. — F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 158. — Rudow, Pfl. 

G. 1875, p. 71 {Cec. tornatella). 

98. botularia Wtz. (Diplosis) 9- — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 266. — Walker, I. B. III. 1856, p. III. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 388. — Müller, Newm. Ent. 1870-1871, 
p. 248. 

Larven gesellig in etwas bauchigen, taschenförmigen Blattfalten längs 
der Mittelrippe der Fiederblättchen von Fraxinus excelsior L. — 
Verwandlung in der Erde. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 18. pl. I. fg. 17 (Cec. fraxini). — Hardy, 
Scot. Gard. III. 1854, p. 139 und 141 {Cec. fraxini und fraxinicola). 

— Macquart, A. A. 1851, p. 373 (Cec. fraxini); — A. A. S. 1854, 
p. 19. - Müller, Gard. Chron. 1870. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 71. - 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 432. 

99. Boucheana H. Lw. (Asy napta) Q. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 39. - Bouche, N. d. I. 1834, p. 27. 
pl. II, fg. 16—19; — Gartenins. 1833, p. 124 {Cec. Salicis). 

Larven in faulem Weidenholze. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 20. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 584. 
100. braehyntera Schwg. (Diplosis) c? Q. — Europa. 

Schwägricheu , Pfeil's krit. BJätt. I. Hft. IX. Bd., p. 162; I. Hft. 
X. Bd., p. 102. — Ratzeburg, Forstins. III. 1844, p. 160. pl. X. fg. 15. 

— Schiner, F. A. II. 1864, p. 391. - Taschenberg, Forst. I. K. 
1874, p. 419. 

Larven zwischen den Nadeln von Pinns sylvestris L. innerhalb der 
Nadelscheiden. Verwandlung in der Erde. 



Synopsis Cecidomyidaruro. 



31 



Ratzeburg, Wiegm. Arch. VII. 1841, p. 233-247. pl. X, fg. 12-16. 

- Stett, E. Z. 1842, p. 93. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 701. 

Anmerkung. Bouche führt in Gart. Ins. 1833, p. 123 und N. d. 1. 1834, p. 26 
irrtkümlich die Biologie dieser Art bei Diplosis pini Dog. an. 

brachynteroiäcs 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 470. 
101. brassicae Wtz. (Gecidomyia) cT 9. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 231. - Walker, I. B. III. 1856, p. 84. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 374. — Taschenberg, Preisschr. 1865, 
p. 161. — Ent. f. Gärtn. 1871, p. 358. — Brischke, Schrft. d. n. Ges. 
Danzig 1869. Hft. 3 und 4. — Giebel, Landw. Zool. 1869, p. 612—614. 
Larven gesellig in deformirten Blüthen und Schoten von Brassica 
oleracea L., Napus L. und Gheiranthus Vül. 

Drewsen, Ann. soc. ent. Fr. 1835. Bullt, LXII. — H. Loew,D.B.IV. 1850, 
p. 30 {Cec. napi). — Macquart, P. H. II. 1855, p. 56. — Laboulbene, 
Ann. soc. ent. Fr. 1857. Bullt. XC—XCI. — Forel, Bullt, soc. Vaud. sc. nat. 
1866-1868, p. 82. — Perris, Ann. Soc. ent. Fr. 1870, p. 179. — Kalten- 
bach, Pfl. F. 1874, p. 34. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 68. 
Bremii Heer, Imago unbekannt, v. Nr. 606. 

t 102. brevicornis Wik. (Diplosis) cT. — England. 
Walker, I. B. HL 1856, p. 99. 
Lebensweise unbekannt. 

f 103. brevis Wik. (Diplosis) — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 93. 
Lebensweise unbekannt. 
bromi Hmrsch. s. Cec. äcstruci or Sa)\ 

104. bryoniae Bebe. (Gecidomyia) Q. — Deutschland. 

Bouche, Stett. E. Z. 1847, p. 144. — H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 28 
und 37. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 380. 

Larven gesellig in deformirten Triebspitzen von Bryonia alba L. Ver- 
wandlung daselbst. 

Macquart, P. H. II. 1855, p. 85. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 256. 

- Rudow, Pfl. G. 1875, p. 69. 

105. bryoniae Schin. (Lasioptera) Q. — Madras. 

Schiner, Dipt. Nov. Exp. 1868, p. 5, pl. I. fg. 2 und 3. 
Larven in mehrkammerigen , unregelmässigen, länglich knolligen An- 
schwellungen der Stengel einer Bryonia-ArL 

106. buboniae Ffld. (Horm omyia). — Sinaitische Halbinsel. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1859, p. 325. pl. VI, fg. 10, a, b. 

Larven in brombeerförmigen Gallen am Stengel von Deverra ior- 

tuosa D. C. 

107. bursaria Br. (Gecidomyia) c? Q. — Europa. 

Brenii, Monogr. 1847, p. 20 und 52. pl. I, fg. 9 und 20. — Winnertz, 
L. E. 1853, p. 241. - Walker, I. B. III. 1856, p. 89. - Schiner, 
F. A. 1864, p. 377. 



32 Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 

Die Larve lebt in einkammerigen, säckchenförmigen, haarigen Gallen 
auf den Blättern von Glechoma hederacea L., welche bei der Reife 
der Larve abfallen und ein Loch im Blatte zurück lassen. Verwand- 
lung in der Galle. 

Macquart, P. H. III. 1856, p. 70. - Müller, Newm. Eni VI, p. 180. 

— Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 489. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 72. 

108. buxi Lab. (Diplosis) cT 9- — S. Europa. 

Laboulbene, Ann. soc. ent. Fr. 1873, p. 313—326. pl. IX. fg. 1—17. 

— Schrank, Beitr. z. Nat. 1776, p. 55. - E. I. A. 1781, p. 433 
(Tipula flava). — Linne, S. N. 1788, p. 2827 (Scatopse du buis). — 
Geoffroy, H. ab. I. II. 1800, p. 545. pl. 18, fg. 5 (Scatopse du buis). 

— Frauenfeld, V. z. b. G. 1873, p. 184 {Dipl Schineri). 

Larven einzeln in blasenartigen Gallen in den Blättern von Buxus 
sempervirens L. — Verwandlung in der Galle. 
Macquart, A. A. 1851, p. 273 (Scatopse du buis). 

Anmerkung. Tipula flava Sclirk. ist mit der gleichnamigen M e i g e n'schen Cecidomyia 
nahe verwandt, aber jedenfalls von ihr verschieden. Letztere will v. Roser 
aus Getreidehalmen erhalten haben. 

109. caeomatis Wtz. (Diplosis) cT 9« — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 278. - Walker, I. B. HL 1856, p. 115. — 
Schiner, F. A. 1864, p. 387. 

Die Larven leben gesellig auf den Blättern verschiedener Pflanzen 
(Betula, Cirsium, Lactuca, Populus, Rosa und *ßalix), sich von den 
auf denselben wachsenden Pilzen nährend. Verwandlung in der Erde. 
H. Loew, L. E. 1851, p. 376. - ?Hardy, Scot. Gard. 1854, p. 170 
(Cec. oidii). - F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 155. 

110. caliptera Ftch. (Cecidomyia?). — N. Amerika. 

Fitch, Am. Quart. Journ. Agr. Sc. 1845. 
Lebensweise ? 

Anmerkung. Fitch's Publicationen über diese Art waren uns nicht zugänglich. 

111. callida Wtz. (Diplosis) c? 9- — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 255. - Walker, I. B. III. 1856, p. 95. - 
Schiuer, F. A. H. 1864, p. 392. 

Larven in Samenkapseln von Papaver dubium und Bhoeas L., zugleich 
mit denen von Cec. papaveris Wtz. 

Laboulbene, Ann. Soc. Ent. Fr. 1857, p. 565, — Kaltenbach, Pfl. 
F. 1874, p. 22. 
campantilae Müll. Imago unbekannt, v. Nr. 525. 

112. capensis Schin. (Cecidomyia) 9- — Cap der guten Hoffnung. 

Schiner, Dipt. Nov. Exp. 1868, p. 7. 

Larve in haselnussgrossen Zapfenrosen von Phyllica ericoides L. 
capitigena Br. s. Cecidomyia euphorhia e H. Lw. 
capreae Vall. Imago unbekannt, v. Nr. 472. 



Synopsis Cecidoniyidaruru. 



33 



113. capreae Wtz. (Hormomyia) Q. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 291. pl. I. fg. 28. — Hardy, Scot. Gard. 
III. 1854, p. 80 {Cec. Salicis- folii). — Walker, I. B. III. 1856, p. 123. 
— Schmer, F. A. IL 1864, p. 399. 

Larve in pusteiförmigen , harien Gallen auf den Blättern von Salix 
aurita L., caprea L. und oleifolia Sm. — Metamorphose auf der Erde 
unter Laub. 

Brenii, Monogr. 1847, p. 67. pl. I. fg. 11; pl. II. fg. 38. — Macquart, 
A. A. S. 1854, p. 21. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 584. — Rudow, 
Pfl. G. 1875, p. 80. — (Vide Cec. papillifica). 

114. carlo naria Schin. (Lasioptera) Q. — Cap der guten Hoffnung. 

Schiner, Dipt. Nov. Exp. 1868, p. 6. pl. I. fg. 6. 
Larven in Zapfenrosen auf einer Passerina-Avt. 
carbonifera 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 519. 

115. caräaminis Wtz. (Cecidomyia) e? 9. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 225. — Walker, L B. III. 1856, p. 83. — 
Schiner, F. A. IL 1864, p. 380. 

Larven gesellig in deformirten Blüthenköpfchen von Cardamine pra- 
tensis L. — Verwandlung in der Erde. 

Macquart, P. H. IL 1855, p. 64. - Karsch, N. u. Off. 1855, p. 267. 
cardui Mcq. s. Diplosis arcuata Wtz. 
caricis H. Lw. Imago unbekannt, v. Nr. 468. 

t 116. carnea Mg. (genus?) — Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 98. — Bremi, Monogr. 1847, p. 60. 
Lebensweise unbekannt. 

117. carophila F. Lw. (Lasioptera) 9- ~ Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 149, pl. II. fg. 1 und 7; - 1875, p. 32. 
Die Larven verursachen an den Doldenstrahlen von Carum Carvi L. 
einkammerige Anschwellungen, worin sie einzeln leben. 

Anmerkung. Gleiche Gallen wurden an den Dolden von Daueus Carota L., Falcaria 
Rivini Host. (Sium Falcaria L.), Laserpitium latifolium L., Pimpinella aaxifraga L. 
und Torüis Anthriscus Gml. gefunden. Sie scheinen ebenfalls von obiger La- 
sioptera herzurühren (v. Vallot Mem. Acad. Dijon 1828—1829, p. 113). 

118. carpini F. Lw. (Cecidomyia) 9- '— Europa. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 157 und 322. pl. II. fg. 5. 
Larven in vielkammerigen Anschwellungen der Mittelrippe der Blätter 
von Carpinus Betulus L. — Verwandlung in der Erde. 
Kriechbaumer, Eni Nachr. 1875, p. 157. 

119. caryae 0. S. (Diplosis) cf 9- — N. Amerika. 

Osten-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 191.. 

Larven einzeln in einkammeiigen, rundlichen, zugespitzten, glatten, 
leicht abfallenden Gallen, welche anfangs grün und saftig, später hart 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abb. 5 



34 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Löw. 



und holzig sind und auf der Unterseite der Blätter der amerikanischen 
Wallnuss (Carya sp.?) sitzen. Verwandlung in der Galle. 
Osten-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 417. 

caryaecola 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 508. 

caryae-nucicola 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 507. 

120. centaureae F. Lw. (Diplosis) cT 9- — Oesterreich. 

F. Löw, V. z. b. G. 1875, p. 20. 

Larven einzeln in pustelartigen, gelben Gallen in den Blättern von 
Centaurea scabiosa L. — Verwandlung in der Erde. — (V. auch Nr. 512). 

121. centralis Wtz. (Diplosis) c? 9- — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 277. — PMeigen, S. B. VI. 1830, p. 268 9. 
(Cec. annulipes). — Walker, I. B. III. 1856, p. 115. — Schiner, 
F. A. II. 1864, p. 394. — F. Löw, V. z. b. G. 1874, p. 154 
Lebensweise unbekannt. 

122. cerasi H. Lw. (Diplosis) Q. — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 27 und 34. — Winnertz, L. E. 1853, 
p. 279. pl. I. fg. 21. — Walker, I. B. III. 1856, p. 116. - Schiner, 
F. A. IL 1864, p. 390. 

Larven als Inquilinen in den von Cec. crataegi Wtz. erzeugten, ge- 
krausten Blätterschöpfen an den Zweigspitzen von Crataegus Oxya- 
cantha L. und Prunus Cerasus L. — Metamorphose meist in der Erde. 
Macquart, A. A. S. 1854, p. i3. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 176 
und 212. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 77. 
cerasi-serotinae 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 582. 

f 123. cerealis Rd. (Cecidomyia) c? 9- — Italien. 

Rondani, N. Ann. Sc. N. Bologna IX. 1843, p. 151. pl. I. {Vliytoph(u)a). 
Larven im Halme von Cerealien. 

f 124. cerealis Saut, (genus?). — Deutschland. 

Sauter, Getreidesch. 1817 (Tipula). — Taschenberg, Preisschr. 1865, 
p. 158. — Nördlinger, kl. F. d. L. 1869, p. 633. 
Die Larven leben gesellig zwischen Halm und Blattscheiden von Triti- 
cum Spelta L. und Hordeum, wodurch der Halm auffallend deformirt 
wird. Verwandlung in der Erde. (Siehe Nachträge.) 

125. cerealis Ftch. (CecidomyiafJ. -■- N. Amerika. 

Fitch, Trans. N. Y. St. Agr. Soc. 1846. 
Lebensweise? 

Anmerkung. Die Publication Fitch's über diese Art konnten wir nicht einseben. 

cerrifoliae Pass. s. Cecidomyia circinans Gif. 

126. cerris Koll. (Cecidomyia) $ Q. — Europa. 

Kollar, Denkschr. Acad. Wien 1849, p. 48. pl. I. fg. 1 -9 {Lasioptera). 
Giraud, V. z. b. G. 1861, p. 471. pl. XVII. fg. 1. - Schiner, F. A. 
II. 1864, p. 379. 



Synopsis Cecidorayidarum. 



35 



Larven einzeln in oben kegelförmigen, kahlen Galleu, die unten mit 
einem halbkugeligen, behaarten Deckel geschlossen sind, auf den 
Blättern von Quercus Cerris L. — Verwandlung in der Erde. 
Fraueufeld, Linseng. 1856, p. 402. — Mayr, Eichengall. IL 1871, 
p 53. pl. VI. fg. 77. — Kalteubach, Pfl. F. 1874, p. 676. 
chamaedr y s Inch. s. Cecidomyia verouicae Br. 

127. chrysanthemi H. Lw. (Clinorhy nchaj Q. — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 30 und 39. — Schiner, F. A. II. 
1864, p. 410. 

Die Larven leben in den Blüthenköpfchen von Anthemis arvensis L., 
Chrysanthemum inodorum L. und Tanacetum vulgare L. 
Macquart, P. H. III. 1856, p. 149. - ? Frauenfeld, V. z. b. G. 
1860, p. 167. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 340, 343, 351. 

128. ehr ysopsidis H. Lw. (Cecidomyia) Q. — N. Amerika. 

O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 203. pl. I. fg. 1—3. 
Larven in kugelförmigen, gehäuften, wollhaarigen Gallen, welche an 
der Spitze der Zweige von Chrysopsis mariana Ell. einen Knopf bilden. 
O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419. 
t 129. eiliata Wik. (Diplosis) Q. — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 105. 
Lebensweise unbekannt. 
130. cilipes Wtz. (Diplosis) cT 9« — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853» p. 280. - Walker, I. B. III. 1856, p. 116. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 394. 

Von Winnertz aus einem faulen Stamme von Fagus sylvatica L., 
in welchem gleichzeitig viele Larven von Limnobia dumetorum Mg. 
lebten, gezogen, 
f 131. einet ipes Wik. (Cecidomyia) — England. 
Walker, I. B. in. 1856, p. 90. 
Lebensweise unbekannt. 
einer earum Hrdy. s. Cecidomyia rosaria H. Lw. 

132. cingulata Wtz. (Diplosis) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 263. - Walker, I. B. III. 1856, p. 110. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 393. 
Lebensweise unbekannt. 

133. circinans Gir. (Cecidomyia) cT 9- — Europa. 

Giraud, V. z. b. G. 1861, p. 475. pl. XVII. fg. 2. - Schiner, F. A. II. 
1864, p. 371. 

Larven in scheibenförmigen behaarten Gallen auf der Unterseite der 
Blätter von Quercus Cerris L. — Verwandlung daselbst. 
Passerini, N. Ann. Sc. N. Bolog. 1850, p. 475 (Cec. cerrifoliae). — 
Frauenfeld, Linseng. 1856, p. 399. pl. IV. fg. 1. — Mayr, Eichen- 
gall. II. 1871, p. 54, pl. VI. fg. 78. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 676. 

Anmerkung. Sc hin er citirt Pasaerini irrtnümlich bei Cecidomyia cerris Koll. 

5* 



36 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



134. circumdata Wtz. (Cecidomyia) cf 1 9- — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 226. - Walker, I. B. III. 1856, p. 85. — 
Schmer, F. A. II. 1864, p. 375. 

Die Larven leben gesellig mit denen von Cec. crataegi Wtz. in den zu 
krausen Blätterschöpfen deformirten Zweigspitzen von Crataegus Oxya- 
cantha L. — Verwandlung in der Erde. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 12. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 212. 
clausilia Br. Imago unbekannt, v. Nr. 475. 
clavaria Mcq. Imago unbekannt, v. Nr. 561. 
f 135. concinna Wik. (Diplosis) 9- — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 342 und 99 (Cec. elegans [bis]). 

Lebensweise unbekannt, 
f 136. concolor Wik. (Diplosis) cT- — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 98. 

Lebensweise unbekannt, 
f 137, conformis Wik. (Diplosis) 9- — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 113. 

Lebensweise unbekannt. 
138. coniophaga/ Wtz. (Diplosis) 9- — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 267. — Walker, I. B. III. 1856, p. 106. - 

Schiner, F. A. II. 1864, p. 388. 

Die Larven leben gesellig auf den Blättern verschiedener Pflanzen 
(Betula, Cirsium, Lactuca, Populus, Rosa und Salix) sich von den 
daselbst wachsenden Pilzen nährend. Verwandlung in der Erde. 
? Hardy, Scot. Gard. III. 1854, p. 170 {Cec. oidii). - F. Low, V. z. 
b. G. 1874, p. 155. 
conyzae Vall. Imago unbekannt, v. Nr. 518. 
139 corni Gir. (Hormomyia) c? 9- — Oesterreich. 
Giraud, V. z. b. G. 1863, p. 1301. 

Larven in mehrkam m erigen, stockzahnförmigen, oben und unten vor- 
ragenden, harten Gallen auf den Blättern von Comus sanguinea L. 
Verwandlung in der Erde. 

Kirchner, Lotos 1855, p. 135. — Weitenweber, Lotos 1868, p. 14?. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p, 295. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 70. 
140. cornuta Wlsh. (Cecidomyia) tf. — N. Amerika. 
Walsh, Proc. Ent. Soc. Pbil. III. 1864, p. 625. 

Die Larven leben in den Weidenzweigen, wie die der europäischen 
Cec. saliciperda Duf. — Verwandlung daselbst, 
t 141. cornuta Br. (Hormomyia) Q. — Europa. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 48. pl.-I. fg. 6. b. c. — H. Loew, D. B. IV. 
1850, p. 31. - Schiner, F. A. II. 1861, p. 401. 
Lebensweise unbekannt. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



37 



142. coronillae Vall. (Asphondylia). — S. Europa. 

Vallot, Me'm. Acad. Dijon 1826-1827, p. 94; - 1828-1829, p. 142 
(Cecidomyia). — Rondani, Atti See. Sc. Nat. Milano IL 1860, p. 290 
(Asphondylia). 

Die Larven leben einzeln in blattachselständigen Gallen an Coronilla 
minima L. und C. Emerns L. Verwandlung in der Galle. 

143. corticalis H. Lw. (Epidosis) 9- — Deutschland. 

H. Loew, L. E. 1851, p. 377. - Sehiner, F. A. II. 1864. p. 405. 

Larve unter der Rinde von Ulmus. Verwandlung daselbst. 
coryli Kltb. Imago unbekannt, v. Nr. 488. 
f 144. costalis Wik. (Cecidomyia) cT 9« — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 83. 

Lebensweise unbekannt. 
craccae H. Lw. Imago unbekannt, v. Nr. 598. 
f 145. crassicornis Wik. (Asphondylia). (f. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 119. 

Lebensweise unbekannt. 

146. crassipes Wtz. (Clinorhyncha) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 309. — Sehiner, F. A. II. 1864, p. 410. 
Lebensweise unbekannt. 

147. crassipes H. Lw. (Hormomyia) Q. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 31. - Walker, I. B. III. 1856, p. 120. 
- Schiner, F. A. IL 1864, p. 401. 
Lebensweise unbekannt. 

148. crataegi Wtz. (Cecidomyia) cT 9- — Europa. 

Wiiinertz, L. E. 1853, p. 228. — Walker, I. B. III. 1856, p. 83. — 
Schiner, F. A. II. 1864. p. 374. 

Larven gesellig in Blätterschöpfen an den Zweigspitzen von Crataegus 

(Mespilus), Oxyacantha L. und coccinea L. — Verwandlung in der 

Erde, oder unter Laub, auch manchmal in der Galle (v. Nr. 122 und 134). 

Schränk, F. B. III. 1803, p. 87 (Tip. oxyacanthae). — Vallot, Mern. 

Acad. Dijon 1837—1838, p. 50. — Macqnart, A. A. S. 1854, p. 12. — 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 212. — Weijenbergh, Tijdschr. v. 

Entom. XVII. Deel, 1874, p. 153, fg. 16. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 70. 
t 149. cucullata Mg. (Hormomyia) — Europa. 

Meigeii, S. B. I. 1818, p. 96 (Cecidomyia). — Walker, L B. III. 

1856, p. 119 (Cec. extrema). 

Lebensweise unbekannt, 
t 150. culieiformis Fbr. (genus?). — Schweden. 

Fabricius, Sp. L II. 1781, p. 411; - E. S. IV. 1794. p, 251; — 

S. A. 1805, p. 47 (Tipula und Chironomus). 

Soll nach Fabricius Gallenbewohner sein. 

Anmerkung. Sehr fraglich ob Gallenhewohner und überhaupt Cecidomyide ; Fabri- 
cius's kurze Beschreibung itst ungenügend zur Wiedererkennung der Art. (H. Loew.) 



38 



Julius Edl. v. Bergeuötamm und Paul Low. 



Gujmicola Morr. Imago unbekanut, v. Nr. 465. 

151. cupressi-.ananässa Eil. (Cecidomyia) 9- — N. Amerika. 

Riley, Am. Ent. II. 1870, p. 244 und 273, fg. 153. 
Larven in mehrkammerigen, holzigen, tannenzapfenähnlichen Gallen an 
den Zweigen von Cupressas disticha L. (Taxodium distichum Rieb.). 
cynipsea 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 506. 

152. cytisi Ffld. (Asphondylia) $ $. — Oesterreich. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1873, p. 186. 

Larven einzeln in eiförmigen, haarigen, grünen Gallen an der Spitze 
der Knospen von Oy Usus austriacus L. — Verwandlung daselbst. 

153. daetylidis H. Lw. (Diplosis) Q. — Deutschland. 

H. Loew, L. E. 1851, p. 383. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 391. 
Die Lebens Aveise ist nicht vollständig bekannt, da H. Loew nur das 
Eierlegen in die Rispe von Dactylis glamerata L. beobachtete, 
t 154. Danae Wik. (Cecidomyia) 9- — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 131. 
Lebensweise unbekannt. 
dauci Rud. s. Asphondylia pimpinellae F. Lw. 
155. decem-maculata Wlsh. (Diplosis) $ Q. — N. Amerika. 
Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. III. 1864, p. 631. 

Larven als Inquilinen in den Gallen von Cec. salicis-strobiloides Wlsh. 
f 156. decolorata Wik. (Cecidomyia) 9- — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 87. 

Lebensweise unbekannt, 
t 157. decora Wik. (Diplosis) tf. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 97. 

Lebensweise unbekannt. 

158. decorata H. Lw. (Diplosis) $ 9- — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 34. — Wimiertz, L. E. 1853, p. 281. 
pl. I, fg. 14. pl. II, fg. 6 pl. III, fg. 8. - Walker, I. B. III. 1856, 
p. 116. — Schmer, F. A. II. 1864, p. 390. 

Von Winnertz aus faulem Buchenholze, welches von verschiedenen 
Dipterenlarven bewohnt war, gezogen. 
Macquart, A. A. S. 1854, p. 28. 

159. defecta H. Lw. (Epidosis) cT 9- — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 38. — Winnertz, L. E. 1853, p. 294. 
pl. LT, fg. 11. — Walker, I.B.III. 1856, p. 124. - Schiner, F. A. II. 
1864, p. 402. 

Die Larven leben in faulem Buchenholze, 
f 160. deferrenda Wik. (Cecidomyia) 9- — Borneo. 
Walker, Catalog 1856, p. 105. 
Lebensweise unbekannt. 



Synopsis Oeidomyidarnm. 



39 



161. de forty ans Schin. {Ceciäomyia) rj\ - Cap der guten Hoffnung. 

Schiner, Dipt. Nov. Exp. 1868, p. 8. pl. I, fg. 8. 

Larven in wolligen, knotigen Anschwellungen an Osteospermwm moni- 

liferum L. 

Degeeri Br. s. Ceciäomyia Salicis Sch-rk. 

162. destructor Say {Ceciäomyia) Q. — Europa, Amerika. 

Say, Journ. Acad. N. Sc. Phil. I. 1817, p. 45-48 und p. 63—64, 
pl. III, fg. 1-6. — Wiedemann, aass. eur. Zflg. I. 1828, p. 21. — 
Kirby, Loud. Mag. N. H. I. 1828, p. 227, fg. — II. 1829, p. 292. — 
Maconart, S. ä B. I. 1834, p. 159. — Fitch, Hess. Fly. — Rosen- 
hauer, Stett. E. Z. 1860, p. 320. — Wagner, Untersuchg. 1861. — 
Taschenberg, Preisschr. 1865, p. 145—153, pl. IV, fg. 13—17. — 
Braner, V. z. b. G. 1867, p. 739. — Giebel, Landw. Zool. 1869, 
p. 607—610 fg. — Herrick, Corresp. Harris 1869, p. 191. — Nörd- 
linger, kl. F. d. L. 1869, p. 625, fg. 

Die Larven leben auf Weizen, Roggen, Gerste und anderen Gramineen 
innerhalb der Blattscheiden am Halme ober den Kuoten. Sie verpuppen 
sich daselbst, und zwar ohne einen Cocon zu spinnen, innerhalb ihrer 
eigenen hart und braun werdenden Larvenhaut. 

Duhamel, Eiern. Agric. I. 1771, p. 299. — Hävens, Observ. 1792. — 
Chapman, Mem. Philad. Agric. Soc. V? — Bosc, Ann. Agric. Fr. 1817, 
p. 277—303. — Birnie, N. Engl. Farm. III. 1824, p. 171. — Muse, 
Am. Journ. XXI. 1832, p. 71—74 und p. 155—158. — Kollar, schädl. 
Ins. 1837, p. 130. — Coates, Remarks 1841. — Herrick, Am. 
Journ. XLI. 1841, p. 153-158; - Report 1844, p. 161-167. - 
Morris, Proc. Acarl. Nat. Sc. Phil. I. 1841, p. 66; — III. 1847, p. 238; 

— IV. 1849, p. 194; - Trans. Am. Philos. Soc. VIII. 1843, p. 48-51. 

— Curtis, Journ. R. Agric. Soc. Engl. VI. 1845, p. 131-156, pl.; - 
F. I. 1860, p. 258. — Sichel, Ann. Soc. Ent. Fr. 1856. IV. Bull., p. 8. 

— H. Loew, Zeitschr. Ent. schles. Ver. f. Ins. 1858; — N. Korn- 
made 1859. — Fitch, VI. Rep. 1859, p. 587 f. - O.-Sacken, Stett. 
E. Z. 1862, p. 80. — Harris, Treatise 1862, p. 555 ff. fg. ; — Ent. 
Corresp/ 1869, p. 183-207. - Haberlandt, V. z. b. G. 1864, p. 401. 

- Künstler, V. z. b. G. 1864, p. 407 und 779; — 1871, p. 15. — 
Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. G. 1868. II, p. 157. — Walsh, Ins. 
inj. Ulinois 1864; — Pract. Ent. I. 1867, p. 10 und 37; — II. 1868, 
p. 99. — Cohn, Untersuch. 1869, p. 12. — Packard, Guide 1870, 
p. 374, fg. 279; — Com. Ins. 1873, p. 72 und 196. — Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 734, 738, 741. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 84. 

Anmerkung. Hammerschmidt (Isis 1834, p. 719) spricht von Larven, welche auf 
Bromus secalinns und teetorum L. dieselbe Lebensweise wie die der Cec. destruc- 
tor Say auf Weizen führen. Er zog die Imago, welche er Cec. ? bromi nennt, nicht. 
Vide auch die Anmerkung bei Cec. secalina H. Lw. 



40 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



163. digitata H. Lw. (Diplosis) 9- — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 39. - Winnertz, L. E. 1853, p. 272. 
pl. I, fg. 9 und 30. - Walker, I. B. III. 1856, p. 112, pl. XXIX, 
fg. 8. c. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 388. 

Lebensweise unbekannt, 
t 164. discolor Wik. ^Cecidomyia) c? 9- — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 87. 

Lebensweise unbekannt, 
f 165. disjuncta Wik. (Diplosis) cf 1 . — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 104. 

Lebensweise unbekannt, 
f 166. dolosa Wik. {Diplosis) 9. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 114. 

Lebensweise unbekannt. 

167. dorsalis Wtz. (Epidosis) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 297, pl. I, fg. 25; pl. IV, fg. 4. — Walker, 

I. B. III. 1856, p. 127. — Schiner, F. A. III. 1864, p. 404. 
Lebensweise unbekannt. 

dorycnii Müll. Imago unbekannt, v. Nr. 593. 
dubia Heyd. Imago unbekannt, v. Nr. 602. 

168. dumetorum Wtz. (Diplosis) cT. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 264. — Walker, I. B. III. 1856, p. 105. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 393. 
Lebensweise unbekannt. 

169. echii H. Lw. (Asphondylia) cT 9- — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 27 und 38. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 396. 
Larven in deforrairten Seitenknospen von Echium vulgare L. — Ver- 
wandlung daselbst. 

Macquart, P. H. III. 1856, p. 42. — Frauenfeld, V. z. b. G. 1861, 
p. 172. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 450. 
elegans Wik. (bis) s. Diplosis concinna Wik. 

170. elegans Wtz. (Hormomyia) cf- — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 287. - Walker, I. B. III. 1856, p. 121. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 400. 
Lebensweise unbekannt, 
f 171. entomopliila Perr. (Diplosis). 

Perris, Mem. Soc. Liege X. 1855, p. 274, pl. V, fg. 101 und 106. 
Die Larven wurden unter Insekten-Excementen in einem Insektenkasten 
gefunden. 

172. equestris Wgn. (Diplosis) 9- Deutschland. 

Wagner, Stett. E. Z. XXXII. 1871, p. 414. pl. IV. fg. 1-10. 
Larven innerhalb der Blattscheiden auf sattelförmigen Anschwellungen 
des Halmes von Triticum. — Verwandlung in der Erde. 
erianea Br. Imago unbekannt, v. Nr. 585. 



Synopsis Cecidoroyidamm. 



41 



173. ericae-scopar iae Duf. (genus?) cT Q. — S. Europa. 

Dufour, Ann. Soc. Ent. Fr. VI. 1837, p. 83 (Cecid). 
Die Larven leben in knospenförinigen Blätterschöpfen an den Zweigspitzen 
von Erica mediterranea L. und scoparia L. — Verwandlung daselbst. 
Clusiiis, Hist. rar. plant. 1583.„I, p. 42. — Frauenfeld, V. z. b. G. 
1855, p. 19. — Schiner, V. z. b. G. 1856, p. 222. Anm. 8. — Mac- 
quart, A. A. ö. 1854, p. 16. — Kaltenbach, PfL F. 1874, p. 412. — 
Rudow, Pfl. G. 1875, p. 71. 
erubescens 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 500. 

174. eryngii Vall. (Lasioptera) 9- — Europa. 

Vallot, Mem. Acad. Dijon 1828—1829, p. 113 (Cecidomyia). — Du- 
four, Mem. soc. sc. Lüle 1847, p. 121, fg. 1—11. - Giraud, V. z. 
b. G. 1861, p. 483. — Schiuer, F. A. II. 1864, p. 407. 
Die Larve lebt in Stengelanschwellungen von Eryngium campestre L. 

— Verwandlung daselbst. 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 265. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 70. 

175. euphorbiae H. Lw. (Cecidomyia) cf 9« — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 36; - L. E. 1851, p. 378. - Bremi, 
Monogr. 1847, p. 23 und 50, pl. II, fg. 24 und 25 (Cec. capitigena 
und subpatula Br.). — Winnertz, L. E. 1853, p. 220. — Walker, 

I. B. III. 1856, p. 82. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 373. 

Larven gesellig in knospenförinigen Blätterschöpfen an den Triebspitzen 
von Euphorbia amygdaloides, Cyparissias L. und purpurata Thuil. — 
Verwandlung daselbst. 

Vallot, Mem. Acad. Dijon 1819, p. 43; — 1826-1827, p. 94. — 
Macquart, P. H. II. 1855, p. 137. - ? Penis, Ann. Soc. Ent. Fr. 
1870, p. 179. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 525. - Rudow, Pfl. G. 
1875, p. 71. 

t 176. evanescens Wik. (Diplosis) — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 103. 
Lebensweise unbekannt. 

177. expandens Wik. (Diplosis) — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 101. 

Lebensweise unbekannt. 
excavans Mcq. Imago unbekannt, v. Nr. 558. 
extrema Wik. s. Hormomyia cucullata Mg. 

178. fagi Hrtg. (Hormomyia) Q. Europa. 

Hartig, Jahresb. 1839. I, p. 641. — H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 31. 

— Winnertz, L. E. 1853, p. 285. pl. I, fg. 5, 12, 22, 23. pl. II, 
fg. 8. pl. III, fg. 9. — Walker, 1. B. III. 1856, p. 121. — Schiner, 
F. A. II. 1864, p. 398. 

Die Larven leben einzeln in einkammerigen, harten, eiförmigen, zuge- 
spitzten Gallen auf der Überseite der Blätter von Fagus sylvatica L. 

— Verwandlung in der abgefallenen Galle. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abk. 6 



42 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Lftw. 



R^anmur, Mem. III. 1737, p. 540. pl. 38, fg. 7—18. - Vallot, Mem. 
Dijon 1828—1829, p. 109. — Ratzeburg, Forstins. III, p. 161. pl. V, 
fg. 14. — Bremi, Monogr. 1847, p. 13. — Macquart, A. A. S. 1854, 
p. 28; — A. A. 1851, p. 456. — Kirchner, Lotos 1855, p. 135. — 
Karsch, N. u. Off. 1855, p. 267. — Beliier, Ann. Soc. Ent. Fr. V. 
1857, Bull. p. 115—117. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 631. — Van 
d.Wulp, Tijdsch. v. Ent. IX. 1874, p. 110. — Rudow, Pfl. G. 187, p. 71. 
farinosa 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 578. 

179. fasciata Mg. (Hormomyia) Q. — Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 94. - H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 31. — 
Winnertz, L. E. 1853, p. 283. pl. II, fg. 7. pl. III, fg. 10. - /Otter- 
stedt, D. Sc. XII. 1855, p. 4878. - Walker, I. B. III. 1856, p. 119. 
pl. XXIX, fg. 8, 8 a. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 397. 
Nach Boie (1. c.) in den Gipfeltrieben von Epilobium; nach Rudow 
in deformirten Blüthenknospen dieser Pflanze. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 249. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 70. 
fasciata Br. s. Hormomyia producta Mg. 

180. fasciata Mnrt. {Pero) 9- — N. Europa. 

Meinert, Nat. Tidsskr. 1871, p. 463. 

Die Larven leben gesellig unter der Rinde von Carpinus betulus L., 
und vermehren sich durch Pedogenesis. 

Anmerkung. Siehe die Anm. bei Miast. rnetraloas Mrt. 

181. fascipennis Wtz. {Diplosis) 9- — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 253. - Walker, I. B. III. 1856. p. 95. — 

Schiner, F. A. IL 1864, p. 385. 

Winnertz zog die Fliege aus faulem Holze, 
f 182. f enestralis Br. (genus?). — Schweiz. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 55 {Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
t 183. filipes Wik. (Diplosis) 9- — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 103. 

Lebensweise unbekannt, 
f 184. finalis Wik. (Diplosis) tf. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 342 == terminalis Wik. (bis), p. 100. 

Lebensweise unbekannt. 
185. Fischeri Ffld. (Hormomyia) <S 9- — Oesterreich. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1867, p. 781. 

Die Larven leben in mehrkammerigen Anschwellungen an der Blatthasis 
der Internodien von Carex pilosa Scop. — Verwandlung daselbst. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 730. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 69. 
t 186. fixa Wik. (Diplosis) J. — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 107. 
Lebensweise unbekannt. 
flava Schrk. s. Diplosis buxi Lab. 



Synopsis Cecidoniyidarum. 



43 



t 187. flava Mg. (Diplosis) — Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 99. — Zetterstcdt, D. Sc. IX. 1850, p. 3695. 
(Cec. hüareüa). — Walker, I. B. III. 1856, p. 98. 
Die Larve soll nach Kos er 1. c. in Getreidehalmen leben. 
Macquart, P. H. I. 1854, p. 191. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 738 
und 742. 

188. flaveolata Wtz. (Diplosis) cf. — Deutschland. 

Winiiertz, L. E. 1853, p. 265. — Walker, I. B. III. 1856, p. 106. — 
Schiiier, F. A. II. 1864, p. 393. 
Lebensweise unbekannt. 

189. flavescens F. Lw. (Epidosis) 9- — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 147. 
Lebensweise unbekannt, 
t 190. flavida Blchd. (genus?). — Chile. 

iUanchard, Gay H. F. VII. 1852, p. 350. — Philippi, V. z. b. G. 
1865, p. 628 (Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 
flavimaculata Zett. s. Hormomyia j uniperina L. 
f 191. flexa Wik. (Diplosis) Q. -- England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 342 für arcuata Wik. (bis) p. 112. 
Lebensweise unbekannt. 

192. flexuosa Wtz. (Lasioptera) 9- ~ Europa. 
Winiiertz, L. E. 1853, p. 308. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 408. 
Die Larven leben gesellig im Innern der obersten Internodien nicht 
blühender Halme von Phragmites communis Trin. — Verwandlung 
daselbst. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1862, p. 1174. - Giraud, V. z. b. G. 1863, 
p. 1261. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 764. 
floricola Wtz. s. Hormomyia ptarmicae Vall. 

193. foliorum H. Lw. (Cecidomyia) — Deutschland. 
H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 26 und 36. — Schiner, F. A. IL 
1864, p. 379. 

Die Larve lebt in kleinen Gallen auf den Blättern von Artemisia vul- 
garis L. 

Macquart, P. H. III. 1856, p. 142 (Cec. fulcorum). — Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 358. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 67. 

194. formosa Br. (genus?) cf. — Schweiz. 
Bremi, Monogr. 1847, p. 47. pl. I, fg. 1 und 6 (Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 

195. fragilis H. Lw. (Epidosis) c? Q. — Europa. 
H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 38. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 405. 
Anmerkung. 

Lebensweise unbekannt. 
Frauenfcldi Kltb. Imago unbekannt, v. Nr. 560. 

6* 



44 



Julius Edl. v. B er gens tanira und Paul Low. 



196. Frauen feldi Schin. (Cecidomyia) cT Q. — Sidney. 

Schiner, Dipl Nov. Exp. 1868, p. 7. pl. I, fg. 7. 

Die Larven leben in dick aufgeschwollenen Zweigknospen einer Mela- 

leuca-kxi. 

fraxini Br. s. Diplosis botularia Wtz. 
fraxinicola Hrdy. s. Diplosis botularia Wtz. 
Frischii Br. s. Cecidomyia salicina Schrk. 
fromenti Mcq. s. Diplosis tritici Kirby. 
fulcorum Mcq. s. Cecidomyia foliorum H. Lw. 

197. fuliginosa Steph. (Diomyza). — England. 

Stephens, Illust. B. E. 1846. Suppl. pl. 42, fg. 4. 

Lebensweise unbekannt, 
t 198. funesta Wik. {Hormomyid) Q. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 120. 

Lebensweise unbekannt. 
funesta Mötsch, s. Cecidomyia secalina H. Lw. 
t 199. furcata Phil. (Diomyza). — Chile. 

Philippi, V. z. b. G. 1865, p. 631 (Lasiopt.). 

Lebensweise unbekannt. 
fusca Mg. s. Lasioptera rubi Heeg, 
f 200. fusca Mg. (Asphondylia) Q. — Holland. 

Meigen, S. B. VI, 1830, p. 270 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
f 201. fuscescens Phil, (genus?). — Chile. 

Philippi, V. z. b. G. 1865, p. 628 [Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
f 202. fuscicollis Mg. (Hormomyia) — Deutschland. 

Meisen, S. B. I. 1818, p. 97. — Bouclie, N. I. 1834, p. 25. pl. II, 

fg. 11—14 {Cecidomyia). — Schiner, F. A. II. 1864, p. 400. 

Die Larven leben in faulen Tulpen- und Hyacinthen-Zwiebeln. 

Macquart, P. H. I. 1854, p. 218 
f 203. fuscipennis Mg. (genus?) Q. — Oesterreich. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 98 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
f 204. fuscogrisea ßd. (Spaniocera) — Italien. 

ßondani, II da Mem. Parma 1840. fg. 10—15 (Brachyneura). 

Lebensweise unbekannt. 
galeata Ffld. Imago unbekannt, v. Nr. 499. 
205. galeob dolontis Wtz. (Cecidomyia) Q. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 238. - Walker, I. B. III. 1856, p. 85. — 

Inchbald, Ent W. Int. 1861, p. 69. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 381. 

Die Larven leben gesellig in den zu taschenförraigen, haarigen Gallen 

deformirten Blättern der jungen, nahe am Boden hervorwachsenden 

Triebe von Galeobdölon luteum Hds. — Verwandlung daselbst. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



45 



Rremi, Monogr. 1847, p. 25. pl. II, fg. 26 (Cec. strumosa). — Macquart, 
P. H. III. 1856, p. 73. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 483. - Rudow, 
Pfl. F. 1875, p. 72. 

Anmerkung. Inchbald hat und Q verwechselt. 

206. galii H. Lw. (Cecidomy ia) Q. — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 29 und 37. — Winnertz, L. E. 1853, 
p. 235. pl. I, fg. 7. - Walker, I. B. III. 1856, p. 86. — Schiner, 
F. A. II. 1864, p. 376. 

Die Larven leben in weissen, schwammigen Gallen an den Stengeln 
und Blüthenstielen von Galium Mollugo, uliginosum und verum L. — 
Verwandlung in der Erde. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 30 {Cec. molluginis). — Macquart, 
P. H. III. 1856, p. 19. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 311. — Van 
d. Wnlp, Tijdsch. v. Ent. IX. 1874, p. 110. — Rudow, Pfl. G. 1875, 
p. 72 und 90. 

gallarum Salicis Hrdy. s. Ceciäomyia Salicis Schrk. 
gemini Br. Imago unbekannt, s. Nr. 517. 

207. ge nie ul ata Wtz. (Diplosis) cf. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 251. — Walker, I. B. III. 1856, p. 93. — 
Schiner, F. A. IL 1864, p. 392. 
Lebensweise unbekannt. 
genistae Mcq. Imago unbekannt, s. Nr. 588. 
208: genistae H. Lw. (Asphondylia) 9- — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 27 und 38 — Schiner, F. A. II. 1864, p. 396. 
Larven in zu einkammerigen Gallen deformirten Seitenknospen von 
Genista germanica L. — Verwandlung in der Galle. 
Macquart, A. A. S. 1854, p. 15. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874. p. 113. 
- Rudow, Pfl. F. 1875. p. 72. 

209 gibba Zett. (genus?) Q ?. — Schweden. 

Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3694 {Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 

210 gibbosa Bd. (Hormomyia). — Italien. 

Rondani, Atti so. sc. nat. Milano II. 1860, p. 290. pl. V. fg. 2 a, 10 
und 18 (Angelinia). 
Lebensweise unbekannt. 

211. Giraudi Ffld. (Cecidomyia) cT 9- — Oesterreich. 
Franenfeld, V. z. b. G. 1863, p. 1233. 

Die Larven leben einzeln in umgerollten und verdickten Fiederblättchen 
von Astragalus austriacus L. — Verwandlung in der Erde. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 139. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 67. 

212. Gleditchiae O. S. (Cecidomyia) Q. — N. Amerika. 

Osten-Sacken, Proc. Ent. Soc. Phil. 1866—1867, p. 219. 



46 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Taul Low. 



Die Larven leben gesellig in hülsenartig zusammengefalteten Fieder- 
blättchen von Gleditchia triacanthos L. — Verwandlung daselbst. 
glutinosä 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 505. 
213. gracilis Wtz. (Epidosis) Q. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 298. pl. I, fg. 26. pl. IV, fg. 3 - Walker, 

I. B. III. 1856, p. 124. pl. XXIX, fg. 8 b.- Schiner, F. A. II. 1864, p. 404. 

Die Larven leben in faulem Holze. 
graminicola Wtz. s. Hormomyia poae Bosc. 
graminis Brischke s. Hormomyia poae Bosc. 
f 214. grandis Mg. (Hormomyia) c? Q. — Europa. 

Meißen, Class. 1804, p. 39; - S. B. I. 1818, p. 94; VI. 1830, p. 267. 

{Cecid.) — Macquart, S. ä B. I. 1834, p. 159. pl. IV, fg. 10, 11. - 

Bremi, Monogr. 1847, p. 59. — Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3692. 

Lebensweise unbekannt, 
t 215. grisea Br. (genus?). — Schweiz. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 49 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
t 216. griseicolis Mg. (genus?) d* 9- _ Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 97. — Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3697. 

Die Larven leben (nach Kirchner) in linsengrossen Gallen auf der 

Unterseite der Blätter von Aesculus Hippocastanum L. 

Kirchner, Lotos 1855, p. 132. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 87. — 

Rndow, Pfl. G. 1875, p. 66. 
217. griseipennis F. Lw. (Asynapta) Q. — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 148. 

Lebensweise unbekannt, 
t 218. griseola Mg. (genus?) — Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 97 {Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. 

t 219. grossa Br. {Hormomyia). — Schweiz. 
Bremi, Monogr. 1847, p. 46 {Cecid). 
Lebensweise unbekannt. 

220. grossulariae Ftch. (Asphondylia). - N. Amerika. 

Fitch, Kep. I. 1856, p. 176; — Bep. III. 1859, p. 119. 
Die Larven leben in den Früchten von Ribes uva crispa L., welche 
frühzeitig reif erscheinen und abfallen. — Verwandlung in der Erde. 
Osten-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 420; M. D. N. I. 1862, p. 189. — 
Packard, Guide. 1870, p. 376. 

221. guttata H. Lw. {Diplosis) J 1 9- — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 32. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 390. 
Lebensweise unbekannt. 
hedysari Mcq. Imago unbekannt, v. Nr. 594. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



47 



222. helianthemi Hrdy. (Diplosis) England. 

Hardy, Ann. Mag. N. H. 1850, p. 187. (Cecidomyia). 

Die Larven leben gesellig in haarigen Blätterschöpfen an den Trieb - 

spitzen von Helianthemum vulgare Gärt. 

Anmerkung. Nach Dr. Thomas (Giebel's Zeitschr. f. d. ges. Naturw. T. 39. 1872, 
p. 469) werden diese haarigen Blätterschöpfe von Gallmilben (Phytoptus) erzeugt. 
Es ist daher die Diplosis nur Inquiline. Dasselbe ist der Fall bei ähnlichen haarigen 
Blätterschöpfen an den Triebspitzen vou Thymus Serphyllum L. (v. Nr. 538). 

Iieli ant hi-bulla Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 515. 
helianthi-globulus Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 514. 
heraclei Kltb. Imago unbekannt, v. Nr. 572. 

223. heterobia H. Lw. {Cecidomyia) c? 9- — Europa. 

H. Loow, D. B. IV. 1850. p. 28 und 35. fg. 16 und 20; - L. E. 1851, 
p. 374. — Hardy, Ann. Mag. N. H. 1850, p. 185 {Cec. maligna). — 
Winnertz, L. E. 1853, p. 223. — Walker, I. B. HI. 1856, p. 81. - 
Schmer, F. A. II. 1864, p. 373. 

Die Larven leben gesellig in deformirten männlichen Blüthenkätzchen 
und in kleinen Blattrosetten von Salix amygdalina L., ferner in de- 
formirten Knospen von Salix repens L. und auch als Inquilinen in 
den von Cec. rosaria H. Lw. auf verschiedenen Weidenarten erzeugten 
Blattrosetten. — Verwandlung daselbst. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 22. pl. II, fg. 23 (Cec. strobilina). — Mac- 
quart, A. A. 1851, p. 395 ; — A. A. S. 1854, p. 21. — Perris, Ann. 
Soc. Ent. Fr. 1870, p. 180. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 584. — 
Weijenbergh, Tijdsch. v. Ent. 1874, p. 149. - F. Low, V. z. b. G. 
1875, p. 28. — Rndow, Pfl. G. 1875, p. 80 und 81 (Cec. strobilina). 

224. hieracii F. Lw. (Cecidomyia) cf 9- — Europa. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 145 und 321. pl. II, fg. 6. 
Die Larve lebt einzeln in einkammerigen, auf der Unterseite wenig 
convexen Blasengallen in den Blättern von Hieracium murorum L. — 
Verwandlung in der Erde. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 19 (Cec. sanguinea). — Macquart, P. H. III. 

1856, p. 112. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 403. 
hilarella Zett. s. Diplosis flava Mg. 
t 225. hirticornis Zett. (genus?) cf 1 9- ~ N. Europa. 

Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3680; — XII. 1855, p. 4879 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
t 226. hirtipes Zett. (Hormomyia) cT 9- — N. Europa. 

Zetterstedt, L L. 1840, p. 823; - D. Sc. IX. 1850, p. 3677 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. 
227. hirtipes 0. S. (Cecidomyia) 9- — N. Amerika. 

O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 195. 

Die Larven leben in rundlichen, mehrkammeriov.n Gallon an den Spitzen 
verkrümmter Stengel einer Solidago-Art 



48 



Julius Edl. v. Berge u stamm und Paul Low. 



holotricha 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 504. 

228, hospes Wtz. (Miastor) Q. — Deutschland. 

Winnertz, V. z. b. G. 1870, p. 6. pl. I, fg. 2. 
Lebensweise unbekannt. 

229. hyperici Br. (Cecidomyia). — Europa. 

Brenii, Monogr. 1847, p. 26 und 53. pl. II, fg. 29. 
Die Larven leben gesellig in meist roth gefärbten Blätterschöpfen an 
den Triebspitzen der Zweige von Hypericum humifusum und perfora- 
tum L. — Verwandlung daselbst. 

Gene, Mem. Acad. Torino T. 36. 1833, p. 287—295, pl. 13. — Mac- 
quart, P. H. II. 1855, p. 91. — Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, 
p. 180. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 66. - Rudow, Pfl. G. 
1875, p. 73. 

f 230. immun da Zett. (Hormomyia) Q. — N. Europa. 

Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3678 (Cec). 

Lebensweise unbekannt. 
impatiens O. 8. Imago unbekannt, v. Nr. 569. 
231. impudica Wtz. (Diplosis) — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 269. — Walker, I. B. III. 1856, p. 109. - 

Schiner, F. A. II. 1864, p. 393. 

Lebensweise unbekannt, 
f 232. incarnata L. (genus?). 

Linne, S. N. 1788, p. 2826 (Tipula). 

Lebensweise unbekannt. , 

Anmerkung. Scheint nach H. Loew eine Cecidomyide zu Bein; wegen der mangel- 
haften Beschreih ung wird die Art nie wieder zu eruiren sein. 

233. inclusa Ffld. (Cecidomyia) c?. 9- — Europa. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1862, p. 1175. pl. XII, fg. 5. — Giraud, 
V. z. b. G. 1863, p. 1258. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 372. — 
?Meigeu, S. B. VI. 1830, p. 270 (Cec. scutellata). — ?Zetterstedt, 
D. Sc. IX. 1850, p. 3699 (Cec. scutellata Mg.). 

Die Larven leben in reiskorngrossen Gallen im Innern der Halme von 
Fhragmites communis Trin. — Verwandlung daselbst, 
ylioie, Kröj. Nat. Tids. II. 1838, p. 235 (Cec. scutellata Mg.). — 
Macquart, P. H. I. 1854, p. 168 (Cec. scutellata Mg.). — Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 764. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 75. 

Anmerkung. Da die Meigen'sche und Zetterstßdt'SChe Beschreibung der Cec. scutel- 
lata, sowie Boie'S Angaben über die Lebensweise derselben zu ungenügend sind, 
um mit Sicherheit die Identität mit Cec. inclusa Ffld. coustatiren zu können, be- 
stellen wir die betreffenden Citate als fraglich hieher. 

234. incompleta H. Lw. (Epidosis). — Fossil. 

H. Loew, Bernstein-Fauna p. 32. 
f 235. incompleta Wik. (Diplosis). tf. — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 101. 
Lebensweise unbekannt. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



49 



inflexa Br. Imago unbekannt, v. Nr. 492 und 493. 
t 236. innotata Wik. (Cecidomyia). — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 82. 

Lebensweise unbekannt, 
t 237. innotata Wik. (Asphondylia) — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 117. 

Lebensweise unbekannt. 
238. inulae H. Lw. (Diplosis) cT Q- — Deutschland. 

H. Loew, Allg. nat. Ztg. II. 1847, p. 299; - D. B. IV. 1850, p. 30 

und 34. — Scliiner, F. A. II. 1864, p. 391. 

Die Larven leben in Gallen am Stengel von Inüla britanica L. — 
Verwandlung daselbst. 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 335. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 73, 
t 239. invaria Wik. (Diplosis) <f. — England. 
Walker, I. B. Hl. 1856, p. 102. 
Lebensweise unbekannt. 

240. invocata Wtz. (Diplosis) cT Q. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 269. — Walker, I. B. III. 1856, p. 106. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 387. 

Die Larven leben gemeinschaftlich mit den Larven von Cec. acrophila 
und pavida Wtz. in den deformirten Fiedern gipfelständiger Blätter 
von Fraxinus excelsior L. — Verwandlung in der Erde. 
Macqnart, A. A. S. 1854, p. 19. — Kalteubach, Pfl. F. 1874, p, 432. 
- Rudow, Pfl. G. 1875, p. 71. 

iridis Kltb. Imago unbekannt, v. Nr. 469. 

irregularis Br. Imago unbekannt, v. Nr. 567. 

241. iteophila H. Lw. (Cecidomyia) $ Q. — Europa. 

II. Loew, D. B. IV. 1850, p. 28 und 35. — Winnertz, L. E. 1853, 
p. 222. pL II, fg. 3. - Walker, I. B. III. 1856, p. 81. 
Die Larven leben gesellig als Inquilinen zwischen den Blättern der 
durch Cec. rosaria H. Lw. erzeugten Blattrosetten von Salix alba, 
purpurea L. und anderen Weidenarten. — Verwandlung daselbst. 
Bremi, Monogr. 1847, p. 22. pl. II, fg. 23 (Cec. strobilina). — Mac- 
quart, A. A. 1851, p. 395; — A. A. S. 1854, p. 20. — Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 583. — F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 29. - Rudow, 
Pfl. G. 1875, p. 80 (Cec. strobilina). 

242. jacobaeae H. Lw. (Diplosis) — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 29 und 33. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 390. 
Die Larven leben in den Blüthenköpfchen von Senecio Jacobaea L. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 365. 

243. juniperina L. (Hormomyia) cT Q. — Europa. 

Linne, F. S. 1761, Nr. 1774; — S. N. 1788, p. 2825 (Tipula). — 
Degeer, Ins. 1782. VI, p. 153. pl. 25, fg. 7- 21 (Tipula). — Meigen, 
Class. 1804, p. 41 (Cecidomyia). — Latreille, Hist. nat. Ins. XIV. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abb.. 7 



50 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



1805, p. 288 (Oligostrophus). — Meißen, S. B. I. 1818, p. 92. — 
(Lasioptera). — Macquart, S. ä B. I. 1834, p. 163. — Zetterstedt, 
D. Sc. IX. 1850, p. 3687 und 3700 (Cec. flavimaculata); — XII. 1855, 
p. 4882, 4885 (Lasioptera). — Winnertz, Stett. E. Z. 1854, p. 322. 

— Schiner, F. A. II. 1864, p. 399. 

Die Larve lebt einzeln in spindelförmigen Gallen an den Zweigspitzen 
von Juniperus communis L. — Verwandlung daselbst. 
Breiiii, Monogr. 1847, p. 24. — Macquart, A. A. 1851, p. 493. — 
Kirchner, Lotos 1855, p. 137. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 682. 

— Rudow, Pfl. G. 1875, p. 73. 

Anmerkung. Tipula juniperina Fabr. gehört nicht hieher. 

244. Klugii Mg. (Cecidomyia) Q. — Deutschland. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 95. — H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 35. - 
Walker, I. B. III. 1856, p. 82. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 379. 
Lebensweise unbekannt, 
t 245. laeta Zett. (genus?) cf Q. — Norwegen. 

Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3681 (Ceeid.). 
Lebensweise unbekannt. 
lamii Br. in Kaltenbachs Pfl. F. 1874, p. 483. 

Anmerkung. Dieser Name konnte von uns in Bremi's Arbeiten über Gallmücken 

nicht aufgefunden werden. 

t 246. lateralis Mg. (genus?) 9- — N. Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 96. — Gimmerthal, Bull. Soc. Nat. Moscou 
1846, p. 13 {Cccid.). 
Lebensweise unbekannt. 
laterella Zett. s. Diplosis pini Deg. 

247. lateritia H. Lw. (Dirhiza) tf. — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 38. 
Lebensweise unbekannt. 
lathyri Ff ld. Imago unbekannt, v. Nr. 595. 

248. latibulorum Wtz. (Diplosis) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 247. - Walker, I. B. III. 1856, p. 91. — 

Schiner, F. A. II. 1864, p. 391. 

Lebensweise unbekannt, 
f 249. latipennis Wik. (Diplosis) tf. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 99. 

Lebensweise unbekannt, 
f 250. latiuscula Wik. (Diplosis) Q. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 108. 

Lebensweise unbekannt, 
t 251. Leacheana Wik. (Diplosis) cf 9- — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 109. 

Lebensweise unbekannt. 



Synopsis Cecidorayidanim. 



51 



252. lentipes Wtz. (Hormomyia) Q. — Deutschland. 

Winuertz, L. E. 1853, p. 291. pl. II, fg. 9. - Walker, I. B. III. 
1856, p. 122. - Schiller, P. A. II. 1864, p. 400. 
Aus faulem Holze gezogen. 
leontodontis Br. Imago unbekannt, v. Nr. 521. 

253. leueopeza Mg. (Epidosis) c? 9- — Europa. 

Meigen, S. B. VI. 1830, p. 268. - H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 38. 

- Winuertz, L. E. 1853, p. 296. - Walker, I. B. III. 1856, p. 126. 

- Schiner, F. A. II. 1864, p. 403. 
Lebensweise unbekannt. 

254. lignicola Schin. (Lasioptera) 9- ~~ Cap der guten Hoffnung. 

Schiner, Dipt. Nov. Exp. 1868, p. 6. pl. I, fg. 4. 

Die Larve lebt in holzigen Stengelanschwellungen einer Muralcia- Art. 

255. limbata Wtz. (Diplosis) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 266. - Walker, I. B. III. 1856, p. 111. — 
Schiner, F. A. II. 1861, p. 393. 

Winnertz erhielt ein 9 aus einer Rosette von Salix amygdalinaL. 
gleichzeitig mit Cec. heterobia H. Lw. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 20. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 584. 

- Rudow, Pfl. G. 1875, p. 81. 

Anmerkung. Die Larve dieser Art dürfte von den Aecidien leben, welche sehr 
häufig die Blätter der Weidenrosetten hedecken. 

t 256. limbitorquens Br. (genus?). — Schweiz. 
Bremi, Monogr. 1847, p. 48 {Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 
limbivolens Mcq. Imago unbekannt, v. Nr. 558. 
257. linariae Wtz. (Diplosis) Q. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 260. — Walker, I. B. III. 1856, p. 97. - 
Schiuer, F. A. II. 1864, p. 384. 

Die Larven leben in zu monströsen Schöpfen deformirten Spitzen- 
knospen von Linaria vulgaris Mill. — Verwandlung daselbst. 
Macquart, P. H. III. 1856, p. 88. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 466. 

- Rudow, Pfl. G. 1875, p. 74. 

t 258. linearis Wik. (Diplosis) 9- — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 112. 
Lebensweise unbekannt. 
liriodendri O. S. Imago unbekannt, v. Nr. 553. 
259. lithospermi H. Lw. (Cecidomyia) 9- _ Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 28 und 36. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 379. 
Die Larve lebt in deformirten Triebspitzen von Lithospermum offi- 
cinale L. 

Macquart, P. H. III. 1856, p. 43. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 451. 

- Rudow, Pfl. G. 1875, p. 74. 

7* 



52 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



260. longicauäa H. Lw. (Asynapta) Q. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 39. 
Lebensweise unbekannt. 

261. longicollis H. Lw. (Asynapta) 9- — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 39. 

Lebensweise unbekannt, 
t 262. longicollis Rd. (Clinorhyncha). — Italien. 

Roudani, II da Mem. Parma 1840, fg. 1—4 (Ozirliyncus). 

Lebensweise unbekannt, 
f 263. longicornis L. (genus?) cf. — Europa. 

Linne, F. S. 1761, Nr. 1776; — S. N. 1788, p. 2826. — Fabricins, 

Sp Ins. II. 1781, p. 412; — E. S. IV. 1794, p. 252 (Tipula); — S. A. 

1805, p. 46 (Chironomus). — Meißen, Class. 1804, p. 47 (Macrocera 

incarnata); — S. B. I. 1818, p. 100 {Cecid.). — Macquart, S. ä B. I. 

1834, p. 162. — Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3691. 

Die Larve lebt in den Blüthenköpfen von Cirsium palustre Scop. und 

soll (nach Kirchner) eine Anschwellung des Fruchtbodens verursachen. 

Kirchner, Lotos 1855, p. 134. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 381. 

Anmerkung. Scheint nach H. Loew eine Cecidomyide zu sein, die Species wird aber, 
der kurzen und mangelhaften Beschreibung wegen, nie mehr mit Sicherheit zu 
ermitteln sein. 

264. longipennis F. Lw. (Asynapta) 9- — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 148. 
Lebensweise unbekannt. 

265. longipes H. Lw. (Epidosis) Q. — Deutschland. 

H, Loew, D. B. IV. 1850, p. 38. - Walker, I. B. III. 1856. pl. 24, fg. 1. 
Lebensweise unbekannt. 

266. loti Deg. (Biplosis) cT 9- — Europa. 

Degeer, Ins. VI. 1782, p. 157. pl. 27, fg. 1—5 (Tipula). — Meigen, 
Class. 1804, p. 41 ; S. B. I. 1818, p. 100 (Cecid.). — Macqnart, S. a B. I. 
1834, p. 161 {Cecid.). ~ H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 30 und 34, fg. 10. 
— Winnertz, L. E. 1853, p. 258. pl. III, fg. 5. - Zetterstedt, D. Sc. IX. 
1850, p. 3698; - XII. 1855, p. 4884 (Cecid.). — Walker, I. B. III. 
1856, p. 97. — Rondani, Atti, Soc. Sc. Nat. Milano. II. 1860, p. 292 
(Contarinia). — Schiner, F. A. II. 1864, p. 385. 
Die Larven leben zu 10—20 in deformirten Blüthen und Hülsen von Lotus 
coniculatus L. und uliginosus Hoffm., Medicago falcata, sativa und 
Vicia cracca L. — Verwandlung in der Erde. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 21. pl. I, fg. 21. — Macquart, P. H. II. 
1855, p. 154 und X59. — Glaser, Landw. Ungeziefer 1867. — Nörd- 
linger, kl. F. d. L. 1869, p. 633. — Curtis, F. Ins. 1860, p. 491. — 
Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 178 und 180. — Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 123 und 131. — F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 32. - 
Rudow, Pfl. G. 1875, p. 74. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



53 



267. lugubris Wtz. (Asynapta) d 1 Q- — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 305. pl. I, fg. 24; pl. II, fg. 14; pl. IV, 
fg. 6. — Walker, I. B. III. 1856, p. 129. - Rondani, Att. Soc. Sc. 
Nat. Milano, II. 1860, p. 290 (Winnertzia). — Schitier, F. A. II. 1864, 
p. 406. - Taschenberg, Ent. f. G. 1871, p. 363. 
Die Larveu leben in faulem Holze und in Pol yporus- Arten. 
Macquart, P. H. I, 1854, p. 110. 

Anmerkung. Die von Amerling (Lotos 1S59, p. 60 und U0; Ges. Aufs. 1868, p. 141) 
und Taschenberg (1. c.) aus Knospengallen von Primus gezogeneu und als 
Asyn. lugubris bestimmten Gallmücken dürften, der gänzlich verschiedenen 
Lebensweise halber, einer anderen Art angehören; v. Nr. 603. 

t 268. lutea Mg. (genus?) cT Q. — Europa. 

Meigeii, Class. 1804, p. 40. pl. II, fg. 10, 11, 13; - S. B. I. 1818, 
p. 99; — VI, p. 267. — Gimmerthal, Bull. Soc. Nat. Moscou 1846, 
p. 13. — Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3694 (Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 
269. lychnidis Heyd. (Cecidomyia) c? Q. — Europa. 

Heyden, Herrich-Schäffer's Corresp. Bltt. 1861, Nr. 13, p. 98. 
Die Larven leben gesellig in deformirten, wolligen Blatt- und Gipfel- 
knospen von Lychnis dioica L. — Verwandlung daselbst. 
Monfet, Insect. Theatr. 1634, p. 77. — Jonston, Hist, Nat. Ins. 1657, 
p. 57. — Vallot, Mein. Acad. Dijon 1826—1827, p. 93; — 1836, p. 245. 
- H, Low, D. B. IV. 1850, p. 11. — Macqnart, P. H. II. 1855, 
p. 97. — Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 179. — Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 54. 

Anmerkung. H. Loew ist der Ansicht, dass diese Galle von Milben erzeugt ist und 
die Gallmückenlarven Mos Inquilinien sind. 

t 270. luteofusea Ed. (Cecidomyia). — Italien. 

Rondani, II da Mem. Parma 1840, fg. 5—9; - Atti Soc. Sc. Nat. 
Milano IL 1860, p. 288 (Dasyneura). 
Lebensweise unbekannt. 
lythri H. Lw. Imago unbekannt, v. Nr. 573. 

271. maccus H. Lw. (Diplosis) cT 9- .— N. Amerika. 

H. Loew, in O.-Sacken M. D. N I. 1862, p. 187. pl. t fg. 11 und 12. 
Lebensweise unbekannt. 

272. maculata Wtz. (Diplosis) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 258. — Walker, I. B. HL 1856, p. 96. — • 

Schiner, F. A. IL 1864, p. 392. 

Lebensweise unbekannt, 
t 273. marginata Wik. (Diplosis) — England. 

Walker, L B. HL 1856, p. 107. 

Lebensweise unbekannt, 
t 274. marginata Roser (genus?). — Württemberg. 

Roser, Corresp. Bltt. württ, landw. Ver. 1840, p. 50 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. 



54 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



275. marcpinemtorquens Wtz. (Cecidomyia) $ 9« — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 223. - Walker, I. B. III. 1856, p. 79. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 376. 

Die Larven leben gesellig unter dem umgeschlagenen Rande der Blätter 
von Salix vimindlis L. — Verwandlung daselbst. 
Bremi, Monogr. 1847, p. 27. pl. II, fg. 32. — Macquart, A. A. 1851, 
p. 394. - Müller, Ent. M. Mag. VI. 1869, p. 109. - Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 583. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 80. 

f 276. maura Wik. (Diplosis) q?. — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 102. 
Lebensweise unbekannt. 

t 277. maxima Eoser (genus?). — Württemberg. 

Roser, Corresp. Bltt. württ. landw. Ver. 1840, p. 50 (Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 

meäicaginis Br. Imago unbekannt, v. Nr. 596. 

278. mesembrianthemi Schin. (Asphondylia) Q. — Cap der guten 

Hoffnung. 

Schiner, Dipt. Nov. Exp. 1868, p. 9. pl. I, fg. 9. 

Die Larven leben in erbsengrossen, saftigen Anschwellungen einer 

Mesembrianthemum-Art. 

279. metraloas Mnrt. (Miastor) $ Q. — N. Europa. 

Meinert, Nat. Tidsk. III. 1864, p. 106. — Siehold, Zeitschr. f. wiss. 
Zool. 1864, p. 394. - H. Loew, Berl. E. Z. 1864, p. VIII. - Win- 
nertz, V. z. b. G. 1870, p. 7. 

Die Larven leben unter der Rinde von faulen Buchenstämmen und 
vermehren sich durch Paedogenesis. 

Meinert, Nat. Tidsk. III. 1864, p. 37 und 83 ff. — Packard, Guide 

1870, p. 380, fg. 297. 

Anmerkung. Ueber Gallmückenlarven, welche sich paedogenetisch vormehren, haben 
geschrieben: v. Baer, Carus, Hanin, Leuckart, H. Loew, Mäklin, Mecznikoff, 
Meinert, t agenstecher, Siebold und Wagner, deren bezügliche Arbeiten in der 
Uebersicht der Literatur verzeichnet sind. Die Larven, welche in diesen Arbeiten 
besprochen sind und theils unter der Binde von faulen Apfelbäumen, theils im 
feuchten Kehricht und in Pressrückständen von Runkelrüben gefunden wurden, 
scheinen verschiedenen Arten, ja sogar Gattungen anzugehören. Die Larven von 
Oligarces paradoxus Mrt. und Pe.ro fasciata Mrt. vermehren sich auch durch 
Paedogenesis. 

280. millefolii H. Lw. (Hormomyia) cT Q. — Europa. 

II. Loew, D. B. IV. 1850, p. 27 und 37, fg. 12. — Schiner, F. A. II. 
1864, p. 380. — Müller, Ent. M. Mag. 1870-1871. VII, p. 39. — 
F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 151. pl. II, fg. 3; - 1875, p. 26. 
Die Larven leben einzeln in eiförmigen Gallen in den Blattachseln von 
Achillea Millifolium L. — Verwandlung daselbst. 



Synopsis Cecidorayidarum. 



55 



3Iacquart, P. H. III. 1856, p. 155. — Inchbald, Ent. W. Int. 1860. 
VIII, p. 195 (Cec. achüleae). - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 348. — 
Van d. Wulp, Tijdscb. v. Ent. IX. 1874, p. 110. - Rudow, Pfl. G. 
1875, p. 66. 

281. minutissima H. Lw. (Cecidomyia?). — Fossil. 

H. Loew, Bernst.-Faun. 1850, p. 32. 

282. minuta Wtz. (Diplosis) cf. — Deutschland. 

Wiiinertz, L. E. 1853, p. 250. - Walker, I. B. III. 1856, p. 93. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 392. 
Lebensweise unbekannt. 

283. minuta Zett. (Lasioptera) — N. Europa. 

Zetterstedt, I. L. 1840, p. 824; — D. Sc. IX. 1850, p. 3700; - 
XII. 1855, p. 4886. 
Lebensweise unbekannt. 

284. modesta Wtz. (Diplosis) — Deutschland. 

Wiiinertz, L. E. 1853, p. 262. — Walker, I. B. III. 1856, p. 10t. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 392. 
Lebensweise unbekannt, 
t 285. moesta Wik. (Diplosis) cT Q. — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 104. 
Lebensweise unbekannt. 
moesta Wik. (bis) s. Diplosis sobria Wik. 
molluginis H. Lw. s. Cecidomyia galii H. Lw. 

286. monacha O. S. (Asphondylia) Q. — N. Amerika. 
O.-Sacken, Trans. Am. Ent. Soc. II. 1868—1869, p. 299. 
Die Larven leben in Blätterschöpfen am Stengel oder an den Zweigen 
von Solidago altissima L. 

O.-Sacken, Trans. Am. Ent. Soc. III. 1870—1871, p. 347. 
f 287. monilicornis Zett. (genus?). — N. Europa. 

Zetterstedt, I. L. 1840, p. 823; — D. Sc. IX. 1850, p. 3684 (Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 
mucoris Vall. Imago unbekannt, v. Nr. 604. 

288. mutabilis Wtz. (Diplosis) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 248. — Walker, I. B. HL 1856, p. 92. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 391. 
Lebensweise unbekannt. 

289. nana Wtz. (Diplosis) <$ Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 252. - Walker, I. B. HL 1856, p. 94. - 

Schiner, F. A. II. 1864, p. 392. 

Lebensweise unbekannt. 
napi H. Lw. s. Cecidomyia brassicae Wtz. 
napi Kltb. Imago unbekannt, s. Nr. 547. 



56 



Julius Edl. v. Bergenstarara und Paul Low. 



290. nemoralis Wtz. (Epiäosis) 9- — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 302. — Walker, I. B. III. 1856, p. 125. — 

Schiner, F. A. II. 1864, p. 404. 

Aus faulem Holze gezogen, 
f 291. nervosa Mg. (genus?). — Baiern. 

Meißen, S. B. VII. 1838, p. 21 {Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. 
292. nervosus Wtz. (Miastor) c? 9- ~ Deutschland. 

Winnertz, Stett. E. Z. 1852, p. 50, pl. I, fg. 1 (Heteropeza). — 

Schiner, F. A. II. 1864, p. 411 (Heteropeza). — Winnertz, V. z. b. 

G. 1870, p. 5 (Miastor). 

Die Larve lebt unter der Rinde abgestorbener Bäume. — Verwandlung 

daselbst. 

f 293. nigra Mg. (genus?) cT 9. — Europa. 

Meigen, Class. 1804, p. 39, pl. II, fg. 8; — S. B. I. 1818, p. 95, 

pl. III, fg. 11. - Macquart, D. N. F. 1826, p. 172; — S. ä B. I. 

1834, p. 161. - Gimmerthal, Bull. Soc. Nat. Moscou 1846, p. 13. — 

Gehin, Bull. Soc. Hist. Nat. Moselle III. 1860, p. 316. — Goureau, 

Ins. nuis. 1862, p. 134. — tfördlinger, kl. F. d. L. 1869, p. 620 (Cecid.). 

Die Larven leben gesellig in jungen Birnen, welche verkümmern und 

frühzeitig abfallen. — Verwandlung in der Erde. 

Kollar, Schädl. Ins. 1837, p. 299. — Macquart, A. A. 1851, p. 436 

(gibt statt Pyrus Betula an). — Taschenberg, Ent. f. G. 1871, p. 364. 

— Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 201. — Chatel, Degäts causes aux 

vegetaux 1875, p. 8. (Siehe Schmidberger i. d. Nachträgen.) 
f 294. nigricollis Mg. (genus?) cf 9- ~~ Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 97. — Gimmerthal, Bull. Soc. Nat. Moscou 

1846, p. 14. - Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3689 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
f 295. nigricornis Schrk. (genus?). — Baiern. 

Schrank, F. B. III. 1803, p. 86 (Tipula). 

Lebensweise unbekannt, 
f 296. nigricornis Zett. (genus?) 9- — N. Europa. 

Zetterstedt, D. Sc. XII. 1855, p. 4881 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. 
297. nigrina Wik. (Epidosis) 9- ~ England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 128. 

Lebensweise unbekannt, 
f 298. nigripennis Mg. (genus?) 9- — Deutschland. 

Meigen, S. B. VI. 1830, p. 269 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
f 299. nigritarsis Zett. (genus?) Q. — Dänemark. 

Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3683; — XI. 1852, p. 4353 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. 



Synopsis Cecidomyidaruni. 



57 



300. nitida Wulp (Epidosis) 9- — Holland. 

Van d. Wulp, Tijdsch. v. Ent. IX. 1874, p. 113. 

Lebensweise unbekannt. 
niveipila 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 498. 
f 301. niveitarsis Zett. (genus?) cf. — Norwegen. 

Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3688 {Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. 
302. nodicor nis Wtz. (Epidosis) cf 9» — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 300, pl. II, fg. 12. - Walker, I. B. III. 

1856, p. 125. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 403. 

Die Larven leben in faulem Buchenholze. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 28. 
f 303. notabilis Wik. (Diplosis) — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 114. 

Lebensweise unbekannt, 
f 304. nubeculosa Wik. (Diplosis) tf. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 96. 

Lebensweise unbekannt, 
f 305. nudipennis Zett. (genus?) cf 1 Q. — Lappland. 

Zetterstedt, I. L. 1840, p. 823; - D. Sc. IX. 1850, p. 3684 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
f 306. obfuscata Mg. (Diomyza). — Europa. 

Meißen, S. B. I. 1818, p. 90. - Macquart, S. ä B. I. 1834, p. 163 

(Lasioptera). — Walker, I. B. III. 1856, p. 86 (Cecidomyiä). 

Lebensweise unbekannt, 
t 307. obscura Rd. (Cecidomyiä). — Italien. 

Rondani, II da Mem. Parma 1840; — Atti Soc. Sc. Nat. Milano IL 

1860, p. 288 (Dasyneura und Dasineura). 

Lebensweise unbekannt, 
t 308. obscura Mg. (genus?) Q. — Baiern. 

Meigen, S. B. VII. 1838, p. 22 {Cecid). 
Lebensweise unbekannt. 

f 309. obscuripes Dahlb. (genus?) 9- — N. Europa. 

Dahlbom, V. Ac. H. 1850, p. 166. — Zetterstedt, D. Sc. XI. 1850, 
p. 4352 (Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 

310. obtusa H. Lw. (Lasioptera) tf. — Deutschland. 

H. Loew, Stett. E. Z. 1845, p. 394. - Schiner, F.A.II. 1864, p. 409. 
Lebensweise unbekannt. 
ocellaris O. S. Imago unbekannt, v. Nr. 566. 

311. ochracea Wtz. (Diplosis) cf. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 262. - Walker, I. B. III. 1856, p. 103. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 387. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 8 



58 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



Die Larve soll (nach Kirchner, Lotos 1860, p. 55) in den Schoten 
von Brassica Napus und oleracea L. leben (?). 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 34. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 68. 
oidii Hrdy. v. Diplosis caeomatis und coniophaga Wtz. 

312. onobrychidis Br (Cecidomyia) cT 9« — Europa. 

ßremi, Monogr. 1847, p. 27 und 53, pl. II, fg. 30. — F. Low, V. z, 
b. G. 1875, p. 16. 

Die Larven leben gesellig in hülsenförmig zusammengefalteten Blättern 
von Astragalus onobrychis L. und asper Jacq., Medicago falcata, 
sativa und lupulina L. und Onobrychis sativa L. — Verwandlung in 
der Erde. 

Macquart, P. H. II. 1855, p. 165. - Möller, E. M. Mag. 1870-1871, 
VII, p. 89. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 137. — Rudow, Pfl. G. 

1875, p. 74. 

313. ononidis F. Lw. (Asphondylia) cT 9- ~ Europa. 

F. Low, V. z. b. G. 1873, p. 139, Taf. IIc, fg. 1—6; - 1874, 
p. 155 und 161. 

Die Larven leben einzeln in knospenförmigen Gallen an den Spitzen 
der Seitenzweige von Ononis spinosa L. — Verwandlung in der Galle. 
Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 180. 

314. orbitalis Wlsh. (Cecidomyia) 9- — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. III. 1864, p. 623; - VI. 1866—1867, p. 227. 
Larven als Inquilinen in den Gallen von Cec. salicis-batatas Wlsh., 
Nematus salicis-ovulum und Enura salicis-gemma Wlsh. — Verwand- 
lung daselbst. 

Riley, Am. Ent. II. 1870, p. 50. 
f 315. ornata Say (genus?). — Pennsylvanien. 

Say, Long's Exped. App. 1824, p. 357. — Wiedemann, Auss. Europ. 

Zw. I. 1830, p. 22 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. 
oxyacanthae Schrk. s. Cecidomyia crataegi Wtz. 
f 316. pallida Mg. (genus?) cT 9- — Europa. 

Meigen, S.B. VI. 1830, p.270. - Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3681 

(Cecid.). 

Die Larven sollen nach Bouche in faulen Kohlblättern leben 
(v. H. Loew, L. E. 1851, p. 376). 

317. pallidula Wulp (Colpodia) Q. — Holland. 

Van d. Wulp, Tijdsch. v. Ent. IX, 1874, p. 113, pl. VIII, fg. 1. 
Lebensweise unbekannt. 

318. pallidula Ztt. (genus?) cf. — N. Europa. 

Zetterstedt, D. Sc. XI. 1852, p. 4352 (Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 



Synopsis Cecidomyidarnm. 



59 



319. pallipes Wtz. (Epidosis) 9- — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 295. — Walker, I. B. III. 1856, p. 126. - 

Sehiner, F. A. II. 1864, p. 404. 

Lebensweise unbekannt, 
t 320. pallipes Phil. (Diomyza). — Chile. 

Philippi, V. z. b. G. 1865, p. 630 (Lasioptera). 

Lebensweise unbekannt, 
t 32L palustris L. (genus?) $ 9 (?). — Europa. 

Linne, F. S. 1761, Nr. 1775; - S. N. 1788, p. 2826 (Tipula). - 

Schrank, F. B. III. 1803, p. 84 (Tipula). — Fabricius, Sp. Ins. II. 

1781, p. 412; - E. S. IV. 1794, p. 251 (Tipula); — S. Ant. 1805, 

p. 47 (Chironomus). — Meigen, S. B. I. 1818, p. 96; — VI. 1830, 

p. 267 (Ceciäomyia). — Macquart, D. N. F. 1826, p. 171; — S. äB. I. 

1834, p. 160. - Blauchard, H. N. Ins. III. 1840, p. 574. - Gimmer- 

thal, Bull. Soc. Nat. Moscou 1846, p. 13. - Zetterstedt, D. Sc. IX. 

1850, p. 3682 (Cecid.). 

Nach Linne wohnt^diese Art in den Blüthen von Iris Pseud-Acorus L., 
nach Fabricius ist sie Gallenbewohnerin; nach Schrank lebt ihre 
Larve im Wasser; nach Macquart legt sie ihre Eier in die Blüthen 
von Phleum pratense L. und nach Bremi (Monogr. p. 32) findet sich 
ihre Larve in einem Moose (Mnium palustre L.). 

Anmerkung. Aus den abweichenden Angaben der vorstehenden Autoren in der Art- 
beschreibung und über die Lebensweise geht hervor, dass jeder von ihnen eine 
andere Species beobachtet und beschrieben hat. Ob alle diese zur Familie 
Oecidomyidae gehören oder nicht und welche Arten unter dem vorstehenden 
Namen vereint sind, wird sich aus den äusserst dürftigen Angaben hierüber nie 
mehr ermitteln lassen. 

322. papaveris Wtz. (Cecidomyia) Q. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 229. — Walker, I. B. III. 1856, p. 78. — 
Laboulbene, Ann. Soc. ent. F. 1857, p. 565, pl. XII, fg. 1-17. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 373. 

Die Larven leben in den Samenkapseln von Papaver dubium und 
Rhoeas L. — Verwandlung daselbst. 

Macquart, P. H. II. 1855, p. 73. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 22. 

papillifica. (Dieser Name wird von Macquart, A. A. 1851, p. 396 mit dem Autor 
Bremi aufgeführt. Da sich derselbe in Bremi's Arbeiten nicht findet, so scheint es, dass 
er von Macquart herrührt und wahrscheinlich dem Erzeuger der in Bremi's Monogr. 

1847, p. 67, pl. I, fg. 11; pl. II, fg. 38 beschriebenen und abgebildeten, auf den 
Blättern von Salix Caprea L. vorkommenden Galle gegeben wurde. Bremi kannte den 

Erzeuger dieser Galle nicht; dieser wurde erst später von Winnertz entdeckt und unter 
dem Namen Horm, capreae Wtz. beschrieben.) 

323. paradoxus Mnrt. (Oligarces) Q. — Europa. 

Meinert, Nat. Tidssk. 1865—1866, p. 238. 

Die Larven leben unter der Rinde von Populus und vermehren sich 
durch Paedogenesis. 

Anmerkung. Siehe die Anm. bei Miast. metraloas Mrt. 

8* . 



60 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



324. parva Wik. (Lasioptera). — Hudsonsbay. 

Walker, List I. 1848, p. 29. 
Lebensweise unbekannt. 

325. pavida Wtz. (Cecidomyia) c? Q« — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 245. — Walker, I. B. III. 1856, p. 90. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 378. 

Die Larven leben gesellig mit denen von Cec. acrophila Wtz. in den 
deformirten Fiedern der gipfelständigen Blätter von Fraxinus excel- 
sior L. — Verwandlung in der Erde. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 19. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 432. 
- Rudow, Pfl. G. 1875, p. 71. 

326. pavonia H. Lw. (Diplosis) $. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 33. 
Lebensweise unbekannt. 

327. pectoralis Wtz. (Asynapta) Q- — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 303, pl. I, fg. 16 und 27; pl. II, fg. 13; 
pl. IV, fg. 5. - Walker, I. B. III. 1856, p. 128, pl. XXIV, fg. 1 b. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 406. 
Lebensweise unbekannt. 
pell ex 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 535. 

t 328. pennicornis L. (genus?) cT Q. — Europa. 

Linne, F. S. 1761, Nr. 1777; - S. N. 1788, p. 2827 {Tipula). — 
Fabricius, Sp. Ins. II. 1781, p. 412; - E. S. IV. 1794, p. 252 (Tipula); — 
S. Ant. 1805, p. 48 (Ghironomus). — Meigen, S. B. I. 1818, p. 100 
(Cecid.). — Macquart, S. ä B. I. 1834, p. 162. — Gimmerthal, 
Bull. Soc. Nat. Moscou 1846, p. 14. - Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, 
p. 3696 (id. XII, p. 4859 und 4883 ist Ceratopogon). 
Nach einer Angabe, welche von Fabricius herzustammen scheint, soll 
diese Species in den Blüthen von Aristolochia Clematidis L. leben und 
nach Sprengel die Befruchtung dieser Pflanze bewirken. Nach Kirchner 
(Lotos 1855, p. 133) lebt die Larve derselben in einer Anschwellung 
des Fruchtknotens der genannten Pflanze. Und Drewseu (Nat. Tidssk. 
1843, p. 339) will die Larven in den Schoten des Rapses (Brassica 
Bapa Koch) gefunden haben. 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 523. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 68. 

Anmerkung. Linne's Art dürfte kaum eine Gallmücke sein. Die von Drewsen und 
Kirchner beobachteten Larven gehören gewiss zweierlei Species an. Die sich 
widersprecbenden Angaben beweisen, dass hier arge Verwechslungen stattfanden, 
die bei den mangelhaften Beschreibungen, welche die vorstehenden Autoren von 
der Fliege geben, nie mehr zu entwirren sein werden. 

329. peregrina Wtz. (Diplosis) — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 252. — Walker, I. B. III. 1856, p. 94. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 383. 



Synopsis Cecidomyidaruni. 



61 



Die Larven leben als Inquilinen in den durch Gallmilben (Phytoptus) 
auf den Blättern von Prunus spinosa L. und Salix aurita L. erzeugten 
taschenförruigen oder beutelartigen Gallen. — Verwandlung in der Erde. 
Macqnart, A. A. S. 1854, p. 13 und 21. — Kaltenbach, Pfl. F. 
1874, p. 175. 

Anmerkung. Die von H. Loew (Dipt. Beitr. IV. 1850, p. 24) in hirsekorngrossen 
Milbengallen auf den Blättern von Salix fragilis L. gefundenen Larven, könnten 
dieser Art angehören. 

pericarpiicola Br. s. Asph. pimpinellae F. Lw. 

330. persicariae L. (Cecidomyia) c? Q. — Europa. 

Linne, S. N. 1788, p. 2825 (Tipula). — Fabricius, Sp. Ins. IL 1781, 
p. 411; - E. S. IV. 1794, p. 251 (Tipula); - S. Ant. 1805, p. 47 
(Chironomus). - Sehrank, F. B. III. 1803, p. 84. — H. Loew, 
D. B. IV. 1850, p. 36. - Winnertz, L. E. 1853, p. 219. - Walker, 
I. B. III. 1856, p. 79. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 372. 
Die Larven leben im rothgefärbten, eingerollten Blattrande von Poly- 
gonum amphibium L. und Persicaria L. — Verwandlung daselbst. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 512. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 76. 
persicoides O. S. Imago unbekannt, v. Nr. 503. 

331. phragmitis Gir. (Epidosis) Q . — Oesterreich. 

Giraud, V. z. b. G. 1863, p. 1260. 

Lebensweise nicht sicher bekannt. Giraud vermuthet die Larven in 
kleinen Pusteln am Halme von Phragmites communis Trin. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 764. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 75. 
picta Mg. s. Lasioptera rubi Heeg, 
t 332. pictipennis Mg. (Diplosis) cf- — Europa. 

Meigen, S. B. VI. 1830, p. 270. — Macquart, S. ä B. I. 1834, 
p. 160 (Cecid.). 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 265, will diese Art aus den Blüthen von 
Eryngium campestre L. erhalten haben. 

Rudow, Pfl. G. 1875, p. 70, repr. diese Angabe. (Siehe auch Cec. 
aeerina). 

t 333. pictipennis Perr. (Diplosis?) Q. — Frankreich. 

Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 170, pl. I, fg. 23—38. 

Larven gesellig unter der Rinde von Pinus maritima Koch in den 

Gängen von Tomicus ramulorum P., in dem Detritus des letzteren 

lebend. — Verwandlung daselbst, 
t 334. pictiventris Ztt. (genus?) Q. — N. Europa. 

Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3690 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. 
335. piliger a H. Lw. (Hormomyia) cf 1 Q. — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 26. — Winnertz, L. E. 1853, p. 286. — 

Walker, I. B. HI. 1856, p. 121. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 399. 



62 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



Die Larven erzeugen auf den Blättern von Fagus sylvatica L. ein- 
kammerige, konische, rothhaarige Gallen. — Verwandlung in der Galle. 
Vallot, Mein. Acad. Dijon 1828—1829, p. 109. — Hartig, Jahrsb. I. 
1839, Hft. IV, p. 641 (Cee. annulipes). - Ratzeburg, Forstins. III. 
1844, p. 162, pl. V, fg. 13 {Cee. annulipes). — Breini, Monogr. 1847, 
p. 15. — Macquart, A. A. 1851, p. 456 {Gec. annulipes); — A. A. S. 
1854, p. 28. - Karsch, N. u. Off. 1855, p. 267 (Cec. annulipes). - 
F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 158. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 631. 

— Rudow, Pfl. G. 1875, p. 71. 
pilosa Br. s. Diplosis pini Deg. 

336. pimpinellae F. Lw. (Asphondylia) cT Q. — Europa. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 157 und 326, pl. II, fg. 2. 

Die Larven leben einzeln in aufgetriebenen Theilfrüchtchen von Pim- 

pinella saxifraga L. — Verwandlung in der Erde. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 30. 

Anmerkung. In gleicher Weise deformirte Theilfrüchtclien wurden noch gefunden 
auf Daucus Carota L., Fotniculum officinale All., Laserpitium prutenicum L., 
Pastinaca sativa L., Pimpinella magna L., Silaus pratensis Bess., Thysselinum 
(Peucedanum) palustre Hffm. und Toriiis Anthriscus Gml. Sie dürften durch 
dieselbe Gallmücke bewohnt werden, v. Vallot, Mem. Acad. Dijon 1828—1829, 
p. 113 und 1826—1827, p. 94. — Bremi. Monogr. 1847, p. 21, pl. I, fg. 10 und 22 
{Cecid. pericarpiicola und dauci). — Scholz, Z. f. E. Breslau 1849, p. 12. — 
H. Loew, L. E. 1851, p. 377; — D. ,B. 1850, p. 30 {Cec. thysselini). — Nördlinger, 
kl. F. d. L. 1869, p. 633. — PerriS, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 177. — Kalten- 
bach, Pfl. F. 1874, p. 273. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 70 und 75. — F. Low, 
V. z. b. G. 1875, p. 32. 

337. pini Deg. (Diplosis) $ Q. — Europa. 

Deeger, Ins. VI. 1782, p. 156, pl. XXVI, fg. 8—19 (Tipula). - Meigen, 
Class. I. 1804, p. 40 {Cecid.); — S. B. I. 1818, p. 99. — Macquart, 
S. ä B. I. 1834, p. 1,61. — Dufour, Ann. Soc. Ent. Fr. 1838, p. 293; 

— Ann. Sc. Nat. 1841, p. 257 {Cec. pini maritimae). — Ratzeburg, 
Wiegm. Arch. VII. 1841, p. 233, ^1. X, fg. 1-11; -- Forstins. III. 
1844, p. 159, pl. X, fg. 14. — Bremi, Monogr. 1847, p. 31 und 61 
{Cec. pilosa). — Zetterstedt, I. L. 1840, p. 823; - D. Sc. IX. 1850, 
p. 3685 und XII. 1855, p. 4881 {Cec. laterella). — Winnertz, L. E. 
1853, p. 270, pl. I, fg. 19 und pl. III, fg. 7 {Diplosis). — Walker, 

I. B. III. 1856, p. 111, pl. XXIV, fg. la. - Schiner, F. A. II. 1864, 
p. 389. — Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 162, pl. I, fg. 28—31. 
Die Larven leben frei auf den Nadeln verschiedener Pinus-Arten und 
verpuppen sich auch auf denselben in einem schmutzigweissen Harzcocon. 
Macquart, A. A. 1851, p. 506, 510, 523 {Cec. pini und pilosa). — 
Snellen v. Vollenhoven, schädl. Ins. 1843 und 1852. — O.-Sacken, 
Stett. E. Z. 1862, p. 80. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 701. 

Anmerkung. Die Biologie, welche Bouche" (Gart. Ins. 1833, p. 123 und N. I. 1834, 
p. 25) dieser Species beigefügt, gehört zu Dipl. brachyntera Schwäg. (Vide auch 
Cec. pini-inopua O. S. Nr. 471.) 



Synopsis Cecidomyidarum. 



63 



pini-inopus 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 471. 

338. pisi Wtz. (Diplosis) cT Q. — Europa. 

Winnertz, Stett. E. Z. 1854, p. 325. - Schiner, F. A. II. 1864, 
p. 394. — Taschenberg, E. f. G. 1871, p. 361. 

Die Larven leben in den grünen Hülsen von Visum arvense und sa- 
tivum L. — Verwandlung in der Erde. 

RSauinur, Mem. IL 1736, p. 301. — H. Loew, Dipt. Beitr. IV. 1850, 

p. 30. — Nördliuger, kl. F. d. L. 1869, p. 633. — Kaltenbach, Pfl. 

F. 1874, p. 146. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 75. 
f 339. plagiata Wik. (Diplosis) — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 96. 

Lebensweise unbekannt, 
t 340. pleno, Wik. {Äsphondylia) tf. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 118. 

Lebensweise unbekannt. 

341. plicatrix H. Lw. {Cecidomyia) 9- — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 25 und 36, pl. I, fg. 1. - Schiner, 
F. A. II. 1864, p. 379. 

Die Larven leben gesellig in jungen, gekrausten Blättern von Rubus 
caesius L. — Verwandlung in der Erde. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 11. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 78. 

342. poae Bosc. (Hormomyia) c? 9- — Europa. 

Bosc, N. Bull. Soc. Phil. 1817, p. 133; — Journ. Phys. Blainv. 1817, 
p. 17 {Cecidomyia). — Winnertz, L. E. 1853, p. 292 {Horm, grami- 
nicola). - Walker, I. B. III. 1856, p. 123. - Schiner, F. A. II. 1864, 
p. 398. — Brischke, Schrift, n. Ges. Danzig 1869. Hft. II {Cec. 
graminis). 

Die Larven erzeugen an den Halmen von Poa nemoralis L. oberhalb 
der Knoten breite, braune Haarringe, worin sie bis zu fünf Stück an- 
zutreffen sind. Die dicken Haare dieser Ringe liegen gescheitelt nach 
beiden Seiten des Halmes. — Verwandlung in der Galle. 
Vallot, Ann. Sc. Nat. 1832, p. 263 ; — Mem. Acad. Dijon 1836, p. 190. 
— Macquart, P. H. I. 1854, p. 174. — O.-Sacken, Stett. E. Z. 1862, 
p. 80. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 752. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 76. 
(Siehe auch Prilleux in den Nachträgen.) 

Anmerkung. Die Angabe Bosc 's, dass diese Species auf Poa trivialis L. vorkommt, 
wurde von Vallot (1. c.) widerlegt. 

Asa Fitch fand in N. Amerika ganz ähnliche Gallen auf Agrostis lateriflora Mich., 
deren Erzeuger er Ceeid. agrostis nannte, ohne ihn zu beschreiben (v. Nr. 466). 

poculum 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 497. 
podagrariae H. Lw. Imago unbekannt, v. Nr. 571. 
polymorpha Br. s. Diplosis tremulae Wtz. 



64 



Julius Edl. v. Bergenstamra und Paul Löw. 



343. polypori H. Lw. (Diplosis) cT 9- — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 33. — Winnertz, L. E. 1853, p. 249, 
pl. I, fg. 13. — Walker, I. B. III. 1856, p. 92. — Schiner, F. A. II. 

1864, p. 384. 

Die Larven leben in Polyporus-Arten. 
Macquart, P. H. I. 1854, p. 110. 
populea Schrk. s. Diplosis tremulae Wtz. 
f 344. populi Duf. (Epidosis?) cT 9- — Frankreich. 

Dufour, Ann. Sc. Nat. 1841, p. 261, pl. XIV, fg. 9—16. 

Larven unter der Rinde abgestorbener Pappelbäume, wo sie sich auch 

verpuppen. 

Macquart, A. A. 1851, p. 403; - A. A. S. 1854, p. 23. 
345. praecox Wtz. (Diplosis) 9- — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 276, pl. I, fg. 11. - Walker, I. B. III. 
1856, p. 113. - Schiner, F. A. IL 1864, p. 393. 
Im Walde auf frisch geschlagenem Holze gefangen. 
Macqnart, A. A. S. 1854, p. 31. 
t 346. pratorum Mg. (genus?) Q. — Europa. 

Meißen, S. B. VII. 1838, p. 21 (Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 

347. pratorum Wtz. (Cecidomyia) 9« — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 237. — Walker, I. B. III. 1856, p. 86. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 381. 
Lebensweise unbekannt. 

348. producta Mg. (Hormomyia) — Europa. 

Meigen, S. B. VI. 1830, p. 267. — Macquart, S. a B. I. 1834, p. 159. 
— Gimmerthal, Bull. Soc. Nat. Moscou 1846, p. 14. — Bremi, 
Monogr. 1847, p. 60 (Cec. fasciatä). — Schiner, F. A. II. 1864, p. 398. 
Lebensweise unbekannt, 
f 349. protuberans Ztt. (Hormomyia) tf?. — N. Europa. 
Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3677 (Cec). 
Lebensweise unbekannt. 
pruni Kltb. Imago unbekannt, v. Nr. 581. 

350. pruniperda Rd. (Asphondylia) Q. — Italien. 

Rondani, Ann. Soc. Nat. Modena II. 1867, p. 37, fg. 1-2. 

Die Larven leben in deformirten Blüthenknospen von Prunus do- 

mestica L. 

351. pseudacaciae Ftch. (Cecidomyia) 9- — N. Amerika. 

Fitch, V. Rep. 1859, p. 53. 

Larven gesellig in jungen, zarten, hülsenförmig gefalteten Fiederblätt- 
chen an den Triebspitzen von Bobinia Pseudacacia L. — Verwand- 
lung in der Erde. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 420; - M. D. N. I. 1862, p. 189. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



65 



352. ptarmicae Vall. (Hormomyia). $ 9- _ Europa. 

Yallot, Mem. Acad. Dijon 1849, p. 98. - Winnertz, L. E. 1853, 
p. 289, pl. I, fg. 28 {Horm, floricola). — Walker, I. B. III. 1856, 
p. 122 (Horm, floricola). - Schiner, F. A. II. 1864, p. 400 (Horm, 
floricola). — Müller, Ent. M. M. VII. 1870, p. 39. 
Die Larven deformiren die ganzen Blüthenstände von Achillea Ptar- 
mica L. zu kugeligen, grauen, haarigen Massen, worin sie gesellig 
leben und sich auch verpuppen. 

Macquart, P. H. III. 1856, p. 155. - Inchbald, Ent. W. Int. VIII. 
1860, p. 164. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 348. - Rudow, Pfl. G. 
1875, p. 67. 

pteridis Müll. Imago unbekannt, v. Nr. 464. 
t 353. pubescens Wik. (Diplosis) — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 104. 
Lebensweise unbekannt. 
pudibunda O. S. Imago unbekannt, v. Nr. 489. 
354. pulchella Wtz. (Diplosis) Q. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 254. — Walker, I. B. III. 1856, p. 95. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 386. 
Aus faulem Buchenholze gezogen. 
pulchra Mg. s. Lasioptera rubi Heeg, 
f 355. pulicaris Fbr. (genus?). — Europa. 

Fabricius, Sp. Ins. II. 1781, p. 412; - E. S. IV. 1794, p. 252 
(Tipula); — S. Ant. 1805, p. 48 (Chironomus). 

Diese Art soll nach Fabricius Gallenbewohnerin sein. Es ist jedoch 
sehr fraglich ob dies wirklich der Fall ist und ob sie überhaupt zur 
Familie Cecidomyidae gehört. Die ungenügende Beschreibung der- 
selben wird hierüber keinen weiteren Aufschluss geben, 
t 356. pusilla Mg. (Diomyza). — Europa. 

Meigen, S. B. I. 1818, p. 91 (Lasioptera). 
Lebensweise unbekannt. 

Anmerkung. Die von Heeger (Sitzb. Acad. Wien 1851, p. 342, pl. VII) unter dem 
Namen Lasioptera pusilla Wied., Mg. publicirte Gallmücke ist keine Lasioptera, 
sondern die Cecid. sonchi F. Lw. 

pustullaris Br. Imago unbekannt, v. Nr. 492. 
t 357. pygmaea Mcq. (genus?). — Frankreich. 

Macquart, D. N. F. 1826, p. 173; — S. ä B. I. 1834, p. 162. — 
Meigen, S. B. VII, 1838, p. 23 (Cecid,). 
Lebensweise unbekannt. 
358. pygmaea Wtz. (Heteropeza) $ Q. — Deutschland. 

Winnertz, Stett. E. Z. 1846, p. 14, pl. I, fg. 1-9; — V. z. b. G. 
1870, p. 4. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 410. 

Larven unter der Rinde abgestorbener Bäume, wo sie sich auch 
verpuppen. 

Z. B. Geb. B. XXVI. Abh. 9 



66 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



359. pyri Bche. (Cecidomyia) 9- — Europa. 

Bouche, Stett. E. Z. 1847, p. 144. — H. Loew, D. B. IV. 1850, 
p. 36. — Winnertz, L. E. 1853, p. 242. - Walker, I. B. III. 1856, 
p. 89. — Gehiii, Bull. Soc. Hist. Nat. Moselle III. 1860, p. 320. — - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 377. — Taschenberg, Ent. f. G. 
1871, p. 360. 

Die Larven leben gesellig in den nach oben eingerollten Blatträndern 
von Pyrus communis L. — Verwandlang in der Erde. 
Macquart, A. A. 1851, p. 308. — H. Loew, L. E. 1851, p. 376. — 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 201. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 75. 
f 360. pyricola Nördl. (genus?). — Europa. 

Nördlinger, kl. F. d. L. 1855 und 1869, p. 622. - Gehin, Bull. Soc. 
Hist. Nat. Moselle III. 1860, p. 320 {Cecid.). 
Die Larven leben in verkümmerten Birnen. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 201. 

Anmerkung. Vielleicht identisch mit Cec. nigra Mg. (Siehe Schmidherger in den 

Nachträgen). 

quercus H. Lw. Imago unbekannt, v. Nr. 492. 
quercus-majalis O. S. Imago unbekannt, v. Nr. 496. 
racemicola O. S. Imago unbekannt, v. Nr. 520. 

t 361. ranunculi Br. (Cecidomyia) cf 1 9- — Schweiz. 

Bremi Monogr. 1847, p. 29 und 54, pl. II, fg. 34. 

Larven in nach oben tütenförmig zusammengerollten Blättern von 

Manunculus bulbosus L. und Trifolium pratense L. 

Macquart, P. H. II. 1855, p. 37. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 77. 
reaperiens B. Imago unbekannt, v. Nr. 492. 
Eeaumuri Br. Imago unbekannt, v. Nr. 529. 

f 362. repleta Wik. (Diplosis). — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 102. 
Lebensweise unbekannt. 

363. resinicola 0. S. (Diplosis) 9- — N - Amerika. 

O-Sacken, Trans. Am. Ent. Soc. III, 1870-1871, p. 345. 

Die Larven leben gesellig in den Harzklumpen von Pinus inops Ait. 

Anmerkung. Nach Sanborn (Proc. Bost. Soc. nat. hist. XII. 1868-1869, p. 93) 
kommen ähnliche Harzgallen auch an Pinus rigida Mill. vor. 

resupinans B. Imago unbekannt, v. Nr. 493. 
rhododendri Vall. Imago unbekannt, v. Nr. 534. 

364. rhodophila Hrdy. (Dirrhyza) 9- — England. 

Hardy, Ann. Mag. N. H. VI. 1850, p. 186; - Scot. öard. III. 1854, 
p. 170 [Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. Hardy fing sie auf Rosenblättern. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



67 



365. ribesii Mg. (Asphondylia) 9- — Europa. 

Meisren, S. B. I. 1818, p. 98 (Cecid). — Macquart, S. ä B. I. 1834, 
p. 162. — H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 37. — Schiner, F. A. II. 
1864, p. 396. , 

Larven in kraus gerunzelten Blättern von Bibes rubrum L. 
Macquart, A. A. 1851, p 237. — Brisclike, Schrift, n. Ges. Danzig 1869. 
rigidae 0. S. s. Cecidomyia siliqua Wlsh. 

366. riparia Wtz. (Cecidomyia) c? Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 218. pl. II, fg. 2. pl. III, fg. 2. - Walker, 
I. B. in. 1856, p. 79. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 380. 
Die Larven leben in den Blüthen von Carex riparia Curt., worin sie 
sich auch verpuppen. 

Maequart, P. H. I. 1854, p. 149. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 730. 

367. robiniae Haid. (Diplosis) 9- ~~ N. Amerika. 

Haldemann, Am. Journ. Agric. Sc. VI. 1847, p. 193, fg.; — Proc. 
Boston Soc. N. H. VI. 1859, p. 401 {Cecid.). — Fitch, V. Rep.1859, p. 53. 
Die Larven leben im umgerollten Rande der Blätter von Bobinia 
Pseudacacia L. 

Harris, Treatise 1852, p. 452; - 1862, p. 567. — O.-Sacken, Stett. 

E. Z. 1861, p. 420; - M. D. N. I. 1862, p. 189. 
roboris Hrdy. Imago unbekannt, v. Nr. 492. 
rosae Br. s. ?Cecid. rosarum Hardy. 

368. rosaria H. Lw. (Cecidomyia) cT 9« — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 28 und 35; — L. E. 1851, p. 373. — 
Winnertz, L. E. 1853, p. 213, pl. I, fg. 17, pl. II, fg. 1, pl. III, fg. 1. — 
Hardy, Ann. Mag. N. H. VI. 1850, p. 185; — Scot. Gard. III. 1854, 
p. 84 (Cec. cinerearum). — Walker, I. B. III. 1856, p. 77, pl. XXIV, 
fg. 1 c. — Schiuer, F. A. II. 1864, p. 370. 

Die Larven erzeugen an den Triebspitzen verschiedener Weidenarten 
(Salix alba, aurita, Caprea, cinerea, depressa, purpurea etc.) ver- 
schieden gestaltete Blätterschöpfe oder Blattrosetten, in deren Centrum 
sie einzeln leben. — Verwandlung in der Rosette. 
Frisch, Beschr. 1736. XII, p. 7, pl. II, fg. 1. — Swainmerdam, 
Bibl. 1758, p. 296, pl. XLIV, fg. 16-17. - Degeer, Ins. 1782. VI, 
p. 156, pl. XXVI, fg. 1—6. — Bremi, Monogr. 1847, p. 24, pl. II, 
fg. 23 (Cec. Salicis). — Macquart, A. A. 1851, p. 392 (Cec. salicina); 
— A. A. S. 1854, p. 20. — Inchbald, Ent. W. Int. VIII. 1860, p. 60 
(Cec. salicina). — Giraud, V. z. b. G. 1861, p. 481. — Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 583. - Rudow, Pfl. G. 1875, p 80. 

Anmerkung. Dr. Giraud machte (1. c.) zuerst darauf aufmerksam, dass alle die 
vielgestaltigen Blätterrosen (Rosengallen), welche sich an den Triebspitzen ver- 
schiedener Weidenarten vorfinden, nur von Cec. rosaria H. Lw. herrühren. Die 
Form der Roeeagallen hängt nicht von der Gallmückenart, sondern von der 

9* 



68 



Julius Edl. v. Bergenetamui und Paul Low. 



Weidenspecies ab. Cec. heterolia H. Lw. erzeugt zwar auch Rosengallen an 
Salix amygdalina L. und verwandten Weiden, diese sind aber klein und die 
Larven dieser Cec. leben gesellig darin, während die von Cec. rosaria H. Lw. 
stets nur einzeln im Centrum der Rosengallen vorkommen. (Siehe auch Anm. 

bei Cec. salicina Schrk.) 

369. rosarum Hrdy. (Cecidomyia) Q. — England. 

Hardy, Ann. Mag. N. H. VI. 1850, p. 186; — Scot. Gard. III.1854, p. 168. 
Hardy sah wie diese Cec. ihre Eier zwischen die jungen, ungeöffneten 
Fiederblättchen der wilden Rosen depouirte. An denselben Rosen- 
sträuchern fand er später die Fiederblätter hülsenförmig deformirt und 
von vielen Gallmückenlarven bewohnt, wesshalb er die letzteren zur 
genannten Cec. gehörig ansieht. 

Diese Deformation der Rosenblattfiedern wurde schon an vielen 
Orten beobachtet, die sie erzeugende Gallmücke jedoch noch nicht 
gezogen. Die Larven gehen zur Verwandlung in die Erde. Siehe 
hierüber : 

Bremi, Monogr.^1847, p. 27, pl. II, fg. 31 (Cec. rosae). — Macquart, 
A. A. 1851, p. 289 (Cec. rosae). - H. Loew, L. E. 1851, p. 375. — 
Müller, Eni M. M. VII. 1870—1871, p. 88. - F. Low, V. z. b. G. 
1875, p. 29. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 78 {Cec. rosae). 

370. rosea Ztt. (Hormomyia) — N. Europa. 

Zetterstedt, I. L. 1840, p. 822; — D. Sc. IX. 1850, p. 3676 (Cecid). 
Lebensweise unbekannt. 

371. rubescens Schin. (Asphondylia) 9- — Cap der guten Hoffnung. 

Schiner, Dipt. Nov. Exp. 1868, p. 8. 

Larven in knolligen Zapfenrosen von Tarchonantes camphoratus L. (?). 

372. rubi Heeg. (Lasioptera) cT 9- — Europa. 

Heeger, Sitzb. Acad. Wien 1851, p. 203, pl. I. — Meigen, S. B. I. 
1818, p. 89, pl. III, fg. 3 (Las. picta und fusca) ; — VI. 1830, p. 266 
(Las. argyrosticta) ; p. 267 (Las. pulchra). — Macquart, S. ä B. I. 
1834, p. 163 (Las. picta). — Dufour, Mem. Soc. Lille 1845, p. 215—222, 
fg. 1—5 (Las. picta). — Winnertz, L. E. 1853, p. 306, pl. IV, fg. 11 
und 14. - Walker, I. B. III. 1856, p. 133, pl. XXIV, fg. 2 b, 2 c, 
pl. XXX, fg. 2, 2 a (Las. picta und rubi). — Gourean, Ins. nuis. 
Supp. 1863, p. 41 (Las. obfuscata). — Schiner, F. A. II. 1864, p. 407 
(Las. picta); p. 408. 

Die Larven leben in gallenartigen Anschwellungen der Stengel ver- 
schiedener Bubus- Arten. — Verwandlung in der Galle. 
Reaumur, Mem. III. 1737, p. 425-427, pl. XXXVI, fg. 1-5. - 
Schrank, F. B. III. 1805, p. 87. - Vallot, Mem. Acad. Dijon 1849, 
p. 104—109 (Las. fusza und picta). — Macquart, A. A. S. 1854, 
p. 11. — Goureau, Ann. Soc. Eni Fr. 1859. Bull., p. 244. — Dufour, 
Ann. Soc. Eni Fr. 1861, p. 572 (Las. picta). — Kaltenbach, Pfl. F. 
1874, p. 238. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 78. 



Synopsis Cecidomyidarura. 



69 



Anmerkung. Da aus den Zweigauschwellungen von Salix bisher nur Cec. Salicis Schrk. 
gebogen wurde, so scheint die Angabe Walker'S, dass auch Las, argyrosticta Mg. 
(= rubi Heeg.) in solchen Anschwellungen wohnt, auf einer Verwechslung zu 
beruhen. Auch iu N. Amerika kommen vielkammerige Stengelverdickungen an 
Eubus vor: die sie erzeugende Gallmücke ist aber noch unbekannt. (Siehe 
Walsh, Am. Ent. II. 1870, p. 331.) 

373. rudbechiae-conspicua 0. S. (Asphondylia) Q. — Pennsylvanien. 

O-Sackeu, Trans. Am. Ent. Soc. III. 1870, p. 51. 

Die Larven leben in Blüthengallen von Buäbeckia triloba L. (?). 

374. rumicis H. Lw. (Diplosis) cf 9» — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 29 und 34, fg. 28. — Winnertz, L. E 
1853, p. 260. - Walker, I. B. III. 1856, p. 100. - Schiner, F. A. 
II. 1864, p. 385. 

Larven in deformirten Blüthen mehrerer Bumex-Aiten. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 519. 

375. saliceti H. Lw. (Cecidomyia) $. — Europa. 

H. Loew D. B. IV. 1850, p. 27 und 37. - Winnertz^ L. E. 1853, 
p. 244, pl. III, fg. 4. — Walker, I. B. III. 1856, p. 90. — Schiuer, 
F. A. II. 1864, p. 378. 

Die Larven leben gesellig mit denen von Cec. terminalis H. Lw. in 
deformirten Triebspitzen von Salix fragilis L. — Verwandlung in 
der Erde. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 22. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 584. 
salicifoliae O. S. Imago unbekannt, v. Nr= 583. 
salicina Bebe', s. Cecidomyia Salicis Schrk. 

376. salicina Schrk. (Cecidomyia) Q. — Europa. 

Schrank, E. I. A. 1781, p. 435 (Tipula). — Meigen, Class. 1804, 
p. 41; — S. B. I. 1818, p. 100 (Cecid.). - Macquart, D. N, Fr. 
1826, p. 171, pl. IV, fg. 2; — S. ä B. I. 1834, p. 159. — Bouche, 
Gart. Ins. 1833, p. 124. - H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 35. - Zetter- 
stedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3697; - XII. 1855, p. 4883. — Wimiertz, 
L. E. 1853, p. 221, pl. I, fg. 3. - Walker, I. B. III. 1856, p. 80. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 372. 

Die Larven leben einzeln in gallenartig aufgetriebenen Blattpolstern 
an den Zweigenden oder auch weiter unten an den Zweigen, verschie- 
dener Salix-Arten. — Verwandlung in der Galle. 
Frisch, Beschr. IV. 1736, p. 38. pl. XXI, fg. 1-4. - Bremi, Monogr. 
1847, p. 24 (Cec. Frischii). — Macquart, A. A. 1851, p. 392 (Cec. 
Frischii); — A. A. S. 1854, p. 20. — Giraud, V. z. b. G, 1861, p. 477, 
pl. XVII, fg. 3. — Müller, Ent. M. M. VI. 1869, p. 1(9. - Kalten- 
bach, Pfl. F. 1874, p. 101 und 583. — F. Low, V. z. b. G. 1875, 
p. 28. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 77, 78, 80. 

Anmerkung. Bei dieser Art findet man zuweilen Degeer (Abh. VI, p. 155, pl. 26) 
citirt; dieses Citat gehört jedoch nicht hieher, sondern zu Cec. rosaria H. Lw. 
Die Angabe Kirchner'S (Lotos 1855, p. 237), dass Cec. salicina Schrk. auch auf 



70 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



Bhamnua Alaternus L. vorkommt, bedarf noch weiterer Bestätigung. Die Ton 
Inchbald (Ent. W. Int. VIII, p. 60) beschriebenen Eosengalien der Weiden sind 
das Product von Cec. rosaria H. Lw. und nicht von Cec. salicina, wie er irrthüm- 
lich angibt. Ebenso sind die von Letzner (33. JahreBb. schles. Ges. f. vaterl. 
Cult 1855, p. 126)besprochenen Stengelgallen von Salix nicht von Cec. salicina Schrk. 
herrührend, sondern die der Cec. Salicis Schrk. In Rudow'S Pfl. 6. findet sich 
derselbe Irrthum. 

377. saliciperda Duf. (Cecidomyia) cT Q. — Europa. 

Dufoiir, Ann. Sc. Nat. 1841, p. 262 (Lasioptera). — Westwood, 
Gard. Chron. 1847, p. 588, fg. (Rhabdophaga viminalis). — H Loew, 
D. B. IV. 1850, p. 35 {Cec. albipennis). - Siebold, Verh. schles. 
Forstv. 1852, p. 148-154, pl. I. — Winnertz, L. E. 1853, p. 216 
(Cec. albipennis). — Walker, I. B. III. 1856, p. 78 (Cec. albipennis). 
— Giraud, V. z. b. G. 1861, p. 479. - Schiuer, F. A. II. 1864, p. 371. 
Taschenberg-, Forst. I. K. 1874, p. 420. 

Die Larven leben einzeln oder auch zahlreich unter der Rinde sowohl 
junger als mehrjähriger Zweige von Salix- und Populus- Arten, welche 
meist etwas anschwellen und bei Massenauftritt der Larven durch Zer- 
störung der Rinde absterben. — Verwandlung daselbst. 
Gnerin, Ann. Soc. Ent. Fr, 1845. Bull., p. XLI. — H. Loew, L. E. 
1851, p. 373 (Cec. terebrans). — Macquart, A. A. S. 1854, p. 20. — 
Ratzeburg, Waldverd. II. 1868, p. 320, pl. 48, pl. II, fg. 5. — Hey- 
laerts, Tijdsch. v. Ent. 1871, p. 39. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, 
p. 584. — F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 324. — Rudow, Pfl. G. 1875, 
p. 78 und 88. 

Anmerkung. In N. Amerika kommt eine Gallmücke vor, welche eine ganz ähnliche 
Lebensweise führt, v. Nr. 140. 

Salicis Ftch. s. Cecidomyia siliqua Wlsh. 
Salicis Br. s. Cecidomyia rosaria H. Lw. 
Salicis Bche. s. Asynapta Boucheana H. Lw. 

378. Salicis Schrk. (Cecidomyia) cT $. — Europa. 

Schrank, F. B. III. 1803, p. 69 (Tipula). — H. Loew, D. B. IV. 1850, 
p. 30 und 37, fg. 17—19. - Hardy, Ann. Mag. N. H. VI. 1850, p. 185 
(Cec. gallarum-salicis). — Winnertz, L. E. 1853, p. 215. — Walker, 
I. B. III. 1856, p. 77. — Inchbald, Ent. W. Int. 1861, p. 61. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 370. 

Die Larven leben in verschieden geformten gallenartigen, vielkamme- 
rigen Anschwellungen der Zweige von Salix aurita, Caprea, cinerea 
und purpurea L. — Verwandlung in der Galle. 
Degeer, Ins. VI. 1782, p. 156, pl. XXVI, fg. 7. - Bouche, N. I. 
I. 1834, p. 27 (Cec. salicina). — Breroi, Monogr. 1847, p. 17 (Cec. 
Degeeri). — Macquart, A. A. 1851, p. 395; - A. A. S. 1854, p. 21 
und 22 (Cec. argyrosticta). — Letzner, 33. Jahresb. schles. Ges. f. 
vaterl. Cult. 1855, p. 126 (Cec. salicina). — Giraud, V. z. b. G. 1861, 



Synopsis Cecidomyidarum. 



71 



p. 482. - Müller, Ent. M. M. VI. 1869, p. 110. — Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 583. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 80 und 88. 

Anmerkung. Siehe die Anm. bei Cec. salicina Schrk. und Las. rubi Heeg., ferner 
bei der amerik. Species Cec. salicis-batatas Wlsh. 

salicis-aenigma Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 476. 

379. salicis-batatas Wlsh. (Cecidomyia) 9- — N. Amerika. 

Walsb, Proc. Ent. Soc. Phil. III. 1864, p. 601—606; - VI. 1866-1867, 
p. 225. 

Larven in vielkammerigen. verschieden geformten Zweiganschwellungen 
von Salix cordata Mühlb., discolor Mühlb. und humilis Willd. — 
Verwandlung in der Galle. 

Anmerkung. Diese Galle scheint mit der von Cec. Salicis Schrk. an europ. Weiden 
erzeugten im Baue übereinzustimmen. 

380. salicis-brassicoides Wlsh. (Cecidomyia) cT Q. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. III. 1864, p. 577—580. 
Die Larven leben einzeln im Centrum von einkammerigen, kraus de- 
formirten Blattknospen, welche meist in Vielzahl zusammengedrängt 
an den Zweigen von Salix longifolia Mhlbg. sitzen. — Verwandlung 
in der Galle. 

Walsh und Riley, Am. Ent. I. 1869, p. 105, fg. 84. — Packard, 
Guide. 1870, p. 377, fg. 282. 

381. salicis-cornu Wlsh. {Cecidomyia) 9- — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. 1864. III, p. 590; - VI. 1866 -1867, p. 224. 
Larven einzeln in hörnchenförmig deformirten, lateralen Blattknospen 
an den Zweigen von Salix humilis Willd., welche da, wo die Gallen 
sitzen, ein wenig verdickt sind. — Verwandlung in der Galle. 

Anmerkung. Siehe das bei Nr. 481 in der Anm. Gesagte. 

salicis-coryloides Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 477. 
Salicis- folii Hrdy. s. Hormomyia capreae Wtz. 

382. Salicis- gnaphaloides WJsh. Cecidomyia Q. — N. Amerika. 

Walsb, Proc. Ent. Soc, Phil. III. 1864, p. 583; — VI. 1866—1867, p. 223. 
Die Larven erzeugen an den Zweig.spitzen von Salix Candida Flug., 
discolor Mhlbg. und humilis Willd. lockere Blätterschöpfe, deren Blätter 
an der Spitze zurückgekrümmt sind und worin sie einzeln im Centrum 
leben. — Verwandlung daselbst. 

Anmerkung. Die fünferlei Blätterschöpfe und Blattrosetten, welche Walsh (1. c.) 
anführt und deren Erzeuger er mit den Namen Cecid. salicis-coryloites, C. s.- 
gnaphaloides, C. s.-rhodoides, C. s.-strobiloides, C. s.-strobiliscus belegt, scheinen 
blos von einer Cecidomyien-Species herzurühren und dürfte ihre Verschieden- 
heit in Form und Aussehen nicht in einem speciellen Unterschied ihrer Erzeuger, 
sondern vielmehr in der Ungleichartigkeit der Weiden auf denen sie vorkommen, 
zu suchen sein, wofür auch die kaum nennenswerthen, von Walsh angegebenen 
Unterschiede der betreifenden Gallmücken und auch der Umstand, dass in jeder 
der genannten fünf Rosengallen nur je eine Larve wohnt, sprechen. Dieser Art 
zunächst verwandt ist die europäische Cec. rosaria H. Lw., welche an verschie- 
denen Weidenarten, verschiedengestaltete Rosengallen erzeugt. 



72 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



salicis-hordoides Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 482. 
salicis-nodulus Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 478. 

383. salicis-rhodoidis Wlsh. (Cecidomyia) Q. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. III. 1864, p. 586; - VI. 1866—1867, p.224. 
Die- Larven leben einzeln im Centrum von länglichen Blätterschöpfen 
an den Zweigspitzen von Salix humilis Willd. — Verwandlung daselbst. 

Anmerkung. Siehe das bei Cec. s.-gnaphaloides Wlsh. in der Anm. Gesagte. 

Salicis- semen Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 479. 

384. salicis-strobiloides Wlsh. (Cecidomyia) 9- — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. III. 1864, p. 580. 

Die Larven leben einzeln im Centrum von Pinuszapfen ähnlichen Gallen, 
welche aus rundlichen, schuppenförmigen Blättern bestehen und an den 
Zweigspitzen von Salix cordata Mhlbg. sitzen. — Verwandlung in 
der Galle. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419; - M. D. N. I. 1862, p. 203. - 
Walsh und Riley, Am. EU. I. 18ö9, p. 105, fg. 82. — Packard, 

Guide 1870, p. 377, fg. 280-281. 

Anmerkung. Diese Galle ist mit der, welche Cec. rosaria H. Lw. in Europa auf 
Salix purpurea L. erzeugt, völlig gleichgebildet. Siehe auch die Anm. bei Cec. 
s.-gnaphaloides Wlsh. 

385. salicis-strobiliscus Wlsh. (Cecidomyia) cf 9- ~ N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. III. 1864, p. 582; — VI. 1866-1867, p. 223. 
Die Larven erzeugen an den Zweigspitzen von Salix discolor Mhlbg. 
und rostrata Rieh. Rosengallen, welche aus länglichen, schuppenartigen 
Blättern bestehen und nur von einer Larve im Centrum bewohnt 
werden. — Verwandlung daselbst. 

Anmerkung. Siehe das bei Cec. s.-gnaphaloides Wlsh. in der Anm. Gesagte. 

salicis-tritieoides Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 481. 
salicis-verruca Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 480. 
saligna Hrdy. ^.Cecidomyia heterobia H. Lw. 

386. salviae Schin. (Lasioptera) 9- ~ Cap der guten Hoffnung. 

Schiner, Dipt. Nov. Exp. 1868, p. 7. pl. I. fg. 5. 

Larven in deformirten Blüthentriebspitzen einer Salvia-kxt. 
sambuci Kltb. Imago unbekannt, v. Nr. 528. 
s'amb uci-umb ellicola O. S. Imago unbekannt, v. Nr. 527. 
sanguinea Br. s. Cecidomyia hieracii F. Lw. 
sanguinolenta 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 502. 

387. sarothamni H. Lw. (Asphondylia) Q- — Europa. 

H. Loew D. B. IV. 1850, p. 27 und 38, fg. 23; — L. E. 1851, p. 375. 
Winnertz, L. E. 1853, p. 282, pl. I, fg. 6, 15, 20. — Walker, L B. III, 
1856, p. 117. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 396. 
Die Larven leben in knospenförmigen Gallen an den Zweigen von Saro- 
thamnus scoparius Wim. und Cytisus spinescens Sieb. Verwandlung 
in der Galle. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



73 



Franenfeld, V. z. b. G. 1855, p. 18. — Schincr, V. z. b. G. 1856, 
p. 221, Anm. 6. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 107. — Rudow, 
Pfl. G. 1875, p. 82. 

scabiosae Kltb. Imago unbekannt, v. Nr. 511. 

Schineri Ffld. s. Diplosis buxi Lab. 

scro phulariae Sellin, s. Asphondylia verbasci Vall. 

scutellata Mg. s. ? Ceciäomyia inclusa Ffld. 
388. secalina H. Lw. {Ceciäomyia) Q. — Europa. 

H. Loew, Zeitschr. Ent. scbles. Vcr. f. Ins. 1858, XII ; — N. Korn- 
made 1859. — ?Motschulsky, 1852 (Cec. funesta). — Wagner, 
Unters. 1861. 

Die Larven leben gesellig zwischen den Blättern am Halme junger 
Roggenpflanzen. — Verwandlung daselbst. 

Starke, Wochsch. Beförd. Gartenbau. Berlin 1860, p. 81; — Abb. n. 
Ges. Görlitz 1860, p. 391. — Hagen, Stett. E. Z. 1860, p. 33. — 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 738, 741. 

Anmerkung. In der 39. Versammlung der deutschen Naturforscher bemerkte Dr. Dohm, 
dass nach H. Loew Cec. secalina und destruetor identisch sind. 

f 389. semiopaca Wik. (Diplosis) — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 101. . 
Lebensweise unbekannt. 

390. septem-maculata Wlsh. (Diplosis) 9- — N» Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. III. 1864, p. 630; - VI. 1866- 1867, 
p. 228. 

Die Larven leben in Pilzen an den Zweigen von Prunus spinosa L. 
und als Inquilinen in den Gallen der Cec. salicis-brassieoides Wlsb. 
und in Coccidcn-Gallen auf Vitis. 

391. sericata H. Lw. (Epidosis) Q. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 38. 
Lebensweise unbekannt, 
t 392. sericeus Fbr. (genus?). — Schweden. 

Fabricius, Sp. Ins. II. 1781, p.412; - E. S. IV. 1794, p. 252 (Tipula); 
— S. Ant. 1805, p. 48 (Chironomus). 

Soll nach Fabricius Gallenbewohner sein. Es ist dies jedoch sehr 
fraglich. Die ungenügende Beschreibung dieser Species lässt nicht 
mit Sicherheit erkennen, ob sie überhaupt eine Cecidornyide ist. 

393. serotina Wtz. (Ceciäomyia) Q . — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 316. — Walker, I. B. III. 1856, p. 84. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 381. 

Die Larven leben gesellig in deformirten Triebspitzen von Hypericum 
humifusum L. — Verwandlung in der Erde. 

Macquart, P. H. II. 1855, p. 92. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 66. 

394. serrulatae O. S. (Ceciäomyia) Q. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 416; — M. D. N. I. 1862, p. 198. 

Z.B. Ges. B. XXVI. Abh. 10 



74 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



Die Larven leben gesellig in deformirten Terminalknospen von Älnus 
serrulata Willd. — Verwandlung in der Erde. 

305. signata Wtz. (Diplosis) 9- — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 246. — Walker, I. B. III. 1856, p. 91. — 

- Schiner, F. A. IL 1864, p. 383. 

Die Larven in abgestorbenen, jungen Trieben von Pinns sylvestris L. 
gleichzeitig mit Käferlarven. 
Macquart, A. A. S. 1854, p. 35. 

396. siliqua Wlsh. (Cecidomyia) $ Q. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. III. 1864, p. 591; — VI. 1866—1867, p. 224. 
Die Larven leben einzeln in einkammerigen, ovalen, zugespitzten, 
holzigen Knospengallen an der Spitze der Zweige von Salix humi- 
lis Willd., viminalis L., discolor Mhlbg., rostrata Eich , cordata Mhlbg. ? 
petiolaris Sm., lucida Mhlbg. und rigida Mhlbg. — Verwandlung in 
der Galle. Zuweilen ist die Galle von mehreren Trieben umgeben. 
Fitch, Am. Quart. Journ. Agric. Sc. I, p. 263, pl. II, fg. 1 -3 und 7 
(Cec. Salicis). — Harris, Proc. Bost. Soc. N. H. 1860. VII, p. 179—183 ; 

- Treatis, 1862, p. 567. — O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 420; — 
M. D. K I. 1862, p. 189 {Cec. rigidae). — Riley, Am. Ent. IL 
1869—1870, p. 214, fg. 133. 

397. simplex H. Lw. (Diplosis) 9- — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 34. 
Lebensweise unbekannt. 

398. sisymbrii Schrk. {Cecidomyia) cf 9- — Europa. 

Schrank, F. B. III. 1803, p. 83 {Tipula). — H. Loew, D. B. IV. 1850, 
p. 29 und 36, fg. 8—9. — Winnertz, L. E. 1853, p. 230, pl. II, fg. 4. 

- Walker, I. B. III. 1856, p. 80. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 374. 
Die Larven erzeugen an den Stengeln und Blüthenstielen von Barbarea 
vulgaris R. Br., Nasturtium sylvestre R.-Br. und palustre DC. und 
Sisymbrium Sophia L. weisse, schwammige Gallen, worin sie sich auch 
verpuppen. 

Vallot, Ann. sc. nat. V. 1836, p. 319. — Soubeiran, Ann. Soc. Linn. 
Maine et Loire 1853, p. 179. — Macquart, P. H. II. 1855, p. 60 und 
61. — De Joannis, Angers, Ann. Soc. Linn. 1858, p. 178. — Kalten- 
bach, Pfl. F. 1874, p. 24 und 25. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 68, 74, 82. 

t 399. sobria Wik. {Diplosis) cf. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 342 (für Cec. moesta Wik. p. 108 [bis]). 
Lebensweise unbekannt. 

400. socialis Wtz. {Diplosis) 9 — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 251. - Walker, I. B. III. 1856, p. 93. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 384. 



Synopsis Cecidouiyidaruiu. 



75 



Die Larven leben gesellig als Inquilinen in den holzigen Stengelgallen, 

welche die Las. rubi Heeg, an verschiedenen Bubus-Avten erzeugt. — 

Verwandlung in der Galle. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. IL 
t 101. sociata Wik. (Cecidomyia) Q. — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 87. 

Lebensweise unbekannt, 
f 402. solennis Wik. (Diplosis) — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 105. 

Lebensweise unbekannt. 

403. solidaginis H. Lw. (Cecidomyia) 9- — Amerika. 

H. Loew, O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 194, pl. I, fg. 4-10. 
Die Larven erzeugen kleine , längliche Gallen an den Spitzen von 
Abortivzweigen , welche am Ende des Stengels von Solidago sp.? 
schopfig gehäuft sind. Jede Galle ist nur von einer Larve bewohnt 
O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 418. 

404. solidaginis O. S. (Lasioptera) Q. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Proc. Ent. Soc. Phil. I. 1863, p. 368-370. 
Osten-Sacken vermuthet, dass die Larven dieser Art Inquilinen in 
den Gallen von Trypeta solidaginis Ftch. sind. 

405. sonchi F. Lw. (Cecidomyia) c? 9- — Europa. 

F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 18. — Heeger, Sitzb. Acad. Wien 1851, 
p. 342, pl. VII (Las. pusilla Wied. Meig.). 

Die Larven leben einzeln in Mos oberseits erhabenen, meist dunkel- 
purpurnen Blasengallen in den Blättern von Sonchus oleraceus und 
arvensis L. — Verwandlung in der Galle. 

Vallot, Mem. Acad. Dijon 1826—1827, p. 94; — Compt. rend. Acad. 

Paris 1837, p. 510. — Bremi, Monogr. 1847, p. 19. — Kaltenbach, 

Pfl. F. 1874, p. 396. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 82. 
sophiae H. Lw. Imago unbekannt, v. Nr. 546. 
f 406. sordida Ztt. (genus?) cf. — N. Europa. 

Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3695 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt. 
sphaeriae-typhinae Vall. Imago unbekannt, v. Nr. 605. 
107. spongivora Wik. (Cecidomyia) Q. — Hudsonsbay. 

Walker, List I. 1848, p. 30. 

Lebensweise unbekannt. 

408. squamigera Wtz. (Spaniocera) cT 9- — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 306, pl. IV, fg. 7-10. - Schiuer, F. A. II. 
1864, p. 406. 
Lebensweise unbekannt. 

409. stachydis Br. (Cecidomyia) Q. — Europa. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 26 und 55, pl. II, fg. 27. — F. Low, V. z. 
b. G. 1874, p. 152, pl. II, fg. 8. 

10* 



76 



Julius Edl. v. Bergenst amm uud Paul Low. 



Die Larven leben gesellig in eingerollten Blättern, deformirten Seiten- 
trieben und selbst Blüthen von Stachys sylvatica L. und Nepeta 
Cataria L. — Verwandlung daselbst. 

Macquart, P. H. III. 1856, p. 75. — Frauenfeld, V. z. b. G. 1866, 
p. 556. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 481 uud 494. — Rudow, 
Pfl. G. 1875, p. 83. 
<ftO. strobi Wtz. (Cecidomyia) cT £• ~ Deutschland. 

Winuertz, L. E. 1853, p. 234. — Walker, I. B. III. 1856, p. 84. — 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 381. 

Larven im Innern abgefallener Zapfen von Pinns abies L. — Verwand- 
lung daselbst. 

strobilina Br. s. Cecidomyia heterobia und iteophila H. Lw. 
strumosa Br. s. Cecidomyia galeobdolontis Wtz. 
t 411. stygia Mg. (Diomyza). — Europa. 

Meißen, S. B. I. 1818, p. 91 {Lasioptera). — Walker, I. B. III. 1856, 

p. 133, pl. XXIV, fg. 2 -2 a. 

Lebensweise unbekannt. 
subpatula Br. s. Cecidomyia euphorbiae H. Lw. 

412. subterranea Ffld. (Diplosis) cT £• — Oesterreich. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1861, p. 172, pl. HD, fg. 13. - Schiner, 
F. A. II. 1864, p. 384. 

Die Larven leben in weissfilzig behaarten, zu kleinen Knollen defor- 
mirten Seitentrieben am Wurzelhalse von Inula ensifolia L. — Ver- 
wandlung in der Galle. 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 335. 
s ub ulif ex Mayr. Imago unbekannt, v. Nr. 495. 

413. sylvatica Wtz. (Diplosis) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 249. — Walker, I. B. III. 1856, p. 92. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 391. 
Lebensweise unbekannt, 
f 414. sylvestris Fbr. (genus?). — Deutschland. 

Fabricius, E. S. IV. 1794, p. 252 (Tipula); — S. Ant. 1805, p. 47 
(Chironomus). 

Soll nach Fabricius Gallenbewohnerin sein. Es ist dies jedoch sehr 
fraglich. Sie scheint eine Gallmücke zu sein; die ungenügende Be- 
schreibung derselben wird die Species aber nie wieder erkennen lassen. 
symetrica 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 494. 
115. syngenesiae H. Lw. (Cecidomyia) Q. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 39. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 380. 
Die Larven leben in den Blüthenköpfchen von Chrysanthemum inodo- 
rum L. und Anthemis arvensis L. 

Macquart, P. H. HL 1856, p. 149 und 152. - Kaltenbach, Pfl. F. 

1874, p. 343. 



Synopsis Cecidomyidarura. 77 

\ 

416. tamaricis Koll. (Diplosis) c? 9- — Egypten. 
Kollar, Wien, ent. Monatsch. 1858, p. 169. 

Die Larven leben einzeln in Anschwellungen der Seitenzweige von 
Tamarix. 

Amblard, Ann. Soc. Ent. Fr. 1856, p. 169, pl. IV, fg. 12—14. 
f 117. tarseolata Zett. (genus?) cT 9- — Norwegen. 
Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3688 (Cecid.). 
Lebensweise unbekanut. 
418. taxi Inch. (Cecidomyia) cf 9- ~ Europa. 

Inchbald, Ent. W. Int. 1861, p. 76 (hat und 9 verwechselt). 
Die Larve lebt in Blätterschöpfen an den Zweigspitzen von Taxus 
baccata L. — Verwandlung daselbst. 

Vallot, Mein. Acad. Dijon 1828-1829, p. 110. — Bremi, Monogr. 

1847, p. 25. — Macquart, A. A. 1851, p. 489. — Frauenfeld, S. z. 

b. G. 1869, p. 60. - Müller, Ent. M. M. 1869, p. 61. 
f 419. tecta Wik. (Cecidomyia) 9- — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 88. 

Lebensweise unbekannt, 
t 420. tendens Wik. (Biplosis) — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 113. 

Lebensweise unbekannt, 
t 421. tenella Wik. (Äsynapta) $ Q: — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 129. 

LebensAveise unbekannt, 
t 422. tenuicomis Wik. (Diplosis) <j\ — England. 

Walker, I. B. III. 1856, p. 109. 

Lebensweise unbekannt. 

423. tenuis H. Lw. (Diplosis) 9- — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 33. 
Lebensweise unbekannt. 
terebrans H. Lw. s. Cecidomyia saliciper da Duf. 

424. tergata Ftch. (Cecidomyia?). — N. Amerika. 

Fitch, Am. Quart. Journ. Agric Sc. 1845. 
Lebensweise? 

Anmerkung. Fitch's Publicationen über diese Art kounten wir nicht eiuwc^ea. 

425. terminalis II. Lw. (Monodicr ana). — Fossil. 

H. Loew, Bernst.-Fauna 1850, p. 32. 

426. terminalis H. Lw. (Cecidomyia) 9- — Europa. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 27 und 35; — L. E. 1851, p. 375. — 
Winnertz, L. E. 1853, p. 223. — Walker, I. B. III. 1856, p. 81. 
Die Larven leben zu 20 und mehr in zusammengerollten, vertrocknen- 
den Blättern der Triebspitzen von Salix fragilis L. — Verwandlung 
theils daselbst, theils in der Erde. 



78 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



Reaumur, Mem. II, 1736, p. 243 und 251, pl. XVIII, fg. 9-12. — 
Swammerdam, Bibel N. 1752, p. 296, pl. XLIV, fg. 14, 15. — 
Vallot, Mem. Acad. Dijon 1849, p. 89 (Cec. Salicis). — Macquart, 
A. A. S. 1854, p. 22. — Müller, Ent. M. M. 1870—1871, p. 89. — 
Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 584. — F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 28, 
pl. II, fg. 2. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 81. 

Anmerkung. Die Swammardam'sche Abbildung wurde bisher bei Cec. salicina citirt, 
sie gebort jedoch zu dieser Art. 

terminalis Wik. s. Diplosis finalis Wik. 
f 427. testaeea Zett. (genus?) Q. — N. Europa. 

Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3679; — XI. 1852, p. 4352 (Cecid.). 
Lebensweise unbekannt, 
f 428. testaeea Wik. (Cecidomyia) — England. 
Walker, I. B. III. 1856, p. 91. 
Lebensweise unbekannt. 
thalictri H. Lw. Imago unbekannt, v. Nr. 551. 

429. thoracica Ftch. (Cecidomyia?). — N. Amerika. 

Fiten, Am. Quart. Journ. Agric. Sc. 1845. 
Lebensweise? 

Anmerkung. Fitcb 1 s Mittbeilungen über diese Art, konnten wir nicht zur Einsicht 
erlangen. 

thymi Mcq. Imago unbekannt, v. Nr. 538. 

thysselini H. Lw. s. Asphondylia pimpinella F. Lw. 

430. tibialis Wtz. (Diplosis) cf. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 253. — Walker, I. B. III. 1856, p. 94. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 383. 

Winnertz zog die Fliege aus einer vertrockneten Gipfelknospe von 
Salix alba L., in welcher zugleich die Larven von Cec. salicina Schrk. 
wohnten. 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 20. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 584. 
tiliacea Br. Imago unbekannt, v. Nr. 559. 
biliae Schrk. Imago unbekannt, v. Nr. 558. 
tiliae-citrina 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 557. 
tiliaria Kaltb. Imago unbekannt, v. Nr. 561. 
tormentillae H. Lw. Imago unbekannt, v. Nr. 584. 
tornaiella Br. Imago unbekannt, v. Nr. 491 und Hormomyia 

bipunetata Wtz. 
tortilis Br. Imago unbekannt, v. Nr. 487. 

431. transmarina Schin. (Heteropeza). — Sidney. 

Schiner, Dipt. Nov. Exp. 1868, p. 5, pl. I, fg. 1. 
Larve in einkamm erigen, kleinen, konischen, gruppenweise gestellten, 
ober- und unterseits vorragenden und an dem schmäleren Ende offenen 
Gallen auf den Blättern einer Callistemon-Art. 



Synopsis Cecidomyidarum 



79 



432. tremulae Wtz. (Diplosis) cT Q. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 273, pl. I, fg. 2. — Walker, I. B. III. 1856, 
p. 114. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 389. 

Die Larven leben in ein- oder mehrkammerigen, harten, erbsengrossen 
und kleineren Gallen auf den Blättern und Blattstielen von Populus 
tremula L. — Verwandlung in der Erde. 

Linne, F. S. 1761, Nr. 1774. — Schrank, F. B. III. 1803, p. 87 
(Tipula populea). — Bremi, Monogr. 1847, p. 15, pl. I, fg. 14 (Cec. 
polymorpha). — Macquart, A. A. 1851, p. 405; — A. A. S. 1854, 
p. 24. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 559. - F. Low, V. z. b. G. 
1874, p. 160, pl. II, fg. 10. — Rndow, Pfl. G. 1875, p. 76. 

433. trifolii F. Lw. (Cecidomyia) cT Q. — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 143, pl. H, fg. 4. 

Die Larven leben gesellig in zusammengefalteten Blättchen von Tri- 
folium pratense L. — Verwandlung daselbst. 

f 434. tristis Mg. (genus?) cT. — Baiern. 

Meigen, S. B. VII. 1838, p. 22 (Cecid.). 
Lebensweise unbekannt. 

435. tritici Kirby (Diplosis) cf 9« — Europa und Amerika. 

Kirby, Trans. Linn. Soc. Lond. III. 1797, p. 246; — IV. 1798, p. 230; 

— V. 1800, p. 96, pl. {Tipula). — Harris, New Engl. F. 1841, p. 306 
{Cecid.). — Fitch, Essay 1845. — Bazin, Notice 1856. — Walker, 
I. B. III. 1856, p. 103. - Curtis, F. Ins. 1860, p. 260fT. Nr. 37, fg. 7, 
8, 11, 12, 18, pl. I, fg. 7—19. - Taschenberg, Preisschr. 1865, 
p. 153, pl. IV, fg. 18-20. — Wagner, Stett. E. Z. 1866, p. 65, 
pl. III (Dipl.). — Walsh, Pract. Ent. 1867, p. 99. — Giebel, landw. 
Zool. 1869, p. 610, fg. - Nördlinger, kl. F. d. L. 1869, p. 629, fg. 
Die Larven leben gesellig in den Blüthen von Triticum, Seeale, Hor- 
deum und anderen Gramineen, nähren sich vom Blüthenstaube und 
hauptsächlich vom Safte der Fruchtknoten und verpuppen sich in 
der Erde. 

Gullet, Philos. Trans. 1772, p. 348. — Marsham, Trans. Linn. Soc. 
Lond. IV. 1798, p. 224. — Gorrie, Loud. Mag. N. H. 1829, p. 323. — 
Shirreff, Loud. Mag. N. H. 1829, p. 448. — Kollar, schädl. Ins. 
1837, p. 134. — Henslow, Journ. Agric. Soc. Engl. II. 1841, p. 22; 

— III. 1842, p. 36; — Rep. 1841. — Harris, Rep. Ins. Massacb. 
1841; — Treatice 1862, p. 453 ff'; - Ent. Corresp. 1869, p. 184 ff. — 
Herpin, Memoire 1842. — Brewsen, Naturh. Tidskr. 1843, p. 339. — 
Curtis, Journ. Agric. Soc. Engl. VI. 1845, p. 131, pl. — Westwood, 
Gard. Chron. 1847, p. 604. — Bawson, Proc. Acad. Nat. Sc. Phil. IV. 
1849, p. 210. — Contri, Mem. Acad. Bologna II. 1850, p. 189, pl. — 
Amyot, Ann. Soc. Ent. Fr. 1851, Bull. p. 54; — 1855, Bull, p. 104. 

— Howell, Proc. Am. Ass. Adv. Sc. 7. Meet. (1853) 1856, p. 179. — 



80 



Julius Edl. v. Bergen stamm und Paul Low. 



Macquart, P. H. I. 1854, p. 192. — Couch, Ann. Mag. N. H. 1857, 
p. 399, fg. — Sichel, Ann. Soc. Eni Fr. 1856, Bull. p. 8. — Fitch, 
I. und II. Rep. 1856; — VI. Rep. 1859. - Goureau, Ann. Soc. Ent. 
Fr. 1857, Bull. 12; — Ins. nuis. 1862, p. 282. - Klippert, Anim. 
Paras. 1858. — Hageu, Stett. E. Z. 1860, p. 33. — O.-Sacken, Stett. 

E. Z. 1861, p. 420. — Künstler, V. z. b. G. 1864, p. 407; — schädl. 
Ins. 1871, p. 24. — Packard, Comm. Ins. 1873, p. 197; — Guide 
1870, p. 375. — Cohn, Untersuch. 1869, p. 11. — Kaltenbach, Pfl. 

F. 1874, p. 738 und 741. 

Anmerkung. Curtis (Farm. Ins. 1860, p. 500) fand in den Blüthen von Älope.curus 
agrestis L. Gallmückenlarven, die er als zu Dipl. tritici gehörend ansieht. — 
Macquart (P. H. I. 1854, p. 192) heohachtete eine Gallmüclce, welche ihre Eier 
in eine Weizenähre absetzte. Er beschrieb die Mücke nicht, nannte sie aber 
„Cec. fromenti". Vielleicht ist sie mit Dipl. tritici identisch. Kirchner's Angabe 
(Lotos 1855, p. 240), dass Dipl. tritici wallnussgrosse (! ?) Anschwellung der 
Fruchtknoten des Weizens erzeugt, beruht wohl auf einem Jrrthume. 

lubicola O. S. Imago unbekannt, v. Nr. 501. 

436. tubifex Bche. (Cecidomyia) Q. — Europa. 

Bouche, Stett. E. Z. 1847, p. 144. — H. Loew, I). B. IV. 1850, p. 29 

und 36, fg. 14. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 379. 

Die Larven leben einzeln in röhrenförmig deformirten Blüthenköpfchen 

von Artemisia campestris L. — Verwandlung daselbst. 

Macquart, P. H. III. 1856, p. 142. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 358. 

— Rudow, Pfl. G. 1875, p. 67. 
tulipiferae 0. S. Image- unbekannt, v. Nr. 552. 

437. ulicis Traill. (Asphondylia) cT Q. — Europa. 

Traill, Scott, Natural. II. 1873, p. 172. — Verral, Ent. M. M. 
1875, p. 224. 

Die Larven leben einzeln in knospenförmigen Gallen an den Zweig- 
spitzen von Ulex europaeus L. 
Penis, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 178. 

438. ulmariae Br. (Cecidomyia) c? Q. — Europa. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 16 und 52, pl. I, fg. 15. — H. Loew, D. 
B. IV. 1850, p. 26 und 37. — Winnertz, L. E. 1853, p. 240. — 
Walker, I. B. III. 1856, p. 88. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 378. 
Die Larven leben in einkammerigen , oben halbkugelig und unten 
konisch vorstehenden Gallen auf den Blättern von Spiraea TJlmaria L. 

— Verwandlung in der Galle. 

Vallot, Mem. Dijon 1828-1829, p. 110. — Macquart, P. H. II. 1855, 
p. 140. — H. W. Kidd, Ent. M. M. IV. 1868, p. 233. — Frauenfeld, 
V. z. b. G. 1870, p. 661. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 242. — 
Rudow, Pfl. G. 1875, p. 82. 
f 439. umbra Wik. (genus?). — S. Amerika. 

Walker, Ins. Saund. I. 1856, p. 421 {Ccciä.). 
Lebensweise unbekannt. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



81 



440. unicolor H. Lw. (Diplosis) 9- — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 33. 
Lebensweise unbekannt. 

441. urticae Perr. (Cecidomyia) cT 9« Europa. 

Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1840, p. 401, pl. XI, Nr. I, fg. 1—7. — 
H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 37. — Wiuuertz, L. E. 1853, p. 239, 
pl. I, fg. 1, 8, 18, pl. III, fg. 3. — Walker, I. B. III. 1856, p. 89. - 
Schiner, F. A. II. 1864, p. 377. 

Die Larve lebt in einkammerigen, unregelmässigen, runden Gallen auf 
den Blattrippen und Blattstielen von Urtica dioica L. — Verwandlung 
in der Erde. 

Swamnierdain, Bibel 1752, p. 300, pl. XLV, fg. 2. — Bremi, Monogr. 
1847, p. 16. — Müller, Ent. M. M. VI. 1869, p. 137. — Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 530. — Van d. Wulp, Tijdsch. v. Ent. IX. 1874, 
p. 110. - Rudow, Pfl. G. 1875, p. 84. 
vaccinii 0. S. Imago unbekannt, v. Nr. 533. 

442. valvata Wtz. (Epidosis) Q. — Deutschland. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 302, pl. I, fg. 10. — Walker, I. B. III. 

1856, p. 125. — Schiner, F. A. II. 1864, p. 404. 

Aus faulem Stamme von Carpinus Betulus L. gezogen (Wtz.). 

Macquart, A. A. S. 1854, p. 27. 
t 443. varicolor Br. (genus?) 9- — Schweiz. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 55 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
t 444. variegata Mcq. (genus?) $ 9- — Europa. 

Macquart, D. d. N. 1826, p. 171; - S. ä B. I, 1834, p. 160. — 

Meigen, S. B. VII. 1838, p. 22. — Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, 

p. 3692 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
t 445. varipes Roser (genus?). — Württemberg. 

Roser, Corresp. Bltt. württ. landw. Ver. 1840, p. 50 {Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
t 446. vegetationis Schrk. (genus?). — Deutschland. 

Schrank, F. B. III. 1803, p. 86 {Tipula). 

Larve in fetter Gartenerde, 
t 447. ventralis Say (Lasioptera). — Pennsylvanien. 

Say, Long's Exped. App. II, p. 357. — Wiedemann, Auss. Europ. 

Zwfl. I. 1830, p. 21. 

Lebensweise unbekannt. 
448. venusta Wtz. (Epidosis) (f. — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 299. - Walker, I. B. III. 1856, p. 127. — 

Schiner, F. A. II. 1864, p. 403. 

Lebensweise unbekannt. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 11 



82 



Julius Edl. v. Bergenstamui und Paul Low. 



449. verbasci Vall. (Asphondylia) 9» — Europa. 

Vallot, Mem. Dijon 1826—1827, p. 92 und 95. — Meigen, S. B. VII. 
1838, p. 23. - Dufour, Ann. Sc. Nat. V. 1846, p. 5, pl. II, fg. 1—15. 

— Schiner, V. z. b. G. 1856, p. 220, Anm. 4 (Asph. scrophulariae) ; — 

F. A. II. 1864, p. 396. — Rondani, Ann. Soc. Nat. Modena II. 1867, 
p. 38, fg. 8 und 9. — F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 22. 

Die Larven leben einzeln im deformirten Fruchtknoten missbildeter, 
meist geschlossener Blüthen von Verbascum Lychnitis L., nigrum L., 
Orientale M. a. B. , pulverulentum Vill. , speciosum Schrad. und 
Thapsus L , Celsia orientalis L., Scrophularia canina L., nodosa L., 
aquatica L., Balbisii Horn., Echium vulgare L., Astragalus asper Jacq. 

— Verwandlung in der Galle. 

Reaumur, Mem. V, 1740, p. IV. — Macquart, S. a B. I. 1834, p. 160. 

— Vallot, Mem. Dijon 1845—1846, p. 481. — Frauenfeld, V. z. b. 

G. 1855, p. 16; — 1861, p. 173; — 1868, p. 162. — Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 461" und 463. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 85. 

t 450. verna Curt. (Diplosis) — England. 

Curtis, B. E. III. 1827, p. 178. — Walker, I. B. III. 1856, p. 115. 
Lebensweise unbekannt. 

451. veronicae Vall. (Cecidomyia) Q. — Europa. 

Vallot, Mem. Dijon 1826—1827, p. 93. — Bremi, Monogr. 1847, 
p. 26 und 49, pl. II, fg. 28. — H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 27 und 
37. — Winnertz, L. E. 1853, p. 237, pl. I, fg. 4. - Walker, I. B. III. 
1856, p. 87. - Schiner, F. A. II. 1864, p. 376. 

Die Larven leben gesellig zwischen den zwei verdickten, behaarten, 
bauchig aufgetriebenen, eine Tasche bildenden Endblättern von Veronica 
Chamaedrys und montana L. — Verwandlung daselbst. 
Reaumur, Mem. II. 1736, p. 243. — Scopoli, Ent. Carn. 1763, p. 274 
(Cynips). — Karsch, N. u. Off. 1855, p. 267. — Macquart, P. H. III. 
1856, p. 91. — Inchbald, Ent. W. Int. VIII. 1860, p. 196 {Cec. cha- 
maedrys). — Müller, Ent. M. M. VII. 1870-1871, p. 39. - Kalten- 
bach, Pfl. F. 1874, p. 471. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 85. 

viminalis Westw. s. Cecidomyia saliciperda Duf. 

viticola O. S. Imago unbekannt, v. Nr. 556. 

452. vitis O. S. (Lasioptera). — N. Amerika. 

O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 201. 

Die Larve lebt in vielkammerigen, oft sehr umfangreichen, vielgestal- 
tigen Anschwellungen der Stengel, Blattstiele und Blattrippen von 
Vitis riparia Mich. — Verwandlung in der Erde. 
O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419. — Riley, Am. Ent. I. 1869, 
p. 247, fg. 183; — V. Bep. Miss. 1873, p. 117, fg. 45. 

vitis-coryloides Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 554. 

vitis-pomum Wlsh. Imago unbekannt, v. Nr. 555. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



83 



t 453. ritt ata Mg. (genus?). — Europa. 

Meigeu, S. B. VII. 1838, p. 22 (Cecid,). 

Lebensweise unbekannt, 
t 454. vulnerata Zett. (genus?). — N. Europa. 

Zetterstedt, D. Sc. IX. 1850, p. 3686; - XI. 1852, p. 4353 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
f 455. Westermanni Mg. (genus?) c?. — Holland. 

Meigen S. B. VI. 1830, p. 269 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
f 456. W inner tzi Zett. (genus?) $ Q. — N. Europa. 

Zetterstedt, D. Sc. XII. 1855, p. 4880 (Cecid.). 

Lebensweise unbekannt, 
f 457. Woeldickii Cont. (Diplosis) Q. 

Contarini, Atti Veneto Ate_neo 1840, p. 26, pl. I. 

Die Larven wurden unter den Federn ausgestopfter Vögel gefunden. 

458. xanthopyga Wtz. (Diplosis) — Europa. 

Winnertz, L. E. 1853, p. 263. - Walker, L B. III. 1856, p. 110. - 
Schiiier, F. A. II. 1864, p. 387. 
Lebensweise unbekannt. 

Die folgenden fünf Speeies sind beschrieben aber nicht benannt. 

f 459. sp. ? von Perris beschrieben (genus?). — Frankreich. 

Ann. Soc. Eni Fr. 1870, p. 174, pl. II, fg. 45-46. 

Die Larven leben gesellig unter der Rinde von Pinns mari- 
tima Koch, in den Gängen von Hylurgus piniperda L. und Tomi- 
cns laricis Fbr. — Verwandlung daselbst, 
t 460. sp.? von Perris beschrieben (genus?). — Frankreich. 

Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 172, pl. II, fg. 39-44. 

Die Larven leben gesellig unter der Rinde von Pinns mari- 
tima Koch, in den Gängen von Hylurgus und Tomicus. — Ver- 
wandlung daselbst, 
t 461. sp.? von Hardy beschrieben (genus?) Q. — England. 

Zoologist VI. 1848, p. 2166. — Walker, L B. III. 1856, p. 131. 
Die Larven leben in den Blüthen von Tanacetum vulgare L. 
t 462. sp.? von Brischke beschrieben (genus?). — N. Deutschland. 
Schrift, n. Ges. Danzig 1869, N. F. II. Bd. Hft. 2. 

Die Larven leben zu 1 — 2 in angeschwollenen Blüthenböden von 
Athamanta (Peucedanum) Oreoselinum L. — Verwandlung daselbst. 
463. sp.? von Frauenfeld beschrieben (Cecidomyia?). — Honkong. 
Sitzbr. Akad. Wiss. Wien 1859, T. XXXV, p. 247, fg. 
Lebensweise unbekannt. 

11* 



84 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



III, Species, von denen man blos die Lebensweise der 
Larven kennt, deren Imagines aber noch unbekannt und 
unbeschrieben sind. 

464. Die Larven leben im umgeschlagenen und verfärbten Blattrande von 
Pteris aquilina L. — Verwandlung in der Erde. — Europa. 

Brischke, Schrift, n. Ges. Danzig 1869, Hft. II. — Perris, Ann. Soc. 
Ent. Fr. 1870, p. 180. — Möller, Ent. M. M. 1871, p. 99 (Cec? pteridis). 

465. Die Larven sind anfangs in den Weizenähren und nähren sich von den 
noch milchigen Früchten, später dringen sie in den Halm (?) ein. — 
N. Amerika. 

Morris, Proc. Acad. N. Sc. Phil. 1849, p. 194 (Cec? culmicola). — 
Harris, Treatise 1852, p. 465; - 1862, p. 582. 

466. Die Larven erzeugen an den Knoten des Halmes von Agrostis lateri- 
flora Mich, schopfartige, faserige Gallen, worin sie gesellig leben. — 
N. Amerika. 

Fitch, Trans. N. Y. St. Agr. Soc. 1846, p. 316—375 (Cec? agrostis). — 
O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 204; — Stett. E. Z. 1862, p. 80. 

467. Die Larven erzeugen am Halme von Milium effusum L. grünlich weisse, 
erbsengrosse, einkammerige, harte, fast holzige Anschwellungen, welche 
aussen mit Fäden netzartig überzogen sind. — Deutschland. 

Rudow, Pfl. G. 1875, p. 90. 

468. Die Larven deformiren die Früchte von Carex muricata L. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 30 (Cec? caricis). — Rudow, Pfl. G. 
1875, p. 69. 

469. Die Larven leben gesellig in den unteren Blattscheiden von Iris Pseud- 
Acorus L., woselbst auch ihre Verwandlung stattfindet. — Deutschland. 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 717 (Cec? iridis). 

470. Die Larven leben gesellig in Anschwellungen der Basis der Nadeln von 
Pinns inops Ait. — Verwandlung in der Erde. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 418; - M. D. N. I. 1862, p. 198 
(Cec ? brachynteroides). 

471. Die Larven leben frei auf den Nadeln von Pinns inops Ait. und verpuppen 
sich auf denselben in einem Harzcocon. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 418; — M. D. N. I. 1862, p. 196. — 
Packard, Guide 1870, p. 376 (Cec? pini-inopus 0. S.). 

Anmerkung. O.-Sacken, ist der Ansicht, dass diese Art mit der in Europa vorkom- 
menden Dipl. pini Deg. identisch sei. 

472. Die Larven in der Wolle der Q Kätzchen von Salix Caprea L. 

Reaumur, Mem. IV. 1738, p. 174 und 188, pl. XII, fg. 13-17. - 
Vallot, Mem. Acad. Dijon 1849, p. 99 (Cec? capreae). 



Synopsis Cecidomyidaruni. 



85 



473. Die Larven erzeugen an der Mittelrippe der Blätter von Salix Caprea und 
aurita L. mehrkammerige, knotenförmige, fast holzige Anschwellungen. — . 
Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 25. 

474. Die Larven erzeugen an der Mittelrippe und an den Stielen der Blätter 
von Salix incatui Schrk. einkammerige , hanf- oder gerstenkornförmige 
Anschwellungen, worin sie einzeln leben. — Mittel-Europa. 

Kriechbaumer, Ent. Nachr. 1875, p. 157. 

475. Die Larven leben im aufwärts umgerollten und etwas verdickten, runze- 
ligen Blattrande von Salix alba L. — Europa. 

Breini, Monogr. 1847, p. 28, pl. II, fg. 33 (Cec? clausilia). — H. Loew, 
D. B. IV. 1850, p. 25. — Macquart, A. A. 1851, p. 392. - Kaltenbach, 
Pfl. F. 1874, p. 584. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 81. 

Anmerkung. Diese Blattrandrollungen sind das Product von Gallmilben (Phytoptus) 
und die Gallmückenlarven daher nur Inquilinen. 

476. Die Larven halten sich in Mehrzahl zwischen den Blättchen und Schuppen 
der durch Acariden zu krausen, vielverästelten Klumpen deformirten Seiten- 
trieben von Salix nigra Mhlbg. als Inquilinen auf. — Verwandlung in 
der Erde. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. 1864, p. 608; - 1866-1867, p. 227 
(Cec? salicis-aenigma). 

Anmerkung. Ganz ähnliche Deformationen finden sich in Europa sehr häufig auf 
Salix babylonica und alba L. Sie sind unter dem Namen „Donnerbesen" allgemein 
bekannt. 

477. Die Larve lebt einzeln im Centrum der von ihr an den Zweigspitzen von 
Salix discolor Mhlbg. erzeugten grossen, losen Blätterrosen, deren äussere 
Blätter die inneren an Grösse übertreffen. — Verwandlung daselbst. — 
N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. 1864, p. 588; — 1866—1867, p. 224 

(CeC? sdlicis-COryloides) . Siehe das in der Anm. bei Cec. Salicis- gnaphaloides Wlsh. 
Gesagte. 

478. Die Larven leben einzeln in kleinen, einkammerigen Anschwellungen der 
Zweige von Salix longifolia Mhlbg. Diese Anschwellungen befinden sich 
selten an der Zweigspitze, meist in kurzer Entfernung von ihr. — Ver- 
wandlung in der Galle. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. 1864, p. 599 (Cec? salicis-nodulus). 

479. Die Larven kommen einzeln in kleinen, einkammerigen, durch Acariden 
auf Salix nigra Mhlbg. erzeugten Blattgallen, welche blos oberseits halb- 
kugelig oder zizenförmig vorragen, als Inquilinen vor. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. 1864, p. 607; — 1866-1867, p. 226 
(Cec? salicis-semen). 

480. Die Larven erzeugen auf den Blättern von Salix humilis Willd. und 
S. discolor Mhlbg. einkammerige, harte Blattgallen, welche oben zipfe- 



86 Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 

artig, unten warzenförmig vorragen und stets auf den Blattrippen stehen. 
Diese Gallen werden nur je von einer Larve bewohnt, die zur Verwand- 
lung in die Erde geht. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. 1864, p. 606; — 1866—1867, p. 226 

( Cec ? salicis-verruca) . 

481. Die Larven erzeugen mehrkammerige Anschwellungen der Zweigspitzen 
von Salix cordata Mhlbg., aus denen die vergrösserten Blattpolster vier- 
reihig und in Folge der sehr verkürzten Internodien nahe aneinander- 
gedrängt vorragen, wodurch die ganze Anschwellung ein ährenförmiges 
Aussehen erhält. Jede Kammer ist nur von einer Larve bewohnt, welche 
ihre ganze Metamorphose darin durchmacht. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. 1864, p. 398; — 1866-1867, p. 225 
(Cec? sdlicis-triticoides) . 

Anmerkung. Es scheint diese Galle, so wie die folgende, nur eine mehr oder minder 
dicht gedrängte Anhäufung jener Einzelgallen zu sein, woraus Walsh die Cec. «.- 
eornu erhielt (v. Nr. 381). Die in Europa an mehreren Weidenarten vorkommen- 
den Gallen von Cec. salicina Schrk. dürften mit den obengenannten amerikanischen 
im Baue nahezu übereinstimmen. 

482. Die Larven erzeugen an den Zweigspitzen von Salix cordata Mhlbg. den 
vorhergehend beschriebenen ähnliche Gallen, bei denen aber die Zweig- 
internodien nicht so sehr verkürzt und der Zweig selbst kaum verdickt 
ist. Lebensweise der Larven wie in jenen. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. 1864, p. 599 (Cec? salicis-hordoides). 

483. Die Larven erzeugen auf der Oberseite der Blätter von Populus Tre- 
mula L. glatte, kugelige, dunkelpurpurrothe, einkammerige Gallen, welche 
mittelst eines kurzen Stieles auf dem Blatte sitzen und je nur von einer 
Larve bewohnt sind. — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 156. 

484. Die Larven leben frei auf den durch Gallmilben an den Blättern von 
Älnus glutinosa Grt. und Betula alba L. erzeugten Erineen. — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 159, pl. II, fg. 9. 

485. Die Larven leben gesellig in den nach oben zusammengelegten und faltig- 
gekrausten Blättern von Älnus glutinosa Grt. — Verwandlung in der 
Erde. — Europa. 

F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 31. 

486 Die Larven leben zwischen den verdickten Blättchen der Blattknospen 
von Alnus incana DC. — N. Amerika. 

Couper, Canad. Ent. 1869, p. 81. — O.-Sacken, Canad. Ent. 1869, p. 89. 

487. Die Larven leben gesellig in zusammengerollten, gipfelständigen Blättern 
der Wurzelschosse von Alnus incana DC. — Europa. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 29, pl. II, fg. 34 (Cec? tortilis). — Macquart, 
A. A. 1851, p. 440. 



Synopiäis Cecidoniyidarura. 



87 



488. Die Larven leben zwischen den Schuppen deformirter männl. Blüthen- 
kätzchen von Corylus Avellana L. — Deutschland. 

Weitenweber, Lotos 1868, p. 143. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 637 
(Cec? coryli). 

489. Die Larven leben einzeln in Falten zwischen den Seitenrippen der Blätter 
von Carpinus americana Mich. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419; — M. D. N. I. 1862, p. 202 
(Cec? pudibunda). 

490. Die Larven leben einzeln in nach unten gerichteten, etwas verdickten, 
gelblichen oder röthlichen Falten längs der Seitenrippen der Blätter von 
Fagus sylvatica L. — Verwandlung in der Erde. — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 156. 

491. Die Larven erzeugen kahle, glatte, lichtgrüne, fast cylindrische, einkam- 
merige Galleu, welche auf der Oberseite der Blätter von Fagus sylvatica L. 
stehen und nur von je einer Larve bewohnt sind. — Verwandlung in der 
Galle. — Europa. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 13, pl. I, fg. 13 (Cec? tornatella). — Mac- 
quart, A. A. 1851, p. 456. — F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 158. 

492. Die Larven leben meist einzeln in den nach unten umgeschlagenen und 
verfärbten Lappen der Blätter von Quercus pedunculata Ehrh. und sessili- 
flora Sm. — Verwandlung in der Erde. — Europa. 

Bremi, Mitth. n. Ges. Zürich 1847, Nr. 14, p. 10 (Cec? pustularis). 
— H. Xoew, D. B. IV. 1850, p. 25 (Cec? quercus). — Hardy, Scot. 
Gard. III. 1854, p. 108 (Cec? roboris). — Bach, N. u. Off. V. 1859, p. 252 
(Cec? reaperiens). — Brischke, Sehr. n. Ges. Danzig 1869, Hft. II. — 
Müller, Ent. M. M. 1870-1871, p. 89. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, 
p. 676. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 77 (Cec? inflexa). 

493. Die Larven rollen den Hand zwischen je zwei Lappen der Blätter von 
Quercus sessiliflora Sm. nach der Oberseite ein. In jeder Rolle lebt eine 
Larve, welche zur Verwandlung in die Erde geht. — Europa. 

Bremi, " Mitth. n. Ges. Zürich 1847, Nr. 14, p. 10 (Cec? inflexa). — 
Bach, N. u. Off. V. 1859, p. 252 (Cec? resupinans). — Kaltenbach, Pfl. 
F. 1874, p. 676. 

494. Die Larve lebt einzeln in einkammerigen, harten, auf den Blättern ver- 
schiedener amerik. Eichenarten (Quercus falcata Mich., tinetoria Willd. etc.) 
vorkommenden Gallen, welche beiderseits symmetrisch vorragen, meist 
gruppenweise stehen und zusammen fliessen. — N. Amerika. 

O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 200 (Cec? symmetrica). 

495. Die Larven erzeugen hörnchenförmige, harte Gallen auf der Oberseite der 
Blätter von Quercus Cerris L. worin sie einzeln leben. — Verwandlung 
in der Erde. — Oesterreich. 

Giraud, V. z. b. G. 1861, p. 477. — Frauenfeld, V. z. b. G. 1870, 
p. 663. — Mayr, V. z. b. G. 1874, p. 61 (Cec? subulifex). — F. Low, 
V. z. b. G. 1874, p. 159. 



88 



Julius Edl. v. Bergenötamra und Paul Low. 



496. Die Larven erzeugen in den Blättern von Quercus palustris Mich. Blasen- 
gallen worin sie einzeln leben. — Verwandlung in der Erde. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Trans. Am. Eni Soc. 1870—1871, p. 53 (Cec? quercus- 

majalis). 

497. Die Larven erzeugen auf den Blättern verschiedener amerik. Eichenarten 
schüss eiförmige, flache, kurzgestielte, einkammerige Gallen („ OaJc spangles"). 
— N. Amerika. 

Fitsch, Rep. T. II. 1859 p. 40. — O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 201 

(Ccc? poculum). 

498. Die Larven leben gesellig in taschenförmigen, innen tehaaiten Anschwel- 
lungen der Blattrippen verschiedener amerik. Eichenarten. — Verwandlung 
in der Erde. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419; — M. D. N. I. 1862, p. 199 

(Cec? niveipila). 

499. Die Larven erzeugen auf den Blättern von Quercus Cerris L. haarige, 
unterseits aufspringende Deckelgallen, welche oben und unten ein dünnes 
Zäpfchen tragen und je von einer Larve bewohnt werden. — Verwandlung 
in der Erde — Oesterreich. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1861, p. 171, pl. IL D. fg. 10-12 (Cec? galeata). 

500. Die Larven leben in dem rothgefärbten, umgeschlagenen Blattrande ver- 
schiedener amerik. Eichenarten. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419; - M. D. N. I. 1862, p. 200 

"(Cec? erubescens). 

501. Die Larven erzeugen an der Unterseite der Blätter der amerik. Wallnuss 
(Carya) einkammerige, schmalcüinderische Gallen, welche in eine ring- 
förmige Blattverdickung eingefügt sind, aus der sie leicht herausfallen. — 
N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 417; - M. D. N. I. 1862, p. 192 

(Cec? tubicola). 

502. Die Larven leben in konischen, an der Basis verengten, gruppenweise ge- 
häuften Galleu auf den Blättern der amerik. Wallnuss (Carya). — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 417; - M. D. N. I. 1862, p. 192 

(Cec? sanguinolenta) . 

503. Die Larven erzeugen auf der Unterseite der Blätter der amerik. Wallnuss 
(Carya) kleine, runde, sammethaarige Gallen. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 417; - M. D. N. I. 1862, p. 193 

(Cec? persicoides) . 

504. Die Larven erzeugen auf der Unterseite der Blätter der amerik. Wallnuss 
(Carya) zwiebeiförmige pubescente Gallen. — N. Amerika. 

O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 193 (Cec? holotricha). 



Synopsis Cecidomyidarum. 



89 



505. Die Larve lebt frei in der Mitte eines braunen Ringes auf der Unterseite 
der Blätter der amerik. Wallnuss (Carya), oberseits bezeichnet ein gelber 
Fleck ihre Anwesenheit — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 417; - M. D. N. I. 1862, p. 193 
(Cec? glutinosa). 

506. Die Larven erzeugen an der Unterseite der amerik. Wallnuss (Carya) 
mehrkammerige, unregelmässige Anschwellungen der Mittelrippe in der 
Nähe der Blattbasis. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 417; — M. D. N. L 1862, p. 193 
(Cec? cynipsea). 

507. Die Larven leben in Anschwellungen der grünen Schale der Früchte von 
Carya alba L. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Trans. Am. Eni Soc. 1870-1871, p. 53 (Cec? caryae- 
nucicola). 

508. Die Larven erzeugen auf der Unterseite der Blätter der amerik. Wallnuss 
(Carya) längliche, zwiebeiförmige, blassgrüne Gallen. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 417; — M. D. N. I. 1862, p. 192 
(Cec? caryaecola). 

509. Die Larve wurde frei auf den Blättern von Ficus racemosa L. gefunden. 

— Ostindien. 

Baddeley, Corbyn's India Review Nr. 7, 7. Oct. 1836. 

510. Die Larve lebt in harten Blattgallen auf Polygonum amphibium L. — 
Deutschland. 

H. Loew, L. E. 1851, p. 376. 

511. Die Larven erzeugen in den Blättern von Knautia (Scabiosa) arvensis Coult. 
einkammerige, flache, blasenartige, gelbe Gallen. — Verwandlung in der 
Erde. — Deutschland. 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 318 (Cec? scabiosae). — Rudow, Pfl. 
G. 1875, p. 89. 

Anmerkung. Diese Art scheint mit Dipl. centaureae F. Lw. identisch zu sein. 

512. Die Larven leben in schlauchartigen, linsengrossen Gallen auf den Blättern 
und Stengeln von Artemisia vulgaris L. — Böhmen. 

Kirchner, Lotos 1855, p. 133 (Cec artemisiae). 

513. Die Larven leben einzeln in einkammerigen, kugeligen, kahlen, am Scheitel 
gespaltenen Gallen an den Stengeln und Blattstielen einer Achillea?- Art. 

— Egypten. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1859, p. 328, pl. VII, fg. 22a— b. 

514. Die Larven erzeugen rundliche Anschwellungen an den Stengeln von Heli- 
anthus. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Trans. Am. Ent. Soc. 1868, p. 301; - 1870-1871, p. 52 
(Asphondylia helianthi-glouulus) . 

515. Die Larven erzeugen auf den Blättern von Helianthus erbsengrosse, kugelige 
Gallen. — N. Amerika. 

Walsh, Proc. Ent. Soc. Phil. 1866-1867, p. 228 (Diplosis helianthi-bulla). 
Z. ?». Ges. B. XXVI. Ahh. 12 



90 Julius Edl. v. Bergens tamm und Paul Löw. 

516. Die Larven leben gesellig in den zusammengeschlossenen, eine Knospe 
bildenden, jungen Blätter in der Mitte der Wurzelrosette von Chrysanthemum 
Leucanthemum L. (Leucanthemum vulgare Lam.). — Frankreich. 

Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 177. 

517. Die Larven leben in einkammerigen, länglichen Anschwellungen der Mittel- 
rippe der Blätter von Hieracium Pilosella L. — Schweiz. 

Breini, Monogr. 1847, p. 17, pl. I, fg. 18 (Cec? gemini). — Rudow, 
Pfl. G. 1875, p. 73. 

518. Die Larven leben gesellig in deformirten, wolligen Triebspitzen von Inula 
Conyza DC. {Conyza squarrosa L.). — Frankreich. 

Vallot, Mem. Acad. Sc. Dijon 1836, p. 245 (Cec? conyzae). 

519. Die Larven leben einzeln in blassen, dunkelpurpurn eingefassten Blasen- 
gallen in den Blättern von Solidago. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 420; — M. D. N. I. 1862, p. 195 
(Cec? carbonifera) . 

520. Die Larven leben einzeln in einkammerigen, knospenförmigen Gallen an 
den Blüthentrauben von Solidago. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 418; — M. D. N. I. 1862, p. 196 
(Cec? racemicola). 

521. Die Larven leben einzeln in einkammerigen, oben schwach, unten stark 
convexen Blasengallen in den Blättern von Taraxacum officinale Wigg. 
(Leontodon Taraxacum L.). — Europa. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 19, pl. I, fg. 19 (Cec? leontodontis) . — Kalten- 
bach, Pfl. F. 1874, p. 399 und 788. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 73. 

522. Die Larven leben in gallenartigen, holzigen, oft faustgrossen (! !) Stengel- 
anschwellungen von Cirsium arvense Scop. {Serratula arvensis L.). 

Rudow, Pfl. G. 1875, p. 82. — Kirchuer, Lotos 1855, p. 239. 

Anmerkung. Dieee Galle ist das Product von Urophora cardui L. und nicht einer 
Gallmüke wie Rudow und Kirchner angebenr 

523. Die Larven leben in linsengrossen Gallen an der unteren Blattfläche von 
Tanacetum vulgare L. — Böhmen. 

Kirchner, Lotos 1855, p. 240. 

524. Die Larven leben in deformirten Blüthen von Phyteuma spicata L. und 
globosa?, deren Befruchtungsorgane und Fruchtknoten verkümmert sind. 
— Verwandlung in der Erde. — Oesterreich. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1870, p. 662. 

525. Die Larven in blattach seiständigen Knospengallen und in den durch 
Gymnetron campanulae L. deformirten Samenkapseln von Campanula 
rotundifolia L. — England. 

Müller, Newm. Ent. 1870—1871, p. 295; — Proc. Ent. Soc. Lond. 
1871, p. VIII.; — Ent. Annual. 1872 p. 16 (Cec? campanulae). 

526. Die Larven leben gesellig in den büschelförmig deformirten Triebspitzen 
von Campanula rapuneuloides L. — Verwandlung in der Erde. — Oesterreich. 

F. Löw, V. z. b. G. 1875, p. 31. 



Synopsis Cecidorayidarum. 



91 



527. Die Larven leben einzeln in deformirten, geschlossenen Blüthen von Sambu- 
cus racemosa L. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Trans. Am. Ent. Soc. 1870—1871, p. 52 (Cec? sambuci- 
umbellicola) . > 

528. Die Larven leben in deformirten, geschlossenen Blüthen von Sambucus 
nigra L. — Verwandlung in der Erde. — Deutschland. 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 785 (Cec? sambuci). 

529. Die Larven erzeugen im Parenchyme der Blätter von Viburuum Lan- 
tana L. stark convexe Blasengallen, worin sie einzeln leben. — Verwand- 
lung in der Erde. — Europa. 

lleauntur, Mem. III. 1737, p. 434, pl. 38, fg. 1. — Bremi, Monogr. 
1847, p. 18 [Cec? Reaumuri). — Macquart, A. A. 1851, p. 355. — 
Bach, N. u. Off. 1859, p. 251. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 300. — 
F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 29. 

530. Die Larven leben gesellig in den deformirten Triebspitzen und in Blatt- 
randrollungen der jungen Blätter von Lonicera Xilosteum L. — Verwand- 
lung in der Erde. — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 31, pl. II, fg. 4. 

531. Die Larven leben in den durch Gallmilben (Phytoptus) zu dichten Kiumpen 
deformirten Blüthenrispen von Galium verum L. — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1874, p. 159. 

532. Die Larven in gipfelständigen Blattrosetten von Galium Aparine L. — 
Deutschland. 

Rudow, Pfl. G. 1875, p. 90. 

Anmerkung. Diese Gallen dürften nicht durch die Gallmückenlarven, sondern durch 
Phytoptus hervorgerufen sein, wodurch erstere, wie die vorhergehenden Mos Inqui- 
linen des Acarocecidiums wären (vgl. Dr. Thomas, Zeitsch. f. d. ges. Naturwiss. 
1872 v 39. Bd. p. 470). 

533. Die Larven erzeugen auf der Mittelrippe der Blätter von Vaccinium sp.? 
(oder Gaylussacia?) hahnenkammförmige Gallen. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 418; — M. D. N. I. 1862, p. 196. 
{Cec? vacciniij. 

534. Die Larven leben in knospenförmigen Blätterschöpfen an den Zweigspitzen 
von Rhododendron ferrugineum L. — Schweiz. 

Vallot, Mem. Acad. sc. Dijon 1836, p. 190 und 222 {Cec? rhododendri). 

535. Die Larven erzeugen auf der Oberseite der Blätter von Fraxinus americanaL. 
taschenförmige, saftige, fast durchsichtige Anschwellungen der Mittelrippp, 
worin sie einzeln leben. — Verwandlung in der Erde. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419; - M. D. N. I. 1862, p. 199 
{Cec? pellex). 

536. Die Larven erzeugen an der Unterseite der Blätter von Rosmarinus offi- 
cinalis L. spindelförmige Galleu, worin sie sich auch verpuppen. — Dalmatien. 

Franenfeld, V. z. b. G. 1862, p. 1176. 



92 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



537. Die Larven leben in den zu wolligen Knäueln deformirten Triebspitzen 

von Origanum vulgare L„ Lysimachia vulgaris L., Mentha rotundifolia L. 
und Trifolium subterraneum L. — Frankreich. 
Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 179. 

Anmerkung. Nach ähnlichen, von Gallmilben (Phytoptus) herrührenden Miesbildungen 
anderer Pflanzenarten zu schliessen, scheinen auch die vorstehenden solchen Ur- 
sprunges zu sein, wonach die Gallmückenlarven nicht als Erzeuger, sondern als 
Inquilinen derselben anzusehen wären. 

538. Die Larven leben in den weisshaarigen, durch Gallmilben {Phytoptus) 
erzeugten, rundlichen Blätterknöpfen an den Triebspitzen von Thymus 
Serpyllum L. — Verwandlung in der Erde. — Europa. 

Bremi Monogr. 1847, p. 26. — H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 24. — 
Winnertz, L. E. 1853, p. 169. - Macquart, P. H. III. 1856, p. 68. {Cec? 
thymi). — Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 178. — F. Low, V. z. b. G. 
1874, p. 159. 

539. Die Larven leben in den zu lockeren Blätterrosen missbildeten Seitentrieben 
- von Stachys recta L. — Oesterreich. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1866, p. 556. - Kaltenbach, Pfl F. 1874, p. 494. 

540. Die Larven leben in den blasig angeschwellten Blüthenknospen von Teu- 
crium Scordium L. — Verwandlung in der Galle. — Oesterreich. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1866, p. 555. 

541. Die Larven leben in den verkrümmten Blättern von Teucrium Chamaedrys L. 
— Oesterreich. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1861, p. 168. 

542. Die Larven leben in einer ziemlich grossen gallenartigen Anschwellung 
des Stengels von Veronica spicata L. unmittelbar unter dem Blüthen- 
stande. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 27. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 85. 

543. Die Larven leben frei auf den Blättern von Veronica Beccabunga L. ohne 
eine Deformation hervorzurufen. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 25. 

544. Die Larven deformiren die Spitzen der Nebentriebe von Veronica Becca- 
bunga L. nach der ersten Blüthezeit. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 25. 

545. Die Larven leben in mehrkammerigen Anschwellungen des Stengels von 
Senebiera nilotica DC. — Verwandlung in der Erde. — Egypten. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1859, p. 326, pl. VI, fg. 12 a— b. 

546. Die Larven leben in schwammigen Anschwellungen des Stengels und der 
Blüthenstiele von Sisymbrium Sophia L. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 29 (Dipl.? sophiae). 

547. Die Larven leben unter Aphis brassicae L. auf Brassica oleracea L. und 
Napus L. — Deutschland. 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 34 {Cec? napi). 



Synopsis Cecidomyidarum. 



93 



548. Die Larven leben in defonnirten Bliithen von Zilla myagoides Frsk. — 
Egypten. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1859, p. 326, pl. VI, fg. 13. 

549. Die Larven leben in zapfenförmig defonnirten Blattknospen von Tamarix 
africana Poir. — Afrika. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1859, p. 324, pl VI, fg. 6a-b. 

550. Die Larven leben an der Unterseite der Blätter von Chelidomium rnajus L. 
von den daselbst befindlichen Milben (Acarus), welche sie aussaugen. Sie 
verpuppen sich in den Nervenwinkeln der Blätter in einem selbst ver- 
fertigten, weissen Cocon. — Frankreich. 

Yallot, Mem. Acad. Dijon 1826—1827, p. 95 (Cec? acarisugä). 

Anmerkung. Entweder ist diess keiue Gallmücke, oder Valiot hat die Larven eines 
anderen Dipterons als zu jeuer gehörig angesehen, denn er sagt: „Cec. acari- 
sugä Vall., ainsi appelee parce que 6a larve apode ä tete armee d'uu crochet, se 
nourrit des cirons". 

551. Die Larven leben in angeschwollenen Früchten von Thalictrum. — 
Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 30 {Cec? thalictri). 

552. Die Larven erzeugen an der Mittelrippe der Blätter von Liriodendro tuli- 
pifera L. Anschwellungen, worin sie gesellig leben. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419; — M. D. N. I. 1862, p. 202 
(Cec? tulipiferae). 

553. Die Larven erzeugen in den Blättern von Liriodendron tulipifera L. kleine, 
braune, gelbgerandete Blasengallen, worin sie einzeln leben. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419; - M. D. N. I. 1862, p. 202 
(Cec? liriodendri). 

554. Die Larven leben einzeln in einkammerigen , fleischigen, länglich-ovalen 
oder f-pindelförmigen, etwas haarigen Gallen, welche in grosser Menge 
gehäuft an einzelnen Stellen des Stammes von Vitis cordifolia und 
riparia Mich. etc. sitzen und deformirte Knospen zu sein scheinen — 
Verwandlung in der Erde. — N. Amerika. 

Walsn und Riley, Am. Eni 18ö9, p. 107, fg. 86; — V. Rep. Ins. of 
Miss. 1873, p. 116. fg. 44 (Cec? vitis- coryloides. — Packard, Guide 
1870, p. 377, fg. 284. 

555. Die Larven leben in grossen, wallnussförmigen, vielkammerigen Gallen, 
welche am Stamme von Vitis cordifolia Mich, sitzen und schliesslich 
abfallen. — Verwandlung in der Erde. — N. Amerika. 

Walsh und Kiley, Am. Ent. 1869, p. 28 und 106, fg. 85; — V. Rep. 
Ins. of Miss. 1873, p. 114, fg. 42 (Cec? vitis-pomum). — Packard, Guide 
1870, p. 377, fg. 283. 

556. Die Larven erzeugen auf der Oberseite der Blätter von Vitis cordi- 
folia Mich., Labrusca L., riparia Mich, und vulpina L. hörnchenförmige, 
einkammerige Gallen, worin sie einzeln leben. — Verwandlung in der Erde. 
— N. Amerika. 



94 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



O-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419; - M. P. N. L 1862, p. 202 
(Cec? viticola). — Walsh und Riley, Am. Ent. 1870, p. 28; — V. Rep. 
Ins. of Miss. 1873, p. 117, fg. 46. 

557. Die Larven leben gesellig in den deformirten Terminalknospen der jungen 
Triebe von Tilia americana L. — N. Amerika. 

0. -Sacken, Trans. Am. Ent. Soc. 1870-1871, p. 53 (Cec? tiliae-citrina). 

558. Die Larven leben gesellig in dem nach oben eingerollten Blattrande von 
Tilia europaea L. — Europa. 

Reaumur, Mem. III. 1737, p. 421, pl. 34, fg. 7. — Schrank, F. B. III. 
1803, p. 87 (Tipula tiliae). — Macquart, A. A. 1851, p. 249 (Cec? 
Umbivolens und excavans). — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 78. — 
Rudow, Pfl. G. 1875, p. 83. 

559. Die Larven erzeugen auf den Blättern von Tilia grandifolia Ehrh. ein- 
kammerige Blattgallen, welche oben und unten konisch vorragen und mit 
einem später abspringenden Deckel in der Regel oberseits, selten unter - 
seits geschlossen sind. — Verwandlung in der Erde. — Europa. 

Reaumur, Mem. III. 1737, p. 432, pl. 38, fg. 4-6. — Breini, Monogr. 
1847, p. 12, pl. I, fg. 12 (Cec? tiliacea). — Macquart, A. A. 1851, p. 248. 

— Rudow, Pfl. G. 1875, p. 84. 

560. Die Larven erzeugen in den Blättern von Tilia europaea L. sehr flache, 
weissliche Blasengallen, worin sie einzeln leben. — Verwandlung in der 
Erde. — Europa. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1865, p. 576. - Kaltenbach, Pfl. F. 1874, 

p. 79 {Cec? Frauen feldi). — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 83. 

561. Die Larven leben in den auf der Oberseite der Blätter von Tilia euro- 
paea L. so häufigen, von Gallmilben erzeugten, konischen, fast hörnchen- 
förmigen Gallen. — Europa. 

Reaumur, Mem. III. 1737, p. 511, pl. 34, fg. 9 (Galles en clou). — 
Macquart, A. A. 1851, p. 249 {Cec? elavaria). — Kaltenbach, Pfl. F. 
1874, p. 78 {Cec? tiliaria). — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 83. 

Anmerkung. Rudow (1. c.) führt weiters einkammerige , schlauchartige Gallen auf 
Lindenblattern an. Diese scheinen mit den vorstehenden Nagelgallen identisch 
zu sein. 

562. Die Larven leben in hanfkorn- bis erbsengrossen runden Gallen an der 
Unterseite der Blätter von Tilia europaea L. — Böhmen. 

Kirchner, Lotos 1855, p. 240. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 79. 

563. Die Larven leben in haselnussgrossen, meln kammerigen, weichen, gelbgrünen 
Gallen an den Spitzen der Wurzeltriebe von Tilia europaea L. — Europa. 

Rudow, Pfl. G. 1875, p. 83. 

Anmerkung. Diese Galle wird von Sciara tilicola H. Lw. erzeugt. (Siehe H. Loew, 
Dipt. Beitr. IV. 1850, p. 18 und Winnertz, Monogr. d. Sciar. 1867, p. 164). 

564. Die Larven leben in deformirten Triebspitzen von Linum usitatissimum L. 

— Frankreich. 

Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 178. 



Synopsis Cecidomyidarum. 



95 



565. Die Larven leben in einkammerigen Anschwellungen der Blattstiele von 
Acer campestre L. — England. 

Mittler, Proc. Ent. Soc. Lond. 1869. 

Anmerkung. Soll keine Cecidomyiden-Galle sein. (Siehe Newm. Ent. 1870—1871, p. 13.) 

566. Die Larven leben einzeln in kleinen Einsenkungen an der Unterseite der 
Blätter von Acer rubrum Ekrh. Oberseits bezeichnen rothe, angenähn- 
liche Flecken ihre Anwesenheit. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Stett. E. Z. 1861, p. 419; — M. D. N. I. 1862, p. 199 
(Cec? ocellaris). 

567. Die Larven leben in den kraus-eingerollten Lappen der Blätter von Acer 
Pseudoplalanus und campestre L. — Europa. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 30, pl. II, fg. 36 (Cec? irregularis). — 
Macquart, A. A 1851, p. 261 und 262. 

Anmerkung. Dürfte mit Cec. acerina Gir. identisch sein. 

568. Die Larven leben in 2 Mm. langen, hornförmigen Gallen auf der Oberseite 
der Blätter von Acer platanoides L. — Deutschland. 

Rudow, Pfl. G. 1875, p. 66. 

Anmerkung. Diese Gallen dürften die unter dem Namen Ceratoneon vulgare Br. be- 
kannten Milbengallen sein, worin die Gallmückenlarven als Inquilinen leben. 

569. Die Larven leben in saftigen Anschwellungen von der Basis der Blüthen 
von Impatiens fulva Nutt. — N. Amerika. 

O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 204 (Cec? impatiens). 

570. Die Larven leben in dichttraubigen, aus hanfkorngrossen, grünen Haut- 
blasen zusammengesetzten, bis nussgrossen Gallen, welche in den Achseln 
der Zweige einer Umbellifere (Bubon genannt) sitzen. — Egypten. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1855, p. 150. 

571. Die Larven leben einzeln in deformirten Blüthen von Aegopodium Poda- 
graria L. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 29 (Cec? podagrariae). — Rudow, Pfl. 
G. 1875, p. 66. 

572. Die Larven leben gesellig in gekrausten, jungen Wurzelblättern von Hera- 
cleum SphondyUum L. — Verwandlung in der Erde. — Europa. 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 285 (Cec? heraclei). - F. Low, V. z. b. G. 
1875, p. 30. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 72. 

573. Die Larven leben in Stengelanschwellungen an den Triebspitzen von Lythrum 
Salicaria L. — Deutschland. 

H. Loew,D. B. IV. 1850, p. 30. (Cec? lythri). — Rudow, Pß. G. 1875, p.74. 

574. Die Larven leben gesellig in geschlosseneu, etwas aufgetriebenen Blüthen 
von Epilöbium angustifolium L. — Deutschland. 

Kaltenbach, Pfl. F. 1874, p. 249. 

575. Die Larven erzeugen auf der Mittelrippe der Blätter von Crataegus tomen- 
tosa L. theils oben, theils unten sitzende, halbkugelige Gallen, welche 
aussen mit verzweigten, an den Spitzen rothgefärbten Fäden dicht besetzt 
sind. — N. Amerika. 



96 Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 

Walsb, Proc. Ent. Soc. Phil. 1866-1867, p. 266; - CaDad. Ent. 1869, 
p. 79 (Gall Crataegi-Bedeguar). 

576. Die Larven erzeugen kleine, einkammerige, aussen mit geknöpften Fasern 
besetzte Gallen, welche auf den Rippen der Blätter von Crataegus Crus 
galli L. sitzen. — N. Amerika. 

Couper, Canad. Ent. 1869, p. 68. 

Anmerkung. Ist vielleicht mit der Vorhergehenden identisch. 

577. Die Larven leben zu mehreren in Anschwellungen von braungrüner Farbe 
und leicht abstreifbarer, rauher Epidermis an den Zweigen, seltener an 
den Blattstielen von Crataegus Oxyacantha L. — Verwandlung in der 
Galle. — Deutschland. 

Rudow, Pfl. G. 1875, p. 90. 

578. Die Larven leben gesellig in rundlichen, holzigen Anschwellungen an der 
Basis, oder auf der Mittelrippe der Blätter von Rubus. — N. Amerika. 

O.-Sacken, M. D. N. I. 1862, p. 204 (Cec? farinosa). 

579. Die Larven leben in den Blüthenknospen verschiedener Rubusarten. — 
Frankreich. 

Penis, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 181. 

580. Die Larven leben gesellig in deformirten Triebspitzen von Prunus spinosa L. 
— Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 31, pl. II, fg. 5. 

581. Die Larven erzeugen taschenförmige, verschieden grosse Anschwellungen 
der Blattrippen von Prunus spinosa und domestica L., worin sie gesellig 
leben. — Verwandlung in der Erde. — Europa. 

Moncreaff, Newm. Ent. 1870—1871, p. 240. — Kaltenbach, Pfl. F. 1874, 
p. 175 (Cec? pruni) — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 77. — F. Low, V. z. b. G. 
1875, p. 30, pl. II, fg. 3. 

582. Die Laiven leben gesellig in zu rundlichen Gallen deformirten Terminal- 
knospen von Cerasus serotina Loisl. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Trans. Am. Ent, Soc. 1870-1871, p. 346 (Cec? cerasi- 
serotinae.) 

583. Die Larven leben in hülsenförmig-bauchig gefalteten Blättern von Spiraea 
salicifolia und tomentosa L. — N. Amerika. 

O.-Sacken, Proc. Ent. Phil. 1866—1867, p. 220 (Cec.? salicifoliae). 

584. Die Larven erzeugen an den Stengeln von Potentüla Tormentilla Scop. 
(Tormentilla errecta L.) kleine rundliche Gallen. — Verwandlung in der 
Erde. — Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 30 (Cec? tormentülae). — Rudow, Pfl. 
G. 1875, p. 84. 

585. Die Larven leben in dem durch Gallmilben (Phytoptus) auf Poterium 
Sanguisorba L. erzeugten Erineum. — Europa. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 30, pl. II, fg. 37 (Cec? erianea). — Kalten- 
bach, Pfl. F. 1874, p. 244 und 245. — Rudow, Pfl. G. 1875, p. 76. 



Synopsis Cecidorayidarmu. 



97 



586. Die Larven leben in defonuirten Blüthen von Ulex europaeus L. — 
Frankreich. 

Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 180. 

587. Die Larven leben in deformirten Blüthen von Genista. — Oesterreich. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1861, p. 173. 

588. Die Larven leben in kugeligen Anhäufungen vieler verkürzter Blätter an 
den Stengeln von Genista. — Frankreich. 

Rtaumur, Mem. III. 1737, p. 423, j>1. 35, fg. 1-2. — Macquart, A. 
A. 1851, p. 335 (Cec? genistete). 

589. Die Larveu leben in den Blätterschöpfen an den Triebspitzen von Saro- 
thamnus scoparius Wim. — Frankreich. 

Perris, Ann. Soc. Ent. Fr. 1870, p. 178. 

590. Die Larven leben einzeln in abgestorbenen, oben nicht ganz geschlossenen, 
innen behaarten Seitenknospen von Sarothamnus scoparius Wim. — 
Deutschland. 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 27 fg. 23. 

591. Die Larven leben in deformirten Blüthen von Astragulus austriacus Jacq. 
— Oesterreich. 

Franenfeld, V. z. b. G. 1868, p. 159. 

592. Die Larven leben in hülsenförmig zusammengefalteten Fiederblättchen von 
Astragdlus Cicer L. — Deutschland 

H. Loew, D. B. IV. 1850, p. 25 (Cec? astragäli). 

593. Die Larven erzeugen in den Blattachseln von Dorycnium suffrutico- 
sum Vill. knospenförmige, aschgraue, weisshaarige Gallen, worin sie einzeln 
leben. - Verwandlung in der Galle. — Italien. 

Müller, Ent. M. M. 1870—1871, p. 76 (Asphondylia dorycnii). 

Anmerkung. Müller beschreibt die Imago nicht, sondern stellt nach gefundenen 
Fragmenten derselben nur das Genus fest. 

594. Die Larven lebeu in deformirten Blüthenknospen von Hedysarum. — 
Frankreich. 

Macquart, P. H. Ö. 1855, p. 165 (Cec? hedysari). 

595. Die Larven leben gesellig in fleischig angeschwollenen, deformirten Seiten- 
trieben von Lathyrus sylvestris L. — Verwandlung theils daselbst, theils 
in der Erde. — Oesterreich. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1868, p. 162 (Cec. lathyri). — Kalteubach, 
Pfl. F. 1874, p. 148. 

596. Die Larven leben gesellig in eiförmigen Anschwellungen, welche durch 
die Vergrößerung der Nebenblätter der blattachselständigen Triebe von 
Medicago sativa L. entstehen. — Verwandlung in der Erde. — Europa. 

Bremi, Monogr. 1847, p. 17, pl. I, fg. 16 (Cec medicaginis). 

Anmerkung. Die Erzeugerin dieser Gallen scheint mit Dipl. loti Deg. nicht identisch 
zu sein, weil ihre Larven nicht zu springen befähigt sind, was doch bei denen 
der letzteren der Fall ist. 
Z. B. Gea. B. XXVI. Abb. 13 



98 



Julius Edl. v. Bergenstamm und Paul Low. 



597. Die Larven leben in deformirten Blüthen von Vieia sativa und Cracca L. 

— Europa. 

Nördlinger, kl. F. d. L. 1869, p. 633. — F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 32. 

Anmerkung. Vielleicht identisch mit Dipl. loti Deg. 

598. Die Larven leben in hülsenförmig zusammengefalteten Blättern von Vicia 
Cracca L. — Deutschland. 

H. Loew D. B. IV. 1850, p. 25 (Cec craccae). — Rudow, Pfl. G. 1875, 
p. 85. — F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 17. 

Anmerkung. Ist vielleicht mit Cec. onobrychidis Br. identisch. 

599. Die Larven leben gesellig in knorpeligen Blattrandrollungen von Orobus 
vernus L. — Verwandlung in der Erde. — Oesterreich. 

F. Low, V. z. b. G. 1875, p. 31.. 

600. Die Larven leben in deformirten Fiederblättchen von Acacia vera Willcl. 

— Verwandlung in der Erde. — Cairo. 

Fx-auenfeld, V. z. b. G. 1859, p. 325, pl. VI, fg. 9 a— b. 

601. Die Larven leben in deformirten Fiederblättchen von Mimosa nilotica Desf. 

— Egypten. 

Frauenfeld, V. z. b. G. 1855, p. 150. 

602 In der Braunkohle von Salzhausen fand Heyden ein Blatt von Juglans 
acvminata Braun (?), auf welchem kleine rundliche Gallen sehr zahlreich 
sitzen. Er hält sie für das Product einer Gallmücke. 
Heyden, Palaeontographica T. X, 1862, p. 80, pl. X, fg. 4 {Cec. ? dubia). 

603. Die Larven leben einzeln in dem Anscheine nach unentwickelten Knospen 
von Prunus domestica L., welche bei genauerer Untersuchung sich als 
Gallen darstellen, deren Obertheii deckelartig, meist rothpunktirt und in 
der Mitte zugespitzt ist. — Verwandlung in der Galle. — Böhmen. 

Amerling, Lotos 1859, p. 60 und 140; — Ges. Aufs. 1868, p. 141. — 
Taschenberg, Ent. f. G. 1871, p. 363. . 

Anmerkung. Amerling schreibt diese Gallen irrthümlich der Asynapta lugubris Wtz. zu. 

604. Die Larven leben in weissen Schimmelrasen (Mucor niveus Vall.) auf 
Holzscheiten. — Verwandlung daselbst. 

Vallot, Mem. Acad. Dijon 1849, p. 98 (Cec? mucoris). 

605. Die Larven leben in einem zuiDactylis glomerata L., Bromus erectusKuds., 
Authoxanthum odoratum L. u. a. Gräsern vorkommenden Pilze (Epichloe 
typhina = Sphaeria typhina = Polystigma typhinum). — Verwandlung 
daselbst. 

Reanmur, Mem. IV. 1738, p. 382, pl. XXVI, fg. 15—18. — Scopoli, 
Ent. carn. 1763, p. 289, Nr. 768. — Vallot, Mem. Acad. Dijon 1849, 

p. 96 (Cec? sphaeriae-typhinae). 

606. Kugelige Gallt-n auf den Rippen der Blätter einer fossilen Populus-Art. 

Heer, Urwelt. 1865, p. 395, fg. 322 (Cec? Bremii). 



Synopsis Cecidomyidarum. 



99 



IV, Verzeichniss der Nahrungspflanzen und anderer 
Aufenthaltsorte der Gallmücken-Larven. 



Nr. 

Abtes v. Pinns. 

Acacia vera Willd. . . . 600, 601 
Acer campestre L. ... 565, 567 

platanoides L 568 

Pseudoplatanus L. . . 50, 567 

rubrum L 566 

Achillea Millefolium L. ... 280 

Ptarmica L 352 

sp.? 513 

Aecidien .... 109, 138, 255, 560 
Aegopodinm Podagraria L. . .571 
Aesculus Hippocastanum L. . .216 
Agrostis lateriflora Mich. . 342, 466 
Alisma v. Cec. alismae. 
Ahius glutinosa Gaert. . . 484, 485 
incana DC. ..... 486, 487 

serrulata Willd 394 

Alopecurus agrestis L 435 

Anethum Foeniculum L. = Foeni- 

culum officinäle All. 
Anthemis arvensis L. . 70, 127, 415 
Aristolochia Clematitis L. . . . 328 
Artemisia campestris L. . 76, 436 
vulgaris L. . . 193, 512, Nachtr. 
Arundo Phragmites L. = Phrag- 

mites communis Trin. 
Aphiden, unter ... 72, 547, 550 
Asclepias Vincetoxicum L. = 
Vincetoxicum officinäle Mönch. 

Asperula tinctoria L 80 

Astragalus asper Jcq. . . 312, 449 

austriacus L 211, 591 

Cicer L 592 

Onobrychis L 312 

Athamanto OreoselinumL.= Peu- 
cedanum Oreoselinum Mönch. 

Avena fatua L 435 

sativa L 435 



Nr. 

Barbarea vulgaris R. Br. . 90, 398 
Baumrinde, unter 89, 143, 180, 279, 
292, 323, 344, 358. 

Berberis vulgaris L 93 

Betula alba L. . 94, 109, 138, 484 

Brassica sp.? 316 

Cheiranthus Vill 101 

Napus L. . . . 101, 311, 547 
oleracea L. . . . 101, 311, 547 

Bapa Koch 328 

Bromus secalinus L 162 

tectorum L 162 

Bryonia sp.? 105 

alba L. 104 

Buxus Semper vir ens L 108 

Caeoma miniatum Bon. . 109, 138 

Callistemon sp.? 431 

Campanula rotundifolia L. . . 525 

rapunculoides L 526 

Cardamine pratensis L. . . . 115 
Carduus v. Compositae. 

Carex muricata L 468 

pilosa Scop. 185 

riparia Curt 366 

Carpinus americana Mich. . . 489 

Betulus L 118, 180 

Carum Carvi L 117 

Öarya sp ? . . . . 119, 501-508 

Cehia orientälis L 4.9 

Centaurea Scabiosa L 120 

Cerasus sp.? 72 

serotina Loisl 582 

Cerealien 86, 123, 124, 162, 172, 187, 
388, 435, 465. 

( 'helidonium majus L 550 

Chrysanthemum inodorum L. 127, 415 

Leucanthemum L 516 

( krysopsis Mariana Ell. ... 128 
13* 



100 



Julius Edl. v. Bergeuatainiu und Paul Low. 



Nr. j 

Cirsium sp.? . . . . . 109, 138 

arvense Scop 522 

pdlustre Scop. 263 

Cocciden, unter 390 

Compositae 74, 109, 127, 138, 415, 461 
Conyza squarrosa L. = Inula 

Conyza DC. 
Comus sanguinea 1. . . . . 139 

Coronilla Emerus L 142 

minima L 142 

Gorylus Avellana L 488 

Crataegus coccinea I 148 

Crus galli L 576 

Oxyacantha L. 122, 134, 148, 577 

tomentosa L. / 575 

Cupressus distycha = Taxodium 
distychum Eich. 

Cytisus austriacus L 152 

spinescens Sieb 387 

Dactylis glomerata L 153 

Daucus Carota L. ... 117, 336 

Deverra tortuosa DC 106 

Dorycnium suffruticosum Vill. . 593 j 
Echium vulgare L. . . . 169, 449 ! 

Epichloe typlüna Fr 605 i 

Epüobiam angustifoliiim L. 179, 574 

Erde, iu 47, 446 

Erica mediterranea L 173 

scoparia L. 173 

Eryngium campestre L. . 174, 332 
Eitphorbia amygdaloides L. . . 175 

Cyparissias L 175 

purpurata Thuü 175 

Excremeute, in. von Insecten . 171 
Fagus sylvatica L. 97. 130, 178, 335, 
490, 491. 

Falcaria JRivini Hst 117 

Federn, unter, ausgestopfter Vögel 457 J 

Festuca pratensis Hds 88 j 

Ficus racemosa L 509 [ 

Foenieulum ofßcinale All. . . 336 j 
Fossil . 32, 234, 281, 425, 602, 606 
Fraxinus americana L. ... 535 ; 



Nr. 

Fraxinus excelsior L.52, 98, 240, 325 
Fungi v. Pilze. 

Galeobdolon luteum Hds. . . . 205 

Gdlium Aparine L 532 

Mollugo L. • 206 

uliginosum L 206 

verum L 206, 531 

Gaylussacia sp.? 533 

Genista sp.? ..... 587, 588 

germanica L. 208 

Glechoma heder acea L 107 

Gleditchia triacanthos L. . . . 212 
Gramineen .... 162, 187, 435 
Hamamelis virginica L. ... 51 

Hedysarum sp.? 594 

Heliantliemum vulgare Gaert. . 222 
Helianthus sp.? .... 514, 515 
Heracleum Sphondylium L. . . 572 
Hieracium murorum L. . . . 224 

Pilosella L 517 

Holz, frisch geschlagenes . . . 345 



moderiges 2, 3, 6, 7, 16, 18, 21, 
25, 27, 33, 35, 36, 37, 39. 42, 44, 
46, 48, 56, 57, 61, 67, 74, 99, 130, 
158, 159, 181, 213, 252, 267, 290, 



302, 354, 442. 
Hordeum vulgare L. . 124, 162, 435 
Hypericum humifusum L. . 229, 393 

perforatum L 229 

Hypochaeris v. Compositae. 

Impatiens fulva Nutt 569 

Inula Britanica L. . . . . . 238 

Conyza DC 518 

ensifolia L 412 

Iris Pseudacorus L. . . .321, 469 
Juniperus communis L. ... 243 

Kehricht, im, 279 

Knautia arvensis Coult. . . .511 

Kuhmist, im ....... 95 

Lactuca muralis Don. . . 109, 138 
Laserpitium latifolium L. . . . 117 

pruthenicum L 336 

Lathyrus sylvestris L 595 



Öyuopsitj Cecidoiuyidaruiu. 



101 



Nr. 

Leoni odon Taraxacum L. = Ta- 
raxacum officinale Wigg. 

Leucanthemum vulgare Lam. = 
Chrysanthemum Leucanthe- 
mum L. 



Linaria vulgaris Mill 257 

Linum usitatissimam' L. . . . 564 
Liriodendron tulipifera L. 552, 553 
Lithospermum officinale L. . . 259 
Lonicera Xylosteum L. . . . 530 
Lotus corniculatus L 266 

uliginosus Hffm 266 

Lychnis dioica L 269 

Lysimachia vulgaris L. ... 537 

Lythrum Salicaria L 573 

Medicago falcata L. . . . 266, 312 

lupulina L 312 

sativa L 266, 312, 596 

Melaleuca sp.? 196 

Melampsora betulina Tlsn. 109, 138 

populina Tlsu 109, 138 

salicina Tlsn 109, 138 

Mentha rotundifolia L. . . . 537 
Mesembrianthemum sp.? . . . 278 
Mespilus v. Crataegus. 

Milium ejfusum L 467 

Mimosa nilotica Desf. . . 600, 601 

Mnium palustre L 321 

Muralcia sp. ? . 254 

Nasturtium palustre DC. . . . 398 

sylvestre R. Br 398 

Nepeta Cataria L. . . . . . 409 

Onobrychis sativa Lara. . . . 312 

Ononis spinosa L 313 

Origanum vulgare L 537 

Orobus vernus L 599 

Osteospermum moniliferum L. . 161 
Papaver dubium L. . . . 111, 322 

Rhoeas L. ..... 111, 322 

Passerina sp.? 114 

Pastinaca sativa L 336 

Persica vulgaris Mill 72 

Peucedanum Oreoselium Mönch. 462 



• Phleutn pratense L 321 

: Phragmiies communis Trin. 78, 192, 
233, 331. 

i Phylica ericoides L 112 

Phyteuma spicata L 524 

I Pilze 38, 74, 109, 138, 255, 267, 343, 
390, 604, 605. 

Pimpinella magna L 336 

saxifraga L 117, 336 

Pinus sp.? .337 

Abies L ' ... 410 

mops Ait. . . . 363, 470, 471 

Larix L Nachtr, 

maritima Koch 333, 337, 459, 460 

rigida Mill 363 

sylvestris L. . . . 100, 337, 395 

Pisum arvense L 338 

sativum L 338 

Poa nemoralis L 342 

trivialis L 342 

Polygonum amphybium L. 330, 510 

Per sicca ia L 330 

Polyporus sp.? .... 267, 343 
Populus 109, 138, 323, 344, 377, Nachtr. 

Tremula L. 92, 109, 138, 432, 483 
Potentilla Tormentilla Scop. . . 584 
Poterium Sanguisorba L. . . . 585 
Pressrückstände, in, von Rüben . 279 

Prunus Cerasus L 122 

domestica L. . 267, 350, 581, 603 

serotina Ehrh . 582 

spinosa L. . . . 329, 580, 581 

Pteris aquilina L 464 

Pyrus communis L. . 293, 359, 360 
Quercus sp.? . 494, 497, 498, 500 
Cerris L. . . 126, 133, 495, 499 
falcata Mich. . . .' . . .494 
palustris Mich. ...... 496 

pedunculata Ehrh 492 

Robur L 492 

sessilißora Um 492, 493 

tinctoria Willd 494 

Ranunculus bulbosus L. ... 361 



102 



Julius Edl. v. Bergenstamm and Paul Low. 



Nr. 

Rhamnus Alaternus L 376 

Rhododendron ferrugineiim L. . 534 

Ribes rubrum L 365 

uva crispa L 220 

Robinia Pseudacacia L. . 351, 367 

Rosa sp 72, 109, 138, 364 

canina L 369 

tomentosa Sm, 369 

Rosmarinus officinalis L. . . . 536 

Rubus sp 400, 578, 579 

caesius L 341, 372 

fruticosus L 372 

Idaeus L 372 

Rudbeckia triloba L 373 

Rumex sp.? 374 

Salix sp. div. 109, 138, 140, 223, 241, 
368, 376, 377, 382, Nachtr. 
alba L. . 241, 368, 430, 475, 476 

amygdalina L 223, 255 

aarita L. 113, 329, 368, 378, 473 

bdbylonica L 476 

Candida Flüg 382 

Caprea L. 109, 113, 138, 368, 378, 
472, 473. 

cinerea L 368, 378 

cor data Mhlbg. 63, 69, 84, 85, 155, 

314, 379, 384, 396, 481, 482. 

depressa L 368 

discolor Mhlbg. ,63, 314, 379, 382, 

385, 396, 477, 480. 

fragilis L 329, 375, 426 

humüis Wilkl. 63, 314, 379, 381, 

382, 383, 396, 480. 

incana Schrk 474 

longifolia Mhlbg. 63, 380, 390, 478 

lucida Mhlbg 396 

nigra Mhlbg 476, 479 

oleifolia- Sm 113 

petiolaris Sm 396 

purpurea L. .241, 368, 378, 381 

repens L 223 

rigida Mhlbg 396 

rostrata Rieh. . . .63, 385, 396 



| Nr. 

Salix viminalis L. . . . 275, 396 

Salvia sp.? 386 

Sambucus nigra L 528 

racemosa L 527 

Sarothamnus scoparius Wim. 387, 589, 
590. 

Scabiosa arvensis L. = Knautia 

arvensis Coult. 
Scrophularia aquatica L . . . 449 

Balbisii Horn 449 

canina L 449 

nodosa L 449 

Seeale cereale L. . 86, 162, 388, 435 

Senebiera nilotica DC 545 

Senecio Jacobaea L 242 

Serratula arvensis L. == Cirsium 
arvense Scop. 

Silaus pratensis Boss 336 

Sisymbrium Sophia L. . 398, 546 
Siitm Falcaria L = Falcaria 

Rivini Hst. 
Solidago sp.? 71, 227, 403, 404, 519, 
520. 

altissima L 286 

Sonchus arvensis L. . . . 72, 405 

oleraceus L 72, 405 

Spiraea salicifolia L 583 

tomentosa L 583 

ulmaria L 438 

Stachys recta L 539 

sylvatica L 409 

Syngenesistae v. Compositae 
Tamarix africana Poir. . . . 549 

sp.? 416 

Tanacetum vulgare L. 127, 461, 523 
Taraxacum officinale Wigg. . . 521 
Tarchonantes camphoratus L. . 371 
Taxodium äistychiim Rieh. . .151 

Taxus baccata L 418 

Teuer ium Chamaedrys L. . . .541 

Scordium L 540 

Thalictrum sp.? 551 

Thymus Serpyllum L. . . 222, 538 



Synopsis Ocidomyidannn 



103 



Nr. 

Thysselinum palustre Hffm. . . 330 
Tilia americana L 557 

europaea L. . 558—563, Nachtr. 

grandifolia Ehrh 559 

Toriiis Anthriscus Giul. . 117, 336 
Tormentilla erecta L. — Poten- 

tilla Tormentilla Scop. 
Trifolium pratense L. . . 361, 433 

svhterraneum L 537 

Triticum speit a L 124 

vulgare Vill. 86, 162 172. -135, 465 
TJlex europaeus L. . 437, 586 

Umbelliferae 570 

Urtica dioica L . . . . . .441 

Vaccinium sp 533 

Verbascum Lychnitis L . 449 

nigrum L. f 449 

Orientale M. a. B 449 



Nr. 

Verbascum pulverulentum Vill. . 449 



speciosum Schrad 449 

Thapsus L. . . 449 

Veronica Beccabunga L. . 543, 544 

Chamaedrys L 451 

montana L 451 

spicata L. ........ 542 

Viburnum Lantana L 529 

Vicia Cracca L. . . 266, 597. 598 

sativa L 597 

Vinceloxicum ofßcinale Münch. . 79 

Vitis sp 554, Nachtr. 

cordifolia Mich. . . 554 — 556 

Labrusca L 556 

riparia Mich. . 452, 554, 556 

vulpina L 556 

Züla myagroides Prsk 548 



Zwiebeln von Tulpen u . Hyacinthen 202 



Nachträge und Zusätze. 

Eaton A. E., Breves Dipterarum uniusque Lepidopteravum insulae Kerguelensi 
indigenarum Diagnoses. (Ent. Monthly Mag. 1875, T. XII, p. 58.) Be- 
schreibt auf p. 60 eine neue Gallmücken -Gattung Limnophyes mit 
einer neuen .Speeles L. pusillus. Sie gehört zur Subfarnilie Lestreminae 
in die Nähe von Micromyia. 

t. Haimhoffeii , Beobachtungen über <iie Blattgalle und deren Erzeuger auf 
Vitis vinifera L. (Verh. d. zool.-bot. Ges. -1875, T. XXV, p. 801—810, 
Fig.). Beschreibt unter dem Namen Cecidomyia oenephila eine neue 
Gallmücke, deren Larven auf den Nerven der Blätter des Weinstockes 
rundliche, beiderseits vorragende Gallen erzeugen. Ihre Verwandlung 
geht in der Erde vor sich. 

Henschel Q., Leitfaden zur Bestimmung der schädlichen Obst- und Forst- 
baum-Insekten. 2. Auflage 1876. Enthält, ausser vielem Bekannten, auch 
die Beschreibung einer neuen Galle des Lärchbaumes (Äbies Larix Lam.), 
welche eine kugelige Deformation der Blattknospen ist. Der Autor hat 
die sich im Frühlinge daraus entwickelnde Gallmücke Cecidomyia 
Kellneri genannt, jedoch nicht beschrieben. 

Rudow, Uebersicht der Gallenbildungen, welche an Tilia, Salix, Vopulus, 
Artemisia vorkommen, nebst Bemerkungen zu einigen anderen Gallen. 
(GiebeVs Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss. 1875, T. 44, p. 237-287.) Ent- 
hält an neuen Species folgende: 



104 Julius Edl. v Bergenstamra und Paul Low. Synopsis Oecidomyidarum. 

Diplosis ramicola n. sp. (p. 239). Ihre Larve lebt in haselnuss- 
grossen, mehrkammerigen Gallen an den Tviebspitzen der Wurzelschosse 
von Tilia. — Verwandlung in der Galle. 

Cecidomyia floricola n. sp. 9 (V- 240). Die Larve lebt in 
runden Gallen an den Blüthen stielen von Tilia parvifolia Ehrh. — Ver- 
wandlung in der Galle. 

Cecidomyia bedeguariformans n. sp. 9 (p- 250). Der Autor 
hält diese Art für die Erzeugerin einer bedeguar-ähnlichen Galle auf 
Populus tremüla L. Diese Galle wurde jedoch schon von A. Müller 
(Gard. Chron. 1871, p. 1226) als das Product von Gallmilben beschrieben. 
Die Gallmücke ist daher nur Inquiline. 

Asynapta strobilina n. sp. Q (p. 279). Rudow erhielt diese Art 
aus lärchenzapfenähulichen Blattrosetten von Salix. Sie kann nur als 
Inquiline angesehen werden, da, wie längst bekannt, die grossen, ver- 
schieden geformten Blattrosetten der Weiden ohne Ausnahme von Cec. 
rosaria H. Lw. herrühren. 

Ceeid. sp.? (p. 283). Deren Larve in einkammerigen, weichen Gallen in 

den Blattachseln von Artemisia vulgaris L. leben. , 
Zu Nr. 101, Forel, Notes sur quelques insectes nuisibles au Colza dans le 

Canton de Vaud. (Bull. Soc. Vaud. Sc. Nat. 1866-1868, T. IX, p. 72.) 

Bespricht Cecid. brassicae Wtz. und ihre Schädlichkeit. 
Zu Nr. 275, 376, 378, A. Müller, On the habits of Cecidomyia sdlicina, 

marginemtorquens and Salicis (Ent. Monthly Mag. 1869 — 1870, T. VI, 

p. 109-110). 

Zu Nr. 293, Sclimidberger, Beiträge zur Obstbaumzucht und zur Natur- 
geschichte der den Obstbäumen schädlichen Insekten. Heft III, Linz. 
1833. Beschreibt unter dem Namen Cecid. nigra Meig. eine Diplosis- 
Art, deren Larven in den jungen Birnen leben. 

Zu Nr. 342, Prillieux M., Note sur la galle des tiges du Poa nemoralis. 
(Ann. Sc. Nat. ser. 3, botan. T. XX, 1853, p, 191-196, pl. 17.) Enthält 
die ausführlichste Beschreibung und beste Abbildung der Galle von 
Hormomyia poae Bosc. 

Zu Nr. 435, Walsli, The wheat midge (Prakt. Entom. Philad. 1867, T. II, p. 99) 
beschreibt die Diplosis tritici Krby. und ihre Lebensweise. 

Zu Nr. 437, Traill, Insect-galls procluced in Scotland (Scot. Naturalist II. 
1873, p. 170-173). 



Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze 

(Ustilaginei, Uredinei, Erysiphei et Peronosporei) 
der Wiener Gegend. 

(Beiträge zur Kenntniss der Kryptogamen-Flora Niederösterreichs.) 

Von 

Professor Wilhelm Voss in Laibach. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Januar 1876.) 

Während die niederösterreichische Flora in Bezug auf Phanerogamen 
ziemlich genau durchforscht wurde, und schöne Werke einen klaren Einblick in 
dieselbe gestatten, so ist das grosse Reich der Kryptogainen noch weit weniger 
bekannt. 

Haben auch in einzelnen Partien bedeutende Forscher gewirkt, und so 
zur künftigen „Kryptogamenkunde" dieses Kronlandes beigetragen, so sind 
andere Zweige weniger bearbeitet worden. 

Zu diesen gehört wohl auch das Feld der Mycologie, obgleich es, durch 
die epochemachenden Leistungen von de Bary, Tulasne, Fuckel und Anderen, 
zu einem höchst interessanten und dankbaren geworden ist. 

Wenn ich die drei obengenannten Gruppen erwählte, um das Vorkommen 
der einzelnen Arten derselben in der näheren Umgebung Wiens zu beobachten, 
so geschah dieses in der Ueberzeugung, dass nur die Autopsie Einzelner, auf 
bestimmte Gruppen gerichtet und an möglichst vielen Punkten des Gebietes 
vorgenommen, nach und nach das Materiale liefern kann, um die Vegetations- 
Verhältnisse Niederösterreichs, in Bezug auf diese Pflanzenklasse, aufzuklären. 

Ueber die Pilzflora Niederösterreichs liegen zunächst RölTs Beobachtungen 
vor, die sich in Pokorny's: Vorarbeiten zur Kryptogamenkunde von Unter- 
Oesterreich ! ) aufgezeichnet finden. Jedoch die oft mangelhafte Bezeichnung 
der Art und des Fundortes, so wie das Zurückgreifen auf Endlicher^ Flora 
posoniensis beeinträchtiget wohl den Werth dieser Zusammenstellung, Umstände, 
welche schon Prof. G. v. Niessl in seinen Beiträgen zur Kryptogamenkunde 
Niederösterreichs 2 ) hervorgehoben hat. 

l ) Pokorny's Vorarbeiten in den Verhandlungen der k. k. zool.-bot. Ges. in Wien, 1854; 
Röll's Beiträge, ebenda 1855. 

l ) Ebenda 1857 und 1859. 
Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 14 



106 



Wilhelm Voss. 



Leider konnte dieser gründliche Mycologe nur zwei Beiträge veröffent- 
lichen, was umsomehr zu bedauern ist, da er den richtigen Weg zeigte, der 
zur genauen Kenntniss dieser Partie der Kryptogamen führen würde. 

Von grosser Wichtigkeit für die Kenntniss der Blattpilze Niederöster- 
reichs ist, nebst den Arbeiten des Freiherrn Hohenbühel-Heufler 1 ) und 
einiger Angaben Wallner's, 2 ) das im vierundzwanzigsten Bande der Verhand- 
lungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien herausgegebene 
Verzeichniss v. Thümen's, über Pilze der Gegend von Krems. 

In den vorliegenden Zeilen wagte ich den Versuch, meine durch längere 
Zeit über diesen Gegenstand gemachten Beobachtungen aufzuzeichnen. 

Säramtliche Formen, bei denen kein Beobachter angegeben ist, wurden 
an Ort und Stelle gesammelt und befinden sich in meinem Herbare ; einen sehr 
grossen Theil derselben habe ich in jenes des hiesigen k. k. botanischen Hof- 
cabinetes und der k. k. zool.-bot. Gesellschaft hinterlegt. Solche Arten, welche 
in den genannten Arbeiten schon aufgeführt sind, und bei denen über die Art 
und Weise ihres Vorkommens kein Zweifel besteht, wurden nur namhaft ge- 
macht. Wo aber die Fortschritte der Wissenschaft eine genauere Sichtung 
vorgenommen haben, bin ich detaillirter gewesen. 

In der Systematik folgte ich im Allgemeinen Fuckel's Symbolae Myco- 
logiae. 3 ) Nur bei Gruppirung der Ustilagineen, der Arten von Puccinia und 
Uromyces bediente ich mich Schröter's Eintheilung , 4 ) welche naturgemäss 
und höchst rationell ist. Podisoma wurde nach dem Vorgehen von Reess 5 ) 
zu Gymnosporangium gezogen. Aufgenommen wurde die Gattung Calyptospora 
Kühn. Als besondere Art erscheint Puccinia Sileris auf Siler trüobum Crantz., 
wobei ich hauptsächlich im Auge hatte, auf das Vorkommen einer Puccinia auf 
dieser nicht eben gemeinen Umbellifere aufmerksam zu machen. 

Das durchsuchte Gebiet umfasst etwa ein Kreis mit einem Radius von 
15—22 Kilometer (2—3 Meilen). 

Allerdings konnten die östlichen Theile dieses Gebietes weniger berück- 
sichtigt werden, da durch die mehrjährigen Donauregulirungs- und Welt- 
ausstellungsarbeiten das Terrain vielfach geändert wurde, und in Folge dessen 
die Vegetation noch keine bestimmten Formen angenommen hat. 

Nur bei wenigen Arten wurde über das Gebiet hinaus gegriffen, im Falle 
es sich handelte deren Vorkommen, für Niederösterreich überhaupt, zu con- 
statiren. Bei sämmtlichen Species sind ihre bekannten Formen mit den ge- 
bräuchlichsten Synonymen angegeben; wurden sie im Florengebiete noch nicht 
aufgefunden, so ist dieses an Ort und Stelle bemerkt. 



*) Verhandlungen der k. k. zool.-bot. Ges. in Wien, 1855. 

2 ) Oesterr. bot. Zeitung. Jahrgang 1871. Nr. 4, 9, 11, 12 und 1873, p. 280. 

3 ) Jahrbücher des Vereiues für Naturkunde in Nassau. Band 23 und 24. 

*) Brand- und Rostpilze Schlesiens. Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 1872. Abth. 
für Naturwissenschaften und Medizin, p. 1 — 31. 

5 ) Die Rostpilze der deutschen Coniferen. Abh. der naturf. Ges. in Halle, 1869. 



Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 



107 



Bei Angabe der Autorennamen, der auf Grund des Generationswechsels 
zusammengezogenen älteren Species, wurde Schröter und den in v. Thümen's 
sehr beachtenswerter Arbeit „Aphorismen über den sog. Generationswechsel 
der Pilze, speciell der Uredineen" x ) ausgesprochenen Grundsätzen gefolgt. 

Wohl wäre es mir noch nicht möglich gewesen, vorliegende Daten der 
Oeffentlichkeit zu übergeben, und damit vielleicht ein Geringes zur Kenntniss 
der Flora unseres Kronlandes beigetragen zu haben, wäre ich nicht von ver- 
schiedenen Seiten auf das Bereitwilligste unterstützt worden. 

Vor Allem gereicht es mir zur ehrenden Pflicht den tiefgefühltesten 
Dank auszusprechen, meinem hochverehrten, einstigen Lehrer, dem k. k. Prof. 
Dr. A. Kornhub er, für die gütigst gestattete Durchsicht seines Kryptogamen- 
Herbares, in Bezug auf Vorkommnisse der Wiener Gegend, wohl eines der 
reichsten und vollständigsten. Ferner dem k. k. Prof. Dr. H. W. Eeichardt 
für die Benützung der Sammlungen des botanischen Hofcabinetes undFuckeFs 
Normal-Herbares, sowie einer Reihe von ihm gefundener, noch nicht aus Nieder- 
österreich bekannter Arten. 2 ) Endlich . den Herren L. Fuckel und Prof. 
G. v. Niessl für die gütige Revision einiger unsicheren Arten und Synonymen. 



ÜBERSICHT. 



I. Brandpilze: 



Ustilago Lk. 
Tilletia Tul. 



Ustilaginei tulasne. 

3. Sorosporium ItudolpJii. 

4. Urocystis Rbh. 



II. Rostpilze: Uredinei Tulasne. 



Caeoma Tul. 
Peridermium Lk. 
Endophyllum Lev. 
Coleosporium Lev. 
Melampsora Gast. 



6. Phragmidium Lk. 

7. Chrysomyxa Ung. 

8. Puccinia Pers. 

Puccinella Fckl. 

9. Uromyces Le'v. 

Anhang. 



10. Trachyspora Fckl. 

11. GymnosporangiumLk. 

12. Cronartium- Fr. 

13. Calyptospora Kühn. 



Phelonites Chevl. Aecidium Pers. Uredo Pers. 



III 

1. Lasiöbotris Kze. et Schm 

2. Podosphaera Lev. 

3. Sphaerotheca Lev. 

4. Phyllactinia Lev. 



Mehlthaupilze: Erysiphei Tulasne. 

5. Uncinula Lev. 

6. Calocladia Le'v. 

7. Erysiphe Lev. 



IV. 

1. Peronospora Cord. 



Peronosporei de Bary. 

2. Cystopus Lev. 



*) Im V. Berichte des botanischen Vereines in Landshut. 

*) Die von den Herren Professoren Dr. A. Kornhnher und Dr. H. W. Reichart selbst 
aufgefundenen Arten, sind durch die beigesetzten Namen, die übrigen in ihren Herbarien befind- 
lichen, durch die Bezeichnung „im H. K." und „im H. R. u kenntlich gemacht. 

14* 



108 



Wilhelm Voss. 



I. Brandpilze: Ustilaginei Tulasne. 

1. JJstilago Link. 
a) Exosporium glatt. 

1. Ust. longissima Lev. (Uredo longissima Sow.) in den Blättern von: 

Glyceria spectabilis M. et K. an Bächen bei St. Veit und Hütteldorf. 

— fluitans R. Br. am Wiener Wege bei Mühldorf nächst Spitz. 
(Sehiedennayr in Herb. d. z. b. Ges.) 

Im Mai und Juni nicht häufig. 

2. Ust. typhoides Berk, et Br. An den Blattscheiden von: 

Phragmites communis Trin. (Reichardt, Verh. d. *z. b. Ges. XVII, p. 333, 
unter Ust. hypodytes Fr.). 

3. Ust. Carbo Tul. {Uredo segetum Pers.). In den Blüthentheilen von: 

Hordeum vulgare L. bei Sievring etc. 
Avena sativa L. um St. Veit, häufig. 

— pubescens L. bei Hetzendorf, nicht häufig. 

4. Ust. umbrina Schrtr. An den Blättern von: 

Omithogalum umbellatum L. In den Gebüschen des Parkes zu Hetzen- 
dorf, selten. 

b) Exosporium körnig. 

5. Ust. Caricis (Pers.) Fckl. — {Ust. urceolorum Tul.). Im Sommer nicht selten 

in den unentwickelten Früchten von: 
Carex limosa L. In den Torfmooren um den oberen Lunzer See (Reichardt). 

— älpestris All. Rauheneck bei Baden (Kornhuber). 

— alba Scp. Im Weichselthale bei Baden (Berroyer im H. K.). 

— humilis Leys. Auf der Türkenschanze. 

— Michelii Host. Auf dem Kahlenberge. 

c) Exosporium stachlig. 

6. Ust. Maydis (DC.) Tul. Im Herbste häufig in den männlichen und weib- 

lichen Blüthen, an den Blättern und Blattscheiden von : 
Zea Mays L. Auf Feldern bei Weidling und Klosterneuburg. 

d) Exosporium papillös. 

7. Ust. Vaillantii Tul. Von Mai bis Juni, nicht häufig in den Blüthen von: 

Muscari comosum Mill. In den Gehölzen des Parkes zu Hetzendorf; auf 
Wiesen zwischen Mannersdorf und Götzendorf und auf Aeckern des 
Hiesberges bei Mölk (Berroyer im H. R.). 

8. Ust. Heufleri Fckl. Von Mai bis Juni auf der Oberseite lebender Blätter von : 

Tulipa sylvestris L. Im Theresianumgarten (Wallner) und Schwarzen- 
berggarten (Strauss). 

9. Ust. negiecta Niessl. In den Früchten von: 

Setaria glauca P. B. Auf Brachen um Reckawinkel (Antscherl im H. R.). 



Die Brand-, Rost-, und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 



109 



e) Exosporium genetzt. 

10. Ust. violacea (Pers.) Tul. {Ust. antherarum Fr.). Im Sommer und Herbste 

in den Antheren von: 
Melandrium pratense Röhl. Wiesen um Schottwien (Reichardt). 
Saponaria officinalis L. bei Marchegg (im H. K.). 

11. Ust. receptaculorum (DC.) Fr. Im Blüthenboden von: 

Scorzonera humilis L. Bei Moosbrunn (Kornhuber). 1 ) 

12. Ust. utriculosa Tul. Von Juli bis September, in den unreifen Früchten von: 

Polygonum Hydropiper L. Auf feuchten Waldwiesen bei Weidlingau, 
nicht häufig. 

— lapathifolium L. Am Dornbach. 

2. Tilletia Tulasne. 
1. T. Caries (DC.) Tul. (Uredo sitophila Ditm.). In den Fruchtknoten von: 
Triticum vulgare Vill. Auf Feldern bei Klosterneuburg, vereinzelt. Walin er 
traf diese Art häufig an der Semmeringstrasse. 

3. Sorosporium Rudolphi. 
1. S. Saponariae Rud. Auf den noch unentwickelten Blüthenboden von: 
Saponaria officinalis L. Bei Marchegg (im H. K.). 

4. TJrocystis Rabenhorst. 

1. U. occulta Schlechtendal. In den Halmen von: 

Seeale Cereale L. Auf Feldern bei Moosbrunn (Kornhuber). 

2. U. Colchici Rbh. Im Sommer selten auf der Oberseite lebender Blätter von : 

Colchicum autumnale L. Auf der Rohrerwiese bei Dornbach. 

3. U. pompholygodes Rbh. (Uredo Anemones Pers.). Auf der unteren Seite 

lebender Blätter von: 
Anemone ranuneuloides L. In Gebüschen des Parkes zu Dornbach. 

— Pulsatilla L. Auf dem Maaberge (Kornhuber). 



II. Rostpilze: Uredinei Tulasne. 

1. Caeoma Tulasne. 
C. Hypericorum Schlechtd. (U. Hypericorum DC). Häufig im Sommer an 
den Blättern von: 
Hypericum perforatum L. Bei Mödling und Brunn. 
— montanum L. In Wäldern bei Baden. 
C. Filicum Lk. Im Sommer nicht selten auf den Wedeln von: 

Cystopteris fragilis Bernh. An den Abhängen des Helenenthales bei Baden. 



1 ) Gibt Wal In er vom Semmering an, leider ohne Näbrpflanze. 



110 



Wilhelm Vos 



2. Peridermium Link. 

1. P. " oblongisporatum Fckl. (P. Pini Wallr. b. acicöla; Aecidinum Pini Pers.). 

An den Nadeln von: 
Pinns sylvestris L. In den Waldungen des Kalenderberges und Anningers ; 
am Wege von Mauerbach nach Haimbach und am Zugberge bei Rodaun 
(Kornhuber). 

— austriaca Höss. Auf dem Kobenzel. (Im Herbare des k. k. botan. 
Hofcabinetes.) 

2. P. Pini Fckl. (P. Pini Wallr. a. corticola). Nicht häufig an der Rinde von: 

Pinns sylvestris L. Im Rohrwalde (v. Niessl. Verh. d. z. b. G. 1857. 
p. 544) ; am Wege von Mauerbach nach Haimbach im Mai (Kornhuber) 
und am Geisberge (Hibsch und v. Höhnel im H. K.). 

3. P. elatinum Kze. et Schm. An den Nadeln junger Triebe von: 

Alies pectinata DC. Um Reckawinkel im Juni (Reichardt. Siehe auch 
v. Heufler, Verh, d. z. b. G. 1855). 

3. Endophyllum Leveille. 

1. E. Persoonii Lev. (Uredo Sempervivi Alb. et Schw.). Auf der Oberseite 
der Blätter von: 

Sempervivum hirsutum L. An sonnigen Stellen des Geisberges nicht 
selten. 

Alljährlich auf verschiedenen cultivirten Sempervivum- Arten des botan. 
Gartens (Reichardt). 

4. Coleosporium Le'veille. 

1. C. miniatum (Pers.) Bon. (Uredo miniatum Pers. Caeoma miniata Schicht.) 

An der Unterseite der Blätter, den Fruchtstielen und dem Frucht- 
boden von: 

Posa canina L. Bei Baden und Dornbach, sehr gemein. 

— centifolia L. In Gärten nicht selten. 

— alpina L. Auf dem Schneeberge (Kornhuber). 

2. C. Pulsatillae (Dub.) Fr. {Uredo Pulsatillae Duby.) Im Juli an der Rück- 

seite der Blätter von: 
Anemone Pulsatilla L. Auf dem Abhänge des Windberges bei Baden 
(Reichardt). 

3. C. Campanulacearum Fr. (Uredo Campanulae Pers.). An der unteren Blatt- 

fläche von: 

Campanula Trachelium L. Auf dem Himmel bei Sievring und im Halter- 
thale. Auf dem Dürrenstein (Kornhuber). 

— patula L. Auf der Schiessstätte bei Mauer (Kornhuber). 

4. C. Mhinanthacearum (DC.) Fr. Gemein an den Stengeln und Blättern von: 

Melampyrum pratense L. Auf Wiesen des Himmels. 



Die Brand-, Rott- und Mehltkiuvulze der Wiener Gegend. 



111 



Melampyrum nemorosum L. Im Halterthale. 
Euphrasia Odontitis L. Im Halterthale. 

5. C. Senecionis (Schura.) Fr. Auf der unteren Blattfläche von: 

Senecio vulgaris L. Auf Brachen bei der Aumühle nächst Rodaun (Korn- 
huber) und im Prater. 

— subalpinus Koch. Auf dem Kuhschneeberge (Reichardt). 

— alpinus Koch. Auf dem Kuhschneeberge (Roll). 

— neb rode nsis L. Um Edlach bei Reichenau (Kornhuber). 

6. C. Seneciontim (Rbh.) Fckl. Im Frühjahre nicht selten an der unteren Blatt- 

fläche von: 

Senecio saracenicus L. In den Donau-Auen bei Floridsdorf. 

7. C. Sonchi Tul. Sehr gemein im Sommer an den Blättern von: 

Sonchus arvensis L. (Uredo Soncharum Rbh.). In Weingärten bei Sievering. 

— asper Vill. Auf wüsten Orten des Weltaustellungsraumes. 

— oleraceus L. Im Prater. 

8. C. Cacaliae (DC.) Eckl. Auf der Unterseite der grundständigen Blätter von: 

Adenostyles alpina Doli. Bei Gloggnitz (Juratzka). 

— albifrons Reichenb. Auf dem Hochkar (Reichardt). 

9. C. Tussilaginis (Pers.) Lev. An der unteren Blattfläche von: 

Tussilago Farfara L. Sehr gemein und oft von Aecidium Tussilaginis 
Pers. begleitet. In den Auen des Wienthaies während des Sommers. 
Petasites officinalis Mönch. Ebenda. 

5. Melampsora Castagne. 

1. M. Lini Desm. 

Fung. stylosporiferus {Uredo Lini DC). Im Frühling an den Blättern von: 
Linum catharticum L. Auf feuchten Wiesen bei Rodaun und im Prater 
ziemlich häufig. 

— alpinum Jacq. Auf dem Schneeberge (Juratzka in Thümen's Fungi 
aust. exc. 34). 

— usitatissimum L. Im Kremsthale unterhalb Meisling (Kornhuber). 
Fung. teleutosporiferus. Im Herbste an den Stengeln und Blättern von: 

Linum catharticum L. Kalksburg. 

2. M. betulina Tul. 

Fung. stylosporiferus (Uredo betulae Kl.). Im Sommer nicht selten auf 

der Rückseite der Blätter von: 
Betula alba L. Auf dem Heuberge bei Dornbach. 
Fung. teleutosporiferus. Im Winter an derselben Pflanze und an demselben 

Orte. 

3. M. populina Tul. 

a) Populi 

Fung. stylosporiferus (Uredo longicapsula DC). Sehr gemein auf der Unter- 
seite der Blätter von: 



112 



Wilhelm Voss. 



Populus nigra L. Im Prater von August bis September. 
— pyramidalis Roz. Um Dornbach. 
Fung. teleutosporiferus (Sclerotium populinum Pers.) Auf den abgefallenen 
und faulenden Blättern derselben Nährpflanzen im Winter. Im Prater 
und bei Klosterneuburg. 

b) Populi albae. 

Fung. stylosporiferus (Uredo aecidioides DC). Vom Sommer bis zum Spät- 
herbste an den Blättern von: 
Populus alba L. In den Prater-Auen sehr gemein. 
Fung. teleutosporiferus. Im Winter ebenda. 

c) Populi tremulae. 

Fang, stylosporiferus (Uredo ovata Str.) und 

Fung. teleutosporiferus. Unter denselben Verhältnissen wie die vorigen, 
jedoch weniger häufig. An den Blättern von: 
Populus tremula L. Um Sievering und auf dem Himmel. 

d) Populi moniliferae. 

Fung. stylosporiferus (? Forma von Uredo longicapsula DC). Gemein an 
der Unterseite der Blätter von: 
Populus monilifera Ait. In Parkanlagen des Praters. 
Fung. teleutosporiferus. Nicht beobachtet. 

4. M. salicina Tul. 

a) Salicis capreae. 

Fung. stylosporiferus (Uredo caprearum DC). Auf der Unterseite der 
Blätter von: 
Salix Caprea L. Um Dornbach. 
Fung. teleutosporiferus (Sclerotium salicinum Fr.). Nicht beobachtet. 

b) Salicis vitellinae. 

Fung. stylosporiferus (Uredo vitellinae DC). Auf den Blättern von: 

Salix vitellina L. Hin und wieder in den Prater- Auen; häufiger bei Velm, 
im Sommer. 

Fung. teleutosporiferus. Ebenda, aber meist erst im December. 

c) Salicis albae. 

Fung. stylosporiferus. Gemein an der Unterseite der Blätter von: 

Salix alba L. An Bachrändern bei Sievering und Hütteldorf. 
Fung. teleutosporiferus. Nicht beobachtet. 

5. M. areolata Le'v. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Padi Schm. et Kze.) Im Sommer häufig auf 

der unteren Blattfläche von: 
Prunus Padus L. Um Hadersdorf. 
Fung. teleutosporiferus (Pucciniastrum areolatum Otth. in Wartmann und 

Schenk, Schweizer Kryptogamen). Auf der Oberseite der Blätter, im 

Herbste. 



Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 



113 



6. M. Euphorbiae Cast. 

Fung. stylosporiferus {Uredo Euphorbiae DC). An der unteren Blatt- 
fläche von: 
Euphorbia helioscopia L. Im Prater. 

— virgata W. et K. In der Hinterbrühl. 

— clulcis Sra. Im Halterthale, Ende August. 

— verrucosa Lam. Im Theresianumgarten (Juratzka im H. K.). 
Im Sommer und Herbste sehr verbreitet. 

Fung. teleutosporiferus (Rhytisma Euphorbiae Schubert). An den Blät- 
tern von: 

Euphorbiae dulcis Sm. Im Halterthale (mit den Stylosporen). 
6. Phragmidium Link. 

1. Phr. Poterii Fckl. 

Fang, stylosporiferus (Uredo Poterii Schlecht.). Im Sommer an den Blättern 
und Stengeln von: 

Poterium Sanguisorba L. Auf dem Kalenderberge (Kornhuber); in der 
Brühl; im Marchfelde (Boll, in Herb, der z. b. Ges.). 
Fung. teleutosporiferus [Phr. mucronatum Wallr. b. Sanguisorbae) Nicht, 
beobachtet. 

2. Phr. obtusum Schm. et Kze. 

Fung. stylosporiferus {Uredo PotentillarumDC.) und Fung. teleutosporiferus. 
Ersterer im Juni, letzterer im September, auf der Unterseite der 
Blätter von: 

Potentilla argentea L. Auf Bergwiesen bei Baden und Vöslau. 

3. Phr. granulatum Fckl. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. Auf der unteren Blatt- 
fläche von: 

Potentilla albaL. Anfangs September auf der Rohrerwiese bei Dornbach; 
In der Pfaffstettner Einöde bei Baden (Reichardt). 

4. Phr. effusum Awd. 

Fung. stylosporiferus (Uredo gyrosa Reb.). Auf der Oberseite der Blätter von: 

Rubus Idaeus L. In Gärten (Wallner). 
Fung. teleutosporiferus. Nicht beobachtet. 

5. Phr. asper um Wallr. 1 ) 

Fung. stylosporiferus (Uredo Ruborum DC.) meist gemeinsam mit Fung. 
teleutosporiferus. An der unteren Blattfläche von: 
Rubus fruticosus L. Bei Hütteldorf und Haimbach. 



*) Auf diese, mir bei der Untersuchung entgangene Art. wurde ich durch die Güte des 
Herrn L. Fuckel aufmerksam gemacht, an den ich sie mit anderen Pilzen sandte. Dadurch ist 
deren Vorkommen für Niederösterreich constatirt. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 15 



114 



Wilhelm Voss. 



6. Phr. incrassatum Link. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Ruborum DC.) gemeinsam mit Fung. teleu- 
tosporiferus (Phr. bulbosum Schicht.). Im Hochsommer an der Unter- 
seite der Blätter von: 
Rubus fruticosus L. var. discolor. Bei Purkersdorf, Haimbach und Hüttel- 
dorf, sehr gemein. 

— caesius L. Am Fusse des Gallizins bei Ottakring. 

7. Phr. Rosarum Rbh. 

Fung. stylosporiferus ( Uredo Rosae Pers.) mit dem Fung. teleutosporiferus 
(Phr. incrassatum a Rosarum Rbh.). Vom Juli bis September auf 
der unteren Blattfläche verschiedener Rosen. So an: 
Rosa centifolia L. Häufig in Gärten. 

— canina L. Bei Döbling und Heiligenstadt. 

— pimpinellaefolia L. Bei Sievering. 

7. Chrysomyxa Unger. 
1. Chr. Abietis Ung. Auf den Nadeln von: 

Mies excelsa DC. Bei Merkenstein nächst Baden (v. Heufler, Beiträge 
zu den Kryptogamen Niederösterreichs. Verh. d. z. b. Ges. 1855). 

8. Puccinia Persoon. 

Gruppe A. Eupuccinia Schrtr. 

Generationswechsel vollständig bekannt. Die Spermogonien , Aecidien, 
Stylo- und Teleutosporen folgen einander auf derselben Nährspecies. 

1. P. Violarum Link. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Violae Schum.). Auf der Unterseite lebender 
Blätter von : 

Viola canina L. In den Donau- Auen bei Stock erau. 

— odorata L. In den Auen des Praters. Mai bis Juni. 

Fung. stylosporiferus (Uredo violarum DC.) mit Fung. teleutosporiferus. 
In gemeinsamen Häufchen auf der Unterseite der Blätter von: 
Viola sylvestris Lam. Am Ausgange des Parkes zu Hadersdorf; auf dem 
Zugberge bei Rodaun (Kornhuber). 

2. P. Lychnidearum Link. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Behenis DC). Nicht beobachtet. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Lychnidearum Desm.) mit Fung. teleuto- 
sporiferus. Von August bis October gemeinsam auf den Blättern und 
Stengeln von: 
Silene inflata Sm. Im Augarten und um Gersthof. 

— acaulis L. (Nur Teleutosporen). Auf dem Schneeberge (Wallner). 
Dianthus plumarius L. (Nur Teleutosporen). Bei Mödling (Wallner). 

3. P. Stellariae Duby. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Stellariae Kirch.) und Fung. stylosporiferus 
(Uredo Stellariae Fckl.). Nicht beobachtet. 



Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 



115 



Fung. teleutosporiferus. Auf den lebenden Blättern von: 
Stellaria media Vill. Im Prater. 

— uliginosa Murr. In Wäldern bei Haimbach. 
Malachium aquaticum Fries. Beim Schiessplatze im Prater. 
Älsine austriaca M. et K. Auf der Raxalpe (Berroyer im H. R.). 

4. P. Pimpinellae Link. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Pimpinellae Kirchr.) mit Fung. stylosporiferus 
{Credo Pimpinellae Str.). Auf der Unterseite der Blätter von: 
Pimpinella Saxifraga L. Bergwiesen bei Baden, nicht häufig. 
Fang, teleutosporiferus. An den Blättern von: 

Pimpinella magna L. Um Guttenstein (v. Niessl) und bei Schottwien 
(Wallner). 

5. P. Primulae Grev. 

Fung. hymeniferes {Aecidium Primulae DC). Auf den Blättern von: 

Primula acaulis Wulf. Bei Purkersdorf (v. Niessl). 
Fung. stylosporiferus {Uredo Primularum DC) und Fung. teleutosporiferus. 
Noch nicht beobachtet. 

6. P. Soldanellae Fckl. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Soldanellae Hönisch.) auf: 

Soldanella alpina L. Auf dem Wechsel (Welwitsch im Heibare des 
k. k. bot. Hofcabinetes). 
Fung. stylosporiferus (Uredo Soldanellae DC). An den Blättern von: 
Soldanella alpina L. An dem Schlangenwege der Raxalpe im Mai (Ronin- 
ger im H. K.). 
Fung. teleutosporiferus. Nicht beobachtet. 

7. P. Chondrillae Corda. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Lactucea Op., A. Taraxaci Schm. et Xze.). 
Im Sommer gemein auf den Blättern von: 
Taraxacum officinalis Wigg. Um Purkersdorf. 

Lactuca muralis Don. In den Waldungen des Kahlenberges (Reichardt) 
und im Weichselthale bei Baden. (Roninger im H. K.). Im Liesing- 
thale (Kornhuber). 

Fung. stylosporiferus (Uredo Cichoriacearum DC). Mit den Aecidien oft 
gemeinsam auf: 
Taraxacum officinalis Wigg. Um Purkersdorf. 
Cichorium Endivia L. In Küchengärten Hütteldorfs. 1 ) 
Fung. teleutosporiferus. Auf der unteren Blattfläche von: 

Taraxacum officinalis Wigg. An Rainen bei Hütteldorf und auf Wiesen 

um Dornbach; im Herbste. 
Lactuca sagittata W. et K. Im Spittelwalde bei Bruck a. d. L., im Juni 
(Reichardt). 



y ) Auf die Teleutosporen dieser Nährspecies gründet Passer ini die Art Puccinia Endiviae. 
Just Bot. Jahresbericht (1874) 1875. 

15* 



116 



Wilhelm Vo s 



8. P. Centaureae DC 

Fung. hymeniferus (Aecidium Centaureae DC). Auf der Rückseite der 
Blätter von: 

Centaurea Jacea L. Im Mai auf Wiesen bei Kierling (Reichardt). 

— Scabiosa L. Bei Weidling am Bache, im Frühjahre. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. In gemeinsamen Häuf- 
chen auf der Unterseite der Blätter derselben Nährpflanzen im Herbste. 
Auf Wiesen bei Dornbach; an Wegen in der Hinterbrühl und im Au- 
garten. An: 

Centaurea Cyanus L. Auf der Türkenschanze (Roninger im H. K.). 

9. P. Hieracii Mart. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Hieracii Schum.). An den Blättern von: 
Crepis tectorum L. Auf Aeckern der Türkenschanze (Roninger im H. K.). 

Fung. stylosporiferus an der oberen Blattfläche und Fung. teleutosporiferus 
auf der unteren von: 
Hieracium murorum L. Am Wege von Haimbach nach Steinbach. 

— amplexicaule L. Um Thernberg bei Wr. Neustadt (Reichardt). 
Crepis tectorum L. Auf der Türkenschanze (Roninger im H. K.). 

10. P. Cirsii Lsch. 

Fung. hymeniferus {Aecidium Cirsii DC). Auf den Blättern von: 

Cirsium rivulare Lnk, Bei Moosbrunn (Kornhuber). 
Fung. stylosporiferus (Uredo Cirsii Lsch.). Auf der unteren Blattfläche von: 

Cirsium oleraceum Scop. Auf feuchten Wiesen bei Hadersdorf. 

Carduus acanthoides L. Auf Schutthalden in der Hinterbrühl. 
Fung. teleutosporiferus. An der unteren Blattfläche von: 

Serratula heterophylla Desf. Auf Wiesen bei Münchendorf (Kornhuber). 

— tinctoria L. In der Einöde bei Baden (Reichardt). 
Carlina vulgaris L. Bei Raggendorf im Marchfelde (Roll). 

11. P. Prenanthis Fckl. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Prenanthis Pers.). Auf Blättern von: 
Prenanthis purpurea L. Bei Mauerbach, im Juni. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Prenanthidis Schum.) gemeinsam mit Fung. 
teleutosporiferus (P. conglomerata Schm. et Kze.). Im Herbste an 
den Blättern derselben Nährpflanze. Um Purkersdorf; bei Hinterhaim- 
bach; bei Neuwaldegg (Juratzka), sehr gemein. 

12. P. Galiorum Link. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Galii Pers ). Auf den Blättern von: 
Gdlium sylvaticum L. Im Frühjahre selten, bei Mauerbach. 

— Mollugo L. An grasigen Abhängen bei Gersthof (Roninger im H. K.). 
Fung. stylosporiferus (Uredo Galii Rbh.) in gemeinsamen Häufchen mit 

Fung. teleutosporiferus von Juni bis October. An: 
Galium sylvaticum L. Im Halterthale und bei Haimbach. 

— verum L. An Wegen in der Hinterbrühl. 



Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 



117 



13. P. Menthae Pers. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Menthae DC). Nicht beobachtet. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Menthae Pers.) fast gleichzeitig mit Fung. 

teleutosporiferus. Ersterer mehr auf der Unterseite der Blätter, letzterer 

an Blättern und Stengeln von: 
Mentha sylvestris L. Im Herbste am Promenadewege in der Vorderbrübl ; 

am Wege von Weidling nach Klosterneuburg; im Beethovengange bei 

Heiligenstadt, sehr gemein. 

14. P. obtusa Schrtr. 

Fung. hymeniferus. Auf der Unterseite der Blätter von: 

Salvia verticillata L. (Wurde von v. Thümen bei Krems gefunden. Fungi 
austr. exc. Nr. 77). 
Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus (unter Puccinia JBeto- 
nicae DC). In gemeinsamen Häufchen an: 
Salvia verticillata L. Im September und October ziemlich häufig auf der 
Unterseite der Blätter. In der Brühl. 

15. P. Thesii Chail. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Thesii Desv.). Im Frühjahre gemein an der 
Unterseite der Blätter von: 
Thesium linophyllum L. Bei Baden; Moosbrunn (Kornhuber) . 
Fung. stylosporiferus (Uredo Thesii Dub.) gemeinsam mit Fung. teleuto- 
sporiferus. Im Herbste auf den Blättern von: 
Thesium linophyllum L. Am Geissberge bei Eodaun; um Laa. 

— alpinum L. In der Brühl (Herbar des k. k. bot. Hofcabinetes). 

16. P. Epilobii DC. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Epilobii DC). Auf der Unterseite der Blätter von 
Epilobium hirsutum L. Im Mai und Juni bei Pötzleinsdorf. 
— montanum L. Bei Dornbach (Berroyer). 
Fung. stylosporiferus (Uredo Epilobii DC.) meist gemeinsam mit Fung. 
teuleutosporiferus. Auf beiden Blattflächen von: 
Epilobium hirsutum L. An Waldrändern bei Pötzleinsdorf und an Wegen 
bei Gersthof, im Herbste nicht selten. 

17. P. Asparagi DC. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Asparagi Lsch.). Nicht beobachtet. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Asparagi Lsch.) im Sommer und Fung. teleu- 
tosporiferus im Herbste an den Stengeln und Blättern von: 
Asparagus officinalis L. In der Au beim Schiessplatze im Prater, im 
November; auf Wiesen bei Münchendorf, im Juli (Kornhuber). 

18. P. Circaeae Pers. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Circaeae Ces.). Im Fiühlinge nicht häufig 
auf der Unterseite der Blätter von: 
Circaea lutetiana L. Bei Mauerbach. 
Fung. stylosporiferus (Uredo Circaeae Alb. et Schw.). Nicht beobachtet. 



118 



Wilhelm Voss. 



Fung. teleutosporiferus. Im September nicht selten an den Blattrippen und 
Stengeln von: 

Circaea lutetiana L. Am Wege von Haimbach nach Steinbach. Bildet 
dunkelbraune compacte Häufchen. 

Gruppe B. Heteropuccinia Schrtr. 

Mit vollständigem Generationswechsel. Spermogonien und Aecidien einer- 
seits, Stylo- und Teleutosporen anderseits, auf verschiedenen Nähr- 
species gebildet. 1 

19. P. Caricis DC. 

Fung. hymeniferus (Aecidium urticae Schum.). An der Unterseite der Blätter 
und au den Stengeln von: 
Urtica dioica L. Im Prater, gemein im Mai und Juni. 
Fung. stylosporiferus (Uredo pseudocy perus Rbh.) und Fung. teleutospori- 
ferus. In gemeinsamen Häufchen an: 
Carex acuta L. Auf Wiesen bei Moosbrunn. 

— sylvatica Huds. Auf dem Heuberge bei Dornbach. 

— hirta L. Bei Schottwien (Wallner). 

20. P. arundinacea Hedw. 

Fung. hymeniferus {Aecidium Rumicis Schlecht. Bot. Zeit. 1875, 42). Auf 
den Blättern von: 
Rumex conglomeratus Murr. Im Prater. 
Fung. stylosporiferus ( Uredo arundinacea Houel.) und Fung. teleutospori- 
ferus in gemeinsamen Häufchen an: 
Phragmites communisTrm. Sehr gemein in den Auen des unteren Praters; 1 ) 
bei Moosbrunn, Baumgarten und im Marchfelde (Reichardt). 

21. P. straminis Fckl. 

Fung. hymeniferus {Aecidium Asperifolii Pers.). Im Frühjahre an der 
Unterseite der Blätter von verschiedenen Asperifolien ; so an: 

Symphytum ofßcinale L. Am Wege von Dornbach nach Hameau. 

Cerinthe minor L. {Aecidium Cerinthes Thüm.). Im Prater. 

Cynoglossum ofßcinale L. Im Prater (v. Niessl, im Herbare des k. k. bot. 
Hofcabinetes). 

Anchusa officinalis L. Auf der Türkenschanze (Juratzka im H. K.). 
Nonnea pulla DC. Bei Gersthof (Roninger im H. K.). 
Fung. stylosporiferus {Uredo Rubigo vera DC.) meist mit Fung. teleuto- 

sporiferus, jedoch früher erscheinend und verschwindend. An den 

Blättern und Blattscheiden von: 



*) Von diesem Fundorte sandte ich auch Exemplare an L. Fuckel. Nach brieflicher Mit- 
theilung waren es nicht solche mit der gewöhnlichen P. arundinacea Hedw., sondern zeigten eine 
neue Art, die auch hei Oestrich vorkömmt und welche genannter Forscher in Kürze zu beschrei- 
ben gedenkt. 



Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 



119 



Hordeum vulgare L. Bei Sievering. 

Avena sativa L. Bei Penzing. Oefter sehr gemein. 

22. P. graminis Pers. 

Fang, hymeniferus (Aecidium elongatum Lk. d. Berberidis; Aecidium Ber- 
beridis Pers.). An Blättern nnd Früchten von: 
Berberil vulgaris L. Sehr gemein. 
Fung. stylosporiferus {Uredo linearis Pers.) und Fung. teleutosporiferus. 
Im Sommer und Herbste an den Blättern und Halmen verschiedener 
Gräser. So an: 
Seeale Cereale L. Bei Sievering. 
Hordeum vulgare L. Bei Döbling. 
Avena sativa L. Bei St. Veit und Pötzleinsdorf. 
Triticum repens L. Bei Sievering und im Prater. 
Festuca gigantea Vill. Am Sumpfe beim Rondeau im Prater. 
Calamagrotis Epigeos Roth. Am Fusse des Gallizins. 

23. P. coronata Corda. 

Fung. hymeniferus {Aecidium elongatum Lk. a Bhamni; Aecidium 
Bhamni Pers.). Im Frühjahre häufig an: 
Rhamnus frangula L. Bei Moosbrunn; bei Himberg (Reichardt im H. K.). 
— cathartica L. Bei Mauer und Rodaun (Korn huber). 
Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. Im Sommer und Herbste 
an Blättern und Blattscheiden von: 
Avena sativa L. Bei Mauerbach. 
Calamagrostis Epigeos Roth. Bei Steinbach. 
Ist die seltenste von den, die Gräser bewohnenden Puccinien. 

24. P. sessilis Schneider. 

Fung. hymeniferus {Aecidium alliatum L. Sitzungsbericht der naturf. Ges. 
zu Leipzig, 1874, p. 41— 43). Auf der Unterseite lebender Blätter von: 
Allium ursinum L. Im Frühjahre an den Geländen des Halterthales 
Im Prater (Kornhuber). 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus an: 
Phalaris arundinacea L. Nicht beobachtet. 

Gruppe C. Hemijjuccinia Schrtr. 

Nur Stylo- und Teleutosporen bekannt, welche auf derselben Nährpflanze 
meist gleichzeitig angetroffen werden (Spermogonien und Aecidien 
bei einigen vielleicht übersehen). 

25. P. Prunorum Link. 

Fung. stylosporiferus {Uromyces Prunorum Fckl.) und Fung. teleutospori- 
ferus {Dicaeoma Prunorum Lk.). Auf der Unterseite der Blätter von : 



120 



Wilhelm Voss. 



Prunus domestica L. In Obstgärten bei Sievring. 1 ) 
— spinosa L. Im Walde bei Unterhaimbach. 

26. P. Rhododendri Fckl. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Rhododendri DC). An der Unterseite der 
Blätter von: 

Rhododendron hirsutum L. Im Saugraben des Schneeberges (Reichardt); 

am Nordabhange des Gostritz und auf der Schnee-Alpe (Kornhub er). 
Rhododendron ferrugineum L. Auf dem Schneeberge (Juratzka). 
Fung. teleutosporiferus. An den Blättern von: 
Rhododendron hirsutum L. Am Nordabhange des Gostritz (Kornhuber). 

— ferrugineum L. Auf dem Schneeberge (Juratzka). 

27. P. Apii Corda. 

Fang, stylosporiferus (Uredo Apii Wallr.) gleichzeitig mit dem Fung. 
teleutosporiferus. An den grundständigen Blättern von: 
Apium graveolens L. Im Herbste in Küchen gärten von Hütteldorf. 

28. P. Oreoselini Fckl. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Oreoselini Str.). Auf der Unterseite der 
Blätter von : 

Peucedanum Cervaria Cuss. Im Juli am Leopoldsberge (Reichardt). 

— Oreoselini Mönch. Auf demKalvarienberge bei Baden (Reichardt). 

— alsaticum L. Auf Wiesen bei Mauer. 

Fang, teleutosporiferus (unter P. Umbelliferarum DC). Auf der Unterseite 
der Blätter von : 

Peucedanum Cervaria Cuss. Am Promenadewege in der Vorderbrühl; 
am Leopoldsberge (Reichardt). 

— Oreoselini Mönch. Bei Vöslau. 

29. P. Aegopodii Link. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Aegopodii Str.) nicht beobachtet. Fung. teleu- 
tosporiferus. Auf der Unterseite der Blätter von : 
Aegopodium Podagraria L. Auf dem Kauf berge (Kornhuber). 

30. P. Sileris nov. spec. 

Sporenhäufchen etwa 0'25 Mm. breit, schwärzlich, zahlreich an der Unter- 
seite des Blattes, zumeist längs der Blattrippen gestellt. Aus Stylo- 
und Teleutosporen zusammengesetzt. 

Fung. stylosporiferus. Fig. 1. 

Spore kugelig, stiellos, kastanienbraun. Membran mässig verdickt, körnig; 

dunkler als der Sporeninhalt. 
Durchmesser im Mittel 0*022 Mm. 

*) Weder Fuckel noch Schröter erwähnen das Vorkommen der Stylosporen auf Prunus 
domestica L. Bei den mir vorliegenden Exemplaren sind die Stellen des Blattes, auf welchen 
Stylosporen sitzen, schon dem Auge durch ihre lichtere Färbung kenntlich. Unter den Teleuto- 
sporen auf derselben Nährpflanze traf ich hin und wieder solche, deren ohere Sporenzelle in Form 
und Farbe von der unteren abweicht. Sie ist braun, rundlich und zeigt stacheliges Exosporium, 
während die untere licht und länglich ist, und ein glattes Exosporium besitzt. Solche Teleuto- 
sporen erinnern sehr an jene von Puccinia discolor Fckl. 



Die Brand-, Rost- und Mehltaupilze der Wiener Gegend. 121 

Fung. teleutosporiferus. Fig. 2. 

Spore elliptisch, an den Enden kugelig abgerundet, wenig eingeschnürt. 
Membran dunkelbraun. Stielzelle farblos, am Grunde verdickt; untere 
und obere Sporenzelle der Form und Grösse nach fast gleich. Inhalt 



lichtbraun ohne deutliche Vacuole. 

Länge der Spore ohne Stiel im Mittel 0*0315 Mm. 

Breite der Spore im Mittel 0'0227 „ 

Länge des Stieles 0035 „ 

Dicke der Membran 0-0023 „ 



Wß ijp 

240 : 1. 

(In l ist die Membran um die Hälfte zu stark gezeichnet.) 

An den Wurzelblättern von Siler trüobum Crantz, in den "Waldungen des 
Kahlen- und Leopoldbergs, im Sommer. 

Diese Art wurde zuerst von Dr. Wel witsch im Juni des Jahres 1833 ge- 
sammelt (im Herbare des k. k. botan. Hofcabinetes), durch v. Heufler 
wiedergefunden und unter Fuccinia UmbelliferarumDC. bekannt gegeben. *) 

Sie steht am nächsten der Puccinia Heraclei Gev., ist jedoch von dieser unter- 
schieden, durch das Auftreten der Sporen an der Unterseite des Blattes; 
durch den Mangel einer deutlichen Vacuole, durch viel constantere Form 
der Sporen (bei P. Heraclei schwankt diese zwischen oval und länglich) 
geringerer Verdickung der Membran, Anschwellung des Stieles an dessen 
Basis und durch das gleichzeitige Vorhandensein der Stylosporen. 

31. P. Tanaceti DC. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Tanaceti Lasch.) gemeinsam mit Fung. 
teleutosporiferus. Auf der unteren Blattfläche von: 
Tanacetum vulgare L. Auf Wiesen und an Waldrändern bei Hütteldorf, 
vom September bis October. 

32. P. Balsamitae Rbh. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Balsamitae Str.) gemeinsam mit Fung. 
teleutosporiferus. Auf den Blättern von: 

Tanacetum Balsamita L. In Hausgärten bei Schottwien (Waller in 
Thümen's Fungi austr. exc. 628). 

33. P. obtegens Tul. 

Fung. stylosporiferus (Uredo suaveolens Pers.) meist mit dem Fung. teleuto- 
sporiferus. An der unteren Blattfläche von: 
Cirsium arvense Scop. Auf der Türkenschanze und in den Praterauen; 
ferner bei Rodaun und Moosbrunn (Kornhuber). Nicht selten und 
bis spät im Herbste. 




Verh. d. z. b. Ges. in Wien. IX. 1859, p. 93. 
Z. B. Ges. B. XXVI. Abb. 



16 



122 Wilhelm Voss. 

34. P. Bardanae Corda. 

Fang, stylosporiferus (Uredo flosculosorum Alb. et Schw.) und Fung. 
teleutosporiferus. Ersterer auf beiden Blattflächen, letzterer an den 
schon welken Blättern von: 
Lappa tomentosa Lam. Im Sommer und Herbste sehr gemein. An der 
Fahrstrasse in der Hinterbrühl; im Parke zu Hadersdorf; auf Schutt- 
halden im Prater und am Laaerberge. 

35. P. Artemisiae Fckl. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Artemisiae Rbh.) an den Blättern, und Fung. 
teleutosporiferus (P. Artemisiarum Dub., P. discoidearum Lk. P. Ab- 
sinthii DO.) an den Stengeln von: 
Artemisia Absinthium L. Im October im botan. Garten; in Gärten bei 
Schottwien (Wallner). 

36. P. Helianthi Schweinitz. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus gemeinsam auf der 
Unterseite der Blätter von: 
Helianthus annuus L. Im Weltausstellungsraum und an sonstigen Stellen 
des Praters; in Dornbach. Oft sehr häufig. 

37. P. Calaminthae DC. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Clinopodii Ulm.) gleichzeitig mit Fung. teleuto- 
sporiferus. Auf der Unterseite der Blätter von: 
Clinopodium vulgare L. Ende October beim Schiessplatze im Prater. 

38. P. Vincae Cast. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. Auf der Unterseite der 
Blätter von: 

Vinca herbacea W. et K. Häufig an der Südabdachung des Bisamberges, 
im Mai (v. Höhnel im H. K.). 1 ) 

39. P. Bistortae DO. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Bistortarum DO.) mit dem Fung. teleuto- 
sporiferus. An der Unterseite der Blätter von : 
Polygonum Bistorta L. Im botan. Garten; bei Guttenstein (v. Niessl). 

40. P. Polygonorum Feld. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Polygonorum DO.). Auf den Blättern von: 
Polygonum Convolvulus L. Zwischen Steingerölle der Burg Klamm. 

Fung. teleutosporiferus (P. Polygoni Convolvuli DC). An: 

Polygonum dumentorum L. Im Herbste an Hecken bei Unterhaimbach. 
— Convolvulus L. Bei der Burg Klamm. 

41. P. Rumicis Beliynk. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. Auf den Blättern von: 
Rumex scutatus L. Im Herbste bei Schottwien (Wallner). 



1 ) Von Dr. Welwitsch schon im Jahre 1828 an derselben Stelle gefunden (Herhar des 

k. k. botan. Hofcabinetes). 



Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der "Wiener Gegend. 



123 



42. P. Veratri Niessl. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Veratri DC.) gemeinsam mit Fung. teleuto- 
sporiferus. Auf den Blättern von: 
Yeratrum album L. Bei Guttenstein (Verh. d. z. b. Ges. 1859). 

43. P. Luzulae Lib. 

Fung. stylosporiferus (Uredo oblon ga Rbh.). Auf den trockenen oder schon 
faulenden Blättern von: 

Luzula campestris DC. Im April (Kornhuber). 
Fung. teleutosporiferus. Auf den Blättern und Halmen von: 

Luzula pilosa W. Im Herbste bei Haimbach (Wallner). 

44. P. Andropogonis Feld. 

Fung. stylosporiferus (Uredo Andropogonis Ces.) mit dem Fung. teleuto- 
sporiferus. Im October gleichzeitig an den Blättern und Halmen von : 
Andropogon Tschaemum L. Im botan. Garten nicht selten. 

45. P. Maydis Pötsch. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. Sehr gemein im Sommer, 
an den Blättern von: 
Zea Mays L. Auf Feldern bei Vorderhaimbach und Klosterneuburg. 

46. P. Brachypodii Feld. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. Im Herbste nicht selten 
au den Blättern von : 
Brachypodium sylvaticum P. et B. Im Wienthale zwischen Hacking und 
Hütteldorf; am Fusse des Gallizins; bei Rauheneck (nur Stylosporen) 
(Kornhuber). 

Gruppe D. Puccinopsis Schrtr. 

Spermogonien und Aecidien einerseits, Teleutosporen anderseits, auf ge- 
trennten Individuen derselben Nährpflanze. Uredo nicht bekannt. 

47. P. Anemones Pers. 

Fung. hymeniferus (Aecidium punetatum Pers.). Auf der Unterseite der 
Blätter von: 

Anemone ranuneuloides L. Bei Hütteldorf (Kornhuber); am Geissberge 
bei Eodaun (Hibsch und v. Höhnel im H. K.). 
Fung. teleutosporiferus. An den Blättern von: 
Anemone ranuneuloides L. Im Parke zu Dornbach. 

— Pulsatilla L. Auf der Türkenschanze (J. Bossmann in Rabcn- 
horst Herb, mycolog. Ed. II. 346 a). 

— nemorosa L. Im Weidlingthale (Kornhuber). 

48. P. Adoxae DC. 

Fung. hymeniferus (Aecidium albescens Grev.) und Fung. teleutosporiferus. 
Im Frühlinge an den Blättern und Stengeln von: 
Adoxa MoschatellinaL. Am Sattelberge bei Giesshübel (Kornhuber). Selten. 

16* 



124 



Wilhelm Vos 



49. P. Thlaspeos Schubert. 

Fung. hymeniferus (unter Aecidium Cruciferarum Rbh.). An den Blättern von : 
Thlaspi montanum L. Auf dem Geissberge gegen die Waldmühle, im 
Mai (Koruhuber). 

Fung. teleutosporiferus. An den Blättern und Stielen derselben Nährpflanze, 
auf dem Petersdorfer Kalvarienberge, im Mai (Reichardt); bei Purkers- 
dorf (v. Niessl). 

50. P. Geranii Corda. 

Fung. hymeniferus (? Aecidium Geranii DC) nicht beobachtet. Fung. 
teleutosporiferus. Auf der Unterseite der Blätter von: 
Geranium pyrenaicum L. Bei Baden (Berroyer im H. K.). 

51. P. Ribis DC. 

Fung. hymeniferus {Aecidium Grossulariae DC). Auf den Blättern von: 

Ribes Grossularia L. In Gärten bei Lainz, im Mai. 
Fung. teleutosporiferus. Nicht beobachtet. 

52. P. Falcariae (Spr.) Fckl. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Falcariae DC). An der unteren Blatt- 
fläche von: 

Falcaria Rivini Host. Sehr häufig in den Donau- Auen des Praters und 
bei Dornbach; auf dem Kalenderberge (Kornhuber). 
Fung. teleutosporiferus (Uredo Falcariae Spr.). Auf den Blättern derselben 
Nährpflanze, auf den Bergen um Mödling im Herbste. Nicht häufig. 

53. P. Tragopogonis Corda. 

Fung. hymeniferus {Aecidium Cichoriacearum DC). An der Unterseite 
der grundständigen Blätter von: 
Scorzonera hispanica L. Auf der Himmelswiese bei Mauer (Reichardt). 
Tragopogon orientalis L. Bei Gablitz und am Semmering (Kornhuber). 
Podospermum laciniatum C Auf Feldern bei Laa. 

— Jacquinianum Koch. Am Linienwalle zwischen dem Bel- 
vedere und St. Marx (Juratzka im H. K.). 

Fang, teleutosporiferus. Im Herbste auf den Blättern von: 

Tragopogon orientalis L. Auf Wiesen bei Kierling (Ronniger im H. K.). 

— pratensis L. Um Münchendorf und Laxenburg. 

Gruppe E. Micropuccinia Sehrt. 

Generationswechsel fehlt. Nur Teleutosporen bekannt. Diese fallen leicht 
ab, sind ungestielt und keimen erst nach längerer Ruhezeit, wenn die 
Nährpflanze längst abgestorben ist. 

54. P. Astrantiae Kalchbr. (Hedwigia 1865, p. 120). 
Auf der unteren Blattfläche von: 

Astrantia major L. Im Juli auf der Wiese ober dem Stationsgebäude 
am Semmering. 



Die Brand-, Kost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 



125 



55. P. Virgaureae Lib. 

Auf der unteren Seite lebender Blätter von: 

Solidago Virga aurea L. Bei Purkersdorf (v. Niessl, Verb. d. z. b. 
Ges. 1859). 

56. P. Asari Link. 

Tin Herbste nicht häufig auf der Unterseite der Blätter von: 
Asarum europaeum L. In feuchten Wäldern bei Mauerbach und Haders- 
dorf: am Semmering (Wallner) selten; bei Purkersdorf (v. Frauenfeld); 
im V. 0. M. B. bei Göfritz von Boller aufgefunden (Thümen: Fungi 
austr. exc. 80). x ) 

57. P. Prosta Duby. 

Auf der oberen Fläche lebender Blätter von: 

Tulipa Gesneriana L. Im Theresianumgarten und in Hausgärten Wiens 
nicht selten (Wallner). 

58. P. Liliacearum Duby. 

Auf den Blättern, zumeist an deren Spitzen, verschiedener Ornithogalum- 
Arten; so an: 

Ornithogalum umbellatum L. Im Theresianumgarten (Strauss). 

— nutans L. Tn Gärten bei Wien (Wallner). 

Gruppe F. Leptopuccinia Schrtr. 

Generationswechsel fehlt, nur Teleutosporen bekannt. Diese stehen in festen 
runden Häufchen, haften der Nährpflanze fest an und keimen noch auf 
der grünenden Pflanze, kurz nach ihrer Reife. 

59. P. Chrysosplenii Grev. 

Auf der unteren Seite lebender Blätter von : 

Chrysosplenium dlternifolium L. In Wäldern bei Mauerbach. Selten. 

60. P. Moehringiae Fckl. 

Auf der unteren Blattfläche von: 

Moehringia trinerva Claiv. Im Augarten und bei Florisdorf nicht selten. 

— muscosa L. Bei Schottwien (Wallner). 
Arenaria ciliata L. Bei Schottwien (Wallner). 

— serpyllifoUa L. Auf sandigen Plätzen bei Stockerau (Herbar 
des k. k. botan. Hofcabinetes). 

61. P. Valantiae Pers. 

Im Herbste auf der Unterseite der Blätter von: 

Galium Cruciata L. Am Fusse des Gallizins im November. 

62. P. Teucrii Fckl. b. Chamaedryos (P. Chamaedryos Ces.). 
Im Sommer häufig, an den Blatträndern von: 

Teacrium Chamaedrys L. Auf dem Himmel bei Sievering. 



RölTß Bemerkung in Pokorny'8 Beiträgen „Allenthalben" beizustimmen, bin ich nicht 
in der Lage. 



126 



Wilhelm Vos 



63. P. Glechomae DC. 

Auf der Unterseite der Blätter von: 

Glechoma hederacea L. Im November sehr häufig in der Au beim 
Rondeau im Prater. (Mit zahlreichen Mesosporen.) 

Anhang. 

Puccinella Junci Fckl. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus (üreäo Junci Str., 
Uromyces Junci Tul.). An Blättern und Halmen von: 
Juncus obtusißorus Ehrh. Auf den sumpfigen Wiesen bei Moosbrunn 
(v. Niessl. Verh. d. z. b. Ges. 1859, p. 178). 

9. Uromyces Lev. 

Gruppe A. Euuromyces Schrtr. 

Generationswechsel ist ein vollkommener. Spermogonien, Aecidien, Stylo- 
und Teleutosporen folgen einander. 

1. U. Phaseolorum de Bary. 

Fung. hymeniferus {Aecidium Phaseolorum Wallr.). Im Sommer selten 

an der Rückseite der Blätter von: 
Phaseolus vulgaris L. Um Hadersdorf. 
Fung. stylosporiferus (Caeoma rufum Bon.) nicht beobachtet. Fung. teleuto- 
sporiferus (Uredo appendiculata Pers.). Im Herbste auf derselben 
Nährpflanze sehr gemein. Am Eingange des Parkes zu Hadersdorf; 
in Gemüsegärten zu Hütteldorf und Haimbach. 

2. U. Orooi Fckl. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Orobi DC). Im Juni selten an der unteren 
Blattfläche von: 

Orobus vernus L. Bei Mauerbach; bei St. Andrä an der Traisen (Ronniger 
im H. K.). 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus (Uredo Orobi Schum.). 
In gemeinsamen Häufchen, auf der Unterseite der Blätter derselben 
Näbrpflanze. An Waldrändern des Halterthaies und am Wege von 
Haimbach nach Mauerbach. Gegen Ende des Sommers und häufiger 
als das Aecidium. 

3. TL Trifolii Fckl. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Trifolii repentis Cast.). Nicht beobachtet. 
Fung. stylosporiferus (Uredo Anthyllidis Grev.). Im November an der Unter- 
seite der Blätter von: 
Onobrychis sativa L. An Wegen und Schuttplätzen bei Heiligenstadt. 1 ) 



1 ) Da ich nur Stylosporen besitze, so bleibt es mir zweifelhaft ob dieser Uredo nicht etwa 
zu Uromyces Laburni (DC.) Schrtr. — U. Onobrychis Lev. gezogen werden muss. Nach Aufstellung 
der Art Uromyces Anthyllidis (Grev.) Schrtr., ist noch ferner zu entscheiden ob U. Trifolii (DC.) 
Fckl. nicht gänzlich der Stylosporen entbehrt und demnach zur Gruppe Uromycopsis zu 
stellen sei. 



Die Brand-, Ro9t- und Mebltbaupilze der Wiener Gegend. 



127 



Fung. teleutosporiferus {Uredo Trifolii DC). Im Herbste geraein auf den 
Blättern von: 
Trifolium repens L. Im Parke zu Hadersdorf. 

— pratense L. Ebenda. 

4. U. Pisi de Bary. 

Fung. hymeniferus {Aecidium Cyparissiae Pers.). Im Sommer gemein an 
den Blättern von: 
Euphorbia Cyparissias L. 
Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. In gemeinsamen Häuf- 
chen auf der Unterseite der Blätter von: 
Pisum sativum L. Während des Herbstes bei Mauerbach und Haimbach. 

5. U. Polygoni Fcki. 

Fung. hymeniferus (Aecidium aviculare Kze.). Nicht beobachtet. 

Fung. stylosporiferus {Uredo Polygoni aviculare Alb. et Schw.) und Fung. 

teleutosporiferus {Capitularia polygoni Rbh.). Auf den Blättern und 

Stengeln von: 

Polygonum aviculare L. Ersterer im Sommer bei Sievering und auf 
dem Hermannskogel, letzterer im Spätherbste im Beethovengange bei 
Heiligenstadt. 

6. U. Cacaliae (DC.) Lev. 

Fung. hymeniferus {Aecidium Cacaliae Thüm.). 1 ) An den Blättern von: 
Adenostyles alpina Doli. Auf dem Preiner-Gschaid (Ronniger im H. K.). 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus {Uredo Cacaliae DC). 
An derselben Nährpflanze; auf dem Nasskamp und Schneeberge (Korn- 
huber); auf dem Preiner-Gschaid (Ronniger im H. K.). 

Gruppe B. Hemiuromyces Schrtr. 

Generationswechsel noch unvollkommen, nur Stylo- und Teleutosporen be- 
kannt. Spermogonien und Aecidien wahrscheinlich nur übersehen. 

7. U. Lathyri Fckl. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. Im November auf der 
unteren Seite lebender Blätter von: 
Lathyrus pratensis L. Am Wege von Mödling nach Brunn. 

— tuberosus L. Am Damme der Zahnradbahn in Heiligenstadt. 

8. U. Fabae de Bary. 

Fung. stylosporiferus {Uredo Fabae DC). Im Sommer an den Blättern und 
Fung. teleutosporiferus, im Herbste an den trockenen Stengeln von: 
Vicia Faba L. Im botan. Garten. 

9. U. Viciae Fckl. 

Fung. stylosporiferus. Im Sommer an den Blättern und Fung. teleutospo- 
riferus {Uredo Leguminosarum a. Viciarum Rbh.), an den Stengeln 
im Herbste, von: 
Vicia sativa L. Häufig auf Wiesen um Mödling. 

J ) Oesterr. bot. Zeitung 1870. 



128 



Wilhelm Voss. 



10. U. Laburni Schrtr. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus {Uredo Laburni DC). 
An der Unterseite der Blätter von: 
Cytisus Laburnum L. Auf dem Kalenderberge bei Mödling; und häufig 
in der Umgebung Badens (Reichardt). 
— nigricans L. Im November am Fusse des Gallizins. 

11. U. punctatus Schrtr. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. Gleichzeitig und ziem- 
lich häufig im Herbste, an der Unterseite der Blätter von: 
Astragdlus glycyphyllos L. Bei Laudon's Grab im Parke zu Hadersdorf; 
auf dem Gallizin (Juratzka im H. K.). 

12. U. striatus Schrtr. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. Im Herbste häufig an 
der Unterseite der Blätter von: 
Medicago sativa'L. Auf Kleefeldern um Hadersdorf. 

— falcata L. Im Haltertbale. 

— lupulina L. Im Prater. 

13. U. Ononidis Passer. 

Fung. stylosporiferus und Fung. teleutosporiferus. Im November an der 
Unterseite der Blätter von: 
Ononis spinosa L. Im Beethovengange in Heiligenstadt. 

14. U. Bumicum Fckl. 

Fung. stylosporiferus {Uredo Bumicum DC). Auf den Blättern von: 

Bumex Acetosa L. Im Sommer bei Mödling. 
Fung. teleutosporiferus (Uromyces fraternus L.). An den Blättern von: 

B, Acetosa L. Im Herbste auf feuchten Wiesen bei Mauerbach. 

B. crispus L. In den Auen bei Floridsdorf und im Prater. 

15. U ambiguus Fckl. 
Fung. stylosporiferus (Uredo limbata Rbh.). Ende Juli auf den Blät 

tern von: 

Allium Ophioscorodon Don. Im botan. Garten (Reichardt). 
Fung. teleutosporiferus (Uredo ambigua DC). Nicht beobachtet. 

Gruppe C. Uromycopsis Schrtr. 

Spermogonien und Aecidien auf derselben Nährpflanze wie die Teleutosporen 
aber meist auf getrennten Individuen. Stylosporen nicht bekannt. 

16. U. Ficariae Fckl. 
Fung. hymeniferus (Aecidium Banunculacearum DC b. Ficariae Pers.) 

Im Frühjahre auf der Unterseite der Blätter von: 
Banunculus Ficariae L. In den Prater- Auen und auf Wiesen bei Dorn 
bach; am Krotenbache bei Gersthof (Ronniger im H. K.). 
Fung. teleutosporiferus (Uredo Ficariae Alb. et Schw.). Meist kurz nach 
dem Aecidium erscheinend. An schattigen Orten bei Pötzleinsdorf. 



üie Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Genend. 



129 



17. U. Hedysari Fckl. 

Fung. hymeniferus. Auf der Unterseite der Blätter von: 
Hedysarum öbscurum L. Am Waxriegel des Schneeberges, im Juli 
(Reichardt). 

Fung. teleutosporiferus (Uredo Hedysari obscuri DC). Nicht beobachtet. 

18. U. phyteumatum (DC.) Lev. 

Fung. hymeniferus. Nicht beobachtet. 

Fung. teleutosporiferus (Uredo phyieumatum DC). Im Sommer und Herbste 
auf der Unterseite der grundständigen Blätter von: 
Phyteuma spicatum DC. Im Parke zu Dornbach; am Gostritz (Korn- 
huber). 

— orbiculare L. Auf dem Geissberge (Reichardt). 

19. U. tuberculatus Fckl. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Euphorbiae Pers. p. p.). Sehr gemein au 
den Blättern von: 
Euphorbia amygdaloides L. Um Dornbach. 

— virgata W. et K. In der Brühl, im Frühling. 

— verrucosa Lam. Bei Gaaden (Kornhuber). 

Fung. teleutosporiferus (Uredo seutellata Pers.). Nicht selten an: 
Euphorbia palustris L. Bei Moosbrunn, im Juni. 

— nicaeensis All. Bei Ebergassing (Reichardt); bei Velm und 
Guttenhof (im H. K.). 

— pannonica Host. Um Lanzendorf und Himberg. 

— virgata W. et K. (mit dem Aecidium). Bei Gersthof (Ronniger 
im H. K.). 

— Gerardiana Jacq. Auf der Türkenschanze (Heibar des k. k. 
botan. Hofcabinetes). 

20. U. Verbasci Niessl. 

Fung. hymeniferus (Aecidium Verbasci Cesati). An den Blättern von: 
Verbascum phlomoides L. Auf dem Calvarienberge bei Baden (Reichardt) 
und beim Dorfe Klamm (Wallner). 

Fung. teleutosporiferus. Von Baron Thümen bei Krems an: 
Verbascum thapsiforme Schrd. aufgefunden. 1 ) 

Gruppe D. Microuromyces Schrtr. 

Generationswechsel fehlt. Nur Teleutosporen bekannt. 

21. U. Primulae (DC). Auf der Rückseite der Blätter von: 

Primula minima L. Von Welwitsch auf dem Preiner-Gschaid gesammelt 
(Im Herbare des k. k. bot. Hofcabinetes). 



J ) Hieher gehört auch der schöne Hypodermier Uromy.tes Erythronii (DC), wovon ich Aeci- 
dien und Teleutosporen im Sommer 1875 sehr häufig bei Laibach fand. Uredo fehlt uud Teleuto- 
sporen werden oft neben Aecidien angetroffen. Im Herbare der zool -bot. Ges. befinden sich auch 
Exemplare, welche v. Niessl bei Graz sammelte. 

Z. B. Ges B. XXVI. Abb. 17 



130 



Wilhelm Voss. 



22. U. Muscari Lev. (Uredo limbata c. Muscari Rbh. Uredo Muscari Duby.). 

An den Blättern von: 
Muscari comosum Mill. Im Sommer selten auf Wiesen bei St. Veit und 
in der Brühl. 

23. U. Ornithogali (Schm. et Kze.) Lev. An den Blättern von: 

Ornithogalum umbellatum L. Auf dem Laaerberge (Hibsch im H. K.). 
Gagea arvensis Schult. Auf der Türkenschanze. 

10. Trachyspora Fuckel. 

1. T. Alchemillae Fckl. 

Fung. stylosporiferus {Uredo Alchemillae Pers.). Im Sommer nicht selten 
an der unteren Blattfläche von: 
Alchemilla vulgaris L. Auf dem Gostritz und dem Schneeberge (Korn- 
huber) ; auf Wiesen des Preiner-Gschaids (Ronniger im H. K.). 
Fung. teleutosporiferus (Caeoma minutum Lib.). Dürfte in Niederösterreich 
kaum fehlen, da er auf der südlichen Seite des Semmerings, bei Mürz- 
zuschlag, aufgefunden wurde. 

11. Gymnosporangium Link. 

1. Gym. fuscum (DC.) Oersted. 

Fung. hymeniferus (Aecidium cancellatum Pers.). Häufig auf der unteren 
Blattfläche von: 

Pyrus communis L. In Obstgärten bei Sievering und Stockerau. 
Fung. teleutosporiferus (Podisoma Juniperi Sabinae Fr.). Nicht beobachtet. 

2. Gym. clavariae forme (Jacq.) (DC.) Oersted. 

Fung. hymeniferus (Aecidium cornutum Pers., A. laceratum DC, A. Mali 
Schum., Ceratitium pennicillatum Rbh.). Auf der Unterseite der 
Blätter von: 
Pyrus Malus L. In Hausgärten Dornbachs. 

Crataegus Oxyacantha L. Am Bisamberge und im botan. Garten. 
Sorbus Aria Crantz. Bei Baden (Herbar des k. k. botan. Hofcabinetes). 
Fung. teleutosporiferus (Podisoma clavariaeforme Duby. P. Juniperi com- 
munis L.). Nicht beobachtet. 

3. Gym. conicum (Hedw.) (DC.) Oersted. 

Fung. hymeniferus (Aecidium cornutum Pers., Eoestelia cornuta Fr.). Auf 
den Blättern von: 
Sorbus aucuparia L. Im Sommer auf dem Anninger bei Baden. 
Aronia rotundifolia Pers. Um Guttenstein (Rogenhofer). Sommer. 
Fung. teleutosporiferus (Gym. Juniperi Lk., Gym. juniperinum Fr., Podi- 
soma juniperinum Oerst.). Auf der Rinde von: 
Juniperus communis L. Auf dem Gostritz und am Abhänge des Jauer- 
lings gegen den Spitzergraben (Kornhuber); im Sommer nicht selten. 



Die Brand-, Rot>t- und Meultnaupilze der Wiener Gegend. 



131 



12. Cronartimti Fr. 

1. C. asclepiadeum Fr. 

Fang, stylosporifems (Uredo Vincetoxici DC.) im Sommer und Fung. 
teleutosporiferus im Herbste, auf der Unterseite der Blätter von: 
Vincetoxicum officinale Mönch. Auf Waldwiesen bei Mödling und Baden, 
häufig. 

2. C. Paeoniae Cast. 

Fung. stylosporifems (Uredo Paeoniae Cast.) im Sommer selten und Fung. 
teleutosporiferus (Sphaeria flaccida Alb. et Schw.) im Herbste. Sehr 
gemein auf der Unterseite der Blätter von: 
Paeonia officinalis L. Im bot. Garten von Schönbrunn; in Hausgärten 
Haimbachs und Hütteldorfs; bei Schottwien (Wallner). 

13. Calyptospora Kühn. 

1. C. Goeppertiana Kühn. An den Stengeln von: 

Vaccinium Vitis Idaea L. Dieselben bis auf 3 Mm. Dicke anschwellend. 
Im Juni um Maria-Schutz bei Schottwien (Reichardt). 

Anhang. 

Pilze von noch zweifelhafter systematischer Stellung. 



Phelonites Chevallier. 

1. Ph. strobilina Fr. (Licea strobilina Alb. et Schw.). Auf der Innenseite der 
Zapfenschuppen von: 
Abies excelsa DC. (Welwitsch im Herbare des k. k. Hofcabinetes , ohne 
nähere Angabe des Fundortes). 



Aecidium Pers. 

1. A. Geranii DC. An der Unterseite der Blätter von: 

Geranium pusillum L. Bei Gersthof, im Mai (Ronniger im H. K.). 

2. A. Eanunculacearum DC. An den Blättern von: 
Banuneulus auricomus L. Auf Wiesen bei Dornbach, im Juni. 

— bulbosus L. Um Dornbach (Kornhuber). 

3. Clematidis Schwarz. An den Blättern von: 

Clematis Vitalba L. Nicht selten bei Klosterneuburg und Dornbach; bei 
Baden (Berroyer). 
— recta L. Bei Gersthof (Ronniger im H. K.). 

4. A. leucospermum DC. (A. Anemones Pers.). An den Blättern von: 
Anemone nemorosa L. In den Gebüschen des Halterthaies, nicht selten. 

(Schröter zieht dieses Aecidium zu Puccinia Anemones Pers. Brand- 
und Rostpilze Schlesiens, p. 20). 

17* 



132 



Wilhelm Von 8. 



5. A. Saxifragarum nov. spec? An den Gipfelblättern von: 

Saxifraga muscoides Wulf. Am Schlangenwege der Raxalpe, im Mai (Ber- 
royer im H. R.). 

6. A. Tussillaginis Pers. Sehr häufig auf der unteren Blattfläche von: 
Tussilago Farfara L. Im Wienthal e und am Mödlingbache; an der Reich- 

liesing (Kornhuber). 

7. A. Sonchi Westendrop. An der unteren Blattfläche von: 
Mulgedium älpinum Css. Auf dem Nasskamp (Kornhuber). 

8. A. Pedicularis Libosch. An den Blättern und Blattstielen von: 
Pedicularis palustris L. Um Moosbrunn, im Sommer. 

9. A. Valerianearum Dub. An der Unterseite der Blätter von: 

Valeriana tripteris L. Am Gostritz - Abhang gegen Maria Schutz (Korn- 
huber). 1 ) 

10. A. Xylostei Wallr. Auf den Blättern von: 

Lonicera alpigena L. Auf dem Waxriegel des Schneeberges (Reichardt). 

11. A. columnare Ab. et Schw. An Tannennadeln in den Voralpen des Schnee- 

berges (Reichardt, Verh. d. z. b. Ges. 1867, p. 333). 

12. Convallariae Schum. An den Blättern von: 
Convdllaria majalis L. Bei Purkersdorf. 

13. A. Paridis Ung. Auf der Unterseite der Blätter von: 

Paris quadrifolia K. In den Donau- Auen bei Stockerau (Herbar des k. k. 
Hofcabinetes). 

Uredo Pers. 

1. U. Geranii DC. Auf der Unterseite der Blätter von: 
Geranium pusülum L. Im October auf dem Gallizin (Reichardt). 2 ) 

2. U. Saxifragarum DC. An den Blättern von: 

Saxifraga muscoides Wulf. Auf dem Schneeberge (Kornhuber). 3 ) 

3. U. Empetri DC. An den Blättern von: 

Empetrum nigrum L. Auf dem Ochsenboden des Schneeberges, im Juni 
(Reichardt). 

4. U. Symphyti DC. Auf den Blättern von: 

Symphytum tuberosum L. In den Auen bei Stockerau; am Weidenbache 
bei Schönkirchen im Marchfelde (Roll); bei Purkersdorf und 
im Weidlingthale (Kornhuber). 
— ofßcinale L. Im Parke zu Dornbach. 

5. U. Iridis DC. Im Sommer gemein auf verschiedenen Irideen des botanischen 

Gartens. 4 ) 



') Vielleicht zu Uromyces Valerianae (DC.) Fckl. gehörig. 

2 ) Dürfte mit dem früheren Aecidium wahrscheinlich zu Uromyces Geranii Otth. et 
Wartm. gehören. 

s ) Ob zu Puccinia Saxifragarum Schlechtd. mit dem früheren Aecidium? 
4 ) Wohl die Stylosporen von Puccinia Iridis Khh. 



Die Brand-, Kost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 



133 



6. U. Mercurialis Mart. Auf den Blättern von: 
MercuriaUs perennis L. In den Auen bei Stockerau. 

7. U. Galanthi Kirchn. An den Blättern von: 

Gtüanthus nivalis L. In den Auen bei Stockerau. (Im Herbare des k. k. 
botan. Hofcabinetes. Von der in Pokorny's Beiträgen angeführten 
Puccinia Galanthi [Autor?], konnte ich mir leider kein Exemplar 
zur näheren Untersuchung verschärfen.) 

III. Mehlthaupilze: Erysiphei Tulasne. 
1. Lasiobotris Kze. et Schm. 
1. L. Lonicerae Kze. et Schm. Im Herbste nicht häufig auf der Oberseite 
lebender Blätter von: 
Lonicera nigra L. An der Thalhofriese bei Reichenau und an der öster- 
reichisch-steierischen Grenze. (Schiedermayer in Kabenhorst, Fungi 
europaei 1434 b.) 

2. Podosphaera Leveille. 

1. P. Kunzei Lev. 
Pruni domesticae. 

Fung. conidiophorus und Fang, ascophorus. Auf der Unterseite der 
Blätter von: 

Prunus domestica L. Im Herbste in Hausgärten bei Sievering, nicht 
häufig. 
Pruni Padi. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe tridactilla Wallr.). 
Auf der Unterseite lebender Blätter von: 
Prunus Padus L. Im Parke zu Hadersdorf, im October. 
Vaccinii MyrtiUi. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe Myrtillina Fries.). 
Auf den Blättern von: 
Vaccinium Myrtillus L. Bei Neulengbach (v. Niessl). 

3. Sphaerotheca Leveille. 

1. Sph. pannosa (Lk.) Lev. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe pannosa Lk.). 
Ersterer an der oberen Blattfläche, letzterer an Blatt- und Blüthen- 
stielen und am Fruchtboden von: 
Rosa centifolia L. In Gärten Hütteldorfs und im botan. Garten, im 
Herbste gemein. 

2. Sph. Castagnei Le'v. 
Sanguisorbae. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe macularis c. 
Poterii Rbh.). An den Blättern von: 
Poterium Sanguisorba L. Auf Wiesen des Parkes zu Dornbach, im 
Herbste nicht selten. 



134 



Wilhelm Voss. 



Bidentis. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe circumfusa LL). 
Im September an beiden Blattfiächen von: 
Bidens tripartita L. An den Ufern des Dornbaches gemein. 

Impatientis. 

Fung. conidiophorus und Fang, ascophorus (Erysiphe lamprocarpa b. Bal- 
samdnae Ebh.). An den Blättern von: 
Impatiens Nolitangere L. An feuchten Waldstellen bei Mauerbach (mit 
Cincinobolus Cesati de Bary). 
Cucurbitacearum. 

Fung. conidiophorus (Oidium erysiphoides Fr.) und Fung. ascophorus 
(Erysiphe communis f. Cucurbitacearum Rbh.). Ersterer im Sommer 
gemein an den Blättern von: 
Cucumis sativus L. In Küchengärten von Hadersdorf und Weidlingau. 
— Pepo L. Bei Dornbach in Gärten. 
Kumuli. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascop)horus (Erysiphe macularis a. Hu- 
muli Rbh.). Im Sommer und Herbste gemein an den Blättern, 
seltener den Fruchtzapfen von: 
Kumulus lupulus L. Im Prater; im Wientbale bei Hacking; bei Weid- 
ling und Klosterneuburg (mit Cicinobolus Cesati de Bary). 

Vitts: 

Fung. conidiophorus (Oidium Tuckeri Berk.). Auf der oberen Blatt- 
fläche von: 

Vitis vinifera L. Nicht selten in den Weingärten bei Klosterneuburg 
(mit Cincinobolus Cesati de Bary). 

4. Phyllactinia Leveille. 

1. Phy. guttata Lev. 
Crataegi. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus. Im November häufig an 
den Blättern von : 
Crataegus Oxyacantha L. In den unteren Prater- Auen. 
Alni. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus. Im Herbste nicht selten auf 
der Unterseite der Blätter von: 
Alnus incana DC. In den Donau-Auen bei Floridsdorf. 
Fagi. 

Fungus conidiophorus und Fungus ascophorus (Erysiphe lenticularis 
b. Fagi Rbh.). Auf der Oberseite der Blätter von: 
Fagus sylvatica L. Am Heuberge bei Dornbach; um Neulengbach 
(v. Niessl). 



Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 



135 



^Carpini. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe lenticularis d. Car- 
pitti Rbh.). Im Spätsommer hin und wieder an den Blättern von: 
Carpinus Betidus L. Am Wege nach dem Deutschen Walde bei Purkers- 
dorf; um Neulengbach und Pötzleinsdorf (v. Niessl). 
Quercus. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus {Erysiphe lenticularis Rbh.). 
An den Blättern verschiedener Eichen. Um Neulengbach (v. Niessl). 
Betulae. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (E-ysiphe guttata b. Betu- 
lae Rbh.). Auf den Blättern von: 

Betula alba L. An den Geländen des Halterthales, selten. 

Fraxini. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe lenticularis a. Fra- 
xini Rbh.). Auf der Unterseite der Blätter von: 
Fraxinus excelsior L. Im Spätherbste im Parke zu Hadersdorf; um 
Neulengbach (v. Niessl). 
Coryli. 

Fung. conidiophorus u. Fung. ascophorus (Erysiphe guttata a. Coryli Rbh.) 
Sehr gemein im Herbste auf der Unterseite der Blätter von: 
Corylus Avellana L. Am Wege von Weidling nach Klosterneuburg. 
Hippophaes. 

Fung. ascophorus. Im Sommer an der Oberseite der Blätter von: 

Hippopha'e rhamnnides L. In den Donau- Auen und im botan. Garten, 
nicht häufig. 

5. Uncinula Leveille. 
Schläuche viersporig. 

1. U. adunca Le'v. 
a. Sdlicum. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe adunca bb. Sali- 
cum Rbh.). An der oberen Blattfläche von: 
Salix purpurea L. Im Herbste an Bachrändern bei Purkersdorf. 
— alba L. Ebenda. 
Populorum. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe adunca aa. Popu- 
lorum Rbh.). An der oberen Blattfläche von: 
Populus pyramidalis Roz. 

— nigra L. 

— tremula L. 

Von Juni bis November im Prater ziemlich häufig. 



136 



Wilhelm Voss. 



Schläuche achtsporig. 

2. U. Bicornis Le'v. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe bicornis Lk.). 
Während des Sommers auf der Oberseite der Blätter von: 
Acer campestre L. Sehr gemein. 

3. U. Tulasnei Fckl. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (unter Erysiphe bicornis Lk.). 
Auf der oberen Blattfläche von: 
Acer platanoides L. Im öctober, im botan. Garten zu Schönbrunn 
nicht selten. 

6. Calocladia Leveille. 

a. Perithecium mit vier Schläuchen. 

1. C. divaricata (Lk.) Lev. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe divaricata Lk.). 
Auf den Blättern von: 
Ehamnus Frangula L. Nicht häufig im Herbste, auf Bergen um Mödling 
und im Augarten. 

2. C. Hedwigii Lev. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe penicillata b. Capri- 
foliacearum Rbh.). Im Herbste gemein auf der Oberseite der Blätter von: 
Viburnum Lantana L. Im Parke zu Hadersdorf. 

3. C. penicillata (Lk.) Le'v. 

Fung. conidiophorus u. Fung. ascophorus (Erysiphe penicillata a AlniWoh.). 
Auf den Blättern von: 
Alnus incana L. An Bachufern des Halterthaies, im Herbste nicht selten. 

4. C. Ehrenbergii Lev. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (unter Erysiphe penicillata 
b. Caprifoliacearum Rbh.). Auf beiden Blattflächen von: 
Lonicera tartarica L. Im Sommer sehr gemein, an Gartenhecken 
in Hacking. 

b. Perithecium mit acht Schläuchen. 

5. 0. comata (Lk.) Le'v. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe comata Lk.). An 
den Blättern von: 

Evonymus europaeus L. Im Sommer, bei Hinterhaimbach ; bei Purkers- 
dorf (v. Frauenfeld). 

6. C. Grossulariae Le'v. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Erysiphe penicillata d. Grossu- 
lariae Link, et Wallr.). Auf den Blättern von: 
Ribes Grossularia L. Um Neulengbach (v. Niessl). 



Die Brand-, Kost- and Mehlthaupilza der Wiener Gegend. 



137 



7. C. holosericea (Lk.) Lev. 

Fung. conidiophorns und Fung. ascophorus (Erysiphe holosericea 'Lk.). 
Im Sommer an den Blättern von: 
Ästragdlus glycyphyllos L. Im Parke zu Hadersdorf ; im botan. Garten; 
um Neulengbach (v. Niessl). 

8. C. Berberidis Lev. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (Frysiphe Penicillat a c. Ber- 
beridis Lk.). Auf beiden Blattflächen vou: 
Berberis vulgaris L. Gegen Ende des Herbstes, oft sehr gemein, im 
Wiener Stadtparke. 

9. C. Mougeotti Le'v. {F/rysiphe Lycii Lash.) 

Fung. conidiophorus. An den Blättern von: 
Lycium barbarum L. Im Herbste, am Promenadewege in der Vorderbrühl. 

7. Erysiphe (Hedw.) Tulasne. 
a. Schläuche zweisporig. 
x. Anhänge des Peritheciuras hyalin. 

1. E. Linkii Le'v. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus. Auf den Blättern von: 
Artemisia vulgaris L. Im Spätherbste sehr gemein, an Wegen bei Weidimg- . 
ß. Anhänge des Peritheciums gefärbt. 

2. F. lamprocarpa (Lk.) Le'v. 
Sonchi. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (E. horridula ß. Cichoria- 
cearum Rbh.). Auf beiden Blattflächen von: 
Sonchus oleracexis L. Im September sehr geraein, auf Schutthalden 
des Weltaustellungsplatzes. 
Tragopogonis. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus {E. horridula ß. Cich. Rbh.). 
An den grundständigen Blättern von: 
Tragopogon pratensis L. Im Herbste an Wegen bei Weidling. 
Salviae. ') 

Fung. conidiophorus. Auf der oberen Blattfläche von: 
Salvia verticillata L. An wüsten Plätzen nächst des Bahnhofes von 
Klosterneuburg, im October. 
Lamii. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (E. lamprocarpa a. Labia- 
tarum Rbh.). Im Sommer und Herbste an den Blättern von: 
Lamium maculatum L. An wüsten Plätzen um Hadersdorf. 
— purpureum L. Ebenda. 



') Obwohl ich keine Perithecien untersuchen konnte, so dürfte der Aualogie nach, diese 
Form an richtiger Stelle stehen. 

Z. B Ges. B. XXVI. Abh. 18 



138 Wilhelm Voss. 

Plantaginis. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (E. lamprocarpa c. Planta- 
ginis Rbh.). Ersterer auf der oberen, letzterer an der unteren Blatt- 
fläche von: 

Plantago major L. Ziemlich gemein, gegen Ende des Sommers, am 
Weltausstellungsplatze; beim Bahnhofe von Hütteldorf etc. 

b. Schläuche achtsporig, 
a. Anhänge des Peritheciums hyalin. 

3. E. Graminis Lev. 

Fung. conidiophorus {Oidium monilioides Lk.) gemeinsam mit Fung. 
ascophorus {E. communis a. Graminacearum Lk. Gemein, im Herbste, 
an den verschiedensten Gräsern. 

4. E. Martii Lev. 
Medicaginis. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus. Auf den Blätter von: 
Medicago lupulina L. Im Herbste sehr gemein, im Weltausstellungsraume. 

Meliloti. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (unter E. communis m. Legu- 
minosarum Rbh.). An den Blättern von: 
Melilotus officinalis Desr. 

— alba Desr. So gemein wie die Nährpflanzen, am Weltausstel- 
lungsplatze und sonst im Prater; bei Klosterneuburg; in der Brühl etc. 
Trifolii. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (E. communis ra. Legumino- 
sarum Rbh.). Im Herbste an den Blättern von: 
Trifolium pratense L. In der Hinterbriihl. 
Falcariae. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus. An den Blättern von: 
Falcaria Bivini Host. Sehr häufig im Herbste, an Wegen in und um 
Dornbach; um Klosterneuburg. 
Peucedani. 

Fung. conidiophorus. An den Blättern von: 
Peucedanum Cervaria Cass. Am Promenadewege in der Vorderbrühl, 
weniger, häufig, im Herbste. 
Heraclei. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus {E. communis 1. Umbelli- 
ferarum Rbh.). Während des Sommers sehr gemein, an den Blättern 
und Früchten von: 
Heracleum Spondylium L. In der Hütteldorfer-Au und längs des ganzen 
Wienthaies. 



Die Brand-, Rost- und Mehltbaupilze der Wiener Gegend. 



139 



Cahjstegiae. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (E. Convolvuli Sepium Cast). 
Auf beiden Blattflächen von: 
Convolvulus Sepium L. Häufig im Herbste, an der Umzäunung des 
Weltausstellungsraumes im Prater. 
Urticae. 

Fung. conidiophorus. An den Blättern und Stengeln von: 

Urtica dioica L. Gemein, an wüsten Plätzen des Halterthaies, im Sommer. 

ß. Anhänge des Peritheciums gefärbt. 

5. E. Montagnii Lev. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (E. depressa a. Bardanae Rbh.). 
Sehr häufig an den Blättern und Früchten von: 
Lappa tomentosa Lam. Im Herbste, am Weidlingbache; im Prater 
und bei Hadersdorf. 

6. E. communis (Lk.) Lev. 
Thalictri. 

Fung. conidiophorus und Fung ascophorus. Auf den Blättern von: 
Thalictrum flavum L. Im Spätherbste in den Auen des Praters. 
Delphinii. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (E. nitia Rbh.). An den 
Blättern von: 
Actaea spicata L. Bei Purkersdorf (v. Frauenfeld). 
Banunculi. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus. An den Blättern von: 
Clematis Vitalba L. Im Herbste gemein, bei Klosterneuburg. 
Ononidis. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus {E. communis m. Legumino- 
sarum Rbh.,). An den Blättern von: 
Ononis spinosa L. Um Brunn a. G. (Boll.). 
? Melandri. 

Fung. conidiophorus. Auf der Oberseite der Blätter von: 
Melandrium pratense Röhl. Im Prater. 
Convolvuli. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus {E. communis b. Convolvu- 
lacearum Rbh.). An den Blättern von: 
Convolvulus arvensis L. Im Herbste überall verbreitet. 
Polygoni. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus (E. communis m. Polygo- 
norum Rbh.). Sehr gemein, an den Blättern von: 
Polygonum aviculare L. 

lapathifolium L. Häufig am Ufer des Dornbaches. 

18* 



140 



Wilhelm Vos 



7. E. horridula (Wallr.) Lev. 
Symphyti. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus iE. horridula Lev.). An den 
Blättern von: 

Symphytum officinale L. Häufig um Hinterhainibach. 
— tuberosum L. Im Prater und in der Brühl. 

Echii. 

Fung. conidiophorus und Fung. ascophorus. An den Blättern von: 
Echium vulgare L. Im Herbste, an wüsten Plätzen bei Klosterneuburg. 

IV. Peronosporei De Bary. 1 ) 

1. Peronospora Cord. 

1. P. Ficariae de Bary. An der unteren Fläche lebender Blätter von: 

JRanunculus Ficaria L. Im Sommer nicht selten im Parke zu Dörnbach. 

2. P. parasitica de Bary. Auf den welkenden Blättern von 

Brassica oleracea L. In Gemüsegärten bei Mödling, im Herbste. 

3. P. pusüla de Bary. (unter Botrytis nivae Ung.). Auf den Blättern von: 

Geranium sylvaticum L. Im Sommer häufig, auf Wiesen und an Wald- 
rändern bei Mauerbach. 

4. P. Trifoliorum de Bary. An den Blättern von: 

Medicago sativa L. Auf Wiesen bei Hadersdorf, im Sommer. 
Trifolium rubens L. Auf dem Lichtensteine bei Mödling. 

5. P. Chrysosplenii Fckl. An den Blättern von: 

Chrysosplenium alternifolium L. (Siehe Pokorny's Vorarbeiten p. 49.) 
t). P. nivea de Bary. Im Sommer an den Blättern von: 

Aegopodium Podagraria L. Auf Waldwiesen bei Hadersdorf, nicht selten. 
Anthriscus sylvestris Hffm. Im botan. Garten; in den Auen bei Stockerau, 
im April (Röll.). 

7. P. calotheca de Bary. Im Herbste an den Blättern von: 

Galium Aparine L. In den Gebüschen des Augartens, häufig. 

8. P. ylangliformis de Bary. An der Unterseite der Blätter von: 

Sonchus oleraceus L. Auf wüsten Plätzen des Weltausstellungsraumes. 
Senecio vulgaris L. (Siehe Röll. in Pokorny's Vorarbeiten p. 49.) 

9. P. infestans de Bary. Nicht selten im Sommer an den Blättern von: 

Solanum tuberosum L. Auf Feldern zwischen Weidling und Kloster- 
neuburg. 



J ) Die Einbeziehung dieser Gruppe in die vorliegende floristische Arbeit möge dadurch 
gerechtfertigt sein, indem die Glieder der einen Gattung (Cystopus) früher zu den Uredineen gezogen 
wurden, die der anderen (Peronospora) aber, durch ihr habituelles Aussehen an die Erysipheen 
erinnern, und bei deren häufigem Auftreten, diese Erscheinung wohl auch als „Mehlthau" be- 
zeichnet wurde. 



Die Brand-. Ro*t- und Melilthaupilze der Wiener Gegend. 



141 



10. P. densa de Barj. Auf den Blättern von: 

Euphrasia officinalis L. Im Sommer hin und wieder am Heuberge 
bei Dornbach. 

— Odontites L. Ebenda. 

11. P. alta de Bary. An der unteren Blattfläche von: 

Plantago major L. Im Sommer nicht selten, am Eisenbahndamme bei 
Weidlingau. 

12. P. effusa de Bary. a. major . An der unteren Blattfläche von: 

Chenopodium Bonus Henricus L. Auf Wiesen und an Bächen bei Baden. 
— album L. Im Prater nicht selten. 

13. P. Rhinitis de Bary. An den grundständigen Blättern von: 

Rumex Acetosa L. Auf Wiesen bei Mauerbach und in der Hinterbrühl. 
— crispus L. Ebenda. 

2. Cystoptis Le'v. 

1. G. Candidus Lev. (Uredo Candida Fers. a. Cruciferarum). Auf den Blättern 

und Früchten, ebenso an den Stengeln von: 
Capsella bursa pastoris Mönch. Im Sommer höchst gemein. 
Raphanus Raphanistrum L. Um Fischament (Rogenhofer im H. R.). 

— sativus L. Im botan. Garten. 
Arabis Turrita L. In der Vorderbrühl. 

Farsetia incana R. Br. Im botan. Garten (Herbar des k. k. botan. 

Hofcabinetes. 
Hesperis tristis L. Auf Feldern um Laa (Röll.). 
Sisymbrium officinale Scop. Bei Sievering. 

Barbarea vulgaris R. Br. Im Wienthale bei Hütteldorf, im August. 
Rapistrum perenne All. Im Mai auf dem Bisamberge (Reichardt). 
Thlaspi montanum L. Um Dornbach. 
Camelina sativa Cr. Bei Weinhaus (Ronniger im H. K.). 

2. C. Lepigoni de Bary. Auf allen Theilen von: 

Spergida marina Bess. ß. marginata (Reichardt, Verh. d. z. b. G. XVII. 
1867, p. 330). 

3. C. spinulosus de Bary (unter Uredo Candida Pers. b. Compositarum). Im 

Sommer an den Blättern von: 
Cirsium arvense Scop. Auf Brachen bei Hütteldorf. 

4. C. cubicus de Bary. (Uredo cubica Strauss). Auf der Unterseite der Blätter 

verschiedener Köpfchenpflanzen. Bis jetzt auf: 
Inula britanica L. Bei Dornbach. 
— salicina L. Auf Bergwiesen zwischen Weidlingau und Mauer- 
bach, im Juni (Herbar des k. k. botan. Hofcabinetes). 



142 



Wilhelm Voss. 



Podospermum Jacquinianum Koch. Im Prater, häufig. 
Pyrethrum Parthenium Sm. In Hausgärten bei Wien (Wallner). 
Scorzonera hispanica L. Im botan. Garten. 
5. G. Bliti de Bary. (Uredo Candida Pers. c. Portulacearum ; ü. Bliti Beriiard). 

Sehr gemein an der Unterseite der Blätter von: 
Amaranthus retroflexus L. Im Sommer im Prater und um Hütteldorf ; 

an wüsten Plätzen in Weickersdorf bei Wr.-Neustadt und um Baden 

(Reichardt). 



A. Verzeichniss der Familien, Grattungen, Arten und Synonymen. 







Seite 






Seite 


Aecidium Pers 




Aecidium Grossulariae DC. . . 


124 




albescens Grev. 


• X uO 




TTiprncii Schum. 


1 16 

X XU 




alliatuvn Lk. 


. . 119 




l.Cl.C PT/l.tuW, DC 


130 




A vi p yyi fxw p q T^pvq 
J^L/vo tivu ft/Oö X Cid. . . 


131 






115 




A QTiffvn no TiQPn 


117 




1 ' P^il PClQY^PV'YYIHWl IM, 


131 




Aftwpriffllii Ppts 


HO 




TVTali Sohiim 


130 

XÖU 




aviculaTß Kze. • . 


197 




Mpnthap DC 


117 

XXI 




~Rph,pwi<i DC 


114 




Ornhi DC 


126 






119 




jP/vi*'//7')*o Tin er 


132 




Cacaliae Thm. 


197 

. . X u 1 




t/vv v\t (A/vlA/f VO UIUVOVII« • • 


132 




cancellatum Pers. . 


1 30 




Phaseolorum Wllr. . . . 


19ß 




Centaureae DC. . . 


. . 116 




Pimpinellae Kirchr. . . 


115 




Cerinthes Thm. . . 


. . 118 




Pini Pers 


110 




Cichoriacearum DC. 


. . 124 




Prenanthis Pers. . . . 


116 




Circaeae Oes. . . 


. . 117 






115 




Cirsii DC. . . . 


. . 116 




punctatum Pers. . . . 


123 




Clematidis Schwarz. 


. . 131 




Banunculacearum DC. . 


131 




columnare Alb. et 


Schw. 132 




— b. Ficariae Pers. . 


128 




Convallariae Schum 


. . . 132 






119 




cornutum Pers. . 


. . 130 




Rumicis Schlchtd. . . . 


118 




Cruciferarum Rbh. 


. . 124 




Saxifragarum . . . . 


132 




Cyparissiae Pers. 


. . 127 




Soldanellae Hornsch. . . 


115 




elongatum Lk. 






Sonchi Westendrop. 


132 




a. Bhamni . . . 


. . 119 




Stellariae Kirchr. . . 


114 




d. Berberidis . 


. . 119 




Taraxaci Schm. et Kze. . 


115 




JEpilobii DC. . . 


. . 117 






117 




Euphorbiae Pers. 


. . 129 




Trifolii repentis Cast. 


126 




Falcariae. DC. . 


. . 124 




Tussilaginis Pers. . . 


132 




Galii Pers. . . . 


. . 116 






118 




Geranii DC. . . 


124, 131 




Valerianearum Dub. . 


132 



Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 143 





Seite 






Seite 


Aecidiutn Verbasci Ces. 


. 129 


Cystopus cubicas de Bary. . . 


141 


— Violae Schum. 


114 




Lepigoni de Bary. . . 


141 


— Xylostei Wallr 


132 




spinulosus de Bary. . . 


141 




140 


Bicaeoma Prunorum Lk. . . . 


119 


Caeoma Tu] 


109 




110 


— Filicum Lk 


109 






110 


— Hypericorum Schlchtd. 


. 109 




137 


— miniata Schlchtd. 


. 110 




adunca Link 


135 




130 




aa. Populorum . . . . 


135 




126 




bb. Salicum . . . . 


135 




136 




bicornis Link 


136 


— Berbei'idis Lev. . 


137 




circumfusa Link. . . . 


134 


— comata (Lk.) Lev. 


. 136 




coYtiatci Link 


136 




136 




communis (Lk.) Lev. . 


139 


— Ehrenbergii Lev. 


136 




communis Link. 




— Grossulariae Lev. 


136 




a. Graminacearum . . 


138 




136 




b. Convolvulacearum . 


139 




137 




f. Cucurbitacearum . . 


134 




137 




1. Umbelliferarum . . 


138 




136 




m. Leguminosarum . . 


139 




131 




n. Polygonorum . 


139 


— • Goeppertiana Kühn. 


131 




Convolvuli Sepium Cast. 


139 


Capitularia polyqoni Rbh. 


127 




Uityi töbci 1ji.uk. 




Ceratitium penicillatum Rbh. 


130 




<Xi. JLHAjI U/U/HUV .... 


139 




114 




fl QW/ivii Pfii~fi T.inV 


136 


— Abietis Ung 


114 






138 


Cicinobolus Cesati de Bary. . 


134 




guttatet Link. 






110 






135 


n t t? l i 


111 
in 




b. Bctulae . 


135 


— Campanulacearum Fr. 






holosericea Link. . . . 


137 


m — ^11 1 wll fit filmt rsATI 


1 10 




horridula (Wallr.) Le'v. . 


140 


~PnlQntillnp Fr 


110 




horridula Wallr. . . . 


140 


J?hiiin nthnr'/>rt>y">i'ivi hr 

Jl/ilrlMttvftitlLtylAii Ulli i 1 1 . • 


110 




b. Cichoriacearum . . 


137 




111 






— SenecionuM Fckl. . 


1L1 




lamprocarpa (Lk.) Lev. . 


137 


— Sonchi Tul 


111 




lamprocarpa Link. 




— Tussillaginis Lev. . . 


111 




a. Labiatarum . . . 


137 


Cronartium Fr 


131 




b. Balsaminae .... 


134 




131 




c. Plantaginis .... 


138 




131 




lenticularis Wallr. 






141 






135 




142 






134 


— Candidus de Bary. . . 


141 




d. Carpini 


135 



144 Wilkel: 

Seite | 

Erysiphe Linkii Lev 137 

— Lycii Lash 137 

— macularis Schlecht. 

a. Humuli 134 

c. Poterii 133 ■ 

— Martii Lev 138 I 

— Montagnei Lev 139 j 

— Myrtillina Fries. ... 133 | 

— nitida Ebh 139 

— pannosa Link. . . . . 133 

— penicillata Link. 

a. AM 136 

b. Caprifoliacearum . 136 

c. Berberidis . . . . 137 

d. Grossulariae . . . 136 

— tridactyla (Wallr.) Rbh. . 133 

Erysiphei Tul 133 

Eupuccinia Schrtr 114 

Euuromyces 126 

Gymnosporangium Link. . . . 130 

— clavariaeforme Oerst. . . 130 

— conicum Oerst 130 

— fuseum Oerst 130 

— Juniperi Link 130 

Hemipuccinia Schrtr 119 

Hemiuromyces Schrtr 127 

Heteropuccinia Schrtr 118 

Lasiobotris Kze. et Schm. . . 133 

— Lonicerae Kze. et Schm. 133 

Leptopuccinia Schrtr 125 

Licea ströbilina Alb. et Schw. . 131 

Melampsora Cast 111 

— areolata Lev 112 

— betulina Tul 112 

— Euphorbiae Tul 113 

— Lini Tul 111 

— populina Tul 111 

a. Populi 111 

b. Populi albae . . . 112 

c. — tremulae . . . 112 

d. — moniliferae . . 112 



Voss. 

Seite 



Melampsora salicina Tul. . . 112 

a. Salicis capreae . . 112 

b. — vitellinae . . 112 

c. — albae .... 112 

Micropuccinia Schrtr 124 

Microuromyces Schrtr 129 

Oidium erysiphoides Fr. . . . 134 

— monilioides Link. . . . 138 

— Tuckeri Berk 134 

Peride'rmium Link 110 

— elatinum Kze. et Schw. . 110 

— oblongisporatum Fckl. . 110 

— Pini Fckl 110 

— Pini Wallr 110 

a. corticola 110 

b. acicola 110 

Peronospora de Bary . . . . 140 

— alta de Bary 141 

— calotheca de Bary . . . 140 

— Chrysosplenii Fckl. . . 140 

— densa de Bary .... 141 

— effusa de Bary 

a. major 141 

— Ficariae de Bary . . . 140 

— infestans de Bary . . . 140 

— gangliformis de Bary . . 140 

— nivea de Bary . . . • 140 

— parasitica de Bary . . . 140 

— pusilla de Bary . . . . 140 

— Rumicis de Bary . . . 141 

— Trifoliorum de Bary . . 140 
Peronosporei de Bary . . . . 140 
Phelonites ströbilina Fr. . . . 131 
Phragmidium Link 113 

— asperum Wallr 113 

— bulbosum Schlchtd. . . . 114 

— effusum Awd 113 

— granulatum Fckl. . . . 113 

— incrassatum Link. . . . 114 

— mucronatum Wallr. 

b. Sanguisorba . . . 113 

— obtusum Kze. et Schin. . 113 

— Poterii Fckl 113 



Die Brand-, Rost- und Mehltliaupilze dei Wiener Gegend. 145 





Seite 






Seite 


Phragmidium Bosaruvi Rbh. 


114 


Puccinia Endiviae Passer. . . 


115 


Phyllactinia Lev 


134 




Jipilobii DC . 


117 


— guttata Lev 


134 




Falcaviae (Spr.) .... 


124 


JPodiso7)ia Link 


130 




Galanthi 


133 


— clavariaeforme Duby. 


130 




GalioTum Link 


116 


— juniperinum Fr. 


130 




Gevanii Cord 


124 


— Juniperi Sabinae Fr. . 


130 




Glechoniae DC .... 


126 


Podosphaera Lev 


133 




graminis Pers 


119 


— Kunzei Lev 


133 




Selianthi Schweinitz. . 


122 


— — Pruni domesticae . 


133 






121 


— — — Padi . . . 


133 




Hieracii Mart 


116 


— — Vacinii Myrtilli 


133 






132 




126 




Liliaccavum Duby. . 


125 


Puccinia Pers. 


114 




Luzulac Lib 


123 


— Absinthii DC 


122 




Ly chnideavum Link. 


114 


— Adoxae DC 


123 




Maydis Pötsch 


123 




120 






117 


— Andropogonis Fckl. 


123 




Mochvivigiac Fckl. . 


125 


— Anemones Pers . 


123 




obtegens Tul 


121 


— Apii Corda 


120 




obtusa Schrtr 


117 


— Artemisiae Fckl. 


122 




Oveosclini Fckl 


120 


— Artemisiarum Dub. 


122 




Piwipinellae Link. . 


115 


— arundinacea Hedw. 


118 




Polygoni Cotivolvuli DC. 


122 


— Asari Link 


125 




Pölygonorum Fckl. 


122 


— Asparagi DC 


117 




Prenanthis Fckl. 


116 


— Astrantiae Klchbr. . 


124 




Pritnulae Grev .... 


115 


— Bdlsamitae Rbh. 


121 




Pvostii Duby 


125 


— Bardanae Cord 


122 




Prunorutn Link. 


119 


— Betonicae DC 


117 




JRhododendri Fckl. 


120 


— Bistortae DC 


122 




Bibis DC 


124 


— Brachypodii Fckl. . 


123 




Bumicis Bellynk. 


122 


— Calatnitithae DC. 


122 




SaxifragaTum Schltd. 


132 


— Caricis DC 


118 




sessilis Schneider. . . . 


119 


— C 'entaureae DC 


116 




Silevis nov. spec. 


120 


— Chamaedryos Ces. . 


125 




Söldanellae Fckl. . . . 


115 


— ('hondrillaß Cord. 


115 




Stellariae Duby. . . . 


114 


— Chrysosplenii Grev. 


125 




ftfvnmiv)')<{ FVkl 


118 




117 






121 


vi Ovv l i ' I l . ..... 


116 




Teuer ii Fckl. 




— conglomerata Schni. et Kze. 


116 




b. Chamaedryos . . . 


125 




119 




Thesit Chail 


117 


— discoidearum Link. . . . 


122 




Thlaspeos Schubert. . . 


124 




120 




Tragopogonis Cord. . . 


124 


Z. B. Oes. B. XXVI. Abu. 






19 





146 



Wilhelm Voss. 





Seite 






Seite 


rii.PPi.viifi, TTmiIipTI ö fpYnfoim T)C*. 

-* vl\s\jvlll\Ai yJ IlvUClllf Ol iAjl Ulli JLJ\j. 




Uredo appendiculata Pers. . . 


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193 




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1 99 


V't'vtorip du cf 


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118 
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114 




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191 


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119 






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123 




JL> vovUf vtlf fA/fft XJKj» 


122 


"Rli'utÄRvn.fl, T<])/'nh,ovhinp Srhnhprt; 


113 






142 


r\ HPQ'tpl o n Pf\Wifu*t n TTv 


1 30 




Calpaliap T)C, 


197 
Lot 


ffplprotiuni noTiijTi'mi'in Ppvs 


112 






110 

1 AU 


— Qflli Pinnen ÜV 


112 




P PI Wi f\ <l f\ rt r^£iiT"C! 




AJU/ UojJUI lll/lll J-ValU.UJ.UJUI» • . . 


10Q 




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141 

III 


— — i \ ri v\/\n/i / / i*i /n /? r?nri 
kJU/JJU ti/Lhl l/llo llUu, 


10Q 




u. KjVulyvbfjiiMji M/ffi 


III 
141 


tis'ilf) n pto n -fl Vy ppo ' n n \\\\ Si^nTiT 
lOjJllIXol IIA, jltll^LltvU) x\l\i. (.Ii OL/J1W. 


131 




c, Povtwlfl ppfivum, 

V. J- L/ / 1/ M/C/Ol'L/C'Ll / Wllv • • 


119 




1 33 






119 
1 1 -j 


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133 




*} pJi firi n P pn vii Mi T)( ! 


115 


— \ n<if,fmvip^ TiPV 


133 






117 




134 






116 


— Cl(CUTl)itClC6(M'Uffl 


1 31 

104: 




Clifiopodii Rbh. 


199 




134. 




Pulbil nn Sfv 


111 


— TvnYitit'ipwh'iQ 


134 




Jjjin/JJt/V 1 v XJ\j . 


132 




1 33 






117 
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1 31 




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113 

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10Q 




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197 


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109 




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128 


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130 




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122 


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136 




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109 




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139 


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1 39 

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LühuTYii DC. .... 


128 


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CLCClil%OUXi(ib U\j 


119 

1 1ä 




Leguminosarum Link. 




— Jtegopodii Str 


120 




a. "Fi'emmm .... 


127 


- Alchemülae Pers. . . . 


130 






128 




128 




c. Muscari 


130 


— andropogonis Ces. . . . 


123 






119 




109 






111 


— Anthyllidis Grev. . . . 


126 i 




longicapmla DC. . . . 


111 



Die Brand-, Rost- und Muhlth;iunilze der Wiener Gegend. 



147 







Seite 






Seite 


hedo longissima Sow 


108 


Uredo Violarum DC 


114 




J^yclinidcarum Desui. 


114 




vitclliuae DC 


112 




Mentliae Pers 


117 




109 




j\£evcuri(ilis Märt. 


133 




Colchici (Lk.) Str. . . . 


109 




miniata Pers 


110 




occulta Sehlcbtd. . . . 


109 




Muscari Dub} T 


130 




pompholygodes Lev. . . 


109 




oblonga Rbb 


123 




126 




Oreoselini Str 


120 




ambiguus (DC.) Fckl. . 


128 




Orobi Schum 


126 




Cacaliae (DC.) Lev. 


127 




ovata Str 


112 




Erythronii (DC.) . . . 


129 




Padi Schm. et Kze. 


112 




Fabae (DC.) de Bary . . 


127 




Paeoniae Cast 


131 




JPicariae Fckl 


128 




phyteumatum DC. . 


129 






128 




Pimpinellae Str. 


115 




Geranii Ottb. et Wtm. 


132 


_ 


Polygoni aviculare Alb. et 






Hedysari Fckl 


129 






127 




Junci Tul 


126 




Polygonorum DC. . 


122 




Laburni (DC.) Schrtr. 


128 




Potentilarum DC. . . . 


llo 




Lathyri Fckl 


127 


_ 


Poterii Sehlcbtd. . . . 


113 






130 




Prenanthidis Scliuin. . 


11(3 




Onobrychis Lev. 


126 




Primularum DC. 


115 




Oiionidis Passer 


128 




pseudocyperus Rbb. . . 


118 




Omithogali Lev. 


130 




Pulsat illae Duby. . . . 


110 




Orobi Fckl . . . 


126 




Rhododendri DC. . . . 


120 




Phaseolorum, de Bary . 


126 






114 




phyteumatum (DC.) Lev. 


129 




Uubigo vera DC. . . . 


118 






127 




Puboruiii DC 


113 


- 




127 




Mumicum DC 


128 






129 




Saxifragarum DC. . 


132 




Prunorum Fckl. . . . 


119 






129 




punctatus Scbrtr. . . . 


128 


__ 




108 




Mumicum (DC.) Fckl. . . 


128 




Sempervivi Alb. et Scbw. 


110 






128 




sitophila Ditm. . . ! . 


109 




Trifolii (DC.) Fckl. . . 


126 




Soldanellae DC 


115 




tuberculatus Fckl. . . 


129 




Sonchorum Rbh. 


III 




Valerianae (DC.) Fckl. . 


132 





Stellariae Fckl 


114 




Verbasci Niessl .... 


129 




suaveolens Pers 


121 




Viciae (Rbb.) Fckl. . . 


127 






132 




128 






121 




108 






117 


Ustilago Link 


108 




Tn/'oZu DC 


127 






109 




Fcragict DC 


123 




Carbo Tül 


108 






131 




Caricis (Pers.) Fckl. . . 


108 



19* 



148 



Wilhelm Voss. 



Ustilago Heufleri Feld. 

— hypodytes Fr. 

— longissima Lev. . 

— Maydis {DG.) Tai. 

— neglecta Niessl . 

— reeeptaculorum Fr. 



Seite 

108 
108 
108 
108 
108 
109 



Ustilago typhoides Berk, et Br. 
— umbrina Schrtr 



— utriculosa Tul. 



Seite 

108 
108 



ureeolorum Tul 108 



... 109 
Vaillantii Tul 108 



violacea (Pers.) Tul. 



109 



B. Verzeichniss der Uährpflanzen. 







Seite 


Abies excelsa DC. . . . 


114, 


131 


— pectinata DC. 




110 


Acer campestre L. 




136 


— platanoides L. 




136 


Actaea spicata L. 




139 


Adenostyles albifrons Rchb. 




111 


— alpina Doli. 


111, 


127 


Adoxa Moschatellina L. 




123 


Aeqopodium Podaqraria L. 


120, 


140 


Alcheniilla vulgaris L. . 




130 


Allium Ophioscorodon Dou. 




128 


— ursinum L. 




119 


Alnus incana DC. 


134, 


136 


Alsine austriaca M. et K. 




115 


Amaranihus retroflexus L. 




142 


Anchusa officinalis L. . . 




118 


Andropogon Ischaemum L. 




123 


Anemone nemorosa L. . . 


123, 


131 


— Pulsatilla L. . .109, 


110, 


123 


— ranuncidoides L. 




123 


Anthriscus sylvestris Hoffm. 




140 


Apium graveolens 17. . . 




120 


Arabis Turrita L. ... 




141 






125 


— serpyllifolia L. . . 




125 


J.roma rotundifolia Prs. . 




130 


Artemisia Äbsinthium L. . 




122 


— vulgaris L. . . . 




137 


Asarum europaeum L. . . 




125 


Asparagus officinalis L. . 




117 


Astragalus glycyphyllüs Ij. 


328, 


137 


Astrantia major Ij. . . . 




124 



Seite 

Avena pubescens L. . . . . 108 

— satfoa L 108, 119 

Barbarea vulgaris R. Br. . . . 141 

Berberis vulgaris L. . . 119, 137 

«Z&a L 111, 135 

Bidens tripartita L 134 

Brachypodium sylvaticum P. de B. 123 

Brassica oleracea L 140 

Calamagrostis Epigeos Roth. . 119 

Camelina sativa Cr 141 

Campanula patula L 110 

— Trachelium L 110 

Gapsella bursa pastoris Mönch . 141 

Carduus acanthoides L. ... 116 

Carex acuta L 118 

— alba Scop 108 

— alpestris All 108 

— hirta L 118 

— humilis Leys . 108 

— limosa L 108 

— Michelii Host 108 

— sylvatica Hudi? 118 

Carlina vulgaris L 116 

Carpinus Betulus L 135 

Centaurea Cyanus L. . . . . 116 

— Jacea L 116 

— Scabiosa L 116 

Cerinthe minor L 118 

Chenopodium album L. . . . 141 

— Bonus Henricus L. 14 L 



Chrysosplenium alternifolium L. 125» 
140. 



Die Brfcnd-, Ku»t- und Mettltnaapilxe d« Wknor Gegend. 



149 



Seite I 

Cichorium Endivia L 115 

Circaea lutetiana L 117 j 

Cirsium arvense Scop . . 121, 141 i 

— oleraceum Scop 116 

— rivulare Irak 116 

Clematis recta L 131 

— Vitalba L 131, 139 

Clinopodium vulgare L. . . . 122 
Colchicum autumnale L. . . . 109 
Convallaria majalis L. ... 132 
Convolvulus arvensis L. . . . 139 

— Sepium L 139 

Corylus Avellana L 135 

Crataegus Oxyacantha L. 130, 134 j 

Crepis tectorum L 116 

Cucumis sativus L 134 

Cucurbita Pepo L 134 

Cynoglossum officinale L. 

ß. viridis ........ 118 

Cystopteris fragilis Bernh. . . 109 
Cytisus Laburnum L 128 

— nigricans L 128 

Dianthus plumarius L. ... 114 

Echium vulgare L 140 

Empetrum nigrum L 132 

Epihbium hirsutum L. . . . 117 
Euphorbia amygdaloides L. . . 129 

— dulcis Sm 113 

— Gerardiana Jacq. . . . 129 

— helioscopia L 113 

— nicaeensis All 129 

— palustris L 129 

— pannonica Host 129 

— verrucosa Lara. . . 113, 129 

— innyata W. et K. . 113, 129 
Euphrasia Odontites L. . 111, 139 

— officinalis L 141 

Evonymus europaeus L. . . . 136 

Fagus sylvatica L 134 

Falcaria Rivini Host. . . 124, 136 
Farsetia incana R. Br. . . . 141 

Fcstuca gigantea Vill 119 

Fraxinus excelsior L 135 



Seite 

Gagea arvensis Schult. . . . 130 

Galanthus nivalis L 133 

Galium Aparine L 140 

— Cruciata L 125 

— Mollugo L 116 

— sylvaticum L 116 

— verum L 116 

Geranium pusillum L. . 131, 132 

— pyrenaicum L 124 

— sylvaticum L 140 

Glechoma hederacea L. . . . 126 

Glyceria fluitans ß. Br. . . . 108 

— spectabilis M. et K. . . 108 
Hedysarum obscurum L. . . . 129 

Helianthus annuus L 122 

Heracleum Spondylium L. . . 138 

Hesperts tristis L 141 

Hieracium amplexicaule L. . . 116 

— murorum L 116 

Hippophae rhamnoides L. . . 135 

Hordeum vulgare L. . . 108, 119 

Humulus lupulus L 134 

Hypericum montanum L. . . 109 

— perfoliatum L 109 

Impatiens Noli tangere L. . . 134 

Inula britanica L III 

— salicina L 141 

Juncus obtusiflorus Ebrh. . . 126 

Juniperus communis L. . . . 130 

Lactuca muralis Don 115 

— sagittata W. et K. . . . 115 
Lamium maculatum L. . . . 137 

— purpureum L 137 

Lappa tomentosa Lam. . 122, 139 

Lathyrus pratensis L 127 

— tuberosus L 127 

Linum alpinum Jacq 111 

— catharticum L 111 

— usitatissimum L. ... 1 1 1 
Lonicera alpigena L 132 

— nigra L 133 

— tartarica L. . . . •. . 136 
Lvzula campestris DC. . . . 123 



150 



Wilhelm Vosi 



Seite 

Luzula pilosa W 123 

Lycium barbarum L 137 

Malachium aquaticum Fries. . 115 

Medicago falcata L 128 

— lupulina L. . . . 128, 138 

— sativa L 128, 140 

Melampyrum nemorosum L. . 111 

— pratense L 111 

Melandrium pratense Röhl. 109, 139 

Melilotus alba Desr 138 

— offieinalis Desr 138 

Mentha sylvestris L 117 

Mercurialis perennis L. . . . 133 

Moehringia muscosa L. ... 125 

— trinerva Claiv 125 

Mulgedium alpinum Css. . . . 132 

Muscari comosum Mill. . 108, 130 

Nonnea pulla DC 118 

Onobrychis sativa L 126 

Ononis spinosa L. . . . 128, 139 

Ornithogalum nutans L. . . . 125 

— umbellatum L. 108, 125, 130 

Orobus vernus L 126 

Paeonia offieinalis L 131 

Paris quadrifolia L 132 

Pedicularis palustris L 132 

Petasites offieinalis Mönch. . . 111 

Peucedanum alsaticum L. . . 120 

— Cervaria Cuss. . . 120, 138 

— Oreoselinum Mönch. . . 120 
Phalaris arundinacea L. . . . 119 

Phaseolus vulgaris L 126 

Phragmites communis Trin. 108, 118 

Phyteuma orbiculare L. . ... 129 

— spicatum L 129 

Pimpinella magna L 115 



Seite 

Pimpinella Saxifraga L. . . . 115 
Pinns austriaca Höss 110 

— sylvestris L 110 

Pisum sativum L 127 

Plantago major L. . . . 138, 141 
Podospermum Jacquinianum 

Koch 124, 142 

— laciniatum C 124 

Polygonum aviculare L. . 127, 139 

— Bistorta L 122 

— Convolviäus L 122 

— dumentorum L 122 

— Hydropiper L 109 

— lapathifoliutn L. . 109, 139 
Populus alba L 110 

— monilifera Ait 110 

— nigra L 110, 135 

— pyramidalis ßoz. . 110, 135 

— tremula L. ... 110, 135 
Potentilla alba L 113 

— argentea L 113 

Poterium Sanguisorba L. 113, 133 
Prenanthis purpurea L. . . .116 
Primula acaulis Wulf. . . . . 115 

— minima L 129 

Prunus domestica L. . . 120, 133 

— Padus L 112, 133 

— spinosa L . 120 

Pyrethrum Parthenium Sw. . . 142 
Pyrits communis L 130 

— Malus L 130 

Ranunculus auricomus L. . . 131 

— bulbosus L 131 

— Ficaria L. . . . 128, 140 
Baphanus Uaphanistrum L. . 141 

— sativus L 141 



Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 



151 



Seite 

Rapistrum perenne All. . . . 141 
Bhamnus cathartica L. ... 119 

— frangula L. . . . 119, 136 
Rhododendron ferrugineum L. . 120 

— hirsutum L 120 

Ribes Grossularia L. . . 124, 136 | 
Rosa alpina L 110 



— oanina L 110, 114 

— centifolia L. . 110, 114, 133 

— pimpinellaefolia L. . . 114 
Rubus caesius L 114 

— fruticosus L 113 j 

— — var. discolor. . . 114 ; 

— Idaeus L 113 j 

Rumex Acetosa L. . . . 128, 141 

— conglomeratus Murr. . . 118 

— crispus L 128, 141 

— scutatus L 122 

Salix alba L 112, 135 j 

— Caprea L 112 

— pur pur ea L 135 

— vitellina L 112 

Salvia verticillata L. . . 117, 137 
Saponaria officinalis L. . . . 109 
Saxifraga muscoides Wulf. . . 132 
Scorzonera hispanica L. . . . 124 

— humilis L 109, 142 

Seeale Cereale L. ... 109, 119 j 
Sempervivum hirsutum L. . . 110 j 
Senecio alpinus Koch III i 

— nebrodensis L 111 

— saracenicus L 111 

— sübalpinus Koch. . . . 111 

— vulgaris L 111 

Serratula heterophylla Desf. . . 116 

— tinetoria L 116 



Seite 

Setaria glauca P. B 108 

Silene acaulis L 114 

— inflata Sm 114 

Sisymbrium officinale Scop. . . 141 
Solanum tuberosum L. . . . 140 

Soldanella alpina L 115 

Solidago Virga aurea L. . . . 125 
Sonchus asper Vill 111 

— oleraceus L. . 111, 137, 140 
Sorbus Aria Crantz 130 

— aueuparia L 130 

Spergula marina Bess. 

ß. marginata 141 

Stellaria media Vill 115 

— uliginosa Murr 115 

Symphytum officinale L. 118, 132, 140 

— tuberosum L. . . . 132, 140 
Tanacetum Balsamita L. . . . 121 

— vulgare L 121 

Taraxacum officinalis Wigg. . 115 
Teuer ium Chamaedrys L. . . 125 

Thalictrum flavum L 139 

Thesium alpinum L 117 

— linophyllum L 117 

Thlaspi montanum L. . . 124, 141 
Tragopogon orientalis L. . . . 124 

— pratensis L. . . . 124, 137 
Trifolium pratense L. . . 127, 138 

— repens L 127 

— rubens L 140 

Triticum vulgare Vill 109 

— repens L 119 

Tulipa Gesneriana L 125 

— sylvestris L 108 

Tussilago Farfara L. . . 111, 132 
Urtica dioic« L 118, 139 



152 Wilhelm Voss. Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegond. 



Seite ; Seite 

Vaccinium Myrtillus L. . . . 133 ; Vicia sativa L 127 

— Vitis Idaea L 131 i Vinca herbacea W. et K. . . . 122 

Valeriana tripteris L 132 | Vincetoxicum officinale Mönch. 131 

Veratrum album L 123 j Viola canina L 114 

Verbascum phlomoides L. . . 129 j — odorata L 114 

— thapsiforme Schrei. ... 129 — sylvestris Lam 114 

Viburnum Lantana L. ... 136 Vitis vinifera L 184 

Vicia Faba L 127 [ Zea Mays L 108, 123 



Corrigenda. 

Pag. 107, Zeile 17 von oben: unsicherer statt unsicheren. 
„ 110, „ 17 „ unten: miniata „ minutum. 



139, „ 20 „ oben: nitida „ nitia. 



Verzeichniss der von Herrn Julius Finger dem 
kaiserlichen Museum als Geschenk übergebenen 
Sammlung einheimischer Vögel. 

Mit Angabe der Localitäten und Beobachtungen nach Mittheilungen 
des Herrn J. Finger. 

Zusammengestellt von 

August von Pelz ein. 
(Als dritter Beitrag zur ornithologischen Fauna der österreichisch- 
ungarischen Monarchie.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Januar 1876.) 

Ich übergebe hiemit der geehrten Gesellschaft das in dem letzten Bei- 
trage in Aussicht genommene Verzeichniss der reichen Sammlung einheimischer 
Vögel, welche unser geehrtes Mitglied, Herr Julius Finger, in patriotischer 
Weise dem kaiserlichen Museum als Geschenk übergeben hat. 

Dieselbe umfasst 282 Arten in 483 Bälgen, welche fast ohne Ausnahme, 
und zwar zum grössten Theile sehr schön ausgestopft sind und zeichnet sich 
sowohl durch eine Anzahl sehr seltener Arten als durch zahlreiche interessante 
und schöne Abänderungen aus. 1 ) 

Besonderen Werth haben die zahlreichen Angaben über Fundorte und 
sonstige Daten und Beobachtungen, welche mir Herr Finger in liebens- 
würdigster Weise mittheilte, so dass das Verdienst derselben ihm zukommt, 
während ich nur die Zusammenstellung besorgt habe. 

Sollte Herr Finger mir noch nachträglich weitere Daten liefern können, 
so werde ich nicht unterlassen dieselben zur Kenntniss der Gesellschaft zu 
bringen. 

Buteo ferox Gm. Apathfalva am Hansag-Moraste, Ungarn. 12. April 1856. 
— vulgaris Bechst. Ein Exemplar mit partieller Fussbefiederung, an 
Archibuteo lagopus erinnernd, Purkersdorf. November 1860. 
Archibuteo lagopus (Brün.). 

Aquila imperialis (Bechst.) m. j. Lobau. 15. November 1862, Abends beim 
Aufbäumen. Im Magen ein Fasan. 

') Ausser diesen wurde dem Museum auch die Eiersammlung, welche von bestimmten 

Eiern 321 Stück von 132 Arten, dann 423 unbestimmte enthält, durch Herrn Finger zum Ge- 
schenke gemacht. 

Z.B. Ges. B. XXVI. Abh. 20 



154 



A. v. Pel zi>1 n. 



Aquila chrysaetos (L.), Schönkirchen. 2. Mai 1864. Im Magen eine Katze. 

— — var. fülva f. Theilweiser Albino, 24. März 1865, Schönkirchen durch 

Dr. Ueberracker auf der Uhuhütte. Im Magen ein Fasan. 

— clanga Fall. Am Ameishaufen nächst dem Lusthaus, Prater, auf 

15 Schritt Distanz geschossen. — Ein zweites Exemplar, das von 
Herrn Zelebor aus dem südlichen Ungarn mitgebracht wurde, lebte 
drei Jahre in der Gefangenschaft. 

— naevia Schwenckf. März 1853, Lobau, Aspern. Magen leer. — Ein 

Exemplar am 24. Juni 1853, Lobau, Aspern. Im Magen ein Kaninchen. 

— pennata (Gm.) m. 4. Januar 1862 , Krähenhütte, Meidlinger Remisen. 
Haliaetus albicilla (L). Kagraner Haufen, Luderhütte. März 1864. 
Circaetus gallicus (Gmel.). 30. März 1859, Kagraner Haufen. Im Magen 

eine Riesenkröte. 

Falco s aTeer Gm. 1. März 1860, Prater. Im Magen ein Fasan, f. 10. December 
1850. Mannswörth, f. 3. November 1854, Krähenhütte in Hennersdorf 
bei Laxenburg. Im Magen Fasan. 

— communis Gm. Ein Exemplar, durch sechs Jahre der Schrecken der 

Stockerauer Haustauben, von seinem Schlafplatze, dem Stockerauer 
Kirchthurme, mit der Pistole erlegt. 
Hypotriorchis subbuteo (L.). 18. October 1854, Aspern. Im Magen Heu- 
schrecken und Käfer. 
-- aesalon (Gm.). 15. December 1854, Greifenstein. Vom Fenster aus 
geschossen. 

Tinnunculus vespertinus (L.). 30. Mai 1853, Iiinitz am Neusiedler See, 
zu Hunderten in Verfolgung der Wanderheuschrecken. 

— alaudarius (Briss.). 5. Mai 1855, Ofen nächst der Kettenbrücke mit 

dem Stockgewehre. 
Tandion haliaetus (L.). f. 28. April 1854, Aspern. Magen leer. 
Milvus regalis Bonap. 13. März 1855, Hennersdorf. 

— niger (Briss.). März 1862, Biberhaufen an der Donau. 
" Pernis apivorus (L.). Gänsehaufen, Prater 24. März 1864. 

Astur palumbarius (L.). 22. Juni 1864, Gänsehaufen, f. j. Aspern. Noderer. 
Accipiter nisus (L.). m. Prater Sasshofer. 

Circus aeruginosus (L.) f. Theilweiser Albino, Aspern. 6. April 1861 durch 
Noderer. Mageninhalt eine Eidechse, das Zwerchfell war mit Ein- 
geweidewürmern besetzt. 

— einer aceus Mont. Brigittenau. 13. Mai 1850 m. braune Var. 11. Sep- 

tember 1868. Kagran, von Dr. Ueberracker, f. braune Var. Lobau, 
Aspern, braune Var. Lobau, Aspern. 

— eyaneus (L.). 2. April 1859, Gänsebaufen im Prater. Im Magen eine 

Eidechse. 



VerzeichnisB von J. Fingers Sammlung einheimischer Vögel. 



155 



Surnia uhcla (L.). 10. Februar 1863, Aspern Im Frühjahre 1857 von dieser 

sonst seltenen Eule in der Lobau durch den damaligen Hofjäger 

N oder er vier Stücke erhalten. 
Athene passerina (L.). Adlitzgraben, im Obstgarten bei Spiess mit dem 

Schmetterlingsnetze am hellen Tage gefangen, 20. Januar 1865. 
Syrnium aluco (L.) m. 11. April 1854. Am Schnepfenstand auf dem Galizin- 

berge, eine zweite konnte ohne Hund nicht gefunden werden, f. 15. De- 

cember 1854, Aspern; im Magen Mäuse. 

— uralense (Pall.). Ein normales und ein ganz dunkelbraunes Exemplar. 

Beide durch Förster Lang in St. Martin, Oberösterreich, Graf Arco. 
Bubo maximus Sibb. Im Falkensteiner Loche überrascht und mit dem 

Bergstocke erschlagen. Mai 1866. 
Otus vulgaris Flem. f. Prater, 15. November 1850. Sasshof er. 

— b rachyotus (Gmel.) (var.). Prater, wo sie jedenfalls häufiger als 

0. vulgaris. 

Nyctale Te ngmalmi (Gmel.) f. j. 1840 vom Apotheker Kabl ick aus Hohen- 
elbe erhalten. 

St rix flamm ea L. Vom Meidlinger Kirchthurme. 

Caprimulgus europaeus L. Kommt alljährlich im Frühjahre und Herbste 
in Herrn Finger's Garten vor und wird leicht mit einer langen 
Leimruthe gefangen. 

Cypselus melba (L.). Hochschwab 1860. 

Hirundo rustica L. Darunter ein unvollständiger Albino und ein weisses 

Exemplar. 
Chelidon urbica (L). 

Cotile riparia (L.). Von Mannswörth, wo sie in den steilen Lehmufern zu 

Tausenden brütet. 
Coracias garrula L. Prater. 

Alcedo ispida L. Mit dem Klebegarn über dem Bache nächst der Krainer 

Hütte bei Baden gefangen. December 1860. 
Merops apiaster L. Orth an der Donau. Mai 1852. 
Upupa epops L. Laxenburg. Mai 1868 (?). 
Certhia familiaris L. Im Garten erlegt. 
Tichodroma muraria (L.). Greifenstein. Januar 1860. 
Sitta caesia Wolf et Meyer. Von Trau bei Spalato mitgebracht. Mai 1859. 
Troglodytes parvulus Koch. Im Garten gefangen. November 1870. 
Calamodyta fluviatilis (Wolf et Meyer). Prater. Mai 1870. 

— locustella (Lath). i 

— aquatica (Lath.). > Vom Hansag-Moraste bei Apathfalva. 

— turdoides (Meyer). J 

— arundinacea (Gmel.). 

Luscinia philo mela Bonap. m. 28. April 1854, gefangen am Hause?, dann 
auch ein partieller Albino. 

20* 



156 



A. v. Pelze n. 



Sylvia atrieapilla L. m. 7. Mai 1854. Galizinberg. 

— cinerea (Briss.) f. blasse Var. 30. August 1854 von Besseny geschossen, 

Breitensee, auf dem Felde mit einem Schwärm Sperlinge auffliegend. 
'— hortensis (Gmel.) m. 28. Mai 1854. 

— nisoria Bechst. m. 19. Mai 1854. Breitensee. 

— hypolais (Linne). Mai 1860. Donau-Auen bei Kagran. 

— sibilatrix Bechst. Auch eine gelbe Var. 

— rufa (Briss.). 

Begulus ignicapillus Licht, m. 3. September 1854. Pressbaum, einzeln. 

— er i Status Kay. In Herrn Finger's Garten gefangen. September 1860. 
Saxicola oenanthe (L.). Breitensee. Sommer 1860. 

Pratincola rubetra (L.). Semmering. Mai 1865. 

— rubicola (L.). 
Buticilla phoenicurus (L.). 
Erythacus rubecula (L.). 

Cyanecula suecica (L.). Gänsehaufen im Prater. 12. April 1860. — Im Prater 

selbst nur am Zuge und nur einige Tage sichtbar. 
Accentor modularis (L.). 

- alpinus (Gmel.). Kampalpe. 1860. 
Parus major L. Auch eine schwarze Abänderung. 

— coeruleus L. 

— ater L. 

— palustris L. 

— borealis Selys-Longch. m. September 1855 auf der Kampalpe, Krumm- 

holzregion. 

Lophophanescristatus (L.).Gaisberg beiPerchtoldsdorf. April 1864 beim Neste. 

Mecistura caudata (L.) 

Aegithalus pendulinus (L.). Kagraner Haufen. Mai 1862 vom Neste. Wird 
von Jahr zu Jahr seltener. 

— biarmicus (L.). Hansag-Morast. Mai 1865 vom Neste. 
Motacilla alba L. 

— boarula Penn, m.? 1. September 1855. Von Bock gefangen 
Anthus aquaticus Bechst. 

arboreus Bechst. m. 7. Mai 1854. Während des Singens vom Baume 
geschossen. 

— pratensis (L.). 

Cinclus aquaticus Bechst. Weichselboden in Steiermark, dessen Nest unter 
dem höchsten Wehre, es musste jedes Mal der brausende Wasserschwall 
durchflogen werden, so oft er den Jungen Futter brachte. 

Turdus viscivorus L. 

— pilaris L. Blasse Abänderung und ein partieller Albino. 

— musicus L. Darunter eine röthliche und eine graue Abänderung. 

— iliacus L. 

— Nanmanni Temm.? Wiener Wildpretmarkt. 



Verzeichnies von J. Finger's Sammlung einheimischer Vögel. 



157 



Turdus merula L. Unter den Exemplaren zwei theilweise Albinos. 

— t orquatus L. Kampalpe. Mai 1862. 

— migratorius L. Zu Frauenberg (Böhmen) erlegt. 

Petrocincla saxatilis (L.). Mai 1858. Im Prater nächst dem Hirschenstadel 
beim Perschlingbache. 

— cyanus (L.) Lussin piccolo. Mai 1859. 
Oriolus galbula L. Ein Exemplar 2. September 1854. 

Muscicapa collaris Bechst. m. 28. April, f. Heuberg 28. Mai 1854, im 
Magen Raupen. 

Erythrosterna parva Bechst. Dornbach, Rohrerhütte. Mai 1860. 
Butalis grisola (L.) m. 10. September 1855 in Meidling gefangen. 
Ampelis garrulus L. 
Larius excubitor L. 
Enneoctonus rufus (Briss.). 

— collurio (L.) f. mit Brutfleck. 15. Juni 1854. Breitensee. Im Magen ein 

grosser Laufkäfer. 

Garrulus glandarius (L.) m. 11. Februar 1855. Schottwien. Im Magen 

Eichelhülsen und Sämereien. 
Perisoreus infaustus (L.). Altsohl. Weihnachten 1857. 
Nucifr aga caryocatactes (L.) Kampalpe bei Spital, wo er häufig brütet. 
Pica caudata Ray. 

Cor vus corax L. Saatzberg bei Hütteldorf auf einem Pferdecadaver geschossen, 
der dort als Köder für Füchse ausgelegt wurde. 

— corone L. Ein Exemplar mit monströsem Oberschnabel bei Meidling an 

der Wien durch nux vomica vergiftet aufgefunden. 

— cornix L. m. (Uberg) 7. October 1854. Magen voll Weinbeeren. 

— frugilegus L. m. Abänderung mit gefleckten Flügeln. Lusthaus im 

Prater durch Sasshofe r, m. blasse Abänderung Prater. 27. Februar 1859. 

— monedula L. Eine Abänderung, die erst in der Gefangenschaft braun 

geworden war; ein weisses Exemplar wurde durch fünf Jahre lebend 
gehalten, eine Bemerkung am Postamente fügt bei: Mähren, echt 
Albino, rothäugig. 

Pyrrhocorax alpinus Vieill. Tratikogel nächst dem Gschaid. September 1860. 
Fregilus graculus (L.) 

Pastor roseus (Briss.). Im April 1865 ein ganzer Zug bei Stammersdorf, 

wovon viele geschossen wurden. 
Sturnus vulgaris L. 
Coccothraustes vulgaris Briss. 
Fringilla coelebs L. 

— montifringilla L. Darunter ein partieller Albino. 

— carduelis L. Darunter ein Bastard. 

— spinus L. Eine blasse und eine schwärzliche Abänderung. 

— chloris (L.) 

— citrinella L. 



158 



A. v. Pel zeln. 



Fringilla serinus L. Auch eine dunkle Abänderung. 

— cannabina L. Auch ein partieller Albino. 

— montium Gmel. 

— rufescens Vieill. 

— nivalis Briss. Kampalpe bei Spital. 

Passer domesticus (L.) Darunter vier partielle Albinos, zwei blasse Abän- 
derungen, ein weissliches Exemplar und ein schiefergraues, das letzte 
von der Hildrichsmühle bei Gaden, am 19. November 1854. 

— montanus (L.). Eine blasse und eine schwärzliche Abänderung. 
Petronia stulta Strickl. 1 ) 

Emberiza Miliaria L. Brassler. 

— melanocephala Scop. Spalato. Mai 1859. Ist dort so häufig wie bei 

uns E. citrinella. 

— citrinella L. Darunter eine blasse und eine röthliche Abänderung. 
-— cirlus L. Schwabenberg bei Ofen. Mai 1863. 

— hortulana L. Schwabenberg bei Ofen. Mai 1863. 

— cia L. 

— schoeniclus L. Bock's Vogeldehn, 27. October 1854, einzeln. 
Plectrophanes nivalis (L.). Im Januar 1864 aus einer grossen Schaar 

auf der Semmeringer Fahrstrasse; kamen bis Neustadt herunter. 
Alanda arvensis L. m. April 1854, f. Breitensee 6. April 1854. Auch ein 
weisses Exemplar. 

— arborea L. 

— er ist ata L. Darunter ein partieller Albino. 
Melanocorypha calandra (L.). Mai 1859. Ragusa. 

— tatarica (Pall.) m. Breitensee; daselbst wurden drei Stück geschossen. 
Philer emos braehydaetyla Temm. 

Otocorys alpestris (L.) m. 

Pyrrhula vulgaris Temm. Darunter ein Männchen mit weissem Scheitel, 
eine schwärzliche und eine schwarze Abänderung. 

Loxia curvirostra L. 2 ) 
Picus major L. 
- medius L. 

— minor L. Im Garten mit einer langen Leimruthe gefangen. 
Dryocopus martius (L.) m. 3. November 1854. Magen voll grosser Ameisen; 

dann ein weisses Exemplar mit rother Kopfplatte, Frauenberg nach 
dreijähriger Beobachtung Mai 1863 erlegt. 
Gecinus viridis (L.) m. 4. Februar 1855. In der Meisenstube. Im Magen 
kleine Larven und Ameisen. 

— canus (Gmel.). 27. September 1850. Prater. Ist in der Wiener Gegend 

jedenfalls häufiger als G. viridis. 
Yunx torquilla L. 

1 ) Eine Serie von Abänderungen und Bastarden des Kanarienvogels. 

2 ) ApUrnus tridaetylus (L.) f. Russland von Herrn Brandt in Hamburg. 



Verzeichniss von .T. Finger's Sammlung einheimischer Vögel. 



159 



Cuculus canorus L. 
Columba palumbus L. 

— livia L. 
Turtur auritus Ray. 
Lagopus albus. 
Tetrao urogallus L. 

— tetrix L. m. Kampalpe bei Spital. September 1858. 

— medius m. et. f. Beide Altsohl, Förster Komasich. 

Perdix cinerea Briss. Darunter ein weisses Exemplar, lebend von In- 
zersdorf erhalten. 

— saxatilis Meyer. Spalato. Mai 1850. Wird dort wegen häufiger Ver- 

folgung schon seltener und sehr scheu. 

— rubra (Briss.). Mai 1859. In einer Fischerhütte an der Narenta als frisch 

erlegte Beute gefunden. 
Coturnix communis Bonn. m. 15. Juni 1854. Breitensee. 1 ) 
Phasianus colchicus. Darunter eine weisse und eine graue Abänderung, 

beide vom Wiener Wildpretmarkte. 
Otis tarda L. 

— tetrax L. m. Temesvar. 1. Mai 1868. 

Cursorius gallicus (Gmel). Ragusa, Mai 1859, in halbverwestem Zustande 

in einer Fischerhütte gefunden. 
Glareola pratincola L. Donau, nächst der Freudenau. 
Oedicnemus crepitans Temm. 
Vanellus cristatus Meyer. 

Hoplopterus spinosus (L.). Cattaro. Mai 1859. 
Squatar ola Helvetica (L.). Hansag. Mai 1859. 
Charadrius pluvialis L. Apathfalva am Neusiedler See. 

— minor Meyer. 

— cantianus Lath. 

Strepsilas interpres L. ra. Neusiedler See. 

Haematopus ostralegus L. m. Apathfalva am Hansag. März 1865- 
Grus virgo m. 20. Juni 1858. Szegedin. 
Ardea cinerea L. 

— purpurea L. 

alba L. Insel Teska bei Szegedin, wo er mit A. garzetta und A. comata 
brütet. 
-- garzetta L 

— comata Pall. 

minuta L. f. 21. Mai 1854. Prater? Im Magen Wassersalamander. 
Bolaurus stellaris (L.). 

Nycticorax griseus (L.). Insel Teska bei Szegedin. 



') Pavo rri8tatu8 pull., Euplocomus nycthemerus, Thaumalea picta, Gallus Bankiva, Namida 
mtleagrin ein normales und ein weisses Exemplar. 



160 



A. v. Pelze 1 



Platalea leucorodia L. m. Von Pest. 
Ciconia nigra. Prater. 

Ibis falcinellus (L.). Narenta 1859. Nur vereinzelt dort. 
Numenius arquatus (L.). 

— phaeopus (L.). September 1864. Iiinitz am Neusiedler See. 

— tenuirostris. Hansag-Morast. 
Limosa rufa Briss. Holitsch nächst Göding. 
Totanus glottis (L.). 

— fuscus (Briss.). 

— calidris (L.), v. Apetlon. Frühling. 

— ochropus (L.) f. An der Wien? Goul. 1855, m. 28. August 1855. 
Actitis hypoleuca (L.). 1 ) 

Himantopus vulgaris Bechst. Apathfalva, durch Herrn Bauer geschossen. 

Tringa canutus L. Am Hansag-Moraste bei Baumaggen. 

— maritima Brünn. 

— cinclus L. 

— Schinzii Brehm. 

— subarquata Gmel. 
~ minuta Leisl. 

— Temminckii Leisl. 
Calidris arenaria (L.). 

Philo machus pugnax (L). Bei Maros an der Theiss, wo er in ganzen Heerden 
vorkömmt. 

Gallinago major (Gmel.). 

— scolopacina Bomp. m. 21. Februar 1865. Vogelraarkt. 

— gallinula (L.). 

Scolopax rusticola L. Blasse Abänderung. Durch k. k. Jäger Gaul in 
Orth an der Donau; partieller Albino 26. März 1865, Gablitz am 
Anstände. 

Phalaropus hyperboreus (L.). 

Mallus aquaticus L. f. 28. April 1854. Bok. 

Crex pratensis Bechst. 

Ortygometra porzana (L.). Perschlingbach im Prater. 

— minuta (Pall.). Perschlingbach im Prater. 
Gallinula chloropus (L.). 

Fulica atra L. Neusiedler See. Ehemals zu vielen Tausenden, ist jetzt bereits 
Seltenheit geworden. 



Am Hansag-Moraste bei Baumaggen. 



*) Recurvirostra avoce.Ua L. m. und Phalaropus fulicarius (L.) m. mit den Etiquetten Jütland 
und Grönland sind vom Pastor Brehm aus Renthendorf, der sie gegen Herrn Pinger's Original- 
Oester reicher ausgetauscht, da sie ihn heeonders interessirten. Recurvirostra avocetta war von den 
Salzlacken bei Apathfalva, wo sie gar nicht selten ist und Phalaropus hat Herr Finger von der 
Insel Teska mitgebracht. 



Verzeichniss von J. Fingers Sammlung einheimischer Vögel. 



161 



Porphyrio smaragnotus Temm. 1. Mai 1859. Lebend von der Narenta 
mitgebracht und durch zwei Jahre im Käfig gehalten. 

Phoenicopterus antiquorum Temm. 30. April 1857, am Tage der Ab- 
fahrt der Novara in der Bucht von Muggia. 

Ans er segetum (Gmel.)? Biberhaufen bei Kagran am Abendanstand. 

— albifrons (Gmel.)? Von der grossen Zücklacke bei Baumaggen am 

Hansag. 
Cygnus olor (Gmel.) 

Ta clor na vulpanser Flem. Am Wiener Wildpretmarkte, angeblich aus Mähren. 
Casar ca rutila (Pall.) m. Holitsch bei Göding am Entenfang. 
Dafila acuta (L.). Gänsehaufen im Prater. 

Anas boschas L. Darunter ein Bastard und ein Hermaphrodit, lezterer von 

Holitsch bei Göding, Eierstock und Hoden entwickelt. 
Querquedula crecca (L.). 
Pterocy anea circia (L.). 

Mareca penelope (L.). J> Neusiedler See. 

Chaulelasmus strepera (L.). 
Spatula clypeata (L.). 
Branta rufina (Pall.) m. 15. März 1855. Vom Neusiedler See. Im Magen 

Sand und Gräten. 
Nyroca ferina (L.). 

— leucophthalma (Bechst.). \ Neusiedler See (?). 
Clangula glaucion (L.). J 

Clangula histrionica (L.). 28. Februar 1867. Göding bei Holitsch. 
Harelda glacialis (L.) Göding bei Holitsch. Am Entenfang. 
Fuligula cristata (Ray). Bei Greifenstein, Donau, 5. December 1857. 
Oedemia nigra (L.). Entenfang bei Holitsch. 

— fusca (L.). Hansag Morast. 

Somateria mollissima. 7. Mai 1859, in einem Fischerdorfe bei Trau- 

Spalato in Mehrzahl gefunden. 
Erismatura leucocephala (Scop.). Neusiedler See. Mai 1865. 
Mergus merganser L. Donau bei Kagran (?) ; einen 11 Zoll langen Fisch im 

Schlünde, dessen Kopf bereits halbverdaut im Magen, während die 

Schwanzspitze noch im Rachen sichtbar war. 

— s errat or. Aus einer grossen Schaar mit der Kugel geschossen, bei 

Greifenstein, Donau. 

Mergellus albellus (L.). Am Neujahrstage 1865 an der schwarzen Lacke. 
Colymbus glacialis L. m. Vöslau bei Baden. 12. Januar 1856. 

— septentrionalis L. Prater-Lustbaus, Donau. 
Podicepscristatus (L.). | 

— subcristatus (Jacq.). ! T . „ 

. , n \ x > Neusiedler See. 

— cornutus (Gmel.). / 

— auritus (L.). J 

— minor (Gmel.). Perschlingbach, Prater. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 21 



162 A. v. Pelz ein. Verzeichniss von J. Fingers Sammlung einheimischer Vögel. 



Thalassi droma pelagica (L ) Sasshofer, im Prater nächst dem Lust- 
hause geschossen. 

Larus marinus L. m. 10. Juni 1856, March, nach dreitägigem heftigen 
Sturme. 

— argentatus Brünn. Mai 1859, Salona-Spalato. 

— leucopterus Faber. Fischamend an der Donau. Durch Mappes. 

— ridibundus L. 

— minutus Pall. Aspern, Lobau. Von Noderer erlegt. 
Rissa tridactyla (Lath.). 

Sterna hirundo L. 

— minuta L. m. und f. 6. Juni 1854, Aspern. 

Hy drochelidon fissipes (L.). m. Hansag, 1. Juni 1857. 

— leucoptera (Meisner et Schinz) m. Hansag, 1. Juni 1857. 
Puffinus anglorum Ray. Prater, Donau. 

Graculus carbo L. Prater, nächst dem Lusthause. 

— pygmaeus (Pall.). Insel Teska bei Szegedin. 



Vierter Beitrag zur ornithologischen Fauna der 
österreichisch-ungarischen Monarchie. 

Von 

August toii Pelzelii. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Januar 1876.) 

In den folgenden Blättern erlaube ich mir der geehrten Gesellschaft eine 
Uebersicht jener Vorkommnisse und Beobachtungen vorzulegen, welche mir im 
Laufe des Jahres 1875 aus eigener Anschauung, durch mündliche oder schrift- 
liche Mittheilungen, oder aus Tagesblättern bekannt geworden sind. 
Vultur cinereus Gmel. Wie die „Grazer Tagespost" berichtet, wurde auf 
der Kor -Alpe in Steiermark ein Exemplar des grauen Geiers, das 
über 10 Fuss Spannweite hatte, geschossen. „Wiener Zeitung" vom 
16. Mai 1875. 

Gyps fulvus (Gmel.). Ein weissköpfiger Geier ist am 18. Juni 1875 in der 
Gemeinde Thomasberg, Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich vom 
Jagdpächter Herrn Franz Pölzelbauer in Wiesflog geschossen wor- 
den. Dieser Vogel wurde dem k. Museum vom Herrn Bezirkshaupt- 
mann von Pfersman zu Neunkirchen als Geschenk übergeben. 
Wie der „Bohemia" aus Smidar berichtet wird, wurde daselbst am 18. Juni 
vom Förster Herrn Nemec ein weissköpfiger Geier geschossen, welcher 
mit ausgebreiteten Flügeln 2 Meter 46 Centimeter mass. Derselbe 
war nicht vereinzelt, sondern in einem Rudel von mindestens 20 Stücken. 
„Wiener Zeitung" vom 24. Juni 1875. 
Ein junger Gyps fulvus der bei Hohenberg in Niederösterreich erlegt 
worden ist, wurde von Herrn Forstdirector Franz Hauck in Guten- 
stein mit Brief vom 9. Juli 1875 zum Ausstopfen eingesendet. 

Aquila chry saetos (L.) var. fulva. Wie wir im „Ellönör" lesen, hat Se. 

kais. Hoheit, der Herr Erzherzog Kronprinz Ptudolf, am 20. December 
1875 im Szentkiralyer Forste einen Steinadler erlegt, dessen ausge- 
breitete Schwingen sechs Wiener Fuss messen. Die reiche Sammlung 
der von Sr. kais. Hoheit selbst erlegten Piaubvogel, ist dadurch um ein 
seltenes Exemplar vermehrt worden. „Vaterland" vom 9. Januar 1876. 

21* 



164 



A. v. Pelz ein. 



Ani 6. März 1875 sah ich bei dem Präparator Herrn Tonnebaum 
einen prachtvollen Steinadler, der einige Tage vorher zu Süssen- 
brunn im Marchfelde (Niederösterreich) erlegt worden war. Der 
Schwanz war wie beim Steinadler, jedoch zeigte sich wenigstens an 
einer Feder auch Grau neben dem Schwarz. Wenn mein Gedächtniss 
mich nicht täuscht, so dürfte der Vogel auch hie und da eine Bei- 
mischung von Röthlich gehabt haben. 

Im Mai 1875 wurde im Laboratorium ein zu Saalfelden im Pinzgau 
(Salzburg) erlegter, Herrn August Redtenbacher gehöriger Stein- 
adler ausgestopft. 

In der „Wiener Abendpost" vom 1. September 1875 schilderte Herr 
Simon von Hagen au er in sehr anziehender Weise den Fang eines 
jungen Steinadlers im Juli zu Hinterstoder an der oberösterreichisch- 
steiermärkischen Grenze. Der Adler ist der k. k. Menagerie zu Schön- 
brunn übergeben worden. 

Im Jagdrevier Sr. Excellenz des Grafen Anton Goess wurde hinter dem 
Schlosspark zu Ebenthal, wie die „Klagenfurter Zeitung" berichtet, am 
16. d. M. durch den Oberjäger Hochenwarter ein Steinadler erlegt, 
welcher eine Flügelbreite von nahezu 2 Meter hat. „Wiener Abendpost" 
vom 20. October 1875. 

Ueber die Habhaftwerdung eines nunmehr lebend im Besitze des Freiherrn 
von Dalberg zu Datschitz in Mähren befindlichen prachtvollen Stein- 
adlers. „Vaterland" vom 24. December 1875. 
Bubo maximus Sibb. Ein Uhu von 5y 2 Fuss Flügelspannweite wurde vor 
einigen Tagen von dem Innsbrucker Handeismanne Herrn Wittin g 
am Höttinger Berge geschossen. „Wiener Zeitung" vom 9. Novem- 
ber 1875. 

Ephialtes scops (L.) wurde im Juni 1875 bei Reichenau (Niederösterreich) 
erlegt, ich sah das Exemplar bei dem Präparator Herrn Brandel- 
mayer. 

Calamodyta aquatica (Lath.). Zwei Weibchen vom Furtteiche in Steier- 
mark (29. April und 10. Mai 1854) sind ein Geschenk des Herrn 
Pfarrers B. Hanf an die kaiserliche Sammlung. 

Mecistura caudata (L.) var. rosea m. ad. Hallein bei Salzburg, 12. Novem- 
ber 1873 wurde dem Museum von Herrn Ritter von Tschusi- 
Schmidhofen zum Geschenke gemacht. 

Turdus merula L. Nach brieflicher Mittheilung des Herrn Grafen von 
Marschall (Meidling, 6. October 1875) hat sich an der zahmen 
Amsel in dessen Garten nach der lezten Mauser an jeder Schulter 
eine einzelne, wohlgeformte, weisse Feder bei übrigens normalem, 
schön schwarzem Gefieder gezeigt. Allem Anschein nach ist der Vogel 
nicht sehr alt und auch nicht krank; er singt laut vom Morgen bis 
Abend. 



Vierter Beitrag zur österreichisch-ungarischen Fauna. 



165 



Corvus cornix L. Ein weisses Exemplar wurde am 17. August 1875 von der 
Menagerie zu Schönbruim erhalten. Daten über die Provenienz liegen 
nicht vor. 

Pastor roseus (Briss.). Ueber ein zu Datschitz in Mähren erlegtes, in der 
Sammlung des Herrn Baron von Dalberg befindliches Weibchen 
dieser Art wurde nach gütiger Mittheilung des Herrn Baron in den 
Sitzungsberichten der Gesellschaft Näheres angeführt. 

Nach der ..Neuen freien Presse'' vom 22. Juni 1875 sind in der Umgegend 
von Neusohl und den zunächst liegenden Ortschaften plötzlich unge- 
heure Schwärme des Rosenstaares erschienen, von denen 'ein Indi- 
viduum lebend gefangen und mehrere erlegt wurden. Es wird die 
Vermuthung ausgesprochen, dass diese Vögel den in der Grangegend 
in ausserordentlich grossen Schwärmen aufgetretenen Maikäfern gefolgt 
seien. Nach Pester Blättern hatten sich grosse Schwärme des genannten 
Vogels auch im Bekeser Comitate gezeigt; da jedoch im Bacser Comi- 
tate, namentlich bei Zenta und Alt-Becse auch Wanderheuschrecken 
massenhaft erschienen sind, so lasse sich auch das Vordringen dieses 
Vogels nach Ungarn erklären. 

Im Venetianischen haben sich im lezten Sommer die Rosenstaare durch 
Heuschreckenvertilgung sehr nützlich gemacht. „Wiener Abendpost" 
vom 30. Juli 1875. 

Nach mündlichen Mitteilungen des Herrn Custos Dr. F ritsch in Prag 
sind die Rosenstaare in Menge bei Pardubitz und, nach Herrn Grafen 
Vladimir Dziedusczicky, in Galizien erschienen. In letzterem Lande 
traten auch die Heuschrecken auf, merkwürdiger Weise sind aber die 
Staare noch vor den Insecten eingetroffen. 
Sturnus vulgaris L. Die „Wiener Abendpost" vom 25. Februar 1875 ent- 
hielt folgende Mittheilung: Die oberösterreichischen Seen sind sämmt- 
lich gefroren. Das Thermometer zeigte gestern am Attersee und Mond- 
see — 15 R. Auf den Eisflächen der Seen herrscht reges Leben. Hun- 
derte von Menschen laufen Schlittschuh und pflegen den Sport des „Eis- 
schiessens" bis tief in die Nacht beim Mondschein. Uebrigens sind 
die Staare bereits angekommen, haben von den fast bei jedem Hause 
angebrachten, angestammten Bruthäusern Besitz ergriffen und singen 
lustig. Man nimmt an, dass mit den Staaren Südwind und wärmeres 
Wetter naht. — Diese Vermuthung hat sich jedoch nicht bestätigt. Nach 
einer mir von unserem geehrten Herrn Secretär Custos Rogenhofer 
gemachten freundlichen Mittheilung war die Minimal-Temperatur den 
24. Februar 1875 — 12» R„ den 25. Februar 1875 — 8° R. Das 
nächste Thauwetter war am 9. März, Minimal-Temperatur 0° R., am 
10. März Minimal-Temperatur -|- 1° R., am 11. März Minimal-Tem- 
peratur + 3° R. 

Fringilla montifringillaL. Ein blassgefärbtes Exemplar wurde am 28. Jänner 
1875 bei Ofen aus einer Schaar gefangen und von Herrn Anker 



i 



166 a. v. p elzein. Vierter Beitrag zur österreichisch-ungarischen Fauna. 

an Custos Eogenhofer geschickt, der dasselbe dem Museum als 
Geschenk übergab. 

Fringilla rufescens (Vieill.) aus den Judenburger Alpen, Steiermark, wurde 
von P. Blasius Hanf der k. Sammlung als Geschenk überlassen. 

Otis tarda L. Im Eevier Hostan (im westlichen Böhmerwalde) wurden in 
der Mitte Januars drei im Schnee herumspazierende Trappen gesehen; 
ein Exemplar wurde geschossen. „Wiener Abendpost" vom 22. Januar 1875. 

Otis tetrax L. Nach Mittheilung des Herrn Florian Müller, Pfarrer zu 
Untersiebenbrunn im Marchfelde, befindet sich zu Melk (in der Stifts- 
sammlung?) ein Zwergtrappe, der nach Angabe Stauffer's in neuester 
Zeit bei Gurhof nächst Göttweig geschossen wurde. 

Oedicnemus crepitans Temm. Herr Custos Rogenhofer kaufte am 
5. Mai 1875 einen lebenden Oedicnemus der bei Malaczka an der 
March (Ungarn) gefangen worden war und übergab ihn dem Museum 
wo er bis 18. Mai lebte, dann aber entkam. 

Ardea minuta L. Ein Nest dieser Art mit einem alten Vogel und drei 
Jungen im Schüttel zu Fischamend (Niederösterreich) am 13. Juli 
1874, etwa drei Fuss über dem Boden auf einem Stamme gefunden, 
wurde von Herrn Schistl acquirirt. 

Ortyometra minuta (PalL). Ein Exemplar wurde zu Untersiebenbrunn im 
Marchfelde am 7. April 1875 auf freiem Felde gefangen und von 
Herrn Pfarrer Florian Müller dem Museum zum Geschenke gemacht; 
es lebte daselbst bis 13. October. 

Gallinula chloropus (L.). Nest mit einem Vogel und acht Eiern von 
Herrn Schistl acquirirt. Fundort (wenigstens des Vogels) am 
Fischafluss (Niederösterreich), am 17. Juni 1873. 

Cygnus musicus Bechst. Ein Singschwan wurde am 15. Januar in der 
Donau- Au bei Asten erlegt und von Herrn Llewellyn Freiherrn von 
Kast, Gutsbesitzer in Ebelsberg in Oberösterreich der Naturalien- 
sammlung des k. k. Gymnasiums in Linz zum Geschenke gemacht. 
„Wiener Abendpost" vom 20. Januar 1875 (?). 



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Blätterraasse österreichischer Holzpflaozen. 

I. Apetalae. 

Von 

Dr. A. Pokorny. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 1. März 1876.) 

In einer am 9. December 1875 der k. Akademie der Wissenschaften vor- 
gelegten Abhandlung 1 ) wurden vom Verfasser des vorliegenden Aufsatzes pbyllo- 
metrische Werthe an Stelle der bisher üblichen Bezeichnung der Blattformen 
als Mittel zur Charakteristik der Pflanzenblätter vorgeschlagen. Es wird nun 
in Folgendem versucht, die phyllometriscbe Methode zur Charakteristik einer 
Anzahl Blätter österreichischer Holzpflanzen praktisch anzuwenden. Hiebei ist 
es unerlässlich, zum Verständniss das Wesen der Methode in Kürze zu erörtern, 
wobei jedoch bezüglich des Details auf die Eingangs erwähnte Abhandlung ver- 
wiesen werden muss. 

Die durch den Umriss der Blattspreite gegebene Blattform lässt sich an- 
nähernd durch wenige Punkte des Umrisses geometrisch feststellen, wobei es 
im Allgemeinen und für die Mehrzahl der Fälle genügt, die Länge des Blattes 
und einige Breitedurchmesser durch wirkliche Messung in Millimeter ausge- 
drückt, zu bestimmen. Die drei wichtigsten Breitedurchmesser (Queraxen) liegen 
in der Mitte des Blattes und in der Mitte der unteren und der oberen Blatt- 
hälfte. Bei Blättern, die an der Basis oder an der Spitze oder an beiden Enden 
abgestumpft oder ausgerandet sind, wird noch eine vierte, eventuell fünfte 
Messung an der stumpfen Basis oder Spitze nothwendig sein. Die Länge des 
Blattes (Längsaxe) wird mit L, die fünf Breitendurchmesser (Queraxen) von 
unten nach oben mit B , B lt B 2 , B 3 und B 4 bezeichnet. Da es nicht viel Mühe 
macht und oft sehr nützlich ist, so kann neben der Länge des Blattes noch 
der Blattstiel P gemessen werden. Man erhält durch diese notwendigsten 
Messungen zur Charakteristik einer Blattform die empirische (abgekürzte) Formel: 
P . L . Bq . Bj . B2 . B3 . B4. 

Wo es nöthig ist, lässt sich diese Formel beliebig erweitern und für 
jeden Punkt des Umrisses die Lage einfach durch Bestimmung der Breite, d. i. 
der Entfernung des Punktes vom Primärnerv und der Länge, d. i. der Länge 
des Primärnervs von der Basis bis zur betreffenden Queraxe in Bruchform ^ oder 
als Quotient B n : L n anzeigen. Durch solche empirische Formeln ist jedes 
Blatt in natürlicher Grösse seiner Hauptform nach fixirt und lässt sich beliebig 
durch Zahlen ausdrücken oder geometrisch durch eine Zeichnung construiren. 

Da aber die Blätter von ungleicher Länge sind, so tritt die Eigenthüm- 
lichkeit einer Blattform erst dann vollkommen hervor, wenn man alle Blätter 

>) A. Pokorny über phylloraetrische Werthe als Mittel znr Charakteristik der Pflanzen- 
blätter. Ans dem LXXH. Bande der Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. I. Abth Jahrg. 1875. 



168 



A. Po k orny. 



auf gleiche Länge, also auf eine Masseinheit reducirt. Die Blattform bleibt 
sodann geometrisch der ursprünglichen ganz ähnlich; sie ist jedoch leicht mit 
jeder anderen vergleichbar, da die Unterschiede dann nur in verschiedenen 
Breiteverhältnissen liegen. Dieser grosse Vortheil wird erzielt, indem man die 
empirischen gefundenen Masswerthe der Pflanzenblätter in isometrische ver- 




3 J1 



B, 



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Elliptisch. Rhombisch. Eiförmig. eifBrmi g. Deltoidisch. deltoidisch. Dreieckig. dre ieckig. 

Die acht Grundformen der Pflanzenblätter in isometrischen Breiten von 10 Mm. 



wandelt, was am einfachsten durch Multiplication mit -~ geschieht, wobei L die 
Blattlänge bedeutet. Da ™ sowie dessen Producte constante Grössen sind, 
so kann man sich bei solchen Umrechnungen mit Vortheil einer Hilfstabelle 
bedienen, wie sie obiger Abhandlung 1 ) beigegeben ist. Bei den isometrischen 
Werthen sind nun alle Masse in Proeenten der Blattlänge ausgedrückt, wobei 
allen Blättern die gemeinschaftliche Länge 100 (Millimeter) zukommt. Hat 

*) Siehe vorige Seite. 



Blätterniasse österreichischer Holzpflauzen. 



169 



man aber alle Blätter auf gleiche Länge reducirt, so ergeben sich aus den 
Breitenverhältnissen ganz naturgemäss folgende acht geometrische Hauptformen 
der Pflanzenblätter: 

A. Elliptische Battform. Grösste Breite in der Mitte (B 2 ); Breite in 
B t und B 3 unter sich gleich und grösser als die halbe Breite in B 2 . 




Elliptische Blattform für isometrische Breiten von 20, 40, 60, 80 und 100 Mm. 



B. Rh ombis che Battform. Grösste Breite in der Mitte (B 2 ); Breite in B t 
und B 3 unter sich gleich, dabei gleich oder kleiner als die halbe Breite in B 2 . 

C. Eiförmige Blattform. Grösste Breite in der Mitte (B 2 ); Breite 
in B { grösser als in 2? 3 . 

D. Verkehrt eiförmige Blattform. Grösste Breite in der Mitte (B 2 ) ; 
Breite in B 3 grösser als in Bf 

E. Deltoidische Blattform. Grösste Breite in B^ 

F. Verkehrt deltoidische Blattform. Grösste Breite in B 3 . 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 22 



170 



A. Pokorny. 



G. Dreieckige Blattform. Grösste Breite in B . 

H. Verkehrt dreieckige Blattform. Grösste Breite in B 4 . 
Diese Blattformen lassen sich kurz durch die voranstehenden Buchstaben 

bezeichnen. Jede Blattform gestattet wieder die verschiedensten Breiten. Die 
grössten Breiten schwanken zwischen 1—100 und darüber und können als 
Coefficienten den Buchstaben, die als Zeichen der Blattformen dienen, voran- 
gesetzt werden, wodurch man allein für Breiten zwischen 1 und 100 nicht 
weniger als 800 Blattformen erhält, nämlich 1 — 100 A, B, C u. s. f. Berück- 
sichtigt man selbst nur Breitenunterschiede von je 20 Mm. (ein Fünftel der 
Blattlänge), so erhält man 6 X 8 d. i. 48 Blattformen, welche kurz durch Buch- 
staben und Indices bezeichnet werden können. So ist z. B. A 3 ein elliptisches 
Blatt, dessen grösste Breite zwischen 40—60 Mm. liegt. 

Die Skizze (Fig. 1) zeigt die acht Blattformen für eine grösste Breite 
von 10 Mm., also die Blattformen 10 A, 10 B, 10C, 10 D u. s. f., oder mit 
Indices ausgedrückt die Blattformen A t , B^ C t , D A u. s. f. In Fig. 2 hin- 
gegen ist eine Blattform, nämlich die elliptische für grösste isometrische 
Breiten von 20, 40, 60, 80 und 100 Mm. dargestellt; sie enthält daher die 
Biattform 20 A, 40 A, 60 A, 80 A, 100 A oder mit Indic3s A u A 2 , A 3 , A 4 , A 5 
und was darüber ist, als A 6 bezeichnet. 

Wie hier in diesen Figuren die drei wichtigsten Queraxen B^ B 2 , B 3 und 
bei der G- und H-Form auch die Queraxe B und B 4 in ihren Werthen durch 
Linien und Zahlen ausgedrückt erscheinen, so lassen sich für jede Blattform 
und für jede Breite die entsprechenden isometrischen Werthe der Queraxen 
berechnen. In den seltensten Fällen stimmt jedoch ein natürliches Blatt mit 
der berechneten geometrischen Form ganz überein; in der Regel ergeben sich 
kleine Differenzen positiver oder negativer Art, welche als Anomalien (Ab- 
weichungen von der geometrischen Grundform) aufzufassen sind. Erst durch 
Ermittlung der Anomalie wird eine Blattform mit voller Schärfe in ihrer Eigen- 
tümlichkeit erkannt. Will man daher ein natürliches Blatt phyllometrisch ganz 
genau bestimmen, so ist auch noch die Anomalie desselben zu berechnen. 

Die grössten Anomalien kommen bei den am Grunde oder an der Spitze 
abgestumpften Blättern in B und B 4 vor, da die geometrischen Formen alle 
oben und unten spitz zulaufen. Doch ändern diese Anomalien die Hauptform 
weniger, als die weit geringeren in den Breiten B^ B 2 und B 3 , weshalb auf 
diese das Hauptgewicht zu legen ist. 

Zur Erleichterung der Bestimmung der Anomalien enthält die hier bei- 
gegebene Tabelle (siehe Beilage Tabelle A) die Normalwerthe von 800 Blätter- 
typen, nämlich für die Blätter der acht Hauptformen bei jeder grössten 
Breite zwischen 1—100. Das Verfahren für die phyllometrisch e Bestimmung 
eines Blattes besteht daher in Kürze in Folgendem: Man bestimmt zuerst 
durch directe Messung (am leichtesten mit Hilfe eines Quadrat - Millimeter- 
Netzes auf durchsichtigem Pauspapier) die wichtigsten empirischen Blattwerthe, 
als die Länge des Blattstieles und der Blattspreite, ferner die Breiten B^ 
B 2 , B 3 und wo es nöthig, auch B und B 4 . Diese empirischen Werthe werden 



Normalwe: 



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45V) 26 45 26 52 17 3 39 13 
520 520 52 52-0 34-7 34-7 260 260 
45 26 26 450 173 520 13-0 390 

— I- - - - - 530 - 
45-!/ 2« 5 45 9 20 5 530 17 7 39 7 132 
53 5J 53 53 35 3 35 3 26 5 26 5 
45 9 2< 5 26-5 45 9 17 7 53 13 2 39 7 

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19-4 285 49-4 28 5 57D 190 427 14'2 

57-0 57 57 57 38 38 28 5 28'5 

49-4 28 5 28 5 49 4 19 57 14-2 42 7 



502 29 50-2 29-0 580 19'3 435 14-5 

58 58-0 58 58 387 38 7 29 29'0 

50 2 29 29 50-2 19 3 58 14 5 43 5 

- - ----- - 58-0 



51 1 29 5 51-1 29 5 59'0 197 44 2 147 

59 59 59-0 59 39 3 39 3 29 5 295 

511 295 295 5M 19 7 590 147 442 

— J- — - - — - 590 

------ 600 — 

52-0 30-0 5 2 30'0 600 200 450 150 

60'0 60 6 60-0 40'0 40-0 30 30 

52-0 30'O 30-0 520 20 600 15 45'0 

------- 600 



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B, i 61-0 61-0 610 
B, 52-8 30 5 30 5 



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ll, 53 7 31 53 7 31 62 207 46 5 15 5 

Ii, 02 (12-0 02d 6211 41-3 41'M 310 31 

B 3 I 537 31 310 53 7 20 7 620 15 5 46 5 

B, — — — — — — -.— 62-0 



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64-0 64 640 64'0 
55-4 320 320 554 



64 213 
427 427 
213 610 



- — — — — 65 — 

32 5 56-3 325 65 21 7 487 162 

650 65 650 43 3 43 3 325 325 

325 325 56 3 217 65 162 487 

------ 65-0 



57-1 33 57-1 33 66'0 22 49-5 16-5 
66-0 66-0 66-0 66 44 44-0 330 33 
57-1 33 33-0 57 1 22 660 16 5 49 5 



- 670 — 

58-0 33-5 58-0 33'5 67'0 223 502 167 

67 67-0 67-0 67 447 44 7 355 335 

580 33-5 33-5 580 22 3 67 167 167 

— — — — — — — 67-0 



58 9 34-0 58-9 34 68 227 510 17'0 
68-0 68-0 68-0 68'0 45-3 453 340 34 
58 9 340 34-0 589 227 68'0 17'0 51'0 



59 7 34 5 59 7 34"5 69 23-0 51 7 17-2 
690 69-0 69-0 69 46 460 345 345 
597 34-5 34 5 597 23 69 17 2 17 2 



70-0 



60 6 35 60-6 35'0 70 23 3 52 5 17-5 

700 70-0 70-0 70-0 467 467 35-0 350 

60-6 35-0 350 606 233 700 175 525 

------- 70-0 



— — — — — — 72-0 — 

623 360 623 36 72'0 240 540 180 

72 720 72-0 72 48 48'0 36'0 360 

62 3 36 36 623 24 72 18 54 

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632 36-5 632 365 73 243 54 7 18 7 

73-0 73 730 73'0 487 487 365 365 

63-2 36-5 36-5 03 2 213 73'0 1* 2 .-»4 7 



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44-5 


44-5 


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788 455 788 45"5 91 303 
91 91 91 91-0 607 60 7 
788 45 5 450 788 303 91-0 



797 46 79 7 46 920 307 69'0 
92 92 92 92 61 3 01 3 460 
797 460 460 797 307 920 23 



80 5 405 80'6 405 930 31 
93 93 93 93 62 62 
80-5 46 5 46 5 80 5 31-0 93 



81-4 47 814 47 94-0 31 3 70 5 23 5 

94-0 940 94 94 627 627 470 470 

81-4 47'0 47-0 81 4 31 3 940 235 70 5 

------- 940 



823 17 5 88-8 47-5 950 317 71-2 237 

95-0 95 95-0 9.VO 03 3 033 47-5 47-5 

823 47-5 17 5 82 3 317 95 237 71 2 

------- 95-0 

— — — — — — 96-0 - 
83-1 48 83-1 48 96-0 320 72-0 240 
900 900 960 90-0 64-0 04 480 48'0 
83-1 48 48-0 831 32'0 96'0 24 720 

— — — — — — — 96-0 



84MI 48-5 84 48 5 97'0 323 72 7 242 

97-0 970 97 97'0 647 647 485 485 

84-0 485 48-5 840 32'3 970 242 727 

------- 97-0 



84-9 490 849 49'0 98'0 327 73 5 24 5 
980 98-0 98-0 98-0 65-3 053 490 49 
84-9 490 49-0 84-9 327 98'0 24 5 735 



857 495 857 495 99'0 330 742 247 
99 99 99-0 99<0 06'0 06 49 5 495 
857 49 6 49-5 85 7 33'0 990 24 7 742 



----- — 100 

80 50-0 86-6 500 100 333 75'0 25 

100 100 100 100 667 667 500 50'0 

866 50 50 86 6 33'3 100 25 750 

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22*7 

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41-0 
205 


20'5 
41-0 
61 5 
82-0 


92 B 
B x 
B 2 
B 3 
B 4 


79-7 

92'0 
79-7 


46-0 
92-0 
46-0 


797 

92-0 
46-0 


46 
920 
79-7 


92-0 
61-3 
30-7 


30-7 
61*3 
92-0 


92-0 
69*0 
46-0 
230 


230 
460 
690 
92-0 


7T9 
83-0 
41-5 


41-5 
83-0 
71-9 


83-0 
55*3 
27-7 


27-7 

55-3 
83-0 


83-0 
62 '2 
415 
20-7 


20 - 7 
41-5 
62-0 
83-0 


93 B 

-r> 

B t 
B 2 
B 3 
B 4 


80-5 
93-0 
80-5 


465 
930 
46-5 


80-5 
930 
46-5 


465 
930 
80-5 


930 
620 
31'0 


31-0 

620 
930 


93-0 
69'7 
465 
232 


23'2 
46 5 
69-7 
93-0 


iL 7 

84-0 
42-0 


420 
84-0 
727 


84-0 
56.0 
28-0 


28-0 
560 
84-0 


84-0 
63'0 
42-0 
21-0 


2 1*0 
42-0 
630 
84-0 


94 B 
Bj 

B 2 
B 3 
B 4 


81*4 
94-0 
81-4 


470 
94-0 
47'0 


81-4 
940 
47'0 


47-0 
94-0 
81-4 


94-0 
62-7 
31-3 


31-3 
62-7 
94-0 


94-0 
70 - 5 
470 

235 


no.t 

26 5 
47-0 
70-5 
94-0 


HO./? 

73 o 
85-0 
42-5 


425 
85-0 
73-6 


85-0 
56-7 
28-3 


28-3 
56-7 
85-0 


85-0 
63*7 
42-5 
21-2 


21*2 

42-5 
63-7 
85'0 


95 B 
Bt 

B 2 
B 3 
B 4 


82-3 
95'0 
82-3 


47-5 
95'0 
47-5 


82-3 
95-0 
47-5 


47-5 

95-0 
82-3 


95-0 
633 
31-7 


31-7 
63-3 
95-0 


95-0 
7T2 
47-5 
237 


23*7 
47-5 
71-2 
95-0 


74 5 
86-0 
43-0 


43-0 
86-0 
74-5 


86-0 
57-3 
28-7 


28-7 
57-3 
86'0 


86-0 
64*5 
430 
21-5 


21 '5 
43-0 
64-5 
86-0 


96 B 
Bi 

a 

B 4 


83*1 
96-0 
83-1 


48-0 
96-0 
48-0 


83-1 
960 
48-0 


48-0 
96-0 
83-1 


96-0 
64-0 
32-0 


32-0 
64-0 
96-0 


96-0 
72*0 
48-0 
24-0 


24 
48-0 
72-0 
96-0 


75*3 
87-0 
435 


435 
87*0 
753 


870 
580 
29-0 


29-0 
58-0 
87-0 


87'0 
65*2 
435 
21-7 


217 

435 
65-2 
87-0 


97 B 

B x 
B 2 
B 3 
B 4 


84*0 
97-0 
84'0 


48-5 
97-0 
48-5 


84-0 
97-0 
48-5 


48-5 
97-0 
84-0 


97-0 
64'7 
32-3 


32-3 
64-7 
97'0 


97-0 
727 
48-5 
24-2 


(11,(1 
24 2 

48'5 

72-7 

97-0 


76 2 

88-0 
44-0 


440 
88-0 
76-2 


88-0 
58-7 
29-3 


29-3 
58-7 
88-0 


88-0 
66'0 
44-0 
220 


22*0 
44-0 
66-0 
88-0 


98 B 
B x 

s 


84"9 
98-0 
84-9 


49-0 
98-0 
49-0 


84-9 
98-0 
49*0 


49'0 
98-0 
84-9 


98-0 
65-3 
32-7 


32-7 
65-3 
98-0 


980 
73 5 
49-0 
24*5 


24 5 
490 
73-5 
98-0 


77'0 
89'0 
445 


44-5 
890 
77-0 


89-0 
59-3 
29-7 


29-7 
59-3 
89-0 


89-0 
66*7 
44-5 
22-2 


222 
44-5 
66-7 
89-0 


99 B 
B x 
B 2 
B 3 
B 4 


85*7 
99-0 
85-7 


49-5 
99-0 
49'5 


85-7 
99-0 
49-5 


49-5 
99-0 
85-7 


99-0 
66-0 
33'0 


33-0 
66-0 
99-0 


99-0 

n a .et 

74*2 
495 
247 


n a .n 

Z4 7 
495 
74-2 
99-0 


77*9 
90-0 
45*0 


45-0 
900 
77-9 


90'0 
60-0 
30-0 


30-0 
600 
90-0 


90-0 
67-5 
45-0 
22-5 


22*5 
45-0 
67-5 
90-0 


100 B 

B x 
B 2 
B 3 
B 4 


86-6 
100 
86-6 


50-0 
100 
50-0 


866 
100 
500 


50-0 
100 
86-6 


100 
66-7 
33-3 


333 
66-7 
100 


100 
75'0 
50-0 
25'0 


250 
50-0 
75-0 
100 



Blättermasse österreichischer Holzpflauzen. 



171 



(am bequemsten mit der Hilfstafel) (s. p. 168) in isometrische umgewandelt. Hie- 
durch ergibt sich die Blattform und die grösste Breite. Auf Grund der letzteren 
berechnet man (am besten mit Hilfe der hier beigeschlossenen Tabelle A) die 
Anomalie. Ist dieselbe etwas bedeutender, so zeigt eine Vergleichung der Ta- 
belle rasch, ob das Blatt einer anderen Blattform durch eine geringere Gesammt- 
Anomalie näher steht. In letzterem Falle haben wir es mit einer combinirten 
Form zu thun, wo ein Blatt zwischen zwei Formen in der Mitte steht, oder 
bei dem Scheine einer bestimmten Form, dennoch in seinen Hauptabmessungen 
einer anderen einfachen Form näher liegt. So gibt es beispielsweise Blätter 
von Fagus sylvatica (s. später f. 131 und 132) vom Aussehen verkehrt-eirunder 
und eirunder Blätter, welche bei Berechnung der Anomalien richtiger als ellip- 
tische Blätter erkannt werden und sich durch die Symbole DA 4 , CA 4 kurz und 
bündig ausdrücken lassen. 

Die vorliegende Arbeit hat nun den Zweck, die phyllometrische Methode 
an einer grösseren Anzahl von Blättern zu erproben. Bei der Neuheit der Sache 
schien es nothwendig, Blätter zu wählen, welche Jedermann zugänglich sind 
und eine beständige Vergleichung und Messung zulassen. Solche Blätter finden 
sich in photographischen oder physiotypischen Abdrücken, welche die graphisch 
vollkommensten Darstellungen von Pflanzenblättern sind und diese in Form und 
Grösse auf das Natürlichste wiedergeben und daher auch Messungen gleich den 
natürlichen Blättern gestatten. Der Verfasser wählte dazu absichtlich die in seinem 
Werke „Oesterreichs Holzpflanzen" auf den Tafeln 4—14 abgedruckten Blätter 
(Fig. 56—157), weil hier eine grosse Mannigfaltigkeit von Blattformen zu finden ist 
und weil diese Blätter zugleich typische Blattformen einer wichtigen Abtheilung der 
österreichischen Holzpflanzen darstellen. Indem nun die hier abgedruckten Blatt- 
formen phyllometrisch untersucht und bestimmt werden, so ist damit keineswegs 
eine phyllometrische Charakteristik der Species gegeben, welche weiteren ver- 
gleichenden Studien vorbehalten bleiben muss, wenn gleich auch in dieser Be- 
ziehung ein wichtiger Beitrag schon dadurch geliefert wird, dass hier zum ersten 
Male die Blätter nahe verwandter Arten oder mehrere Blätter derselben Art 
phyllometrisch untersucht sind. Abgesehen aber von diesem systematischen Vor- 
theil erscheinen die oben citirten Tafeln aus „Oesterreichs Holzpflanzen" als 
unentbehrliche Illustrationen der vorliegenden Abhandlung für Alle, welche die 
phyllometrische Methode näher kennen lernen wollen. Diese Abbildungen sowie 
die oben citirte Abhandlung über Phyllometrie in den Sitzungsberichten der 
k. Akademie enthalten auch die weiteren Belege, wie verschiedene Schwierig- 
keiten bei der Anwendung der Methode zu beheben sind, weshalb auch in 
dieser Richtung darauf verwiesen werden muss. Sehr vortheilhaft ist es, auf 
Grund der phyllometrischen Angaben sich Skizzen der Pflanzenblätter durch ein- 
fache, geometrische Constructionen zu verschaffen, um sich so von den Blatt- 
formen in natürlicher oder isometrischer Grösse eine genaue Anschauung zu ver- 
schaffen, wobei sogenanntes Millimeter-Papier (in Quadrat- Millimeter getheiltes 
Papier) sehr wesentliche Dienste leistet. Im Allgemeinen genügt es, das Axen- 
kreuz, nämlich die Blattlänge und die darauf senkrechten Breiten (B , B t , B 2 

22* 



172 



A. Pokor ny. 



B 3 und B 4 ) zu zeichnen, um statt der Zahlen die noch anschaulichere graphische 
Darstellung der phyllometrischen Blattform vor sich zu haben. 

In der nun folgenden phyllometrischen Beschreibung der ausgewählten 
Blätter sind neben den phyllometrisch wichtigsten in tabellarischer Uebersicht 
zusammengestellten Dimensionen, in Form von Zusätzen einige kurze Bemer- 
kungen und weitere Messungen, wo es nöthig war, beigefügt. Namentlich ist es 
das unterste und oberste Blattviertel, die Basis (Ba.) und die Spitze (Sp.), welche 
öfter zur näheren Charakteristik eigener Massangaben bedürfen. Ausserdem ist 
bei unsymmetrischen und gekrümmten Blättern die ganze Breite in Summanden 
aufgelöst, um auch diese Verhältnisse genauer anzugeben. Am besten dürfte je- 
doch, wie bereits erwähnt, die unmittelbare Vergleichung der abgedruckten 
Blätter mit deren phyllometrischen Beschreibung zur Aufklärung in zweifelhaften 
Fällen dienen. 

Phyllometrische Beschreibung der in A. Pokorny's „Holz- 
pflanzen Oesterreichs", t. 4—14 (Fig. 56 — 157) abgedruckten 
Pflanzenblätter. 

Abkürzungen. P Blattstiel; L Länge der Blattspreite; B , Bj, ß 2 , B :i , B 4 die wichtigsten 
Breitendurchmesser am Grunde, im ersten, zweiten, dritten Blattviertel und an der Spitze des 
Blattes; emp. empirische Werthe (natürliche Grösse); isom. oder is. isometrische Werthe (Grössen 
bei einer gleichen Blattlänge von 100 Mm.) ; Blattformeln und Anomalien, siehe Einleitung. Im 
Allgemeinen bedeutet A elliptisch, B rhombisch, C eiförmig, D verkehrt-eiförmig, E deltoidisch, 
F verkehr t-deltoidisch. — Ba. Basis; Sp. Spitze; Gr. Br. Grösste Breite; PN. Primärnerv. 

Alle Zahlen drücken Millimeter aus. Die erste Zeile bei jeder Figur enthält den Namen 
der Pflanzenart und empirische Werthe ; die zweite Zeile die Blattformeln (mit Indices und Coeffi- 
cienten) und für letztere die Anomalie der Breiten B x , B 2 und B 3 eingeklammert; ferner die 
isometrischen Werthe. In den Zusätzen sind allenthalben nur empirische Werthe verstanden, wo 
nicht ausdrücklich isometrische Werthe bezeichnet sind. 



Tabelle B. 





Fig. 


P. 


L. 


B 




B 2 


B 3 


B 4 

! 




Myriceae. 






















1. 


Myrica Gale L. 


emp. 


56 


3 


32 




5 


9 


11 








F 2 = 34 F (+ 5 . -f- 5 . -) 


isom. 




9 


100 




16 


28 


34 






I 2. 






57 




35 




6 


11 


12 








F 2 = 34F(+ 6. + 


3.-) 






100 




17 


31 


34 






3. 






58 


2 


38 




7 


11 


12 








F 2 == 32 F (+ 7 . f 


3.-) 




5 


100 




18 


29 


32 







Zusätze. 

Fi£. 56—58. Drei schmale, verkehrt- deltoidische Blätter mit geringer 
Anomalie. Die Abrundung der Spitzen geben die Dimensionen 6 : 30, 7 : 33, 
6 : 36. Bei Fig. 57 ist der kurze P abgebrochen. 



Blätter masse österreichischer Hoizpiiaiizeu, 17, 





Fig. 


P. 


L. 


B 




B 2 


B 3 


B 4 


Betulaceae. 


















4. Betula alba L. 


74 


18 


40 




35 


32* 


17* 


— 


EC 5 = 87C(+12.-7. — 1) 




45 


100 


— 


87 


80 


42 


— 


5. — — — 


75 


18 


57 


15 


53 


45* 


23* 


— 


E 5 = 93E(- .+ 17. -f9) 




32 


100 


26 


93 


79 


40 


— 


6. B. alba L. v. verrucosa Ehrb. 


61 


17 


70 


— 


45 


38* 


19* 


- 


E 4 = 64E(— . f 11. + 6) 




24 


100 


— 


64 


54 


27 


— 


7. B. alba L. v. laciniata ßoth. 


62 


21 


50 


— 


35 


48* 


24* 


— 


C 5 = Q6C(+7.-.-) 




41 


100 


— 


70 


96 


48 


— 


8. J5. aZöa L. v. oycoviensis Bess. 


59 


7 


35 


— 


27 


23 


9 


— 


E 4 = 77E(-. + 15.— ) 




20 


100 


— 


77 


66 


26 


— 


9. 


60 


10 


28 


— 


28 


25 


14 


— 


EC 5 = 100C(- 13. — 11.-) 




36 


100 




100 


89 


50 




10. Betula pubescens Ehrh. 


66 


12 


54 


25 


46 


41 


25 


— 


EC 5 = 85C( + 11 . - 9. + 4) 




22 


100 


46 


85 


76 


46 




11. 


67 


20 


54 




44 


44 


29 




C 5 = 81C(+ 11. -.+ 14) 




37 


100 




81 


81 


54 




12. JB. pub. Ehrh. v. carpatica W. K. 


65 


14 


42 




31 


33 


21 




C 4 = 79 C (+ 6 . — . -f 10) 




33 


100 




74 


79 


50 





Fig. 59—62 und 74 und 75. Die Blattformen von Betula alba sind 
breit deltoidisch, oder deltoidisch- eiförmig , seltener rein eiförmig; die grössten 
Breiten schwanken zwischen 64 — 100 isometrisch, die mit * bezeichneten Breiten 
sind umschriebene, daher grösser als die wirklichen. Bei allen gelappten, ein- 
geschnittenen, getheilten Blättern u. dgl. werden nämlich zur Ergänzung der 
Blattform gerade Linien von Lappen zu Lappen u. s. f. gezogen und die Breiten 
von diesen Linien an gemessen. In Fig. 61 und 62 ist der Primärnerv stark 
links . gebogen, woraus sich die Werthe für B l7 B 2 und B 3 genauer, wie folgt, 
ergeben: In Fig. 61 : 19 + 3 + 23, 15 •+ 5 4- 18, 6 + 6 4- 7 und in 
Fig. 62: 11 + 3 4- 21, 23 + 5 4- 20, 8 + 7 4- 9. — Bei Fig. 75 ist die 
deltoidische Form durch die Anomalie der Basis verwischt; dieselbe beträgt 
4- 15 emp., + 26 is.; in 3 Mm. Höhe aber schon 20 4- 20 emp. oder 
35 4" 35 is. Doch weicht das Blatt vom dreieckigen Typus weit mehr ab, als 
vom deltoidischen. 

Fig. 66, 67. Die Ausbuchtung an der Basis in Fig. 66 wird genauer 
angegeben durch P 10 -j- 2 oder L 2 -f 52. 

Fig. 65. Ein stark unsymmetrisches Blatt, dessen B 1} B 2 , B 3 daher 
genauer durch die Werthe 19 4- 12, 18 + 15, 12 + 9 gegeben wird. 



174 



A. Pokorny. 





FiV 
r ig. 


P i 

1 


L. 


"R 


D i 


J->2 


B» 




13. Setiila intermedia Th. 




63 


5 


25 





18 


23 


14 





C 5 = 92C(— 8.-. 


+ 10) 




20 


100 


— 


72 


92 


56 





14. 




64 


8 


24 


— 


19 


23 


16 





C 5 = 96 C (- 4 . — . 


+ 19) 




33 


100 


— 


79 


96 


67 


— 


15. JBetula humilis Schrank 




68 


2 


22 


— 


12 


17 


14 





DA 4 = 77 A (— 13 . — 


. — 3) 




9 


100 


— 


54 


77 


64 





16, 




69 


6 


19 


— 


13 


17 


15 


6 


DA 5 = 89 A (— 9 . — 


. + 2) 




32 


100 


— 


68 


89 


79 


32 


17. 




70 


2 


20 


— 


10 


16 


16 


4 


D 4 = 80 D (— 10 . - . 


+ 11) 




10 


100 


— 


50 


80 


80 


20 


18. JBetula nana L. 




71 


1 


10 


3 


8 


12 


11 


5 


D 6 = 120 D (+ 20 . — 


• + 6) 




10 


100 


30 


80 


120 


110 


50 


19. 




72 


1 


10 


5 


9 


12 


10 


3 


DA 6 = 120 A (+ 14 . — 


.-4) 




10 


100 


50 


90 


120 


100 


30 


20. — 




73 


1 


9 


5 


10 


11 


11 


4 


DA 6 = 122 A(+7 . + 2. 


4- 18) 




10 


100 


56 


111 


122 


122 


44 


21. Alnus viridis DC. 




76 


8 


43 


16 


35 


37 


23 


— 


C 5 = 86 C (+ 6 . - . 


+ 10) 




18 


100 


37 


81 


86 


53 


— 


22. 




77 


6 


44 


5 


31 


36 


29 


— 


CA 5 = 82 A (+ 1 . - 


.-5) 




14 


100 


11 


70 


82 


66 




23. Älnus rugosa Spr. 




78 


5 


45 




30 


37 


30 




A 8 =82 A(— 4.— 


.-4) 




11 


100 




67 


82 


67 




24. 




79 


6 


45 


5 


31 


36 


28 


4 


CA 4 = 80 A (- 1 . - 


.-7) 




13 


100 


11 


68 


80 


62 


9 


25. 




80 


7 


54 


6 


36 


41 


32 




CA 4 = 76 A (+ 1 . — 


• + 7) 




13 


100 


11 


67 


76 


59 





Fig. 63, 64. Breit eiförmige Blätter, die mehr zur verkehrt- eirunden 
Form, als zur rhombischen oder deltoidischen neigen. 

Fig. 68—70. Verkehrt-eirunde Blätter; doch sind bei Fig. 68 und 69 
die Anomalien für die elliptische Blattform geringer, daher die Blätter eher als 
breit-elliptisch aufzufassen. Nur Fig. 70 ist echt verkehrt- eirund. 

Fig. 71—73. Hier tritt zur verkehrt- eirunden Blattform die überwiegende 
Querform (120—122 is. Br.) und die Abstumpfung der Basis und der Spitze 
hinzu, wie die Anomalien deutlich zeigen. 

Fig. 76-77. Zur Fig. 76 P = 7 + 1, L = 1 + 42. Zur Fig. 77 
Ba. 23 : 5, Gr. Br. 37 : 26. Breit eiförmige und breit elliptische Blattformen 
mit grosser Anomalie der Basis. 

Fig. 78-80. Breit elliptische Formen (76-82 is. Br.) Fig. 78 rein 
elliptisch, die beiden anderen etwas dem eiförmigen Typus sich nähernd. Ba. 



Blftttermassö öaterreichischer Holzpflanzeu. 



175 





Fig 


P. 


L. 


B 


B, 


B 2 


ß 3 


B 4 




26. Ahius incana DC. 




öl 


C\J 


Du 


q 

ö 




KA 


4o 






DA« = 78 A (— 2 . — 


• + 2) 




9Q 

Cid 


1 Art 


A 
4 


DO 


70. 


7A 






27. 




Ä9 


1 K 
10 


79 


q 
ö 




AO 

4y 


A 1 






DA 4 = 68 A(- 6. — 


■ — 2) 




91 


1 flft 


A 


öö 


Do 


t;7 
O i 






28. Alnus xmbescem Tsch. 




83 


15 


63 




35 


46 


41 







DA 4 = 73 A (- 7 . — 


• •4-2) 




24 


100 




56 


73 


65 






29. 




84 


10 






41 




47 


1 1 
1 1 




DA 4 = 77 A (— 8 . — 


. + 1) 




14 


100 




59 


77 


68 


16 




30. Alnus glutinosa Gärtn. 




85 


15 


74 


_ 


39 


59 


58 


11 




D 4 = 80 D (+ 13 . — 


• + 9) 




20 


100 




53 


80 


78 


15 




Cupuliferae. 






















31. Ostrya carpinifolia Sc. 




86 


5 


82 


4 


36 


41 


27 


— 




C 8 = 50 C (+ 1 . - 


; + 8) 




6 


100 


5 


44 


50 


33 






32. 




87 


5 


61 




34 


39 


27 






CA 4 = 64 A (+ 1 . — . 


-11) 




8 


100 




56 


64 


44 






33. 




88 


2 


53 


5 


29 


30 


19 






C 3 = 57 C (+ 6 . — 


. + 6) 




4 


100 


9 


55 


57 


36 







bei Fig. 78 durch 20:5, bei Fig. 79 durch 28:7, bei Fig. 80 durch 11 + 
und 18 + 12 : 7 näher bestimmt. 

Fig. 81, 82. Breit elliptische Formen (60—78 isom. Br.), die sich etwas 
der verkehrt-eirunden Blattform nähern. Ba. bei Fig. 81 durch 34 : 10 näher 
bestimmt. Gr. Br. bei Fig. 82 52 : 38. 

Fig. 83, 84. Den Vorigen sehr ähnlich; aber mit abgerundeten Spitzen 
(Sp. in Fig. 83 17 : 60, in Fig. 84 23 : 65) und daher noch mehr der verkehrt- 
eirunden Blattform ähnlich. Die verschiedene Gestaltung der Spitze und Basis 
bei sonst ähnlicher Hauptform der Blätter Fig. 81 und 84 ergibt sich am besten 
durch folgende isometrische Werthe: 

Längen .... 5 10 20 25 50 75 80 90 95 100 

Breiten: 

In Fig. 81 ... 4 26 39 59 65 78 70 61 30 13 

In Fig. 84 ... 14 26 52 59 77 68 61 49 33 IG 

Fig. 85. Erst hier kommt die verkehrt-eirunde Blattform ganz zur Er- 
scheinung, im Vergleich mit den beiden vorangehenden Arten. — Gr. Br. 62 : 44. 
Sp. 30 : 70. 

Fig. 86-88. Eiförmige, mittelbreite Blätter von 50—64 Br., Fig. 87 
kann fast eben so gut als eiförmig, wie als elliptisch bezeichnet werden, da es 
als 64 A in B 3 eine Anomalie von — 11, hingegen als 64 C eine solche von 



176 



A . Polvomy. 





Fig. 


P. 


1, 




B1 


B 2 


B 3 


B 4 




34. Cavpmus dumßnsis fecop. 


8Q 

oy 


Q 

y 


AA 


Q 
O 


93 


9A 


1 7 
1 1 






vAj — oo ü y— j— t . — . — y j 




90 


100 


7 
1 


^9 
04 


DO 


QQ 






OD. — 


Oft 

yu 


ß 



A^ 




1 Q 

iy 


99 


Iß 
IO 






f\ A K>l A ( 1 Q\ 

LA 3 = D4 A \ — 1 . — . — o) 




1 K 
10 


1UU 


1 O 
1 v 


AR 


KA 
04 


QQ 

oy 






36. Carpinus Betulus L. < 


Ol Q 

y 1a 


Q 
O 


IQ 

1 y 


q 


1 9 


1 1 
1 1 


Q 
O 






Xh\J 4 — 00 L/ v — 1 — y • — • r 




1ß 
XU 


100 


1fi 

XU 


ß3 


00 


42 






öi. (Junge rllanze) 


01 K 

yio 


Q 
O 


1 7 



£1 


1 1 
1 1 


1 A 
1U 


y 






W1 RK p (\ Q ß 1 ml 

I"j1^ 4 — DD b ^ — 1 . — . -J- v) \ 




18 


100 

L UV 


19 




^Q 

oy 


41 






38. (Zwergform) ( 


09 


K 
O 


OO 


Q 

y 


90 


93 

Cid 


17 






p A 7ft A ( 1 f\\ 1 

^A 4 — II) A ( — . — . — 1 V) 1 




1 ^ 


100 


97 


61 

vi 


70 


51 






oy. (Z/wergiorroj 


QQ 

yo 


K 



Qß 
00 


D 


90 


9^ 


1 s 




PI ßft A ( Q 10m 

i_/A 4 — OaA ^ — . — . — 1VJ 1 




14 


100 


17 


57 


ßQ 


50 






40. (r lUCntuiatt) 


QA 

y4 




4Q 
10 


Q 




30 


99 


14 






= /U fj ( — . -\- 4 . -f- iuj 






100 


1 Q 


70 


^1 

O L 








41. (Ausgewachsene Blätter) 


95 


12 


93 




40 


58 


47 






Di — fi2 A ( 11 — — 4m 




13 


100 




43 


62 


50 






42. (Ausgewachsene Blätter) | 


96 


10 


98 


7 


52 


56 


44 






CA 3 = 57 A (+ 4 . — . - 4) 




10 


100 


7 


53 


57 


45 






43, (Ausgewachsene Blätter) i 


97 


11 


91. 




40 


46 


34 






CA 3 = 50A(+ 2. — . -6) 




12 


100 




45 


50 


37 







-{-12 hat. In Fig. 88 kann die Krümmung des Primärnervs nach links in B,. 
B 2 und B 3 durch die Werthe 1*5, 3, 2 ausgedrückt werden. 

Fig. 89, 90. Zwei sehr ähnliche, eiförmig-elliptische Blätter mit abge- 
rundeter Basis. 

Fig. 91. Zwei Blätter eines juugen Bäumchens, deltoidisch- eiförmig 
mit grossen Anomalien. 

Fig. 92, 93. Zwei kleine Blätter (Zwergform), eiförmig elliptisch, aber 
relativ breiter als die grossen Blätter Fig. 95—97. 

Fig. 94. Ein rein deltoidisches, dreilappiges Fruchtblatt. Die Breiten 
B 2 und B 3 betragen im Mittellappen eigentlich nur 12 und 11. 

Fig. 95 steht fast in der Mitte zwischen der verkehrt- eirunden und der 
elliptischen Blattform, bei ersterer ist die Anomalie von B t +12, bei letzterer 
— 11, also fast gleich gross, nur im entgegengesetzten Sinne. 

Fig. 95 und 96 wird die Unsymmetrie genau durch die Werthe: Fig. 95 
B 2 30 + 28, B 3 26 + 21; Fig. 96 B, 23 + 29 gegeben. 

Fig. 97 ist die schmälste Blattform von Carpinus Bettdus; die Breiten 
schwanken in Fig. 91—97 von 50-70. 



Blättermasse österreichischer Holzpflanzen. 



177 





Fig. 


P. 


L. 


B 




B 2 


B 3 


B 4 


44. 


Corylus Avellana L. 


QQ 

yö 




QA 


QA 
ZU 


DD 


1A 
*4 


DD 






<U = 82 A(-f 1 . — . + 1) 




1 A 

14 


1 AA 

LUU 


OO 


70 


QO 


70 




45. 


Corylus tubulosa L. 


QQ 


Q 

y 


ÖD 


1 A 
1U 


cc 
DD 


RA 


DO 






CA 4 = 75 A (—. — .— 4) 




1 1 
i i 


IAO 
iuu 


19 


DD 


i o 


fil 
Dl 




46. 


Corylus Colurtia L. 


1 AA 
1UU 


97 


09 

y<s 


1 A 
1U 


JQ 

4:0 


DD 


OO 






C 4 = 61 C (— 1 . — . + 9) 




90 


1 HA 
IUU 


1 1 
1 1 


^9 


Ol 


30 
oy 




47. 




1 ai 

IUI 


3A 
OU 


QQ 
öö 


1 K 

1D 


oy 


QA 
ÖU 


^A 
DU 






C 5 = 91 C (— 1 . — . + 6) 




04: 


1 AA 


1 7 
1 I 


7» 
i ö 


Ol 

yl 


D 1 




48. 


Quercus sessiliflora Stn. 


1 AO 


1 7 


III 

1 1 1 




KA* 


AQ* 
Oö 


^A* 


7 
f 




A 4 = 62 A ( — 5 . — . — 5) 




16 


1 AA 
IUU 




AQ 

'ly 


fi9 


AQ 


D 


49. 




1 ao 
lOo 


1 ^ 


OD 




40 


4 / 


KO 
DU 


D 




FD 3 = 59D(+4.- 4 + .8) 




lo 


1 AA 
100 




OQ 
OO 


er c; 
DD 


oy 


O 


50. 




luoa 


18 


QQ 
ÖO 


D 


Oft* 


AI 


30 

oy 






A 8 = 53 A( — 5. — . — 2) 




9A 
£U 


1 AA 
100 


D 


A 1 

41 


r. Q 


44 


D 


51. 


Quercus pedunculata Ehrh. 


104 


3 


73 


3 


16 


34 


39 


2 




F 3 = 53F(+4. + 12.-) 




4 


1 AA 


4 


92 


47 


53 


3 


52. 




105 


7 


99 


3 


37 


67* 


67 


3 




D 4 = 68 D (+ 3 . - . + 9) 




7 


100 


3 


37 


68 


68 


3 


53. 




106 


4 


114 


8 


25* 


48* 


70 


3 




F, = 61F(+1. + 1.-) 




3 


100 


7 


21 


42 


61 


2 



Fig. 98. Geuauer P 6 + 7, L 7 + 83, Sp. 13 : 80. 

Fig. 99. Genauer P 1 + 8, L 8 + 77, B 10 + 0, Ba. 20 + 10 : 4, 
B x 30 + 25, B 2 34 + 30, B 3 26 + 26, Sp. 18 : 75, 6 : 80. 

Fig. 100—101. Während die beiden vorhergehenden Blätter den A- 
Typus (rundlich-elliptisch) zeigen, haben diese Blätter entschieden den C-Typus 
(breit-eiförmig). Das sehr unsymmetrische Blatt Fig. 100 ist genauer gegeben 
durch P 20 + 7, L 7 + 85, B + 10, Ba. (10 + 22): 7, B t 22 + 26, 
B 2 30 + 26, B 3 24 + 12; Sp. 14:80. Blatt Fig. 101 hat genauer P 24 + 6, 
L 6 + 82, B + 15, Ba. (22 + 23) : 4. 

Fig. 102— 103 a. Bei diesen und den folgenden gelappten Blättern von 
Quercus beziehen sich die Breiten mit Sternen (*) auf die umschriebenen, er- 
gänzten Blattformen, die man erhält, wenn man von Lappen zu Lappen be- 
rührende Linien zieht. Das Blatt Fig. 103 ist verkehrt-eiförmig mit Annäherung 
an die deltoidische Form, die beiden andern rein-elliptisch. 

Fig. 104—106. Deltoidische und verkehrt-eiförmige Blattformen. Fig. 104 
hat als deltoidische Form eine nur um 1 geringere Gesammt-Anomalie, als 
wenn man das Blatt verkehrt-eiförmig annimmt. 53 F nämlich hat in Bj, B 2 , 
B 3 die Anomalien + 4, + 12, 0; 53 D die Anomalien — 4, — 6, + 7. Das 
Blatt steht daher nahezu in der Mitte zwischen beiden Blattformen. 

Z. B. Gen B. XXVI. Abb. 23 



178 



A. Potorny. 





Fig. 


P. 


L. 


B„ 


B a 


B 2 


B 3 


B 4 


54. Querem pubescens W. 


107 


12 


80 


9 


40* 


57* 


54* 


5 


DA 4 = 71 A(— 11. — . + 5) 




15 


100 


11 


50 


71 


67 


6 


55. 


108 


10 


76 


10 


45 


57 


55 


3 


DA 4 == 75 A (— 6 . — . + 7) 




13 


100 


13 


59 


75 


72 


4 


56. 


109 


12 


66 


7 


30 


40 


38* 


3 


DA 4 = 61 A (— 8 . — . + 5) 




18 


100 


11 


45 


61 


58 


5 


57 . Quercus Cerris L. v. pinnatifida 


110 


6 


120 


4 


41 


61 


59 


4 


D 3 = 51D(+9.-. + 5) 




5 


100 


3 


34 


51 


49 


3 


58. Quercus Cerris L. v. sinuata 


III 


9 


96 


5 


43 


43 


33 





A 3 = 45 A (+ 6 . - . - 5) 




9 


100 


5 


45 


45 


34 





59. Quercus Pseudosuber Santi 


112 


7 


66 


8 


29 


33 


25- 





CA 3 = 50 A (+ 1 . — . - 5) 




11 


100 


12 


44 


50 


38 





60. 


113 


6 


51 


4 


25 


27 


20 


3 


CA 8 = 53A(+3. — . — 7) 




12 


100 


8 


49 


53 


39 


6 


61. 


114 


6 


39 


6 


22 


'25 


17 





CA 3 = 64A(+1. — . — 11) 




15 


100 


15 


56 


64 


44 


— 


62. Quercus conferta W. K. 


115 


10 


178 


3 


56 


101 


112 


10 


FD 4 = 63D(— . — 7 . + 8) 




6 


100 


2 


31 


56 


63 


6 


63. Quercus Süber L. 


116 


10 


48 




26 


28 


25 




CA 3 = 58A(+4. — . + 2) 




21 


100 




54 


58 


52 




64. 


117 


6 


42 




22 


22 


17 




CA 3 = 52 A (+ 7 . — . - 5) 




14 


100 




52 


52 


40 





I 



Fig. 107—109. Elliptische Blattformen mit Annäherung an die verkehrt- 
eiförmige. Das rechts gekrümmte Blatt Fig. 108 hat für B t , B 2 , B 3 die genaueren 
Werthe 27 + 5 + 13, 30 + 4 + 23 und 29 + 2 + 24. 

Fig. 110. Die Anomalie für 51 A berechnet ist in B t — 10; für 51 D 
+ 9; also die Differenz im entgegengesetzten Sinne, sonst nicht sehr gross. 
Das links gekrümmte Blatt hat für Bj, B 2 und B 3 die genaueren Werthe 
11 + 9 + 21, 18 + 16 + 27 und 18 + 11 4- 30. 

Fig. 111. Rein-elliptisch; von der eiförmigen Blattform durch grössere 
Anomalien (B t 4~ 6> B 3 4" H) abweichend. 

Fig. 112—114. Fig. 114 steht nahezu in der Mitte zwischen A und C; 
für 64 C ist die Anomalie in Bj und B 3 4- 1 und 4~ 12. Das rechts gekrümmte 
Blatt 112 hat für B^ B 2 und B 3 die genaueren Werthe 15 4- 8 -f 6, 16 + 8 
4- 9, 14 + 4 4- 7. 

Fig. 115. Das Blatt ist an der Spitze ausgerandet, L daher genauer 
175 + 3, letztere Ziffer das Mass der Ausrandung. Ba. (5 4~ 10) : 5, Sp. 42: 173. 

Fig. 116—118. Nur Fig. 118 hat die reine Eiform; 116 und 117 sind 
mehr elliptisch, als eiförmig. — Fig. 116 Ba. 14:3, Sp. 12:45. — Fig. 117 



Blätterniaese österreichischer Holzptlanzen. 



179 





Fig. 


P. 


L. 


B 




B a 


B 3 


B 4 


65. 


Quei'cus Suber L. 






1 18 

1 lö 


K 



4^ 
40 




97 


9Q 


1 Q 
1 J 






C 4 = 64 C (-f 5 . - 




+ 10) 
i / 




1 1 

11 


1 aa 

1DD 




ßA 
OD 


RA 
04 


AQ 
4<5 




66. 


Quercus Hex L. 






110 


in 

1D 


^i 

41 


1 A 
1D 


9ß 


9<: 


1 8 






CA 4 = 63 A (+ 9 . - 




- 10) 




94 
<£4 


1 AA 
1DU 


94 
*54 


ß'} 
Do 


ßQ 
Do 


A A 

44 




67. 










ß 
u 


98 


Q 
ö 


1ß 
IO 


1 7 
1 1 


1 A 

14 


o 
& 




CA 4 = 61 A (+ 4 . 




.-3) 




91 

4l 


1 AA 
1DD 


1 1 
1 1 


^7 

< 


ßl 
Dl 


KCl 
OU 


7 
• 


68. 








191 


ß 
U 


31 
Ol 




14 

14 


1 7 
1 < 


14 
14 






A 3 = 55 A (— 3. 




. — 3) 




IQ 

Ii/ 


1 AA 
1DD 




4^ 
40 


00 


A X> 
40 




69. 








199 


ß 

o 


43 

4ö 




1 7 
1 1 


1 ß 

1D 


Q 

o 






EC 9 = 39 C (4- 5 . - 


-2 


+ 1) 




1 4 

14 


IAA 
1DU 




30 


37 
Ol 


91 
6 1 




70. 








193 


19 


7^ 




93 


3A 

OD 


9A 






Cg = 40 C (— 4 . 




+ 7) 




1 ^ 
10 


1 AA 
1UU 




31 

Ol 


// A 
4U 


97 




71. 


Quercus coccifera L. 






194 

1<54 


1 

1 


9fi 


Q 
O 


1 ^ 


1 7 
1 1 


1 ß 
IO 


Q 
O 




DA 4 = 65 A (-f 2 . 




+ 5) 




A 
4 


10A 


1 K 


^8 


ß^ 
DO 


ß1 
Dl 


1 ^ 
IO 


72. 








19*» 


o 


99 


A 

4 


13 
±o 


14 
14 


1 9 

14 






CA 4 = 64 A (+ 4 . 




— 1) 




1 4 


IAA 

1DU 


1 Q 


^0 


ßj 
D4 


^4 
04 




73. 








196 


4. 


98 




12 


1 1 
1 1 


Q 

«7 






EA 3 = 43 A f-f- 6 . - 


-4 


-5) 




1 1 

14 


1 AA 
1 uu 




43 

*rO 


30 

Ot7 


39 

04 




74. 








1 97 


1 
1 


39 

0<a 




13 

io 


1 8 
io 


1ß 

1D 






DA 3 = 56 A (— 8 . 




.+1) 




o 


1 AA 
1DU 




41 

41 


^ß 

OD 


^A 
OD 




| 75. 








128 


4 


41 


7 


18 


22 


20 


— 




DA 3 =54A(-3. 




+ 2) 




10 


100 


17 


44 


54 


49 




! 76. 


Castanea vesca Mill. 






129 


18 


159 




47 


51 


27 






C 2 = 32 C (+ 2 . 




+ D 




11 


100 




30 


32 


17 




I 77 - 








130 


17 


113 


12 


42 


41 


25 






EC 2 = 37 C!(+5. 




• + 3) 




17 


100 


10 


37 


36 


22 





Ba. (4 + 6): 3, Sp. 6:39, Gr. Br. 24:13. - Fig. 118 Ba. 15:3, Sp. 7:42, 
Gr. Br. 30 : 16. 



Fig. 119 -123. Die drei ersteren breiteren Blätter sind elliptisch, die 
beiden letzleren schmalen eiförmig. — Fig. 119 L 1 -j- 40 (an der Ba. etwas 
ausgerandet), Gr. Br. 27 : 14. - Fig. 121 Ba. 6 : 1; Sp. 4 : 30. — Fig. 122 Ba. 7 : 1. 

Fig. 124—128. Elliptische Blätter von 43—65 is. Breite, an die verkehrt- 
eiförmige, deltoidische nnd rein-eiförmige Blattform sich nähernd. — Fig. 124 
Ba. 10 : 2, Sp. 8 : 24, Primärnerv nach rechts gebogen, und zwar (0 -\- 3) : 13. — 
Fig. 125 Ba. 6:1, Sp. 6:20. - Fig. 126 Ba. 7:2, Sp. 5:26. — Fig. 127 
Ba. 7 : 2, Sp. 7 : 30. - Fig. 128 Sp. 13 : 37. 

Fig. 129, 130. Schmal-eiförmige Blätter. Fig. 129. Gr. Br. 56 : 65. — 
Fig. 130 an der Ba. ausgerandet, daher genauer P 15 -f- 2 und L 2 -f 111. 
Gr. Br. 45 : 38. 

23* 



180 



A. Pokorny, 





Fig. 




L. 


B 


Bi 


B 2 


B s 


B 4 


78. 


Fagus sylvatica L. 


lol 


K 
O 


t: o 
Oo 


z 


04 


AR 
4:0 


Q7 
o < 






DA 4 = 79 A (— 9 . — . — 4) 






y 


1 AA 
1UU 


Q 
O 


oy 


7Q 

t y 


04 




79. 




1 39 

löZ 


1 K 


7Q 


Z 


A 1 

4:1 


k;a 
OU 


QO 

oy 






CA 4 = 68 A (— 3 . — . — 6) 




9A 

ZU 


i aa 

1UU 


q 


00 


oo 


Oo 




80. 


(Cotyledonen) 


1 33a 




1 A 

14 


Q 

y 


93 
Zo 


9Q 

zy 


zo 


1 A 
1U 




DA 6 = 207 A (— 16 . — . — 1) 






1 AA 
IUU 




101 


9A7 


I 70 

I I y 


71 
/ 1 


81. 




1 33h 




10 


y 


91 
ZI 


9Q 
zy 


OA 
Z4 


1 1 
11 




DA 6 = 193 A (— 26 . — . — 6) 






1 AA 
IUU 


fiA 

ou 




1 Q3 
iyo 


1 ßA 
10U 


73 


82. 


Zwergform. 


134 


K 
o 


3Q 




93 


9fi 
zo 


IS 
lö 






CA 4 = 67A(+.l. — .- 12) 




1 3 

lO 


1 AA 
IUU 


1 A 
1U 


oy 


O 1 


AR 
40 




83. 





135 


6 


46 




23 


28 


20 


— 




CA 4 = 61 A (— 3 . — . — 10) 




13 


100 




50 


61 


43 


— 


84. 


F. sylvatica L. v. undulata. 


136 


7 


53 


9 


33 


39 


26 






C 4 = 74 C (— 2 . — . + 12) 




13 


100 


17 


62 


74 


49 


— 


85. 




137 


5 


59 


7 


50 


54 


41 


— 




PA — Q1 A f 4- 10} 




8 


100 


12 


85 


91 


69 


— 




Ulmaceae. 


















86. 


TJlmus campestris L. 


138 


3 


92 


3 


34 


47 


35 






DA 3 = 51 A (— 7 . — . — 6) 




3 


100 


3 


37 


51 


38 




87. 




139 


6 


101 


3 


35 


68 


71 


8 




FD 4 = 71D(-.-3. + 10) 




6 


100 


3 


35 


68 


71 


8 



Fig. 131 und 132. Ein junges und ein ausgewachsenes normales 
Buchenblatt. 

Fig. 133. Beide Cotyledonen sind ausserordentlich querbreit, doppelt 
so breit als lang, wie die isometrischen Breiten 207 A und 193 A zeigen. Die 
Ausrandung des oberen Blattes kann durch L 13 -f- 1 ausgedrückt werden. 

Fig. 134, 135 Zwergformen. Fig. 134 hat als eiförmiges Blatt 67 C die 
Anomalie (-f- 1 . — . -j- 13), also nahezu die gleiche Anomalie wie als 67 A, nur 
in B 3 -f- (positiv); ebenso Fig. 135, wo 61 C in B 3 um -f- 13 abweicht. 

Fig. 136, 137. Wellige Blätter. Fig. 136 hat P 5 + 2 und L 2 + 51. 
Ba. (5 : 1) -f- 4 und den PN. links gekrümmt. Als 74 A hat B 3 — 15 Anomalie. 
— Fig. 137 hat genauer P 4 -f- 1, L 1 + 58, Ba. 7 + 0; Sp. 15 : 57. 

Fig. 138, 139. Stark unsymmetrische Blätter mit folgenden genaueren 
Werthen: Fig. 138. P 3 in 4—6 L; L 3 + 3 + 86; B -f 3, B t 11 + 2 
+ 21, B 2 20 2 + 25, B 3 16 + 19; Ba. (0 + 10) : 6, Sp. 9 : 83. — Fig. 139 
L 1 + 99 + 1, B + 3, B! 10 + 4 + 21, B 2 33 + 3 + 32, B 3 37 + 34, 
B 4 4 + 4, Ba. (0 + 10) : 5, Sp. 35 : 95. 



Blättermasse Österreichischer Holzpflanzen. 



181 





Fig. 


P. 


L. 


B 




B 2 


B 3 


B 4 




88. Ulmus campestris L. 


140 


11 


64 


3 


rtO 

28 


46 


31 






DJd 4 = ii ±> (-f" . — . -|- 12) 




1 17 

17 


100 


5 


44 


Hrt 

72 


A O 

48 






89. (Zweig). 


1 A 1 ~ 

141a 


2 


38 




12 


18 


12 






C s = 47 C ( — 8 . — • ~r ") 




5 


100 




33 


47 


Ort 

32 






90. — — — 


b 



3 


rtO 

28 




13 


17 


12 






OA 3 = bl A ( — / . — . — 10) 




11 


1 AA 

100 




46 


bl 


43 






yi. — — — 


c 


1'5 


rti 

21 




1 A 

10 


1 


8 






C s = 57 ( — 1 . — . -f~ 10) 




7 


1 AA 

100 




A O 

48 


57 


38 






Art 

92. — — — 


d 


1 


1 rt 

12 




8 


8 


5 






/y c?n r\ < 1 a a\ 

4 = 67 C (+ 9 . — . — 9) 




8 


100 




67 


67 


42 






96. — — — 


e 





A 

4 




3 



d 


rt.K 

2 5 






A r 7trA/l1A o\ 

A 4 = 75 A (-f- 10 . — . — 0) 




O 
{■ 


1 AA 

100 




75 


75 


62 






94. — — — 


1 A Cl ~ 

142 a 


1 


1 A 

19 




A 

9 


1 
12 


7 






4 = od C ( — 7 . — . -j- 9) 




5 


1 AA 
L00 




47 


CO 

bd 


A A 

40 






ACT 

95. — — — 


D 


1 


1 O 
Li 




8 


A 

9 


5 






C 4 — 'Ol ( T* ^ • — • — 5j 








1 Od 




1 


id 








AZ? 

96. — — — 


c 


A.f 

5 


D 




4 


5 


4 






CA 4 = od A (-(- d . — . — 0) 




8 


1 AA 
100 






8d 


67 






97. 


143 


1 


15 


— 


9 


11 


8 


— 




CA 4 = 76A( - 6.-. — 13) 




T 


100 




60 


76 


53 






98. (Flügelfrucht) 


144 


2 


24 




12 


19 


17 


8 




D 4 = 79D(+11.-. +3) 




8 


100 




50 


79 


71 


33 




99. Ulmus effusa Willd. 


145 


4 


135 




56 


84 


69 






D 4 = 63D(+ll.-.-3) 




3 


100 




42 


63 


51 







Fig. 140. Ein Blatt, in welchem die seltene rhombische Blattform vor- 
herrscht. B + 3, B, 14 -f 14, B 2 23 + 23, B 4 15 + 16, die Unsymmetrie 
ist daher sehr gering. Ba. (0 -f 7) : 3, Sp. 9 : 57. 

Fig. 141a — e. Ein Zweig der Zwergform mit fünf Blättern, deren Länge 
von 38 bis 4 Mm. abnimmt. Fig. a (das oberste hat als 47 A dieselbe Anomalie, 
wie als 47 C, nur in B 3 negativ, — 9. — Die Blätter sind sämmtlich unsym- 
metrisch und ziemlich ungleich gestaltet, C- und A-Formen zwischen 47 und 
75 Breite, das oberste längste ist das schmälste, das unterste kleinste das 
breiteste. 

Fig. 142 a — c. Ein ähnlicher Zweig mit drei Blättern und ähnlichen 
Verhältnissen, so, wie das Blatt Fig. 143. 

Fig. 144. Eine Flügelfrucht von ausgesprochenem obovalem Typus. 

Fig. 145. Ein dreilappiges, unsymmetrisches Blatt. Linker Lappen 
(29 -f 0) : 110 und (23 + 0) : 100; Mittellapen (10 -f 11) : 110 ; rechter Lappen 
+ 39) : 110, (0 + 28) : 95. - B } 30 + 26, B 2 44 -f 40, B 3 32 + 37. 



182 



A. Pokorny. 





big. 


r. 


T 

U. 




Bi 


B 2 


B 3 


B 4 


100. Ulmus effusa Willd. 


146 


3 


84 


— 


41 


59 


50 


— 


DA 4 = 70 A (- 12 . — . - 2) 




4 


100 


— 


49 


70 


59 


— 


Celtideae. 


















101. Celtis australis L. 


154 


12 


97 


— 


39 


39 


17 


— 


EC 2 = 40 C (+ 5 . — . — 3) 




12 


100 


— 


40 


40 


17 


— 


102. 


155 


7 


79 


5 


37 


36 


10 


— 


EC 3 = 47 C (+ 6 . — 1 . — 10) 




9 


100 


6 


47 


46 


13 


— 


Moreae. 


















103. Morus alba L. 


147 


11 


84 


28 


68 


65 


40 




EC 5 = 81 C (+ 11 . — 4 . + 8) 




13 


100 


33 


81 


77 


iO 




104. 


148 


12 


54 


19 


39 


41 


Ou 


K 
o 


CA. == 76 A (4- 6 — 4-1) 




22 


100 


35 


72 


76 


D 1 


q 


105. 


149 


26 


81 


24 


59 


56 


33 




EC 4 « 73 G (+ 10, - 4 . + 5) 




32 


100 


30 


73 


69 


41 




106. Morus nigra L. 


150 


22 


104 


35 


84 


78 


56 




EC 5 = 81C(+11. — 6.+ 14) 




21 


100 


33 


81 


75 


54 




107. 


151 


28 


80 


30 


69 


74 


39 




C 5 = 92C(+6.- = + 3) 




35 


100 


37 


86 


92 


49 





Fig. 146. B t 28 + 5 + 8, B 2 32 + 6 + 21, B 3 27 + 5 + 18, 
wodurch die Unsymmetrie und die Krümmung des PN. nach links gegeben 
ist. Ba. (14 4 0) : 4 und (21 + 9 4 1) : 14; Sp. (5 -f 0) : 77. 

Fig. 154j 155. Deltoidisch - eiförmig^ Blätter; doch könnte Fig. 155 
auch als 47 E (—. + 15 + 2) bezeichnet werden. Unsymmetrie und Krümmung 
des PN.: Fig. 154. B t 20 + 3 + 16, B 2 19 + 5 4 15, B 3 9 + 6 + 2, 
Ba. (14 + 2 + 11): 10, Sp. (2 + 4 + 2): 81; Gr. Br. (21 + 4 + 17): 33. 
— Fig. 155. B + 5, Bj 14 4 4 4 19, B 2 14 + 4 + 18, B 3 2 + 3 + 5. 
Ba. (1 + 1 + 13): 3 (10 + 3 + 17): 10; Gr. Br. (15 4 4 4 21) : 25. 

Fig. 147. Ist nach den isometrischen Werthen EC 5 , nach den Anomalien 
besser AC 5 . Die Ausbuchtung der Ba. ist durch P 8 4 3 oder L 3 + 81 gegeben. 

Fig. 148. P 10 + 2, L 2 + 52, B 9 : 2 + 10, Sp. 15 : 51. 

Fig. 149. Hier, so wie in Fig. 151, 153, 156 und 157 ist die durch 
gerade Linien von Lappen zu Lappen umschriebene Blattform ohne Rücksicht 
auf die Lappen selbst, charakterisirt. 

Fig. 150. Ein stark unsymmetrisches Blatt, das wie Fig. 147 nach den 
Anomalien besser als AC 5 bezeichnet werden könnte. Genauer ist P 16 + 6, 
L6 + 98, B (15: 3) + 20, 34 + 3 + 48, B 2 30 + 5 + 43, B 3 21 + 41 + 31. 

Fi«-. 151. Genauer P 20 + 8, L 8 + 72, (10 : 2) + 20, B t 30 + 1 
+ 38, B 2 30 + 3 + 41, B 3 15 + 2 + 22 



Blättermaspe österreichischer Holzpflanzen. 



183 





Fig. 


P. 


L. 


B„ 




B 2 


B 8 


B 4 




108. Morus Tuorci L. 


1 KO 


1 1 


RH 
D 1 


1 r 

1D 




AÄ 

44 


1 R 






L-4 = od t» < . — . — y ; 




i a 

1D 


1 HA 


OA 

^4 


04 


RR 
DD 


OA 

Z4 






109. 


153 


9 


70 


25 


56 


64 


41 


— 




C 5 = 91C(+l.-. + 14) 




13 


100 


36 


80 


91 


59 






110. Ficus Carica L. 


156 


23 


105 


43 


88 


108 


61 






C 6 = 104 C (- 5 . - . + 6) 




23 


100 


40 


85 


104 


58 






111. 


157 


26 


IVO 


67 


100 


1 1 1 

in 


QQ 


8 




A o = 108A(+4.-. + 2) 




25 


100 


65 


98 


108 


96 


8 




Fig. 152. p- 10 + 1, L 1 + 66, Sp. 6 
Fig. 153. P 1 -f 8, L 7 + 63, B 


:55. 
(10: 


6) + 15 




25 


+ 31, 



B 2 32 + 32, B 3 26 + 15, Sp. 4 : 63. 

Fig. 156, 157. Querbreite Blätter, ersteres vom C-, letzteres vom A- 
Typus. Unsymmetrie und Krümmung nicht bedeutend. Ba. charakterisirt bei 
Fig. 156 durch P 15 + 8, L 8 + 97, B 25 + (18:3); bei Fig. 157 durch 
B eigentlich 0, Ba. (38 -j- 29) : 5. Die Richtung der fünf Lappen wird durch 
die Endpunkte der fünf Basalnerven und den gemeinschaftlichen Ursprung 
derselben gegeben. Von links unten angefangen haben in Fig. 156 die fünf 
Basalnerven folgende Lage der Endpunkte : 31 : 4, 57 : 54, : 105, 50 : 61, 23 : 7, 
der Ursprung aller ist : 8; in Fig. 157 hingegen 51 : 21, 60 : 87, : 103, 44 : 79, 
51 : 30, der Ursprung : 0. Die weiteren phyllometrischen Abmessungen dieser 
eigenthümlichen Blattformen können nicht näher hier erörtert werden. 



Unter den hier beschriebenen 111 Blättern ist eine grosse Mannigfaltig- 
keit in Grösse und Form zu finden. Die empirische Länge schwankt zwischen 
4 und 178 Mm. (Fig. 141 e Ulmus campestris und Fig. 115 Quercus confertd). 
Auf gleiche Grösse reducirt, differiren die Blätter zunächst durch ihre verschiedene 
grösste Breite und erst in zweiter Linie durch ihre verschiedene Form. Es ist 
hiebei die grösste Breite in den fünf Normalbreiten B , B 1? B 2 , B 3 , und B 4 
verstanden, da diese als gleichwerthige, aliquote Theile der Figur, allein eine 
strenge Vergleichung und Zurückführung auf eine geometrische Form gestatten. 
Dies gilt namentlich für die Breiten B t , B 2 und B 3 . Nur bei den dreieckigen 
und den verkehrt-dreieckigen Blättern (G- und H-Form) liegt die grösste Breite 
in B und B 4 . Sonst sind Breiten über Null in B und B 4 nur als Anomalien 
zu betrachten, die die eigentliche Hauptform nicht stören, sondern nur die ab- 
gestumpfte Basis oder Spitze mehr oder weniger abändern. So hat es in der 
Regel auch wenig Bedeutung für die Hauptforra, wenn die grösste Breite des 
Blattes überhaupt nicht genau in B l5 B 2 und B 3 liegt, weil sodann diese die 



184 



A. P okorny 



Breitenverhältnisse dennoch, wenn auch etwas abgeschwächt, wiedergeben und 
die grösste wirkliche Blattbreite in der Regel die grösste Breite in Bi, B 2 , B 3 
nur unbedeutend übertrifft. Will man daher Blätter nach Formverhältnissen 
übersichtlich zusammenstellen, so empfiehlt es sich, dieselben zuerst nach iso- 
metrischen Breiten und bei gleicher isometrischer Breite nach den Blattformen 
zu gruppiren. Nach diesen Grundsätzen reihen sich die beschriebenen 111 
Blätter in folgender Weise aneinander. 

Uebersicht der beschriebenen Blätter nach isometrischen 
Breiten und Blattformen. 

Isom. ßr. 

32. Blattform C Castanea vesca (Fig. 129), F Myrica Gate (Fig. 58). 
34. F Myrica Gale (Fig. 56, 57). 
37. EC Castanea vesca (Fig. 130). 

39. EC Quercus üex (Fig. 122). 

40. C Quercus üex (Fig. 123), EC Celtis australis (Fig. 154). 
43. EA Quercus coeeifera (Fig. 126). 

45. A Quercus Cerris (Fig. 111). 

47. C Ulmus campestris (Fig. 141a), EC Celtis australis (Fig. 155). 

50. CA Carpinus Betulus (Fig. 97), Quercus Pseudosuber (Fig. 112), 
C Ostrya carpinifolia (Fig. 86). 

51. DA Ulmus campestris (Fig. 138), D Quercus Cerris (Fig. 110). 

52. CA Quercus Suber (Fig. 117). 

53. CA Quercus Pseudosuber (Fig. 113), F Quercus peduneulata (Fig. 104). 

54. CA Carpinus duinensis (Fig. 90), DA Quercus coeeifera (Fig. 128). 

55. A Quercus üex (Fig. 121), CA Carpinus duinensis (Fig. 89). 

56. DA Quercus coeeifera (Fig. 127). 

57. CA Carpinus Betulus (Fig. 96), C Ostrya carpinifolia (Fig. 88), 
Ulmus campestris (Fig. 141c). 

58. CA Quercus Suber (Fig. 116). 

59. FD Quercus sessiliflora (Fig. 103). 

61. CA Quercus üex (Fig. 120), Fagus sylvatica (Fig. 135), Ulmus 
campestris (Fig. 141b), DA Quercus pubescens (Fig. 109). — C Corylus Co- 
lurna (Fig. 100); F Quercus peduneulata (Fig. 106). 

62. DA Carpinus Betulus (Fig. 95), C Quercus sessiliflora (Fig. 102). 

63. A Quercus sessiliflora (Fig. 103 a), CA Quercus üex (Fig. 119). — 
C Ulmus campestris (Fig. 142a), EC Carpinus Betulus (Fig. 91a). — D Ulmus 
effusa (Fig. 145), FD Quercus conferta (Fig. 115). 

64. CA Ostrya carpinifolia (Fig. 87), Quercus Pseudosuber (Fig. 114), 
Quercus coeeifera (Fig. 125). — C Quercus Suber (Fig. 118). — E Betula 
verrucosa (Fig. 61). 

65. DA Quercus coeeifera (Fig. 124). — EC Carpinus Betulus (Fig. 91b). 

66. C Morus rubra (Fig. 152). 

67. CA Fagus sylvatica (Fig. 134). — C Ulmus campestris (Fig. 141 d). 



Blättermasse österreichischer Holzpttanzen. 



185 



Isoni. Br. 

68. CA Fagus sylvatica (Fig. 132), DA Alnus incana (Fig. 82). — 
D Quercus pedunculata (Fig. 105). 

69. CA Carpinus Betulus (Fig. 93). 

70. CA Carpinus Betulus (Fig. 92), DA Ulmus effusa (Fig. 146) — 
E Flügelfrucht von Carpinus Betulus (Fig. 94). 

71. DA Quercus pubescens (Fig. 107), FD Ulmus campestris (Fig. 139). 

72. DB Ulmus campestris (Fig. 140). 

73. DA Alnus pubescens (Fig. 83). — EC Morus alba (Fig. 149). 

74. C Fagus sylvatica v. undulata (Fig. 136). 

75. A Uhnus campestris (Fig. 141 e), CA Corylus tubulosa (Fig. 99), 
DA Quercus pubescens (Fig. 108). — C. Ulmus campestris (Fig. 142 b). 

76. CA Alnus rugosa (Fig. 80), Ulmus campestris (Fig. 143), Morus 
alba (Fig. 148). 

77. DA Betula humilis (Fig. 68). - EC Betula alba (Fig. 74). - 
E Betula oycoviensis (Fig. 59). 

78. DA Alnus incana (Fig. 81). — Alnus pubescens (Fig. 84). 

79. DA Fagus sylvatica (131). — C Betula carpatica (Fig. 65), D Flügel- 
frucht von Ulmus campestris (Fig. 144). 

80. CA Alnus rugosa (Fig. 79). — C Betula pubescens (Fig. 67), 
EC Morus nigra (Fig. 150), Morus alba (Fig. 147). — D Betula humilis (Fig. 70), 
Alnus glutinosa (Fig. 85). 

82. A Alnus rugosa (Fig. 78), Corylus Avellana (Fig. 98), CA- Alnus 
viridis (Fig. 77). 

83. CA Ulmus campestris (Fig. 142 c). 

85. EC Betula pubescens (Fig. 66). 

86. C Alnus viridis (Fig. 76). 
89. DA Betula humilis (Fig. 69). 

91. CA Fagus sylvatica v. undulata (Fig. 137). — C Corylus Colurna 
(Fig. 101), Morus rubra (Fig. 153). 

92. C Betula intermedia (Fig. 63), Morus nigra (Fig. 151). 

93. E Betula alba (Fig. 75). 

96. C Betula laciniata (Fig. 62), Betula intermedia (Fig. 64). 
100. EC Betula oycoviensis (Fig. 60). 
104. C Ficus Carica (Fig. 156). 
108. A Ficus Carica (Fig. 157). 

120. DA Betula nana (Fig. 72), D Betula nana (Fig. 71). 
122. DA Betula nana (Fig. 73). 
193. DA Cotyledon von Fagus sylvatica (Fig. 133 b). 
207. DA Ebenso (Fig. 133a). 

Z. B Oes V.. XXVI. Abh. 24 



186 



A. Pokorny. Blätterinasse österreichischer Holzpflan/.en. 



Eine summarische Uebersicht der Häufigkeit der Blattformen A, B, etc. 
und der isometrischen Breiten gibt folgende kleine Tabelle: 



Isom. Breften 


A 


B 


c 


D 


E 


P 


Zusammen 


30-40 






5 






3 


8 


41-50 


4 





3 










7 


51-60 


10 




2 


2 




1 


15 


61—70 


17 




8 


3 


2 


1 


31 


71-80 


13 


1 


5 


4 ' 


1 




24 


81-90 


5 




5 








10 


91-100 


1 




7 




1 




9 


über 100 


5 




1 


1 






7 




55 


1 


36 


10 


4 


5 


111 



Es sind demnach bei den beschriebenen Blättern der Apetalen isometrische 
Blattbreiten von 50 — 80, sowie elliptische und eiförmige Blattformen weitaus 
überwiegend. Schmale Blätter unter 30 kommen gar nicht vor, querbreite 
(über 100) sind selten. Die überhaupt seltene echt rhombische Blattform wurde 
nur in einem Falle beobachtet (bei Ulmus campestris Fig. 140); dreieckige und 
verkehrt-dreieckige Blattformen fehlen dieser Abtheilung des Pflanzenreiches 
gänzlich. Hingegen kommen Anomalien an der Basis oder Spitze der Blätter 
ziemlich häufig vor; 64 Blätter sind an der Basis abgestumpft, 24 an der Basis 
und Spitze, 4 nur an der Spitze. 

So unvollständig die bisherigen Untersuchungen sind, so ergeben sich 
dennoch hieraus bereits zwei bemerkenswerthe Thatsachen: 

Erstens. Die Blattform (sowie wohl überhaupt jede organische Flächen- 
form) stimmt in den seltensten Fällen mit geometrisch definirbaren, einfachen 
Formen überein. Sie zeigt mehr oder weniger Abweichungen (Anomalien) und 
schwankt öfter zwischen zwei oder mehreren geometrischen Formen, wodurch 
sich die Unsicherheit in der Anwendung der gewöhnlichen Ausdrücke zur Be- 
zeichnung der Blätterform genügend erklärt. Nur durch directe Messungen an 
bestimmten aliquoten Stellen der Blattfläche sind vergleichbare Werthe festzu- 
stellen, welche die geometrische Form, der das gegebene Blatt am nächsten steht, 
mit Sicherheit erkennen lassen. 

Zweitens. Die Blätter desselben Sprosses, derselben Pflanze, noch mehr 
die Blätter derselben Art, sind ungleichwerthig und daher bisweilen sehr ver- 
schieden gestaltig. Vergleicht man jedoch Blätter gleichen Ranges und gleicher 
Entwicklung, so ist eine gewisse Formähnlichkeit und eine merkwürdige Uebevein- 
stimmung in den Breitenverhältnissen unverkennbar. Dadurch ergibt sich die 
Verwerthung phyllometrischer Merkmale zur schärferen Charakteristik der Species, 
welche jedoch erst weiteren Studien überlassen bleiben muss. 



Zur Biologie und Charakteristik der Psylloden nebst 
Beschreibung zweier neuer Speeies der Gattung Psylla. 

Von 

!D r. Franz Lö w. 
Mit Tafel I und II. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 1. März 1876.) 

Unter den Eigentümlichkeiten, welche die Psylloden vor anderen Rhyn- 
choten auszeichnen, ist die grosse Variabilität, der die meisten Speeies hin- 
sichtlich ihrer Färbung unterworfen sind, sehr beachtenswerth. Sie ist nicht 
bloss die Folge einer diesen Insekten schon innewohnenden Neigung hiezu, 
sondern steht auch mit dem Alter der Individuen, der Nahrungspflanze, dem 
Klima und vorzüglich mit der Jahreszeit im Znsammenhange. Ganz besonderen 
Einfluss nimmt aber der Winter auf die Farbe der überwinternden Individuen. 
Hiedurch geschieht es, dass eine und dieselbe Speeies im Laufe des Jahres und 
an verschiedenen Orten in verschiedenen Färbungen auftritt, was bei dem blossen 
Einfangen dieser Insekten durch Streifen oder Abklopfen, wobei die wahre Zu- 
sammengehörigkeit der gefangenen Individuen unbekannt oder mindestens un- 
gewiss bleibt, leicht Anlass gibt, die verschiedenen Farbenvarietäten als eben 
so viele Arten anzusehen. Dass Letzteres wirklich nicht selten geschehen ist, 
beweisen die vielen schon jetzt ermittelten S3'nonyrna. welche, mit wenigen 
Ausnahmen, nur der Sortirung der gefangenen Individuen nach der Färbung 
ihre Entstehung verdanken. Es ist sonach der Fang der Psylloden durch 
Streifen und Abklopfen nicht der richtige Weg zur Erweiterung der Kenntniss 
dieser Familie. Um diese zu erreichen, mnss zu dem Studium ihrer Biologie 
gegriffen werden, durch welche es allein möglich wird, den Umfang einer jeden 
Speeies genau kennen zu lernen und die Synonymie sicher zu stellen. 

Von dieser Ueberzeugung durchdrungen, habe ich mich seit mehreren 
Jahren der Mühe unterzogen, diese Insekten nicht nur aus Jungen aufzuziehen, 
sondern sie auch gleichzeitig im Freien in allen ihren Entwicklungsstadien zu 
beobachten. Von den hiebei gewonnenen Resultaten möge Folgendes zur Be- 
stätigung des vorher Gesagten dienen. 

Wenn man in einer Gegend, wo Psylloden vorkommen, im Frühlinge die 
Gesträuche, Bäume und andere Gewächse aufmerksam absucht, so findet man 
darauf, je nach der Witterung früher oder später und mehr oder minder häufig, 
schon Imagines derselben, welche im Vergleiche zu den im Sommer daselbst 

24* 



188 



Franz Low 



auftretenden eine viel dunklere Färbung haben. Es sind diess die überwinterten 
Individuen, die aus ihren Schlupfwinkeln hervorgekommen und auf der Suche 
nach derjenigen Pflanze sind, welche ihrer Brut als Nahrung dient. Hiebei ge- 
langen sie selbstverständlich auf allerlei Gewächse, bis es ihnen gelingt, das 
Gesuchte zu finden, und hierin liegt auch zum Theile die Ursache, warum bei 
den verschiedenen Autoren die Angabe über die Nahrungspflanzen der Psylloden 
oft so weit auseinander gehen. Auf den betreffenden Futterpflanzen finden sich 
dann beide Geschlechter zusammen, um sich zu begatten, worauf die Weibchen 
ihre Eier an den Trieben und Blättern absetzen. 

Aus diesen Eiern geht eine Generation hervor, deren Imagines von den 
vorerwähnten, überwinterten Stammhaltern in der Färbung mehr oder weniger 
auffällig, oft aber so bedeutend abweichen, dass derjenige, welcher ihre Zusam- 
mengehörigkeit nicht kennt, wie diess eben beim blossen Einfangen dieser In- 
sekten sehr leicht möglich ist, verleitet wird, sie um so mehr für verschiedene 
Species zu halten, als auch ihre Grösse stets hinter derjenigen der überwinterten 
Individuen zurückbleibt; Aber nicht bloss zwischen den Individuen der Sommer- 
generation und den überwinterten herrscht ein solcher Unterschied, auch die 
aus einer und derselben Brut sich entwickelnden Imagines stimmen hinsichtlich 
ihrer Farbe nicht immer mit einander überein, sondern zeigen hierin nicht selten 
eine ziemlich grosse Variabilität. Nicht minder gross sind ferner noch die Farben- 
verschiedenheiten, welche durch die Nahrangspflanze selbst und deren Standort, 
noch mehr aber durch das Alter der Imagines und den davon abhängigen Grad 
ihrer Ausfärbung bedingt werden. Die gleich nach der letzten Häutung stets 
ganz bleich erscheinende Imago färbt sich nämlich nur sehr langsam aus und 
braucht hiezu gewöhnlich drei, manchmal aber auch noch mehr Tage. Da nun 
die Entwicklung keine gleichzeitige ist, weil ja auch die Eier von den Weibchen 
nicht auf einmal und an demselben Tage abgesetzt werden, so findet man sowohl 
unter den gezogenen, wie auch unter den im Freien sich auf ihren Wirthpflanzen 
entwickelnden Imagines meist alle Grade der Ausfärbuug vertreten. 

Rechnet man nun noch hinzu, dass die meisten Individuen auch nach dem 
Tode noch eine Veränderung in der Färbung erleiden, so ist es selbstverständlich, 
dass die Farbe zur Erkennung der Species kein hinreichendes Merkmal abgibt 
und desshalb hiezu nur von untergeordnetem Werthe ist. Um Psylloden-Species 
sicher von einander unterscheiden zu können, bedarf es daher ausser der Kennt- 
niss ihrer früheren Entwicklungszustände hauptsächlich der sorgfältigsten Ver- 
gleichung aller ihrer plastischen Merkmale. 

Dr. Flor hat das Verdienst hierauf zuerst aufmerksam gemacht und pla- 
stische Merkmale zur Unterscheidung der Arten zuerst angewendet zu haben. 
Seine bezüglichen Arbeiten 1 " 2 ), in denen er zusammen 68 Species in der aus- 
führlichsten Weise nach plastischen Merkmalen beschreibt, bilden somit die 

*) Flov. Die ßbynchoten LMands, Dorpat 1861, T. II, p. 438—546. (Aus dein Archiv f. d. 
Natnrk Liv-, Est- und Kurlands 2. Ser. Biologische Naturk. IV. Bd., 1861. Dorpat.) 

2 ) Flor. Zur Kenntnis* der Rhynchoten. (Bullet, Soc. Imp. Naturalist. Moscou. 1861, T. 34. 



Zur- Biologie und Charakteristik der Psylloden 



189 



Basis für das Studium der Psylloden. Nach ihm ist nur Dr. Puton 3 ) zu nennen, 
welcher bei Beschreibung der von ihm neu aufgestellten Speeles in gleicher 
Weise vorgegangen ist. Da Förster auf die Färbung der Psylloden so grossen 
speeifischen Werth gelegt und dem zufolge die in seiner „Uebersicht der Gat- 
tungen und Arten in der Familie der Psylloden" 4 ) beschriebenen Species fast 
nur durch Farbenunterschiede charakterisirt hat, so wurden von ihm, wie es sich 
immer mehr herausstellt, viele Varietäten als selbstständige Arten beschrieben. 

Es hat schon Dr. Flor richtig erkannt, dass unter den Körperth eilen, 
welche sich zur Unterscheidung der Species eignen, die äusseren Genitalien die 
vorzüglichsten sind, denn die Grössenverhältnisse und Formen ihrer einzelnen 
Theile bilden in der Regel die sichersten Merkmale für die Charakteristik der 
Arten. Dies gilt namentlich von den männlichen, deren Abbildung daher von 
Keinem, welcher eine neue Species beschreibt, verabsäumt werden sollte. 5 ) 

Da dieser Gegenstand bisher noch wenig Beachtung fand, so halte ich 
es für um so zweckmässiger, ihn hier näher zu besprechen, als meine Beobach- 
tungen mit den von Dr. Flor 1 ) darüber gemachten Angaben nicht in allen 
Punkten im Einklänge stehen. 

Hinter den sechs ringförmigen Segmenten s (Tai. I, Fig. 1) des Abdomen 
der Psylloden befinden sich noch zwei deutlich getrennte Segmente, welche je 
nach dem Geschlechte eigenthümlich geformt sind und den äusserlich sicht- 
baren Theil des Genitalapparates bilden. Diese beiden Segmente, von denen 
Dr. Flor das eine die obere, das andere die untere Genitalplatte nennt, 6 ) sind 
beim Weibchen ähnlich den beiden Theilen eines Vogelschnabels gebildet, d. h. 
nach hinten in eine mehr oder minder lange, rinnenartige Spitze ausgezogen 
und umschliessen wie zwei Klappen v w die Legescheide x, von welcher nur 
die Spitze zwischen ihnen sichtbar ist (Taf. I, Fig. 3, 9, 12, 22 und Taf. II, 
Fig. 31, 35, 40). Beim Männchen hingegen weichen sie in der Form mehr von 
einander ab. Das an die ringförmigen Segmente zunächst anschliessende und 
sonach der unteren Genitalplatte des Weibchens entsprechende Segment t (Taf. I, 
Fig. 1 und 4) hat eine trogförmige Gestalt, ähnlich der halben Schale einer 
Haselnuss, und seine Höhlung ist nach oben gerichtet. Es wird von Dr. Flor 
mit dem Namen „Genitalsegment" bezeichnet 6 ) und trägt hinten an seinem 
oberen Ptande die sogenannte Zange z (Taf. I, Fig. 1), welche je nach der 

3 ) Putou. Ann. Soc. Eiit. Fr. ser. 5, T. 1, 1871, p. 435-43Ö; — T. III, 1873, p. 21—22. 

4 ) Förster. Verb. d. naturh. Vereinet, d. preuss. Rheinlande, 1848. V. Ed., p. 65—98. 

°) Meines Wiesens existiren von diesen Körpertlieilen nur die wenigen in Degeer'3 Ab- 
band!, z. Gesch. d. Ins. 1780, T. III enthaltenen Abbildungen, welche mit ziemlicher Naturtreue 
angefertigt sind und auf Tab. 9, Fig. 10-12 die männlichen, Fig. 13—16 die weiblichen Genitalien 
von Psylla pyri L. und auf Tab. 10, Fig. 5—6 die männlichen von Trioza uiticae. L. darstellen und 
in Curtis' Brit. Entom. Vol. XII, Tab. 565 eine gänzlich unrichtige Abbildung der männlichen 
Genitalien von Psylla fraxini L. 

fi ) Ich behalte für alle Theile der äusseren Genitalien die ihnen von Dr. Flor gegebenen 
Benennungen bei, weil einerseits eine Aenderung hierin leicht Confusionen hervorruft und ander- 
seits es erst noch gnindlicher, morphologischer Studien bedarf, um die wahre Bedeutung dieser 
Organe zu erkennen und sie darnach neu benennen zu können 



190 



Franz Low. 



Species verschieden geformt und zuweilen mit seitlichen Fortsätzen versehen ist 
(Taf. I, Fig. 5, 8, 16, 21 und Taf. II, Fig. 30, 34, 39, 43, 44).. Diese Zange 
steht meist aufrecht, doch kann sie bei vielen Arten nach vorn in den Hohlraum 
des trogförmigen Segmentes umgelegt werden. Dieses Letztere umschliesst mit 
seiner Basis die Basis eines der oberen Genitalplatte des Weibchens entsprechenden 
zweiten Segmentes f, welches sich nach oben in Form einer in eine konische, 
stumpfe Spitze endigenden und vertikal emporragenden Rinne g (Taf. I, Fig. 7 
und Taf. II, Fig. 29 und 33) verlängert. Dieser Theil, den Dr. Flor männliche 
Genitalplatte nennt, 6 ) hat bei mancher Species, ebenso wie die Zange, an seinen 
Seitenrändern lappige Erweiterungen, wie z. B. bei Trioza Walkeri Frst. (Taf. I, 
Fig. 15), Tr. rhamni Scbrk. (Taf. I, Fig. 17) und Psylla fraxinicola Frst. (Taf. II, 
Fig. 41 und 42), oder längere Fortsätze, wie bei allen Arten der Gattung Apha- 
lara (Taf. II, Fig. 36, 37 und 38). 

Zwischen der eben genannten Genitalplatte, und der Zange ragt aus dem 
Grunde des trogförmigen Segmentes noch ein sehr dünnes, langes, chitinöses 
Organ p (Taf. I. Fig. 13 und Taf. II, Fig. 28 und 32) heraus, welches in der 
Mitte gekniet und am Ende kopfig oder lappig erweitert ist. Gewöhnlich ist 
dieses Organ eingeknickt (Taf. I, Fig. lp) und dann sieht man es nur mit seinem 
Gelenke über den Rand des trogförmigen Segmentes herausragen. In diesem 
Zustande hat es einige Aehnlichkeit mit einer sehr kleinen geschlossenen Zange, 
als welche es in der That auch von Dr. Flor angesehen wurde, wie aus seinen 
über die männlichen Genitalien p. 444 *) gemachten Angaben hervorgeht, worin 
er von zwei Paaren beweglicher, zangenförmig gegen einander gestellter Stiele 
spricht, von denen er aber in seinen Artbeschreibungen nur das „hintere, äussere 
Paar" (also die eigentliche Zange) berücksichtigt, da, wie er sagt: „die zwischen 
oder bisweilen vor diesem stehende, innere Zange sehr fein und klein und in der 
Regel nur sehr schwer zu erkennen ist". Das in Rede stehende Organ ist der 
Penis, 7 ) denn es dringt bei der Begattung, wie ich diess oftmals zu beobachten 
Gelegenheit hatte, ganz allein in die weibliche Scheide ein, während die Zange 
die Spitze der oberen, weiblichen Genitalplatte umklammert, die sonst senkrecht 
aufgerichtete Genitalplatte des Männchens aber sich dabei einfach auf den Rücken 
des Abdomen umlegt und, wie es scheint, in keiner Beziehung zu dem Begat- 
tungsacte steht. 

Weil ich eben von den letzten Abdominalsegmenten spreche, so will ich 
nicht verabsäumen, einen Gegenstand zu berühren, welcher bisher noch keine 



7 ) Als solchen haben ihn schon Degeer und ßatzeburg erkannt. In Goeze's Ueber- 
setzung von Degeer's Abh. z. Gesch. d. Ins. 1780 T. III, p. 95, pl. IX heisst es von diesem Or- 
gane: „Es besteht aus zween Theilen, Fig. 11, m n, die durch ein Gelenke, oder eine Art von 
Knie, Fig. 12, «7, zusammengegliedert sind; vermittelst desselben kann sichs zusammenschlagen 
und das ist ausser Action seine gewöhnliche Lage. Die erste Hälfte desselben. Fig. 11, n, ist 
braun, die andere aber, m, durchsichtig, mit einem ovalen Endkriplchen, Fig. 11, t. Unstreitig ist 
der länglichtovale Theil das männliche Geschlechtsglied". 

Und Ratzeburg (Forstins. 1844 T. III, p. 187, Anm.) sagt: ..Beim Männchen sind auf der 
Oberseite (i. e. Oberseite des Abdomen) aufrechte Anhänge zwischen deren hinterstem Taar der 
feine Penis zum Vorschein kommt". 



Zur Biologie und Charakteristik der Psylloden. 



191 



Erwähnung fand. Es ist diess der After und seine Lage bei beiden Geschlech- 
tern. Selbst Dufour, welcher in seinen Recherches anatomiques et physio- 
logiques sur les Hemipteres, Paris 1833, den Speise- und Darmcanal der 
Psylloden bespricht, sagt nichts über jene Körperstelle, wo das Ende des Darmes 
ausmündet. Dass er den After gesehen, ihn jedoch nicht als solchen erkannt 
hat, ist aus seiner (1. c. p. 228) über das Abdomen von Psylla (Homotoma) 
ficus L. gemachten Angabe zu entnehmen, welche lautet: „L'abdomen de la 
femelle se termine en un cöne pointu, comprime, a la face dorsale duquel on 
apercoit pres de sa base un espace ovale, legerement creuse, dont le fond est 
ferme par une membrane blanche, une sorte de diaphragme oü la loupe decouvre 
cä et lä quelques vestiges d'une bourre cotonneuse". Diese ovale Vertiefung, 
besser gesagt Oeffnung, ist thatsächlich der After des Weibchens. Er liegt an 
der Oberseite des Abdomen und zwar an der Basis der oberen Genitalplatte 
(Taf. I, Fig. 3, a). 

Auch bei dem Männchen ist die obere Genitalplatte der Sitz des Afters. 
Jedoch befindet er sich hier nicht an der Basis derselben, sondern an ihrer 
Spitze a, indem sie ihrer ganzen Länge nach von dem Ende des Darmcanales 
durchbohrt wird (Taf. I, Fig. 1 und 7). Da das Männchen in der Regel die 
Fähigkeit besitzt, sein Abdomen so stark abwärts zu krümmen, dass die Spitze 
der sonst aufrechten Genitalplatte die Unterlage des Thieres berührt, so kann 
es sich auch der aus dem After in Form von Tropfen hervorkommenden Excre- 
mente leichter entledigen als das Weibchen, bei welchem die letzteren oft sehr 
lange an der Aftermündung haften bleiben, bis es dieselben durch Ausbreiten 
der Flügel oder durch eine andere Bewegung abstreift. Die weissen Flocken, 
welche den After der Psylloden meist bedecken und dadurch leicht kenntlich 
machen, rühren von der Beschaffenheit der Excremente her, die zwar als glas- 
helle Tröpfchen zum Vorschein kommen, sich aber an der Luft sogleich mit 
einem Wachshäutchen überziehen, welches ihr Zerfliessen hindert und ihnen die 
Eigenschaft verleiht, wie Quecksilberkügelchen fortzurollen, ohne kleben zu bleiben. 
•Da diese irikrustirten Tröpfchen bei ihrem Wegfallen immer einige Wachstheil- 
chen am Rande des Afters zurücklassen, so entstehen an demselben nach und 
nach grössere Anhäufungen von weissen Flocken, was bei dem Weibchen in 
Folge längeren Anhaftens der Excremente an dem After in grösserem Maasse 
der Fall ist, als bei dem Männchen. 

Was die übrigen plastischen Merkmale der Psylloden betrifft, so ist ausser 
den Grössenverhältnissen und Formen des Prothorax, des Scheitels, der Stirn- 
kegel, der Fühler und Fühlerglieder auch noch das Flügelgeäder zu erwähnen. 
Obgleich dieses bei den Arten dieser Insektenfamilie keine grosse Abwechslung 
bietet, so lassen sich doch aus demselben oft ganz brauchbare Charaktere heraus- 
finden. Um jedoch über den Flügelader verlauf einer Species richtige Angaben 
machen zu können, genügt die Untersuchung einzelner Individuen nicht, sondern 
es ist hiezu eine grössere Anzahl erforderlich, weil fast bei jeder Species kleine 
Schwankungen im Flügelgeäder vorkommen, abgesehen von grösseren Abwei- 
chungen im Geädertypus, welche durch eine anomale Verzweigung der Adern 



192 



Franz Low. 



hervorgerufen werden, worüber schon G. v. Frauenfeld (Verh. d. zool.-bot. Ges. 
Wien 1867, p. 801—804) eine durch Abbildungen erläuterte Mittheilung machte. 

Ich habe in den Verh. d. zool.-bot. Ges. vom Jahre 1862, p. 105—107 
Bemerkungen über das Flügelgeäder der Psylloden publicirt, worin im Allge- 
meinen von dem Aderverlaufe und dessen Nomenclatur bei den verschiedenen 
Gattungen die Rede ist. Seither bin ich jedoch zu der Ueberzeugung gelangt, 
dass es bei der Einförmigkeit des in Rede stehenden Flügelgeäders mit der 
Benennung der Adern nicht abgethan ist, sondern dass, da vorwiegend einzelne 
Partien gewisser Adern bei der Artenunterscheidung in Betracht kommen, diese 
mit besonderen Namen bezeichnet werden müssen. Solche Theile des Geäders 
sind: die einzelnen Abschnitte der Randader (Costa) und Unterrandader (Sub- 
costa oder Humeralader) und das Stück des Cubitus von seinem Ursprung bis 
zu seiner Gabelungsstelle. 

Um nun alle diese Theile kurz und passend zu bezeichnen, ist es am 
zweckmässigsten, sie nach den Zellen zu benennen, deren Grenzen sie bilden. 
Dem entsprechend hiesse dann der Randaderabschnitt a b (Taf. I, Fig. 2) Rand 
der vorderen Basalzelle oder vorderes Basalstück der Costa (pars basalis costae 
anterior), b c Rand der Radialzelle oder Radialstück der Costa (pars radialis co- 
stae), c d Rand der Discoidalzelle oder Discoidalstück der Costa (pars discoidalis 
costae), 8 ) d e Rand der zweiten Randzelle (margo cellulae marginalis secundae), 
e f Rand der Cubitalzelle oder Cubitalstück der Costa (pars cubitalis costae), 
fg Rand der ersten Randzelle (margo cellulae marginalis primae), g h Rand der 
hinteren Basalzelle (margo cellulae basalis posterior) und ha Rand des Clavus 
(pars clavalis costae). 

In gleicher Weise könnten auch die Abschnitte der Subcosta benannt 
werden, nämlich: der von der Flügelwurzel bis zur Ursprungsstelle des Cubitus 
reichende Theil ai derselben Basalstück der Subcosta (pars basalis subcostae), 
das hierauf folgende, zwischen den Ursprungsstellen von Cubitus und Radius 
liegende Stück i k Discoidalstück der Subcosta (pars discoidalis subcostae), weil 
es die Discoidalzelle nach innen begrenzt und der letzte Abschnitt H b zwischen 
Radius und Flügelrand Radialstück der Subcosta (pars radialis subcostae) als 
innere Begrenzung der Radialzelle. Was endlich denjenigen Theil des Cubitus 
betrifft, welcher von seinem Ursprünge i bis zur ersten Gabelungsstelle l desselben 
reicht, so behalte ich die von H artig, 9 ) Förster und Flor für denselben ge- 
brauchte Benennung „Stiel des Cubitus" (petiolus cubitus) bei, wiewohl ich es für 
richtiger halte, denselben Cubitus schlechthin oder Stiel der Cubitalzelle zu nennen. 

Das Vorhandensein oder Fehlen der Pterostigma ist nicht in allen Fällen 
ein brauchbares Merkmal für die Unterscheidung der Arten, indem dasselbe selbst 
bei einer und derselben Species sowohl gänzlich fehlen, als auch mehr oder 
weniger deutlich entwickelt sein kann. (Siehe unten bei Psylla Foersteri Fl.) 

*) Dr. Flor hat bei der Gattung Trioza dasjenige Stück der Costa, welches zwischen der 
Spitze des Radius und der äussersten Fl.igelspitze liegt, -Spitzenstück des Aussenrandes" genannt 
(v. Bull. Soc. imp. Nat. Moscou 1861 T. 34, p. 334). 

Hartig in Germar'« Zeitsch. f. d. Entom. 1841, T. III, p. 373. 



Zur Biologie und Charakteristik dei Psylloden 



193 



Da eine Insektenspecies nicht durch die Image- allein, sondern durch 
die Gesammtheit aller ihrer Entwicklungsformen repräsentirt wird, so liegen 
auch naturgemäss die charakteristischesten Unterscheidungsmerkmale derselben 
nicht immer in dem vollkommen ausgebildeten Insekte, sondern zuweilen schon 
in einem seiner früheren Stadien. Durch diesen Umstand erscheint das Studium 
der Entwicklung einer jeden Species, sowie die Vergleichung ihrer analogen 
Stadien um so nöthiger, als daraus weitere Anhaltspunkte zur Charakteristik 
und Sicherstellung der Arten gewonnen werden können. 

Diess gilt nun auch von den Psylloden und namentlich von denjenigen 
ihrer Arten, welche als Imagines einander sehr ähnlich sehen. Es sollte daher 
den Jugendzuständen derselben mehr Aufmerksamkeit als bisher zugewendet 
werden, damit nach und nach aucli von dieser Seite das Dunkel aufgehellt wird, 
welches über die Selbstständigkeit gar mancher Art noch gebreitet ist. Wie 
deutlich die Verschiedenheit zweier einander sehr nahestehender Species oft 
gerade in ihren Jugendstadien ausgeprägt ist, davon geben die beiden auf Älnus 
ghitinosa Grtn. lebenden Arten, Psylla alni L. und Ps. Foersteri FL, ein Bei- 
spiel, deren Junge schon von ferne gänzlich verschieden erscheinen, während 
die fast gleichgefärbten, grünen Imagines derselben sich erst bei näherer Unter- 
suchung als zweierlei Species erkennen lassen. 

Was endlich die Nahrungspflanzen der Psylloden anbelangt, so kann 
deren Kenntniss auch nur durch das Studium der Biologie dieser Insekten er- 
langt werden, weil sie eben nur in ihren Jugendstadien an bestimmte Pflanzen- 
arten gebunden sind, als Imagines hingegen ihre Geburtsstätte nicht selten 
ganz verlassen und sich in der Nähe derselben auf allen daselbst vorkommenden 
Gewächsen herumtreiben. 10 ) Da nun diejenige Pflanze, worauf die Entwicklung 
einer Psylloden species stattfindet, d. i. die eigentliche Nahrungspflanze derselben, 
nicht allerorts von einer gleichen Vegetation umgeben ist, so gelangen die 
Imagines bei ihrer Auswanderung fast in jeder Gegend auf andere Gewächse. 
Es ist daher nicht praktisch eine Species nach derjenigen Pflanze, worauf 
ihre Imagines gefangen wurden, so ohne weiters zu benennen, weil eine solche 
Benennung eben häufig nur ein rein zufälliges und locales Vorkommen be- 
zeichnet, wie diess z. B. bei Trioza abieticola Fst., Psylla pityophila und pi- 
neti Fl. der Fall ist, welche nach Pflanzen benannt wurden, die ihnen nicht als 
Nährpflanzen angewiesen sind, indem die Tr. abieticola auf Bhamnus cathar- 
tica L., die Ps. pityophila auf Crataegus oxyacantha L. und die Ps. pineti 



1n ) Die erste Mittheilung über das Auswandern der Psylloden-Imagines von ihrer Entwick- 
lnngsstätte machte Schmidh erger. Er sagt hierüber in einem „Naturgeschichte des Birnsaugers, 
Chcrmes pyri u betitelten und im Ersten Hefte seiner „Beiträge zur Obstbaumzucht und zur Natur- 
geschichte der den Obstbäumen schädlichen Insekten" (Linz 1827) enthaltenen Aufsatze p. 192, 
nachdem er vorher von der Ausfärbung des frischentwickelten Insektes gesprochen hat, Folgendes: 
.Nun verlässt es die Geburtsstättc und sucht das Freie zn gewinnen. Von dieser Zeit an hatte 
ich nur mehr zwei von allen denen, die das Nymphenkleid ablegten, auf Obstbäumen angetroffen. 
Wo sie überall bis in den Spätherbst herumwandern, wovon sie sich nähren, wo und auf welche 
Weise sie den Winter durchlebten, konnte icli nicht in Erfahrung bringen". 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abb. 25 



194 



Franz Low, 



auf Salix purpurea L. ihre Metamorphose durchmacht. Wenn Psyllodenspecies 
nach Pflanzen benannt werden, so kann diess nur nach denjenigen geschehen, 
auf welchen ihre ganze Entwicklung stattfindet. 

Meine biologischen und sonstigen, die Psylloden betreffenden Unter- 
suchungen, worüber ich die speciellen Mittheilungen hier folgen lasse, führten 
mich auch zur Entdeckung von zwei bisher noch unbeschriebenen Arten, deren 
Beschreibung gleichfalls im Folgenden enthalten ist. 

Bsylla vibumi n. sp. 
(Taf. I, Fig. 1—3.) 

Tota pallide viridis; thorax supra maculis albidis vel flavis vel fusces- 
centibus. Vertex fere triplo latior quam longior. Coni frontales PU—P^ lon- 
gitudinis verticis, vix divergentes. Antennae longitudinem capitis thoracisque 
aequantes, apice atrae, articulus tertius quarto Va longior. Pronotum ubique 
eodem longitudine. Hemelytra hyalina vel flave tincta; petiolus cubitus parte 
discoidali subcostae brevior; pars discoidalis costae, margo cellulae marginalis 
secundae et pars cubitalis costae fere eodem longitudine; pterostigma breve. 
Lamina genitalis maris sine ullo appendice, forcipe paulo altior; forceps 
quadruplo altior quam latior, ubique eodem latitudine. Valvula inferior 
feminae sensim acuminata, superiore paulo brevior. — Long. corp. 2*8 — 3 Mm., 
9 3-3-3 Mm. 

Insectum imperfectum secretione lanuginosa caret et in surculis et in- 
florescentiis Vibumi Lantanae habitat. 
Austria (mihi), Helvetia (Puton). 

Diese neue, von mir im Wiener Walde auf Viburnum Lantana L. ent- 
deckte Species erhielt ich auch durch die Güte des ausgezeichneten Hemipteio- 
logen Herrn Dr. Puton, welcher sie im Kanton Graubündten ebenfalls auf dem 
wolligen Schneeball fand. Die Schweizer Exemplare weichen ein wenig von 
den österreichischen ab, indem sie eine im Ganzen etwas ins Gelbliche ziehende 
Färbung und stärker tiugirte Flügel haben und auch ein wenig grösser sind. 
In den charakteristischen Merkmalen stimmen sie jedoch völlig überein. 

Kopf und Thorax bleichgrün oder blass gelbgrün (an trockenen Exem- 
plaren auch blassgelb), letzterer am Rücken mit einigen weisslichen, gelben 
oder bräunlichen Flecken; Scheitel dreimal so breit als lang, hinten nur unbe- 
deutend ausgebuchtet, fast gerade, mit einer feinen vertieften Längsfurche in 
der Mitte, zu deren beiden Seiten je ein flacher Eindruck ist; Netzaugen grün- 
lichgrau; Punktaugen orangeroth; Stirnkegel fast parallel mit der Ebene des 
Scheitel vorgestreckt, etwas länger bis fünfviertelmal so lang als der Scheitel, 
wenig divergirend, aus breiter Basis allmälig verjüngt, mit abgerundeter Spitze, 
am Aussen- und Innenrand gerade und ziemlich rauhhaarig; Clypeus 11 ) massig 

11 ) Statt des von Förster und Flor gebrauchten Ausdruckes „ Kehlzapf en" behalte ich 
die für dieses Organ bei allen übrigen Insektenordnungen gebräuchliche Benennung „Clypeus" 
auch hier bei. 



Zur Biologie und Charakteristik der Psylloden. 



195 



erhaben, weisslich oder gelblich: Fühler 1*5 Min. lang, sie reichen nur sehr 
wenig über den Thorax hinaus und sind ganz bleichgrün oder gelb, blos das 
letzte Glied ist ganz und das vorletzte meist nur zur Hälfte schwarz, drittes 
Glied anderthalb mal so lang als das vierte; Pronotum bandförmig, überall 
gleichlang, beinahe so lang als der Scheitel; Beine blassgelb oder bleichgrün 
mit gelblichen Tarsen, jede Hinterschiene am Ende mit schwarzen Dörnchen, 
die Tarsenglieder an der Spitze zuweilen etwas gebräunt, Klauen schwarz. 
Vorderflügel (Taf. I, Fig. 2) 27 2 naal so lang als in der Mitte breit, ausserhalb 
der Mitte etwas breiter, glashell oder gelblich tingirt, Flügeladern weisslich 
oder gelblich; Stiel des Cubitus kürzer als das Discoidalstück der Unterrrand- 
ader; Eadius fast gerade, in der Mitte nur sehr wenig nach vorn ausgebogen; 
Discoidalstück der Costa, Rand der zweiten Randzelle und Cubitalstück der 
Costa von nahezu gleicher Länge; die äussere Hälfte der Discoidalzelle und 
die Eadialzelle von ziemlich gleicher durchschnittlicher Breite; Pterostigma 
ziemlich breit, massig lang, gleichmässig verschmälert, ungefärbt, nur etwas 
callös, es nimmt in der Regel die halbe Länge des Radialstückes der Costa ein. 
Abdomen blass bläulichgrün mit weisslichen oder gelblichen Segmenträndern; 
Genitalien 6 ) des (Taf. I, Fig. 1) grün, zuweilen an den Spitzen gelblich oder 
bräunlich, zart behaart; die Genitalplatte g des ohne seitliche Fortsätze oder 
Erweiterungen, etwas höher (ungefähr 1 V3 so hoch) als die Zange, an der 
Spitze nur wenig nach hinten geneigt; Z^nge z viermal so hoch als breit, 
gerade, bis zur Spitze fast gleichbreit und daselbst mit zwei nach innen ge- 
richteten, schwarzen Spitzchen. (An trockenen Exemplaren ist die Zange nach 
der Spitze hin ein wenig verschmälert.) 12 ) Untere Genitalplatte des 9 v 
(Taf. I, Fig. 3) etwas kürzer als die Schenkel der Hinterbeine, aus breiter Basis 
gleichmässig zugespitzt ; die obere Genitalplatte w des 9 üa * ungefähr dieselbe 
Form wie die untere und ragt mit ihrer Spitze nur unbedeutend über die der 
letzteren vor; beide sind grün mit bräunlicher Spitze und ziemlich stark 
behaart. 

Das unvollkommene Insekt ist breit oval, linsenförmig flachgedrückt und 
blassgrün; es hat auf dem Scheitel gewöhnlich zwei grosse, bräunlich ange- 
hauchte Flecke, welche beiderseits der Mitte liegen, und auf dem Rücken 
zwischen den Flügelscheiden einige blassbräunliche, mehr oder minder deut- 
liche Punkte und Striche; das Abdomen ist hinten breit abgerundet, gelblich- 
grün mit bräunlichen Segmenträndern (im Stadium vor der letzten Häutung ist 
meist die hintere Hälfte des Abdomen mehr oder minder deutlich bräunlich 
angeflogen) und trägrt auf der Oberseite eines jeden Segmentes eine Querreihe 
langer, gelber, am Ende geknöpfter Haare; die Flügelscheiden sind blassgrün 
oder blassgelb, gegen den Rand zu ins Bräunliche übergehend, oben und am 
Rande mit geknöpften gelben Haaren besetzt; die Beine grün oder gelb, die 
Schienenspitzen und Tarsen bräunlich, sparsam behaart; die Fühler gelb, an 



n ) Wenn nicht ausdrücklich etwas Anderes angegeben wird , so ist die Zange stets so 
beschrieben, wie sie sich bei der Seitenansicht des Insektes darstellt. 

25* 



196 



Frauz Low. 



der Spitze schwärzlich; die Augen blassroth; der Clypeus meist mit bräun- 
lichem Anfluge; der Scheitel schwach behaart, Thorax und Unterseite des ganzen 
Körpers nackt. 

Man findet die Jungen dieser Art schon Ende April oder Anfangs Mai 
auf Vibumum Lantana L., wo sie sich sowohl in den Blattachseln der jungen 
Triebe, als auch in den Blüthendolden aufhalten. Sie sind nicht in wolliges 
oder flaumiges Secret gehüllt und ihre Excremente bestehen blos aus hellen, 
bläulich schillernden Tröpfchen, welche meist zur Erde fallen, zuweilen aber 
auch an der Pflanze kleben bleiben. Gegen Ende Mai oder Anfangs Juni er- 
scheinen die ersten Imagines. Diese haben mit der lichten Farbenvarietät von 
Psylla mali einige Aehnlichkeit; ausser einigen plastischen Verschiedenheiten 
der Imagines dieser beiden Arten liegt jedoch schon ein wesentlicher Unter- 
schied in ihren Jungen, indem die von Ps. mali eine wollige Secretion haben, 
von der sie ganz bedeckt sind, während diese den Jungen von Ps. vibumi 
gänzlich mangelt. 

Psylla iteophila n. sp. 

(Taf. I, Fig. 4-5.) 

Viridis vel pallide ochracea, abdomine viridi. Thorax supra maculis 
flavis vel fulvis vel brunneis, plus minusve obscuris. Vertex duplo latior 
quam longior. Coni frontales fere longitudine verticis, apice obtusi, vix diver- 
gentes. Antennae capitis thoracisque longitudinem fere aequantes; articulus 
tertius quarto V 2 — 3 /4 longior; articuli flagelli apice, 2—4 ultimi toti atri. 
Hemelytra hyalina; petiolus cubitus parte discoidali subcostae brevior; pars 
discoidalis costae, margo cellulae marginalis secundae et pars cubitalis costae 
fere eodem longitudine; pterostigma longum, basi parallelis fere marginibus et 
apicem versus sensim acuminatum ; clavus apice fuscus. Lamina genitalis maris 
sine ullo appendice, forcipe paulo altior; forceps apice valde dilatata, paulo 
retrorsum inclinata, ad basin marginis posterioris appendice sarsum curvato, 
acuminato, piloso, apicem segmenti genitalis superante et dimidiam forcipis 
altitudinem attigente. Valvida inferior feminae sensim acaminata, superiore 
paulo brevior. — Long. corp. cf 1'8 Mm., Q 2 Mm. 

Insectum imperfectum secretione lanuginosa caret et in surculis Salicis 
incanae habitat. 

Austria. 

Diese Species ist der Psylla salicicola Frst. sehr ähnlich. Sie unter- 
scheiden sich jedoch von Letzterer wesentlich durch geringere Grösse und durch 
die Form der Genitalien. Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Arten 
liegt auch noch in den Jungen, welche bei Ps. salicicola nach der vorletzten 
Häutung ihre Färbung verändern, während sie bei Ps. iteophila in allen Stadien 
gleich gefärbt sind. 

Der Kopf und Thorax der Imago ist grün oder licht ockergelb, mit gelben, 
röthlichen oder bräunlichen, mehr oder weniger dunklen Zeichnungen und Flecken; 



Zur Biologie uud Charakteristik der Pt-ylloden. 



197 



der Metathorax hat an seinem Hinterrande einen braunen oder scbwarzen Quer- 
fleck. Das Abdomen ist grün mit gelblichen oder weisslichen Segmenträndern 
und manchmal auch mit blassbraunen Binden auf der Oberseite. Der Scheitel 
hiuten massig ausgebuchtet, .flach, zwischen den Augen zweimal so breit als 
in der Mitte lang, daselbst mit einer feinen Läugsfurche, zu deren beiden Seiten 
sich nahe dem Hinterrande des Scheitels ein kleiner, rundlicher Eindruck be- 
findet. Die Stirnkegel sind im Vergleiche zur Ebene des Scheitels nur wenig 
nach abwärts gerichtet, nahe aneinander stehend, kaum divergirend und so lang 
oder uubedeutend kürzer als der Scheitel. Sie entspringen aus breiter Basis, 
verjüngen sich bis zur Mitte rascher als von da bis zu ihrer stumpfen Spitze. 
Der Clypeus 11 ) ist flach gewölbt, wenig erhaben. Die Netzaugen sind braun; 
die Punktaugen roth. Die Fühler fast so lang wie Kopf und Thorax zusammen, 
gelb, ihre Glieder vom dritten oder vierten an mit schwarzer Spitze, die 2—4 
letzten ganz schwarz; die grünen oder gelben Grundglieder haben auch zuweilen 
schwärzliche Spitzen; das dritte Glied 1 V2 — 1 3 A ma l s0 lang als das vierte. Die 
Beine sind entweder ganz gelb oder bleichgrün oder die Schenkel grün wie der 
Leib und die Schienen und Tarsen gelb; die Tarsenglieder und zuweilen auch die 
Schienen an den Spitzen sehr schmal schwarz oder braun geringelt. Die Vorder- 
flügel 2V2 mal so lang als in der Mitte breit, ausserhalb der Mitte etwas breiter, 
glashell oder manchmal auch zwischen den Adern blasse, bräunliche Schatten, 
welche vom Flügelrande ausgehend nach innen zu sich allmälig verlieren; Spitze 
des Clavus meist bräunlich, dicht vor derselben ein kleiner, schwärzlicher 
Nebelfleck, welcher jedoch oft ganz fehlt; Flügeladern an der Basis gelblich, 
nach aussen zu mehr oder weniger braun gefärbt, die Costa jedoch in der Regel 
von der Wurzel bis zur Spitze des Randmales gelb. Das Flügelgeäder hat die- 
selbe Anordnung wie bei der vorhergehenden Art, nur ist das Pterostigma hier 
länger, gewöhnlich über die Hälfte bis 3 / 4 des Eadialstückes der Costa einnehmend, 
bis über die Hälfte seiner Länge parallelseitig und dann erst allmälig zugespitzt. 
An den glashellen Hinterflügeln ist in der Regel die Spitze des Anhanges ge- 
bräunt. Genitalien 6 ) des $ (Taf. I, Fig. 4) grün; die Genitalplatte ohne seit- 
liche Fortsätze oder Erweiterungen, etwas höher als die Zange, an der Spitze 
nur wenig nach hinten geneigt; die Zange 12 ) (Taf. I, Fig. 5) hat an ihrer Basis 
einen breiten, nach hinten gerichteten und nach aufwärts gekrümmten, zuge- 
spitzten Fortsatz, welcher über das Ende des Genitalsegmentes vorragt, halb 
so hoch als die Zange, mehr oder weniger stark gebräunt und dicht behaart 
ist. Er trägt an seiner oberen, der Zange zugekehrten Seite ein kleines Zähn- 
chen, welches jedoch nur bei starker Vergrösserung sichtbar ist und bildet mit 
der Zange die Figur eines breiten Hakens. Die Zange selbst ist an der Spitze 
stark verbreitert, zweimal so hoch als daselbst breit, d. i. etwas höher als mit 
Einschluss des Fortsatzes breit, etwas nach hinten geneigt und dadurch in der 
Mitte ihres Vorderrandes convex und am Hinterrande dem entsprechend coneav. 
Die beiden Zangentheile berühren sich innen nur an der Spitze, woselbst aus 
den verbreiterten Enden derselben zwei sehr kleine, stumpfe, meist schwarze 
Zäpfchen gegen einander vorspringen (Taf. I, Fig. 4). Untere Genitalplatte 



198 



Franz Low. 



des 9 etwas kürzer als die Schenkel der Hinterbeine, allmälig zugespitzt und 
um 76 — Ys ihrer Länge kürzer als die obere; beide Genitalplatten des 9 sehr 
zart behaart. 

Das unvollkommene Insekt ist breit oval, linsenförmig flachgedrückt, glän- 
zend grün, oben meist dunkler als unten, am Kopfe gelblich oder bräunlich, mit 
durchscheinenden, blass grünlichen, oder bräunlichen Flügelscheiden. Die Augen 
sind bräunlichgelb, graugelb oder braun; Die Fühler gelblich oder grünlich 
mit schwarzen Endgliedern; die Beine entweder ganz grün oder blos ihre 
Schenkel grün und die Schienen gelb. Die Tarsen gelb, braun oder schwarz. 
Die Abdominalsegmente tragen auf ihrer Oberseite je eine Querreihe geknöpfter 
Haare; wodurch das Abdomen oben stark haarig erscheint, unten ist es so wie 
der übrige Körper fast nackt. Auf der Oberseite und am Rande der Flügel- 
scheiden stehen gleichfalls geknöpfte Haare, wovon die randständigen abwech- 
selnd kurz und lang sind. Ausserdem ist noch der Scheitel und der Vorderrand 
des Kopfes mit wenigen kurzen Härchen bekleidet. Die ganze Behaarung ist 
gelblich oder blass bräunlich. 

Man findet die Jungen dieser Art schon im Mai an den Triebspitzen von 
Salix incana Schrk., wo sie in den Achseln der jungen Blätter saugend sitzen. 
Da sie jedoch keine wolligen oder flockigen Secretionen haben, sondern nur 
glashelle Tropfen aus ihrem After absondern und auch keinerlei Deformationen 
an den Pflanzen hervorrufen, so verräth sich ihre Anwesenheit an den Zweig- 
spitzen nicht leicht und man wird sie erst beim Auseinanderziehen der Blätter 
gewahr. Mitte Juni erscheinen die ersten Imagines. Ich sammelte diese Art im 
Weidlingbachthale nächst Wien. 

Psylla salicicola Frst. 
(Taf. I. Fig. 6-9 und Taf. II, Fig. 23 -25.) 
Ps. salicicola Förster, Verh. naturh. Ver. d. preuss. Rheinl. 1848, T. V, p. 72. 

— — Flor, Rhyn. Livl. 1861, T. II, p. 467. 

— rufula Förster, wie oben, p. 76. 

Da diese Art, welche ich ebenfalls im Wienerwalde im Thale des Wien- 
flusses fand, mit der vorhergehenden sehr grosse Aehnlichkeit hat und auch in der 
That in vielen Stücken mit ihr übereinstimmt, so könnte bei oberflächlicher 
Betrachtung eine Verwechslung um so leichter stattfinden, als nicht selten bei 
der einen Art Individuen vorkommen, welche mit Individuen der anderen Art 
gleichgefärbt erscheinen. Ich gebe daher zur Vermeidung jedes Irrthums im 
Nachstehenden eine Uebersicht derjenigen Merkmale, wodurch sich beide Arten 
wesentlich von einander unterscheiden: 



Ps. salicicola Frst. 

Körperlänge 2—2 5 Mm. 

Zange des (Taf. I, Fig. 6 und 8) 
ohne seitlichen Fortsatz, gegen das 
Ende allmälig verschmälert und scharf 
zugespitzt. 



Ps. iteophila F. Lw. 

Körperlänge T8— 2 Mm. 

Zange des $ (Taf. I, Fig. 4 und 5) 
hinten mit einem breiten, aufgebogenen, 
zugespitzten, stark behaarten Fortsatze 
und mit verbreitertem Ende. 



Zur Biologie und Charakteristik der Psylloden. 



199 



Untere Genitalplatte des 9 (Taf. I, 
Fig. 9) um Vi - V3 i ürer Länge kürzer 
als die Obere. 

Drittes Fühlerglied l'^mal so lang 
als das Vierte. 

Die Jungen leben auf Salix Caprea 
und aurita L. und verändern nach der 
vorletzten Häutung ihre Färbung (Taf. II, 
Fig. 23, 24 und 25). 



Untere Genitalplatte des Q um 1 6 % 
ihrer Länge kürzer als die Obere. 

Drittes Fühlerglied IV2— l 3 A ma ^ so 
lang als das Vierte. 

Die Jungen leben auf Salix in- 
cana Schrk. und sind in allen Stadien 
nahezu gleichgefärbt. 



Von welch 1 geringer Bedeutung die Färbung der Psj'lloden-Imagines für 
die Artbeschreibung zuweilen ist, wird durch Ps. salicicola Frst. recht an- 
schaulich, denn diese steht, was Farbenvariabilität betrifft, ziemlich obenan. 
Dr. Flor hat in seiner (1. c. gegebenen) ausführlichen Beschreibung dieser Art 
so ziemlich alle Farben erwähnt, welche bei der Körperfärbung derselben in 
mannigfacher Variation und Nuancirung auftreten; was jedoch die Flügelfärbung 
anbelangt, so bleibt noch Einiges nachzutragen. 

Unter den von mir in ziemlicher Menge gezogenen Imagines stimmt unge- 
fähr die Hälfte der Gesammtzahl in Betreff der Flügel mit den von Dr. Flor 
hierüber gemachten Angaben mehr oder weniger überein, die übrigen weichen jedoch 
vorwiegend auf zweierlei Art hievon ab. So breiten sich bei einem Theil dersel- 
ben in den Zellen der "Vorderflügel vom Flügelrande nach innen mehr oder weniger 
weit reichende oft sehr verblasste, zuweilen aber auch ziemlich dunkle, bräun- 
liche oder schwärzliche Schatten aus, welche, im Leben stets viel intensiver als 
nach dem Tode sind. (Bei einem Individuum haben diese sogar eine solche Aus- 
dehnung, dass seine Vorderflügel gegen weisses Papier besehen in der Spitzen- 
hälfte mit Ausnahme sehr schmaler Streifen längs der Flügeladern fast gleich- 
mässig schwärzlich grau getrübt erscheinen.) Bei anderen Individuen hingegen 
sind die Flügel glashell und nur die erste Gabelzinke ist beiderseits braun ge- 
säumt. Auch findet sich der schwärzliche Wisch vor der Spitze des Clavus, 
welchen Förster als charakteristisches Merkmal dieser Species angibt, nicht 
bei allen Individuen und man könnte fast sagen, dass er bei der Mehrzahl fehlt. 
Bei denjenigen Imagines, welche bräunliche oder schwärzliche Schatten in den 
Zellen ihrer Vorderflügel haben, sind in der Regel auch die Adern, so weit diese 
Schatten reichen, mehr oder weniger dunkelfärbig. 

Zeitlich im Frühlinge, sobald die Weiden zu treiben beginnen, trifft man 
die überwinterten, dunkel rothbraun gefärbten Weibchen auf den Blüthenkätzchen 
und Blatttrieben von Salix Caprea und aurita L. mit dem Eierlegen beschäftigt. 
Wenige Tage genügen zur Reifung der Eier, so dass meist Anfangs April schon, 
sowohl die Achsen der Blüthenkätzchen als auch die um diese Zeit noch sehr 
kurzen Blatttriebe von den Jungen schon bevölkert sind, welche gewöhnlich in 
der zweiten Hälfte des Mai die ersten Imagines liefern. Da aber die überwin- 
terten Weibchen ihre Eier nicht auf einmal und nicht gleichzeitig ablegen, so 
ist auch die Entwicklung der Jungen eine sehr verschiedene, wesshalb oft im 



200 



Franz Low. 



Juni noch hie und da auf verschiedener Entwicklungsstufe stehende Individuen 
zu finden sind. 

Das unvollkommene Insekt ist oval, circa halb so breit als lang, auf der 
Rückenseite ziemlich hoch gewölbt, unten beinahe flach, mit stumpfem Körper- 
rande, welcher nur an den letzten Abdominalsegmenten etwas schärfer erscheint 
(Taf. II, Fig. 23, 24 und 25). Es ist grünspannfarbig, gegen den Kopf zu lichter und 
hat folgende schwarze oder dunkelbraune Zeichnungen, welche zu beiden Seiten 
eines breiten, lichten Mittelstreifens, der sich vom Kopfe bis zur Mitte des 
Abdomen erstreckt, symmetrisch angeordnet sind: Auf der Oberseite des Kopfes 
(Fig. 23) zwei grosse Flecke, welche sich über den Vorderrand des Kopfes ein 
wenig auf die Unterseite erstrecken und um die Augen herum eine lichte Stelle 
frei lassen. Hinter jedem derselben und noch vor der vorderen Grenze der 
Flügelscheiden (aber nicht bei allen Individuen gleich deutlich sichtbar) innen 
ein dreieckiges Fleckchen und aussen ein kleiner Strich. Auf dem Thorax zwischen 
den Flügelscheiden zwei Paare kleiner, viereckiger Flecke, welche mit zwei Paaren 
runder Punkte abwechselnd hintereinander stehen und hinter diesen gewöhnlich 
jederseits noch drei mehr oder weniger deutliche, kurze, schmale Striche. Auf 
der Unterseite des Thorax (Fig. 24) nahe dem Seitenrande neben den Hüften 
der Vorderbeine ein länglicher Querfleck. Am Abdomen sind die drei letzten 
Segmente ganz schwarz mit Ausnahme ihrer Unterseite, welche einige lichte 
Stellen zeigt (Fig. 23 und 24), die vorhergehenden Segmente haben sowohl oben 
als unten an den Einschnitten beiderseits der Leibesmitte schmale, kurze, schwarze 
Striche, welche meist ganz unsichtbar werden, wenn das Thier den Hinterleib 
einzieht. Der Clypeus 11 ) ist schwarz oder braun. Die Augen sind hellbraun; 
die Fühler an der Spitze schwarz, deren Grundglieder schwarz oder schwärzlich; 
die Hüften, Schenkel und letzten Tarsenglieder schwarz, die Schienen und ersten 
Tarsenglieder braun oder dunkel braun ; die Flügelscheiden schwarz gegen den 
Rand hin braun, oben und am Rande mit fast hyalinen, geknöpften Haaren be- 
setzt. Die Abdominalsegmente tragen auf ihrer Oberseite je eine Querreihe 
bleicher, geknöpfter Haare, wodurch das Abdomen oben rauh erscheint. Scheitel 
und Vorderrand des Kopfes mit wenigen, kurzen Härchen besetzt, der übrige 
Körper nackt. 

Nach der vorletzten Häutung verschwindet die schwarze Färbung entweder 
ganz oder bis auf einen mehr oder weniger deutlichen, schwärzlichen oder bräun- 
lichen Anflug an den betreffenden Körpertheilen und auch die grüne Farbe 
wird bedeutend blässer (Fig. 25). 

Die Jungen dieser Art sind in keine wolligen oder flockigen Secretioncn 
eingehüllt. 

Das von Föster (1. c. p. 76) unter dem Namen Psylla rufula beschriebene, 
von v. Heyden an einer sumpfigen Stelle bei Offenbach gefangene eine Männ- 
chen, welches sich jetzt in den Sammlungen des k. k. zoologischen Hofcabinets 
in Wien befindet, ist nichts Anderes als eine etwas intensiver roth gefärbte 
Varietät von Psylla salicicola s'Fst. 



Zur Biologie und Charakteristik der Psyllodei 



201 



JPsylla Foersteri Fl. 
(Taf.II, Fig. 27-31.) 
Ps. Foersteri Flor, Rhyn. Livl. 1861, T. II, p. 458. 

— afett (L.) Förster, Verh. naturh. Ver. d. preuss. Rheinl. 1848, T. V, p. 70. 

— — Audinet-Serville, Encycl. meth. 1825, T. X, p. 229. 

Diese grosse, durch die langen Fühler, die gelb tingirten Flügel und 
die grossen Genitalien ausgezeichnete, grüne, gelbe oder gelbgrüne Art kommt 
im Wienerwalde häufig auf Ahtus glutiuusa Grtn. und gleichzeitig mit der ihr 
sehr nahe verwandten Psylla alni L. vor. Sie variirt in der Färbung in der 
Regel nicht viel, doch finden sich zuweilen einzelne Individuen, welche auf- 
fallend dunkler gefärbt sind. Ein solches erhielt ich aus einer Zucht unter 
circa 30 Stücken von gewöhnlicher Färbung. Es ist ockergelb mit blass ocker- 
gelb tingirten Flügeln und ockergelben Flügeladern, während die Hinterschenkel 
an der Außenseite, die Schienenspitzen, die Tarsen und die Spitzen der Geni- 
talien dunkelbraun sind. 

Auch bezüglich des Flügelrandmales (Pterostigma) kommen Verschieden- 
heiten vor. Unter den in meinem Besitze befindlichen 60 Exemplaren haben 
9 gar kein Pterostigma, während es bei den übrigen mehr oder minder deutlich 
entwickelt ist. Aus der Beschreibung, welche Dr. Flor von dieser Art gibt, 
und worin es heisst: „das Randmal fehlt ganz oder ist doch nur sehr undeutlich, 
wo der Radius 13 ) auf den Randnerv trifft, verdickt er denselben" ist ersichtlich, 
dass ihm nur Exemplare mit unentwickeltem Randmale zur Verfügung standen. 
Bei Förster hingegen, welcher diese Art irrthümlich als Ps. alni L. aufführt, 14 ) 
musste das Umgekehrte der Fall gewesen sein, weil er sie sonst gewiss in seine 
Gattung Arytaina eingereiht hätte, bei der das Fehlen des Randmales das 
einzige Unterscheidungs-Merkmal von der Gattung Psylla bildet. 15 ) 

Die Jungen dieser Art (Taf. II, Fig. 27) leben wie die der Psylla alni L. 
im Mai und Juni an den Triebspitzen von Alnus glutinosa Grtn. und sitzen 
mit Vorliebe in den Blattachseln meist zu mehreren neben und hinter einander. 
Sie sind elliptisch, linsenförmig flachgedrückt und grasgrün. Auf ihrem Scheitel 
befinden sich zwei grosse, graugrüne oder braungrüne, bald lichtere, bald dunklere 
Flecke, welche in der Mitte desselben durch einen mässig breiten Zwischenraum 

") Soll wohl heissen „Unter randnerv 

") Die echte Psylla alni L., von welcher Linne angibt: „Alae albae, venia fuscia u und 
die sich auch noch durch die schwarzen Punkte au der Basis der Schienen, durch anders geformte 
Genitalien (Taf. II, Fig. 32—35; und durch ihre weisswolligen Jungen von Pa. Foersteri Fl. wesent- 
lich unterscheidet, wurde von Förster theils unter dem Namen Pa. Heydeni, theils als Pa. fuaci- 
uervia beschrieben. 

ls ) Förster (1. c. p. 68) sagt: „Die Gattung Arytaina weicht sehr wenig von dem typischen 
Charakter der Familie ab, der sich in der Gattung Psylla, der artenreichsten unter allen, am 
deutlichsten abspiegelt; der Mangel eines Stigma mag hier vorläufig die Trennung rechtfertigen'*. 
Diese auf ein so variables, in gewissen Fällen kaum zur sicheren Artenunterscheidung brauchbares 
Merkmal gestützte Gattung wurde von Dr. Flor nicht beibehalten und auch in den Publikationen 
von Dr. Putou nicht mehr angeführt. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. . 26 



202 



Franz Low. 



der Länge Dach getrennt und neben den Augen rund ausgeschnitten sind. Der 
Thorax ist oben zwischen den Flügelscheiden mit bräunlichen oder braunen 
Punkten und Strichen gezeichnet, welche beiderseits der Mitte symmetrisch an- 
geordnet liegen, aber oft sehr undeutlich sind. Der Clypeus 11 ) ist blaugrün. 
Die Augen sind ziegelroth; die Fühler lang,, gelb, mit grünen Basalgliedern, 
vom vierten Gliede an schwarz oder braun geringelt; die 2—3 letzten Glieder 
ganz schwarz; die Hüften bläulichgrün; die Beine grün, die Schienen aussen 
schwärzlich angehaucht, jede am Ende mit einer längeren Borste, die beiden 
Tarsenglieder am Ende schwarz geringelt. Die Flügelscheiden grau oder bräun- 
lichgrau, etwas durchscheinend, die der Vorderflügel mit einer schwarzen Linie 
umrandet und blos auf dieser mit schwarzen Haaren besetzt, sonst nackt und 
ein wenig glänzend. Das Abdomen ist eiförmig und hinten etwas schmäler 
als vorn. Die Segmente haben an ihren Vorderrändern beiderseits der Leibes- 
mitte dunkle Striche, welche auf dem ersten und vierten Segmente deutlicher 
als auf den übrigen sind; der hintere Theil des Abdomen ist von der Hälfte 
des vierten Segmentes an durchaus schwärzlichgrün oder graugrün gefärbt. 
Die schwarze Behaarung der Oberseite des Abdomen ist in sechs Längsreihen 
geordnet, von denen die beiden äusseren randständig sind. 

Diese Jungen tragen ihre Excremente in Form eines weissen, am Ende 
geknöpften Stranges, welcher nach Erreichung einer gewissen Länge abbricht 
und sich wieder neubildet, mit sich herum, haben aber keine wollige oder flockige 
Secretion, wodurch sie sich ausser mehreren anderen Merkmalen, auffällig von 
denen der Psylla alni L. (Taf. II, Fig. 26) unterscheiden. Sie sind auch im 
Gegensatze zu den Jungen anderer Psylloden sehr lebhaft und flüchten, wenn 
sie beunruhigt werden, mit grosser Schnelligkeit am Zweige nach abwärts, 
wobei sie immer an der dem Beobachter abgewendeten Zweigseite laufen. 

Das jährliche Erscheinen der aus diesen Jungen entstehenden Imagines 
fällt gewöhnlich in die zweite Hälfte des Juni und stets um circa 14 Tage später 
als das der Ps. alni L., deren Biologie schon Degeer (Abh. z. Gesch. d. Ins. 1780, 
T. III, p. 96, pl. X, Fig. 8—20) sehr ausführlich beschrieben und durch Ab- 
bildungen erläutert hat. 

Psylla breviantennata Fl. 
(Taf. I, Fig. 11-12.) 

Ps. breviantennata Flor, Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1861, T. 34, p< 375. 
— terminalis Meyer -Dür, Mitth. Schweizer ent. Ges. SchafThausen 1871 
T. III, p. 392. 

Durch die Zucht dieser Art gelangte ich zu sehr zahlreichem Materiale, 
welches mich in die Lage setzt, die von Dr. Flor (1. c.) gegebene Beschreibung 
derselben, welche nach einem einzigen, von ihm bei Seewiesen in Steiermark- 
gefangenen Weibchen angefertigt ist, mithin der nötbigen Ausführlichkeit ent- 
behrt, in vieler Hinsicht zu vervollständigen. 



Zur Biologie und Charakteristik der Puylloden. 



203 



Imago. — Kopf und Thorax weisslichgrün, graugrün, hellgelb oder licht- 
bräunlichgelb mit röthlich gelben Flecken und mehr oder minder dunkelbrauner 
Zeichnung. Pronotum bandförmig, überall gleichbreit, stets einfarbig, ins Licht- 
graue ziehend und beiderseits mit einem braunen oder schwarzen, vertieften 
Strichelchen. Rückenschild vor der Quernaht mit einem braunen Doppelfleck, 
hinter derselben zwischen den Wurzeln der Vorderflügel mit fünf braunen Längs- 
striemen. von denen die mittelste sehr schmal und meist undeutlich ist; an den 
Seiten des Thorax unter den Flügelwurzeln jederseits drei längliche, braune 
Flecken, deren hinterster fast am Hinterrande des Metathorax liegt; unten zwischen 
den Hüften der Vorder- und Mittelbeine eine braune, schmetterlingsförmige Mackel; 
Thoraxzäpfchen an der Spitze braun. Scheitel verhältnissmässig lang, wenigstens 
2 / 3 so lang als zwischen den Augen breit, hinten mässig ausgeschnitten, flach, 
mit hoch erhabenen, orangegelben oder rothen Punktaugen, in der Mitte mit 
sehr feiner Längsfurcbe und beiderseits derselben mit einem braunen oder 
schwarzen, punktförmigen Eindrucke. Stirnkegel im Vergleiche zur Ebene des 
Scheitels nur wenig nach abwärts stehend, fast gar nicht divergirend, halb so 
lang als der Scheitel, fast durchaus gleichdick, mit breiter, stumpfer, haariger 
Spitze, ihr Innenrand gerade, ihr Aussenrand vorn unbedeutend convex, stets 
einfarbig, von der Grundfarbe des Körpers. Clypeus 11 ) sehr deutlich sichtbar, 
stark gewölbt, vortretend, von der Form einer halben Birne, schwarz oder dunkel- 
braun. Netzaugen grau oder grünlichgrau. Fühler sehr kurz, höchstens 0*6 Mm. lang, 
reichen kaum bis zur Wurzel der Vorderflügel, gelb, von der Spitze her ver- 
schieden weit, oft bis zum dritten Gliede bräunlich verdunkelt, in der Regel 
nur die zwei Endglieder und die Spitzen des siebenten und achten Gliedes 
schwarz, nicht selten aber die drei Endglieder und auch die Spitze des sechsten 
Gliedes schwarz, das erste Glied an der Unterseite meist schwärzlich, das dritte 
zweimal so lang als das vierte. Beine und Hüften blassgrün oder schmutzig 
hellgelb, letztere zuweilen schwärzlich angebaucht, die Schenkel von der Basis 
gegen die Spitze mehr oder minder weit gebräunt, schwärzlich oder auch 
schwarz; Schienen aussen gebräunt; Tarsen bräunlich an der Spitze schwärzlich. 

Vorderflügel 2y 2 mal so lang als breit, in der äusseren Flügelhälfte kaum 
breiter als in der inneren, etwas weisslich getrübt, manchmal an der Basis 
wasserhell und mit einer mehr oder minder dunklen, braunen Zeichnung. Diese 
besteht in der Regel aus einem grossen Spitzenfleck, dessen innere Grenze in der Rich- 
tung von der Spitze des Pterostigma bis zu der des Clavus verläuft und welcher 
zwei ungefärbte Stellen einschliesst, nämlich die innere Hälfte der ersten Rand- 
zelle und ein rundes, meist verwaschenes Fleckchen am Hinterrand zwischen 
der Spitze des Clavus und der ersten Gabelzinke. Diese dunkle Zeichnung ist 
gewöhnlich braun, mit zerstreuten, dunkleren Pünktchen, manchmal aber fast 
schwarzbraun oder auch völlig verblasst, in welchem Falle ihre Contouren dann ganz 
verschwommen sind. Es finden sich aber auch Individuen, bei denen die Flügel- 
zeichnung bloss aus 2 4 kleinen, braunen oder schwarzbraunen Flecken besteht, 
die in der Richtung von der Spitze des Randmales bis zu der des Clavus hinter- 
einander liegen und die Flügelspitze frei lassen: von diesen Flecken ist der am 

26* 



204 



Franz L f>w. 



Vorderrande des Flügels liegende, dreieckige der grösste. Die Adern der Vorder- 
flügel sind bleich- oder hellgelb, nach aussen zu meist lichtbräunlich; Stiel des 
Cubitus kürzer als das Discoidalstück der Unterrandader; Cubitalstück der Band- 
ader kürzer als alle übrigen Randabschnitte; Radialzelle deutlich schmäler als 
die Discoidalzelle; Randmal lang und ziemlich breit, gleichmässig verschmälert, 
ungefärbt, blos callös, es nimmt gewöhnlich 3 / 4 der Länge des Radialstückes 
der Costa ein. 

Abdomen blassgrün, gelbgrün, hellgelb oder bräunlichgelb mit breiten, 
schwarzbraunen oder schwärzlichen Binden, welche die Segmentränder schmal 
frei lassen und an den Seiten und auf der Mitte der Unterseite unterbrochen 
sind. Genitalplatte 6 ) des (Taf. I, Fig. 11) an der Spitze ein wenig nach 
hinten geneigt, ohne seitliche Fortsätze oder Erweiterungen, iy 2 — l^mal so 
hoch als die Zange, blassbraun mit verdunkelter Spitze und zart behaart. Zange 12 ) 
durchaus fast gleichbreit, circa viermal so hoch als breit, an der Basis mit einer 
sehr geringen Biegung nach vorn, daher daselbst am Vorderrande ein wenig 
concav und am Hinterrande dem entsprechend convex, an der Spitze schief ab- 
gestutzt, wodurch sie vorn etwas niedriger als hinten ist, blassbraun an der 
Spitze dunkel, fast schwarz, zart behaart, von hinten besehen eine schmale 
bildend. Das trogförmige Genitalsegment hat nach hinten eine stärkere Aus- 
bauchung als diess bei den Psyllen gewöhnlich der Fall ist und steht daher 
mit seinem Ende über die Basis der Zange ziemlich weit hinaus. Es ist licht- 
braun, unten und hinten stark verdunkelt und besonders nach hinten zu fein, 
aber dicht behaart. Untere Genitalplatte des Q (Taf. I, Fig. 12) kaum so lang 
als die Hälfte der Hinterschenkel, fast ebenso breit als lang, hinten stumpf ab- 
gerundet und daselbst in eine dünne, nach aufwärts gebogene Spitze ausgezogen, 
welche ein wenig kürzer als die Genitalplatte ist; obere Genitalplatte des Q 
ähnlich wie die untere geformt, nur ist der schmale Theil derselben gerade, 
etwas dicker, durchaus gleichdick und ragt zur Hälfte über die feine Spitze der 
unteren vor. Beide Genitalplatten sind dunkel- oder schwarzbraun, nach ihrer 
Basis zu lichter, an dem breiten Theile mit feinen, langen Haaren, an dem 
schmalen mit mikroskopisch kleinen Dörnchen besetzt. 

Körperlänge 2 Mm. bei <f und Q. 

Das unvollkommene Insekt ist nicht breit oval, sondern etwas über zwei- 
mal so lang als breit, auch ist sein Hinterleib nicht kreisrund, sondern nach 
hinten etwas verschmälert und hat die Form eines halben Ovales. Es ist anfangs 
fast weiss, beinfarben und wird bei seiner weiteren Entwicklung mehr gelblich 
oder grünlich. Der Rücken zeigt in der Regel eine sehr zarte, undeutliche, 
bräunliche Zeichnung, welche aus kurzen Strichen und Punkten besteht, wovon 
nur vier grössere, zwischen den Flügelscheiden liegende Punkte auffällig sind. 
Nicht selten ist aber diese Zeichnung ganz verblasst. Die ganze Oberseite des 
Körpers bedeckt ein dichter, feiner, weisser Haarwuchs, welcher am Scheitel 
etwas länger, am Abdomen aber sehr lang ist. Die Augen und Tarsenenden 
sind braun und bei manchen Individuen zeigen auch die mittleren Abdominal- 
segmente bräunliche Einschnitte. 



Zur Riologrie und Charakteristik der Ppylloden. 



205 



Die Jungen dieser Art leben auf der Unterseite der Blätter von Sorbus 
Aria L.. wo sie, in dem weissen Filze dieser Blätter förmlich vergraben, in 
den Nerven winkeln sitzen. Hierdurch und in Folge ihrer eigenen lichten Färbung 
entgehen sie leicht der Wahrnehmung und Auffindung, welche noch dadurch 
erschwert wird, dass keinerlei Veränderung an der Oberseite der Blätter ihre 
Anwesenheit verräth. Uebrigens ist diese Psylla in manchen Localitäten so 
häufig, dass oft kein Blatt der genannten Pflanze von ihr unbesetzt bleibt. 

Ich fand diese Jungen im Wienerwalde stets erst im August und September 
und erhielt in der zweiten Hälfte des letzteren Monats aus meinen Zuchten die 
ersten Imagines, um welche Zeit ich sie auch gewöhnlich im Freien antraf. 
G. v. Frauenfeld 16 ) beobachtete die Jungen dieser Psylla ebenfalls erst im 
Spätsommer und Herbst und auch Dr. Flor fing sein Exemplar im September. 
Diese späte Entwicklung legt die Annahme nahe, dass bei Psylla brevianten- 
nata Fl. ausser der Herbstgeneration auch noch eine Frühlingsgeneration auftritt, 
welche jedoch bis jetzt in Folge der Schwierigkeiten, die sich der Wahrnehmung 
dieser kleinen Geschöpfe entgegensetzen, noch nicht zur Beobachtung gelangte. 
G. v. Frauenfeld, dessen bezüglicher Mittheilung 16 ) eine ziemlich gelungene 
Abbildung des Vorderflügels dieser Psylla beigedruckt ist, gibt nur eine dürftige 
Beschreibung der Jungen. Die daraus erzogenen Imagines konnte er nicht 
bestimmen, weil ihm damals nur die Arbeit Förster's über Psylloden 4 ) be- 
kannt war. 

Psylla pruni Scop. 
(Taf. I, Fig. 10.) 
Chermes pruni Scopoli, Entom. carniol. 1763, p. 140. 

Psylla fumipennis 1 Förster, Verh. d. naturh. Ver. d. preuss. Rheinl. 1848, 
— pruni / T. V, p. 76 und 77. 

— Flor, Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1861, B. 34, p. 370. 

Zeitlich im Frühlinge, wenn an den Prunus-Arten die Knospen noch ge- 
schlossen sind, trifft man die überwinterten Imagines dieser leicht kenntlichen 
Art vereinzelt auf verschiedenen Sträuchern. Später aber gegen Ende April, 
findet man sie schon zahlreicher und zwar an den bereits entwickelten Blatt- 
trieben von Prunus, wo sie sowohl auf den Achsen der Triebe als auch auf 
der Unterseite der Blätter ihre Eier absetzen. Aus den Eiern entwickeln sich 
in kurzer Zeit die Jungen, welche sich dann an der äussersten Triebspitze in 
den Achseln der Blätter und Nebenblätter festsetzen. 

Die Jungen sind oval, linsenförmig flachgedrückt, mit breit abgerundetem 
Hinterleibe und ziemlich scharfem Körperrande. Ihre Körperfarbe ist dunkel- 
grün. Auf dem Scheitel befinden sich zwischen den Augen zwei grosse, gelb- 
lichtbraune Flecke, welche in der Mitte des Scheitels der Länge nach breit 
getrennt sind; der Rücken hat zuweilen einige, meist aber undeutliche Punkte 
und Striche von derselben Farbe. An dem Abdomen sind die hintere Hälfte 

18 ) Franenfeld, Verh. d. zool.-hot. Ges. 1866, B. 16, p. 978. 



20(1 



Franz Low. 



desselben und die Segmenteinschnitte mehr oder weniger dunkel gelblichbraun. 
Fühler und Beine gelbbraun, blos ihre äussersten Spitzen schwärzlich, letz- 
tere spärlich behaart. Clypens u ) bräunlich angehaucht. Augen grauroth. Flügel- 
scheiden gelbbraun, blos am Rande mit einigen am Ende geknöpften, bräunlichen 
Haaren besetzt. Rings um den Rand des Abdomen befinden sich 16 — 18 bräun- 
liche Haare, welche mehr nach hinten gerichtet sind und von denen sechs, 
in gleichen Abständen von einander stehende ungeknöpft und fast zweimal so 
lang sind als die anderen, am Ende geknöpften Haare. Die Ober- und Unter- 
seite des Leibes ist nackt bis auf den Scheitel, welcher mit einigen zarten 
Härchen besetzt ist. Diese Jungen scheiden kein wolliges oder flaumiges Secret 
aus, nur an der Unterseite ihres Abdomen zeigt sich öfter ein weisser Beschlag 
Ihre Excremente bestehen blos aus glashellen Tropfen. 

Die aus diesen Jungen entstehenden, von Mitte Juni erscheinenden Ima- 
gines sind viel lichter gefärbt als die überwinterten, von denen sie herstammen 
und entsprechen grösstentheils in der Färbung der Psylla fumipennis Frst. 
Es ist sohin diese Förster'sche Species nichts anderes als die im Sommer auf- 
tretende, lichtere Farbenvarietät von Ps. pruni Scop., mit der sie auch alle 
übrigen Merkmale gemein hat und daher identisch ist. 

Ich habe der ausführlichen Beschreibung, welche Dr. Flor (1. c.) von 
dieser Art gibt, nur noch beizufügen, dass auch einzelne Individuen vorkommen, 
an denen alle sonst gelblich oder röthlich gefärbten Körpertheile grün sind, ja 
sogar auch solche mit grünen Stirnkegeln und ebensolchem Hinterleibe, der 
oben nur etwas dunklere Binden und gelbe Segmentränder hat. Ferner dass 
die überwinterten Imagines, wie bei den meisten übrigen Species, etwas grösser 
als die aus der Frühlingsbrut entstehenden sind. 

Meine Exemplare stammen alle aus dem Wienerwalde, wo diese Art 
nicht selten ist. 

Psylla crataegi Frst. 17 ) 
(Taf. I, Fig. 13-14.) 

Ps. crataegi Förster, Verh. naturh. Ver. d. preuss. Rheinl. 1848, T. V, p. 75. 
— Nördlinger, Kl. Feinde d. Landw. 1869, 2. edit., p. 574. 
piUjophila Flor, Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1861, T. 34, p. 369. 
— oxyacanthae Meyer- Dürr, Mitth. Schweizer ent. Ges. Schaff hausen 1871, 
T. III, p. 393. 



1T ) Bei dieser Art wurde bisher Scopoli jedoch mit Unrecht als Autor angeführt, denn 
nach der Beschreibung, welche er (Ent. carn. 1763, p. 139) von seinem Chermes crataegi gibt und 
welche lautet: „Larva plumbeo virens ; plica abdominis longitudinali media. In convolutis et laesis 
foliis Crataegi spinosi. Insectum non vidi" hat er nicht Ps. crataegi Frst. sondern wahrscheinlich 
Aphis crataegi Kit. oder Aphis oxyacanthae Koch vor sich gehabt. 

Anders ist es bei Schrank. Dieser beschreibt (Fauna üoica T. II, 1801. p. 142) unter 
dem Namen Chermes crataegi (Scop.) die lmago einer echten Psyllode, welche jedoch von Psylla 
crataegi Frst. dadurch verschieden ist, dass der Hinterrand ihrer Vorderflügel „in seiner ganzen 
Länge mit wässerig schwarzen Puukten besetzt" ist und dass ilire Jungen ein wolliges Secret 
ausscheiden. 



Zur Biologie und Charakteristik der Psyllodeu. 



207 



Die überwinterten Iniagines dieser Art finden sich meist gegen Ende 
April auf den jungen, zarten Trieben von Crataegus Oxyacantha L. ein, um 
ihre Eier darauf abzusetzen. Sie sind zu dieser Zeit sehr dunkel gefärbt, braun 
oder rothbraun und repräsentiren alsdann jene Farbenvarietät, welche Meyer- 
Dür (1. c.) als eigene Species unter dem Namen Ps. oxyacanthae beschrieben 
hat. Die Jungen, welche aus den von diesen überwinterten Individuen gelegten 
Eiern entstehen, entwickeln sich zu Imagines, die in der Färbung nicht nur 
von ihren Eltern stark abweichen, sondern auch unter sich variiren. Die ver- 
schiedenen Farbenvarietäten dieser Frühlingsgeneration wurden von den Autoren 
unter den Namen Ps. crataegi Frst. und Ps. pityophüa Fl. 18 ) beschrieben. Es 
sind somit alle unter den vorgenannten Namen bisher aufgeführten, grünen, 
gelben, röthlichen, bräunlichen, braunen und rothbraunen Psyllen blos Varie- 
täten einer Art, für welche der Name Ps. crataegi Frst. als der passendste bei- 
zubehalten ist. 

Um diese Art in ihrem ganzen Umfange anschaulich zu machen, müsste 
man die von ihren Varietäten existirenden Beschreibungen in eine verschmelzen. 
Da es aber bei einer so variablen Art hauptsächlich nur auf die Angabe von 
constanteren, plastischen Merkmalen ankömmt und eine erschöpfende Beschreibung 
aller ihrer Farbenvarietäten fast eine Unmöglichkeit ist, so beschränke ich mich 
im Folgenden auf eine Zusammenstellung der Ersteren. 

Scheitel flach, am Hinterrande schwach ausgeschnitten, zwischen den 
Augen zweimal so breit als in der Mitte lang, mit den gewöhnlichen zwei 
seichten Eindrücken. Stirnkegel so lang als der Scheitel in der Mitte, im 
Vergleich mit der Ebene des Scheitels nur wenig nach abwärts geneigt, aus 
breiter Basis allmälig verschmälert und mehr oder minder scharf zugespitzt, 
oft am Ende stumpf abgerundet, bei manchen Individuen parallel stehend, bei 
anderen mehr oder minder divergirend. Fühler 1 Mm. lang, reichen fast bis an 
das Ende des Thorax; drittes Fühlerglied iy 4 so lang als das vierte. Vorder- 
flügel (Taf. I, Fig 14) 2V2mal so lang als in der Mitte breit, ausserhalb der 
Mitte deutlich breiter; Flügelrandmal breit und lang, allmälig verschmälert, 
%— % des Radialstückes der Costa einnehmend; Cubitalstück der Randader am 
kleinsten unter den zwischen der ersten Gabelzinke und der Spitze des Radius 
liegenden vier Randabschnitten; Radialzelle deutlich schmäler als die Discoidal- 
zelle; Flügeladern bleich, oder gegen ihre Enden schwärzlich oder ganz dunkel- 
braun; Flügelfläche in der Regel glashell, bei manchen Individuen aber mit 
Andeutungen von Längsschatten in den Zellen. Genitalplatte 6 ) des (Taf. I, 
Fig. 13) ohne seitliche Fortsätze oder Erweiterungen, mit ihrem oberen Ende 
ein wenig nach hinten geneigt, iy 2 irial so hoch als die Zange, zart behaart; 
Zange 12 ) gerade, kurz vor ihrem Ende rasch zugespitzt, am Vorderrande gerade, 



18 ) Dass Psylla pityophila Fl. mit Ps. crataegi Frst. identisch ist, habe ich schon aus der 
Beschreibung derselben vermuthet. Eine Vergleichung meiner gezogenen Individuen von P«. cra- 
taegi mit von Dr. Flor erhaltenen Typen der Ps. pityophila, sowie mit Exemplaren, welche mir 
unter letzterem Nameu von Dr. Puton aus Frankreich gesendet wurden, bestätigte vollständig 
die Identität dieser beiden Arten. 



208 



Franz Low. 



in der Mitte des Hinterrandes ein wenig concav, an der Basis desselben etwas 
erweitert und mit längeren Haaren besetzt als an den übrigen Theilen, viermal 
so hoch als an der Basis breit, von hinten besehen O-förmig. 19 ) Untere Geni- 
talplatte des 9 etwas länger als die Schenkel der Hinterbeine, aus breiter Basis 
allmälig zugespitzt, um circa y 5 ihrer Länge kürzer als die obere. Selbst an 
den dunkelsten Exemplaren ist die Unterseite des Metathorax, hinter den Hüften 
der Springbeine stets lichter gefärbt als der übrige Körper. Ganz reine und 
vorwiegend überwinterte Exemplare zeigen an den Seiten und auf der Unter- 
seite von Thorax und Abdomen stellenweise eine geringe , bläulich - weisse 
Bereifung. 

Eine weitere Eigenthümlichkeit von Ps. crataegi Frst. ist noch die ver- 
schiedene Färbung ihrer Jungen. Als ich die ersten Triebspitzen von Crataegus 
sammelte, welche mit Jungen von Ps. crataegi besetzt waren, fiel mir die un- 
gleiche Färbung der letzteren sehr auf und ich vermuthete damals die Jungen 
von mindestens zweierlei Psyllen vor mir zu haben. Ich unterzog sie daher 
einer genauen Untersuchung und obgleich ich in den plastischen Merkmalen 
derselben keinen Unterschied constatiren konnte, hielt ich es zur völligen Er- 
mittlung ihrer Gleichartigkeit dennoch für nöthig, die lichten, einfärbigen Indi- 
viduen von den übrigen zu trennen und gesondert zu erziehen. Das Resultat 
Hess meine anfängliche Verrnuthung als eine irrige erscheinen, denn aus beiden 
Zuchten gingen von Ende Mai an nur Imagines einer Art, nämlich der Ps. cra- 
taegi Frst. in vielen Farbenvarietäten hervor, wobei es sich nicht selten ereignete, 
dass aus lichten Jungen dunkelfärbige Imagines und umgekehrt aus dunklen 
Jungen lichte entstanden. 

Das unvollkommene Insekt ist breit oval, linsenförmig flachgedrückt, mit 
breit abgerundetem Abdomen, entweder einfarbig lichtgrün ohne Zeichnung oder 
grün bis schmutziggrün mit mehr oder weniger dunklen, braunen Flecken und 
Zeichnungen. Bei Individuen mit letztgenannter Färbung läuft vom Vorderrande 
des Kopfes bis zur Mitte des Hinterleibes in der Richtung der Mittellinie des 
Körpers eine sehr schwache, mässig breite, grüne Erhabenheit, zu deren beiden 
Seiten symmetrisch angeordnet am Scheitel zwei grosse Flecke, am Thoraxrücken 
vier kleine Flecke und 6—8 Punkte und Linien und in der vorderen Hälfte des Ab- 
domen an den Segmenteinschnitten Striche von brauner Farbe liegen. Bei ihnen 
sind auch noch die Flügelscheiden, die hintere Hälfte des Abdomen und die Tarsen, 
ja zuweilen die ganzen Beine von solcher Färbung, welche an den betreffenden 
Stellen von einem bräunlichen Anfluge bis beinahe zum Schwarzbraunen variirt. 



19 ) Dr. Flor's Angabe über die Hohe der Zange seiner Psylla pityophila (er nennt sie 
5-6mal so hoch als breit) trifft nicht immer zu , weil die beiden Theile der Zange nicht immer 
gleich gekrümmt sind, was besonders bei trockenen Stücken der Fall ist, an denen die Zangen- 
theile oft ganz verdreht stehen. Nach meinen Untersuchungen au lebenden Exemplaren erscheint 
die Zange bei der Seitenansicht ohne Quetschung knapp viermal so hoch als an der Basis breit. 
Dass die Zange an trockenen Exemplaren höher erscheint rührt auch noch von dem Schmäler- 
werden derselben beim Eintrocknen her. 



Zur Biologie und Charalcteristilc der rnylloden. 



209 



Die Flügelscheiden, welche an den lichten Individuen weisslich, gelblich 
oder grünlich und transparent sind, haben weder oben noch unten eine Be- 
haarung, nur ihr äusserer Rand ist mit 6 — 8 kurzen am Ende geknöpften Haaren 
besetzt. Auch der übrige Körper ist nackt, nur der Scheitel trägt eine spärliche, 
kurze Behaarung und am Rande der hinteren Hälfte des Abdomen stehen 10 
kurze, geknöpfte und 6 lange, ungeknöpfte, hyaline Haare in fast gleichen Ab- 
ständen von einander, welche nicht wie bei den Jungen von Ps. pruni Scop. 
nach hinten gerichtet sind, sondern strahlig abstehen. Die Augen sind roth; 
die Fühler gewöhnlich nur an der Spitze braun oder schwarz, manchmal aber 
auch geringelt. 

Diese Jungen, welche keine wollige oder flockige Secretion haben, halten 
sich stets nur an der äussersten Spitze der Triebe von Crataegus zwischen den 
jungen Blättern auf, ohne an denselben eine Deformation zu bewirken. Ihre 
Anwesenheit wird daher blos durch die Excremente verrathen, welche als weisse, 
am Ende geknöpfte Stränge zwischen den Triebspitzenblättern sichtbar sind. 

Die vorher besprochene Ungleichheit der Jungen in Bezug auf ihre Farbe 
scheint nicht blos local aufzutreten, denn alle von mir zur Vermehrung meines 
Zuchtmateriales im Wienerwalde, im Prater und in den Gärten in Wien gesam- 
melten Crataegus-Triebe waren, obgleich von verschiedenen Orten stammend, 
stets mit Jungen von ungleicher Färbung besetzt. 

G. v. Frauen feld gab schon 1864 in den Verh. d. zool.-bot. Ges. B. XIV., 
p. 691 eine kurze Beschreibung der dunklen Varietät der Jungen dieser Art, 
über ihre Lebensweise machte er jedoch daselbst eine irrige Angabe, indem er 
die von Aphis oxyacanthae Koch herrührenden, rothen oder gelben Auftrei- 
bungen der Blätter von Crataegus für das Product von Psylla crataegi ansah. 

Trioza Walkeri Frst. 
(Taf. I, Fig. 15—16.) 

Trioza Walkeri Förster, Verh. d. naturh. Ver. d. preuss. Rheinl. 1848, T. V, p. 88, 
— Flor, Rhyn. Livl. 1861, T. II, p. 494. 

So häufig und verbreitet Trioza Walkeri Frst. ist, so liegen über ihre 
Lebensweise bis jetzt doch nur zwei kurze Daten von Dr. Flor und G. v. Frauen- 
feld vor, welche sich aber fast nur auf Angaben über die Deformation beschränken, 
die durch die Jungen dieser Art an den Blättern von Jthamnus hervorgerufen 
werden. G. v. Frauenfeld, welcher (Verh. d. zool.-bot. Ges. 1861, B. XI, 
p. 169—170, Taf. II D, Fig. 5—6) eine Beschreibung und Abbildung der De- 
formation gibt, bezeichnet Rhamnus Frangula L. als die Wirthpflanze dieser 
Trioza, während Dr. Flor Eham, cathartica L. als solche angibt. Nach meinen 
vielfältigen Beobachtungen über diesen Gegenstand muss ich Frauenfeld's 
Angabe als eine irrige bezeichnen, denn selbst in solche» Fällen, wo die beiden 
genannten Rhamnus- Arten neben und zwischen einander wachsen, bleibt Rham. 
Frangula L. allezeit von den Jungen der Trioza Walkeri Frst. unberührt. 

Z B. Ges. B. XXVI. Abb.. 27 



Franz Low. 



Schon Anfangs Mai findet mau die erwähnte Information an den Blättern 
von jRham. cathartica L. Sie ist zu dieser Zeit jedoch noch sehr schmal und 
unscheinbar und besteht in einer Einrollung des Blattrandes nach oben, welche 
erst im Juni ihre volle Grösse und Ausbildung erlangt und dann eine dicke, 
fleischige, fast knorpelige, festgeschlossene Rolle bildet, in deren innerem Hohl- 
räume nur wenige, höchstens 5 oder 6 Junge der in Eede stehenden Trioza-Äxt 
leben, die sich meist erst im Juli (in späten Jahren erst Ende Juli) zur Imago 
verwandeln. Diese hat entweder eine gelbliche, röthliche, bräunliche, braune 
oder auch eine grünliche mehr oder minder dunkle Grundfarbe und variirt auch 
hinsichtlich der Flügelfärbung, denn, abgesehen davon, dass die drei glashellen 
Flecken, welche sich in ihrem Vorderflügel befinden, an Grösse variiren, was 
besonders von dem in der Mitte des Vorderrandes liegenden gilt, und auch die 
braune Färbung dieser Flügel nicht gleich intensiv ist, kommen nicht selten 
Individuen vor, bei denen die Vorderflügel durchaus gleichmässig dunkelbraun 
gefärbt und ohne alle lichtere Flecke sind. 

Das unvollkommene Insekt ist breit oval, sehr flach, ganz kahl, anfangs 
ockergelb, später grün und hat in der Mitte des ganzen Körpers einen breiten, 
mehr oder minder intensiv rothen Längsstreifen, welcher sowohl oben als unten 
sichtbar ist. Seine Fühler stehen wie bei allen Jungen der Gattung Trioza 
an der Unterseite des Kopfes ein wenig innerhalb des vorderen Kopfrandes und 
sind kurz und in ihrer Endhälfte nicht kenntlich gegliedert. Es hat braune Augen 
und sein scharfer Körperrand ist in seinem ganzen Umfange mit einer Reihe 
dicht aneinander stehender, kleiner Zäpfchen gesäumt, aus denen eine spärliche 
Secretion in Gestalt feiner, weisser Fäden stattfindet. Diese Fäden zerbrechen 
leicht und bedecken sodann als pulverige oder feinflockige Masse den Körper 
dieser Thiere sowie auch die Innenwände der genannten, ihnen zum Aufenthalte 
dienenden Blattrandrollungen. Die Jungen verlassen vor ihrer Verwandlung zur 
Imago diese Biattdeformationen , welche sich zur bestimmten Zeit, analog den 
Aphiden- Gallen, von selbst öffnen und zerstreuen sich auf beiden Blattfläche n, 
wo sie dann ihre Metamorphose beenden, indem sie zum letzten Male ihre Haut 
abstreifen. So lange daher die Gallen geschlossen sind, haben die sie bewohnenden 
Jungen' ihre völlige Reife noch nicht erlangt. 

Diese Art kommt im Wienerwalde häufig vor, allwo sie von mir im 
Weidlingbachthale und von G. v. Frauenfeld in der Brühl bei Mödling ge- 
funden wurde. 

Letzterer hat (I. c.) die von Schrank (Fauna Boica 1801, T. II, Abth. 1, 
p. 141) unter dem Namen Chermet rhamni bloss im Jugendstadium beschriebene 
Psyllode für identisch mit obiger gehalten und daher diesen Namen als syno- 
nym zu ihr gezogen, ohne zu berücksichtigen, dass Schrank in seiner Be- 
schreibung den Leib des unvollkommenen Insektes durchscheinend nennt, was 
bei dem von Trioza Walkeri Frst. nicht der Fall ist. Der Umstand aber, 
dass Schrank nichts von einer Blattdeformation erwähnt, Hess G. v. Frauen- 
feld im weiteren Verlaufs seiner Mittheilung doch wieder die Identität der 
genannten Blattsauger bezweifeln und nicht mit Unrecht, denn Schrank's 



Zur Biologie und Uhara-kteiitstik der Psylloden 



211 



Chermes rhamni ist wirklich eine andere Species, wclclie zwar auch auf Khamnus 
cathartica L. lebt, aber daselbst eine andere viel unscheinbarere Blattdeformation 
bewirkt, (Siehe die nachfolgende Beschreibung von Trioza rhamni Schrk.) 

Trioza rhamni Schrk. 
(Taf.I, Fig. 17—18.) 

Chermes rhamni Schrank, Fauna Boica 1801, T. II, Abth. 1, p. 141. 

Trioza abieticola Förster, Verh. d. naturh. Ver. d. preuss. Rhcinl. 1848, T. V, p. 88. 

- — Flor, Rhyn. Livl. 1861, T. II, p. 496. 

— argyrea Meyer-Dür, Mitth. Schweiz, ent, Ges. Schaffhaus. 1871, T. III, p. 390. 

Auf denselben Sträuchern von jRhamnus cathartica L., auf welchen ich 
die Jungen der Trioza Walkeri Frst, antraf, habe ich auch durch mehrere 
Jahre hindurch auf den Blättern die Jungen einer anderen Trioza-kxt beobachtet, 
welche ohne Zweifel mit denen identisch sind, die schon Schrank auf derselben 
Pflanze gefunden und (1. c.) wie folgt beschrieben hat: „Nr. 1249. Kreuzbeer- 
Blattsauger = Chermes Bhamni. "Wohnort: am Kreuzbeerstrauche im Junius. 
Die Larve grün, flach gedrückt, schildförmig, mit durchscheinigem Leibe; der 
Rand der Flügelscheiden und des gerundeten Hinterleibes gefranset. Das voll- 
kommene Insekt kenne ich nicht". 

Durch die wiederholte Zucht gelangte ich zur vollständigen Ueberzeugung, 
dass diese jungen Psylloden derjenigen Species angehören, welche zuerst von 
Förster (1. c) unter dem Namen Trioza abieticola beschrieben wurde. Dieser 
Speciesname hätte sonach, da Schrank das vollkommene Insekt nicht be- 
schrieben hat, die Priorität; nachdem er jedoch kein glücklich gewählter ist 
und seine Entstehung blos dem zufälligen Auffinden einiger Imagines auf Tannen 
verdankt, daher zu der irrigen Annahme verleitet, Abies pectinata DC. sei die 
Futterpflanze dieser Trioza und weil sie auch in Gegenden vorkommt, wo Nadel- 
hölzer gar nicht wachsen, so habe ich es vorgezogen, den ihr von Schrank 
gegebenen Namen zu gebrauchen, welcher auf jene Pflanze hinweist, die den 
Jungen dieses schönen Blattspringers als Nahrungspflanze dient, mithin bezeich- 
nender für die Species ist. 

Je nach der Witterung, entweder schon im April oder erst im Mai, findet 
man auf Khamnus cathartica L. die überwinterten Imagines beider Geschlechter. 
Sie begatten sich um diese Zeit, worauf das 9 seine Eier vereinzelt an die 
Unterseite der noch zarten Blätter absetzt. Nach kurzer Zeit zeigen diese Blätter 
auf ihrer Oberseite sehr kleine pustelartige Erhabenheiten, denen unten grübchen- 
förmige Einsenkungen entsprechen, in Welchen die Eier vereinzelt liegen. 20 ) 
Ungefähr in 8—10 Tagen entschlüpft die junge Trioza dem Ei und bleibt in 
der erwähnten Blatteinsenkung anfangs saugend sitzen. Bei jeder folgenden 
Häutung verlässt sie jedoch ihren Platz und setzt sich an einer anderen Stelle 

*°> Dieselbe Deformation an den Blättern von Rhamnua cathartica L. hat auch Dr. Thomas 
in neuester Zeit beschrieben (b. Giebel's Zeitsch. f. d. ges. Katurw. 1875, B. 46, p. 445). 

27* 



212 



Franz Low 



der ßlattunterseite (selten auch au der Blattüberseite) mit Vorliebe iu den Nerven- 
winkeln fest. Die Blätter erleiden nur durch das Ablegen der Eier die vorher 
besprochene geringe Deformität, das Saugen der Jungen bringt an ihnen keine 
Veränderung hervor. 

Die junge Trioza dieser Art ist breit oval, ausserordentlich stark flach 
gedrückt, ganz kahl, glänzend, anfangs gelblich später bleichgrün, durchscheinend, 
gegen den Körperrand zu fast farblos. Ihre trübhyalinen Flügelscheiden sind 
an ihrem Aussenrande ebenso wie der scharfkantige Rand des Kopfes und des 
Hinterleibes mit haarartigen, cylindrischen, gleichdicken, glashellen Stäbchen 
gesäumt, welche einreihig dicht neben' einander stehen und strahlenartig das 
ganze Thier umgeben. Jedes solche Stäbchen hat an seiner Basis zwei mikro- 
skopisch kleine Absätze, man könnte sagen Glieder, welche durch ihre Gleich- 
heit und regelmässige Anordnung eine Doppellinie bilden, welche den Körper- 
rand umsäumt. Dieser Strahlenkranz ist am Kopfe und Abdomen 2— 3mal so 
lang als an den Flügelscheiden, am Kopfe ungefähr so lang als die Fühler, 
welche an der Unterseite des Kopfes etwas innerhalb des Kopfrandes stehen, ziem- 
lich dick, kahl und nur an ihrer Basis deutlich gegliedert sind. Die Beine haben 
keine Behaarung, nur das zweite Tarsenglied trägt eine an ihrem Ende geknöpfte 
Borste. Die Augen sind verhältnissmässig klein und dunkelbraun. Die ausser- 
ordentliche Plattheit des Körpers dieser Thiere und ihre Gleichfarbigkeit mit 
der Unterseite der Rhamnus-Bl&tter erschwert ihr Auffinden ungemein und mag 
wohl theilweise die Ursache sein, warum sie nicht schon öfter beobachtet wurden. 

Die im Sommer von Mitte oder Ende Juni an sich entwickelnden Ima- 
gines zeigen hinsichtlich der Körperfärbung eine grosse Verschiedenheit. Sie 
sind entweder grün, gelb, gelbgrün, gelbbraun, braun grün oder braun mit dunk- 
leren Zeichnungen und Flecken, nach der Ueberwinterung aber dunkelbraun 
bis beinahe schwarz. Constant ist an ihnen ausser den von Dr Flor (1. c.) 
angegebenen plastischen Merkmalen und den stets glashellen Flügeln blos die 
Zeichnung der weissen Körperbestäubung, welche jedoch an den mit dem Netze 
oder dem Streifsacke gefangenen Individuen nie rein erhalten ist. Zu ganz 
reinen Exemplaren gelangt man entweder durch die Zucht, oder indem man 
gefangene Individuen mit frischer Nahrung versieht und so noch einige Zeit am 
Leben erhält. 

Die durch Secretion entstehende, weisse, wachsartige Körperbestäubung 
erreicht erst am dritten Tage nach dem Ausschlüpfen der Imago ihre Vollstän- 
digkeit und verschwindet nach dem Tode entweder wieder ganz oder blos zum 
Theile. Sie bedeckt fast den ganzen Kopf und Thorax mit Ausnahme der 
Unterseite der Stirnkegel, der Fühler, Beine sammt den Hüften, zweier von den 
Augen über die Flügelwurzeln bis an den Hinterrand des Thorax reichender, 
ziemlich schmaler, gerader Längsstreifen und einer Stelle jederseits des Meta- 
thorax längs dessen Hinterrande, worauf jedoch drei weisse Punkte übereinander 
stehen und überzieht das Abdomen unten und an den Seiten. Auf der kahlen 
Oberseite des letzteren ist das erste Segment ganz bestäubt, während die an- 
deren vom dritten an in der Mitte einen weissen Secretionsfleck tragen, welcher 



Zur Biologie und Charakteristik der PBylloden. 



213 



am dritten Segmente punktförmig ist, auf jedem folgenden aber an Grösse zu- 
nimmt und am sechsten jederseits die seitliche Bestäubung berührt. Der weiss- 
bestäubte Clypeus 11 ) hat in der Regel vorn zwei schwarze Punkte. Der aus- 
führlichen Beschreibung, welche Dr. Flor von dieser Art gibt, habe ich nur 
noch beizufügen, dass die schwarze Fühlerspitze um ein Geringes dicker erscheint 
als die vorhergehenden Glieder der Fühlergeissel. 

Ich habe diese Art im Weidlingbachthale, in der Brühl, in Schönbrunn 
und im Prater bei Wien gefunden. Dr. Thomas 20 ) bezeichnet als weitere 
Fundorte Ohrdruf bei Gotha, Feldafing am Starembergersee, den Park der 
Schwaige Wang bei Garmisch und Berchtesgaden. Im botanischen Garten zu 
Wien kommt sie sehr zahlreich auch auf einer caucasischen Hhamnus-A.it 
nämlich auf Rhamnus spatliulaefolia E. et M. vor. 

Die von Meyer-Dür unter dem Namen Trioza argyrea als neue Species 
beschriebene Psyllode halte ich für nichts Anderes, als eine der im Sommer 
vorkommenden, grünen Varietäten von Trioza rhamni Schrk., wesshalb ich sie 
auch unter die Synonyma dieser Art gestellt habe. 

Trioza fiavipennis Frst. 
(Taf. I, Fig. 19-22.) 
Tr jlttcipennis Förster, Verb, naturh. d. preuss. Eheini. 1848, T. V, p. 98. 

Flor, Rhyn. Livl. 1861, T. II, p. 521. 
— Foerdcri Meyer-Dür, Mitth. Schweizer entöl. Ges. Schaffhausen 1871, 
T. III, p. 390. 

Unter den Mittheilungen, welche ich bereits über die Lebensweise dieser 
Specks gemacht habe, 21 ) befinden sich einige Angaben, welche ich durch neuere, 
von mir angestellte Beobachtungen zu berichtigen in der Lage bin. Erstens: 
Die Ursache des gleichzeitigen Vorhandenseins von Jungen und vollkommenen 
Insekten jeden Alters auf einer und derselben Pflanze ist nicht, wie ich glaubte, 
in einer Unregelmässigkeit der Entwicklung, sondern in dem ungleichzeitigen 
Absetzen der Eier durch die überwinterten 9 zu suchen. Zweitens: Die auf 
den Nahrungspflanzen dieser Trioza vorkommenden Blatt-Deformationen {Hemi- 
ptero-Cecidien nach Dr. Thomas) werden nicht, wie ich vermuthete, durch das 
Saugen der jungen Thiere, sondern schon durch das Anheften der Eier an die 
Blätter hervorgerufen. Drittens : Es überwintern nicht blos die Q> sondern sowohl 
cT als Q und die Begattung findet erst im Frühlinge statt, worauf die 9 il |ie 
Eier auf die Blätter von Lactuca muralis Don., Hieracium Pilosella L., pra- 
loise Tsch., praealtum Vill. und ähnliche absetzen. 

Die aus diesen Eiern hervorgehenden Imagines sind bedeutend lichter als 
die überwinterten, welche im Leben eine dunkelrothe Färbung haben, nach dem 
Tode diese aber verschieden verändern und entweder lichter oder viel dunkler 
werden. Aber auch die Nahrungspflanze und vielleicht auch ihr Standort beein- 
flussen die Färbung der Imagines, denn, wie ich zu beobachten wiederholt 
Gelegenheit hatte, gehen aus den im Waldesschatten auf Lactuca lebenden 

") F. Low, Verhandl. d. zool.-bot. Geb. 1871, B. 21, p. 843 und 1873, B. 23, p. 141. 



214 



Franz Low. 



Jungen viel lichtere Imagines hervor, als diejenigen sind, welche sich auf 
sonnigen Wiesen an Hier acium- Arten entwickeln. 

Den bisher bekannt gewordenen Fundorten dieser Art sind noch Berchtes- 
gaden und das Partnachthal in Oberbaiern anzureihen, welche Dr. Thomas in 
seiner in Giebel's Zeitsch. f. d. ges. Naturwiss. 1875, B. 46 unter dem Titel: 
„Durch Psylloden erzeugte Cecidien an Aegopodium und anderen Pflanzen" er- 
schienenen, interessanten Arbeit angibt. 

Da bei dieser Art sehr häufig auch solche Individuen vorkommen, welche 
genau dieselbe Färbung zeigen, die Meyer -Dür von seiner Trioza Foersteri 
angibt, so nehme ich um so weniger Anstand, diese letztere als blosse Farben- 
varietät von Trioza flavipennis Frst. zu betrachten und daher als synonym zu 
ihr zu ziehen, als auch die wenigen plastischen Merkmale, welche Meyer- Dii r 
angibt, bei beiden Arten völlig übereinstimmen. 

Erklärung der Abbildungen. 22 ) 

Taf. I. 

Fig. 1. Abdomen des cT von Psylla viburni m. 
s die 6 ringförmigen Segmente, • 
t das trogförmige Genitalsegment, 
g die Genitalplatte, 
z die Zange. 

p der Penis im eingeknickten Zustande, 

a der After. 
„ 2. Vorderflügel von Psylla viburni m. 

ab vorderes Basalstück der Randader (pars basalis costae anterior), 
bc Radialstück der Randader (pars radialis costae). 
cd Discoidalstück der Randader (pars discoidalis costae), 
de Rand der 2. Randzelle (margo cellulae marginalis secundae), 
ef Cubitalstück der Randader (pars cubitalis costae), 
fg Rand der 1. Raudzelle (margo cellulae marginalis primae), 
gh Rand der hinteren Basalzelle (margo cellulae basalis posterior). 
ha Rand des Clavus (pars clavalis costae), 
ai Basalstück der Unterrandader (pars basalis subcostae), 
ilc Discoidalstück der Unterrandader (pars discoidalis subcostae), 
leb Radialstück der Unterraudader (pars radialis subcostae), 
il Stiel des Cubitus (petiolus eubitus). 
„ 3. Genitalapparat des 9 von Psylla viburni m. 

v untere Genitalplatte, 

w obere Genitalplatte, 

x Legescheide, 

a After. 



ll ) Alle Figuren bind in sehr vergrössertem Maaissstabe gezeichnet. 



Zur Biologie um! Charakteristik der Psyllorleu. 



215 



Fig. 4. Genitalapparat des cf von Psylla iteophila in. mit eingekuickteni Penis, 
t das trogformige Genitalsegment. 
5. Seitenansicht dir Zange des v ^ n Psylla iteophila m. 
6 Genitalapparat des cf von Psylla salicicolaY ist. mit eingeknicktem Penis. 

7. Zweites Genitalsegment des von Psylla salicicola Frst. 

/" der von dem trogförmigen ersten Genitalsegment umschlossene Tneil 
desselb m, 

# der aufrecht vorragende Theil (die Genitalplatte), 
p der gestreckte Penis, 
a der After. 

8. Hintere Ansicht der Zange des cf von Psylla salicicola Frst. 

9. Genitalapparat des Q von Psylla. salicicola Frst., 
a der After. 

10. Geüitalapparat des cT von Psylla pruni Scp. mit etwas geöffneter Zange 

und eingeknicktem Penis. 

11. Genitalapparat des von Psylla breviantennata Fl. mit eingeknick- 

tem Penis. 

12. Genitalapparat des Q voo Psylla breviantennata Fi., 
a der After. 

13. Genitalapparat des cf von Psylla crataegi Frst. mit etwas geöffneter 

Zange, 
p der aufrechte Penis. 
„ 14. Vorderflügel von Psylla crataegi Frst. 

15 Genitalapparat des c? von Trioza Walkeri Frst. 

16 Zange des cf 1 von Trioza Walkeri Frst. in schiefer Ansicht 

17. Genitalapparat de- von Trioza rhamni Sehrt, mit eingeknicktem Penis. 

18. Vorderflagel von Trioza rhamni Schrk. 

,. 19. Genitalapparat d?s cf von Trioza flavipennis Frst. mit eingeknick- 
tem Penis. 

.. 2u. Genitalplatte des c? von Trioza flavipennis Frst. mit dem gestreck- 
ten Penis. 

„ 21. Hintere Ansicht der Zange des von Trioza flavipennis Frst. 
„ 22. Genitalapparat des 9 von Trioza flavipennis Frst. 

Taf. II. 

Fig. 23 Junge Psylla salicicola Frst. im Stadium vor der vorletzten Häutung. 
Von oben gesehen. 
„ 24 Dieselbe von unten gesehen. 

25. Dieselbe im Stadl :m nach der vorletzten Häutung. Von oben gesehen, 

26. Junge Psylla alni L. im Stadium vor der letzten Häutung. 

27. Junge Psylla Foersteri Fl. im Stadium vor der letzten Häutung. 

„ 28 Genitalapparat des c? von Ps#Z/a Foersteri Fl. mit aufrechtem Penis j). 



21 



Franz Low. Zur Biologie und Charakteristik der Psylloden. 



Fig. 29. Zweites Genitalsegment des von Psylla Foersteri FL, 

/ der von dem trogförmigen ersten Genitalsegment umschlossene Theil 

des zweiten Genitalsegmentes, 
g der aufrecht vorragende Theil desselben (die Genitalplatte), 
p der gestreckte Penis, 
a der After. 

„ 30. Hintere Ansicht der Zange des von Psylla Foersteri FJ. 
31. Genital apparat des 9 von Psylla Foersteri Fl. 
a der After. 

„ 32. Genitalapparat des cT von Psylla alni L. mit gestrecktem Penis. 
„ 33. Zweites Genitalsegment des von Psylla alni L. (Bezeichnung wie 
bei Figur 29). 

,. 34. Hintere Ansicht der Zange des cT von Psylla alni L. 
„ 35. Genitalapparat des 9 von Psylla alni L, 
a der After. 

„ 36. Genitalapparat des von Aphalara picta Ztt. mit aufgerichtetem Penis. 
„ 37. Genitalplatte des von Aphalara picta Ztt. mit dem aufgerichteten 
Penis. Seitenansicht. 
a After. 

„ 38. Genitalplatte des $ von Aphalara picta Ztt. von oben gesehen, 
a After. 

„ 39. Zange des von Aphalara picta Ztt., 
m hintere Ansicht, 
n Seitenansicht.. 
40. Genitalapparat des Q von Aphalara picta Ztt. 
a der After. 

„ 41. Genitalapparat des cf von Psylla fraxinicola Frst. 

„ 42. Genitalplatte des von Psylla fraxinicola Frst. 

„ 43. Seitenansicht der Zange des cT von Psylla fraxinicola Frst. 

„ 44. Hintere Ansicht derselben. 



Beiträge zur Kenntniss der ungarischen Pilz-Flora- 



Von 

Friedrich Hazslinsky. 



(Vorgelegt in der Versammlung vom 1. März 1S7G.) 

IV. Triehogasteren. 

Die Triehogasteren bilden zwar im Reiche der Pilze eine scharf abge- 
grenzte Gruppe, ihre Glieder aber, nämlich die hieher gehörigen Arten, sind in 
der bisherigen Literatur nicht so gut charakterisirt, dass ein Versuch zu einer 
präciseren Abgrenzung derselben überflüssig erscheinen dürfte. Desswegen bin 
ich so frei, dem Verzeichnisse der Arten auch meine Diagnosen beizufügen. 
Ich glaube schärfere Unterscheidungs-Merkmale dadurch erreicht zu haben, dass 
ich den Formenkreis der Gattungen Plecostoma, Lycoperäon , Glöbaria und 
Bovista anders als meine Vorgänger begrenzt habe. 

Secotium Kunz. 

Der Charakter dieser Gattung liegt in der festen mittelständigen, an den 
Seheitel des Peridiums bleibend angewachsenen Säule, wie auch in der eigen- 
thümlichen Dehiscenz des Peridiums. Ich unterscheide zwei Formen S. Sza- 
bolcsiense und S. Thunii Schulz. Das Peridium des ersteren ist einförmig 
schmutzig weiss, am Scheitel grau; es löst sich am Grunde der Mittelsäule ab 
und spaltet meridional in 10 --12 lanzettförmige bogenförmig abwärts geneigte 
Lappen. Die Gieba ist zur Zeit der Sporenreife kastanienbraun, nebst dem 
Capillitium aus zusammengeballten Sporen bestehend. Die Sporen sind eiförmig 
oder kurz oval, mit einem warzenförmigen Stielchen, auch im durchgehenden 
Lichte braun? 0'008— 012 Mm. dick. Ich fand den Pilz im Frühlinge des 
Jahres 1842 in einem Sumpfe bei Csege im Szaboltscher Comitate und nannte 
ihn Podaxon acaule. Die Entwickelungsart der Sporen konnte ich nicht 
beobachten. Meine Excursion nach Debreczin in dem jüngst verflossenen De- 
cember, um junge Exemplare sowohl von diesem wie auch von der weiter zu 
erwähnenden Debrecziner Globaria zu sammeln, blieb der Schneedecke wegen 
in Bezug auf diese zwei Species erfolglos. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 28 



218 



Friedrich Hazslinsky. 



Die zweite Form ist S. Thunii Schulzer 1.; das Peridium dieser Species 
ist schmutzig weiss, anfangs schuppig, später glatt, von verschiedener Form, 
kegelförmig, eiförmig, länglich, ja auch lanzettförmig, doch stets mit abgerun- 
detem Scheitel und wie die vorhergehende Art strunklos. Die Gieba ist zuerst, 
wie bei allen Trichogasteren weiss, dann grün, endlich braun. 

Die Sporen sind kugelrund glatt, im durchgehenden Lichte farblos, 
0-006 — 0*008 Mm. dick. Die erste flüchtige Anzeige von diesem Pilze (junges 
gekammertes Exemplar) machte Schulzer im Jahre 1845 den in Fünfkirchen 
versammelten Naturforschern. Siehe Jahresbericht S. 295 und Taf. II, Fig. 2 
und 3. Er nannte den Pilz Columnaria; das Spalten des Peridiums sah ich 
nicht an meinen von Schulzer in den Sümpfen bei Bölcske und Modocsa im 
Tolnaer Comitate gesammelten Exemplaren; auch Schulz er erwähnt diese 
Erscheinung in seinen Publicationen nicht. 1 ) Sollten sich mir bei genauer be- 
kannter Entwicklungsgeschichte beider Formen obige Unterscheidungs-Merkmale 
geringfügiger oder als Entwickelungsstadien zeigen, will ich beide Formen 
unter einen Namen vereinigen, nachdem Schulzer seine beiden oberwähnten 
Benennungen, nach schriftlicher Mittheilung, zurückgezogen hat. 

Myriostoma Deso. 

Das äussere Peridium spaltet vom Scheitel an sternförmig; das innere 
Peridium ist kugelförmig, öffnet sich am Scheitel siebartig und steht auf 
mehreren kurzen Stützen. Von M. coliforme (Dicks) befindet sich ein Exemplar 
im Pester National-Museum, unter den Kryptogamen, welche angeblich Professor 
Sadler zusammenstellte um seine Flora des Pester Comitates auch auf die 
Kryptogamen auszudehnen — doch fehlt hier, wie bei allen Sadler'schen 
Kryptogamen der Fundort. 

Plecostoma Deso. p. p. 

Den Charakter dieser Gattung beschränke ich auf die Eigentümlichkeit 
des äusseren Peridiums, nach welcher selbes bei der Eeife sich in zwei vier- 
lappige Hüllen spaltet, die nur mit den Spitzen der Lappen in Verbindung 
bleiben. Die äussere Hülle bleibt in der Erde, die innere wölbt sich und hebt 
das innere Peridium über die Oberfläche der Erde heraus. — Der ' Stiel des 
inneren Peridiums kann hier ebensowenig wie bei der folgenden Gattung als 
Charakter gelten. 

P. f omicatum (Fr.) wurde bisher nur auf den Kalkgebirgen der süd- 
lichen Zips von mir, Neupauer und Kalchbrenner gesammelt. 

a) Die typische Form dieser Species, wie selbe in der Gremilea Tab. XV. 
abgebildet ist, wurde bisher hier nicht beobachtet; den ungarischen Exemplaren 
fehlt die kuchenförmige, deutlich abgesetzte Basis des inneren gestielten Peri- 
diums. Als Ersatz kommen hier folgende Formen vor: 

') Die Abbildung, welche der Autor in seinem an die ungarische Akademie übergangenen 
Werke gibt, zeigt jedoch genau die Spaltungsweise des Peridiurat>. 



Beiträge zur K>nntniss der ungarischen "Pilz-Fora. 



219 



b) globosum. Das innere Peridium ist kugelförmig', mit erst kegel- 
förmiger, zuletzt cylindrischer Mnndöffnung. Es sitzt auf einem kurzen 2—3 Mm. 
langen Stiel. Seltener kommt 

c) umbilicat um Quelet „Les Champignons du Jura et des Vosges". 
Tab. III, Fig. 9 vor, welches wegen der abgeplatteten Basis des Peridiums den 
Uebergang unseres P. globosum zur typischen Form bildet. 

d) urceolatum. Das innere Peridium ist stiellos, in reifem Zustande mit 
offener kurz cylindrischer Mundöffnung und ist von krugförmiger Gestalt. Ohne 
der Mundöffnung ist es eiförmig, kastanienbraun mit gelbem dunkelbraun ge- 
säumten Peristom. Das äussere zurückgebogene Peridium ist glatt und licht- 
braun, seine untere Fläche weiss. — Die Sporen sind kugelrund glatt und 
messen 0*004— 0*005 Mm. Abgesehen von dem generischen Charakter sieht 
dieser Pilz dem Geeister lagenaeformis Vitt., wie selben die Grevillea auf 
Tab. XIV, Fig. 1 gibt, sehr ähnlich. Die Zeichnung des P. urceolatum Gre- 
villea Taf. XLVII gibt unseren Pilz nicht genau, denn das innere Peridium soll 
eiförmig sein. Neben der folgenden Species der zierlichste unserer Erdsterne. 

Geaster» 

Beide Schichten des äusseren Peridiums spalten zugleich und krümmen 
sich nach einer Richtung; das innere Peridium öffnet sich durch eine einzige 
Oeffnung und ist wie Plecostoma bald gestielt bald stiellos. 

G. limbatus Fr. Grevillea, Taf. XVII, Fig. 1. Das äussere Peridium 
spaltet in 6—8 spitze Lappen. Das innere ist kugelig, hat einen 4—5 Mm. 
langen Stiel und eine 3 — 6 Mm. lange schmal kegelförmige der Länge nach 
gefurchte Mundöffnung, welche sich aus einer Vertiefung des Scheitels erhebt. 
Die Sporen sind warzig, 0*006 Mm. dick. Auffallend ist die Form der Lappen, 
weil man bei einem so auffallend lang geschnäbelten Geaster, lang zugespitzte 
Lappen erwartet. Diesen Pilz fand bisher blos Kalchbrenner in der süd- 
lichen Zips. 

G. striatus DC. Grevillea, Tab. XVI, Fig. 1. Das äussere Peridium 
ist dünn, membran artig und spaltet in 8 — 10 lanzettliche zugespitzte 
Lappen; das innere ist kugelig, vollkommen oder fast stiellos am Scheitel 
mit einem kegelförmigen, seidenhaarigen, der Länge nach fein gerieften Peri- 
stom, welches sich auf einer radialfaserigen Rosette erhebt. Die Sporen sind 
kugelig glatt, 0*003 Mm. dick. Bei Vinkowce von Schulz er, bei Wallendorf 
von Kalchbrenner, auf dem Liptauer Königsberg von Lojka, bei Kesmark 
auf Bergwiesen von mir gesammelt. 

G. fimbriaius Fries. Grevillea, Tab. XVII, Fig. 2. Aeusseres Peri- 
dium membranartig, spaltet in halb lanzettliche oder eiförmige spitze 
Lappen und stülpt sich kugelförmig um. Es ist stiellos oder kurz gestielt 
wie die vorhergehende Art und hat ein kurzes wenig hervorragendes faseriges 
Peristom. Sporen sind kugelig glatt, 0*003 Mm. dick. Von mir am Fusse der 
hohen Tatra bei Kesmark, von Lojka auf dem Königsberg gesammelt. 

28* 



220 



Friedrich Hazslinsky. 



G. rufescens Fr. Grevillea, Taf. XIX, Fig. 2. Das äussere Peridiuin 
ist pergamentartig und spaltet in lanzettliche, meist horizontal ausgebreitete, 
auf beiden Flächen schmutzige, verschieden breite spitze Lappen. Das innere 
Peridium ist kugelig, stiellos, das Peristom ist kegelförmig, faserig, meist in 
gedrehte Zähne getheilt — ohne deutlicher Rosette. Die Sporen sind warzig, 
0*004 Mm. dick. Er kommt in verschiedener Färbung vor. Am Fusse der 
hohen Tatra, im Roxer Walde, sammelte ich ganz weisse Exemplare. Auf den 
Bergwiesen bei Hertnek in Säros ist das innere Peridium rosenroth. Dasselbe 
ist an den Kalchbrenner'schen Exemplaren aus der Gegend bei Wallendorf 
in der Zips, wie auch an den Ditz'schen von Olähpatak in Gömör, wie auch 
an den Schulz er'schen von Baläzsvägäs rauchbraun. Der Schmutz der oberen 
Fläche des äusseren Peridiums stammt von der Collenchymschichte, welche jedoch 
bei anhaltendem Regenwetter verschwindet, der der äusseren Fläche vom Mycel 
des Pilzes — die Frucht entwickelt sich nämlich auch hier, wie bei allen 
Geaster - Arten im Kerne eines Mycelium - Knäuels, dessen Hyphen bei dieser 
Species dem äusseren Peridium fester anhaften, als bei den übrigen Arten. 

G. cryptorhynchus Hzs. et Kalchbr. Grevillea, Tab. XL VII. Das 
äussere Peridium spaltet bis zur Basis in 4—6 eiförmige, langzugespitzte per- 
gamentartige Zipfel und misst horizontal ausgebreitet 10—14 Centimeter. Das 
innere Peridium ist stiellos und kugelig. Sein Peristom ist in der noch ge- 
schlossenen Frucht ein ungefähr 2 Centimeter langer Schnabel, welcher jedoch 
zur Zeit der Reife abbricht, so dass selbes bei den vollkommen entwickelten 
Exemplaren nur als kurzer, faseriger Kegelstutz auf einer deutlich abgegrenzten 
radial-faserigen Rosette erscheint. Die Sporen sind glatt, im Centrum mit 
einem dunkeln Punkte und messen 0*004 Mm. Oft bleibt von der Collenchym- 
schichte rings um die Basis des inneren Peridiums ein erhabener Wulst. Er 
unterscheidet sich von G. Michelianus Grevillea, Tab. XIII durch die langsam, 
nicht plötzlich zugespitzten Zipfel des äusseren Peridiums, durch die Dimension 
und die Glätte der Sporen, wie auch durch die fast glatte Oberfläche des äusseren 
Peridiums, welche in der citirten Abbildung gerieft und gitterartig erscheint. 
Wurde bisher nur von Kalch brenn er bei Wallendorf gesammelt. 

G. Kalchbr enneri n. sp. Das äussere Peridium spaltet bis zur Basis 
in fünf so lang zugespitzte Zipfel, dass der Pilz schematisch ergänzt in der 
Jugend die Form des G. saccatus, Grevillea, Tab. XX, zeigen muss. Das 
innere Peridium ist kugelig, stiellos, hat am Scheitel einen scharf begrenzten 
radialfaserigen Discus, aus welchem sich das kurze, faserige, in Zähne getheilte 
Peristom erhebt. Die Sporen sind kugelig, warzig, haben eine doppelte Contur 
und messen 0*005 Mm. Die Hyphen des Capillitiums messen 0*004- 0*007 Mm. 
Diese Art würde zwischen G. saccatus und Michelianus zu stellen sein. Ich 
besitze nur ein unvollständiges Exemplar und empfehle daher diese Species der 
ferneren Beobachtung Kalchbrenner's, der diesen Pilz bei Walkndorf fand. 

Von den grosssporigen Erdsternen haben wir bis jetzt nur den G. hygro- 
metricus P., der kleine G. mammosus Chev. Grevillea, Tab. XIX, Fig. 1, wurde 
bis jetzt in Ungarn nicht gesammelt. Der Charakter des hygrometrischen 



Beiträge zur Kenntnist; der ungarischer! Pilz-Flora. 



221 



Erdsterns liegt in dem korkartigen äusseren Peridural , welches in ungleiche 
schmal lanzettliche spitze Zipfel fast bis zur Basis des stiellosen, runden, inneren 
Peridiums spaltet, wie auch in der aus senkrecht auf die Fläche des Peridiums 
gestellten steifen Fasern gebildeten Collenchymschichte , welche bleibend der 
inneren Fläche des äusseren Peridiums anhaftet und diesen durch seine netz- 
förmig geordneten Spalten eine gewisse Zierlichkeit verleiht. — Die Sporen 
sind stark warzig und messen 0'008— O'OIO Mm. Der Scheitel des inneren, 
oft netzaderigen Peridiums hat keinen Discus. Als Peristom gilt ein unregel- 
mässiges, faserrandiges Loch. Kitaibel und Sadler fanden diesen Pilz in 
der Mätra bei Gyöngyös, Schulz er bei Rezbanya, Karänsebes und Orsova, 
Holuby bei Nemes Podhrägy, Schneller bei Pressburg, Lojka bei Stubl- 
weissenburg. Ich selbst bei Piller-Peklin im Scharoscher Comitate, in der 
Mätra bei Erlau und im südöstlichen Ungarn beim Eisernen Thor, im Hunyader 
Comitate bei Soborsin und Mehädia. 



Diploderma Link 

ist, wie schou Fries in sys. myc. II, S. 21 vermuthet, eine auf Grund 
eines jungen Geaster festgestellte Gattung und D. Ungeri Schulz er (Zool.- 
bot. Verh. 1866, S. 801) aus dem Nyärader Walde bei Mohäcs lässt sich aus 
der gegebenen Zeichnung und Beschreibung auch nicht anders deuten. Im 
Nyärader Wald ist daher ein Geaster zu suchen, der ein kurzgestieltes inneres 
Peridium haben muss. 

Tulostoma P. 

Diese Gattung ist gut begrenzt, auch finde ich keinen hinlänglichen 
Grund den Nameu zu ändern. An Arten unterscheide ich Fimbriatum mam- 
mosum und squamosum mit Fr. und P. Das erste sammelte ich nur auf Sand- 
hügeln bei Debreczin; die zweite Species ist gemein und durch das ganze Land 
verbreitet; die dritte, ausgezeichnet durch den schmutzig- weissen oder brauneu 
tiefgefurchten Strunk, und die grossen heutigen anliegenden Schuppen desselben, 
sammelte Kerner auf dem Räkos bei Pest und Rezsely bei Sommerein auf der 
Insel Schutt. T. mammosum hat oft nur ein erbsengrosses Peridium und ent- 
wickelt sich über den Winter. 

Lycoperdoa Tournf. p. p. 

Um hier für die Species sichere Unterscheidungs -Merkmale zu gewinnen, 
muüöte ich den Formenkreis der Gattungen Lycoperdum, Globaria und Bovista 
auf folgende Weise begrenzen. 

Bei Lycoperdon ist die untere Hälfte der Gieba schwammig und un- 
fruchtbar, die abgefallenen Sporen stiellos (oder fast stiellos). 



222 



Friedrich Hazslinsky. 



Bei Glöbaria ist die ganze Gieba fruchtbar, seltener mit Ausnahme einer 
geringen Schichte an der Basis. Die Sporen wie hei Lycoperdon. Die Form 
des Peridiums kann verschieden sein, daher L. uteriforme Fr. hieher zu 
stellen ist. 

Bei Bovista ist die ganze Gieba fruchtbar; die abgefallenen Sporen sind 
langgestielt; der Schleier kann bei allen drei Gattungen wechseln, von den 
steifen Stacheln durch die warzige, kleiige, mehlartige Form bis zu den häutigen 
Blättchen, ja bis zur vollkommenen Verschmelzung desselben mit der Peridium- 
haut, wie dies theilweise bei L. constillatum Fr. und meiner B. reticülata 
geschieht. 

Bei Lycoperdon ist das Peridium vorherrschend birnförmig, seltener 
kugelförmig mit kegelförmiger Basis oder semm eiförmig, bei der der fruchtbare 
Theil von unfruchtbaren durch eine Einschnürung auch ausser lieh begrenzt ist; 
noch seltener ist es keulenförmig oder in einen hut- und strunkartigen Theil 
gesondert. Die Farbe der Gieba geht aus dem Weiss in das Gelbe, dann 
Grünliche endlich in Braun über und kann in die Diagnose nicht aufgenommen 
werden. Bessere Merkmale liefert der Längsschnitt durch das Peridium, welcher 
die Form des fruchtbaren und unfruchtbaren Theiles der Gieba in bestimmten 
Umrissen zeigt. Ersterer erscheint meist nierenförmig, seltener mondförmig 
oder oval, am seltensten rundlich ; das Peridium erscheint, abgesehen vom Schleier 
im reifen Zustande, immer einschichtig, obwohl man in der Jugend 2— 3 Schichten 
unterscheiden kann. Die Sporen sind kugelig und entwickeln sich gesellschaft- 
lich auf keulenförmigen Basidien, aber auch einzeln an Seitenästen des Trama- 
gewebes. 

A. Das Peridium zerfällt am Scheitel, ohne vorher eine rundliche Mund- 
öffnung zu bilden. Dass selbes endlich kelchartig erscheint, kommt auch bei 
der folgenden Gruppe vor. 

Hieher gehören: L. Bovista Fr., S. v. S. nicht syst. myc. und 
L. caelatum Fr. zwei in ihrer äusseren Erscheinung sehr verwandte Formen, 
die sich schwer diagnosiren lassen. Beide sind kugelförmig mit kegelförmig 
verengter Basis. L. Bovista ist meist grösser bis 8 Zoll dick, oft an der Basis 
faltig oder grubig. Der Längsschnitt zeigt den fruchtbaren Theil der Gieba 
als Oval, dessen Flächeninhalt die Hälfte bis ein Dritttheil der Längsschnitt- 
fläche beträgt. Der Schleier ist verschieden, in der Jugend immer getäfelt und 
nie in Faserrosetten gelöst. Bei L. caelatum ist die fruchtbare Gieba nieren- 
förmig mit bogenförmiger Bucht und beträgt kaum je mehr als die Hälfte der 
Fläche und der Schleier löst sich in entfernt stehende Warzen auf, deren jede 
auf einem radialfaserigen Discus steht. Die Sporen sind bei der ersten Species 
glatt und messen 0'003 Mm., bei der zweiten fein warzig mit zerstreut stehen- 
den, haarartigen Stacheln und messen - 004 Mm. Auch kann Bovista eine 
bedeutendere Grösse bis zu 8 Zoll Durchmesser erreichen. Fundorte kann ich 
ausserdem in meinem und im Kalchbrennerschen Herbarium befindlichen 
aus dem Comitate Schärosch und Zips nicht citiren. Im National-Museum be- 
findet sich von diesen Pilzen nichts. 



Beiträge zur Kenntnis« der ungarischen Pilz-Flora. 



223 



B. Das Peridium öffnet sich mit einer rundlichen meist hervorragenden 
Mundöffnung, kann aber endlich ebenfalls kegelförmig erscheinen. 

L. gemmatum Fr. p.p. Der unfruchtbare, waschschwammartige Theil 
der Gieba erhebt sich in der Mitte kegel- zuletzt schöpfförmig. Der Schleier 
ist stets entwickelt stachel-, warzen-, schuppen-, kleie- bis mehlartig. Die 
Sporen stets warzig oder stachelig und messen 0"003— 006 Mm. Diese ver- 
seil iedenen Sporen-Dimensionen lassen vermuthen, dass auch mein L. gemmatum 
noch eine Collectiv-Species sei, die ich aber bisher zu lösen nicht wagte. Am 
leichtesten Hessen sich L. perlatum und L. echinatum als Arten trennen, 
L. furfuraceum aber und L. hirtum mit L. excipuliforme vereinigen. 

1. perlatum Fr. sieht einer jungen Boletus ähnlich, mit Strunk und 
eingerolltem Hute. Der cylindrische Strunk ist in der Regel länger als die 
Axe der fruchtbaren Gieba. — Bei Baläzsvägäs von Schulz er, bei N. Pod- 
hrägy von Holuby, bei Neusohl von Markus, bei Eperies von mir gesammelt. 

2. excipuliforme Fr. Peridium birnförmig. Schleier, wenigstens am 
Scheitel, in weiche, meist schnell vergängliche Stacheln gelöst. Sehr verbreitet. 
Rochel sammelte selben bei Rowne im Trentschiner Comitate. 

3. echinatum Fr. Peridium birnförmig auf kurzem, cylindrischem, 
dichtem Style, mit dauerhaften, harten, kantigen, oft in Pyramiden gegen 
einander geneigten, ungefähr einen Centimeter langen Stacheln besetzt. Die 
Sporen messen - 004— 005 Mm. Eine seltene Form, bisher blos bei O. Ruzsin 
in Schärosch gesammelt. 

4. furfuraceum Fr. p. p. Peridium birnförmig, entweder an der 
ganzen Oberfläche oder nur am Scheitel kleiig oder mehlig. Der fruchtbare 
Theil der Gieba gering, oft nur mondförmig (im Längsschnitte). Der Durch- 
messer der Sporen 005— 0"006 Mm. Doch besitze ich auch ein hiesiges 
Exemplar, bei welchem die Sporen fast glatt sind und nur 0*003 Mm. messen, 
welches daher als Species ausgeschieden werden kann. 

5. hirtum Fr. Peridium kurz birnförmig, auf der ganzen Oberfläche 
oder nur am Scheitel mit harten, braunen, spitzen Warzen. 

L. pyrif orme Rupp. Das Mycelium bildet meist weisse, zottige, un- 
regelmässig verästelte Schnüre, auf welchen die Peridien meist schaarenweise 
erscheinen. Die Peridien sind birn- höchst selten keulenförmig, jung mit zarten 
Schuppen bedeckt, zuletzt kahl, immer straffer als excipuliforme; Sporen glatt 
oder punktirt, 003- 004 Mm. dick. Bei Neusohl auf dem Berge Ostry von 
ßothär, bei Baläzsvölgy von Schulz er, bei Pressburg von En dl., bei Dargö 
von Sadler, auf dem Rakos von Kerner gesammelt. Kommt auch bei Wallen- 
dorf (Kalchb.) und Eperjes vor. An den Rnkoser und Neusohler Exemplaren 
entwickelt sich oft das Mycelium in der Form einer spindelförmigen Wurzel, 
wie bei L. pusillum. 

L. saccatum Bocc. unterscheidet sich nur durch geringwerthige Merk- 
male von L. gemmatum. Sein Charakter liegt in der Form der fruetificireuden, 
Gieba, welche im Längsschnitt rundlich erscheint, in dem dichten Capillitium 



224 



Friedrich Hazslinsky. 



desselben Theiles, wie auch in der Abwesenheit, des bei excipuliforme meist 
deutlich hervortretenden Haarschopfes. Von dieser Species rauss man drei 
Formen unterscheiden: boletiforme, strangulatum und apiocarpum. 

1. boletiforme ist die von Krombholz, Tab. X, Fig. 11, 12, ab- 
gebildete Form, welche in Ungarn noch nicht beobachtet wurde. Erscheint wie 
ein riesiges L. g. perlatum Fr. 

2. strangulatum. Der unfruchtbare Theil ist fast eben so dick, wie 
der fruchtbare, doch viel länger und von letzter durch eine Einschnürung 
gesondert, wesswegen er bauchig erscheint; das Peridium ist sehr dünn und 
scariös; die unfruchtbare Gieba im höheren Grade waschschwammartig als bei 
allen anderen Lycoperdum-Arteia. Die Sporen haben sehr feine spitze Warzen. 
Er wurde im Ostrover und Nustaer Walde bei Vinkovce von Schulz er ge- 
sammelt. — Eine entsprechende Form des gemmatum erwähnt Bonorden, 
Allg. Mycol. S. 253. 

3. apiocarpum erscheint als ein üppiges oder riesiges excipuliforme, 
welches statt der Einschnürung der vorhergehenden Form einen Kranz rund- 
licher Vertiefungen zeigt, welche sich abwärts öffnen und am Strünke verlieren. 
Fehlen auch diese Gruben wie am Kalchbrenner'schen Exemplare aus der 
Gegend von Wallendorf, so bleibt neben der Grösse kaum irgend ein Merkmal, 
durch welches apiocarpum von excipuliforme oder von furfuraceum sicher 
unterschieden werden könnte. 

L. pratense P. Peridium kugelig, oft in eine kurze kegelförmige Basis 
verengt, mit stachliger oder warziger Oberfläche. Der unfruchtbare Theil der 
Gieba ist gering nur einige Millimeter dick, doch mit auffallend verhältniss- 
mässig grossen glänzenden Lücken; bei den, dem Mycelium flach aufsitzenden 
Peridien kuchenförmig. Manchmal findet man in vereinzelten Lücken des un- 
fruchtbaren Glebatheiles Sporenknäule, selbst auch in dem festen Knoten, der 
bei manchen Exemplaren das Peridium mit dem Mycel verbindet, welche Er- 
scheinung Bonorden auch bei seinem L. cinereum erwähnt. Die Sporen sind 
stachelig oder warzig und messen 0*004— 006 Mm. Gehört im Norden Un- 
garns zu den verbreitetsten Formen. 

Globaria Quelet p. p. 

Das Peridium ist kugelig und seine Gieba entweder in ihrer ganze 
Ausdehnung fruchtbar oder am Grunde mit einer geringen, doch nie wasch 
schwamm artigen unfruchtbaren CapiUitium schichte. Die abgefallenen Spore 



Beiträge znr Kenntniss der ungarischen Pilz-Flora. 



225 



sind stiellos. Der Schleier zeigt hier nicht nur die bei Lycoperdon erwähnten 
Formen, sondern er erscheint auch als brüchige Haut, welche sich stück- 
weise ablöst. 

G. aestivalis (Bon.). Mycel radial verbreitet, meist monocarp. Frucht 
kugelig, am Scheitel mit einer rundlichen Mundöffnung. Schleier in Stacheln, 
Warzen, Schüppchen oder Körner gelöst. Peridium endlich trockenhäutig rau- 
schend; die unterste Schichte der Gieba ist unfruchtbar doch dicht, nie wasch- 
schwammartig. Sporen stiellos glatt, höchstens punktirt 0'003— 0004 Mm. dick. 
Weichst auf Wiesen, Brachen auf Moosen und verwesenden Flechten. Neben 
dem Schleier wechselt auch die Grösse. Von den kleineren erbsen- bis hasel- 
nussgrossen auf Moosen wachsenden Formen erwähne ich: 

ß. stellulatum, der Schleier löst sich in kleine, dem braunen Peridium 
anliegende, weisse Sternchen. 

y. pumilum. Der Schleier löst sich in einen feinkörnigen Anflug auf 
— die ganze Gieba ist fruchtbar. Diese Form wird oft L. pusillum P. an- 
gesprochen. 4 » 

Bei Wallendorf (Kalchb.) Neusohl (Markus) und bei Eperies; ß nur bei 
Eperies, y bei Eperies und Wallendorf. 

G. gigantea Batsch. Peridium kugelig, oft mit einem Durchmesser 
von drei Decimeter, weiss, zart filzig von der Consistenz des dünnen Sähraisch- 
leders. Oeffnet sich am Scheitel unregelmässig. Die Gieba ist fast bis zur 
Basis fruchtbar. Die Sporen sind glatt, lösen sich mit einem kleinen, kaum 
bemerkbaren, Stielchen ab und messen 0-004 -0 006 Mm. Der junge Pilz mit 
noch käseartiger Gieba ist essbar und wiegt oft 10 Kilogramm. — Obgleich 
ein Exemplar Milliarden Sporen entwickelt, erscheint diese Species doch immer 
nur sporadisch. — Er wurde oft mit L. Bovista Fr., S. v. S. verwechselt, dess- 
wegen lassen sich hier verzeichnete Fundorte nicht citiren. Sicher kommt er 
bei Pressburg und St. Georgen (Endl. und Bolla), wie auch auf den Bergwiesen 
bei Hertuck im Comitate Schärosch vor. 

G. pusilla (P.). Peridium kugelförmig auf einem Mycel, welches wie 
eine einfache peitschenartige Wurzel erscheint. Der Schleier ist körnig, mehlig 
oder häutig und löst sich im letzten Fall in unregelmässigen Stückchen ab, 
wie bei den meisten Bovisten. Die ganze Gieba ist fruchtbar und wenigstens 
ihre untere Schichte lebhaft gelb. Die Sporen sind gelb, zuletzt rauchbraun, 
fallen ohne Stielchen ab und messen 005— 0'006 Mm. Wurde bei Buda-Pest 
auf dem Rakos von Körner gesammelt. Der Durehmesser des Peridiums misst 

- 7. B. G«h. B. XXVI Khh. 29 



226 



F r i e d r i c Ii Hazslin 6ky. 



2—3 Centimeter. Die Globaria pusilla des Quelet's, 1. c., S. 362, kann nicht 
hieher gehören, denn sie hat lang gestielte Sporen. 

G. Debreceniensis n. sp. Das Peridium ist kugelig glatt, pergament- 
artig, hat am Scheitel eine runde, etwas erhabene MundöfFnung und sitzt in 
einem becherförmigen, Sand einschliessenden Mycel. Die ganze Gieba ist 
fruchtbar. Das Capillitium besteht aus sparsam ästigen, sehr dickwandigen, 
0*003 Mm. dicken Fasern. Die Sporen sind stiellos, stark warzig; die Warzen 
bald stumpf, bald spitz. Der Durchmesser der durchscheinenden gelbbraunen 
Sporen misst 006 Mm. Er wächst auf Sandhügeln bei Debreczin. Diese 
Globaria bildet wegen ihren fast undurchsichtigen Sporen und dem harten 
pergamentartigen Peridium den Uebergang dieser Gattung zu den Sclero- 
derma- Arten. 

Bovista L. 

Die Sporen lösen sich vom Capillitium mit Stielen ab, welche vielmal 
länger sind als der Durchmesser der Sporen. Das Capillitium besteht meist 
aus gabelästigen dickwandigen Hyphen, oft mit sehr kurzen Internodien, so 
dass die Verästelung stellenweise annähernd guirlförmig erscheint, doch kommen 
auch einfache Fasern vor, ja bei einer Species nur diese allein. Das Peridium 
ist dünnhäutig, wie bei den zarten Formen des L. gemmatum — bis steif und 
pergamentartig. — Der Schleier löst sich in Stacheln und Warzen auf oder ist 
häutig und löst sich in Stücken ab. Die Form der Frucht wechselt auch bei 
dieser Gattung, doch herrscht die Kugel vor wie bei Globaria. 

B. echinata n. sp. Die Frucht hat die Form einer von oben zusammen- 
gedrückten, an der Basis faltig zusammengezogenen Kugel. Der Schleier löst 
sich an der ganzen Oberfläche des dünnhäutigen Peridiums in weiche Stacheln, 
wie bei vielen Formen des L. gemmatum. Das Mycel ist spinnwebeartig. Die 
Sporen entwickeln sich einzeln an gleichlangen traubenartig gestellten Aesten 
der Capillitiumfasern, welche daher als sehr lange einfache Trauben erscheinen 
wie die ffyphen der Peylia racemosa. Sie sind kugelig glatt und messen 
0-004 Mm., die fruchtbaren Fasern selbst sind nur 0002-0 003 Mm. dick. 
Dieser Pilz schliesst sich wegen des dünnhäutigen Peridiums und des in Stacheln 
gelösten Schleiers den Lycoperdum - Arten an , musste aber wegen der bis 
0'030 Mm, langen Sporenstielchen hieher gestellt werden. Ich sammelte den 
Pilz noch in meinen Studentenjahren auf einer Bergwiese bei Käsmark in 
der Zips. 



I'.eitiäge zur Kenutniss der ungarischen Pilr-FJora 



221 



B. plumbea Fr. ist ein leicht kenntlicher, auch in Ungarn gemeiner 
Pilz. Die Sporen sind glatt und messen 0004—0 005 Mm. wie bei den fol- 
genden Arten Erreicht oft fast nur die Grösse einer Erbse. 

B. tunicata Fr. Das Peridium ist kugelförmig und hat einen Durch- 
messer von ungefähr 3 Centimeter. Der Schleier ist körnig oder mehlig und 
löst sich nur am Scheitel des Peridiums; Muudöffnung rund gewimpert. Die 
Sporenstiele messen meist 0'012 Mm. Auf Moorgrund bei Eperies. 

B. nigrescens P. Der Schleier ist körnig oder glatt, und löst sich 
v »m ganzen Peridium, welches dann bleigrau, zuletzt schwarz wird. Er über- 
trifft bedeutend an Grösse die vorhergehenden Arten, bietet aber ausser der 
Farbe, der Grösse und der derberen Peridiumhaut, keine Eigentümlichkeit 
durch welche er präciser von jB. plumbea und tunicata unterschieden werden 
könnte. Die Form ovata Tournf. fand Markus bei Neusohl; zierlich erscheint 
die Form ret icuhita. Das Peridium wird hier nur an der Basis schwarz, 
der grössere Theil ist weiss mit netzförmig verbundenen schwarzen Adern. Ich 
fand selben am Fusse der hohen Tatra bei Käsmark. Die typische Form 
kommt nur auf Bergwiesen vor, auf welchen sie in der Tatra bis in die Krumm- 
holz-Region steigt (z. B. auf der Feugsblösse). Wächst sporadisch. 

Mycenastnim Deso. 
Mycenastrum unterscheidet sich von allen Trichogasteren durch seine 
kuizästigen stachelzähnigen Capillitiumfasern aus, und schliefst sich durch die 
Dehisxenz scheinbar den Geaster- durch den ganzen Bau den Scleroderma- 
Arten an." 

31. corium Deso. Hieher gehört der in den Verh. des zool.-botau. 
Ver. 1875, S. 79 von Schulzer als Pachy derma Strossmayeri beschriebene 
Bauchpilz aus dem Kunycvcer Walde bei Vinkovec. 

Scleri derma P. 
Die Gattung ist gut begrenzt. Bei Unterscheidung der Arten kann die 
Oberfläche des Peridiums, seine Farbe, wie auch die Farbe der Gieba nicht in 
die Diagnose aufgenommen werden, man müsste die ganze Morphose bezüglich 
den ganzen Formenkreis aufnehmen. Ich hebe bei den hiesigen Arten folgende 
Merkmale hervor. 

S. vulgare Fr. Frucht rundlich, ohne oder mit einem sehr kurzen Strunk. 
Peridium hornartig V/ 2 ~2 Mm. dick. Sporen dicht stachelig, 008— 0'010 Mm. 
dick; die Oberfläche des Peridiums kann glatt, warzig oder tief getäfelt er- 

29* 



228 Friedrich Hazblinblcy Beiträge zur KeuntuiaB der ungaribchen Pilz-Flora. 



scheinen. Auf unfruchtbarem Boden z. B. im Sande und Gerölle ist das 
Mycel gezwungen grössere Dimensionen anzunehmen; es verzweigt sich in allen 
Richtungen mit anastomosirenden Aesten, bleibt jedoch stets monocarp (ß ma- 
crorhizum Fr.). 

Die typische Form ist verbreitet, die ß-Form sammelte ich nur bei Ra- 
däcs in Säros. 

S. Bovist a Fr. Frucht rundlich, ohne oder mit einem sehr kurzen 
konischen Strünke. Peridium lederartig 0'5 Mm. dick. Sporen warzig, 014 Mm. 
dick. Auf Waldboden bei Wallendorf (Kälch), bei 0. Ruzsin in Säros. 

& verrucosum Fr. Die Frucht zeigt im Längsschnitt einen nieren- 
förmigen Umriss, und steht auf einem dichten cylindrischen Strunk, der wenig- 
stens so lang ist, als die Axe der Gieba, welche zuletzt purpurschwarz erscheint 
ohne Marmorirung. Das Peridium ist steif, lederartig, 06 Mm. dick. Die 
Sporen sind dicht stachelig, 0'014 Mm. dick. Auf Waldboden bei Eperies. 
Gut abgebildet, Schäffer, Taf. 188, Fig. VII. Nees syst. d. Pilze, 1 Taf. 10 
— und viele Copien. Schliesslich will ich bemerken, dass ich, um mein eigenes 
Material zu ergänzen, nicht nur die Gasteromyceten des Kalchbrenner'schen 
Herbars, sondern auch die Kryptogamensammlungen von Rochel, Kitaibel, 
Sadler, Markus, Schneller und Bothar durchgesehen und geprüft habe. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 

Vou 

Th. A. Umhin, 

Mitglied mehrerer uaturforsch. Gesellschaften. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. April 1876.) 

Durch die Forschungen In er ea sc A. Lapham's, der leider für die 
Wissenschaften noch zu früh, den 14. September 1875, gestorben ist, durch die 
Sammlungen und Entdeckungen Kumlien's, McAffee's, Hale's, Austin's 
Foote's, Gillmann's, Henning's, Houghton's, Lesquereux 1 , Parry's, 
Sartwell's, Spear's u. s. w. und endlich durch meine eigenen Entdeckungen, 
welche ich im Laufe von sieben Jahren in Wisconsin machte, ist die Flora 
dieses Staates soweit bekannt, dass sie eine Vergleichung mit den östlich von 
Wisconsin und Illinois gelegenen Staaten sowohl, als auch mit der europäischen 
Flora zulässt. Es werden im Folgenden zuerst die Wechselbeziehungen zwischen 
der Flora Wisconsins und Europas nachgewiesen und dann die Pflanzen Wis- 
consins in systematischer Ordnung aufgeführt, wobei das Verhältniss der Flora 
Wisconsins zur Flora der östlichen Staaten hinter dem Ordnungsnamen in 
Zahlen angegeben wird. Die erste, kleinere Zahl bezieht sich selbstverständlich 
immer auf die in Wisconsin gefundenen Arten. Durch seine Lage zwischen 
zwei grossen Seen (Michigan und Lake superior) und dem Mississippi, erhält 
Wisconsin l ) einen peninsularischen Charakter und ist daher für eine vergleichende 
Flora sehr geeignet situirt. 

Eine besondere Aufmerksamkeit wurde der Flora des Town Lake im 
Milwaukee County zugewendet. Pflanzen des Town Lake und Milwaukees, welche 
ich alle selbst an Ort und Stelle gesammelt, sind ausser den üblichen Zeichen 
der Autopsie (!) überdies durch ein vorgesetztes f kenntlich gemacht. Leider 
konnte ich von Lapham's Werken keines erhalten, 2 ) sonst wäre die Artenzahl 
der Flora Milwaukces und des Town Lake zweifelsohne noch viel grösser ge- 
worden. Die meisten Standortsangaben sind aber, wie ich annehmen muss, in 
die Floren von Gray und Wood übergangen. 



J ) Zwischen 42-5° und 47° uördl. Br. Die Stadt Milwaukee liegt genau unter dorn 43° 
nördl. Br. 

2 ) Lapham war ein Yankee und ich eiu Deutschor: 



230 



A. Brüh in. 



Literatur. 

Increase A. Lapham, gebore« am 7. März 1811 zu Palmyra, New York, 
kam 1836 nach Milwaukee. Einer der vielseitigsten Gelehrten unseres Staates, 
veröffentlichte Lapham als Früchte langjähriger Forschungen nicht nur einige 
gediegene Werke über die Flora Wisconsins, sondern auch über die Geschichte, 
Geographie, Alterthumskunde, Physik, Kartographie, Geologie dieses Landes 
u. s. w. Er wurde daher 1862 zum Präsidenten des historischen Vereins fin- 
den Staat Wisconsin und 1873 .von Gouverneur Washb u m zum Staatsgeologen 
ernannt; vom College Am her st erhielt er die Doctorwürde und von Wood 
wurde ihm zu Ehren eine in Wisconsin häufig vorkommende Var. der Phlox 
divaricata mit ganzrandigen Blumenblättern Phlox Laphamii benannt. 

Seit 1874 war Lapham kränklich und hielt sich daher bei seinen Söhnen 
in Ocomonowoc auf, wo er den 14. September 1875 beim Fischfang plötzlich 
starb und todt im Kahne gefunden wurde. 

1. Catalogue of plants found near Milwaukee (s. Wikström, Jahresbericht 
1839-1842, p. 152). 

2. Plants of Wisconsin (Proc. Am. Assoc. 1819, p. 19—62). 

3. Grasses of Wisconsin and the adjacent states. Madison 1854. 8. 
(Extract from the Transactions of the Wisconsin State Agricult. Society. Vol. III. 
1853, with 11 figures). 

Thomas A. Bruhin, geboren am 21. Mai 1835 in Schwyz, besuchte 
die deutsche Schule daselbst; studirte 1849—1861 in Einsiedeln, wo er 1856 
das Ordenskleid empfing. 1861 zum Priester geweiht, lehrte er zwei Jahre am 
Gymnasium und Lyceum daselbst und kam 1863 nach Mehrerau bei Bregenz 
(Vorarlberg), wo er ebenfalls zwei Jahre eine Professur bekleidete. Von 1865 bis 
1868 finden wir ihn in St. Gerold bei Bludenz. 1869 wanderte er nach Amerika 
aus, dessen Boden er den 29. April desselben Jahres zum ersten Male betrat. 
Von Anfang Mai 1869 bis Ende Juli 1875 in Neu Cöln bei Milwaukee stationirt, 
übersiedelte er unter demselben Datum nach dem nördlicher am See-Ufer ge- 
legenen Centreville im County Manitowoc, Wisconsin, wo er sich gegenwärtig 
aufhält. 

Seine auf die Flora Wisconsins bezüglichen Schriften sind: 
1. Beiträge zur Flora Wisconsins (in Verh. der k. k. zool.-bot. Ges. in 
Wien 1870, S. 633 ff). 

2. Arboretum Salesianum. Die Bäume und Sträuche des Parks beim 
Priester-Seminar (44 Nummern) in der Milwaukeer „Columbia", 1. Jahrg. Nr. 34. 

3. Fundorte seltener Pflanzen im Town Lake (und Franklin). „Columbia", 
2. Jahrg. Nr. 23. 

4. Die Rosen Neu Cölns. „Columbia", 2. Jahrg. Nr. 29, auch separat. 

5. Die milchsaftführenden Gewächse des Town Lake im Milwaukee Co. 
(33 Nummern). „Columbia", 2. Jahrg. Nr. 33. 



Vergleichende Flora Wisconsins 



231 



6. Meikwüidigkeiten der Flora des Town Lake (24 Nummern). „Columbia", 
2. Jahrg. Nr. 36. 

7. Die windenden und klimmenden Pflanzen des Town Lake (36 Nummern). 
„Columbia", 2. Jahrg., 1. October 1874. 

8. Beiträge zur Flora und Fauna Wisconsins im Milwankeer „Seebote" 
von 1871, Nr. 10 u. ff. der wöchentl. Ausg. und 1875 auf 1876. 

9. Zur Flora Centreville's. „Seebote" tägl. Ausg. 24. Jahrg. (1875), Nr. 283. 

10. Die Gefässkrvptogamen Wisconsins in der „Concordia" von Green 
Bay. 2. Jahrg. Nr. 4, auch separat und viele kleinere Artikel in verschiedenen 
Zeitungen. 

11. Phänologische Beobachtungen im Thier- und Pflanzenleben des Mil- 
waukeer County. Verh. der k. k. zool.-bot. Gesellschaft 1875, p. 811. 

Die Flora Wisconsins betreffende Notizen finden sich auch in den Re- 
ports of the Commissioner of Agriculture etc. 

Sammlungen. 

1. Th. Kuralien, Plantae Viscons. exsiccatae. 

2. H. H. McAffee in Madison stellte bei Anlass der Staatsfair von 
1871 eine „Collection of native woods of Wisconsin" in Milwaukee aus. * 

3. Th. A. B ruhin, Herbarium Lacense. 

4. Herbarium und eine Samensammlung etc. in Engelmann's Schule 
(Museum) in Milwaukee. 

5. Sammlungen in Madison. 

Lapham hat jedenfalls ein bedeutendes Herbarium hinterlassen, von 
welchem dann zu wünschen wäre, dass es der Staat oder die Naturforschende 
Gesellschaft Wisconsins ankaufte. 

I. Wechselbeziehungen zwischen der Flora von Europa und Wisconsin. 

I. Ursprünglich gemeinsame Pflanzen. 
Anemone (patens und) nemorosa; Hepatica triloba; Ranunculus aqua- 
tilis, Flammula , sceleratus und repens; Cdltha palustris; Coptis trifolia; 
Aciaea spicata; Nasturtium palustre; Cardamine (pratensis und) hirsuta; 
Arabis hirsuta f Barbaren vulgaris; Erysimum cheiranthoides ? Viola canina 
var. sylvestris; Drosera rotundifolia und longifolia; Moehrmgia lateriflorci; 
Slellaria longifolia, longipes und borealis; (Cerastium arvense); (Spergula 
nodosa) fGeranium Uöbertianam ? Oxalis stricto; Trifolium repens; (Lathyrus 
palustris); Spiraea salicifolia; Agrimonia Eupatoria; Geum (macrophyllum) , 
strictum und rivale; Potent illa anserina und ?fruticosa; Comarum palustre; 
Fragctria vesca; Kibes rubrum; (Parnassia palustris); (Saxi fraget Aizoon 
und tricuspidata) ; Myrioyhyllum spicatum und f verticillatum ; Circaea Lu- 
tetiana und alpina; Epilobium angustifolium, alpinum und palustre; Isnardia 
(Lndwigia) palustris; Sium angustifolium; Linnaea borealis; Lonicera coe- 
rulea; Viburmtm opulus ; Galkim Aparine (vielleicht eingeschleppt), trifidum 



232 



A. Bruhin. 



und triflorum; Erigeron acre ; Solidago Virga aurea; Xanthium Strumarium; 
Bidens cernua; Achülea Millefolium; Artemisia. borealis und Canadensis 
(„Europa" fide Gray), vulgaris und Äbsinthium; Gnaphalium uliginosum 
(vielleicht eingeführt); Senecio palustris; Taraxacum Dens leonis; Campanula 
rotundifolia ; Vaccinium Oxycoccus und uliginosum : Arctostaphylos Uvaursi; 
Gassandra calyculata; Ledum latifolium; Pyrola rotundifolia, chlorantha, 
secunda und minor; Chimaphila umbellata; Primula Mistassinica (Europa, 
fide Gray, was auch kaum zu bezweifeln ist, da die Pr. Mistassinica Michaux' 
mit der Pr. stricta Hornemann's synonym ist, was schon Hooker in seiner 
Flora bor. amer. behauptet); Lysimachia thyrsiflora; Utricularia vulgaris, 
minor und intermedia; Pinguicula vulgaris; Scrophularia nodosa; Veronica 
Anagallis, scutellata, serpyllifolia und peregrina (nach Gremli bei Rorschaoh 
in der Schweiz), Castilleia pallida; Euphrasia ofßcinalis; Bhinanthus Crista 
galli; Lycopus europaeus; Clinopodium vulgare ; Brunella vulgaris ; Scutellaria 
galerieulata ; Stachys palustris; Calystegia sepium; Menyanthes trifoliata; 
Blitum capitatum; Atriplex patula; Polygonum viviparum, Hydropiper, 
acre, amphibium , aviculare und dumetorum; Ceratophyllum demersum; 
Callitriche verna und autumnalis; Morus rubra (ursprünglich aus Süd 
Asien); Humulus Lupulus; Myrica Gale; Betula viridis, populifolia und 
incana; Salix lucida und myrtilloides ; Juniperus communis und Sabina. — 
Calla palustris; Acorus Galamus, Lemna minor und polyrrliiza; Typha lati- 
folia; Sparganium minimum; Najas flexilis; Potamogeton natans, rufescens, 
gramineus, praelongus, perfoliatus, compressus, obtusifolius und pectinatus; 
Triglochin maritimum und palustre; Scheuchzeria palustris; Alisma Plantago; 
Vallisneria spirdlis; Habenaria viridis und hyperborea; Goodyera repens ; 
Mycrostylis monophyllos; Liparis Loeselii; Tofieldia palustris; Smilacina 
stellata und bifolia; Allium Schoenoprasum ; Luzula pilosa und campestris; 
Juncus effusus, Balticus, bufonius, Gerardi, tenuis und alpinus; Eleocharis 
palustris und acicularis; Scirpus pauciflorus und pungens; Eriophorum alpi- 
num, vaginatum und polystachyon ; Gar ex disticha, teretiuscula, chordorrhiza, 
tenella , tenuiflora, canescens, stellulata, vulgaris, aquatilis, limosa, irrigua, 
vaginata, praecox, capillaris, flava, Oederi, filiformis und riparia; Leersia 
oryzoides; Alopecurus aristulatus; Agrostis vulgaris (vielleicht eingeführt); 
Galamagrostis arenaria; Koeleria cristata; Glyceria fluitans und aquatica; 
Poa annua, compressa, caesia, pratensis und serotina; Festuca ovina; Phrag- 
mites communis; Elymus sibiricus; Triticum repens, violaceum und caninum; 
Trisetum subspicatum, ; Aira flexuosa und caespitosa; Hierochloa borealis; 
Milium effusum. 

Equisetum arvense, Telmateja, pratense, sylvaticum, palustre, limosum, 
hyemdle, variegatum und scirpoides; Polypodium vulgare; Pteris aquilina; 
Asplenium trichomanes? und Filix femina; Phegopteris polypodioides und 
Dryoptcris; Aspidium Thely pteris, spinulosum , cristatum und Filix mas; 
Gystopteris fragüis; Struthiopteris germanica; Woodsia Ilvensis; Osmunda 
regalis; Botrychmm Lunaria, lanceölatum und Virginicnm; Lycop>odivm 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



233 



Selago, annotinum, clavatum und complanatum; Selaginetta spinulosa ; Isoetes 
lacustris. 

239 Species, von denen: Dicotyled. 122. Monocolyl. 85, Acotyleäon. 32. 

2. Aus Amerika nach Europa gebrachte und daselbst verwilderte, oder häufiger 
cultivirte Pflanzen, welche auch in Wisconsin gefunden werden. 

Merispermum Comadense (s. Koch, Dendrologie I. 388); Lepidium Vir- 
ginicum (s. Hagenbach, Flora bas. II. 146): Rhus Toxicodendron, verwildert 
in Thüringen nach Koch (Dendr. I. 580); Ampelopsis quinquefolia; Vitis 
Labrusea; Negundo aceroides (= Acer Negundo) nach Koch (Dendrol. I. 
544) in Mitteleuropa allgemein verbreitet; Robinia Pseudacacia (s. Koch, 
Dendr. I. 54 ff.); Phaseolus multiflorus (aus Südamerika); Amelanchier Cana- 
densis („eine in unseren Anlagen allgemein verbreitete Art"; Koch, Dendr. I. 
181); Kubus odoratus und occidentalis (s. Koch, Dendr. I. 283 und 285); 
Rosa blanda (in Deutschland verwildert nach Koch, Dendr. I. 243); Ribes 
aureum Pursh.; Oenothera biennis (s. Casp. Bauhin, Pinax, ed. 1623 App., 
p. 520 unter dem Namen: Lysimachia lutea corniculata. Bauhin erhielt 
1619 Samen von Padua; jetzt ist diese Art an See -Ufern eingebürgert; ich 
selbst fand sie vor mehr als zwanzig Jahren am Aegerisee im Canton Zug — 
Schweiz, und vor zwölf Jahren bei Bregenz am Bodensee); Opuntiae spec; 
Symphoricarpus racemosus; Erigeron Canadense („Stirps Americae borealis, 
quae Bauhini tempore nondum immigraverat". Hagenb. Fl. bas. II. 315 und 
annuum (= Stenactis annua — „in America bor. unde migravit in Europam" 
DC. Prodr.); Rudbeckia laciniata (s. Gremli, Beiträge S. 77); Helianthus 
annuus; Antennaria margaritacea ; Verbena hastata, urticaefolia und bracteosa 
(letztere nach Reichardt — Verh. der k. k. zool.-bot. Ges. in Wien, Bd. XVI, 
S. 831 — von Hochw. Jos. Stocker in Feldkirch gefunden und wahrscheinlich 
mit nordamerikanischer Baumwolle eingeschleppt). Phlox divaricata; Solanum 
tuberosum; Lycopersicum esculentum ; x ) Capsicum annuum; 2 ) Nicotianae spec; 
Asclepias Cornuti (= A. syriaca); Pinns Strobus; Thuja occidentalis (mein 
gegenwärtiger Aufenthaltsort ist die eigentliche Heimath dieses unter dem 
Namen „Lebensbaum" in Europa allgemein bekannten Zapfenträgers ; hier wird 
der Lebensbaum ganz irrthümlich ,„Ceder <! geheissen; ein „Ceder Swamp" ist 
daher ein vom Lebensbaum bestandener Sumpfboden); Juniperus Virginiana; 
Anacharis (Elodea) Canadensis — „Schilowskraut" (s. C. Bolle, die Einbür- 
gerung der Elodea Canadensis Rieh, in den Gewässern der Mark Brandenburg. 
Zeitschr. für allgem. Erdkunde. Neue Folge. XVIII. 3) Zea Mays. 

Summa: 35 Species. 

') Lycopersira omnia Americana snnt ex testimonio anetorum XVI. saeculi, ex noraine 
aroericano „Tomate" vel „Tomatle", nec non silentio veterum et absentia nominis sanacritici 
Alph. DC. in Prodr. XIII. I, p 26 in Nota. 

2 ) Omnia Capsica Americana existimo. Snadent numerus speciernm in America indigenarum; 
ponuria nominnm veinaculomm in verere orbe, tandem Clxurii aliorumque hnjus tomporis ««ntentia. 
Alph. DC. 1. c. p. 412. 

Z. R. Ges. B. XXVI. Abb.. 30 



234 



A. Bvuhi» 



3. In Wisconsin eingeführte europäische Pflanzen. (Mehrere ursprünglich asia- 
tische und orientalische Pflanzen gelangten via Europa nach Amerika.) 

Nigella Bamascena (aus Spanien nach Amerika gebracht); Delphinium 
Ajacis; Paeonia officinalis; Papaver somniferum, Wioeas und fdubium; 
Chelidonium majus; Fumaria officinalis (letztere zwei nicht im Couuty 
Ivlilwaukee); Nasturtium officinale und Armoracia; Sisymbrium officinaJe; 
Hesperis Matronalis; Sinapis arvensis; Brassica Papa, Napus und oleracea 
(mit ihren Spielarten); Camelina sativa, Capsella bursa pastoris; Paphanus 
sativus (aus China); Viola tricolor und odorata (in Gärten); Hypericum 
perforatum; Dianthus plumarius (auf Kirchhöfen); Saponaria officinalis 
(an Roads) und Vaccaria (unter der Saat); Silene noctiflora und Armeria; 
Lychnis Ghalcedonica (als Gartenflüchtling); Agrostemma Githago (unter der 
Saat); Stellaria media; Cerastium viscosum; Portulaca oleracea (häufiges 
Gartenunkraut und selbst an Roads); Malva rotundifolia , sylvestris und 
moschata (letztere weiss und rothblühend); Hibiscus Trionum (freiwachsend); 
Linum usitatissimum (häufig auf der Prairie gebaut); Geranium dissec- 
tumf; Impatiens Balsamina (ursprünglich aus Ostindien); Aesculus Hippo- 
castanum (mit Ausnahme von Aescul. Hippocast. und rubicunda sind alle 
übrigen Arten der Gattungen Aesculus und Pavia amerikanischen Ursprungs 
und viele in Europa cultivirt); Trifolium pratense und hybridum; Melilotus 
alba und macrorrMza ; Medicago sativa und lupulina; Ervum Lens; Vicia 
Faba (aus Egypten stammend); Phaseolus vulgaris und nanus (Ostindien): 
Pisum sativum (Orient); Prunus insititia, domestica, avium, cerasus (Klein- 
asien) und Armeniaca (über letztere bemerkt Koch in seiner Dendrologie I. 87 : 
„Vaterland unbekannt. Ich habe wenigstens während meines längeren Aufent- 
haltes in Armenien den Aprikosenbaum nirgends wild, selbst nur selten culti- 
virt gefunden"); Persica vulgaris („Vaterland unbekannt — vielleicht Persien", 
Koch, Dendr. I. 83); Posa centifolia (Vaterland nach Koch, 1. c. S. 292, eben- 
falls unbekannt) ; Pyrus pumila Mill. (ist nach Koch, Dendr. I. 203, die Stamm- 
art unserer Apfelbäume = P. Malus L. und wächst im Kaukasus wild); 
P. Achras Gaertn. (nach Koch, 1. c. p. 215, die Stammart unserer Birnsorten 
— P. communis L. und in China einheimisch); Sorbus Aucuparia; Ribes 
Grossularia; Philadelphus coronarius; Cucurbita Pepo und maxima; CitruUus 
vulgaris; Cucumis Melo, sativus und anguinus; Daucus Carota; Pastinaca 
sativa; Conium maculatum ; Anethum graveolens ; Carum Carvi ; Apium graveo- 
lens; Petroselinum sativum; Coriandrum sativum; Fedia olitoria; Inula 
Helenium; Maruta Cotula (hier häufiger als in ihrem Vaterland); Leucanihe- 
mum vulgare; Matricaria chamomilla. Tanacetum vulgare, Pyrethrum Tana- 
cetum (häufig auf Kirchhöfen); Artemisia vulgaris und Absinthium; Senecio 
vulgaris; Calendula officinalis; Centaurea Cyanus; Carthamus tinctorius; 
Cirsium lanceolatum und arvense; Lappa officinalis; Cichorium Intybus urid 
Endivia; Lactuca sativa; Sonchus oleraceus, asper und arvensis; Planta (jo 
major; Verbascum Thapsus; Linaria vulgaris; Veronica arvensis; Mentha 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



235 



viridis, arvensis und piperita; ' Origanum Majorana (als „Wurstkraut" von 
Gärtnern cult); Melissa und Salvia officinalis; Hyssopus officinalis (häufig 
in Gärten) (Thymus vulgaris); Satureia hortensis (ebenfalls „Wurstkraut"); 
Nepeta Cataria; Galeopsis Tetrahit (ein einziges Mal an der Howells Road bei 
New Cöln gefunden); Leonurus Cardiaca; Symphitum officinale; Myosotis 
stricta; Echinospermum Lappula; Cynoglossum officinale; Borago officinalis; 
Cuscuta Epilinumf; Solanum Dulcamara; Datura Siramonium; Vinca minor 
(auf Kirchhöfen); Syringa vulgaris; Chenopodium album, glaucum und hybri- 
dum; Beta vulgaris; Atriplex hortensis; Sptinacia oleracea; Polygonum Persi- 
caria, Convolvulus und Fagopyrum; Bheum ühaponticum (Asien); Bumex 
longifolius, crispus und Acetosella; Euphorbia platyphylla, helioscopia (fehlt 
im Co. Milw.) und Cyparissias (letztere auf Kirchhöfen); Morus alba; Urtica 
dioica; Cannabis sativa; Salix viminalis, fragüis, alba und Bdbylonica; 
Populus dilatata und alba; Abies excelsa und picea; Pinns sylvestris; Iris 
pumila; Asparagus officinalis (zum Theil verwildert); Allium sativum, Porrum f, 
fistulosum, Cepa und ascalonicum; Phleum pratense; Bactylis glomerata ; Poa 
trivialis und pratensis; Triticum vulgare und Spelta (olim) ; Seeale cereale; 
Hordeum vulgare; Lolii spec. ; Avena sativa; Phalaris arundinacea und 
canariensis; Panicum glabrum, sanguinale und Grus galli; Setaria glauca 
und viridis. 

176 Species. 

Im Ganzen 450 Wisconsin und Europa gemeinsame Pflanzen. — Die 
Zukunft wird noch mehrere hinzufügen; mir genügt es, von Deutsch-Amerikanern 
Jer Erste gewesen zu sein, der in der Muttersprache eine solche Arbeit versuchte. 

II. Systematisches Verzeichniss der Pflanzen Wisconsins mit Stand- 
ortsangabe. 

A. Dieotyledonen. 

Ranunculaceen. 

Clematis verticillaris DC. Wisconsin nach Gray, 
t — Virginiana L. Milwaukee County. 
Anemone patens L. var. Nuttalliana. Wis. (Lapham). 

— parviflora Michx. „Lake Super. w nach Gray. 

— multifida DC. daselbst „rare" nach Gray, 
t - cylindrica Gray. Milwaukee Co. 

t — Virginiana L. Howells Road am Kiunikinnik! 

— Pennsylvanica L. „Illinois and northwestward". Gray, 
t — nemorosa L. Milwaukee Co. 

Blumenblätter in der Regel nur fünf (aber auch sieben), während die 
europäische Pflanze normal sechs Blumenblätter besitzt. Das Laub der 
amerikanischen Pflanze ist überdies meist rothbraun gefärbt und der 
Stengel sehr steif. 

30* 



236 



A B in hin 



\Hepatica triloba Cliaix. Milwaukee Co. 
x f — acutilöba DC. Milwaukee Co. häufig. 

Mit rothen, weissen und blauen Blüthen, variirt in der Zahl der 

Blumenblätter und der Kelchblätter; ist wahrscheinlich nur eine Var. 

der vorhergehenden, was auch G r ay zu glauben scheint, indem er sagt : 

„Perhaps runs in the other". Unsere H. triloba ist jedenfalls ein solcher 

Uebergang. 

fThalictrum anemonoides Michx. (= Anemone thalictroides L.). 

Milwaukee Co., und zwar an der Town Line zwischen Howells und 
Nicholson Road und an der Howells Road am Kinnikinuik. Vom letzteren 
Standort mit fünf Blumenblättern und vier Fruchtknoten. 

f — dioicum L. Milwaukee Co. gemein. 

f — Gornuti L. Milwaukee Co. besonders häufig am Kinnikinnik. 
fRanuncalus aquatilis L. var. trichophyllus Chaix. 

An der Howells Road, IV2 Meile nördlich von New Cöln. 
t — multifidus Pursh. Milwaukee Co. gemein. 

t — alismaefolius Geyer. Eine Meile südlich vom Wisconsin House an der 
westlichen Line Road. Unterscheidet sich nicht wesentlich von R. Flani- 
mula L. (Zwar nicht im Town Lake aber an der Grenze). 

— Flammula L. var. reptans. „Sandyshores." Gray. 

— cymbdlaria Pursh. „Along the Great Lakes." Gray. 

— rhomboideus Goldie. „Wisconsin" nach Wood, 
f — abortivus L. Milwaukee Co. nicht selten. 

In New Cöln fand ich eine Fasciatio mit Zwilliugsblüthen. 
f — sceleratus L. Im Milwaukee Co. an einigen Orten, z. B. im Tamarack 

und Stephansbusch bei New Cöln. 
f — recurvatus Poir. Milwaukee Co., z. B. New Cöln. 

— Pennsylvanicus L. Manitowoc Co., z. B. Centreville. 

f ~ fascicularis Muhl. Sumpfige Orte gegen Gray, welcher sagt: 
„Rocky hüls". 

Fasciationen mit Zwillings- und Drillingsblüthen sind nicht selten. Ich 
erhielt sogar ein Exemplar mit fünf verwachsenen Blüthen, deren gemein- 
schaftlicher Stiel V3" breit und deren Carpelle kammförmig waren. 

t — repens L. Die Normalform (mit grossen einfachen Blüthen) V/ 2 Meilen 
nördlich von New Cöln an der westlichen Line Road. Mit -gefüllten 
Blüthen häufig in Gärten und auf Kirchhöfen, verwildert. 

fCaltha palustris L. Milwaukee Co. häufig, besonders am Kinikinnik. 

\Aquilegia Canadensis L. Am Lake Michigan, östlich von New Cöln und am 
Kinnikinnik u. s. w. (s. Labrain, Zierpflanzen. Taf. 44.) 

f — vulgaris L. In Gärten. 

Delphinium azureum Michx. „Wisconsin" nach Gray und Wood, 
t — Ajacis L. In Gärten. (Ob auch D. Orientale Gay?) 
fHydrastis Canadensis L. Milwaukee Co., z. B. um New Cöln in fettem Busch- 
land, nicht häufig. 



Vergleichende Flora Witscoubinb 



237 



fActaeu spicata L. var. rubra Michx. Milw. Co., beinahe in jedem Busch, 
f — alba Bigel. Daselbst, aber seltener, z. B. bei der Francis Station und 
im Stephansbusch. Häufiger in Ceutreville bei St. Wendelin. 
Cimicifuga racemosa Ell. „Wisconsin" nach Gray. 
tNigdla Damascena L. Als Gartenflüchtling. 
•fPaeonia officinalis L. In Gärten. 

Menispermaceen. 

^Menispermum Canadense L. Milwaukee Co. zerstreut, z. B. Town Line, zwischen 
Kilboura- und New Road etc. 

Berber idaeeen. 

jCaulophyllum thalictroides Michx. Milwaukee Co., z. B. in Büschen um New 
Cöln, nicht häufig. Die Blüthen erinnern an Ruta graveolens. 
Jeff'ersonia diphylla Pers. „Wisconsin" nach Gray. 

jPodophyllum peltatum L. „Wilde Citronen." Sehr gemein. Hat einige 
Aehnlichkeit mit Equisetum arvense sowohl hinsichtlich des Standortes, 
der Zeit ihres Erscheinens und hinsichtlich des Geschlechtsverhält- 
n i s s e s, denn wie Equisetum, hat auch Podophyllum fruchtbare und un- 
fruchtbare Individuen aufzuweisen. Unfruchtbare Exemplare sehen erst 
einem geschlossenen, dann einem geöffneten Regenschirme täuschend 
ähnlich, während bei fruchtbaren der Blattstiel sich im oberen Dritttheil 
trennt und aus der Achsel der Blattstiele eine rosenartige weisse Blüthe 
treibt. Die Früchte, welche im August reifen, können genossen werden, 
während Blatt und Wurzel giftig sind und auch vom Vieh unberührt 
gelassen werden. Ein Absud davon wurde zur Vertilgung der Kartoffel- 
käfer (Doryphora decemlineaia) mit Erfolg angewendet. Das „Schirm- 
blatt", wie ich diese Pflanze nenne, ist eine der charakteristischen des 
östlichen Wisconsin und hilft dessen Pflanzenphysiognomie bedingen. 
Ich machte den Versuch, die Früchte einzukocheu und erhielt ein äusserst 
delicates Dessert. 

Nymphaeaceen, 

Brasenia peltata Pursh. Muskego Lake im Waukesha Co. Blätter schild- 
förmig, gelatinös, schwimmend. 

^Nymphaea ordorata Ait. Milwaukee Co., besonders Deer Creek in Bai view 
bei Milwaukee. 

iNuphar advena Ait. Daselbst. 

Sari aceni aeeen. 
Sarraceniu purpurea L ..Common from New England to Minnesota' 1 Gray- 



238 



A Bruhiri. 



Papaveraceen* (MHchsaftführend.) 

fPapaver somniferum L. Milwaukee Co. als Gartenflüchtimg 
f — Hhoeas L. Milwaukee Co. sehr sporadisch. 
~\Eschsclioltzia Douglasii Hook. Häufig in Gärten. 

Stylophorum diphyllum NutU „Wisconsin" nach Gray. 

Chelidonium majus L. Ob in Wisconsin? 
f Sanguinaria Canadensis L. Milwaukee Co., besonders östlich von New Cöln. 

Fumariaceen* 

Adlumia cirrhosa Raf. „Common westward" nach Gray. 
Dicentra Canadensis DC. „Wisconsin" nach Gray. 

— cucullaria DC. „Westward" Gray. 

t — spectabilis DC. Eine häufige Zierpflanze. 
Corydalis glauca Pursh. „Common" Gray. 

— flavida Raf. „Wisconsin" nach Gray. 

— aurea Willd. „Wisconsin" nach Gray. 
Fumaria officinalis L. Wisconsin? 

Crueiferen. 

f Nasturtium officinale R. Br. Milwaukee Co., aber nicht häufig. 

— sinuatum Nutt. „Banks of the Mississippi" Gray. 

— sessiliflorum Nutt. „Mississippi River" Wood. 

— obtusum Nutt. Mit der vorhergehenden, 
t — palustre DC. Milwaukee Co. gemein. 

f — Armoracia Fries. Daselbst, New Cöln, freiwachsend. 

fDentaria laciniata Muhl. Waldkapelle beim Priester-Seminar und noch häufiger 

an der westlichen Line Road, V/ 2 Meilen nördlich von New Cöln, in 

Gesellschaft von Sanguinaria, Hydrophyllum , Hepatica, Claytonia, 

Allium, JBJrythronium etc. 
fCardamine rhomboidea DC. mit der Var. purp>urea Torr. Milwaukee Co. häufig, 

besonders östlich von New Cöln. 

Die Normalform mit weissen Blüthen blüht bedeutend später als die 

Varietät. Nur das Wurzelblatt zeigt entschieden rhomboidische Form, 

daher ein Analogon zu Campanula rotundifolia. 

— pratensis L. „Wisconsin" nach Gray. 

— hirsuta L. Centreville, Station im Co. Manitowoc. 
Arabis hirsuta Scop. „Common" Gray. 

f — laevigata DC. Am Kinnikinnik bei der Loomis Road. 
f — Canadensis L. Diese und die vorhergehende am Lake Michigan östlic 
von New Cöln. 

— Drummondii Gray. „Lake Superior" Gray. 
Barbarea vulgaris R. Br. „Indigenous from L. superior north- and west 

ward" Gray. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



239 



Erysimnm cheiranthoides L. „Illinois and northward" Gra3 r . 
fSis>nnbrium officmale Scop. Mihvaukee u. s. w. 

— canescens Nutt, „Lake Superior, thence southward and westward" Gra y 
Hesperts Matronalis L. Flor, albis in Caledonia, Racine Co. 

t — — Florib. purpureis an der Kilboura Road, 5% Meilen südlich von 
Milwaukee. 

t Brassica (Sinapis) arvensis Boiss. Mihvaukee Co. Häufig auf Aeckern und 
an Roads. 

t — Bapa L. \ 
t — Napus Koch. 

t — oleracea L. var. caulo-rapa DC. \ Cultivirt. 

t — — var. capitata (bullata, laevis, rubra.) 
t — — var. cauliflora. 
Draba arabisans Michx. „Shores of Lake Superior" Gray. 

— Caroliniana Walt, mit der var. micrantlxa, „Wisconsin" nach Gray. 
fCdmelina sativa Crantz. In einem Leinacker zwischen der Kilbourn- und 

New Road, 1 Meile südlich von der Town Line des Town Lake im 

Jahre 1870. 
•[Capsella bursa pastoris Mönch. Ueberall. 
ifLepidium Virginicum L. An Roads gemein. 

— intermedium Gray. „From Illinois northward" Gray. 
\Cakile Americana Nutt. See-Ufer bei Milwaukee. 
IfRajyhanus sativus L. Cultivirt und verwildert. 

Mesedaceen, 

^Reseda odorata L. Häufig in Gärten. 

Capparidaceen. 
Polanisia graveolens Ruf. „Wisconsin" nach Gray. 

Violaceen. 

f Viola blanda Willd. Milwaukee Co. in Sümpfen, z. B. Tamarack. 

— Selkirkii Pursh. „Lake Superior" nach Robbins. 
t - cucullata Ait, Häufig im Co. Mihvaukee. 

t — canina L. var. sylvestris Regel. New Cöln etc. 
t?- striata Ait. New Cöln? 

— Canadensis L. „Common northward" Gray, 
t — pubescens Ait. fehlt wohl in keinem Busch. 

t tiieolo? L. 1 ^ Gärten und auf Kirchhöfen. 
T — odorata L. J 

Cistaceen. 

Helianthemum Canadense Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

Hudsonia tomentosa Nutt. „Wisconsin" Wood, „along the great Lakes" Gray. 

Lechea minor Lam. „Common" nach Gray. 



240 



A. Brnhim 



Droseraceen* 

f Drosera rotundifolia L. Kleiner Lake in der Nähe des Wisconsin House an 
der Südwestecke des Town Lake. 

— longifolia L. „Less common" Gray. 

linearis Goldie. „Shore of Lake Superior" Gray. 

Hypericaceen. 

Hypericum pyramidatum Ait. „Wisconsin" nach Gray 

— Kdlmianum L. „Northern Lakes" Gray. 

— ellipticum Hook. „Lake Superior" Gray. 

f — perforatum L. Pastures in New Cöln etc. 

— corymbosum Muhl. „Common" Gray. 

— mutilum L. „Everywhere" Gray. 
-- Canadense L. „Common" Gray. 

— Sarothra Michx. „Common" Gray. 

fElodes Virginica Nutt. Tamarack und Town Line ah der Howells Road bei 
New Cöln. 

Blüthen meist verkümmert. Habitus des H. perforatum 

Caryophyllaceen. 

\Dianthus plumarius L. Auf Kirchhöfen häufig, 
f Saponaria officinalis L. Milwaukee Co. an Roads. 
t — Vaccaria L. Daselbst häufig unter der Saat. 

fSilene stellata Ait. Am Kinnikinnik, wo derselbe von der alten Howells Road 
durchschnitten wird, fand ich Exemplare, deren obere Blätter nicht 
wirtelig sind, weshalb ich anfänglich glaubte, Silene ovata gefunden 
zu haben. Asa Gray, dem ich ein Exemplar übersandto, schrieb mir 
darüber : 

„Mea sententia manca tua „Silene ovata" est potius S. stellata foliis 
(superior ib us tantum?) oppositis. In S. ovata Pursh. Carolinensi 
panicula est thyrsiformi, calycibus longioribus. Specimina siccata uberiora 
desiderantur." Spätere Nachforschungen ergaben, dass wirklich nur die 
oberen Blätter gegenständig, die unteren aber normal wirtelständig sind. 

— antirrhina L. „Common in waste places" Gray, 
t — noctiflora L. Milwaukee Co. auf Aeckern. 

t — Ameria L. In Gärten und auf Kirchhöfen. 
fLychnis (Agrostemma) Githago Lam. Unter der Saat, 
t — Chalcedonica L. Häufig in Gärten und verwildert. 
Arenaria stricta Michx. „Wisconsin" nach Gray, 
t — (Moehringia) ktteriflora L. Milwaukee Co. 

fStellaria media Smith. Milwaukee Co., z. B. im Stephansbusch bei New C<">ln 
und Seminar. 



Vergleichende Florn Wisconsins 



241 



t Stellaria longifolia Muhl. New Cöln etc. 

longipes Goldie. „Wisconsin" nach Gray. 

— crassifolia Ehrh. „Illinois and northward" Gray. 

— borealis Bigel. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 
iCerastium viscosum L. In jedem Busche. 

— ntctans Raf. „Vermont to Minnesota" Gray. 

— arvense L. „Wisconsin" nach Gray. 

Saal na (Spergida) nodosa Fenzl. „Lake Superior" Gray. 
Anychia dichotoma Michx. „Common throughout" Gray. 

Portulacaceen, 

\Portulaca oleracea L. Ein häufiges Gartenunkraut im Milwaukee Co., welches 
aher auch wie Spinat als Gemüse benutzt werden kann. 

t — grandiflora. Nicht selten in Gärten. 
Talinum teretifolium Pursh. „Wisconsin: Falls of St. Croix River" Gray. 

\Claytonia Virginica L. Milwaukee Co. nicht selten. Standort und Blüthen 
an Oxalis acetosella erinnernd. 

— Caroliniana Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

Malvaceen. 

fAUaea rosea Cav. Nicht selten an Roads als Gartenflüchtling. 

\Malva rotundifolia L. Milwaukee Co., z. B. New Cöln, um Häuser und Ställe. 

t — sylvestris L. Daselbst, unkrautartig in Gärten. 

t — moschata L. Weissblühend beim Seminar; rothblühend an der Town 
Line nahe dem Lake Michigan und an der Howells Road bei Caledonia 
Racine Co. 

Callirhoe triangulata Gray. „Wisconsin" nach Gray. 
\Abutilon Avicennae Gaertn. Caledonia, Racine Co. Häufig zwischen der Howells 

und New Road, unfern des Root Rivers und selten in New Cöln bei der 

katholischen Kirche. 
^Hibiscus trionum L. Beim Wisconsin Haus, „Flower-of-an-hour". S. Labram, 

Zierpflanzen. Taf. 85. 

Tiliaceen. 

\Tüia Americayia L. Milwaukee Co. immer seltener werdend. 

Aus dem Holze werden die sogenannten „Klumpen" oder Holzschuhe 
verfertigt. 

Linaveen* 
tAnum Virginianum L. „Common" Gray, 
t — usitatissimnm L. Selten gepflanzt im Co. Milwaukee, häufig dagegen auf 
der Prairie. 

Als vor einigen Jahren ganze Wagenladungen Leinstroh von der Prairie 
nach Milwaukee gefahren wurden, fand man im darauf folgenden Sommer 
zu beiden Seiten der Howells Road die Leinpflanze. 

Z. B Gea. B. XXVI. Abh. 31 



242 



A. Bruln n. 



Gerania ceen. *) 

fGeranium maculatum L. Gemein im Co. Milwaukee. 
t — dissectum L. New Cöln nur einmal; ist vielleicht: 

— Carolinianum L. „Common" nach Gray. 

— JRobertianum L. „Common northward" Gray. 
fTropaeölum majus L. Wird häufig cultivirt. 

fFloerkea proserpinacoides Willd. Caledonia, in der Nähe des Standortes von 
Abutilon (s. dieses) und häufig am Kinnikinnik, in der Nähe der alten 
Howells Road, westlich davon. Blüthentheile oft vierzählig; Früchte 
meist abortirend — einzeln. 

flmpatiens pallida Nutt. Am Kinnikinnik, zwischen Howells und New Road? 
Eher die Var. der folgenden „with spotless flowers". 

f — fulva Nutt. Geraein im Co. Milwaukee. 

f — Balsamina L. Häufig in Gärten. 

fOxalis stricta L. Milwaukee Co. nicht selten. 

— Acetosella L. „Lake Superior" nach Gray. 



Rutaceen. 

fXanthoxylum Americanum Mill. Milwaukee Co. nicht selten an Penzen u. s. w. 
Ueber die Schreibart „Xanthoxylum" statt Zanthoxylum vergl. Koch, 
Dendr. I. 563). 
Ptelea trifoliata L. „Wisconsin" nach Gray. 



Anacardiaceen* 

fRhus glabra L. Milwaukee Co. nicht selten, 
t — venenata DC. Tamarack bei New Cöln. 
t — Toxicodendron L. Co. Milwaukee, häufig. 

— typhina L. und 1 . , . " , . ,™ 

,,. T } wahrscheinlich auch m Wisconsin. 

— copallma L. ) 

Vitaceen, 

f Vitts Labrusca L. cultivirt, z. B. beim Seminar. 

f — aestivalis Michx. Milwaukee Co. Früchte im September reif. 

— cordifolia Michx.? Früchte im November reif. 
\Ampelopsis quinquefölia Michx. Milwaukee Co. gemein. 

Rhamnaceen. 

•fRhamnus alnifolius I/Her. Tamarack bei New Cöln. 

fCeanothus Americanus L. Caledonia Racine Co. und Franklin Milwaukee Co. 
auf dem Kirchhof; selten in New Cöln hinter der lutherischen Kirche 

— ovalis Bigel. „Wisconsin" nach Gray. 



') Einschliesslich der Limnantheen, Balsamineen und Oxalideen. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



( \ t((straceen* x ) 

fCelastrus scandens L. Nicht selten im Co. Milwaukee. 
\Eoonymus atropurpureus Jaeq. „Wisconsin" nach Gray. 

Von Mr. Lumerding an der Loomis Road, Milwaukee Co., gefunden. 



Sapindaceen. 

Staphylea trifoliu L. „Wisconsin" nach MeAffee. 
i Aesculus ffippocastawwm L. Im Milwaukee Co. cultivirt. 
Acer Pennsylvanicum L. „Wisconsin" nach Gray. 

— spicatum Lam.? 

t — saccharinum Wang. Milwaukee Co. 

— — var. nkjrum. „With the ordinary form" Gray. 

— dasycarpum Ehrh. „Wisconsin" nach McAü'ee. 

f — rubrum L. Roth und gelb blühend in New Cöln. 
Negunda aceroides Mönch. „Wisconsin" nach Gray. 



Polygalaceen. 

Polygala incarnata L. „Wisconsin" nach Gray. 

— sanguinea L. „Common" Gray. 

— vertieülata L. „Common" Gray. 

t — Seuega L. New Cöln im Kirchenlande an einer Stelle häufig. 



Leguminosae, 

Lupinus perennis L. „Common" nach Gray. 
^Trifolium pratense L. Mit bandförmigen und rührigem Stengel und weis.s- 
blühend. 

t — repens L. Gemein an Roads etc. 

— hybridum L. In Centreville, Manitowoc Co. cultivirt. 
tMelüotw macrorrhiza Pers, Milwaukee. 

f — alba Lam. Milwaukee Co. an Roads. 

t Medicago sativa L. An der Kübourn Road, V2 Meile südlich vom Wisconsin 
House und New Road, 3 Meilen südlich von der Stadtgrenze, einst ge- 
baut, jetzt spontan. 

t — Lupulina L. Milwaukee, South Side. 
P&oralea argophylla Pursh. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

— escidetüa Pursh. „N. W. Wisconsin" (Suears, T. J. Haie etc.). 
Petälostemqn violaceus Michx. „Michigan to Minnesota" Gray. 

— vühsus Nutt. „N. Wisconsin, Lake Pepin" etc. (T. J. Haie). 
Amorpha fruticosa L. „Wisconsin" nach Gray. 

— canescens Nutt. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 



*) EinschlieBblich die Staphyleaceen und Acerineen. 



31* 



244 



A Bruhin. 



fRobinia Pseudacaciu L. An der alten Howells Road nahe der Stadtgrenze, 

wie freiwachsend. 
Astragalus caryocarpus Ker. „Upper Mississippi river", Gray, 
f — Canadensis L. Sectio 9, ungefähr eine Meile südlich von der Stadtgrenze, 

mit der folgenden: 

t — Cooperi Gray. Daselbst. Schoten ein fächerig, innerhalb spinnwebig, 
aufgeblasen. (Die der Canadensis nicht aufgeblasen, zweifächerig.) 
A. Cooperi blüht einen Monat früher als A. Canadensis. 
Desmodium nudiflorum DC. „Common" Gray, 
f — acuminatum DC. Milwaukee Co., z. B. New Cöln. 

— canescens DC. „Wisconsin" nach Gray. 

— cuspidatum Torr, et Gray. „Common" Gray. 

— Dillenii Darlingt. „Common" Gray. 

— paniculatum DC. „Common" Gray. 

— Canadense DC. „Common" Gray. 

— Marilandicum Booth. „Common" Gray. 
Lespedeza violacea Pers. „Common" Gray. 

f Vicia Caroliniana Walt. Milwaukee Co., z. B. New Cöln. 
t — Americana Muhl. Daselbst. 

Unterschied von Vicia Caroliniana und Americana: 



Vicia Carolina. 
Blüthen 20 und darüber, lila; 
Länge weniger als l / 2 Zoll; 
Ranken gegabelt; 
Nebenblättchen lanzettlich , ganz 
randig. 

Blüht im Mai. 



Vicia Americana. 
Blüthen höchstens 8, purpurn; 
Länge derselben % Zoll; 
Ranken ästig; 

Nebenblättchen halbrund, einge- 
schnitten — gezähnt. 
Blüht im Juni. 



t Vicia Faba L. cultivirt. Ein arger Feind derselben ist Cantharis cinerea. 
f?Lathyrus maritimus Bigel. „Shore of the great Lakes" Gray. Am Michigan, 

New Cöln gegenüber? 
f — venosus Muhl. Co. Milwaukee, au Fenzen und Buschrändern nicht häufig, 

z. B. in der Nähe des Town House. 
f — ochrolencus Hook. Nicht selten in Wiesen und auf Pastures des County 

Milwaukee, z. B. New Cöln. 
— palustris L. Bei Franklin im Co. Milwaukee. 
f „ sativus L. Wurde in New Cöln gebaut. 

fApios tuberosa Mönch. Häufig eine Meile östlich von New Cöln. 
f?Phaseolus diversifolius Pers. „Along the great Lakes" Gray. Am See-Ufer 

beim Seminar (?). 
t — vulgaris L. 

f — — var. nanus. } Cultivirt. 
t — multiflorus Lam. 



Vergleichende Floia Wisconsins, 



245 



fAmphicarpaea monoica Nutt. In fettem Busch, besonders „Stephansbusch". 
Baptisia tinetoria R. Br. „Common" Gray. 

— leucantha Gray. Caledonia, Racine Co.. nahe beim Kirchhof. 

— leueophaea Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

iPisum sativum L. In vielen Varietäten gepflanzt, besonders häufig im Towu 
16 und 17, d. i. zwischen Sheboygon und Monitowoc in der Nähe des 
Lake Michigan, wohin der Erbsenkäfer (Bruchus) merkwürdigerweise 
den Weg noch nicht gefunden hat. Am gesuchtesten sind die „grünen" 
Erbsen, weniger Nachfrage ist nach „weissen" Erbsen. Erstere wurden 
letzten Herbst zu 81.25 pr. Bushel verkauft. 
Wrvwn Lens L. Cultivirt. 



t Prunus Americana Marsh. Im Co. Milwaukee gemein. Vertritt hier die 
Stelle von Pr. spinosa. Früchte röthlich, sauer und süss. 

t — insititia L. Die Früchte kommen in Milwaukee auf den Markt. Ein 
freiwachsendes Exemplar fand ich vor Jahren an der alten Howells Road 
beim Kinnikinnik. 
— pumila L. „Wisconsin" nach Gray. 

t — Pennsylvanica L. Milwaukee Co. „Wisconsin" nach McAfFee. 

f — Virginiana L. Daselbst häufig an Fenzen. Blüht im Mai. 

t — serotina Ehrh. Daselbst. „Wisconsin" nach McAfFee. 

t — domestica L. | 



t — vulgaris Mill. (== Persica).) j 

Spiraea opulifolia L. „Wisconsin" nach McAfYee. 
t — salicifölia L. Strassengräben, z. B. au der Howells Road und Town Line 
bei New Cöln. 

jfAgrimonia Eupatoria L. Busch und Pastures, z. B. in New Cöln. 
fGeum album Gmel. New Cöln etc. 
t — Virginianum L. Daselbst etc. 

— macrophyllum Willd. „Illinois and north westward" Gray, 
t — strictum Ait. New Cöln etc. 

t rivale L. Tamarack bei New Cöln und am Lake Michigan. 

— triflorum Pursh. „Wisconsin" nach Gray. 
PotentUlu pfiradoxa Nutt. „Banks of the Mississippi" Gray. 

t — Canadensis L. mit der var. simplex. New Cöln etc. 

t — Norvegica L. Daselbst. Blüthen endständig, gehäuft; Blumenblätter 
kleiner als der Kelch, gelb, etwas ausgerandet; Blätter dreizählig. Pa- 
stures. Später blühend als P. Canadensis. 

— Pennsylvanica L. „N. Wisconsin" nach Gray. 



Rosaceen, ') 



t — avium L. 

f — Cerasus L. 

t — Armeniaca Willd. 



Cultivirt im Co. Milwaukee. Die zwei 
letzten selten. 



*) Einschliesslich die Amygdaleen und Toraeen. 



246 



A. B ruh in 



Potent iila wrguta Pursh. „Common north ward and westward" Gray, 
t — anserina L. Milwaukee u. s. w., am See-Ufer. 

— fruticosa L. „Common northward" Gray. 

— tridentata Ait. „Shores of the upper Great Lakes" Gray. 

f — palustris Scop. (— Comarum) Tamarack bei New Cöln und kleiner Lake 
in der Nähe des Wisconsin House. 

\Fragaria Virginiana Ehrh. Milwaukee Co. Samen in das Fruchtfleisch ein- 
gebettet. 

t — vesca L. Samen oberflächlich. Daselbst. 

t - grandiflora Ehrh. „Ananas-Erdbeere". Cultivirt. 

Dalibarda repens L. „Common northward" Gray. 

Riibus Nutkanus Mocino. „Wisconsin" nach Wood. 

— odoratus L. „Common northward" Gray, 
f — triflorus Richardson. New Cöln u. s. w. 
f — strigosus Michx. Howells Koad etc. 

t — occidentalis L. Daselbst beim Town House. 
f — villosus Ait. Pastures in New Cöln etc. 
t — Canadensis L. New Cöln u. s. w. 

— hispidus L. „Common northward" Gray. 

Hosa Tournef. 
Eiutheilung unserer einheimischen Roben, 

*) Griffel zu einer Säule verwachsen, so lang als die Staubfäden, 
klimmend. 1. R. setiger a. 
**) Griffel frei, kürzer als die Staubgefässe, nicht klimmend. 

t) Ohne, oder nur mit einigen schwachen Dornen. 2. R. blanda. 
ff) Dornige Rosen. 

a) Dornen gerade. 3. R. lucida. 4. R. neglecta. 
ß) Dornen stark gebogen. 5. R. Carolina. 
Cultivirte Arten: 6. R. centifolia. 7. R. Damascena. 8. jfö. incarndta Pers. 
Rosa setigera Michx. „Wisconsin" nach Gray. (Auf Prairien.) 
t — Carolina L. Co. Milwaukee in der Nähe von Sümpfen nicht selten. Blüht 

ein Monat später als R. blanda. 
t — lucida Ehrh. Daselbst an Fenzen. Blüht 14 Tage später als die folgende, 
t — blanda Ait. Auf Aeckern u. s. w. Blüht Anfangs Juni, 
t — neglecta mihi. Wahrscheinlich eine Bastardform von R. lucida un 
blanda. Mit den Stammarten auf dem Kirchenland der St. Stephans 
gemeinde in New Cöln, wo auch R. Carolina vorkommt. (Das Are" 
dieses Landes beträgt nur fünf Acres, beherbergt aber 250 Pflanzenarte 
Immerhin eine ansehnliche Zahl für einen so kleinen Flecken Lande 
den ich aber seit sechs Jahren beinahe jeden Tag durchsucht habe.) 

Ueber R. neglecta vergl. „Die Rosen New Cölns" von Th. A. Bruhi 
Separatabdruck aus der „Columbia". 



Vergleichende! Flora Wisconsins. 



247 



■fBosa centifolia L. 

t — Damascena Mill. } Cultivirt. 

t — incarnata Pers. 

f Crataegus coccinea L. Milwaukee Co. häufig. 

t — tomentosa L. var. punctata. Daselbst. 
- Crus galli L. Wisconsin? 

fl'irus coronaria L. Ueberall. Es gibt gelbfrüchtige und grünfrüchtige Holz- 
apfelbäume; nur die ersteren werden eingemacht. (Ueber die Schreibart 
Pirus — statt Pyrits s. Koch, Dendrologie.) 

t — pumila Mill. (= P. Malus L.). Häufig cultivirt im ganzen Co. Milwaukee 
u. s. w. Bei der Kirche in New Cöln steht ein Apfelbaum mit süssen 
Früchten, welcher vor einigen Jahren viele Zwillinge und Drillinge ge- 
tragen hat. 

t Achras Grertn. (= P. communis L.). Cultivirt. Gedeiht aber, wie auch 
der Pfirsichbaum , im Connty Milwaukee und in Wisconsin überhaupt 
nicht so gut, wie in den östlichen und südlichen Staaten. 

t — arbutifölia L. var. melanocarpa. „Tamarack" bei New Cöln. 

— sambucifolia Ch. et SChl. „Northward and westward" Gray, 
t — (Sorbus) Americana DC. Im Co. Milwaukee cultivirt. 

t — prunifölia Willd. „Sibirian Crab Apple". Häufig cultivirt, 
\Amelanchier Canadensis Torr, et Gray, und zwar: 
t — — var. Botryopium, die gewöhnliche Form; 1 ^ 
t var. öblongifolia, später blühend; / 

— — var. alnifolia, „we st ward 4 ' Gray. 

— — var. oligocarpa, „northward" Gray. 



SaxAfragaceen, 

\jRibes Cynosjbati L. Im Co. Milwaukee nicht selten. 

t — hirtellum Micbx. Tamarack bei New Cöln etc. 

t — rotundifolium Michx. Stadtgrenze und am Kinnikionik. 

— lacustre Poir. „Wisconsin" nach Gray, 
t — floridum L. New Cöln u. s. w. 

t — rubrum L. Im Co. Milwaukee im Grossen gezogen — auch mit weissen 
Früchten — zur Bereitung von Wein (2 Quart Saft, 2 Quart Wasser 
und 3 Pfund Zucker), Gelee u. s. w., auch wildwachsend im Tamarack 
und Mitte der 33. Section bei New Cöln. Die wildwachsende Art unter- 
scheidet sich von der cultivirten nur durch schmälere, röthliche Blüten- 
blätter und frühere Blüthezeit. 

t - aureum Pursh. In Gärten häufig cultivirt. 

t — Grossularia L. Allgemein cultivirt. 

jPhiladelphus coronarius L. In Anlagen, z. B. Seminar. 
Parnassia parviflora DC. „N. W. shore of Lake Michigan : White Fish Bay, 
Wisconsin" (Henry Gilman). 



248 



A . B r u h i u 



Parnassia palustris L. „Shore of Lake Superior" Gray. 

— Caroliniana Michx. Kleiner Lake, östlich von Franklin, 
Saxifraga tricuspidata Retz. „Shore of L. Superior" Gray. 

— Aizoon Jacq. „Wisconsin" nach Gray. 

— Virginiensis Michx. „Common northward" Gray. 

f — Pennsylvanica L. Um New Cöln, z. B. Tamarack, Stephansbusch und 
Hubert Joerres Busch, auf sumpfigem Boden. 
Sullivantia Ohionis Torr, et Gray. „Wisconsin River" Lapharn. 
Heuchera Americana L. „Wisconsin" nach Gray, 
f — hispida Pursh. Am Kinnikinnik bei der Loomis Road und in New Cöln 

im Kirchenland (Pasture). 
fMitella diphylla L. Um New Cöln etc. 

f — nuda L. Tamarack bei New Cöln und häufig bei der Centreville Station. 
Nach Wood „rare". 
Tiarella cordifolia L. „Common northward" Gray et Wood. 
Chrysosplenium Americanum Schwein. „Northward" Gray. 

Crassulaceen» 

fPenthorum sedoides L. Strassengr'äben im Co, Milwaukee u. s. w. häufig. 
fSedum Telephium L. Häufig auf Friedhöfen. 

Hamamelaceen. 

^Hamamelis Virginica L. Co. Milwaukee in jedem Busche. 

Ualorageen. 

fMyriophyllim spicatum L. Muskego Lake im Waukesha Co. und Milwaukee. 

— verticillatum L. „Northward" Gray. 

fProserpinaca palustris L. Narben weiss, gegen Beck. Blätter zerstreut, das 
sechste über dem ersten, gegen Gray. Meist in Gesellschaft von Lud- 
wigia pölycarpa, z. B. Kirchenland in New Cöln. 

Onagraceen. 

fCircaea Lutetiana L. Milwaukee Co. in fettem Busch, 
f — alpina L. Daselbst, z. B. New Cöln. 
Epilobium alpinum L. var. majus Wahl. „Upper Wisconsin" Gray. 

— palustre L. var. lineare. „Illinois and northward" Gray, 
f — coloratum Muhl. Im Milwaukee Co. nicht selten. 

t — angustifolium L. Selten im Tamarack bei New Cöln und Franklin; 
häufig im Norden, z. B. an der Rail road zwischen Sheboygan und 
Centreville. 

fOenothera biennis L. var. muricata. Im ganzen Co. Milwaukee u. s. w. ge- 
mein. Fasciationen kommen häufig vor. Staubgefässe bei unserer Pflanze 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



249 



so lang, als die verkehrtherzfönnigen Blumenblätter. Verkümmerte Exem- 
plare haben oft eine Kelchröhre, die nicht länger, oder kaum so lang 
als der Fruchtknoten ist. 
Oenothera rhombipetala Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

— chrysantha Michx. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

— serrulata Nutt. „Wisconsin, Falls of St. Anthony" (Lesquereux, T.J.Haie). 
jLudtcigia polycarpa Short et Peter. Sehr häufig in einem Graben an der 

Town Line bei New Cöln, mit der folgenden, 
t — (Isnardia) palustris Ell. Um New Cöln stellenweise häufig in Gräben. 

Melastomaceen. 

Wiexia Virginica L. „Wisconsin" nach Gray. 

Lythraceen. 

Ammonia Nuttaliii Gray. „Wisconsin" (T. J. Haie). 
Lythrum alatum Pursh. Franklin im Milwaukee Co. 

Cactaceen» 

Opuntia Baßnesquii Engelmann (Synopsis of the Cactaceae, p. 39). „Wisconsin" 
nach Gray. 

— Missouriensis DC. „Borders of Wisconsin" Gray. „Wisconsin, along the 
rivers" Wood. 

Cucurbitaceen. 

fEchinocystis löbata Torr, et Gr. Häufig am Kinnikinnik und beim Seminar. 

Cultivirte Arten: 
^ Cucurbita Pepo L. „Pumpkin" — Kürbis, 
f — Melopepo „Fiat Squash." 8. Staats-Fair in Milwaukee. 
t — verrucosa. „Crookneck Squash". Ebenso, 
f — maxima Duch. „Mammoth Squash". Ebenso. 

— Lagenaria L. „Gourd". Centreville. 

iCitrullus vulgaris Schrad. Wassermelone. „Citron". In Milwaukee „Cholera- 
Bomben". Mit rothem Fleisch und schwarzen Kernen. Eeife Frucht 
grün, mit oder ohne gelblich weisses Netz. Länglich und rund. 

f Cucumis Melo L. Zuckermelonen. „Musk Melon." Fleisch orangefarben oder 
grün, mit gelben Kernen. Reife Frucht länglich, goldgelb. 

t — sativus L. Gurken „Cucumber". Werden häufig eingemacht. Jeder 
Farmer weiss, dass, wenn man Zuckermelonen und Gurken untereinander 
säet, sie sich „verbastarden". 

t — anguinus. „Serpent Cucumber". Auf der 8. Staats-Fair in Milwaukee. 

Vmbelliferen. 
Hydrocotyle Americana L. „Common northward" Gray. 
\Sanicula Canadensis L. Um New Cöln u. s. w. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 32 



250 



A. Bruhin. 



Sanicula Marilandica L. „Common" Gray und Wood. 

JEryngium yuccaefolium Michx. Franklin im Milwaukee Co. und Caledonia im 
Racine Co. 

Polytaenia Nuttaliii DC. „Wisconsin" nach Gray. 
■fHeracleum lanatum Michx. Am Kinnikinnik und anderswo im Co. Milwaukee, 

aber nirgends häufig. 
fPastinaca sativa L. Daselbst und häufig bei der Sakristei der katholischen 

Kirche in New Cöln. 
fArchangelica atropurpurea Hoffm. Kinnikinnik etc. 
Conioselinum Canadense Torr, et Gr. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 
Thaspium barbinode Nutt. „Wisconsin" nach Gray, 
f — aureum Nutt. New Cöln etc. mit der var. apterum. 
t — trifoliatum (Gray). Westlich von der Francis Station etc. (mit den var. 

atropurpureum und apterumf). 
\lZizia integerrima DC. Am Kinnikinnik? 
Cicuta maculata L. „Common" Gray. 

— bulbifera L. „Common northward" Gray. 

■fSium lineare Michx. New Cöln, im Kirchenland u. s. w. 

fCryptotaenia Canadensis DC. New Cöln und anderswo im Co. Milwaukee 

nicht selten. 
•fOsmorrhiza brevistylis DC. Daselbst. 

— longistylis DC. „Northward" Gray. 
Conium maculatum L. „Waste places" Gray. 
Erigenia bulbosa Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

Cultivirte Arten: 

fAnethum graveolens L. „Dill". 
fApium graveolens L. „Sellerie". 

f Carum Carvi L. „Kümmel". Pflanzt sich, einmal angesäet, von selber fort und 
findet sich jetzt häufig spontan. 
Coriandrum sativum L. Im Town Centreville cultivirt. 
■fDaucus Carota L. Um Milwaukee im Grossen gezogen. „Möhre" oder „gelbe Rübe", 
f ? Foeniculum officinale L. „Fenchel". ? 
^Petroselinum sativum Hoffm. „Petersilie." 

Araliaceen* 

fAralia racemosa L. Franklin und New Cöln (Tamarack etc.) im Co. Milwaukee 
ziemlich vereinzelt. Häufig dagegen bei der St. Wendelinskirche in 
Centreville („Grasers Busch" der überhaupt reich an Pflanzen ist). 

■fAralia nudicaulis L. Tamarack und Südseite der 20. Section etc. im County 
Milwaukee. 

f — trifolia. Seminarland beim Tamarack früher häufig, auch „Nunnemachers 
Busch" bei der kath. St. Jakobskirche an der Kilbourn Eoad. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



251 



Darf nicht mit A. quinquefolia verwechselt werden, welche letztere das 
berühmte „Ginseng" (= Panax quinquefolium L.) ist und nach Gray 
selten gefunden wird. 

Ich füge hier den Unterschied der Arten bei: 



Aralia (Panax) quinquefolia. 
Wurzel spindelförmig. 
Blättchen meist 5, langgestielt. 
Griffel gewöhnlich 2. 
Frucht roth. 



Aralia (P.) trifolia. 
Wurzel knollig. 
Blättchen meist 3, sitzend. 
Griffel gewöhnlich 3. 
Frucht grünlichgelb. 



— hispida Michx. In Centreville, Manitowoc Co. von Dr. Bötcher ge- 
funden und mir zur Determinirung überbracht. Selten im Norden. 



Comaceen. 

fComus Canadensis L. Tamarack bei New Cöln. Zeichnet sich vor den übrigen 
Gattungsverwandten der nördlichen Staaten durch blumenartig (schnee- 
weiss) gefärbte Hüllblätter (wie dieses auch bei Euphorbia corollata und 
einigen andern der Fall ist) und krautartigen Stengel aus. 

f — sericea L. Milwaukee Co. Hat wahrscheinlich dem an der südlichen 
Stadtgrenze Milwaukees vorbeifliessenden Biver dem Namen „Kinnik- 
kinnik" gegeben. 

t — stolonifera Michx. Howells Boad etc. 

— asperifolia Michx. „Wisconsin" nach McAffee.? 
f — paniculata L'Her. New Cöln u. s. w. 

— alternifolia L. „Wisconsin" nach McAffee. 



Caprifoliaceen. 

IfLinnaea borealis Gronov. Im Tamarack bei New Cöln häufig. 

Symphoricarpus occidentalis B. Br. „Wisconsin" nach Wood, 
f — racemosus Michx. Am Kinnikinnik, westlich von der Howells Boad und 

cultivirt als Zierpflanze unter dem Namen „Snowberrys". 
•fLonicera flava Sims. „A form with rather short flowers in Wisconsin" nach 
Gray. Milwaukee Co. nicht selten, besonders auch New Cöln, wo ich 
(auf dem Kirchenlande) Exemplare mit wirteligen Blättern fand, 
t — parviflora Lam. var. Douglasii. New Cölln etc. 
- hirsuta Eaton. „Wisconsin" nach Gray. 

— involucrata Banks. „L. Superior" Gray. 

— ciliata Muhl. „Wisconsin" nach Gray. 

— coerulea L. „Wisconsin" nach Gray. 

t — oblongifolia Muhl. Tamarack bei New Cöln. 

fDiervilla trifida Mönch. New Cöln und Lake Boad etc. Ich fand zu wieder- 
holten Malen Fasciationen des Blüthenstieles. 
^Triosteum perfoliatum L. Pastures in New Cöln u. s. w. 

32* 



252 



A. Bruhin. 



•fSambucus Canadensis L. New Cöln u. s. w., nicht selten in Pastures und 
an Roads. 

fViburnum Lentago L. New Cöln u. s. w. 

— nudum L. „Wisconsin" nach McAffee. 

f — dentatum L. New Cöln, 32. Section u. s. w. 

f — pubescens Pursh. New Cöln etc, 

f — acerifolium L. New Cöln, 33. Section u. s. w. 

— pauciflorum Pylvie „Wisconsin" nach Gray. 

f — Opulus L. mit der var. rosea. Mil wanke e Co. 

Rubiaceen. 

f Galium Aparine L. New Cöln, besonders an der südlichen Grenze der 20. Section. 

f — asprellum Michx. Gemein. 

(f)— trifidum L. „Common and very variable" Gray. 

f — triflorum Michx. Im Town Lake an mehreren Orten, z. B. am Kiünik- 
kinnik und am Standort des G. Aparine. Dieses ist der famose „Wald- 
meister" der Deutsch-Amerikaner, der schon eine gewaltige Feder-Fehde 
in verschiedenen deutsch -amerikanischen Zeitungen hervorgerufen hat, 
an denen ich mich selbst schon betheiligt habe. Vor der Blüthe sieht 
Gdlium triflorum der deutschen Asperula odorata wirklich täuschend 
ähnlich und auch der Geruch der welkenden Blätter ist derselbe. Wenn 
aber einmal die Blüthen zum Vorschein kommen, ist eine Verwechslung 
nicht mehr möglich, denn während die Blüthen der Asperula oder des 
echten Waldmeisters endständig sind, sind diejenigen des Galium tri- 
florum achselständig und zwar, wie der Trivialname andeutet, in der 
Regel zu drei an langen Stielen. 
Galium circaezans Michx. „Grasers Busch" in St. Wendelin, town Centreville 
im Co. Manitowoc und wohl auch anderswo. 

t Cephalanthus occidentalis L. An der Town Line zwischen den Howells- und 
New Road und eine Meile südlich von New Cöln. 

iMitchella repens L. Tamarack bei New Cöln und spärlich im Stephansbusch 
daselbst; häufig bei der Station Centreville im Co. Manitowoc. 
Houstonia purpurea L. var. longifolia. „Wisconsin" nach Gray. 

— — var. ciliolata „Wisconsin" nach Gray. 

Valerianaceön. 

Valeriana sylvatica Richard. „Wisconsin" nach Gray. 

— edulis Nutt. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

Fedia Fagopyrum Torr, et Gr. „Wisconsin nach Gray und Wood. 

— olitoria Vahl. Von Mr. Lumerdi.ng aus deutschem Samen gezogen. Der 
Genannte hat das Verdienst viele europäische Pflanzen im fernen Westen 
eingebürgert zu haben. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



253 



Compositen, 
I. Tubulif lora.e. 

(Mit röhrenförmigen Blüthen.) 

Vernonia Noveboracensis Willd. „Wisconsin" nach Gray. 

— fascicuJata Michx. „Wisconsin" nach Gray. 
Liatris cüindracea Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

— scariosa Willd. „New England to Minnesota" Gray. 

— spicata Willd. Caledonia, Racine Co. und Franklin. 
Kuhnia eupatorioides L. „Wisconsin" nach Gray. 

■fEupatorium purpureum L. Im Co. Milwaukee häufig, besonders an der Town 

Line zwischen Howells- und Nicols-Road bei New Cöln. 
f — perfoliatum L. Daselbst, 
f — ageratoides L. Stephansbusch bei New Cöln. 
Adenocaulon bicolor Hook. „Shore of Lake Sup." Gray et Wood. 
Sericocarpus conyzoides Nees. „Common" Gray. (Nach Wood ist S. solida- 
gineus Nees. gemein, während er S. conyzoides für die Südstaaten angibt.) 
Aster corymbosus Ait. „Common" Gray.- 

— macrophyllus L. „Common northward" Gray. (Bei St. Wendelin schon ver- 
blüht, als ich sie fand; nach dem Blatt zu schliessen aber doch diese Art.) 

— sericeus Vent. „Wisconsin" nach Gray. 

— laevis L. var. cyaneus. „Common northward" nach Gray. 

— azureus Lindl. „Wisconsin" nach Gray. 

— Shortii Boot. „Wisconsin" nach Gray und Wood, 
f — undulatus L. Milwaukee Co. 

f — cordifolius L. Daselbst. 

— ericoides L. „Wisconsin" nach Gray. 

— multiflorus Ait. „Common" nach Gray. 

— dumosus L. „Common" Gray. 

— Tradescanti L. „Very common" Gray. 

— miser L. „Very common and variable" Gray. 

— simplex Willd. „Common" Gray et Wood. 

— ternifolius L. „Wisconsin" nach Gray. 

— carneus Nees. „Common" Gray. 

— aestivus Ait. „Wisconsin" nach Gray. 

t — pvmiceus L. Eine Meile östlich von New Cöln. 

— prenanthoides Muhl. „Wisconsin" nach Gray. 

— oblongifolius Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

— amethystinus Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

— Novae Angliae L. „Common" Gray. 

— graminifolius Pursh. „Lake Superior" Gray. 

— ptarmicoides Torr, et Gr. „Wisconsin" nach Gray. 

— angustus Torr, et Gr. „Near the borders of Wisconsiu" Gray, 
t — (CoMistephus) chinensis. Häufig in Gärten. 



254 



A . B r u h i n . 



fJEh'igeron Canadense L. Gemein. 

— aere L. „Shore of Lake Superior" Gray. 

— bellidifolium Muhl. „Common" Gray et Wood. 

— Philadelphicum L. „Common" Gray et Wood. 

— glabellum Nutt. „N. Wisconsin" nach Gray und Wood, 
f — annuum Pers. Milwaukee Co. gemein. 

— strigosum Muhl. „Common" Gray et Wood. 
Dipplopappus linariifolius Hook. „Common" Gray. 

— umbellatus Torr, et Gr. „Common" Gray. 

f Solidago latifolia L. „Common northward" Gray. New Cöln. 

f — caesia L. Im Stephansbusch bei New Cöln mit der vorigen; bei S. lati- 
folia ist der Stengel eckig, hin- und hergebogen, bei S. caesia rund, 
aufrecht, graugrün. 

— stricta Ait. „Wisconsin" nach Gray. 

— speciosa Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

— Virga aurea L. var. alpina Bigel. „Shore of L. Super." Gray. 

— — — var. humilis. „Along the Great Lakes northw." Gray. 

— thyrsoidea E. Meyer. „Shore of Lake Superior" Gray. 

— rigida L. „Wisconsin" Gray. Caledonia, Racine Co. 

— Ohioensis Riddell. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

— Ttidelii Frank. „Wisconsin" nach Gray. 

— Hughtonii Torr, et Gray. „North shore of Lake Michigan" Gray. 

— neglecta Torr, et Gr. „Wisconsin" nach Gray. 

f — patula Muhl. Stephansbusch bei New Cöln; Blüthenzweige einseitswendig. 
f — argata Ait. var. scabrella. „Wisconsin" nach Gray. Die Normalform dieser? 

Art oft mit kropfig verdicktem Stengel. (= strumacea.) 
f — altissima L. „Very common and variable" Gray und Wood. New Cöln. 

— ulmifolia Muhl. „Common" Gray. 

— nemoralis Ait. „Common" Gray. 

— Missouriensis Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

— Canadensis L. „Very common" Gray et Wood. 

— serotina Ait. „Common" Gray. 

t(?)— gigantea Ait. „Common" Gray. New Cöln?. 
f — lanceolata L. Daselbst. 
Chrysopsis villosa Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

Inula Helenium L. Town Greenfield und Oak Creek im Co. Milwaukee. 
■fPolymnia Canadensis L. Stephansbusch bei New Cöln. Gleicht im Habitus 
einem Geum. In der Beschreibung der Gattung sagt Gray: „rays several" 
in der Artdiagnose aber: „rays few". In unserer Pflanze sind sowohl 
die wenigen Strahlblüthen als auch die Scheibenblümchen weiss, letztere 
kaum merklich gelblich weiss. 
Silphium laciniatum L. Compass-Plant „Wisconsin" nach Gray. Die untern 
und Wurzelblätter stehen vertical und zwar mit den Blattflächen immer 
gegen West und (mit dem Rücken) gegen Ost, demnach mit den Rändern 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



255 



gegen Süd uud Nord gedreht, daher der Name Compass-Pflanze. Durch diese 
Eigenschaft hilft diese Pflanze auf den weiten Prairien ebenso zur Orientirung, 
wie die moosbewachsene Seite der Baumstämme in den grossen Wäldern. 
Silphium terebinthinaceum L. Caledonia und Franklin. 

— trifoliatum L. „Wisconsin" nach Gray. 

— integrifolium Michx. Caledonia. 

— perfoliatum L. „Wisconsin" nach Gray. 
Parthenium integrifolium L. „Wisconsin" nach Gray. 
Iva xanthiifolia Nutt. „N. W. Wisconsin" (T. J. Haie). 
Ambrosia trifida L. „Common" Gray. 

t — artemisiaefolia L. Howells Koad und anderswo so häufig, als ob sie an- 
gesäet worden wäre, während sie im Norden, z. B. in Centreville an den 
Strassen beinahe gänzlich fehlt, aber um so häufiger auf mageren, sandigen 
Aeckern sich findet. Nach einer glaubwürdigen Annahme ist diese Pflanze 
erst etwa vor 20 Jahren von der Prairie nach Milwaukee und weiter 
nördlich vorgedrungen. 

In und um New Cöln beobachtete ich folgende Formen: 



a) simplex; 

b) ramosissima; 

c) angustifolia; 

d) latifolia-, 

e) villosa; 



f) glabriuscula ; 

g) dichotoma (sc. spicis diclio- 
tomis) ; 

h) fasciata et 

i) cristata. 



Ambrosia psilostachya DC. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 
•fXanthium strumarium L. New Cöln und Milwaukee (South Side) häufig; 
ebenso in Caledonia. 

— — var. echinatum Murr. „Along the Great Lakes" Gray. 
fHeliopsis laevis Pers. var. scabra. New Cöln, häufig. 

Echinacea angustifolia DC. „Wisconsin" nach Gray. 
fBudbeckia laciniata L. „New Cöln" u. s. w. 

— subtomentosa Pursh. „Wisconsin" nach Gray, 
t — hirta L. Town Lake, häufig. 

(Der gegenwärtige Erzbischof von Milwaukee, Most Reverend J. M. Henni, 
ein geborner Schweizer, führt in seinem Wappen das Bild einer Mudbeckia 
und zwar der in Ohio wachsenden Rudbeckia speciosa). 

f ? Lepachys pinnata Torr, et Gr. Caledonia Francis Stat. ? 

fHelianthus annuus L. mit der var. ligulata. Cultivirt und verwildert. 

— rigidus Desf. „Wisconsin" nach Wood. 

— occidentalis Riddell. „Wisconsin" nach Gray. 

— giganteus L. „Common" nach Gray. 

— strumosus L. „Common" Gray. 

t — divaricatus L. Häufig um New Cöln u. s. w. Ich fand Exemplare mit 
breiten, wirteligen und solche mit zerstreuten Blättern; erstere nennt 
Gray, dem ich sie zusandte: forma ternata. 



256 



A. B ruhin. 



Helianthus hirsutus Raf. „Wisconsin" nach Gray, 
f — decapetalus L. Stephansbusch bei New Cöln u. s. w. Meist mit acht 
Strahlenblüthen, daher der Name „octopetalus" bezeichnender wäre. Die 
Achenen sind meist zweizähnig, seltener vierzähnig und die Spreublätt- 
chen dreizähnig. 
Coreopsis palmata Nutt. „Wisconsin" nach Gray, 
f — aristosa Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

Die var. mutica im Tamarack bei New Cöln. 
fBidens frondosa L. Lästiges Unkraut in New Cöln. 
f — connata Muhl. var. petiolata Nutt. Tamarack bei New Cöln. 

— cerana L. „Wisconsin" nach Gray. Franklin. 

t — Chrysanthemoides Michx. Milwaukee, beim Corrections-house u. s. w. 

— Beckii Torr. Muskego Lake im Waukesha Co. 
■yHelenium autumnale L. New Cöln u. s. w. 

fMaruta Cotula DC. An Roads im ganzen Co. Milwaukee. Theilt sich mit 

Ambrosia in den Besitztitel. 
■fAchillea Millefolium L. Im Co. Milwaukee und Manitowoc gleich häufig. 
fLeueanthemum vulgare Lam. Stellenweise im .Co. Milwaukee. 
fMatricaria Chamomilla L. Im Town Lake cultivirt und zuweilen als Garten- 

flüchtling, z. B. an der New Road. 
fTanacetum vulgare L. var. crispum. An den meisten Roads. 

— Huronense Nutt. „Shores of the upper Great Lakes" Gray. 
•fPyrethrum Tanacetum DC. (= Balsamita vulgaris Willd.). In Gärten und auf 

Kirchhöfen häufig. Zeichnet sich durch aromatischen, dem der Citronen 
nicht unähnlichen Geruch aus. 
Artemisia borealis Pall. „Shore of Lake Sup." Gray et Wood, 
f — Canadensis Michx. Bay View und anderswo im Town Lake, aber stets 
am See-Ufer. 

— Ludoviciana Nutt. (var. gnaphalodes Nutt.). „Lake Michigan" Gray. „Green 
bay" DC. Prodr. 

f? — vulgaris L. Wisconsin.? 

t — biennis Willd. Auf Brachäckern des Town Lake. 

f — Absinthium L. \ . ~ , . . . *, < . , , v 

. T > An Roads als Gartenfluchthnge. 

T — Abrotanum L. J 

— frigida Willd. „Wisconsin: Falls of St. Anthony". (L. Lesquereux T.J.Haie.) 
^Gnaphalium polycephalum Michx. Häufig an Roads in Pastures. 

t — uliginosum L. Vor einigen Jahren häufig im Schulacker der St. Stephans- 
gemeinde in New Cöln, seither wieder verschwunden; sonst an Roads. 

fAntennaria margaritacea R. Br. An der Town Line bei New Cöln, dem 
Stephansbusch gegenüber u. s. w. 

— plantaginifolia Hook. „Common" Gray. 

Erechthites hieracifolia Raf. (= Senecio L.) „Common northward, and in recent 

Clearings" Gray. 
Cacalia suavedlens L. „Wisconsin" nach Gray. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



257 



fCacalia atriplicifolia L. Caledonia. Franklin. Francis Station und Seminar bei 
Milwaukee. 

— tuberosa Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

fSenecio vulgaris L. In Gärten und auf Aeckern New Cölns u. s. w. gemein, 
t — palustris Hook. „N. W. Wisconsin" (T. J. Haie). Town Line und Zucker- 
busch Line bei New Cöln? 
t — aureus L. Stephansbusch bei New Cöln u. s. w. 

— canus Hook. „Probably occurs within the northern borders of Wisconsin" 
Gray unter S. tomentosus. 

t Calendula officinalis L. In Gärten und als Gartenflüchtling, 
f Centaurea Cyanus L. Selten unter der Saat, häufiger in Gärten in verschie- 
denen Farbenabänderungen, besonders beim Seminar. 
fCarthamus tinctorius L. Häufig als „ Safran" gepflanzt. 
Cirsium Pitcheri Torr, et Gr. „Sandy shores of Lakes Michigan andSuperior" Gray. 

— undulatum Spreng. „Islands of Lake Michigan" Gray, 
t — discolor Spreng. Town Lake, ziemlich vereinzelt. 

f — lanceolatum Scop. Häufig in Pastures. 

f — muticum Michx. Eine Meile östlich von New Cöln. 

t — arvense Scop. Im Town Lake, besonders an der Howells und New Road 
und zwischen denselben iy 2 Meile südlich von New Cöln auch weiss- 
blühend. Die berüchtigte „Canadadistel", welche, wie auch die Klette 
(Lappa) unter Strafe von fünf Dollars ausgerottet werden soll. 

■\Lappa officinalis All. Häufig in New Cöln u. s. w. 

II. Liguliflorae. (Meist mit Milchsaft.) 

(Mit zungenförmigen Blüthen.) 

^Cichorium Intybus L. An Roads im Co. Milwaukee; auch weissblühend. 
f — Endivia L. Gepflanzt als Salat und verwildert. 

Proximon cuspidatum Pursh. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

Hieracium Canadense Michx. „Wisconsin" nach Wood, 
t — scdbrum Michx. In Pastures nicht selten. 

— longistilum Torr. „Wisconsin" nach Gray. 

— Gronovii L. „Common" nach Wood und Gray. 

f — venosum L. Pastures, z. B. Kirchenland in New Cöln. 

— paniculatum L. „Common" nach Wood und Gray. 

fNabalus albus Hook. Francis Station und New Cöln etc. Früher nebst Eryn- 
gium yuccaefol., Hieracium venosum und Senega polygola eines der 
gebräuchlichsten Heilmittel gegen den Biss der Klapperschlange. 

— ältissimus Hook. „Common northward" Gray. 

— racemosas Hook. „Illinois and northward" Gray. 
Lygodesmia juncea Don. „St. Croix River, Wisconsin" (T. J. Haie). 

fTaraxacum Dens leonis Desf. Gemein; vielschaftig am Lake Michigan. 
"fLactuca Canadensis L. Weiss, roth und gelbblühend im Town Lake, 
t — sativa L. Als Gartensalat cultivirt. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 33 



258 



A. Bruhin. 



Mulgedium pulchellum Nutt. „Probably in N. W. Wisconsin" Gray. 
fSonchus oleraceus L. Beim Seminar. 




^ | New Cöln, im Kirchenland. 



Lobeliaceen (Milchsaft führend). 



f Lobelia cardinalis L. Um New Cöln und anderswo im Town Lake, beinahe in 
jedem Graben findet man diese herrliche Blume, welche in Europa cul- 
tivirt (Blüthen scharlachroth. S. Labram, Zierpfl. Taf. 14), hier aber, weil 
freiwachsend, kaum beachtet wird. Das ist der Fluch des Schönen, dass 
nur das fremde Schöne wohlgefällt. 

t — syphilitica L. Um New Cöln etc., besonders im Stephansbusch. Blüthen 
gross, blau. 

t — inflata L. Daselbst. Blüthen mittelmässig, blau. 

f — spicata Lam. Pasture des Kirchenlandes in New Cöln u. s. w. Blüthen 
zahlreich, klein, blassblau. 
— Kalmii L. „Wisconsin" nach Gray. 



Campanula rotundifolia L. St. Nazianz im Co. Manitowoc. 

Die var. linifolia nach Gray. „Shores of the Great Lakes". 
f — aparinoides Pursh. Tamarack bei New Cöln u. s. w. an Strassengräben 

nicht selten kletternd und Milchsaft führend, 
t — Americana L. New Cöln und anderswo im Co. Milwaukee stellenweise, 
besonders Franklin. Blumenkrone radförmig, daher der Name „Glocken- 
blume" unpassend. 
Specularia perfoliata A. DC. „Common" Gray. 



fGaylussacia resinosa Torr, et Gr. An der Kilbourn Road, New Cöln gerade 
gegenüber, im Busch des M. Stark. 
Vaccinium Oxycoccus L. „Wisconsin" nach Gray. 

t — macrocarpon Ait. Kleiner Lake nahe beim Wisconsin House an der Kil- 
bourn Road. Soll in Schleisingerville auch weissfrüchtig gefunden werden. 
Kömmt in Milwaukee massenhaft auf den Markt und wird als „Cranberry" 
häufig eingemacht. 

— stamineum L. „Wisconsin" (Report Agricult. 1870, p. 415). 

— uliginosum L. „Shore of Lake Superior" Gray. 

— ovalifolium Smith. „Lake Superior" (Dr. Robbins). 

f — Pennsylvanicum Lam. New Cöln (Deuster's Busch) an einer Stelle häufig. 
(Vaccinium Novae Coloniae mihi ist nach Gray „only a mere form 
of Vaccinium Pennsyilvanicum il . Daher ziehe ich diese Art ein, obschon 
die Beschreibung bei Gray nicht recht passt.) 



Campanulaceen, 



Ericaceen, 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



259 



Vaccinium Canadense Kalm. Station Centreville. 

— vacillans Soland. „N. Illinois" Gray. Wisconsin? 

— corymbosum L. „Common everywhere and very variable" Gray. 
Arctostaphylos Uva ursi Spreng. „Wisconsin nach Gray. 

Goultheria procumbeiis L. Centreville, Manitowoc Co. meist unter Pinus Strohns. 

Habitus des Vaccin. Vitts Idaea. 
Cassandra calycidata Don. „N. Wisconsin" nach Gray und Wood. 
Kalmia angustifolia L. „Common" Gray. 
Ledum latifolium Ait. „Wisconsin 14 nach Gray. 
Pyrola rotundifolia L. „Common northward" Gray, 
f — elliptica Nutt. Im Town Lake nicht selten. 

— chlorantha Swartr. „Wisconsin" nach Gray. 

— secunda L. „Common northward" Gray. 

— — var. pumila. „Lake Superior" Gray. 

— minor L. „Lake Superior" (L. Foote). 
Chimaphila tmibellata Nutt. „Common" Gray. 

— maculata Pursh. St. Wendelin in Centreville?. (Ich habe bis jetzt nur 
die Blätter gesehen.) 

\Monotropa uniflora L. Waldkapelle beim Seminar. 

— Hypopithys L. „Common" Gray und Wood. 

Aquifoliaceen. 
\Ilex (Prinos) verticillata Gray. New Cöln, nicht häufig. 
Nemopanthes Canadensis DC. Im Co. Manitowoc nicht selten, z. B. im Town 
Centreville, und Meeme. Gewährt im Herbst und Winter, wenn die Beeren 
scharlachroth gefärbt sind, einen prächtigen Anblick. 

Plantaginaceen. 
■fPlantago major L. Häufig in New Cöln und anderswo. 

t — cordata Lam. New Cöln an einem Graben, der durch Dr. HirschbuehFs 
Property geht, nicht selten. 
Nach Gray und Wood „(selten) in Wisconsin". 

— Patagonica Jacq. var. gnaphalioides Gray. „W. Wisconsin" nach Gray 
und Wood. 

JPlumbaginaceen, 
Armeria vulgaris. In Gärten. 

JPrimulaceen» 

Primula Mistassinica Michx. „Shores of the upper Lakes" Gray. 

— farinosa L. „Lake shores, Mich." Wood. 

Androsace occidentalis Pursh. „Illinois and northwestward" Gray. 
\Dodecatheon Meadii L. Häufig (auch weissblühend) in Caledonia; selten am 
Kinnikinnik an der Loomis Road. Eine herrliche, an Cyclamen er- 
innernde Pflanze. 

33* 



260 



A. Bruhin, 



•fTrientalis Americana Pursh. Stephansbusch und Waldkapelle etc. im Co. Mil- 

waukee nicht selten. 
fLysimachia thyrsiflora L. S'fcephansbusch bei New Cöln, New Road, zwei 

Meilen südlich von der Stadtgrenze, Kilbourn Road, V2 Meile südlich 

vom Wisconsin House und am Lake daselbst etc. 

— stricto, Ait. „Common" Gray. 

— quadrifolia L. „Common" Gray. 

t — ciliata L. Im Co. Milwaukee, z. B. beim Seminar, um New Cöln etc. 

— longifolia Pursh. „Wisconsin" nach Gray. 

Samolus Valerandi L. var. Americanus Gray. „Common" Gray. 

Lentibulaceen. 

Utricularia vulgaris L. Muskego Lake im Waukesha Co. 

— minor L. „Illinois and northward" Gray. 

— intermedia Hayne. „Wisconsin" nach Gray. 

— gibba L. „N. Illinois" Gray. Wisconsin? 
Pinguicula vulgaris L. „Lake Superior" nach Gray. 

Orobanchaceen. 

Epiphegus Virginiana Bart. St. Wendelin und anderswo im Town Centreville, 

Co. Manitowoc auf Buchen schmarotzend. 
Conopholis Americana Wallr. „Common" Wood. 
Aphyllon uniflorum Torr, et Gr. „Not rare" Gray. 

— fasciculatum Torr, et Gr. „Islands in Lake Michigan, N. Illinois and 
northwestward" Gray. 

Scrophulariaceen» 

IfVerbascum Thapsus L. Gemein in Pastures und an Roads. 

Linaria Canadensis Spreng. „Common" Gray, 
t — vulgaris Mill. New Cöln (Kirchenland), St. Jakobskirche an der Kilbourn 

Road, Franklin etc. 
f Scrophularia nodosa L. Howells Road u. s. w. 

Collinsia verna Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

— parviflora Dougl. „Shore of Lake Sup." Gray et Wood. 
•fChelone glabra L. An Gräben und Fenzen um New Cöln u. s. w. 

Penstemon pubescens Soland. „Wisconsin" nach Gray. 

— grandiflorus Fräser. „W. Wisconsin, Falls of St. Anthony" (Lapham) 
Gray und Wood. 

•fMimulus ringens L. New Cöln u. s. w., auch weissblühend. 

— Jamesii Torr. „Wisconsin" Gray. „Lake Superior" Wood. 
Gratiola Virginiana L. „Very common" Gray et Wood. 
Ilysanthes gratioloides Benth. „Common" Gray. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



261 



Synthyris Houghtoniana Benth. „High prairies and Hills, Wisconsin" (Hough- 
ton, Lapham) ; „in collibus siccis ad Wisconsin" (DC. Prodr.). 
fVeronica Virginica L. Caledonia, Franklin, Francis Station, 
f — Americana Schweinitz. Howells Road, l J /a Meile nördlich von New Cöln. 
f — scutellata L. New Cöln u. s. w. in Marshen, besonders bei der Tamarack. 
f — serpyllifolia L. Um New Cöln u. s. w. 
f — peregrina L. Am Kinnikinnik bei Chase's House. 

— arvensis L. „Common" nach Gray und Wood. 
Buchnera Americana L. „Wisconsin" nach Gray. 
Geraräia purpurea L. „Wisconsin" nach Gray. 

— aspera Douglas. „Wisconsin" nach Gray. 

— tenuifolia Vahl. „Common" Gray. 

— setacea Walt. „Wisconsin" nach Gray. 

— quercifolia Pursh. „Common" nach Wood (nomine Dasystoma). 

— grandiflora Benth. „Oak openings, Wisconsin" (Lapham) bei Wood unter 
dem Namen Dasystoma. 

— pedicularia L. „Common" nach Gray. 

jCastilleia coccinea Spreng. Häufig in Caledonia, Racine Co., aber auch an der 
Lake Road zwischen Bay view und dem Seminar; ein einziges Mal in 
New Cöln, Mitte der 32. Section. 

— pallida Kunth. „Lake Superior" Gray. 

— sessüiflora Pursh. „Wisconsin, Prairies" (Lapham). 
Euphrasia officinalis L. „Lake Superior" nach Gray und Wood. 
ffliinanthus Grista Galli L. „Lake Superior" Gray und Wood. 

•fPedicularis Canadensis L. New Cöln etc. Am Lake Michigan, New Cöln 
gegenüber, in einem Lärchenwäldchen mit purpurnen Blüthen. 

f — lanceolata Michx. New Cöln u. s. w. 
Melampyrum Americanum Michx. „Common" nach Gray und Wood (— M. pra- 
tense, ß. Americanum Benth.). 

Acanthaceen* 

Dianthera Americana L. „Wisconsin" nach Gray. 
Ruellia strepens L. „Wisconsin" nach Gray. 

Verbenaceen. 

Verbena angustifolia Michx. „Wisconsin" nach Gray, 
f — hastata L. New Cöln u. s. w. Häufig an Roads. 
t — urticaefolia L. Daselbst. 

— stricta Vent. „Wisconsin" nach Gray. 

— bracteosa Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

— chamaedrifolia. Häufig als Zierpflanze. 

fPhryma Leptostachya L. Um New Cöln u. s. w. im Busche. Habitus der 
Circaea Lutetiana. Leicht kenntlich an den rückwärts gelegten Früchten. 



262 



A. Br uliin. 



Labiaten. 

fTeucrium Canadense L. An der Howells Road bei New Cöln etc., in der 

Nähe des katholischen Kirchhofs daselbst. 
^Mentha viridis L. „Common" Gray. New Cöln, Tamarack. 
f — arvensis L. var. vulgaris Benth. Um New Cöln nicht selten. (Ist auch 

nach dem Urtheile Asa Gray's die genuine Mentha arvensis.) 
f — piperita L. In Gärten. (Wenn ich nicht irre, fand ich diese Species auch 

freiwachsend in Centreville.) 
Lycopus Virginieus L. „Common" — „Lake Superior" Gray und Wood, 
f — Europäern L. var. integrifölius. „Common westw." Gray und Wood. 

— — var. sinuatus. New Cöln u. s. w. gemein. 
\Origanum Majorana L. Als Gewürz cultivirt. 

t? Thymus vulgaris L. Ebenso? 

fHyssopus officinalis L. In Gärten und in St. Nazianz häufig auf dem Kirchhof. 
fSatureia hortensis L. In Gärten. 
fSalvia officinalis L. Desgleichen. 
Calamintha glabella Benth. var. Nutallii Gray. „Wisconsin" nach Gray. 

— Clinopodium Benth. „Upper Great Lakes" Gray. 
Collinsonia Canadensis L. „Common" Gray. 
Monarda didyma L. „Wisconsin" nach Gray. 

t — fistulosa L. New Cöln u. s. w. häufig. 
Blephilia ciliata Eaf. „Wisconsin" nach Gray. 

— hirsuta Benth. „Wisconsin" nach Gray. „Ad lacum Michigan" (DC. Prodr.). 
Lophanthus nepetoides Benth. „Wisconsin" nach Gray. 

— scrophulariaefolius Benth. Ebenso. 

— anisatus Benth. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

\Nepeta Cataria L. New Cöln u. s. w. häufig. Blätter dreieckig zugespitzt. 

Bracocephalum parviflorum Nutt. „Wisconsin, along the great Lakes" Gray. 
fPhysostegia Virginiana Benth. An der alten Howells Road beim Kinnikinnik. 
fPrunella vulgaris L. New Cöln etc., auch rosenroth. 

Scutellaria versicolor Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

— parvula Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

f — galericulata L. Oestlich von New Cöln u. s. w. 
f — laterißora L. Daselbst. 
■fGaleopsis Tetrahit L. In New Cöln einmal. 
•\Stachys palustris L. var. asper a. New Cöln, gemein. 

— — var. cordata. „Common" westw." Gray. 

^Leonurus Cardiaca L. Stellenweise häufig an Roads, z. B. an der Stelle, wo 
sich die Zuckerbusch Line und die New Road. durchkreuzen, aber auch 
im Town Lake. Unsere Pflanze ist kahl. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



263 



Borraginaceen, 

•fSymphytum officinale L. An der Kilbourn Road zwischen der St. Jakobskirche 
und dem Wisconsin House. Auch auf der Farm des Mr. Lumerding in 
Centreville. 

•fOnosmodium Carolinianum DC. (excl. syn. Michx.) „Wisconsin" nach Gray. 
Ich fand diese Species vor einigen Jahren an der Town Line zwischen 
der Howells und Nicholson Road, suchte sie aber seither vergebens. 

\Myosotis stricta L. Auf Kirchhöfen, z. B. New Cöln. 
Lithospermum latifolium Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

jLithospermum hirtum Lehm. Lake Road zwischen Bay view und dem Seminar 
und Oak Creek. 

— longiflorum Spreng. „Wisconsin" nach Gray. 
Mertensia Virginica DC. „Wisconsin" nach Gray. 

— paniculata Don. „Shore of L. Super." Gray et Wood. 
fEchinospermum Lappula Lehm. An Roads gemein. 

Cynoglossum officinale L. „A familiär and troublesome weed." Gray, 
t — Morisoni DC. Im Town Lake vorzugsweise mit purpurnen, im Town Oak 

Creek mit weissen Blüthen, nicht selten an Roads. 
Borrago officinalis L. Caledonia, in Gärten. 

Hydrophyllaceen. 

fHydrophyllum Canadense L. Um New Cöln und am Kinnikinnik etc. 
nicht selten. 

— appendiculatum Michx. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

Phacelia Franklinii Gray. „Shores ofLake superior, especially on Isle Royale" 
Gray und Wood. 

Polemoniaceen. 

Polemonium reptans L. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 
Phlox maculata L. „Wisconsin" nach Gray. 

— glaberrima L. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

— pilosa L. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

t — divaricata L. „Wisconsin" nach Gray und Wood, und zwar (ausschliess- 
lich?) die var. Laphamii Wood mit ganzrandigen Blumenblättern. Im 
Town Lake nicht selten. Uebernimmt hier die Rolle von Lychnis diurna 
der alten Welt. Blumen aber blau, denen der Vinca minor nicht 
unähnlich. 

Convolvulaceen. 

\Pharbitis (Ipomaea) pxwpwrea Wood. „Morning glory." Häufig cultivirt. 
\Calystegia sepium R. R. An der (alten) Howells Road , Stadtgrenze und 
New Cöln. 
Cuscuta Epilinum Weihe. Wisconsin? 



264 



A. B ruh in. 



fCuscuta chlor ocarpa Engelm. Auf Bidens fronäosa bei New Cöln. 
f — Gronomi Willd. Auf Astern am Kinnikinnik. 

— glomerata Choisy. „Wisconsin" nach Gray. 

Solanaceen» 

f Solanum Dulcamara L., un.d zwar die var. laciniatum. Tamarack bei New 

Cöln und Franklin, am Weg zur Muskego Lake, 
f — nigrum L. Ueberall zerstreut. 

f — tuberosum L. „Potato". In vielen Abarten cultivirt. 

Der Kartoffelkäfer (Doryphora decemlineata) , der erst vor 6 — 7 Jahren 
verwüstend in Wisconsin auftrat, scheint gegenwärtig in Abnahme be- 
griffen zu sein. 

■fPhysalis pubescens L. New Cöln auf dem Kirchenland und Nicholson Road, 
New Cöln gegenüber. 

— grandiflora Hook. „Shore of Lake Sup. tt Robbins bei Gray. 

— viscosa L. „Common" Gray. 

■\Lycopersicum esculentum Mill. „Tomato". Im Grossen gezogen, mit scharlach- 
rothen und gelben Früchten. Am Kinnikinnik fand ich, fern von der 
Cultur, ein freiwachsendes Exemplar mit Drillingsblüthe. 

f? Capsicum annuum L. Wisconsin cultivirt? 

Datura Stramonium L. In Centreville, Manitowoc Co. nicht selten, besonders 
bei der Farm des Mr. Lenhard. 
jNicotiana Tabacum L. Im Co. Milwaukee etc. cultivirt. 
f — rustica L. Daselbst. 

Gentianaceen. 

Frasera Carolinensis Walt. „Wisconsin" nach Gray. 
Hälenia deflexa Griseb. Daselbst nach Gray und Wood. 
Gentiana quinqueflora Lam. Franklin, 
t — crinita Froel. Franklin. 

(Eine von diesen beiden fand ich auch an der Lake Road zwischen 
Bay view und dem Seminar.) 

— detonsa Fries. „Wisconsin" nach Wood. 

— alba Muhl. „L. Superior" Gray. 

f — Andrewsii Griseb. New Cöln, z. B. Pasture des Kirchenlandes und 
anderswo in Marschen. Blüthen geschlossen; Spätsommer und Herbst; 
auch Centreville. 

— Saponaria L. var. linearis. „Lake Superior" Gray. 

— puberula Michx. „Wisconsin" nach Gray. 
Bartonia tenella Muhl. „Wisconsin" nach Gray. 

■fMenyanthes trifoliata L. Tamarack bei New Cöln und kleiner Lake beim 
Wisconsin House an der Kilbourn Road etc. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



265 



Loganiaceen. 
Spigelia Marilandica L. „Wisconsin" nach Gray. 

Apocynaceen. 

\Apocynum anäWosaemifolium L. New Cöln und anderswo nicht selten. Häufig 
an der Town Line zwischen New Road und Kilbourn Koad. Milchsaft 
führend, wie auch die Arten der nächsten Ordnung. 

— cannabinum L. „Common" Gray. 
f Vinco minor L. Auf Kirchhöfen. 

Asclepiadaceen. 

i Asclepias Cornuti Decaisne (= A. syriaca lt.). An der Howells Road u. s. w. 
stellenweise häufig, besonders an der Stadtgrenze und in der sogenannten 
Marsh bei New Cöln; auch Centreville. Bei einem Exemplar mit neun 
Blüthendolden zählte ich im Ganzen 754 Blüthen, und zwar 161 in der 
untersten, 109 iu der zweituntersten, 85 in der dritten, 83 in der vierten, 
85 in der fünften, 72 in der sechsten, 77 in der siebenten und 82 in der 
achten Blüthendolde; die oberste, neunte, war noch nicht entwickelt; es 
ist aber nicht zu hoch gegriffen, wenn man die Blüthenzahl eines einzigen 
Individuums auf 800 angibt — immerhin eine anständige Zahl für eine 
krautartige Pflanze! Von diesen 800 Blüthen aber reifen vielleicht kaum 
V2 Dutzend ihre Früchte, was einen weiteren Beleg zu dem Luxusgesetze 
der Natur liefert, nach welchem mit dem grössten Aufwand von Kraft 
und Stoff oft nur ein winziges Resultat erzielt wird. Asclepias Cornuti 
ist eine ursprünglich amerikanische Pflanze und hilft ebenfalls den 
Totaleindruck der Vegetation bestimmen. Der hier gebräuchliche Volks- 
name für diese Pflanze ist „wilde Baumwolle", welcher nach meiner 
Ansicht ebenso zutreffend ist, als „Syrische Seidenpflanze". 

f Asclepias phytolaccoides Pursh. Im Town Lake an Fenzen und Roads, ziemlich 
zerstreut. 

— variegata L. „Wisconsin" Gray*. Angeblich im Town Mosel, Sheboygan Co. 

— ovalifolia Decaisne. „Wisconsin" (Lapham). 

t — incarnata L. New Cöln u. s. w. Häufig in Marshen. 
Acerates lanuginosa Decaisne. „Wisconsin" (Lapham), Gray und Wood. 

— longifolia Ell. „Wisconsin" nach Gray. 

Oleaceen, 

fSyringa vulgaris L. In Gärten und auf Kirchhöfen. In Caledonia und in der 

Nähe des Seminar auch weissblühend. 
ifFraxinus Americana L. New Cöln u. s. w. 

— pubescens Lam. „Wisconsin" nach McAffee. 

— viridis Michx. fil. „Wisconsin" nach Gray und McAffee. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 34 



266 



A Rvuhin. 



Fraxinus sambucifolia Lam. Häufig in Centreville. 
quadrangulata Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

Aristolochiaceen. 

Asarum Canadense L. „Common northward" Gray. 

Nyctaginaceen, 

fMirabilis Jalapa L. „Four-o'clock". Häufige Zierpflanze, daher in der I. Ab- 
theilung Nr. 2 einzuschalten. S. Labram. ZierpfL, T. 86. 
Oxybaphus nyctagineus Sweet. „Wisconsin" nach Gray. 

Chenopodiazeen. 

Cyclöloma plaiyphyllum Moquin. „Illinois and northwestward on sandy banks 
of the Mississippi" Gray. 
fChenopodium album L. New Cöln u. s. w. Häufig. 

| _ — var> decumbens mihi, föliis subintegris, viridibus (— C. viride L. ?) 

an der Howells Road, eine Meile südlich von New Cöln. 
t — hybridum L. New Cöln etc. 

f — glaucum L. Südseite von Milwaukee, an der Elisabethstrasse zwischen 
der Reed- und Hannoverstrasse und an der Reed- und Clintonstrasse. 
Habitus des Polygonum aviculare. 
jBlitum capitatum L. Vereinzelt am Kinnikinnik und zwischen Milwaukee 

und dem Seminar. Häufiger in Centreville. 
[Beta vulgaris L. „Beet". „Runkelrübe, Räuden". Cultivirt 
t Spinacia oleracea L. „Spinat". Cultivirt. 
Atriplex patula L. var. littorälis. „Great Lakes" Gray, 
t — hortensis L. Cultivirt. 
Corispermum hyssopifolium L. „Chicago to Lake Superior" nach Gray. 

Amarantaceen. 

t Amaranthus retroflexus L. Gärten und Roads, überall. 

— albus L. Unkrautartig in Gärten. St. Wendelin bei Centreville, Manito • 
woc Co. häufig. In Milwaukee entweder fehlend oder von mir übersehen. 

— caudatus L. In Gärten und von da auf Roads. 

\Montelia tamariscina Gray. Nirgends häufiger als am Kinnikinnik, auch an 
der Town Line bei New Cöln, zwischen Howells und Nicholson Road. 
Blüthen grünlich oder purpurn; Staubgefässe fünf, so lang als die 
Blumenblätter (gegen Beck); Antheren x~förmig. Variirt stark. 

JPolygonaceen» 

Polygonum viviparum L. „Shore of Lake Superior" Gray. 

— Pennsy/vanicHm L „Common" Gray. 



Vergleicheude Flora Wisconsin*. 



267 



Polygonuni incamatum Ell. „Rather common everywhere" Gray. 

— lapathifolium Ait. „Borders of L. Superior" Gray, 
f — Persicaria L. Town Lake. 

— Hydropiper L. „Iudigenous northward" Gray, 
t?— acre L. New Cöln? 

t — hydropiperoides Michx. New Cöln. 

f — amphibium L. New Cöln, Kirchenland und noch häufiger in Caledonia. 

— Virginianum L. „Common" Gray. 

— articulatum L. „Along the Great Lakes w Gray, 
f — aviculare L. New Cöln, Milwaukee City etc. 

Unsere Pflanze hat in der Regel nur fünf Staubgefässe. 

— — var. erectum Roth. New Cöln. 

t — sagittatum L. Mit weissen Blüthen häufig in der Mitte der 33. Section, 
mit rothen Blüthen an der Town Line zwischen New- und Kilbourn-Road, 
an der Railroad bei New Cöln u. s. w. Stengel von rückwärts gebogenen 
Borsten scharf. 

t — Convolvulus L. New Cöln etc. 

t — cilinode Michx. Am See-Ufer, New Cöln gegenüber. 

f — dumetorum L. New Cöln, Kirchenland, vor einigen Jahren häufig in 
der Marsh. 

| — Fagopyrum L. Cultivirt und verwildert; häufig. 

\liheum Bhaponticum L. fehlt fast in keinem Garten. Die Blattstiele werden 
von der Epidermis befreit, dann quer in kleine Stücke geschnitten, mit 
Zucker und Zimmt bestreut, zwischen Fettteig gegeben und (weiss) ge- 
backen. — Das ist der Pie (-Torte) der Amerikaner, der auf keinem 
Tische fehlen darf. Daher die inländische Benennung dieser Pflanze 
„Pie plant". Aber auch unter dem Namen Rhabarber bekannt. In Mil- 
waukee werden die Stengel bündelweise verkauft. Durch Gährung erhält 
man aus dem Safte der Stengel auch einen guten Wein. 
Kumex lougifolius DC. „In Northern Wisconsin, indigenous" (?) Gray. 

t — verticillatus L. Sümpfe ; New Cöln u. s. w. 

t — crispus L. Wiesen, gemein. 

— obtusifolius L. \ 

— conglomeratus Murray. > Wisconsin? 

— sanguineus L. ) 

t — Acetosella L. Häufig an Roads und auf Aeckern. 

fjanraceen. 
Sassafras officinale Nees. „Wisconsin" nach McAffee. 
l.i)iderna Benzoin Meisner. „Rather common" Gray. 

Thymeleaceen, 

\Birca palustris L. Eine Meile nordöstlich von New Cöln uud an der Howells Road, 

vier Meilen südlich von da. Tritt hier an die Stelle von Daphne Mezereum. % 

34* 



268 



A. Bmhin. 



Elaeagnaceen. 

fShepherdia Canadensis Nutt. Am See-Ufer, New Cöln gegenüber. Vertritt 
hier die Stelle von Hippophae. 

Santalaceen* 

■fComandra umbellata Nutt. New Cöln, hinter der lutherischen Kirche. 

— livida Richard. „Shore of Lake Superior" Gray. 

Saururaceen. 

Saururus cernims L. „Common" Gray. 

Ceratophyllaceen. 

fCeratophyllum demersum L. Muskego Lake, Milwaukee. „Rarely seen in 
fruit" Gray. 

Callitrichaceen. 

fCallitriche verna L. New Cöln, Mitte der 33. Section etc. 

— autumnalis L. „Lake Superior" (C. G. Loring, jr.). 

JPodostemaceen, 

Podostemon ceratophyllus Michx. „Common" nach Wood. 

Euphorbiaceen. (Milchsaft führend.) 

f Euphorbia pölygonifolia L. See-Ufer bei der Bölling Mill. 

— Geyeri Engelm. „Wisconsin" (T. J. Haie). 

— serpyllifolia Pers. „Wisconsin" Gray. 

— glyptosperma Engelm. „Wisconsin" (Haie, Lapham). Gray und Wood. 

f — maculata L. An Roads gemein, besonders Town Line, auch Pastures. 

Nicht selten ganz purpurn gefärbte Exemplare. 
-- humistrata Engelm. „Alluvions of the Mississippi" Gray, 
f — hypericifolia L. Gray und Wood sagen „very common". Ich fand sie 

aber nur spärlich an der Howells Road bei der katholischen Kirche in 

New Cöln. 

f — corollata L. Häufig in Franklin, aber auch Lake Road u. s. w. Bei der 
Bölling Mill. fand ich Exemplare mit monströsen Blüthen. 

— platyphylla L. „Along the Great Lakes" Gray. 

— Helioscopia L. Daselbst, nach Gray. 

t — Cyparissias L. Häufig auf Kirchhöfen. 

— commutata Engelm. „Wisconsin" Gray. 
Acalypha Virginica L. „Common" Gray. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



269 



Empetraceen. 

Empetrum nigrum L. „Lake Superior" Gray. Ob auch Wisconsin? 

TJrticaceen. 

Ulmus fulva Mich. „Lake Superior" Gray. „Wisconsin" nach McAffee. An- 
geblich in Centreville. 
f — Americana Willd. Nicht selten um Milwaukee. Von dem häufigen Vor- 
kommen dieses Baumes wird wohl das westlich von Milwaukee gelegene 
„Elm Grove" den Namen erhalten haben, wie „Oak Creek" von den 
Eichen; „Zuckerbusch" vom Zuckerahorn; „Cedarburg" von Thuja u. s. w. 

— racemosa Thomas. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 
Celtis occidentalis L. „Wisconsin" nach Gray und McAffee. 

fMaclura awrantiaca (Nutt). „Osage Orange". 

In Milwaukee als Heckenpflanze cultivirt. Stammt aus Arkansas. 
Morus rubra L. „Wisconsin" nach McAffee. 

— alba L. Im Sheboygan-, Manitowoc- und Columet-County cultivirt nach 
August Pott. 

^Urtica gracüis Ait. An Roads nicht selten. 

— dioica L. „Common" nach Wood. 

jPilea pumüa Gray. Häufig am Kinnikinnik und in fetten Wäldern, z. B. 

Seminarbusch bei New Cöln. Stengel glasartig, durchscheinend. 
■fLaportea Canadensis Gaudichaud. New Cöln, Mitte der 33. Section und 

Stephansbusch etc. 
fBoehmeria cylindrica Willd. An Roads häufig. 

Parietaria Pennsylvanica Muhl. „Wisconsin" Gray. 
iCannabis sativa L. New Cöln auf der Road; früher häufiger als jetzt gepflanzt. 
■\Humulus Lupulus L. Beim Seminar u. s. w. 

JPlutanaceen. 
Platanus occidentalis L. „Wisconsin" nach McAffee. 

Juglanclaceen. 

fJuglans cinerea L. Hovvells Road u. s. w. nicht selten, 
f — nigra L. Daselbst und Caledonia, schon seltener. 

Carya sulcata Nutt. „Wisconsin" nach Gray, 
f — porcina Nutt. „Common" Gray und Wood. 

t - amara Nutt. An der neuen Howells Road zwischen Howells und 
Nicholson Road. 

— alba Nutt. „Wisconsin" nach McAffee. 



270 



A- Bruhin. 



Cupuliferen. 

i Querem alba L. „Common" Gray. New Cöln etc. 

— obtusiloba Michx. „Wisconsin" nach McAffee. 
f — macrocarpa Michx. Howells Road u. s. w. 

f — bicolor Willd. Town Line bei New Cöln, zwischen Howells und New 
Road etc. 

— Prinus L. var. acuminata Michx. „Wisconsin" Gray. 

— prinoides Willd. „Wisconsin" nach Gray. 

— imbricaria Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

— nigra L. „Wisconsin" nach McAffee. 

— coccinea Wang. „Common" Gray. 

— — var. tinetoria. „Wisconsin" nach McAffee. 
t — rubra L. „Wisconsin" McAffee. New Cöln etc. 

— palustris Du Roi. „Rather common" Gray. 

fFagus ferruginea Ait. Im Co. Milwaukee nicht häufig, z. B. im Stephansbusch 
bei New Cöln ; als dominirender Waldbaum dagegen im nördlichen Wis- 
consin, z. B. St. Wendelin bei Centreville. Auf den Wurzeln der Buche 
findet man hier häufig Epiphegus Virginiana schmarotzend. 

fCorylus Americana Walt. Ueberall. Ich fand auch Exemplare mit dichotomen 
Blüthenkätzchen in New Cöln. 

fOstrya Virginica Willd. Howells Road u. s. w. 

Die Früchte denen des weiblichen Hopfen ähnlich, daher auch der 
Name „Hop-Hornbeam"; sonst „Iron wood". 

fCarpinus Americana Michx. Daselbst, aber weniger häufig. 

Myricaceeru 

Myrica Gale L. „Wisconsin" nach Gray. 
Comptonia asplenifolia Ait. „Wisconsin" nach Gray. 

Betulaceen. 

Betula lenta L. „Common northward" Gray. 

— lutea Michx. f. „Lake Superior" Gray. „Wisconsin" McAffee. 
f — populifolia Spach. Seminar-Park. 

t — papyracea Ait. Am See-Ufer, New Cöln gegenüber, 
t — glandulosa Michx. „Shore of Lake Superior" Gray. 

Ich fand diese schöne Art an der Stadtgrenze, nahe bei Forest honie. 
Immerhin ein merkwürdiges Vorkommen. 
Alnus viridis DC. „Shore of Lake Superior" Gray. 

— incana Willd. Im nördlichen Wisconsin, z. B. häufig um St. Wendelin 
im Town Centreville. Oft mit monströsen, aufwachsenden Kätzchen. 

t — serrulata Ait. Häufig im Tamarack bei New Cöln. 




271 



Salicaceen. 



f Salix Candida Willd. „Wisconsin" Gray. Tamarack bei New Cöln. 
t — tristis Ait. „Common" Gray. Kinnikinnik. 
t — humilis Marsh. „Common" Gray, 
t — discolor Muhl. Ebenso, 
f — sericea Marsh. Wie vorige. 



— cordata Muhl. „Common" Gray. 

livida Wahl. var. occidentalis. „Illinois and northw. common" Gray, 
t — lucida Muhl. „Wisconsin" nach McAffee. 

— nigra Marsh. „Common" Wood. 

— fragüis L. „Wisconsin" nach McAffee. 

f — alba L. Als Schattenbaum in Milwaukee etc. 

f — — var. vitellina. New Cöln. 

f — babylonica Tourn. Auf Kirchhöfen. 

t — myrtilloides L. „Wisconsin" Gray. Tamarack bei New Cöln. 
f — longifolia Muhl. See-Ufer. 

\Populus tremuloides Michx. New Cöln, Kirchenland u. s. w. 
f — grandidentata Michx. Daselbst. 

— angulata Ait. „Wisconsin" nach Gray und McAffee. 

— balsamifera L. „Wisconsin" nach Gray. 

f — var. candicans. „Lake Superior" nach Gray. See-Ufer bei der Rolling 
Mill? Als Schattenbaum in Milwaukee u. s. w. cultivirt. 

t — dilatata Ait. Pyramiden- oder italienische Pappel. In Stadt und Land, 
besonders beim Seminar als Schattenbaum gezogen. 

f — alba L. Daselbst. 

(Populus candicans hat die grössten, Populm tremuloides die kleinsten 
Blätter; was die Blüthezeit betrifft, so blüht P. grandidentata zuerst). 



Pinns Banksiana Lambert. „Wisconsin" nach Gray. 

— mitis Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

— resinosa Ait. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

t — Strobus L.Wälder bildend im Co. Manitowoc. In Sheboygon ein pracht- 
voller Park von diesem Baum, mit berühmter Heilquelle. 

— sylvestris L. Cultivirt, z. B. Seminar. 

\Abies nigra Poir. „Wisconsin" Gray und cultivirt, z. B. Seminar. 

— alba Michx. „Lake Superior" Gray. 

— Canadensis Michx. ,-Very common northw." Gray und Wood. 

— balsamea Marsh. „Wisconsin" Gray. Im Co. Manitowoc. 



— purpurea L. ^ 

— viminalis L. j 



Wisconsin? 



Coniferen» 



t — picea und ^ 
t — excelsa. \ 



„Most commonly planted" Gray und Wood. Seminar. 



272 



A. B ruhin. 



•\Larix Americana Micbx. Im Co. Milwaukee und häufiger im Norden, 
t Thuja occidentalis L. Mit der vorigen und häufig cultivirt. 1 ) 
^Cupressus thyoides L. „Wisconsin" nach Gray und cultivirt, z. B. Seminar. 
Juniperus communis L. „Common" Gray. St. Wendelin in Centreville. 

— — var. alpina L. „Shores of upper Great Lakes". Gray. 

— Virginiana L. „Wisconsin" nach McAffee. 

f — Sabina L. var. procumbens Pursh. In Tamaracks. 
Taxus Canadensis L. „Northward" Gray und Wood. 



B. Monocotyledonen. 
Araceen. 

\Arisama triphyllum Torr. In fettem Busch nicht selten, z. B. New Cöln; 
mit grüner und braun gefleckter Blüthenscheide. Die Blüthenkolben, 
welche einige Aehnlichkeit mit Mais haben, werden hier deshalb „wildes 
Korn" genannt. 
Peltandra Virginica Raf. „Common" Gray. 

t Calla palustris L. Ich fand diese Pflanze, welche eine Miniaturausgabe der so 
häufig in Töpfen gezogenen Calla (Richardia) aethiopica ist, im Tama- 
rack bei New Cöln und bei der Station Centreville im Co. Manitowoc. 

f Symplocarpus foetidus Salisb. Eine Meile östlich von New Cöln und Stephans- 
busch etc. nicht selten. 

^Acorus Calamus L. Deer Creek bei der Rolling Mill häufig, aber auch New Cöln. 

Lemnaceen. 

Lemna perpusilla Torr. „Wisconsin" Gray. 

— — var. trinervis Austin. „Wisconsin" Gray. 

f — minor L. „Common, but rare in flower" Gray und Wood. 

— — var. orbiculata Austin. „Wisconsin" Gray. 

— polyrrhiza L. „Very Common; not found here in blossom" Gray; „rare" 
nach Wood. 

Typhaceen. 

•fTypha latifolia L. Milwaukee, New Cöln, Centreville etc. 
■\Sparganium eurycarpum Engelm. Town Line bei New Cöln, zwischen Howells 
und Nichols Road etc. 

— simplex Huds. var. androcladum. „Frora New England westw." Gray. 

— minimum Bauhin. „Wisconsin" Gray. 



*) Kam nach Bau hin (Piuax) unter Franz I. aus Canada nach Frankreich. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



273 



Najadaceen. 

Najas flexüis Rostk. „Common" Gray und Wood. 
f ff Potamogeton natans L. Diese, nebst zwei von den folgenden Arten, welche 
ich aber wegen Mangel von Blüthen noch nicht mit Sicherheit bestimmen 
konnte, kommt sowohl bei Milwaukee als auch im Muskego Lake, an 
letzterem Orte in Gesellschaft von Brasenia peltata, Bidens Beckii, 
Pontederia cordata und mehreren anderen seltenen Pflanzen vor. 

Potamogeton Claytonii Tuckerman. „Common" Gray und Wood. 

— Spirillus Tuckerman. „Lake Superior" Gray. 

— hybridus. Michx. „Common" Wood. 

— rufescens Schrad. „Northward" Gray. 

— amplifolins Tuckerman. „Not rare" Gray. 

t — gramineus L. „Common and very variable" Gray und Wood. 

— praelongus Wulfen. „Along the Great Lakes" Gray. 

— perfoliatus L. „Common" Gray und Wood. 

— — var. lanceolatus. „Along the Great Lakes" Gray. 

— compressus L. „Wisconsin" nach Gray. 

— obtusifolius Mert. und Koch. „N. Michigan" Gray. Wisconsin? 

— paucißorus Pursh. „Common" Gray. 

— pectinatus L. „Lake Superior" Gray. 

Alismaceen* 

Triglochin palustre L. „Illinois and north ward" Gray. 

— maritimum L. „Shore of the Great Lakes" Gray. 

— — var. elatum. „Wisconsin" nach Gray. 
Scheuchzeria palustris L. „Illinois and northward" Gray. 

fAlisma Plantago L. var. Americanum. Häufig im Town Lake etc. 
fSagittariu variabilis Engelm. New Cöln und* besonders zwischen Milwaukee 
und Bay view etc. Variirt stark, wie es schon der Name besagt. 

— ealycina Engelm. „Wisconsin" nach Gray. 

— heterophylla Pursh. var. rigida. „Along the Great Lakes" Gray. 

Hydrocharidaceen, 

fAnacharis (Elodea) Canadensis Plan chon. Am Seegestade, besonders zwischen 
der Bölling Mill und Milwaukee. Wird bei bewegter See oft haufenweise 
ans Ufer geworfen. Blätter zu 3 (wirtelig), zungenförmig; Stengel faden- 
förmig, sehr zerbrechlich. Wurde erst vor etwa 30 Jahren nach Europa 
verschleppt. Erinnert an Potamogeton densus. Daher der Irrthum bei 
Schweinitz. Deutsche Benennungen: „Wasserpest" und „Schilows- 
kraut". Englische Benennungen: „Little Water Snakeweed" und 

Z. B. (ies. B. XXVI. Abb.. 35 



274 



A. Bruhin. 



„Ditch Moss". Soll zur Aufbewahrung von Blutegeln und sogar zur 

Desinfection des Wassers sehr geeignet sein, daher der Name „Wasser- 
pest" etwas unrichtig. Auch als Dünger benutzt. 
Vallisneria spiralis L. „Common" Gray. 

Orchidaceen, 

fOrchis spectabilis L. New Cöln, z. B. Stephansbusch und anderswo. 
Habenaria tridentata Hook. „Common north ward" Gray. 

— virescens Spreng. „Common" Gray. 

f — viridis R. Br. var. bracteata Rchb. Stephansbusch bei New Cöln. 
f — hyperborea R. Br. Am Kinnikinnik bei der Kilbourn Road. 

— dilatata Gray. „Common north ward" Gray. 

— rotundifolia Richardson. „Shore of L. Michig. in Wisconsin". (L. Poote). 

— obtusata Richardson. „Lake Superior" Gray. 

f — Hookeri Torr. Stephansbusch, Waldkapelle beim Seminar. 

— orbiculata Torr. „Lake Superior" Gray. 

— leucophaea Gray. „Wisconsin" Gray. 

— lacera R. Br. „Common" Gray. 

t — psycodes Gray. Oestlich von New Cöln beim Tamarack. 
Goodyera repens R. Br. „Common northward" Gray. 

— Menziesii Lindl. „Lake Superior" Gray. 
Spiranthes graeilis Bigel. „Common" Gray und Wood. 

— Romanzoviana Cham. „Lake Superior" Gray und Wood. 
Listera convallarioides Hook. „Lake Superior" Gray. 
Arethusa bulbosa L. „N. Wisconsin" nach Gray. 

fPogonia ophioglossoides Nutt. Kleiner Lake in der Nähe des Wisconsin House 
von Oskar Brunn entdeckt und mir zur Determinirung übergeben. (Ein 
einzelnes Blatt in der Mitte des Stengels, wie bei Ophioglossum, daher 
der Name. Blüthen 1—2 rosa, mit Veilchengeruch.) 

\Cdlopogon pulehellus R. Br. Am gleichen Standort, von demselben entdeckt. 
Blatt grasartig; Blüthen 6, purpurn, Lippe spatelig, ganzrandig, ober- 
halb bärtig (mit weissen, gelben und purpurnen Haaren). Eine der 
schönsten Pflanzen unserer Flora. 
Microstylis monophyllos Lindl. „Wisconsin" nach Gray. 
Liparis Loeselii Richard. „Wisconsin" nach Gray. 

Corallorrhiza multiflora Nutt. In Buchenwäldern, z. B. in St. Wendelin 
(Graser's Busch) im Town Centreville. 

— Macraeji Gray. Wisconsin? 

Cypripedium arietinum R. Br. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

— candidum Muhl. „Wisconsin" nach Gray. 

t — parviflorum Salisb. Im Co. Milwaukee mit der folgenden. 

f — pubescens Willd. Der gewöhnlichste Frauenschuh unserer Wälder und 

dem deutschen C. Calceolus nahe stehend. Blüthen einmal grösser als 

bei der vorhergehenden. 



Vergleichende Flora Wisconsins 



275 



fCypripedium spectahile Swartz. Diese, schönste unter den Frauenschuharten, 
fand ich häufig an einer Stelle, eine Meile östlich von der Kirche in 
New Cöln und vereinzelt im Stephansbusch und am Lake Michigan, vis- 
ä-vis von New Cöln, wo sie zuerst Mr. Trinthammer entdeckte. 
Blüthen sehr gross, weiss, rosa angehaucht. 

t — acaule Ait. Tamarack bei New Cöln. Blüthen purpurn. 

Amaryllidaceen» 
Hypoxys erecta L. Caledonia, Racine Co. 

Iridaceen. 

■flris versicolor L. Häufig in Marshen. 

— lacustris Nutt. „Shore of Lake Michigan" Gray. 

| — pumila L. In Gärten und auf Kirchhöfen häufig. Stammt aus Oesterreich, 
t Sisyrinchium Bermudiana L. In New Cöln mit purpurnen, in Caledonia, 
Racine Co. mit blauen Blüthen. 

Dioscoreaceen. 

fDioscorea vülosa L. New Cöln (Deuster's Busch) und Seminar. Früchte bhett- 
artig, geflügelt; Stengel windend. Tritt hier an die Stelle von Tamus 
communis der alten Welt. 

Smilaceen. 

8 inilax rotundifolia L. „Common" Gray und Wood, 
t — hispida Muhl. Howells und Kilbourn Road. 

t - herbacea L. New Cöln etc. Ich zählte 100 Blüthen an einem einzigen 
Exemplar. 

t — — var. pulverulenta. Francis Station, New Cöln etc. 

Liliaceen. 

TrUUum sessile L. „Wisconsin" nach Gray. 

— recurvatum Beck. Caledonia, Racine Co., auf dem Kirchenland. Blüthen 
dunkel-purpurn. 

t — grandiflorum Salisb. Die häufigste Art im Co. Milwaukee. Blüthen erst 
weiss, dann röthlich. Ich beobachtete Exemplare mit vier Blättern und 
mit gefüllten Blumen. Habitus der Paris quadrifolia, an deren Stelle 
Trülium grandifl. hier tritt. Ich nenne diese Pflanze, dem lateinischen 
Gattungsnamen entsprechend, „Dreiblatt". 

erectum L. „Common northward" Gray (ob auch die var. album Purs.?). 

— — var. declinatiim. „L. Superior" Gray. 

35* 



276 



A. Bruhin. 



fTrillium cernuum L. New Cöln. Kinnikinnik u. s. w., seltener als Trillium 
grandißprum, von welchem es sich vorzüglich durch kleinere Blüthen 
und wagrecht abstehenden Blüihenstiel unterscheidet. 

— nivale Riddell. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

— erythrocarpum Michx. „L. Superior" Gray. 

Medeola Virginica L. St. Wendelin (Graser 1 s Busch) im Town Centreville. 
Zygadenus glaucus Nutt. „Along the Great Lakes to N. Illinois, rare" Gray. 
Veratrum viride Ait. „Common" Gray. 
Tofieldia palustris Huds. „Lake Superior" Gray und Wood. 

— glutinosa Willd. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 
fUvularia grandiflora Sm. New Cöln, Mitte der 33. Section u. s. w. 

— sessilifolia L. „Common" Gray und Wood. 

Clintonia borealis Raf. St. Wendelin (Graser 1 s Busch) und bei der Station 
Centreville. 

■fSmilacina racemosa Desf. New Cöln u. s. w., häufig an Fenzen. Blüthen weiss 
oder grün. 

f — stellata Desf. New Cöln (Kirchenland) u. s. w. 
f — trifolia Desf. Tamarack bei New Cöln. 
f — bifolia Ker. (— Majanthemum) . In jedem Busch. 
fPolygonatum biflorum Ell. New Cöln u. s. f. 

■fAsparagus officinalis L. Häufig um Milwaukee cultivirt und an Roads ver- 
wildert. 

Lilium Philadelphicum L. „Common" Gray, 
f — superbum L. Um New Cöln ziemlich vereinzelt. Häufig an der Town Line 
zwischen Kilbourn Road und Smith Road in der Nähe des kleinen Lake 
und an der Kilbourn Road in Caledonia. 
\Erythronium Americanum Smith. Häufig östlich von New Cöln. Blüthen gelb, 
f — albidum Nutt. Häufiger östlich von New Cöln. 

Scilla Fraseri (Gray). „Wisconsin" nach Gray. 
fAllium trieoceum Ait. New Cöln u. s. w. Erinnert an A. ursinum. Blätter 

schon früh erscheinend, 
f? — cernuum Roth. „Wisconsin" Gray. Am Kinnikinnik? 

— stellatum Nutt. „Illinois and northwestward" Gray, 
f — Canadense Kalm. New Cöln (Kirchenland) u. s. w. 

Cultivirte Arten: 

f — Schoenoprasum L. (Wildwachsend am L. Superior nach Gray.) „Schnitt- 
lauch" — Cives. 
t — sativum L. „Knoblauch" — Garlic. 
f — Porrum L. „Breitlauch" — Leek. 
f — fistulosum L. „Winterzwiebel" Welsh Onion. 
f — Cepa L. „Zwiebel-Onion". 



Vergleichende Flora Wisconsins 



277 



Juncaceen. 

Luzuia pilosa Willd. „Common" northward" Gray, 
t — campestris DC. Um New Cöln u. s. w. 
f Juncus effusus L. „Very common" Gray und Wood. See-Ufer? 

— Bdlticus Dethard. „Shore of the Great Lakes" Gray. „Wisconsin" Wood, 
t — bufonius L. Milwaukee. 

— Gerardi Loisel. „Rare along the Great Lakes" Gray. 

— tenuis Willd. „Common" Wood. 

— Vaseyi Engelm. „Michigan to N. Illinois" Gray. Wisconsin? 
Juncus pelocarpus E. Meyer. „Wisconsin" nach Gray und Wood. 

f — alpinus Vill. var. insignis Fries. See-Ufer bei der Rolling Mill. 

t — nodosus L. Vielköpfig, vielblüthig in New Cöln, armblüthig am See-Ufer 
zwischen Milwaukee und der Rolling Mill. Erstere schickte ich Asa 
Gray zur Verificirung, welcher entschied: Est verus Juncus nodosus L. 
Forma intermedia aut fere". 

— Canadensis J. Gay. „Common and very variable" Gray und Wood. 

— — var. longicaudatus. „Wisconsin" Gray. 

— — var. brachycephalus. „Wisconsin" Gray. 

— — var. coarctatus. „Wisconsin" Gray. 

Tontederiaceen. 

Pontederia cordata L. var. angustifolia. Muskego Lake. 
Schollera graminea Willd. „Common" Gray. 

Commelinaceen. 
Tradescantia Virginica L. In Caledonia, Racine Co. 

Xyridaceen. 

Xyris flexuosa Muhl. „Wisconsin" nach Gray. 

Cyperaceen. 

Cyperus diandrus Torr. Im Town Centreville häufig an Roads und in Pastures. 
Im Co. Milwaukee entweder fehlend oder von mir übersehen. 

— erythrorhizos Muhl. „Wisconsin"? nach Gray. 

— inflex.us Muhl. „Common" Gray. 

— phymatodes Muhl. „Wisconsin" nach Gray. 

f — strigosus L. In der Marsh, V/ 2 Meile nördlich von New Cöln. 

— Michauxianus Schultes. „Common" Gray. 

— Engelmanni Steud. „Wisconsin" nach Gray. 



278 



A. Bruhin. 



Cyperus Schweinitzii Torr. „Illinois and northwestward" Gray. 

— filicuhnis Vahl. „Common" Gray. 

fDulichium spathaceum Pers. Um New Cöln u. s. w. in Sümpfen. Aehren 

zweiseitswendig. 
■\Eleocharis obtusa Schlütes. „Most common" Gray, 
f — palustris R. Br. New Cöln (Kirchenland) etc. gemein. 

— intermedia Schultes. „Illinois and northward common" Gray, 
f — tenuis Schultes. Town Lake. 

— acicularis R. Br. „Common" Gray. 

■fScirpus pauciflorus Lightfoot. „N. Illinois and northwestward" Gray. Town 
Line, zwischen Howells und New Road? 

— caespitosus L. „N. Illinois" (Vasey). Wisconsin? 

— subterminalis Torr. „Michigan and westward" Gray. 

— pungens Vahl. „Very common" Gray. 

t — validus Vahl. Town Line, besonders zwischen Howells und Nichols. Road. 

— fluviatilis Gray. „Wisconsin" nach Gray. 

t — atrovirens Muhl. New Cöln, in der Nähe der Kirche, Stephansbusch u. s. w. 

— lineatus Michx. „Wisconsin" nach Gray. 

f — JEriophorum Michx. New Cöln (Kirchenland) etc. 
t — — var. cyperinus. Im Stephansbusch. 
Eriophorum alpinum L. „Wisconsin" Gray. 

— vaginatum L. „Wisconsin" Gray. 

— Virginieum L. „Common" Gray. 

f — polystachyon L. Stephansbusch und östlich von New Cöln. 

— gracile Koch. „Illinois and northward" Gray. 
Fimbristylis capillaris Gray. „Common" Gray. 
Tthynchospora fusca R. et Sch. „Lake Sup. rare" Gray. 

— glomerata Vahl. „Common" Gray. 

Cladium mariscoides Torr. „Illinois and northward" Gray. 
Scleria triglomerata Michx. „Wisconsin" nach Gray. 
Carex polytrichoides Muhl. „Very common" Gray. 

— Backii Boot. „Lake Superior" Gray. 

f — bromoides Schk. „Common" Gray. New Cöln. 

— siccata üew. „Illinois and northwestward" Gray. 

— disticha Huds. „Wisconsin" nach Gray. 

— teretiuscula Good. var. major. „Wisconsin" Gray. 

f — vulpinoidea Michx. mit der var. setacea. New Cöln u. s. w. gemein, be- 
sonders im Kirchenland daselbst. 

— crus corvi Shuttleworth. „Wisconsin" Gray. 

— stipata Muhl. „Common" Gray. 

f — sparganioides Muhl. New Cöln (Kirchenland) u. s. w. Löst sich leicht 
von den Knoten, wie auch C. vulpinoidea. 

t — cephalophora Muhl. Um New Cöln etc. Die Halme reissen beim Aus- 
ziehen. (Vielleicht mit der vorhergehenden verwechselt.) 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



279 



Carex rosea Schk. „Common" Gray. 

— chordorrhiza Ehrb. „Wisconsin" Gray. 

t — tenella Schk. „Wisconsin" Gray. Tamarack bei New Cöln und am Kinni- 
kinnik. Erinnert an Lolium, daber der Schkuhrische Name C. loliacea gut. 

— te)iuiflora Wahl. „Wisconsin" nacb Gray. 

— canescem L. „Common, especially northward" Gray. 
Deweyana Schw. „Wisconsin" Gray. 

— sterüis Willd. „Common northward" Gray. 

— stelhdata L. „Lake Superior" Gray. 

— — var. scirpoides. „Common" Gray. 

— arida Scbw. et Torr. „Wisconsin" Gray. 

— scoparia Schk. „Everywhere common" Gray. 

— lagopodioides Schk. „Common" Gray. 

— cristata Schw. „Common" Gray. 

— straminea Schk. „Common and very variable" Gray. 

— vulgaris Fries. „Wisconsin" nach Gray. 

f? — aquatilis Wahl. „Wisconsin" nach Gray. Bay view, wenn dieselbe nicht 

zur folgenden gehört 
t - stricta Lam. (von Good.) „Very common" Gray. Kinnikinnik. 

— crinita Lam. „Common" Gray. 

— Umosa L. „Wisconsin" Gray. 

— irrigua Smith. „Wisconsin" Gray. 

— dlpina Sw. „Lake Superior" (Whitney, Loring). 

— aurea Nutt. „Wisconsin" nach Gray. 

— vaginata Tausch. „Lake Superior" (Eobbins, Porter). 

— Meadii Dew. „Wisconsin" Gray. 

— Craivei Dew. „Michigan and north westward" Gray. 

f — granularis Muhl. New Cöln u. s. w. nicht selten. Die unterste (weib- 
liche) Aehre langgestielt, der Stiel beinahe wurzelständig und daran 
leicht kenntlich. Erinnert an Panicum, wie G. panicea, dem es nahe steht. 

— Davisii Schw. et Torr. „Wisconsin" Gray. 

t — gracillima Schw. „Wisconsin" Gray. New Cöln, Mitte der 32. Section. 

— plantaginea Lam. „Wisconsin" nach Gray. 

— digitalis Willd. „Not rare" Gray. 

— laxiflora Lam. „Very common and polymorphous" Gray. 

— pedunculata Muhl. „Wisconsin" Gray. 

— umbellata Schk. „Illinois and northward" Gray. 

— Pennsylvanica Lam. „Common" Gray. 

— varia Muhl. „Common" Gray. 

t — praecox Jacq. New Cöln, nicht selten. 

— Richardsonii R. Br. „Wisconsin" (Sartwell). 

t — pubescens Muhl. „Wisconsin" Gray. New Cöln, Mitte der 33. Section, 
nicht häufig. 

— capillaris L. „Lake Michigan" Gray. 



280 



A. Bruhin. 



Carex flexilis Rudge. „Lake Superior rare" Gray. 

— flava L. „North ward" Gray. 

— Oederi Ehrh. „Lake Superior" Gray. 

— fdiformis L. „Wisconsin" Gray. 

— Houghtonii Torr. „Wisconsin, Lake La Biche" (Dr. Houghton). 

— aristata R. Br. „Lake shores and river banks" Gray. 
~ riparia Curtis. „Common" Gray. 

— trichocarpa Muhl. „Common" Gray, 
f — comosa Boott. New Cöln etc. 

— hystricina Willd. „Common" Gray. 

f — tentaculata Muhl. Stephansbusch bei New Cöln etc. 

t — intumescens Eudge. V 2 Meile östlich von New Cöln, Town Line zwischen 

Howells und New Koad etc. 
t lupulina Muhl. New Cöln (Kirchenland), 
f lupuliformis Sartwell. Daselbst. 

Wie G. lupulina, aber bedeutend später; Früchte von lupuliformis 

grösser und in der Mitte der Kanten knopfig; Aehren mehr entfernt. 

— retrorsa Schw. „Wisconsin" Gray. 

t — monile Tuckerman. New Cöln (Kirchenland) u. s. w. Blätter länger als 
d«r Halm, gelblich weiss punktirt. 

— Tuckermani Boot. „Illinois and northward" Gray. 

— oligosperma Michx. „Wisconsin" Gray. 

— longirostris Torr. „Wisconsin" Gray. 

Gramineen* 

\Leersia Virginica Willd. Stephansbusch bei New Cöln und am Kinnikinnik. 

Aehren schlank, Blätter breit, 
f — oryzoides Sw. Häufig '/ 2 Meile östlich von der katholischen Kirche in 

New Cöln, in Gräben. Blätter von rückwärts stehenden Borsten sehr 

scharf. 

■\Zizania acquatica L. Milwaukee, Muskego Lake etc. 

fAlopecurus aristulatus Michx. New Cöln (Kirchenland), Town Line, zwischen 

Howells und New Road etc. Antheren zimmtbraun. 
fPhleum pratense L. „Timothy". Das vorzüglichste Futtergras, welches überall 

angesäet wird. Ich fand Exemplare mit dichotomer Aehre. 
Sporobolus junceus Kunth. „Wisconsin" Gray, 

— heterolepis Gray. „Wisconsin" Gray. 

t — cryptandrus Gray. Am See-Ufer bei der Rolling Mill. 
fAgrostis scabra Willd. Town Lake häufig. 
fV— vulgaris With. Daselbst? 

Cima arundinacea L. var. pendula Gray. „Lake Super." Gray. 

Muhlenbergia glomerata Trin. „Common" Gray. 

— Mexicana Trin. „Common" Gray. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



281 



Muhlenbergia sylvatica Torr, et Gray. Ebenso nach Gray. 
fBrachyelytrum aristatum Beauv. Town Lake zwischen der 16. und 9. Section. 
fCalomagrostis Canadensis Beauv. New Cöln (Kirchenlaud) etc. 

— stricta Trin. „Lake Superior" Gray. 

— longifolia Hook. „Along the upper Great Lakes, from Illinois and Michigau 
nordwestward" Gray. 

— arenaria Roth. „On the Great Lakes" Gray. 

föryzopsis asperifolia Michx. New Cöln, östlich von der katholischen Kirche 
und auch auf dem Kirchenland daselbst. 

— Canadensis Torr. „Wisconsin" Gray. 
Stipa avenacea L. „Wisconsin" Gray. 

— spartea Trin. „From Illinois and N. Michigan nordwestward" Gray. 
Aristida tuberculosa Nutt. „Wisconsin" Gray. 

Spartina cynosuroides Willd. „Banks of rivers and lakes" Gray. 
Boutelona oligostachya Torr. „N. W. Wisconsin" Gray. 

— hirsuta Lagasca. „Wisconsin" Gray. 

— curtipendula Gray. „Wisconsin" Gray. 

■fDactylis glomerata L. Harzloch (Schröder's) bei New Cöln. 
fCoeleria cristata Pers. „Illinois and northward" Gray. 
Eatonia obtusata Gray. „Wisconsin" Gray. 

— Pennsilvanica Gray. „Common" Gray. 
Melica mutica Walt. „Wisconsin" Gray. 

•fGlyceria nervata Trin. New Cöln (Kirchenland) etc. 

— pallida Trin. „Common" Gray. 

t — aquatica Smith. „Common northward" Gray. 

Diese oder die vorhergehende um New Cöln, auch auf dem Kirchen- 
land daselbst. 

— fluitans R. Br. „Common" Gray. 
fPoa annua L. Milwaukee Co. 

t — compressa New Cöln (Kirchenland, südliche Fenz). 

— caesia Smith. „N. Wisconsin" (J. A. Lapham). 
t?— serotina Ehrh. New Cöln? 

f — pratensis L. „June Grass." Gemein. Stirbt regelmässig schon vor der 
Blüthe ab. 

— trivialis L.? 

— sylvestris Gray. „Wisconsin" Gray. 

— debilis Torr. „Wisconsin" Gray. 

— alsodes Gray. „Wisconsin" Gray. 
Eragrostis reptans Nees. „Common" Gray. 

t — capillaris Nees. New Cöln, Deuster's Fahrweg. 

Festuca ovina L. Freiwachsend am Lake Super., nach Gray und Robbins. 
t — nutans Willd. New Cöln, der katholischen Kirche gegenüber. 
■fBromus Kalmii Gray. „Common northward" Gray. An der Rail Road, der 
lutherischen Kirche in New Cöln gegenüber. 
Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 36 



282 



A. Bruli in. 



fBromus ciliatus L. Tamarack bei New Cöln und östlich davon an der Nicholson 
Eoad etc. 

fPhragmites communis Trin. Town Line, zwischen Howells und Nicholson Road. 
Lolium perenne L. Franklin im Co. Milwaukee. 

■fTriticum repens L. An der Lake Road, New Cöln gegenüber und in der Marsh 
bei New Cöln (die forma muticä). 

— dasystachyum Gray. „Sandy shores of Lake Sup." Gray. 

— violaceum Hörnern. „Wisconsin" (Lapham). 

— caninum L. „Indigenous northward" Gray, 
f — vulgare L. Cultivirt. 

t — Spelta L. (Früher auch in New Cöln cultivirt.) 
f Seeale ceredle L. Ziemlich häufig angebaut. 
fHordeum jubatum L. Stadt Milwaukee, Nordseite, 
f — hexastichon (und ? vulgare) L. Gebaut. 
fJElymus Virginicus L. Town Lake. 

— Sibiricus L. „South shore of Lake Super." (Porter), 
t — Canadensis L. New Cöln etc. 

t — mollis Trin. Seeufer bei der Rolling Mill. etc. 

f Gymnostichum Hystrix Schreb. New Cöln u. s. w. nicht selten. Eine sonder- 
bare Grasart, welche mit ihren abstehenden, langbegrannten Aehren wirklich 
an ein Stachelschwein erinnert. 

fDanthonia spicata Beauv. Um New Cöln gemein. Bei jungen Exemplaren sind 
die Grannen nicht gedreht und gekniet und die Spelzen unbehaart; da- 
gegen sind die unteren Knoten und die Blätter der Seitentriebe haarig. 
— Lauter Merkmale, die einen bei der Bestimmu'ng der Species aufs 
Eis führen können, wenn er die Beschreibungen der bewährtesten Floristen 
dagegen hält. 

\Avena sativa L. Im Grossen angebaut. 

— Smithii Porter. „Lake Superior" (Robbins). 
Trisetum subspicatum Beauv. var. molle „Wisconsin* Gray. 
Aira flexuosa L. „Common" Gray. 

— caespitosa L. „Shores of Lakes" Gray. 

Hierochloa borealis R. et Sch. „Shores of the Great Lakes" Gray. 
"fPhalaris arundinacea L. In der Marsh bei New Cöln. 
f — — var. picta. In Gärten und auf Kirchhöfen. 

f — canariensis L. Seminar in Milwaukee, der Humboldt's Public School 

gegenüber. 
^Milium effusum L. New Cöln. 
Panicum glabrum Gaud. Town Franklin, 
f — sanguinale L. Lake Road und Rail Road bei New Cöln. 
f — capillare L. „Old-witch-Grass". An cultivirten Orten überall, 
f — latifolium L. New Cöln (Kirchenland) Seminar u. s. w. 

— clandestinum L. „Common" Gray. 

— xanthophysum Gray. „Wisconsin" Gray. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



283 



Panicum pauciflorum Ell. „Wisconsin" Gray, 
f — dichotomum L. var. pubescens. New Cöln (Kirchenland). 
f — Crus Gdlli L. New Cöln (Kirchenland) u. s. w. 
■fSetaria glauca Beauv. Cultivirtes Land, häufig, 
t — viridis Beauv. Ebenso. 

Unterschiede und Formen: 



S. glauca. 
Aehrchen einzeln. 

Von circa 10 fuchsrothen Borsten 
gestützt. 

Häufig mit secundären Aehren. 



S. viridis Beauv. 
Aehrchen zahlreich. 
Von circa 20—28 grünen oder pur- 
purnen Borsten gestützt. 

Aehre oft dichotom. Die Form mit 
purpurnen Borsten häufig in der süd- 
östlichen Ecke der 8. Section. 
Cenchrus tribuloides L. „On the Great Lakes" Gray. 
Andropogon furcatus Muhl. Town Franklin. 

f Sorghum vulgare Pers. „Broom Corn." An der Town Line bei der Chicago 
Road im Grossen gezogen von Mr. Roedel und Co. zum Behufe der 
Besenfabrication. 

\Saccharum officinorum L. Vor einigen Jahren versuchsweise von Mr. Howard 

an der Howells Road im Grossen gepflanzt. 
fZea Mais L. In verschiedenen Varietäten, z. B.: 

a) Samen nierenförmig; weiss, gelb, roth; Spreublätter weiss oder 
rothbraun ; 

b) Samen dreieckig = Prairie Corn; 

c) Samen eingeschrumpft = Sweet Corn. 
t — Curagna Molin. „Pop Com". 



C. Acotyledonen. 
Equisetaceen. 

Equisetum Telmateja Ehrh. „Shore of the upper Great Lakes" Gray. 

• — arvense L. Milwaukee Co., gemein. 

— pratense Ehrh. „Wisconsin" Gray. 

' — sylvaticum L. New Cöln, Stephansbusch und noch häufiger in St. Wen- 
delin (Grasers Busch) etc. 

— palustre L. „Wisconsin" (C. F. Austin). 

• — limosum L. „Milwaukee" (Milde). Tamarack bei New Cöln und St. Francis 

Station mit der var. verticillata. Dieselbe dichotom bei der Francis Station. 

• — hyemale L. Stephansbusch bei New Cöln, häufig; Howells Road V 2 Meile 

nördlich vom Town House; St. Wendelin im Centreville etc. 
' — variegatum Schleich. Am Seeufer, New Cöln gegenüber, häufig („rare" 
nach Wood und Gray). 

36* 



284 



A. Bruhin. 



Equisetum scirpoides Michx. Im Cedar Swamp bei der Sation Centreville, nicht 
selten. Stengel büschelig, kraus, dünn und gebrechlich. 

Filices. 

Polipodium vulgare L. „Common" Gray. 
fÄdiantum pedatum L. So schön diese Farnart ist, findet sie sich doch in 
jedem Busch. Fiedern wagrecht abstehend und daher eine horizontale 
Fläche bildend. 

•\Pteris aquilina L. Nicht selten um New Cöln und bei St. Wendelin in Centre- 
ville; aber doch nirgends so häufig wie in der old country. 
Cheilantes lonuginosa Nutt. „Wisconsin" (T. J. Haie). 
Pellaea gracilis Hook. „Wisconsin" Gray. 

Allosoms acrostichoides Spreng. „Lake Superiore" (Prof. Porter). 
Asplenium Trichomanes L. „Common" Gray. Ich konnte jedoch diese in meiner 
Heimat so gemeine Farnart hier noch niemals finden. 

— ebeneum Ait. „Rather common" Gray. 

— angustifolium Michx. „Wisconsin" Gray. 

— thelypteroides Michx. Centreville. 

f — Füix foemina Bernh. Co. Milwaukee und Manitowoc etc. 
Camptosorus rhizophyllus Link. „Wisconsin" Gray. 

Phegopteris polypodioides Fee. St. Wendelin in Centreville, auch mit dicho- 
tomem Wedel (Grasers Busch). 

— Bryopteris Fe'e. Häufig bei der Station Centreville etc. 
fAspidium Thelypteris Sw. Bei New Cöln und St. Wendelin etc. 

— Novaeboracense Sw. „Common" Gray und Wood. 

— fragrans Sw. „Falls of the St. Croix, Wis." (Dr. Parry); „Wisconsin 
River" (Lapham); „Wisconsin" Wood. 

t — spinulosum Sw. var. intermedium. Gemein. 

— — var. dilatatum. „Wisconsin" Gray. 

f — cristatum Sw. New Cöln (westlich von der kath. Kirche) und St. Wen- 
delin ebenso. 

— Füix mas Sw. „Lake Superior" Gray. 

— marginale Sw. „Common north ward" Gray. 

— acrostichoides Sw. Nahe der Station Centreville. 

— Lonchitis Sw. „Southern shore of Lake Superior" Gray und Wood. 
Cystopteris bulbifera Bernh. Cedar Swamp bei der Station Centreville u. s. w. 



Vergleichende Flora Wisconsins. 



285 



fCystopteris fragilis Bernh. Ueberall gemein. 

Struthiopteris germanica Willd. (= Onoclea Struthiopteris Hoffm.). St. Wen- 
delin im Town Centreville (Grasers Busch), 
t Onoclea sensibilis L. Ueberall. Dichotom in New Cöln. 

Woodsia obtusa Torr. Centreville. 

— Ilvensis R. Br. „Common" Gray. 

— Oregano, DC. Eaton. „South shore of Lake Sup." (Robbins). 
Bicksonia punctilobula Kunze. „Very common" Gray. 

f Osmunda regalis L. Tamarack bei New Cöln und westlich von der katholischen 

Kirche daselbst; St. Wendelin (Grasers Busch), 
f — Claytoniana L. Um New Cöln etc. häufig, z. B. Stephansbusch; auch 

St. Wendelin. Fertile Fiedern in der Mitte des Wedels 1—6 Paare oder 

auch unpaarig 1 — 13. 
f — cinnamomea L. Daselbst. Unterscheidet sich von der Vorigen dadurch, 

dass die Geschlechter getrennt sind und deshalb (wie bei Onoclea) fertile 

und unfruchtbare Wedel vorkommen. 
Botrychium Lunaria Sw. „Lake Superior" (Lesquereux). 

— lanceolatum Angström. „Lake Sup." (Gillman, Wheeler). 

f — Virginicum Sw. Gar nicht selten, z. B. Stephansbusch bei New Cöln; 
Grasers Busch bei St. Wendelin; am Kinnikinnik u. s. w. 

— lunarioides Sw. var. obliquum (= B. ternatum Thunb.) St. Wendelin im 
Town Centreville, nicht selten. 

Ophioglossum vulgatum L. Wisconsin? 

Lycopodiaceen, 

fLycopodium lucidulum Michx. Stephansbusch bei New Cöln; Cedar Swamp 
bei der Station Centreville. 

— Selago L. „Shore of Lake Superior" Gray. 

— annotinum L. „Common northward" Gray, 
t — clavatum L. Stephansbusch bei New Cöln. 

— dendroideum Michx. Bei der Station Centreville, von Mr. Lumerding 
entdeckt. 

— complanatum L. „Common" Gray. 

Selaginella selaginoides Link. (= S. spinulosa Braun). „Lake Superior, 
rare" Gray. 

— rupestris Spring. „Very common" Gray. 



286 



A. B ruh in. Vergleichende Flora Wisconsins. 



Isoetes lacustris L. (= L macrospora Durr.) „Lake Sup." Gray. 
— melanopoda J. Gray. „Northern Illinois" Gray. 

Marsiliaceen. 

Marsilia uncinata Braun. „Will doubtless be found in the northwestern part 
of Wisconsin" Gray. 



Der Town Lake besitzt mit einem Theil des Stadtgebietes und einer 
Meile von dem südlich angrenzenden Town Oak Creek ungefähr die Hälfte 
aller in Wisconsin nachgewiesenen Pflanzen, nämlich 640 Arten; während 
Wisconsin bis anbin nur 1300 Species (in 533 Gattungen) repräsentirt. 



TJeber die Blattform von Ficus elastica L. 



Von 

Dr. A. Pokorny. 

Mit einer Figur. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Mai 1876.) 

Es gibt wenige Pflanzen, die so schöne ansehnliche und regelmässige 
Blätter haben, wie die als Laubpflanze ersten Ranges allenthalben gezogene 
Ficus elastica Linn. Betrachtet man aber die an einem Stamme aufeinander 
folgenden Blätter ihrer Form nach etwas genauer, so werden alsbald Ab- 
weichungen der Blattform sichtbar, welche es erklären, dass das Laubblatt der 
Ficus elastica in den systematischen Werken verschiedentlich bezeichnet wird 
und Ausdrücke, wie „eiförmig, elliptisch, länglich, breit-lanzettlich" u. dgl. dafür 
angeführt werden. Ein genaues Urtheil über die Blattform erhält man aber 
erst durch Messung der wichtigsten Durchmesser des Blattes, also auf phyllo- 
metrischem Wege. 

Die genaue Zeichnung und Messung von 11 Blättern eines lebenden 
kräftigen jungen Stammes ergab hiebei folgende empirische Blattwerthe, wobei 
der Blattstiel P, die Blattlänge L und 11 verschiedene Querdurchmesser B bis 
auf einen Millimeter genau erhoben wurden. Zur Charakteristik der ganzen 
Blattform dienen die fünf Haupt- Querdurchmesser (am Grunde B , im ersten 
Blattviertel B^ in der Blatthälfte B 2 , im dritten Blattviertel B 3 und an der 
Blattspitze B 4 , welcher letzterer hier immer == ist). Ausserdem wurden zur 
weiteren Charakteristik des untersten und obersten Blattviertels (des Blattgrundes 
und der Blattspitze im weiteren Sinne) noch je drei Querdurchraesser, nämlich 
in Vi6» 2 /i6 una * 3 /i6> sowie in 13 /i6, u /i6 un d 15 /i6 ^ er ganzen Blattlänge ermittelt. 
Die folgende kleine Tabelle (Tab. I) zeigt die gewonnenen empirischen Resultate 
für jedes einzelne Blatt, ferner die Mittelwerthe, die extremen (grössten und 
kleinsten) Werthe und deren Mittel. 



288 



A. Pokorny. 



Tab. I. Empirische Blattwerthe von Ficus elastica L. 



Blatt 


P 


L 


B 






3 /i 6 B 




B 2 


Bs 


13 / 16 B 




15 / 16 B 


B* 


T 

1 . . . . 


10 


l<±o 


1U 




Dl 


71 
i 1 


7ß 
/ D 


81 

Ol 


Oö 


KA 

04: 


Ad 


1 Q 
lo 




II ... . 


23 


175 


12 


48 


63 


72 


80 


87 


71 


59 


42 


14 





III ... . 


30 


189 


8 


48 


64 


75 


82 


89 


73 


63 


49 


25 


— 


IV ... . 


21 


153 


5 


37 


55 


65 


73 


81 


64 


57 


45 


25 


— 


V . . . . 


40 


220 


8 


45 


65 


73 


84 


93 


79 


67 


50 


13 


— 


VI ... . 


36 


243 


12 


51 


72 


86 


94 


101 


90 


76 


55 


18 




VTT 

V 11 ... . 


ov 


9ß7 


Q 


OD 


7Q 


yo 


1UO 


119 


Q9 


77 


^7 
i 


18 

lo 




VIII .... 


37 


284 


14 


64 


89 


102 


108 


114 


95 


85 


60 


30 




IX ... . 


32 


252 


13 


62 


80 


92 


100 


101 


82 


72 


58 


24 




X . . . . 


35 


268 


16 


61 


85 


96 


98 


99 


86 


71 


51 


17 




XI ... . 


21 


222 


16 


59 


75 


82 


87 


86 


71 


60 


45 


17 




Arith. Mittel 


30 


219 


11 


53 


72 


83 


90 


97 


79 


67 


47 


20 




Kl. Werthe 


16 


143 


5 


37 


55 


65 


73 


81 


63 


54 


40 


13 




Gr. Werthe 


40 


284 


16 


64 


89 


102 


108 


114 


95 


85 


60 


30 




Mittel d. Extreme 


28 


213 


10 


50 


72 


83 


90 


97 


79 


69 


50 


21 





Da aber hier die Blattlänge zwischen 143 und 284 Mm., also um das 
Doppelte schwankt, so gestatten die erhobenen Blattwerthe keine unmittelbare 
Vergleichung, wenn man sie nicht auf eine gleiche Blattlänge (100 Mm.) redu- 
cirt, oder was dasselbe ist, alle Werthe in Percenten der Blattlänge ausdrückt. 
Es verwandeln sich hiedurch die erhobenen, auf unmittelbare Messung beruhen- 
den, empirischen Blattwerthe in isometrische, 1 ) die in folgender Tabelle zu- 
sammengestellt sind. 

Tab. II. Isometrische Blattwerthe von Ficus elastica L. 



Blatt 


P 


L 


B 




2 /i 6 B 


S / 16 B 


Bi 


B 2 


BS 


13 /i 6 B 


14 /i 6 B 


15 / 18 B 


B 4 


I . . . . 


11 


100 


7 


34 


42 


49 


53 


56 


44 


38 


28 


13 




II ... . 


13 


100 


7 


28 


36 


41 


46 


49 


40 


33 


24 


CO oc 




III ... . 


16 


100 


4 


25 


34 


39 


44 


47 


39 


33 


25 




IV ... . 


13 


100 


3 


24 


35 


42 


47 


53 


42 


37 


29 


16 




V . . . . 


18 


100 


4 


20 


30 


33 


38 


42 


36 


30 


23 


5 




VI ... . 


15 


100 


5 


21 


30 


36 


39 


42 


37 


31 


22 


7 




VII ... . 


15 


100 


3 


21 


29 


36 


39 


42 


35 


29 


21 


7 




VIII .... 


13 


100 


5 


22 


32 


36 


38 


40 


34 


29 


21 


10 




IX ... . 


13 


100 


5 


25 


32 


37 


39 


40 


32 


29 


23 


9 




X . . . . 


13 


100 


6 


22 


31 


36 


37 


37 


33 


27 


19 


7 




XI ... . 


9 


100 


7 


27 


34 


36 


39 


39 


32 


27 


20 


8 




Arith. Mittel 


14 


100 


5 


24 


33 


38 


42 


44 


37 


31 


23 


8 




Kl. Werthe 


9 


100 


3 


20 


29 


33 


37 


37 


32 


27 


19 


5 




Gr. Werthe 


18 


100 


7 


34 


42 


49 


53 


56 


44 


38 


29 


16 




Mittel d. Extreme 


13 


100 


5 


27 


35 


41 


45 


46 


38 


32 


24 


10 





i) Vergl A Pokorny: Ueber pbyllometrische Werthe als Mittel zur Charakteristik der 
Pflanzenblätter. LXXII. Band der Sitzungsber. d. k. Akadem. 1875 und A. Pokorny : Ueber Blatt- 
werthe der österr. Holzpflanzen. Verh. der zool.-bot. Ges. 1876, p. 167. 



Ueber die Blattfonu vou Fielt» elastica L 



Um nun aus diesen isometrischen Blattwertben die Blattform abzuleiten, 
bedarf mau nur die Werthe von B t , B 2 und B 3 , d. i. die Breitenverhältnisse im 
ersten, zweiten und dritten Blattviercel zu vergleichen. Aus dieser Vergleichung 
ergibt sich aber, dass alle Blatter von Ficus elastica ihre grösste Breite in B 2 
haben, und dass die Breite in B! grösser ist als in B 3 , dass also der Typus 
aller dieser Blätter der eiförmige ist. Berechnet man jedoch, um wie viel die 
gemessene Blattfonu von einer für eine bestimmte grösste Breite berechnete 
eiförmige mathematisch genaue Blattform abweicht, so erhält man die Anomalien, 
um welche die wirklichen Breitendurchmesser von den berechneten eines 
eiförmigen Blattes gleicher grösster Breite abweichen. Und diese Anomalien 
von der Eiform sind hier durchwegs grösser, als die auf ähnliche Weise be- 
rechneten Anomalien für die elliptische Blattform von gleicher grösster Breite. 



Beispielsweise hat in B t B 2 B 3 

das Blatt I . 53 56 44. 

ein rein elliptisches Blatt mit B 2 — 56 (56A) 48 56 48 

ein rein eiförmiges Blatt mit B 2 = 56 (56C) 48 56 28 

das Blatt I weicht also von 56 A ab um +5 — — 4 

das Blatt I weicht von 56C ab um . . -f- 5 — -}-16 



Die Anomalie von der Eiform (C) ist bedeutend grösser als die von der 
elliptischen (A) und man wird daher das Blatt am besten als ein elliptisches 
von 56 Mm. grösster Breite (56A) bezeichnen, das im ersten Blattviertel um 
5 Mm. zu breit, im dritten Blattviertel um 4 Mm. zu schmal ist. 

Annähernd lässt sich das Blatt auch als ein elliptisches zur Eiform hin- 
neigendes, also als eiförmig- elliptisch bezeichnen und mit dem Symbol CA 3 
ausdrücken, wobei zugleich der Index 3 anzeigt, dass die grösste Breite zwischen 
40—60 Mm., also zwischen 2 /s und 8 /ö aer Blattlänge liegt. 

Aus dem Gesagten dürfte nun folgende tabellarische Zusammenstellung 
der Blattformen obiger 11 Blätter von Ficus elastica in phyllometrischen 
Werthen ausgedrückt, hinreichend verständlich sein. Zur näheren Erklärung 
aber muss auf die oben citirten Abhandlungen verwiesen werden. 



Tab. III. Blattformeln von Ficus elastica L. 



Blatt 



Isometiische Breiten 



B, 



Unbestimmte 
BlaUformcI 



Bestimmte Blattformel 



Grösste Blatt- Anomalie Anomalie 
Breite form in B t in B 3 



I 
Ii 
III 

IV 
V 
VI 
VII 
VIII 
IX 
X 
XI 



! 53 
46 
44 
47 

I 38 

: 39 

I 39 
38 
39 
37 
39 



56 
49 
47 
53 
42 
42 
42 
40 
40 
37 
39 



44 
40 
39 
42 
36 
37 
35 
34 
32 
33 
32 



Arithmetisches Mittel 42 44 37 

Kleinste Werthe ... | 37 37 32 

Grösste Werthe ... | 53 56 44 

Mittel der Extreme . 1 45 46 38 

Z. B. ües. B. XXVI. Abh. 



CA 3 . 

CA 3 IJ2 
CA 3 -h 
CA 3 l 
CA 3 2 
CA 3 - 
CA 2 
CA, • 

ca; j 



CA 



2 s 



CA 3 51 
CA 3 « 



56 
49 
47 
53 
42 
42 
42 
40 
40 
37 
39 



44 
37 

56 
46 



5-4 
+ 4—2 
3 
1 
2 
3 

4- 3 
3 

4- 4 
5 
5 



+ 5 
3 

37 



290 



A. Pokorny. 



Aus diesen Blattformeln ergibt sich eine überraschende Eigenthümlieh- 
keit der Blätter in ihrer wahren Form, wie man sie durch den blossen Anblick 
und die Vergleichung der natürlichen Blätter kaum erkennen würde. Alle 
11 Blätter weichen von der elliptischen Blattform nur wenig ab. Durchwegs 
sind sie im ersten Blattviertel etwas zu breit (um 1 — 5 Mm. oder Percente der 
Blattlänge), im dritten Blattviertel meist um noch weniger (1—4 Mm.) zu 
schmal. Der Hauptunterschied liegt in der verschiedenen grössten Breite, die 
aber auch nur zwischen 37 und 56, also um 19 Mm. (d. i. nicht ganz 20 Percent 
oder Vö der Blattlänge) schwankt. Die Ursache des verschiedenen Aussehens 
der natürlichen Blätter liegt daher theils in der verschiedenen Länge, theils in 
der Form des Blattgrundes und der Blattspitze. Da das unterste Blattviertel 
etwas breiter, das oberste etwas schmäler ist, als beim rein elliptischen Blatt, 
so summirt sich beim Gesammtüberblick dieser Unterschied und dies umsomehr, 
je kürzer das Blatt überhaupt ist. So ist das Blatt I (das kürzeste Blatt L = 
143 Mm.) vom Grunde an in gleichen Abständen (7i6 der Blattlänge) aufwärts 
um 10, 30, 21, 17, 13 Mm. breiter als von der Spitze an in gleichen Abständen 
abwärts, während bei dem längsten Blatt (Blatt VIII, L = 284 Mm.) diese 
Differenzen nur 14, 34, 29, 17, 13 Mm., also im Verhältniss zur Länge ?iel 
weniger betragen. Die Verjüngung der Spitze und die Verbreiterung des 
Blattgrundes ist auch aus den isometrischen Blattwerthen sehr ersichtlich. Im 
Mittel nämlich haben in y 16 Abständen die gemessenen 11 Blätter 

von der Basis aufwärts 5 24 33 38 42 Mm. 

von der Spitze abwärts 8 23 31 37 „ 

Daher beiderseits eine Differenz von 5 16 10 7 5 „ 

Der Werth der pbyllometrischen Methode beruht aber nicht nur darauf, 
dass man jedes Blatt empirisch oder isometrisch genau durch Masswerthe 
charakterisiren und wenn nöthig, nach denselben construiren kann und dass 
sich dadurch die Blattform in ihrer Uebereinstimmung mit einer bestimmten 
mathematischen Form nebst den etwaigen Abweichungen genau bestimmen lässt; 
sondern es ist nun auch möglich, von mittleren Blattformen eines Sprosses, 
einer Pflanze, einer Varietät, Art u. dgl. zu sprechen. Obige Tabellen enthalten 
auch die Werthe der arithmetischen Mittel der gemessenen 11 J?Ycws-Blätter, 
wodurch sich die mittlere Blattform für Ficus elastica empirisch und isome- 
trisch ergibt. Je grösser die Zahl der gemessenen Blätter ist, um so genauer 
wird auch der Mittelwerth sein. Aber der Umstand, dass man, wie die Tabellen 
zeigen, auch aus den grössten und kleinsten Werth en, ein annähernd richtiges 
Mittel erhält, beweist, dass schon die Messung zweier extremer, gut gewählter, 
Blätter (hier IV und VIII oder I und VIII) mittlere Werthe von bedeutender 
Annäherung gibt, was für die praktische Anwendung von grosser Bedeutung 
ist. Die beifolgende Figur gibt von den isometrischen Werthen der gemessenen 
11 Blätter die Extreme (die grössten und kleinsten Breiten), das wahre oder 
arithmetische Mittel und das Mittel der Extreme. Letzteres ist nur um 1 — 2 Mm. 
von dem wahren Mittel verschieden, und zwar grösser. 



üeber «lie Blattform von Finis elastlca L. 



291 



Isometrische Blattwertlie vou Ficus elastica L. 




Ch 





c 


,7 














5 


8 


10 


16 


19 


23 


24 


29 


27 


31 


32 


38 


32 


37 


38 


44 



a \J>\\o d 37 44 46 56 



JL 37 42 45 53 
// / 33 38 41 49 

m: 



29 33 35 42 
20 24 27 34 



a Kleinste Werthe. 

6 Wahres Mittel, 

c Mittel der Extreme 

d Grösste Werthe. 



Zum Schluss ergibt sich aus der Betrachtung der aufeinander folgenden 
Blätter I — XI, dass dieselben in zwei Gruppen zerfallen. Die Blätter I — IV 
sind die breitesten (mit 47—56 Mm. grösster isometrischer Breite) und kürzesten 
(mit 143 — 189 Mm. empirischer Länge). Die Blätter V — XI sind entschieden 
schmäler (mit 37—42 Mm. grösster isometrischer Breite) und länger (mit 
220—284 Mm. empirischer Länge). 

37* 



292 



A. Pokorny. Ueber <Iio Blattform von Ficua elastica L. 



Es entspricht dies den beiden Sprossfolgen des vorliegenden Stammes. 
Selbst in jeder einzelnen Sprossfolge, ist eine regelmässige Zu- und Abnahme 
der Dimensionen ersichtlich, wie dies namentlich in den empirischen Werthen 
deutlich hervortritt und darauf hindeutet, dass auch in der Aufeinanderfolge 
der Blätter eine bestimmte, mit den Ernährungsverhältnissen zusammenhängende, 
Gesetzmässigkeit der Blattform sich ausdrückt, die sich durch phyllometrische 
Werthe genauer, als auf andere Weise feststellen und charakterisiren lässt. 



Beiträge zur Sehmetterlings-Fauna von Surinam. 

Von 

H. B. Möschler, Kronförstchen bei Bautzen. 
Mit Tafel III und IV. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Mai 1876.) 

Die nachfolgend angeführten Lepidopteren erhielt ich seit einigen Jahren 
durch die Gefälligkeit zweier Freunde, welche in Surinam als Missionäre an- 
gestellt sind und ihre spärlich zugemessenen Mussestunden theilweise dazu ver- 
wenden, mir Schmetterlinge zu sammeln. Trotz der wenigen Zeit, welche meine 
Freunde auf diese Beschäftigung verwenden können, haben sie doch schon eine 
nicht unbedeutende Zahl von Arten zusammengebracht und auch manches Neue 
aufgefunden. Besonders erhielt ich eine ziemliche Zahl von Heterocereu, vor- 
züglich Eulen; denn da meine Freunde meist erst Abends Müsse haben, so 
betrieben sie hauptsächlich den Fang der Nachtschmetterlinge. Unter diesen 
Arten wird voraussichtlich viel Neues sein, nach Berlin und Wien an das Museum 
gesendete Determinanden konnten nur zum allerkleinsten Theil bestimmt werden. 

Ist es mir möglich, diese Familien auch zu bearbeiten, so soll es ge- 
schehen, doch verhehle ich mir die Schwierigkeiten, festzustellen, ob eine Art 
schon beschrieben ist oder Dicht, keineswegs, weder Guenee's noch Walker's 
Werke bieten in dieser Beziehung die nöthige Hilfe. 

Bei den in dieser Arbeit als neu beschriebenen Arten habe ich mir 
möglichste Mühe gegeben, festzustellen, ob dieselben wirklich neu sind, oder 
mit schon bekannt gemachten Arten zusammenfallen und ausser den einschla- 
genden Werken auch die Ansichten erfahrener Lepidopterologen eingeholt, so 
dass ich hoffe, so ziemlich das Richtige getroffen zu haben. 

Dass ich, trotzdem ich hoffe auch ferner noch Lepidopteren von Surinam 
zu erhalten, schon jetzt mit meiner Arbeit hervortrete, hat seinen Grund darin, 
dass der eine meiner dortigen Freunde von seiner Station, welche etwa 25 geo- 
graphische Meilen im Innern gelegen ist, nach der Hauptstadt Paramaribo, also 
an die Küste, versetzt wurde, wo auch mein zweiter Sammler stationirt ist. 
Gerade aber aus dem Innern habe ich, wie auch sehr erklärlich, die Mehrzahl 
der Arten erhalten und da gegenwärtig diese Quelle versiegt ist, hielt ich es 
für zweckmässig, für jetzt meine Arbeit abzuschliessen. 

Da Cramer's klassisches Werk vorzüglich Arten von Surinam aufführt, 
hielt ich es für nöthig, dasselbe ganz besonders zu berücksichtigen, habe stets 
die Abbildungen desselben bei den betreffenden Arten citirt und wenn nöthig, 
auch eine kurze Benrtheilung der Bilder beigefügt. Craraer's Bilder sind, 



294 



H. B. Möecliler. 



wenn auch meist roh, doch fast immer kenntlich, manche schön, manche aber 
auch ganz verfehlt. 

Sepp's Werk, Surinam Vlinders konnte ich leider nicht einsehen, möglich, 
dass eine oder die andere der von mir als neu beschriebenen Arten in demselben 
schon enthalten ist. 

Dass ich mich bei den Khopaloceren nicht strikte an das von Kirby in 
seinem Synonymic Catalog und bei den Sphingiden nicht ganz nach dem von 
Boisduval in seinem neuesten Werk aufgestellten System gerichtet habe, 
dürfte, da es sich ja hier nur um eine faunistische Arbeit handelt, wohl zu 
entschuldigen sein, ich gestehe offen, dass keines der beiden erwähnten Systeme 
mir völlig naturgemäss erscheint. 

Was schliesslich die bei den neu beschriebenen Arten angegebenen Maasse 
anbelangt, so bedeutet die erste Zahl die Flügelspannung, also die bei correkt ge- 
spannten Exemplaren sich ergebende Weite von einer Vorderflügelspitze bis zur 
anderen, die zweite Zahl die Breite eines Vorderflügels vom Vorderrand bis 
zum Innenrand dicht vor dem Innenwinkel gemessen, in Millimetern. Von ein- 
schlagenden Werken wurden benutzt: 
Linne, Syst. Nat. XII, 1767. 

— Museum Ludovicae Ulricae Reginae 1764. 
Fabricius, Systema Entomologiae 1775. 

Cr am er, Papillons exotiques 1779—1791. 

S toll, Supplement aux Papillons exotiques de P. Cramer 1791. 
Hübner, Sammlung exotischer Schmetterlinge. 

— Zuträge zur Sammlung exotischer Schmetterlinge 1818—1825. 

— Verzeichniss bekannter Schmetterlinge 1816. 
Boisduval, Species General des Lepidopteres I., 1836. 

— Species General des Lepidopteres, Heteroceres I. Sphingides, Sesiides, 
Castnides 1874. 

Hewitson, Exot. Butterflies. 
Felder, Reise d. Novara, Lepidopt. I. Rhopalocera. 
Felder und Rogenhofer, dessgleichen II. Heterocera. 
Kirby, Synonymic Catalogue of Diurnal Lepidopters 1871. 
Verhandlungen der zool.-bot. Gesellschaft, Wien. 
Wiener entomologische Monatsschrift 1857—1864. 
Stettiner entomologische Zeitung 1857—1876. 
Proceedings of the Entom. Society of Philadelphia. 

Schliesslich sage ich den Herren Plötz in Greifswald, Custos A. Rogen- 
hofer in Wien, Minister von Schenck in Darmstadt, Schilde in Bautzen 
und Dr. Staudinger in Blasewitz, welche mich theils durch Bestimmung 
zweifelhafter Arten, theils durch Literatur unterstützten, meinen besten Dank, 
möge die kleine Arbeit als Beitrag zur Faltergeographie einigen Nutzen gewähren, 
dem vor Kurzem verewigten Custos Hopffer in Berlin, welcher mich bei meiner 
Arbeit auf das Freundlichste unterstützte, kann ich leider hier nicht mehr meinen 
Dank aussprechen. 



Beiträge zur Pehmetterlings-Fauna von Surinam. 



295 



I. Rhopalocera. 

Papilio L. 

Polydamas L. Cr. 211 D. E., gute Abbildung. 

Hyppason Cr. 29 E. (1775) Hyppason Auct. 9 Amosis Cr. 269 A. B. 

Die Abbildung ziemlich roh, doch kenntlich, die zwei weissgelben Fleckchen 
der Hinterflügel vor dem Saum in Zelle 6 und 7, welche mein Exemplar zeigt, sind 
in jenem Bild nicht sichtbar, Boisduval Spec. Gen. p. 282 erwähnt derselben. 
Die drei kleinen rothen Fleckchen in Zelle 3 — 5 sind bei Cramer nur durch 
einen solchen in Zelle 3 angegeben, sie sind sehr variabel, mein Exemplar zeigt 
auf dem linken Hinterflügel alle drei Fleckchen, auf dem rechten fehlt der Fleck 
in Zelle 5. 

Mein Exemplar ist ein Q und auch Felder, Species Lepidopterorum, 
Anmerkung 56 erwähnt, dass die Weiber dieser Art von Surinam öfters den 
weissen Fleck der Vorderflügel zeigten. 

Sesostris Cr. 211 F. G. Q Tullus Cr. 277 C. D., Abbildung gut. 

Die Exemplare aus Surinam zeigen nicht die rothen Flecke der Hinter- 
flügel wie solche Exemplare von Chiriqui (Central- Amerika) führen. 

Vertumn.ua Cr. 211 A. B. C. 

Ueber diese und die verwandten Arten scheint noch nicht vollständige 
Klarheit zu herrschen, Cramer bildet als Vertumnus cT zwei verschiedene Arten 
ab. nämlich den echten Vertumnus unter A., dagegen unter C: 

Tolmosis Bates Trans. Ent. Soc. Ser. II, vol. V, p. 340, p. 356, welchen 
Kirby Cat. Nr. 62 f als muthmassliche Varietät zu NepJialion Godt. Bdv. — 
Proteus Bdv. — zieht. 

Ein Mann von Surinam stimmt gut mit Cramer's Figur 211 C, das Weib 
kenne ich nicht. 

Ebenso besitze ich keinen Mann von Vertumnus Cr. aus Surinam, welcher 
mit Figur 211 A. genau übereinstimmt und dem das gelbe Fleckchen in der 
Spitze des grünen Vordeiflügelfleckes fehlte, wie dies Cramer's Figur A zeigt, 
auch Boisduval Spec. Gen. p. 297 scheint nur Exemplare mit dem gelben 
Fleckchen vor sich gehabt zu haben. 

Triopas Godt. Enc. Meth. IX, p. 33. Nr. 20. Nach Boisduval fliegt 
diese seltene Art niedrig an der Erde ähnlich manchen Hesperien. 

Aeneas L. Cr. $ 279 A. B. Q Marcius Hb. Smmlg. Bdv. Spec. Gen. 288. 
Ob Boisduval 1. c. 286 tine Varietät des Mannes, oder eine andere Art als 
muthmassliches Weib beschreibt, weiss ich nicht. Das echte Weib beschreibt er 
p. 288 als Marcius Hb. 

Santhonus Cr. 278 C. D., schlechtes Bild, die rothen Flecke der 
Hinterflügel viel zu lang gezogen. 

Anchises L. Cr. cT 29 C. D. Lysander 9 Cr. 386 C. D. Arbates 
Ewrymas Bdv. Spec. Ge'n. 284. 



296 



H. B. Möschler. 



BeiCramer's Abbildung des Mannes . sind die blauen Flecke der Vorder- 
flügel zu klein und zu tiefblau, die Färbung der Franzen variirt bei dieser Art, 
ich besitze Männer mit weissen und rothen Fransen, meine weiblichen Stücke 
führen sie roth. 

Ebenso wechselt die Farbe der Vorderrandsflecken des Mannes von Blau 
in Grün, wie mir dies ein frisches, männliches Exemplar zeigt, schon Bois- 
duval 1. c. p. 285 erwähnt dieser Varietät. 

Pomp ejus Fb. Evander Bdv. Spec. Ge'n. p. 277. 

Var. Anchisiades Esp., ausl. Schmett. t. 13f. 1. 2. Bdv. Spec. Gen. 279. 
Anchises C. 318 A— D. Die Flecke der Hinterflügel zu hochroth. 

Thoas L. Cr. 167 A. B., gute Abbildung. In Surinam scheint nur die 
Stammart vorzukommen. 

Protesilaus L, Cr. 202 A. B., Abbildung gut. 

Es kommen Exemplare vor, bei welchen die drei hintern Randmonde der 
Hinterflügel beiderseits hellgelb statt weiss gefärbt sind. 
Hesperocharis Feld. 

Nymphaea n. sp. (Taf. III, Fig. 1) Fühler schwarzbraun, mit weiss- 
licher Spitze der Kolbe. Körper weissgelb. Vorderflügel weiss mit breiter bis 
zum Dritttheil des Vorderrandes reichender, nach innen unregelmässig gewellter 
brauner Saumbinde und fein braun angelegtem Vorderrand. Hinterflügel hell- 
schwefelgelb, in den Zellen matt rothgelbe undeutlich begrenzte Strahlen. Saum- 
binde mittelbreit nach innen auf den Rippen stumpf gezackt. 

Unten die Vorderflügel an der Wurzel lichtgelblich angeflogen, die Saum- 
binde verloschener braun, gegen die Flügelspitze mit einzelner gelber Bestäubung. 
Hinterflügel weissgelb, die rothgelben Strahlen breiter, fast die Zellen ausfüllend 
und höher gefärbt, an der Flügelwurzel ein oranges Fleckchen. Die braune 
Randbinde etwas lichter wie oben, in den Zellen mit theilweise zu Flecken ver- 
dichteter rothgelber Bestäubung. 

In der Gestalt der Vorderflügel stimmt diese Art fast völlig mit den 
Weibern der Daptonoura- Arten, Lysimnia und Ilaire überein, der Rippenverlauf 
stellt sie aber entschieden zu Hesperocharis. 55, 19 Mm. 1 9- 

Dismorphia Hb. Leptalis Dlm. 

Eumelia Cr. 280 D. Vocula Cr. 353. C. D. Cramer's Abbildung von 
Eumelia ist ganz schlecht und im Text wird noch ausserdem- gesagt, dass beide 
Seiten der Flügel gleich seien, welche Bezeichnung auf die Hinteifiügel ent- 
schieden nicht passt. Die Abbildungen von Vocula dagegen sind, wenn auch 
roh, doch kenntlich. 

Eumelia scheint die häufigste Art dieser Gattung in Surinam zu sein. 

Laja Cr. 232 C. D., Abbildungen schlecht. 

Leueidia Doubl. 

Brephos Hb. Smmlg. 

Euretna Hb. — Terias Swns. 

Nise Cr. 20. K. L. Vorderflügel zu hell gegenüber den hinteren. 



Beiträge zur Schmetterliugs-Fauna vou Surinam. 



297 



Albula Cr. 27 E. 
Melacheila Stdgr. in litt. 

Die Artverschiedenheit Beider ist mir zweifelhaft, zwei von Staudinger 
selbst bestimmte Exemplare von Chiriqui stimmen mit einem Stück von Surinam 
darin überein, dass die schwarze Saumbinde der Vorderflügel den Innenrand 
erreicht, während dies bei meinen übrigen Exemplaren von Albula nicht der 
Fall ist, dies ist aber auch der ganze Unterschied, welchen ich rinden kann 
und es scheinen mir schon bei meinen sechs Stücken Uebergänge in dieser Be- 
ziehung angedeutet zu sein. 

JPieris Schk. 

Monuste Cr. 141 F. c?. Die Weiber dieser gemeinen Art variiren vom 
Weissgelb bis ins Grau und zu diesen Varietäten gehören Suasa Bdv. Spec. 
Gen. 549 und Philete Fb. Bdv. 1. c. 550. 

Daptonoura Butl. 

Lycimnia Cr. 105 E. F. Die scharfen, weissgelben Flecken, welche 
Fig. E. bei Gramer in dem dunkeln Hinterflüge] saumband zeigt, sind mir noch 
bei keinem Exemplar vorgekommen. 

Haire Godt. Enc. Meth. IX, p. 142, Nr. 83. Der Mann variirt in der 
Färbung der Unterseite, indem sowohl die Spitze der Vorderflügel, als die ganzen 
Hinterflügel statt weiss zuweilen fast fleischfarben sind. Das Weib weicht be- 
deutend vom Manne ab und scheint sehr selten zu sein. 

Catopsilia Hübn. Verz. Cällidryas Bdv. 

Eubule L. Cr. 120 E. F. 9. Die Fig. E., welche den Falter von der 
Oberseite zeigt, ist gut, Fig. F. dagegen führt die Querflecke der Flügel, wie 
ich sie nie sah; bei allen Exemplaren, welche ich vergleichen konnte, waren sie 
rothbraun, auch führten die Mittelflecke der Vorderflügel stets etwas Silber als 
Kern und waren nie ganz braun. 

Var. Mavcellina Cr. 163 C. wird von Kirby zu Eubule gezogen und 
gewiss mit Recht. 

Exemplare, welche mit var. Marcellina 9 Cr. 163 A. B. übereinstimmten, 
habe ich aus Surinam noch nie erhalten, auch ein Paar aus Florida weicht ab. 

Der Mann führt unten nur eine Reihe ganz undeutlicher kaum sichtbarer 
Fleckchen, die Vorderflügel zeigen auf der Querrippe ein feines rostbraunes 
Strichelchen und keinen Ringfleck, auf den Hinterflügeln statt des doppelten 
Mittelfleckes nur einen fein rostroth umzogenen Silberpunkt. Das Weib stimmt 
zwar in der citrongelben Oberseite mit Cramer's Fig. A., es zeigt aber starke 
braune Saumflecke aller Flügel und einen grossen, braunen, lichtgekernten 
Mittelfleck der Vorderflügel. Unten ist die Grundfarbe nicht so stark rothbraun 
bestäubt, wie in Fig. B. Ein 9 von Jamaica zeigt Uebergänge zwischen der 
süd- und nordamerikanischen Form. Eine hübsche Abänderung des Mannes, 
welche ich von Surinam erhielt, führt oben den Vorderrand, Flügelspitze der 
Vorder- und den Saum der Hinterflügel rostroth bestäubt. 

Philea L. Cr. 173 E. F. 9 Aricye Cr. 94 A. B. Melanippe Cr. 361 E. F. 
Keines der Cramer'schen Bilder ist vorzüglich zu nennen, am schlechtesten 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abb. 38 



298 



H. R. Möse hl er. 



ist 94 A. Melanippe stellt ein Q vor, bei welchem die Hinterflügel oben nur 
einen mittelbreiten Saum zeigen, ohne dass die orange Färbung fast bis zur 
Flügelmitte reichte und ausserdem fehlt der braune Mittelfleck der Vorderflügel. 

In der Grösse ändert diese Art, wenigstens deren Weiber, bedeutend, ich 
besitze ein 9> welches kleiner wie JEubule ist. 

Ar gante Fb. Syst. Ent. p. 470, Nr. 116. Hersilia Cr. 173 C. D. 9 
Cipris Cr. X, 99 E. F. 

Ein Weib mit so breiter, brauner Saumbinde der Vorderflügel, welche in 
Zelle 3 weit nach innen tritt und sich bis in die äussere Hälfte des Vorder- 
randes zieht, wie dies Cypris Cr. zeigt, habe ich noch nicht gesehen, auch be- 
zweifle ich, dass Argante Fb. und Hersilia Cr. zu trennen sind, ebenso wenig 
wird Agarithe Bdv. Spec. Gen. 622 als Art bestehen können. Weisse Weiber 
mit ebenso gezacktem Querstreif der Unterseite der Vorderflügel wie in Argante 
als Trennungszeichen von Agarithe nach Boisduval führen soll, besitze ich auch. 

Statira Cr. 120 C. D. Q.tfAlcmeone Cr. 141 E. Cr am er's Bilder sind gut. 

Thecla, 

Coronata Hew. J. ü. D. L. p. 70, Nr. 1 t. 27, Fig. 3—5. 
Regalis Cr. 72 E. F., ziemlich rohes Bild, die Unterseite der Hinter- 
flügel nicht ganz richtig. 

Gabriela Cr. 6 C. D., rohe Abbildung. 
Sponsa n. sp. Taf. III, Fig. 2. 

Von dieser schönen, neuen Art, erhielt ich bisher nur vier Weiber, welche 
mit einander übereinstimmen, der Mann ist mir noch unbekannt. 

Am Besten vergleicht sich diese Art mit der Vorigen, sie misst dieselbe 
Grösse, 39—41, 14—16 Mm., ihre Oberseite zeigt aber ein weniger reines, mehr 
ins Grau und an den Flügelwurzeln ins Grünliche ziehendes Blau, der Vorder- 
rand und Saum der Vorderflügel ist breit dunkelbraun gefärbt, so dass die 
blaue Färbung nur das Mittelfeld einnimmt, indess nicht so scharf gegen 
die braunen Bänder abgeschnitten ist wie bei Regalis Cr. Die Hinterflügel 
zeigen bräunlichen Vorderrand und schmal schwarzbraunen Saum, die Franzen 
aller Flügel sind weiss, die beiden Schwänzchen der Hinterflügel schwarz mit 
weisser Spitze. Im Afterwinkel steht ein grosser, carminrother Fleck, welcher 
nach aussen schwarz gerandet ist und in diesem Rand steht etwa in der Mitte 
ein weisses Fleckchen. Bei Regalis ist der rothe Fleck grösser und in seiner 
ganzen Ausdehnung saumwärts bläulichweiss umzogen, bei Gabriela dagegen viel 
kleiner, dunkler, fast rothbraun, am Innenwinkel blau aufgeblickt. 

Die Grundfarbe der Unterseite ist ein schönes Spangrün, ohne alle Bei- 
mischung von Blau, welches auf den Vorderflügeln bis über, auf den Hinter- 
flügeln bis zur Flügelmitte reicht. Begrenzt wird es durch einen auf den Vorder- 
flügeln bis Rippe 2 ziehenden, stark gezackten, schwach gebogenen, auf den 
Hinterflügeln fast gleichen, stärker gebogenen und von Rippe 2 bis zum Innen- 
rand W-förmig ziehenden schwarzen, nach aussen reinweissen Querstreif. Der 
Innenrand der Vorderflügel färbt sich nicht wie bei Gabriela blau, sondern 
schmutzig weissgrau. Das Saumfeld aller Flügel ist schwarzbraun oder graubraun 



> 

Beiträge zur Schraetterlings-Fauna von Surinam. 



299 



mit Einmischung von Grün, gefärbt; auf den Vorderflügeln ziehen zwei parallel 
laufende, weissgraue Querstreifen, welche in die Färbung des Innenrandes ver- 
laufen, sowie ein solcher Querstreif dicht vor dem schwarzen Saum durch. Auf 
den Hinterflügeln zieht ein stark gebogener, schmaler, weisslicher Querstreif 
bis auf Rippe 3, ein breiter solcher Streif, welcher schräg vom Vorderrand 
ebenfalls bis Rippe 3 zieht, stösst an seinem unteren Theil fast mit dem vorigen 
zusammen, beide stossen an einen grossen, in Zelle lb stark eingebogenen, 
von Rippe 3 bis zum Innenrand reichenden rothbraunen Flek, in demselben 
stehen in Zelle 2 und lb je ein schwarzer Fleck und ein grösserer solcher am 
Innenrand. Zwischen dem schwarzen, nach innen von einem weissen, gezackten 
Streif begrenzten Saum und den rothen Flecken ist die Färbung mehr oder 
weniger grünlich. Nahe dem Innenrand zieht aus dem rothen Fleck eine feine, 
schwarze Linie parallel mit dem W-Streif. Fransen aller Flügel weiss. 

Meine Exemplare stammen aus dem Innern Surinams, 5° nördl. Br. 

The da Bimaculata n. sp. Taf. III, Fig. 3. 

cf prachtvoll lazurblau mit schmal schwarzem Saum aller Flügel, Vorder- 
flügel auf dem Schlussast der Mittelzelle mit einem eiförmigen und in Zelle lb 
nahe dem Saum mit einem nierenförmigen , nach innen längs dem Innenrand 
in einen kurzen Streif auslaufenden schwarzbraunen Fleck. Hinterflügel auf 
Rippe 3 mit einem kurzen, auf Rippe 2 mit einem langen, schwarzen, an der 
Spitze weissen Schwanz, am Innenwinkel dicht am Saum zwei weissblaue Fleck- 
chen. Franzen weiss. 

Unterseite glänzend stahlgrün, auf den Vorderflügeln der Innenrand und 
die untere Hälfte der Flügel silberblau, hinter der Mitte zwei gegen den Vorder- 
rand divergirende, bis auf Rippe 2 ziehende schwarze Querstreifen, von denen 
der innere, viel schmälere, nach aussen, der äussere, breitere, nach innen weiss- 
blau gerandet ist. 

Hinterflügel vor der Mitte mit einem feinen, an seinem Ende stark 
hakenförmig gebogenen, schwarzen Querstreif. Dicht hinter der Mitte eine 
am Vorderrand weit von dem Querstreif abbiegende, ihn aber an dem Bogen 
berührende, bis auf Rippe lb ziehende, concave, dunkelrothe Querbinde, welche 
nach innen von einem schmalen, weissblauen Streif begrenzt ist. Nach aussen 
legt sich ein breiter, blauweisser, roth bestäubter Streif an dieselbe, welcher 
seinerseits wieder von einem schmalen, schwarzen Schattenstreif begrenzt wird. 
Aus dem inneren Ende der Binde zieht ein schwarzer Streif parallel mit dem 
inneren Querstreif zum Innenrand, ein gleicher Streif läuft von dem äusseren Ende 
der Binde in den schwarzen Innenwinkel. Saumlinie aller Flügel schwarz, 
Fransen weiss. 37, 14 Mm. 

9 kleiner, Oberseite schwarzbraun, Mittel- und Wurzelfeld graublau ge- 
färbt, Hinterflügel auf Rippe 4 mit einem kurzen, auf Rippe 3 mit einem län- 
geren und auf Rippe 2 mit einem sehr langen, schwarz gefärbten Schwanz mit 
weisser Spitze. Die weissblauen Fleckchen am Afterwinkel heller, wie bei dem Mann. 

Unterseite nur dadurch vom Manne abweichend, dass der Innenrand der 
Vorderflügel breit weisslich , die übrige Grundfarbe derselben ganz grün ist, 

38* 



300 



H. B. Mos chl er. 



die Querstreifen sind breiter, die weisse Begrenzung derselben ist stärker, der 
Raum zwischen beiden ist schmutzigbrau n gefärbt und nur am Vorderrand tritt 
die grüne Färbung dazwischen. 

Auf den Hinterflügeln ist der schwarze Schatten hinter der rothen Mittel- 
binde zu einer Binde verdichtet, der grüne Streif zwischen demselben und dem 
Saum ist schmäler. 30, 11 Mm. 

Bei beiden Geschlechtern ist die Stirne spangrün, ebenso die Umsäumung 
der Augen, der Thorax und die Oberseite des Hinterleibes blau beschuppt. 
Fühler schwarz, Palpen weissblau mit schwarzem Endglied. Beine schwarz, 
weissblau bestäubt. 2 cT 1 Q aus dem Innern Surinams, 5° nördl. Br. 

Janias Cr. 213 D. E. Hassan Stoll 38, 4, 4 D. 

Cramer's Bild ist sehr schlecht, die Abbildung bei Stoll dagegen besser. 
Pholeus Cr. 163 D. E. Philanthus Stoll t. 5, f. 3, 3 c. 
Satyroides Hew. 1. c. t. 29, f. 10, 12, 13. 
Lisus Stoll 38, 2, 2B. 

Hemon Cr. 20 D. E. Q. Acmon Cr. 51 C. D. 
Cramer's Bilder sind, wenn auch roh, doch kenntlich. 
Laudonia Hew. 1. c. t. 45, f. 191, 192. 

Der vorigen Art sehr nahe verwandt, durch das glänzendere Blau der 
Oberseite, die breit schwarze Flügelspitze, den fehlenden, mattschwarzen Mittel- 
fleck der Vorderflügel, den kaum blau angeflogenen Innenrand der Unterseite 
der Vorderflügel und etwas veränderte Stellung der beiden Fleckenstreifen der 
Hinterflügelunterseite unterscheiden sich die Männer beider Arten; das 9 von 
Laudonia besitze ich nicht. Paramaribo. 

Polibetes Cr. 341 B. C. 

Cramer's Bild scheint den mir unbekannten Mann vorzustellen und 
stimmt also auch nicht besonders mit meinem Weib, bei dem von der Oberseite 
abgesehen, die Grundfarbe der Unterseite nicht braun, sondern veilgrau ist und 
in Zelle 2 nahe dem Saum ein schwarzes, innen rothgelb gerandetes, am After- 
winkel noch ein tief schwarzes Fleckchen führt. 

Marsyas L. Cr. 332 A. B., kenntlich. 

Battus Cr. 51 E. F. Bathis Fb. Spec. Ins. II, p. 116, Nr. 514. 

Von dieser Art besitze ich aus Surinam nur das Weib, meine Männer 
aus Centraiamerika — Chiriqui — fallen mit Aufidema Hew. t. 47, f. 213, 214 zu- 
sammen, ob aber diese Art von Battus Cr. zu trennen, ist mir zweifelhaft. 
Die Oberseite des Mannes von Aufidena, das Weib kenne ich nicht, stimmt 
allerdings nicht mit Cramer's Bild von Battus die Unterseite ist aber 
genau dieselbe wie bei dieser Art. 

Phaleros L. Süenus Cr. 282 E. 

Cr am er bildet das 9 von der Unterseite gut, nur wie die meisten Arten 
dieser Gattung zu gross, ab. 

Linus Sulz. Gesch. Ins. t. 19, f, 10, 11. Aetolus Cr. 340 F~-H. 

Der schwarze Mittelfleck der Vorderflügel verschwindet bei dem zu- 
weilen ganz. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von Surinam. 



301 



Palegon Cr. 282 C. D. Myrtillus Cr. 380 B. C, sehr rohe Bilder. 

Celmus Cr. 55 G. H. Ein Exemplar aus dem Innern von Surinam stimmt 
auf der Oberseite vollkommen mit Cramer's Bild, ebenso im Flügelschnitt, 
unten zeigt mein Exemplar die Flecken der Mittelbinde der Hinterflügel stärker 
und dunkler und am Afterwinkel noch ein rothgelbes Fleckchen, welches 
Cramer's Bild fehlt. 

Ateno, Hew. 1. c. t. 36, f. 93; t. 37, f. 101. 

Sista Hew. 1. c. t. 37, f. 98, 99. 

Malvina Hew. 1. c. t. 37, f. 102, 103. 

Janthina Hew. 1. c. t. 37, f. 104, 105. 

Cupentus Cr. 337 F. G. Ich besitze nur ein Weib, welches mit 
Cramer's Abbildung des Mannes auf der Unterseite gut stimmt. 
Thalesa Hew. 1. c. t. 45, f. 200. 
Ortygnus Cr. 243 B., Unterseite kenntlich. 

Strephon Fb. Syst. Ent. p. 522, Nr. 334. Sichaeus Cr. 144 C. D. 

Cramer's Abbildung ist kenntlich, die Art variirt in Betreff der rothen 
Saumflecke der Hinterflügelunterseite, bei manchen Exemplaren sind dieselben 
getrennt, bei anderen hängen sie, wie in Cramer's Bild, theilweise zusammen 
und bei einem Stück meiner Sammlung zieht sich der innere Fleck ein Stück 
am Innenrand hinauf. 

Pelion Cr. 6 E. F. Thallus Cr. 259 C. D. tf. 

Cramer's Bild des Mannes itst in Bezug auf die Unterseite gut; die 
Überseite hat fälschlich gleich breiten, schwarzen Saum der Vorderflügel , in 
Wirklichkeit verschmälert sich derselbe gegen den Innenwinkel. 

Anthrax Doubl.-Hew. Gen. D. L. t. 75, f. 7. 

Cyllarus Cr. 27 C. D. 

Tephraeus Hb. Ztg. f. 959, 960. Faventia Herr. 43, f. 172, 173. 

Mein Exemplar stimmt insofern auf der Oberseite nicht ganz mit Hübner's 
Bild als der Mittelfleck der Vorderflügel in seiner inneren Hälfte nicht ocker- 
sondern braungelb, in seiner äusseren Hälfte aber schwarz ist, die Unterseite 
stimmt vollkommen mit jenem Bild überein. 

Syncellus Cr. 334 A. B. 

Essus H. Sch. Ex. Schmett. f. 59, 60. 

Voltinia Hew. 1. c. t. 48, f. 227, 228. 

Lebena Hew. 1. c. t. 51, f. 266, 267. 

Temesa Hew. 1. c. t. 52, f. 284, 285. 

Vesulus Cr. 340 J. K., ganz schlechtes Bild des Weibes. 

Amyntor Cr. 48 E. menalcas Cr. 259 A. B. 

Das erstere Bild stellt die Unterseite, aber sehr schlecht vor, Fig. 259 B. 
zeigt dieselbe etwas besser. 

Lugubris n. sp. Taf. III, Fig. 4. Fühler schwarz und weiss geringelt, 
mit rothgelber Spitze der Kolbe. Palpen braun, vorn weisslich. Endglied schwarz. 
Körper schwarzbraun, Thorax bläulich beschuppt. 



302 



H. B. Möschler. 



Vorderflügel ziemlich spitz, mit wenig bogigem, gegen den Innenwinkel 
etwa» eingebogenem Saum, Hinterflügel mit kurzem Schwanz auf Rippe 3 und 
langem auf 2. Grundfarbe dunkelbraun, entweder die Vorderflügel ganz ein- 
farbig, oder mit graublauer Bestäubung an der Wurzel, die braune Grundfarbe 
der Hinterflügel zieht vom Saum bis zur vordem Mittelrippe und von dieser 
längs dem Saum zum Innenwinkel verschmälert. Der übrige Theil des Flügels 
veilblau bestäubt. Saumlinie aller Flügel schwarz, die Hinterflügel führen am 
Saum vom ersten Schwänzchen eine feine, weissliche, bis zu dem rothgelben 
Fleck des Afterwinkels reichende Linie. Schwänze schwarz mit weisser Spitze, 
Fransen braun, wenig lichter als die Flügel. 

Unterseite lederbraun, die Vorderflügel mit einem nach aussen schräg 
gestellten, aus braunen, nach aussen weisslich gerandeten Fleckchen gebildeten 
bis auf Rippe 2 reichenden Querstreif, vor dem Saum kaum erkennbare Spuren 
eines zweiten dunkeln Streifes. 

Hinterflügel mit einem vom Vorderrande bis auf Rippe 4 ziemlich gleich- 
mässig schräg ziehenden, von da bis zum Innenrand W- förmig gebrochenen, 
schwarzen, saumwärts weiss gerandeten Querstreif. Vor dem Saum eine ganz 
verloschene, feine, braune Linie und hinter derselben dicht am Saum ebensolche 
Fleckchen. In Zelle 2 ein nach innen gerundeter, rothgelber Fleck, in welchem 
dicht am Saum ein schwarzes Fleckchen steht; von da bis zum Innenwinkel ist 
der Grund grau bestäubt, im Innenwinkel ein schwarzer Fleck. Saumlinie innen 
weiss, aussen braun, Fransen wie die Grundfarbe. 26—28, 9 — 10 Mm. 

3 Q, den Mann kenne ich nicht. Aus dem Innern von Surinam, auch 
aus Columbien erhielt ich ein Exemplar dieser Art. 

Biston n. sp. Taf. III, Fig. 5. Fühler schwarz und weiss geringelt, 
Kolbe schwarz mit rothgelber Spitze, Palpen weiss, mit schwarzem Endglied, 
Beine graubraun, Schienen und Tarsen weiss geringt. 

Thorax und Hinterleib oben graubraun, mit theilweise glänzend blauer 
Behaarung. 

C? Vorderflügel schwarzbraun am Innenrand mit breitem, sich gegen den 
Saum verschmälernden , denselben aber nicht erreichenden, lasurblauem Streif. 

Die Mittelzelle wird ziemlich durch einen sich über dieselbe gegen Vorder- 
rand und Saum erstreckenden, aufgetriebenen, gelbbraunen Fleck ausgefüllt, in 
welchem an der vorderen Mittelrippe ein rundlicher, dunklerer, wie eingedrückt 
erscheinender Fleck steht. 

Hinterflügel am Vorderrand breit dunkelbraun, am Innenrand graubraun, 
in der Mitte lasurblau mit schmal schwarzem Saum. Das Schwänzchen auf 
Rippe 3 ganz kurz, auf Rippe 2 mittellang, schwarz mit weisser Spitze. Im 
Afterwinkel ein schwarzes, weiss aufgeblicktes Fleckchen. 

Unterseite der Vorderflügel violet, graugelb gemischt, am Innenrand 
breit schmutzig weiss. 

In der Mitte des Vorderrandes ein gelblicher Längsfleck, aus demselben 
ein stark knieförmig gebogener, weisser, bis auf Rippe 2 ziehender Fleckenstreif. 



Beiträge zur Schroetterlings-Fauna von Surinam. 



303 



Vor der Flügelspitze ein dreieckiger, weissgelber Fleck. Hinterflügel 
an der Wurzel violet mit einem schneeweissen Punkt nahe der Wurzel, Mittel- 
und Saumfeld gelb graubraun, stellenweise violet angeflogen, an das Wurzelfeld 
stossen zwei einander genäherte, weisse, gelbgrau ausgefüllte Ringe, hinter dem 
Vorderen stehen zwei weisse, parallelstehende weisse Querstriche. 

Durch die Mitte zieht ein stark gebogener und in jeder Zelle abwechselnd 
säum- und wurzelwärts abgesetzter, weisser Querstreif, zwischen diesem und 
dem Saum ein anfänglich brauner, dann schwarzer, in Zelle 6 und 7 und 2 und 
lb theils beiderseits, theils nur saumwärts von weissen Flecken begrenzter 
Zackenstreif. Vor dem Saum bräunliche Fleckchen, in Zelle 2 in weissem Grunde 
ein schwarzes Fleckchen, am Afterwinkel ein nach innen von einem schwefel- 
gelben Fleck nach innen begrenztes, saum- und wurzelwärts weiss aufgeblickter, 
schwarzer Fleck. Saumlinie bräunlich bis schwarz, Fransen der Vorderflügel 
dunkelbraun, der Hinterflügel gelbgrau. 33, 10y 2 Mm. 

9 Oberseite dunkelbraun, Vorderflügel an Wurzel und innerer Hälfte des 
Innenrandes blaugrau bestäubt. Hinterflügel in ihrer unteren Hälfte ebenfalls 
graublau; der aufgetriebene Vorderflügelfleck des Mannes fehlt. 

Unterseite wie bei dem Manne. 28, 10 Mm. 

cT 9 aus dem Innern von Surinam. 

Alesa Westw. 

Amosis Cr. 104 F., schlechte Abbildung des Weibes. 
Eurybia Hb. 

Nicaeus Fb. S. E. p. 482, Nr. 175 (1775). Salome Cr. 12 G. H. (1775). 
Vielleicht wäre der Cramer'sche Name vorzuziehen, der zu gleicher Zeit wie 
der von Fabricius gewählte, gegeben, durch eine wenn auch etwas rohe, doch 
unverkennbare Abbildung des Mannes gestützt wird, während Fabricius bei 
seiner wenn auch nicht leicht falsch zu deutenden Beschreibung, doch ein un- 
richtiges Vaterland „India" angibt. 

Eunogyra Westw. 

Curupira Bat. Journ. Linn. Soc. Zool. p. 416, Nr. 2. Satyrus H. Sch. 
Exot. Schmett. f. 41. 

Mesosemia Hb. 

Steli Hew. Ex. Butt. IL Mes. t. 2, f. 13. 
Eumene Cr. 92 F. G., gute Abbildung des Mannes. 
Ulrica Cr. 100 E. F. Ich besitze nur das Weib und kann daher über 
Cramer's Abbildung des Mannes nicht artheilen. 
Titea Stoll t. 5, f. 6, 6 G. 

Kirby Cat. p. 288 wird wohl Recht haben, wenn er Titea als muth- 
masslich zu Hosina Cr. 326 B. gehörend, ansieht, mein Exemplar von Titea 
stimmt gut mit Cramer's Bild. Ich besitze den Mann nicht und kann daher 
nicht entscheiden, ob Stoll's Abbildung treu ist. 

Philocles L. Cr. 184 D. E., die Abbildung, den Mann vorstellend, ist 
nicht besonders gerathen. 

Metope Hew. Ex. Butt. II. Mes. t. 7, f. 64, 65. 



304 



H. B. Möschler. 



Traga Hew. 1. e. t. 5, f. 42—44. 
Ibycus Hew. 1. c. t. 7, f. 68, 69. 

Hyphaea Cr. 92 C. Cramer's Bild stimmt insofern nicht mit meinen 
beiden Exemplaren, als bei denselben die ganze Saumhälfte der Vorderflügel 
mit Ausnahme einer Stelle am Innenrand graubraun gefärbt ist, während Cramer's 
Bild durchgängig weisse Grundfarbe zeigt. 

Crösus Fb. Capanea Cr. 236 D., rohe Abbildung. 

Tenera Westw. Gen. D. L. p. 455; Nr. 21; Hew. 1. c. t. 3, f. 19. 

Cremna Westw. 

Ceneus Cr. 156 F., schlechte Abbildung des Mannes. Umriss der Flügel 
ganz verfehlt. In dem Bild zeigen die Vorderflügel nur stark bauchigen, aber 
ganz gerundeten Saum, in Wirklichkeit aber tritt die Flügelspitze vor und von 
ihr bis Rippe 6 zeigt sich der Saum eingezogen, dann aber bis gegen den 
Innenwinkel stark bauchig vortretend. Die blauen Flecken theilwejse zu gross. 

Äctoris Cr. t. 93 D. 

Ich bin nicht ganz sicher, ob Cramer's Bild wirklich eine eigene Art, 
oder nicht etwa nur das Weib des Vorigen vorstellt. Da der Flügelschnitt 
schon bei dem Mann ganz verfehlt dargestellt ist, so hat man gar keine Garantie, 
dass es nicht auch bei diesem Bild der Fall ist und dann könnte die Abbildung 
ebenso gut das Weib von Ceneus, als die zweite, gewöhnlich als Actoris an- 
gesehene Art vorstellen. Der sehr stark gebogene Vorderrand der Vorderflügel, 
die Grundfarbe der Flügel, besonders aber die bis an den Vorderrand gerückten 
weissen Punkte der zweitletzten Punktreihe der Vorderflügel, sowie die deutlich 
sichtbaren Punkte und Flecke der Hinterflügel scheinen mir dafür zu sprechen, 
dass Cramer's Bild nur das Weib von Ceneus vorstellt. Gewissheit hierüber 
wird freilich kaum zu erlangen sein, wäre es aber der Fall und bestätigte sich 
meine Ansicht, so würde die andere, unter Actoris Cr. in den Sammlungen 
verstandene Art, einen neuen Namen erhalten müssen. Diese zweite Art, welche 
mir in zwei Exemplaren, cT 9 von Surinam vorliegt und welche ich hier bis 
auf Weiteres als Actoris Cr. anführe, bestimmte mir der sei. Hopf f er als 
Eucharila Bates. Ich kann die Beschreibung dieser Art nicht vergleichen, 
Kirby Cat. citirt aber bei Eucharila Bat. Actoris Hb. Smmlg. (nec Cr.) und 
es wäre dies mithin die folgende, durch eine rothgelbe Fleckenbinde vor dem 
Saum der Hinterflügel bezeichnete Art. 

Es scheint mir in der Synonymie dieser Arten noch nicht alles klar zu sein. 

Eucharila Bat. Trans. Ent. Soc. Ser. III, vol. V, p. 543, Nr. 6. Napaea 
frequens Actoris Hb. (nec Cram.) Smmlg. Ex. Schmett., gute Abbildungen. 

Sylva n. sp. Taf. III, Fig. 6. Fühler schwarz, weisslich geringelt, 
Palpen oben schwarz, unten rein weiss. Thorax schwarzbraun, mit zwei weissen, 
am Ende sich vereinigenden Längsstreifen, Stirn schwarzbraun, beiderseits mit 
weissem Streif, auf dem Scheitel und hinter jedem Auge ein weisser Fleck, 
Brust weissbehaart. Hinterleib oben schwarzbraun, die beiden ersten Segmente 
auf jeder Seite mit weissem Fleck, die übrigen fein weiss gerandet, unten weiss, 
schwarzbraun geringt. Beine bräunlich, Tarsen innen weiss bestäubt. Vorder- 



Beiträge zur Schmetterlings -Fauna von Surinam. 



305 



flügel mit gerundeter Spitze und kaum bauchigem Saum, Grundfarbe aller 
Flügel schwarzbraun, von der Wurzel bis zur Mitte aller Flügel vier weisse, 
durch die Hauptrippen in längliche Flecke getrennte Querbänder, in der Mitte 
eine Fleckenreihe, welche auf allen Flügeln aus drei rundlichen Flecken besteht, 
von denen einer dicht am Vorderrande, die beiden anderen, kaum getrennt, auf 
dem Querast stehen. 

Hinter der Flügelmitte eine stark unregelmässig gebogene Reihe drei- 
eckiger und rundlicher Flecken, von denen der in Zelle 4 am weitesten saum- 
wärts gerückt ist. Vor dem Saum eine Reihe rundlicher, weisser Flecken, von 
welchen auf den Vorderflügeln der in Zelle 3 etwas nach innen steht. Am 
Innenwinkel der Hinterflügel steht ein länglicher, rothgelber Fleck. Fransen 
schwarzbraun, auf den Vorderflügeln nur in Zelle lb, 3 und 6, auf den Hinter- 
flügeln von Zelle 6 bis zum Afterwinkel weiss gescheckt. Unterseite wenig 
lichter gefärbt. Sämmtliche weisse Flecken erscheinen schwach beschuppt und 
schillern in gewisser Richtung gegen das Licht gehalten, ins Bläuliche. 

Die Hinterflügel schwach stumpf gezähnt und bilden auf Rippe 4 eine 
etwas vortretende stumpfe Ecke. 31, 11 Mm. 

1 aus dem Innern von Surinam. 

Euselasia Hb. 

Phedica Bdv. Spec. Gen. t. 21, f. 3; Hew. Ex. Butt, I. Eur. t. 5, f. 47-49. 

Mys H. Sch. Ex. Schmett. f. 37, 38; Hew. 1. c. t. 6, f. 55, 56, 58-61. 

Eine in Grösse und Färbung sehr variirende Art, ich besitze Stücke, 
welche die Oberseite einfarbig dunkelbraun zeigen und auch solche, deren Hinter- 
flügel oben fast ganz rostroth gefärbt sind. 

C rot opus Cr. 336. E. F. Mein einzelnes Exemplar stimmt mit Cramer's 
Bild weder auf der Ober- noch Unterseite. 

Es führt auf den Vorderflügeln einen aus der Wurzel entspringenden, 
schmal dreieckigen, sich hinter der Mittelzelle plötzlich nach dem Innenrand 
im stumpfen Winkel mit Rippe 2 gleichlaufend breiter werdenden, orangen 
Fleck und einen gleich gefärbten fast viereckigen, grossen Fleck dicht an Saum 
und Vorderrand der Hinterflügel, welche bei Cramer's Bild fehlen. Unten ist 
die Grundfarbe der Flügel auf den Vorderflügeln im Discus, auf den Hinter- 
flügeln ganz weiss, bei Cramer's Bild röthlichgelb. 

Lisias Cr. 152 F. G. Oberseite viel zu hellblau. 

Euboea Hew. 1. c. t. 1, f. 4, 5. 

Notlieme Westw. 

Eumeus Fb. Spec. Ins. II, p. 63, Nr. 280. Erota Cr. 276 G. Ouranus Cr. 
335 C. 9 Ambligonia Agathon Feld. Nov. II. t. 37, f. 25, 26. ' 
JPanara Westw. 

Phereclus L. Mus. Ulr. p. 326. Barsacus Westw. Gen. D. L. p. 443. 
Doubl Hew. 1. c. t. 72, f. 10. 
Lymnas Blanch. 
Melander Cr. 336 A. B. 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abh. 39 



306 



fl. B. MÖschler. 



Meine Exemplare weichen insofern von Crarner's Bildern ab, als dieselben 
auf den Hinterflügeln an der Wurzel nicht blos einen rothen Fleck in Zelle 1 b, 
sondern einen zweiten dicht am Vorderrande führen. Auf der Oberseite ist 
dieser Fleck allerdings, durch die Vorderflügel bedeckt, nicht sichtbar, auf der 
Unterseite aber sehr deutlich zu sehen, so dass ihn Fig. B. bei Cr am er zeigen 
sollte. Da diese Art aber etwas abändert, ich besitze sie sowohl mit einfarbig 
schwarzen Fransen aller Flügel, als mit gelbem Fransenfleck an der Vorder- 
flügelspitze und vollständig gelben Hinterflügelfrausen , Fig. A. zeigt letztere 
nur am Afterwinkel gelb, so ist es wohl möglich, dass auch Exemplare mit nur 
einem rothen Wurzelfleck der Hinterflügel vorkommen, wenn in jenem Bild 
nicht vielleicht ein Fehler beim Coloriren begangen worden ist. 

Cyrenia Westw. 

Martia Westw. Gen. D. L. p. 434, Nr. 1. Doubl Hew. 1. c. t. 72, f. 2. 
Diese schöne und seltene Art erhielt ich in einem einzelnen Exemplar 
aus dem Innern von Surinam. 
Ancyluris Hb. 

Melyboeus Fb. Gen. Ins. p. 271. Pyretus Cr. 144 A. B. 
Fheles H. Sch. 

Heliconides H. Sch. Exot. Schmett. f. 30. 
Hiodina Westw. 

Lysippus L. Cr. 380 A., schlechtes Bild des Weibes, diese Art ist in 
Surinam ziemlich häufig. 
Amarynthis Hb. 

Meneria Cr. 94 D. E. <j\ 9 Micalia Cr. 94 F. 

Fig. E., die Unterseite des Mannes vorstellend, nicht gut colorirt. 

Helicopis Fb. 

Acis Fb. Spec. Ins. II. App. p. 504. Gnidus Fb. Mant. Ins. II. p. 64. 
Hb. Smmlg. Ex. Schmett. Endymion Cr. 244 E. F. Endymion var. Feld. Wien. 
Mon. VI. p. 70. Var. Endymion Cr. 244 C. D. Sehne Feld. Nov. II. p. 289, 
Nr. 374. 

Beide Arten gehören gewiss als Varietäten zusammen, ich besitze ein 
Exemplar, welches auf den Vorderflügeln sowohl oben als unten vollständig 
Acis Fb. auf den Hinterflügeln ganz Endymion Cr. Fig. C. D. gleicht. Cr am er 
hat ganz richtig schon beide Arten vereinigt gelassen und irrt nur darin, dass 
er glaubt, die verschiedene Zeichnung beruhe auf geschlechtlichem Unterschiede, 
ich besitze Weiber, welche ebenso gezeichnet sind wie Fig. C. D., welche den 
Mann zeigen. 

Ganz ähnliches Variiren in Gelb und Schwarz wie es Acis zeigt, kommt, 
wenn auch selten, bei Cupido vor. 

Cupido L. Mus. Ulr. p. 313; Cr. 164 D— G. 

Ein genau mit Cramer's Bildern Fig. F. G. übereinstimmendes Exemplar 
besitze ich, es ist aber auch nicht das normale Weib, wie Cr am er glaubt, 
sondern eine dunkle Abänderung, analog der bei Acis vorkommenden. 

Auteros Hb. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von Surinam. 



307 



Form osv s Cr. IIS G., Unterseite gut. 
Emesis Fb. 

Man da na Cr. 271 E. F., Abbildung kenntlich. 
Fat im eil a Wstw. Gen. D. L. p. 447, Nr. 3. Fatima Cr. 271 C. D. 
Cr am er bildet auf der gleichen Tafel A. B. fatima ab und hält die 
unter C. D. abgebildete Art mit Unrecht für das dazu gehörende Weib. 
Cricosoma Feld. 

Hippea H. Sch. Ex. Schmett. f. 39, 40. 

Mesene Westw. 

Pharus Cr. 170 C. 

NepticnJa n. sp. Taf. III, Fig. 7. 

Fühler schwarzbraun, undeutlich licht geringelt, Palpen und Beine röth- 
lichgelb, Körper rothgelb. 

Oberseite rothgelb, Spitzenfeld der Vorderflügel schräg schwarzbraun mit 
zwei schräg übereinanderstehenden, rothgelben Fleckchen, Hinterflügel mit schwarz- 
brauner, gegen die Spitze und in Zelle b breiter nach innen tretender Saum- 
binde, Fransen braun, in der Vorderflügelspitze weiss. Unterseite etwas lichter 
gefärbt, Innenrand der Vorderflügel weissgelb. 17, 6 Mm. 

1 aus dem Innern von Surinam. 

Pa et olus (Mus. Berol.) n. sp. Taf. IV, Fig. 32. 

Körper und Oberseite aller Flügel braungrau, durch die Mitte derselben eine 
rothgelbe, schwach gezackte, schmale Querbinde, in Wurzelfeld und vorderen 
Saum zwei Reihen dunkelbrauner Fleckchen, Fransen weiss und braun gescheckt. 

Unterseite schmutzig lehmgelb, auf den Vorderflügeln durch graubraune 
Bestäubung verdüstert, die dunkeln Fleckchen gelblich umzogen. 19, 6V 2 Mm. 

1 cT aus dem Innern von Surinam. 

Nach Herrn Hopffer's Mittheilung steckt diese Art unter dem von mir 
beibehaltenen Namen im Berliner Museum. 
Telephus Cr. 66 E. F. Alphaea Hb. 

Sagaris Cr. 83 D. Q Satnius Dalm. An. Ent. p. 45. Panara Epi- 
tatnius Prittw. Stett. Ent. Ztg. 1865, p. 313. 
Calydna Westw. 

Thersander Cr. 335 A. B., schlechtes Bild. 
Sturnula Hb. Ztg. f. 995, 996. 
Charts Hb. Verz. 

Ol e onus Cr. 380 H. J., schlechtes Bild. 

Epijessa Prittw. Stett. Ent. Ztg. 1865, p. 315. Calicene Hew. Ex. Butt. 
III. Char. t. 1, f. 4, 5. 
Lasaia Bates. 
Meris Cr. 366 B. C. 
Tharops Hb. Verz. 

Menander Cr. 334 C. D„ schlechtes Bild. 
Cicuta Hew. Ex. Butt. III. Lern, t, 3, f. 24—26. 
Lemonias Westw. 



308 



H. B. Möschler. 



Parthaon Dalm. An. Ent. p. 46. Cälospila Thermodoe Hb. Ztg. f. 715, 
716. Q Lemonias Ancile Hew. 1. c. t. 4, f. 30, 31. 

Emylius Cr. 66 G. H. Q. Crispus Cr. 118 D. E. 
Pseudocrispus Westw. Gen. D. L. p. 459, Nr. 26. Crispus Cr. 118 F. 
Echenais Hb. Verz. 

Penthea Cr. 143 E. tf. Das Braun der Grundfarbe zu licht. 9 Auseris Hew. 
1. c. III Lern, t, 31, f. 21. 

Aristus Stoll. t. 39, f. 4, 4c, var. Leucocyana Hb. Zutrg. f. 915, 916, 
gute Bilder. 

Anatole Hb. Verz. 

Zygia Hb. Smmlg. Ex. Schmett. 

Thisbe Hb. Verz. 

Irenaea Cr. 328 CD. 9. cT -B^se Cr. 376 E. Mein Weib führt an 
dem Afterwinkel der Hinterflügel keinen blauen Fleck, wie ihn Cramer's 
Fig. 328 C. zeigt. 

Molela Hew. 1. c. Nymph. t. 3, f. 23, 24. 

Nymphidium Fb. 

Tytia Cr. 121 C. D. Ich besitze nur den Mann und kann daher über 
Cramer's Bild, welches das Weib vorstellt, nicht urtheilen. 

Orestes Cr. 282 A.B. 9 kenntlich. Von dem sehr abweichenden Mann 
scheint es nach Kirby Cat. p. 327, Nr. 5 noch keine Beschreibung oder Ab- 
bildung zu geben. Kleiner als das Weib, Vorderflügel spitzer, Oberseite loh- 
braun, in der Mittelzelle drei tiefschwarze Querflecke, zwei lichtere und kleinere 
in Zelle lb, hinter der Mitte eine gebrochene, schwärzliche Fleckenbinde. 
Hinterflügel in der Mittelzelle mit drei schwarzen Querfleckehen, hinter der 
Mitte eine Bogenreihe schwarzer Fleckchen, zwischen derselben und dem Saum 
zwei Beihen verloschener, brauner Fleckchen. Unterseite gelbgrau, Spitze und 
Saum der Vorderflügel bräunlich, die Flecken in der Mittelzelle aller und 
Zelle lb der Vorderflügel schwarz, weisslich umzogen, diejenigen des Querstreifes 
hinter der Mitte nach aussen verloschen, licht aufgeblickt, die Saumflecken der 
Hinterflügel dreieckig, dunkelbraun, licht gesäumt. Fransen schwarzbraun. 41, 
12y 2 Mm. 

Abaris Cr. 93 C. 9- cf Lemonias Sperthias Felder Nov. II, t. 33, 
f. 9, 10. Den gelben Fleck in Zelle 1 b, in der Mitte der Vorderflügel, welchen 
Cramer's Bild zeigt, finde ich bei meinen Stücken nicht, dagegen zeigen dieselben 
vor dem Saum eine Bogenreihe gelber Fleckchen, welche mit einem grösseren 
Fleck am Innenwinkel schliesst, Cramer's Bild zeigt nur letzten schwach an- 
gedeutet und einen Fleck in Zelle 3 oder 4. 

Die Hinterflügel führen bei meinen Stücken dagegen, einen grösseren 
gelben Fleck vor der Mitte des Vorderrandes, den schwarzen Mittelfleck beider- 
seits gelb aufgeblickt und noch ein gelbes Fleckchen in Zelle 1 b, von welchen 
bei Cramer's Bild nichts zu sehen ist. Dagegen fehlt ihnen der helle, rost- 
farbene Saum aller Flügel, wie ihn jenes Bild zeigt. 

Agle Hew. 1. c. Nymph. t. 1, f. 3. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von Surinam. 



309 



Calyce Feld. Wien. Ent. Mon. VI, p. 72, Nr. 41. 

Azan Dbld. Hew. Gen. D. L. t. 73, f. 5. Peplia Lamis Hb. Smmlg. 
Ex. Schmett. 

Lamis Cr. 335 F. G. 

Ly simon Stoll t. 39, f. 1, 1 Ä. Platea Dbld. Hew. 1. c. t. 73, f. 4. 
Caricae L. Mus. Ulr. p. 328. Cr. t. 170 E. 9- 
Die häufigste Art dieser Gattung in Surinam. 
Acherois Bdv. Spec. Gen. 1, t. 21, f. 1. 

Ca ehr us Fb. Mant, Ins. II, p. 78, Nr. 715. $ Dämon Stoll t. 39, f. 5. 5 D. 
Mantus Cr. 47 F. G., schlechtes Bild des Mannes. Bdv. Gen. Spec. I, 
t. 6, f. 11, gut. 

Baeotia Hew. 1. c. t. 1, f. 5. 
Pandemos Hb. Verz. 

Pasiphäe Cr. 80 E. Q. <? Areas Cr. 179 E. Das Weib besitze ich 
nicht, Cramer's Bild des Mannes ist im Colorit der Oberfläche verfehlt, viel 
zu hellblau, auch ist der Fleck am Vorderrand gegen den Saum hin nicht weiss, 
sondern schmutzig weissgrau. 

Aricoris Westw. 

Cepha Fb. Spec. Ins. II, p. 15, Nr. 143. 

Var. a. Epitus Cr. 270 C. cT Bias Fb. Mant. II, p. 79. Orimba cata- 
leuca H. Sch. Ex. Schm. f. 28, 29. 

Lagus Cr. 117 F. G. 9 Erycina Pherephatte Godt. Enc. Meth. IX. 
p. 590, Nr. 129. Petavia Feld. Nov. II, t. 38, f. 5, 6. Cramer's Bild ist gut. 

Velutina Butl. Journ. Linn. Soc. Zool. IX, t. 7, f. 11. 

Stalachtis Hb. Verz. 

Calliope L. Cr. 246 C. 

Cramer's Eugenia 133 F. möchte ich nur für eine Abänderung von 
Calliope halten, bei welcher die Hinterflügel von der Mitte bis zum Saum 
schwarz gefärbt sind, wie es bei verschiedenen Heliconiern auch oft vorkommt 
und die beiden inneren, schwarzen Längsstreifen der Vorderflügel etwas breiter 
wie gewöhnlich sind. In dieser Ansicht werde ich dadurch bestärkt, dass kein 
Autor als Cr am er diese Art erwähnt und Calliope auch in Bezug auf die 
Grundfarbe ziemlich variirt. 

Euterpe L. Mus. ülr. p. 226. Cr. 246 D. 

Evelina Butl. Ann. "Nat, Hist. Ser. IV, vol. V, p. 365. 

Butler's Bild kann ich nicht vergleichen, Minister von Schenk in 
Darmstadt bestimmte mir aber ein ihm gesandtes Exemplar als diese Art, mein 
zweites Stück, jenem ganz gleich, unterscheidet sich von der Art, welche ich 
als Zephyritis besitze, durch ganz blaugrau bestäubte Zelle lb der Vorderflügel, 
während dieselbe bei Zephyritis wenigstens in ihrer oberen Hälfte glashell ist, 
ebenso ist bei Evelina die innere Hälfte von Zelle 2 hell graublau gefärbt, bei 
Zephyritis glashell. 

Auf den Hinterflügeln ist bei Evelina der Vorderrand bis an die hintere 
Mittelrippe schwarz gefärbt, nur ein ganz kleines Stück der Mittelzelle und ein 



310 



H. B. Möse hier. 



solches von Zelle 5 ist glashell; bei Zephyritis sind beide Zellen glashell und 
in Zelle 6 steht ein langgezogenes, weisses Fleckchen, welches Evelina fehlt. 
Unten zeigen die Vorderflügel den Innenrand statt blaugrau, ebenso breit schwarz, 
die Hinterflügel dagegen den Innenrand in gleicher Breite wie oben, statt schwarz, 
weissblau gefärbt und nur an der Wurzel, nicht wie bei Zephyritis in der ganzen 
Länge rothgelb angelegt. Die Seiten des Hinterleibes mit viel breiter rothgelbem 
Seitenstreif wie Zephyritis. 

Phaedusa Hb. Zutrg. f. 13, 14 aus Brasilien, welche Art kein späterer 
Autor mehr behandelt, unterscheidet sich von meinen Exemplaren von Zephyritis 
nach den Abbildungen, nur durch weissgescheckte Fransen, breiter, rothgelber 
Saumbinde der Oberseite und wie bei Evelina nur rothgelben Wnrzelfleck am 
Vorderrand der Hinterflügelunterseite. 

Es werden wohl nur eine grössere Anzahl von zur Vergleichung vor- 
liegenden Exemplaren entscheiden lassen, ob Evelina, Zephyritis und Phaedusa 
wirklich verschiedene Arten, oder Varietäten einer Art sind, mir ist das Erstere 
noch etwas zweifelhaft. 

Danais Latr. 11. 

Erippus Cr. 3 A. B. 

Gilippus Cr. var. Eresimus Cr. 175 G. H. 

Lycorea Doubl. 

Ceres Cr. 90 A., zu buntes Bild. 

Pasinunthia Cr. 316 A— C. 

Tliyridia, Hb. Verz. 

Psidii L. Mus. Ulr. p. 228; Cr. 257 F. 

Ceratinia Hb. Verz. 

Mergelona Hew. 1. c. Ith. t. 9, f. 53. 

Vallonia Hew. 1. c. t. 3, f. 12, 13. 

Sais Hb. Verz. 

Rosalia Cr. 246 B. 

Mechanitis Fabr. 

Polymnia L. Mus. Ulr. p. 224; Cr. 191 E. 

Cramer's Bild ist, falls es nicht eine eigenthümliche Abänderung vor- 
stellen soll, als ganz missrathen zu bezeichnen, unter einer grossen Anzahl von 
Exemplaren dieser gemeinen Art ist mir nie ein solches vorgekommen, welchem 
der schwarze Mittelfleck und der kleinere schwarze Fleck in Zelle 2 gefehlt 
hätten, auch die beiden schwarzen Flecken innerhalb der gelben Binde haben 
meine Exemplare nicht so zusammenhängend wie Cramer's Bild es zeigt. 

Var. Doryssus Bates, Ent. Mo. Mag. p. 33 zieht Kirby in seinem 
Catalog gewiss mit Recht zu PolymniaL.; diese Form kommt auch in Surinam vor. 

Var. Numerianus Feld. Nov. t. 45, F. 9., welche ich in weiblichen 
Exemplaren von Chiriqui besitze, wird gewiss auch als Varietät des Weibes 
hierher gehören, die allein vorkommende Form des Q der var. Doryssus ist Nu- 
merianus aber nicht, denn ich besitze letzteren in dem Manne ganz genau 
entsprechendem Weibe von Neu-Granada. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauua von Surinam. 



311 



Ob Nessaea Hb. Snimlg. in Surinam vorkommt, weiss ich nicht, von 
den Antillen besitze ich Exemplare. Von Lysimnia Fb. H. Ztg.- f. 187, 188, 
welche ich von Brasilien besitze, kann ich Nessaea aber weder in Bild noch in 
Natur genügend unterscheiden, dass aber Beide, wie Kirby in seinem Catalog 
annimmt, Varietäten von Polymnia L. sind, bezweifle ich entschieden und fol- 
gende Unterschiede scheinen mir gegen diese Annahme zu sprechen: 

1. Die Fühler von Nessaea- Lysimnia sind stets bis zur Kolbe schwarz- 
braun und nur diese ist ockergelb, bei Polimnia und var. Doryssus sind die- 
selben dagegen bis mindestens zur Mitte, oft bis nahe an die Wurzel, gelb oder 
gelbbraun gefärbt. 

2. Nessaea -Lysimnia führt stets nur einen schwarzen Mittelfleck der 
Vorderflügel, Polymnia mit var. Doryssus stets vier solche Flecke, bei Doryssus 
sind derjenige am Vorderrande und der auf der Querrippe stehende meist 
verbunden. 

3. Die gelbe Binde bei Polymnia-Doryssus hat eine ganz verschiedene 
Gestalt von derjenigen von Nessaea-Lysimnia. Bei erster er Art ist sie am 
Vorderrand viel breiter als in der Flügelmitte oder an ihrem Ende, an welchem 
sie in Zelle 3 in einem langen, schmalen Streif bis nahe an den Saum heran- 
tritt. Am Vorderrand tritt sie dagegen wurzelwärts bis an den schwarzen 
Mittelfleck und die beiden hinter demselben stehenden Flecke stehen weit inner- 
halb der gelben Binde, sauinwärts bedeckt sie noch die Wurzelhälfte von Kippe 5. 
Bei Nessaea-Lysimnia ist diese Binde am Vorderrand schmäler wie an ihrem 
Ende, an welchem sie nicht in einem langen Streif, sondern nur in drei kurzen 
Zacken endet; nach innen reicht sie ebenfalls bis an den schwarzen Mittelfleck, 
saumwärts aber erreicht sie noch nicht einmal den Schlussast der Mittelzelle 
und dadur.cli erscheint das schwarze Saumfeld fast doppelt so breit und die 
weisse Fleckenbinde in demselben viel weiter von der gelben Mittelbinde ent- 
fernt, als bei Polymnia-Doryssus. 

Auch insofern differirt der Verlauf der gelben Binde bei beiden Arten, 
als dieselbe bei Polymnia-Doryssus an ihrem Ende innerhalb der Zelle 3 nach 
dem Innenrand abschneidet und das schwarze Saumfeld in einem kürzeren Streif 
in Zelle 2 nach innen tritt, bei Nessaea-Lysimnia aber die gelbe Binde am 
Ende über Rippe 2 hinaus bis in Zelle 2 reicht und das Schwarz erst als langer, 
vor dem Innenrand ziehender Längsstreif bis zur Wurzel reicht. Die Hinter- 
fiügel zeigen bei Polymnia-Doryssus nie, bei Nessaea-Lysimnia dagegen stets 
über der schwarzen Mittelbinde eine solche Längsbinde von der Wurzel bis 
über die Mitte reichend. 

Ithomia Hb. Verz. 

Hippodamia Fb. Syst. Eni p. 461, Nr. 78; Hew. 1. c. t. 12. f. 70. 
Nise Cr. 231 E. Selene Cr. 315 F. G. Neso Hb. Smmlg. 
Cramer's Bilder sind, wenn auch roh, doch kenntlich. 
Eury media Cr. 126 C. D. Aeyle Hb. Smmlg. 
Florula Hew. 1. c. t. 9, f. 51. 



312 



H. B. Möschler. 



Poe eil a Bat. Trans. Linn. Soc. XXIII, p. 540, Nr. 3. Meine beiden 
Exemplare stimmen gut mit einem als Poecila bestimmten Stück in Stau- 
dinger's Sammlung. 

Melinaea Hb. Verz. 

Egina Cr. 191 D. Ludovica Cr. 297 E. 

Mneme L. Nr. 59; Cr. 190 C. 

Tithorea Dbld. 

Harmonia Cr. 190 D. Cramer's Bild stellt die Unterseite des 
Falters dar. 

Heliconius Ltr. 
Sylvana Cr. 364 C. D. 

N um ata Cr. 297 C. D. Mit so weisslicher Mittelbinde, wie Fig. C 
diese Art darstellt, habe ich dieselbe nie erhalten. 

Antiochus L. Syst. Nat. 1. 2. Add. p. 1068, Nr. 12; Cr. 38 E. F. 
Hiezu gehört sicher Aranea Fbr. als Varietät. 

Clytia Cr. 66 C. D. 

Ich bin nicht vollständig im Klaren, ob ich die echte Clytia Cr. besitze, 
obgleich mir meine Exemplare dafür bestimmt wurden. Cramer's Bilder zeigen 
nämlich sowohl die Mittelbinde der Vorderflügel, als deren Querstreif vor der 
Flügelspitze nicht gelb wie meine Stücke, sondern weiss wie bei Antiochus und 
in dem Text vergleicht auch Cr am er beide Arten miteinander, sagt sogar, 
dass Clytie vielleicht nur Varietät von Antiochus sei. Ausser der Farbe der 
Vorderflügelbinden unterscheiden sich meine Exemplare auch noch durch die 
Gestalt der Mittelbinde von C rame rs Bildern, derselbe zeigt sich in denselben 
gegen den Vorderrand spitzer zulaufend, bei meinen Stücken breit abgeschnitten, 
wie bei Bhea Cr. von dieser Art unterscheidet meine Clytie die viel schräger 
als bei jener Art gestellte Mittelbinde, welche bei Bhea in Zelle 2 auch stark 
aus gebuchtet erscheint, was dei Clytie nicht der Fall ist. Die Unterseite der 
Hinterflügel stimmt bei Clytie mit Cramer's Bild überein, nur zieht sich in 
Zelle 1 a ein kürzerer, in Zelle 1 b ein längerer rother Streif gegen den 
Afterwinkel. 

Bhea zeigt auf der Hinterflügelunterseite rothe Flecken statt Streifen, 
führt auch dicht an der Wurzel des Vorderrandes einen solchen Fleck, welcher 
meiner Clytia fehlt. Godart, welcher Enc. Meth. IX, p. 224, Nr. 5 Clytia 
unter dem Namen Sara beschreibt, kann ich leider nicht vergleichen. Bilder 
dieser Art, von Herrn Plötz gemalt, stimmen indess vollkommen mit meinem 
Exemplar überein und so scheint, trotz der abweichenden Abbildung bei 
Cr am er, doch diese Art für Clytia Cr. zu gelten. 

Bhea Cr. 54 C. D. 

Doris L. Mant. Plant, p. 536 (1771). Bisher wurde für diese Art der 
Name Erato L. festgehalten, es ist aber unbegreiflich, wie dies geschehen konnte, 
da Linne sowohl im Mus. Ulric. als im Syst. Nat. als Erato sehr deutlich 
die Art beschreibt, welche gegenwärtig als Vesta Cr. gilt. Die Diagnose im 
Mus. Ulric. lautet: Papilio Hei. Erato; alis oblongis integerrimis atris: 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von Surinam. 



313 



primoribus flavo maculatis basi rubris; posticis rubro-striatis. In der Be- 
schreibung heisst es von den Vorderfiügeln : Primores basi rubrae; disco 
maculis flavis, circiter 10, parvis, ovatis sparsis; von den Hinterflügeln : 
Posticae striatae longitudinßliter 7, rubris, basi coeuntibus. 

Citirt werden Syst. Nat. 467, Nr. 54 und Clerck t. 40, f. 1, welches Bild 
ich leider nicht vergleichen kann, welches aber, selbst wenn es die Form von 
Doris mit rothen Hinterflügeln darstellen sollte, doch wohl nicht gegen Linne's 
Beschreibung ins Gewicht fallen könnte. Im Syst. Nat. XII, 2255, Nr. 70 
lautet die Diagnose: Erato. P. alis atris: anterioribus flavo maculatis basi 
rubris, posterioribus rubro striatis. 

Citirt werden: Mus. Lud. Ulr. 231 Clerk, t. 40, f. 1; Fabr. sp. ins. 2, 
p. 34, Nr: 146; mant. ins. 2, p. 17, Nr. 168; Cr am. t. 119, f. A. Pap. Vesta! 
und als Varietät ß P. Aegeria Cram. t. 34, f. B. 

'Die basi rubris der Vorderflügel besitzt nun aber nie die für Erato 
angesehene Art, wohl aber Vesta Cr. und dass Linne auch diese Art unter 
seiner Erato versteht, geht aus der citirten Abbildung in Cramer's Werk 
hervor, welche Vesta vorstellt. 

Somit würde der Name Erato L. für die bisher als Vesta Cr. bezeichnete 
Art einzutreten haben, für die bisher Erato genannter Name aber Doris L., es 
ist dies die Form mit blauer Hinterflügelbasis, als die älteste Benennung ein- 
zutreten haben. 

Die Form, mit rother Hinterflügelbasis würde, da ihr ein Name als 
Varietät wohl bleiben kann Delila Hb. zu nennen sein, denn Amathusia Cr. 
177 F. ist diejenige Varietät, bei welcher die rothen Strahlen der Hinterflügel 
an den Rändern blau bestäubt sind. Aus Surinam habe ich bisher diese Varietät 
so wenig wie diejenigen, welche die Hinterflügelwurzel ganz grün, oder roth 
und grün führen, erhalten, von Centrai-Amerika, Chiriqui und Columbien erhielt 
ich dagegen Beide. 

Melpomene L. Cr. 191 C. 

Die sonderbaren Varietäten mit zerrissenem rothen Bande der Vorder- 
flügel, welche Cr am er 190 E. F. als Callycopis abbildet, kamen mir noch 
nicht vor. 

Erato L. Mus. Ulr. 231, Nr. 50 (1764); Syst. Nat. XII. 2255, Nr. 70; 
Fabr. Syst. Ent. p. 465, Nr. 98; Vesta Cr. 119 A. 

Diese Art variirt ziemlich, es kommen Exemplare vor, welchen sowohl 
der gelbe Fleck in der Mittelzelle, als auch derjenige in Zelle 2 der Vorder- 
flügel fehlt. Das Roth in Cramer's Bild ist nicht getreu gemalt und passt 
viel besser zu Thelxiope als zu Vesta; die Zeichnung der Hinterflügel lässt aber 
keinen Zweifel darüber zu, dass Gramer Vesta abgebildet hat. 

Andremona Cr. 297 A. Udalrica Cr. 297 B. 

Wie Kirby in seinem Catalog diese Art als Varietät zu Melpomene, 
mit welcher sie nicht die geringste Aehnlichkeit hat, stellen kann, ist mir un- 
begreiflich, viel wahrscheinlicher ist es mir, dass Andremona als Varietät zu 
Erato L. ( Vesta Cr.) gehört, denn die Zeichnung der Hinterflügel stimmt bei 

Z. B. Ges. B. XXVI. Abb.. 40 



314 



H. B. Möschler. 



Beiden ganz genau überein und auch die Vorderflügelzeichnung variirfc eigent- 
lich nur in der bedeutenderen Grösse des Fleckes in Zelle 2 bei Andremona. 

Allerdings führt Erato L. {Vesta Cr.) die Vorderflügelflecken schwefel- 
gelb, Andremona ziegelroth wie die Flügelwurzel, bei einem meiner Exemplare 
von Andremona zeigen sich aber der Mittelfleck, sowie die Flecken der Binde 
hinter der Flügelmitte innen weissgelb, nur an den Rändern roth und bilden 
also einen deutlichen Uebergang zu jener Art und auch in Cramer's Bild von 
Udalrica zeigen sich gelbe Flecken in dieser Binde. 

Cybele Cr. 188 A. 

Auch diese Art zieht Kirby in seinem Catalog wunderbarerweise zu der 
ganz verschiedenen Melpomene, ich möchte sie lieber als Varietät zu Thel- 
xiope Hb. stellen, von welcher sie sich nur durch das etwas höhere Roth der 
Vorder- und Hinterflügelwurzel, sowie durch die Zeichnung der Hinterflügel 
unterscheidet. Thelxiope führt ausser dem Längsstreif an der Wurzel noch 
eine Querreihe rother Strahlen in den Zellen, welche von dem Längsstreif durch 
einen Streif der schwarzen Grundfarbe getrennt sind. Bei Cybele fehlen diese 
Strahlen, dagegen ist die Wurzelbinde mehr oder weniger vollständig vorhanden. 
Die Unterseite der Hinterflügel, welche auch bei Thelxiope keine rothen Strahlen 
zeigt, stimmt bei meinem einen Exemplar von Cybele vollkommen mit der von 
Thelxiope überein, ein zweites Stück von Cybele zeigt nur insofern eine kleine 
Abweichung, als ihm die rothen Fleckchen, welche den Längsstreif andeuten, 
fehlen. Auch auf der Oberseite variiren die Exemplare von Cybele, ein Q führt 
die gelben Flecken der Binde hinter der Mitte der Vorderflügel saumwärts noch 
von rothen Flecken begrenzt. 

Thelxiope Hb. Sammig. 

Burneyi Hb. Ztg. f. 401, 402. 

Bicini L. Cram. 378 A.B. 

Funebris n. sp. Taf. III, Fig. 8. 

Fühler schwarz, Palpen unten schmutzigweiss, oben schwarz. Kopf und 
Thorax schwarz, ersterer mit zwei weissen Stirnpunkten. Hinterleib dunkel- 
braun, in den Seiten mit schmalem weisslichem Längsstreif, unten gelblich 
bestäubt. Beine schwarz. 

Oberseite schwarzbraun, das Wurzelfeld der Vorderflügel dunkelzinnober- 
roth, in der Mittelzelle tritt die dunkle Grundfarbe spitzkeilförmig hinein, von 
der Wurzel des Innenrandes ein schmaler, bis zur Flügelmitte reichender rother 
Streif. Vor dem Saum in den Zellen sehr undeutliche rothe Bestäubung, welche 
Fleckchen anzudeuten scheinen. Hinterflügel am Vorderrand beinfarben, an der 
Wurzel eine bis an die vordere Mittelrippe reichende, schmale, dunkelzinnober- 
rothe Schrägbinde. Unten das Wurzelfeld der Vorderflügel nur vom Vorderrand 
bis zur hinteren Mittelrippe reichend, in der Einbuchtung ein schwarzer Fleck. 
Hinter der Mitte eine stark gebogene Reihe verloschener schmutzig weisser 
Flecken. Innenrand breit weisslichgelb. "Hinterflügel mit kurzem gelbem Streif 
an der Wurzel des Vorderrandes. An der Flügelwurzel zwei karminrothe Punkte, 
zwischen ihnen ein solches Längsfleckchen. Die Grundfarbe aller Flügel mehr 



I 



Beiträge zur Schmetterlingö-Fauna von Surinam. 315 

ins Braun ziehend. Fransen einfarbig dunkel. 76, 21 Mm. 1 Q aus dem 
Innern Surinams. Möglicherweise ist mein Exemplar Abänderung einer Art, 
welche in schöner Abbildung von Herrn Plötz in Greifswald mir vorliegt, 
dieselbe zeigt aber mehr eingebogenen Saum der Vorderflügel und hinter der 
Mitte eine Bogenreihe zinnoberrother Flecken, deren erste drei wurzelwärts 
gelb gefärbt sind, diese Art ist von Arganna, und Herr Plötz nennt dieselbe 
Deinia. 

Acraea Fb. 

Anteas Dbld. Hew. Gen. D. L. t. 18, f. 5. 

Acton H. Sch. In Kirby's Catalog ist diese Art nicht, in Herrich 
Schäffer's Prodromus nur mit Namen aufgeführt und so scheint sie bis jetzt 
weder beschrieben noch abgebildet zu sein. Meine beiden weiblichen Exemplare, 
welche mir s. Z. Herrich Schäffer selbst bestimmte, kann ich trotz aller Mühe 
nicht genügend von Anteas unterscheiden und möchte Acton, wenn bei der 
Bestimmung meiner Exemplare nicht etwa ein Irrthum stattgefunden hat, nur 
für Varietät der vorigen Art halten. 

Eueides Hb. Verz. 

Lybia Fb. Syst. Ent. p. 460, Nr. 73. Rypsipyle Cr. 177 C. D. 
AUphera Godt. Enc. Meth. IX, 246, Nr. 7. 
Isabella Cr. 350 C. D. 
Colaenis Hb. Verz. 
Dido L. Cr. 196 E. F. 

Julia Fb. Syst. Ent. p. 509, Nr. 281. Alcionea Cr. 215 A. F. G. 
Phaerusa L. Mus. Ulr. p. 293. Phaetusa L. Syst. Nat. I, p. 486, 
Nr. 123; Cr. 130 B. C. 

Dione Hb. Verz. Agraulis Bdv. Lee 

Vanillae L. Cr. 212 A. B. — Passiflorae Fb. Ent. Syst. III. 1, 
p. 60, Nr. 189. 

JPhyciodes Hb. Verz. Eresia Bdv. 
Liriope Cr. 1 C. D. Stoll t. 4, f. 1. 
Var. flavia Godt. Enc. Meth. IX. Suppl. 418. 
Nauplia L. 316 D. E. 

Eunica Feld. Wien. Ent, Mon. V, p. 103, Nr. 76. 
fJunonia Hb. Verz. 

Lavinia Cr. 21 C. D. Evarete Cr. 203 C. D. 
Var. Genovefa Cr. 290 E. F. 
Beide Arten sind wohl kaum zu trennen. 
Anartia Hb. Verz. 

Jatrophae L. Cr. 202 E. F. Die südamerikanischen Exemplare sind 
grösser, aber lichter und nicht so scharf gezeichnet, wie diejenigen, welche ich 
von Jamaica erhielt, 

Catonephele Hb. Verz. Myscelia Dbld. Epicalia Westw. 

Obrinus L. Cr. 49 E. F. Ancaea L.; Cr. 338 C. D. 

Cr. Fig. 49 F. zeigt die Mittelbinde der Vorderflügel unten weiss statt blau. 

40* 



316 



H. B. Mo schier. 



Acontius L. Eupalemon Cr. 143 B. C. Q Chione Cr. 90 E. F. 
Temenis Hb. Verz. Eunica sect. 3. Nica Feld, Paromia Hew. 
Laothoe Cr. 132 A. B. Äriadne Cr. 180 E. F. Merione Fb. Agatha Fb. 
Liberia Fb. 

Cramer's Bilder von Laothoe stellen eine Abänderung mit graubraun 
gefärbter Hinterflügeloberseite vor, wie ich solche nur sehr selten erhalten habe, 
Ariadne Cr. zeigt die gewöhnliche Form. 

Dynamine Hb. Verz. Eubagis Bdv. 

Athemon L. Mus. ülr. p. 323; Syst. Nat. XII. 2354, Nr. 243. 

Mylitta Cr. 253 D. E. $ Postverta Cr. 254 C. D. 

Callizona Dbl. 

Aceste L. Cr. 121 E. F. 

Gynaecia Dbl. 

Dirce L. Cr. 212 C. D. 

Ageronia Hb. Verz. Peridromia Bdv. ' 

Feronia L. Cr. 192 E. F. Der Schmetterling fliegt besonders um 
Baumwollenstauden. 

Didonis Hb. Verz. Biblis Fb. 
Biblis Fb. Hyperia Cr. 236 E. F. 
JPyrrhogyra Hb. Verz. 
Docella H. Sch. Prodr. 

Diese noch unbeschriebene Art, welche ich in zwei Exemplaren, von 
Herrich Schaff er selbst als Docella bestimmt, erhielt, steht Tipha L. ausser- 
ordentlich nah und ich kann zwischen beiden nur folgende Unterschiede finden : 
Der obere weisse Fleck der Vorderflügel bildet bei Docella gegen die Flügel- 
spitze und Saum einen Halbmond, nach innen verläuft er von der vorderen bis 
zur hinteren Mittelrippe bauchig, von da an bildet er einen stumpfen Winkel 
und läuft in Zelle 3 in einem ziemlich spitzen Dreieck aus. Bei Tipha ist dieser 
Fleck nach aussen ziemlich gerade, nur in Zelle 4 bildet er eine ganz schwache 
Einbuchtung, nach innen ist er gegen den Vorderrand stumpf abgeschnitten, 
verläuft bis zur hinteren Mittelrippe ziemlich gerade, und verläuft von da viel 
schräger wie bei Docella bis zur Spitze. Der untere Fleck ist bei Docella nach 
aussen ebenfalls von Rippe 2 bis zur hinteren Mittelrippe stark halbmondförmig 
nach innen gebogen, seine innere Seite etwas concav und dadurch erscheint 
sein oberes Ende viel schmäler als seine Basis, es bildet gewissermassen eine 
stumpfe nach innen geneigte Spitze. 

Bei Tipha ist der Fleck gleich breit, nach innen und aussen ziemlich 
gerade verlaufend, oben sanft abgeschrägt und bedeutend schmäler als bei Docella. 

Die Mittelbinde der Hinterflügel ist bei Docella saumwärts convex, nach 
innen bis auf Rippe 2 ziemlich gerade, von da bis zum Ende etwas schräg ver- 
laufend. Bei Tipha ist der äussere Rand dieser Binde nur am Anfang und 
Ende etwas convex, in der Mitte von Rippe 7 bis 2 fast gerade, der innere 
Saum etwas concav, auch diese Binde ist schmäler wie bei Docella. Ihre, 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von Surinam. 



317 



»wie die Färbung der Vorderflügelflecken ist bei Docella grünlichweiss, bei 
Tipha rein weiss. 

Docella führt auch auf den Vorderflügeln vor dem Saum in Zelle 2 und 3 
je ein weisses rundliches Fleckchen, welches meinen Exemplaren von Tipha fehlt. 
Hypolimnas Hb. Verz. Diadema Bdv. 

Misippus L. Mus. Ulr. p. 264. 9 Diocippus Cr. 28 B. C. c? Solina Drur. 
(nec Linn.) Cr. 65 E. F. Q Inaria Cr. 214 A. B. 

Cramer's Bilder von Diocippus zeigen eine Varietät des Weibes ohne 
weisse Fleckenbinde vor der Vorderflügelspitze. 

Adelpha Hb. Verz. Heterochroa Bdv. 

Cytherea L. Mus. Ulr. p. 305. 9 Elea L. Mus. Ulr. 312. Cr. 242 D. E. 
Euboea Feld. Nov. III, p. 422, Nr. 662. 

Ob Euboea synonym mit Plesaure Hb. Ztg. f. 231, 32 ist, wie Kirby 
in seinem Catalog annimmt, ist mir zweifelhaft, wenigstens stimmen meine 
Exemplare, welche s. Z. von Herrich Schäffer als Euboea bestimmt wurden, 
mit Hübner's Bildern von Plesaure gar nicht. Diese zeigen die gelbe Vorder- 
flügelbinde gegen den Vorderrand nicht in zwei Arme getheilt, wie dieses bei 
meinen Exemplaren von Euboea sehr deutlich der Fall ist. Die Theilung be- 
ginnt, wie bei der nahverwandten Cocdla Cr. auf Rippe 5 und der äussere Arm 
besteht aus drei getrennten Flecken; der innere Arm ist breiter, zusammen- 
hängend und nur durch die vordere Mittelrippe wird ein kleines Fleckchen 
abgetrennt. Bei Hübner's Bildern zeigt diese Binde sich ziemlich gleichbreit 
in ihrer ganzen Länge, auf Rippe 5 einen fast rechten Winkel bildend, auch von 
Rippe 2 bis zum Innenrand viel mehr verschmälert, als es bei meinen Exem- 
plaren von Euboea der Fall ist. Bei diesen zeigt sich die Binde an ihrem 
unteren Ende auch nicht ganz weiss gefärbt, sondern wenigstens an den Rändern 
rothgelb gefärbt. Auch die Unterseite von Euboea weicht in manchen Stücken 
von Hübner's Bildern ab. Abgesehen von der verschiedenen Form der Vorder- 
flügelbinde führt Euboea vor dem Saum der Vorderflügel eine innere vollständige 
und eine äussere gegen die Flügelspitze und in Zelle 3 fast verloschene Reihe 
weisslicher Flecken, von denen Hübner's Bild nur die innere zeigt. Die Hinter- 
flügel von Euboea führen hinter dem dunkelbraunen Querstreif hinter der Mitte 
eine Reihe theilweise etwas verwaschener weisslicher Flecken, welche saumwärts 
von einem schmalen braunen Streif begrenzt sind, hinter diesem steht eine 
Reihe grösserer weisslicher Flecken, diese werden wieder nach aussen von einem 
braunen Streif begrenzt und zwischen demselben und dem Saum steht eine 
Reihe gcharfer weisslicher Mondflecken. Hübner's Bild zeigt von diesen drei 
Fleckenreihen nur den Anfang der inneren vom Vorderrand bis in Zelle 5 mit 
drei Flecken. 

Cocala Cr. 242 F. G. 

Dominula n. sp. Taf. III, Fig. 9. 

Fühler schwarz, unten an der Spitzenhälfte rothbraun. Palpen unten weiss, 
oben graubraun, seitlich weiss, mit einem graubraunen Längsstreif am Mittelglied. 



318 



H. B. Mönchler. 



Thorax und Oberseite des Hinterleibes schwarzbraun, Brust und Unterseite des 
Hinterleibes weiss; Vorderbeine weiss. Mittel- und Hinterbeine graubraun. 

Oberseite dunkelbraun, Vorderflügel mit den gewöhnlichen schwarzen 
Zeichnungen in der Mittelzelle und an der Wurzel. In der Flügelmitte eine 
fast lothrecht stehende schmale weisse Binde, welche aus vier Flecken besteht 
und bis in Zelle 3 reicht. Der Fleck am Innenrande ist der breiteste. Der 
zweite in Zelle 1 b ist rechteckig, der folgende in Zelle 2 nach innen und 
aussen abgerundet und breiter als der zweite, er hat die Gestalt einer an beiden 
Enden abgeplatteten Kugel, den Schluss macht in Zelle 3 ein viel kleinerer 
abgerundeter Fleck. 

Ueber dieser Binde, saumwärts gerückt, steht ein grosser nach aussen 
hakenförmig gebogener, an seinem unteren Ende abgeplatteter, vom Vorderrande 
bis auf Eippe 4 reichender rothgelber Fleck und in gleicher Richtung mit dessen 
äusserer Spitze zwei rothgelbe kleine Flecken vor dem Vorderrande. Zwei Reihen 
schwarzbrauner, mit den convexen Seiten gegen einander gestellter Mondflecken 
ziehen zwischen den gelben Flecken und dem Saume, eine dritte kürzere Reihe 
steht zwischen diesen Fleckenreihen und der weissen Binde in Zelle 1 b bis 3. 

Auf den Hinterflügeln zieht eine weisse, gegen den Afterwinkel spitz 
zulaufende Binde, von derselben Breite wie der untere Fleck der Vorder- 
flügelbinde. Diese Binde wird saumwärts von einem schmalen schwarzbraunen 
Streif begrenzt, hinter diesem Streif sind zwei Reihen ziemlich breiter, fast 
rechteckiger schwarzbrauner Flecken, vor dem Saum noch ein schwarzbrauner 
schmaler Streif. Am Afterwinkel ein rothgelber Fleck. Sämmtliche Flügel 
schwach stumpf gezähnt mit schmalen weissen Fransen. Der Saum der Vorder- 
flügel fast gerade, kaum in seiner Mitte etwas concav. 

Unterseite rothbraun mit den gewöhnlichen weissen Zeichnungen im 
Wurzelfelde, der gelbe Fleck der Oberseite der Vorderflügel zeigt sich als vier 
weisse, an den Rändern rostroth bestäubte Flecken, ebenso sind die beiden 
gelben Flecken am Vorderrand angedeutet. Vor dem Saum drei Reihen weiss- 
licher Mondflecken, die der inneren Reihe theilweise verloschen, zwischen ihr 
und der weissen Mittelbinde in Zelle 3 ein rundlicher weisser Fleck, in Zelle 2 
und 1 b je ein ganz verloschenes weissliches Fleckchen. 

Hinterflügel zwischen Mittelbinde und Saum mit vier Reihen weisslicher 
Flecken, deren erstere bis auf die Flecken in Zelle 1 und 6 und 7 schmutzig- 
bräunlich bestäubt sind, von der zweiten, ebenfalls bräunlich angeflogenen und 
nur in Zelle 6 und 7 weissen Fleckenreihe wird die erstere durch einen breiteren 
rothbraunen Streif getrennt. Ein schmälerer, mehr braungelber Streif, trennt 
die zweite Fleckenreihe von der dritten, welche aus breiteren, nicht bräunlichen 
Flecken besteht und diese wird von der aus weissen Mondflecken bestehenden 
Fleckenreihe vor dem Saum durch einen schmalen rostrothen Streif geschieden. 

Der rothgelbe Fleck am Afterwinkel ist saumwärts von zwei schwarzen 
Mondflecken begrenzt. 54, 20 Mm. 

1 Q von der Küste Surinams. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von Surinam. 



319 



Aganisthos Bdv. 

Odius Fb. Syst. Ent, p. 457, Nr. 60. Orion Fb. Syst. Ent. p. 485, 
Nr. 185. Danae Cr. 84 A. B. 
Prepona Bdv. 

Amphimachus Fb. Syst. Ent. p. 457, Nr. 59. Amphimache Hb. Samml. 
Demophoon L. Mus. Ulr. p. 215. Sysiphus Cr. 158 B. Thalpius Hb. 
Sammig. 

Antimache Hbn. Verz. Amphimachus Sulz, (nec Fabr.) t. 14, f. 2, 3. 
Demophoon Hb. Sammig. (nec Linn.). Amphitoe Godt. Enc. Meth. IX, p. 407, 
Nr. 190. 

Mein Exemplar variirt von Staudinge r's Exemplaren von Chiriqui nur 
unwesentlich durch den Verlauf der Zackenbinde der Hinterflügelunterseite. 
Hypna Hb. Verz. 

Clytemnestra Cr. 137 A. B ungenügendes Bild. 
Anaea Hb. Verz. Paphia p. Fb. Nymphalis p. Ltrll. 
Morvus Fb. Syst. Ent. p. 484, Nr. 184. Arachne Cr. 48 A.B. 
Otrere H. Ztg. 407, 408. 

Bisher erhielt ich nur Weiber dieser Art, welche allerdings vonHübners 
Bildern, welche den Mann vorstellen, ziemlich abweichen. 
Cicla n. sp. Taf. III, Fig. 10. 

Grösse von Iphis Ltrll., gehört aber zu den Arten mit nicht herabgezogenem 
Innenwinkel der Vorderflügel und also ohne ausgeschweiften Innenrand. 

Fühler dunkel rothbraun, an der Spitze etwas lichter. Palpen grau, 
braun gesprenkelt, Kopf, Thorax und Oberseite des Hinterleibes glänzend blau- 
grün, unten gelbgrau, Brust graubraun. 

Vorderflügel mit concavem Saum, derselbe etwas stärker ausgeschnitten 
wie bei Xenolea, doch reicht der Ausschnitt nur bis auf Eippe 3 und dadurch 
und durch den ganz geraden Innenrand und stumpf abgerundeten Innenwinkel 
erscheint der hintere Theil des Saumes bauchiger wie bei jener Art. Hinter- 
flügel mit fast glattem Saum, auf Rippe 4 ein kurzes, spitzer werdendes Schwänz- 
chen, wie bei Xenolea, der Saum von demselben bis zum Afterwinkel etwas 
mehr concav und dadurch letzterer etwas mehr rundlich vortretend, wie bei 
jener Art. Grundfarbe oben schwarz, das Wurzelfeld der Vorderflügel oben bis 
zum Schluss der Mittelzelle reichend und sich von da schräg bis zum äusseren 
Dritttheil des Innenrandes ziehend, hellblausilbern mit einem Schein ins Grüne, 
doch viel reiner blau wie bei Iphis Ltrll. oder Xenocles Westw. Vor dem 
Saum in Zelle 2 und 5 ein blaues Fleckchen. 

Die Hinterflügel, mit Ausnahme des bräunlich behaarten Innenrandes 
und des am Vorderrande breiten, dann sich gegen den Afterwinkel verschmä- 
lernd schwarzen Saumes von demselben Blau wie die Vorderflügel, dasselbe 
reicht zwischen Schwanz und Atterwinkel bis an den Saum. In Zelle 3 vor 
dem Schwanz steht ein schwarzer, innen blauaufgeblickter Punkt. 

Unten ist die Grundfarbe aller Flügel ein durch gelbliche Schüppchen 
marmorirt erscheinendes Veilbraun, auf den Vorderflügeln zieht es in einer 



320 



H. B. Möschler. 



schrägen Richtung von der Flügelspitze bis vor die Mitte des Innenrandes und 
tritt in dem mehr röthlichgelben Saumfeld in einem Bogenstreif bis Rippe 2. 
Die Hinterflügel zeigen das Wurzelfeld ebenfalls veilbraun und einen breiten 
von dem oberen Theil des Saumes bis hinter den Afterwinkel ziehenden Schräg- 
streif von derselben Färbung und mit Rostbraun gemischt, der übrige Theil 
ist ein, durch veilbraune Schuppen theilweise verdunkeltes Röthlichgelb und 
Grau. Der blau aufgeblickte schwarze Punkt in Zelle 3 ist wie auf der Ober- 
seite vorhanden. 47, 19 Mm. 

1 von der Küste Surinams. 

Siderone Hbn. 

Jde Hb. Sammig. Boisd. Spec. Gen. I. t. 8, f. 1. Nur ein, etwas auf 
der Unterseite variirendes Stück, ein ganz gleiches Exemplar erhielt ich aus 
Columbien. 

Isidora Cr. 235 A. B. E. F. var. Stys Cr. 119 F. G. 
Ein weibliches Exemplar nähert sich var. Itys Cr., deren Abbildungen 
aber zu grell sind. 

JProtogonius Hb. Verz. 

Hippona Fb. Gen. Ins. p. 265. Fabius Cr. 90 C. D. Stoll t. 2, f. la-d. 

Morpho Fb. 

Hecuba L. Cr. 217 A. B. 

Metellus Cr. 218 A. B. 

Var. Cr am er i Kirby Cat. Telemachus Cr. (nec Linn.) 373 A. B. 
Aber: Perseus Cr. 71 A. B. 

Ueber das Zusammengehören dieser drei Thiere als verschiedene Formen 
einer Art habe ich mich in der Stettiner entomologischen Zeitung 1873, p. 197 
ausführlich ausgesprochen. 

Ädonis Cr. 61 A. B. 

Bisher erhielt ich erst ein Exemplar dieser seltenen Art aus dem Innern 
Surinams. Cramer's Bild ist gut. 

Menelaus L. Mus. Ulr., p. 200; Cr. 21 A. B. 9 Nestor L. Syst. 
Nat. I. 2, p. 752, Nr. 40. 

Achilles L. Mus. Ulr., p. 211; Cr. 27 A. B. Q. 

Kirby in seinem Catalog zieht als Varietäten Helenor Cr., Coelestis Buttl., 
Vitrea Buttl., Achillaena Hb., Achillides Feld., Leontius Feld., Peleides Kol!., 
Theiis Buttl., Patroclus Feld., Heidamia Hb., Neoptolemus Wood., Grana- 
densis Feld., Briseis Feld., Montezuma Guen., Octavia Bat., Hyacinthus Buttl. 
zu Achilles. 

Von Surinam erhielt ich bisher aussei Achilles L. nur Helenor Cr. und 
möchte ich dessen Zusammengehörigkeit mit Achilles bezweifeln. Mehr als 
Verschiedenheiten in Farbe und Zeichnung scheint mir der ganz verschiedene 
Flügelschnitt gegen die Vereinigung beider zu sprechen. 

Achilles zeigt in beiden Geschlechtern den Saum der Vorderflügel ziem- 
lich stark geschweift — concav — und dadurch die Flügelspitze mehr vor- 
tretend. Helenor hat fast geraden Saum und dadurch gerundetere Flügelspitze. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauua von Surinam. 



321 



Was die Unterschiede in Zeichnung und Färbung anbelangt, so ist die 
blaue Binde der Oberseite bei Achilles mindestens noch einmal so breit, wie 
dieselbe beide Geschlechter von Helenor zeigen, das Weib von Achilles stimmt 
hingegen in dieser Beziehung mit Helenor überein. Auf der Unterseite der 
Hinterflügel zieht bei Achilles der roth und grün gefärbte mittlere Saumstreif 
nur bis Rippe 1 b, bei Helenor dagegen stets bis nahe oder ganz an die Flügel- 
wurzel. Der grüne Streif, welcher auf allen Flügeiu hinter der Flügelmitte vor 
den Augenflecken hinzieht, steht, besonders auf den Hinterflügeln den Augen 
bei Helenor viel näher als bei Achilles. 

Das der Flügelspitze am nächsten stehende Auge in Zelle 5 der Vorder- 
flügel ist bei Helenor stets kleiner als die beiden Augen in Zelle 3 und 2, 
meist erreicht es nicht die halbe Grösse von jenen, bei Achilles ist es ebenso 
gross als das in Zelle 3, meist grösser als dasjenige in Zelle 2. 

Bei Achilles ist der Vorderrand der Hinterflügel mindestens an der 
Flügelwurzel, oft in seiner ganzen Länge schmal weisslich angelegt, bei Helenor 
findet dies nie statt. Endlich zeigt Helenor in der Mittelzelle der Vorder- und 
im Wurzelfeld der Hinterflügel viel weniger lichte Zeichnung wie Achilles, doch 
will ich auf diesen Umstand weniger Gewicht legen, als auf die verschiedene 
Flügelform und die Verschiedenheiten in der bei beiden vorhandenen Zeich- 
nung. Cramer's Bilder, welche Kirby in seinem Catalog bei der Varietät 
Deidamia Hb. Verz. citirt, stellen das 9 vor » einen solchen weissen Streif in 
der blauen Binde der Vorderflügel, wie ihn Fig. A zeigt, sah ich nie bei 
Achilles. 

Brassolis Fb. 

Sophorae L. Cr. 253 A-C. 

Die in Surinam fliegende Form dieser Art weicht sehr bedeutend von 
derjenigen, welche in Brasilien vorkommt ab, Cr am er bildet die erstere ab. 
Irre ich nicht, so wird jetzt die brasilianische Art als verschieden von Sophorae 
angesehen. 

Opsiphanes Westw. 
Cassione Cr. 57 A. B. 
Xanthus L. Cr. 183 A. B. 
Berecynthus Cr. 184 B. C. 
Cassiae L. Mus. Ulr. 265; Cr. 106 A. 
Quiteria Cr. 313 A-D. 

Crameri Feld. Wien. Ent. Mon. VI, p. 313. Cassiae Cr. 105 A. B. 
Dynastor Westw. 

Darius Fb. Syst. Ent. p. 482, Nr. 173. Anaxarete Cr. 95 A. B. 

CalUjo Hb. Verz. 

Idomeneus L. Cr. 52 B. cf. 

Ilioneus Cr. 52 A. 

Eurißochus Cr. 33 A., 34 A. Q. 

Teucer L. Cr. 51 A. B. cT. 

Z. B. Gen. B. XXVI. Abb. 41 



322 



H. B. Möschler. 



Unter den hieher gehörenden nahe verwandten Arten werden sich mög- 
licherweise manche als Localvarietäten herausstellen, bei grösserer Anzahl von 
Exemplaren, wie ich solche bei Dr. Staudinger aus verschiedenen Gegenden 
Central- und Südamerikas sah, wird man zu dieser Ansicht hingedrängt. 

Linne im S\st. Nat. XII, p. 2248, Nr. 351, gibt von seinem Teucer 
eine so ungenügende Diagnose, dass man dieselbe auf sämmtliche verwandte 
Arten anwenden kann, doch citirt er Gram. 51 A. B. uud in diesen Bildern 
wird die Form, wie sie in Surinam fliegt, im männlichen Geschlecht abgebildet. 
Als Varietät citirt Linne a. a. 0. Eurylochus Cr. 33 A, 34 A. 

In diesen Bildern wird ein 9 von der Ober- und Unterseite vorgestellt, 
welches sich von den Weibern von Teucer wesentlich unterscheidet und dem 
Weib von llioneus Cr., wie ich solches von Neu- Granada besitze, sehr nahe steht. 

Ich besitze von Surinam das 9 einer Art, welches sehr gut mit Cra- 
mer's Bild von Eurylochus stimmt und mir die Verschiedenheit dieser Art und 
Bioneus zweifelhaft macht, doch besitze ich von allen diesen Arten, mit Aus- 
nahme von Teucer L., zu wenig Material, um mir eine feste Ansicht bilden zu 
können. 

Automedon Cr. 41 A. B. 

Var. Lycomeäon Feld. Wien. Ent. Mon. VI, p. 423, Nr. 134. Nov. III. 
t. ti5, f. 3. 

Narope Westw. 

Cyllastros Doubl., Hew. 1. c. t. 50, f. 4. 

Citherias Hb. Verz. 

Philis Cr. 387 E. d". 

Haetera Fb. 

Piera L. Cr. 291 C-E. 

Pierella Westw. 

Nereis Dr. III. Ex. Ent. t. 35, f. 2, 3. 
Ast yo che Er. Schomb. Reisen III, p. 599. 
Lena L. Cr. 198 D. E. 

Cramer's Fig. D fehlen die beiden schwarzen, fein weissgekernten Augen 
in Zelle 5 und 6 der Vorderflügeloberseite, welche alle meine Exemplare zeigen. 
Dracontis Hb. Verz. Lena Cr. 291 A. B. 
Antirrhaea Hb. Sammig. 
Philoctetes L. Cr. 20 A— C. 

Omata Butl. Ann. Nat. Hist. Ser. IV. vol. V, p. 362 (1870) Lep. Ex. I, 
t. 13, f. 5 (1870). 

Ich erhielt erst ein Q dieser schönen und seltenen Art, welches in der 
Flügelform und Zeichnung sehr von den übrigen mir bekannten Arten dieser 
Gattung abweicht. 

Caerois Hb. Verz. 

Chorinaeus Fb. Syst. Ent. p. 484, Nr. 182. Arcesilaus Cr. 294 A. D. 
Euptychia Hb. Verz. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von Surinam. 



323 



Hesione Sulz. Gesch. Ins. p. 144, t. 17, f. 3, 4. Ocirrhoe Fb. Gen. 
Ins. p. 260. Cissia Cr. 194 D. E. 

Ocypete Fb. Gen. Ins. p. 260. 

Var. Helle Cr. 194, F. G. Schlechte Bilder. 

Terrestris Butl. Proc. Zool. Soc. 1866, p. 462, Nr. 7, t. 39, fg. 1. 

Penelope Fb. Syst. Eni p. 493, Nr. 217. Clarissa Cr. 293 D. E. 

Argyrospila Butl. 1. c. p. 467, Nr. 21. 1867. t. 11, f. 12. 

Hermes Fb. Syst. Ent. p. 4S7, Nr. 195. CantheEh. Camerta Cr. 293 F. 

Ich kann in Cramer's Bild von Camerta, welches die Unterseite des 
Falters vorstellt, nichts weiter als Hermes erkennen, welche Art, in Bezug auf die 
Zahl der Augen auf der Unterseite der Vorderflügel, ziemlich veränderlich ist. 

Cramer's Camerta ist zudem keinem späteren Autor bekannt. 

Undulata Butl. 1. c. 475, Nr. 52, t. 39, f. 13. 

Cephus Fb. Syst. Ent., p. 528, Nr. 359. Lysiäice Cr. 169 C. D. 
9 Doris Cr. 8 B. C. Nach Kirby, Cat. p. 52, würde vielleicht der Cra- 
mer'sche Name Doris als zugleich mit Cephus im Jahre 1775 die Priorität 
haben. Hier liegt aber wohl ein Irrtnum zu Grunde, denn wenigstens zeigt 
das Exemplar von Cramer's Werk, welches mir vorliegt auf dem Titelblatt 
des ersten Bandes tab. 1 — 96 die Jahreszahl 1779, damit wäre dem von 
Fabricius schon 1775 gegebenen Namen Cephus die Priorität gesichert. 

Antonoe Cr. 60 E. F. 

Libye L. Syst. Nat. I. 2, p. 772, Nr. 146; Sulz. 1. c. p. 145, t. 17, f. 7. 
Necys Godt. Enc. Meth. IX, p. 511, Nr. 100. Vastata Butl. 1. c. 1866, 
p. 487, Nr. 86. 1867, t. 12, f. 11. 

Arnaea Fb. Gen. Ins. p. 260. Ebusa Cr. 292, F. G. 
Chlor is Cr. 293 A. B. 
Hinterflügelunterseite zu blau. 
Tolumnia Cr. 130 F. G. 
Unterseite zu bunt. 

Fidgora Butl. Lep. Ex. I. t, 3, f. 4. 

Für in a Hew. Ex. Butt. III. Eupt. t. 1, f. 4. 

Nana n. sp. 

Von der Grösse kleiner Exemplare von Hermes. Oberseite schmutzig 
braun, von der Färbung wie Clarissa, ohne alle Zeichnung bis auf einen ver- 
waschenen dunkelbraunen rundlichen Fleck in Zelle 2 der Hinterflügel vor 
dem Saum. 

Unterseite graugelb. Vorderflügel mit zwei braunen, am Innenrand 
einander etwas genäherten Querstreifen und einem solchen Mondfleck auf dem 
Schluss der Mittelzelle. Vor dem Saum ein verloschener brauner Querstreif 
und vor demselben eine Reihe kaum erkennbarer bräunlicher, gelblich um- 
zogener Augen. 

Hinterflügel mit den beiden von den Vorderflügeln fortgesetzten Quer- 
streifen, deren äusserer auf Rippe 1 b und 4 saumwärts eine Ecke bildet und 
sich am Innenrande dem inneren Querstreif etwas nähert. Vor dem Saum eine 

41* 



324 



H. B. Moschler. 



Keihe von sechs Augen, von denen die beiden in Zelle 2 und 5 grösser als die 
übrigen, tief schwarz, gelb umzogen und mit kleinem, weissglänzendem Kern 
versehen sind. Die beiden Augen in Zelle 1 b und 6 sind am kleinsten, aber 
ebenso schwarz und mit punktartigem weissen Kern versehen, wie die vorigen, 
diejenigen in Zelle 3 und 4 stehen in Bezug auf ihre Grösse zwischen jenen, 
sie sind aber blind, das Schwarz ist sehr verloschen, dafür aber der gelbe Ring 
breiter wie bei den übrigen Augen. Hinter den Augen zwei braune gewellte 
Streifen. Saumlinie braun. 27, 9 Mm. 

1 cT aus dem Innern Surinams. 
Thalessa n. sp.? Taf. III, Fig. 11. 

Aus der Verwandtschaft von Lybie und von deren Grösse. Flügel etwas 
gerundeter, die hinteren weniger gezackt. Oberseite etwas dunkler braun mit 
einem Anflug von Violet. Die Hinterflügel im Saumfeld lichter, mehr braun- 
gelb, mit Ausnahme der Partie gegen den Vorderrand, welche dunkler gefärbt 
ist. Durch die Flügelmitte ziehen zwei dunkelbraune Querstreifen, vor dem 
Saum zwei solche Wellenstreifen, der Raum zwischen deren äusseren und der 
dunkelbraunen Saumlinie graulich. Vorderflügel in Zelle 5 mit einem kleinen 
verloschenen schwarzen Augenfleck, die Hinterflügel in Zelle 2 mit grossem 
schwarzen, undeutlich licht umzogenem, ebenfalls blindem Auge. Fransen an 
den Spitzen weisslich. 

Die Unterseite zeigt die gleiche Grundfarbe wie Lybie, die beiden Quer- 
streifen in der Flügelmitte sind aber dunkler braungefärbt, sie sind einander 
etwas mehr genähert, der innere der Vorderflügel bildet in Zelle 1 b einen 
schwachen Bogen nach aussen, während er bei Lybie ganz gerade verläuft, der 
äussere, welcher bei Lybie in seiner unteren Hälfte etwas saumwärts tritt, läuft 
bei Thalessa gerade. Auf den Hinterflügeln laufen beide Querstreifen gerade, 
während bei Lybie der innere in der Mittelzelle einen stumpfen Winkel bildet, 
der äussere etwas zackig erscheint Der braune Schatten, in welchem die Augen 
stehen, ist bei Thalessa viel breiter und dunkler als bei Lybie, die Vorder- 
flügel führen nur das Auge in Zelle 5, in Zelle 2—4 stehen statt Augen nur 
kleine blausilberne Doppelpunkte. Das Auge in Zelle 6 der Hinterflügel ist 
kaum halb so gross wie bei Lybie, dagegen das Auge in Zelle 5 bedeutend 
grösser wie bei jener. In Zelle 4 und 3 stehen nicht, wie bei Lybie, Augen, 
sondern nur blausilberne Flecken, das Auge in Zelle 2 ist noch einmal so gross 
wie bei Lybie und seine gelbe Einfassung reicht in Zelle 3 und 1 b. 

Der Zackenstreif hinter den Augen ist wie bei Antonoe einfach und 
dunkelbraun, während er bei Lybie in der Mitte rostroth, an den Rändern 
dunkelbraun gefärbt ist, gegen den After winkel wird er breiter und färbt sich 
rostroth. Der vor dem Saum ziehende Streif ist breiter und viel weniger ge- 
zackt als bei Lybie und wird gegen den Afterwinkel ebenfalls viel breiter und 
rostroth gefärbt. 45, 16 Mm. 

2 9 9 von der Küste Surinams. 

1 (J 1 , welchen ich zu dieser Art ziehen möchte, ist bedeutend grösser als 
die Weiber, L. 53 Mm., Br. 18 Mm. Seine Oberseite ist einfarbig dunkelbraun, 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von Surinam. 



325 



lebhafter wie bei Lybie, der Innenrand der Vorderflügel ist bis an die innere 
Mittelrippe und an derselben hinziehend bis in Zelle 3 lebhaft ockergelb gefärbt, 
die Querstreifen sind rotbbraun gefärbt, der äussere der Vorderflügel erreicht 
nicht ganz den Innenrand, verschmälert sich gegen sein Ende und bildet auf 
Rippe 2 eine Ecke, auf den Hinterflügeln ist der innere Querstreif in der Mittel- 
zelle schwach geschwungen. Der Silberfleck in Zelle 3 zeigt verloschenen gelben 
Rand, das gleiche ist bei dem einen Weib der Fall. 

Taygetis Hb. Verz. 

Andro media Cr. 96 A. 

Penelea Cr. 101 G. 

Valentina Cr. 242 A. 

Blanda n. sp. Taf. III, Fig. 12. 

Grösse von Eupt. Antonoe. Vorderflügel mit glattem, Hinterflügel mit 
gezähntem Saum, der Zahn auf Rippe 4 kaum vortretend. Oberseite hellbraun- 
grau ohne Zeichnung. Unterseite heller graubraun, hinter der Mitte durch alle 
Flügel ein schmaler dunkelbrauner Querstreif, welcher saumwärts von einer 
nach aussen nicht scharf abgeschnittenen, mittelbreiten weissen Binde begrenzt 
wird. Saumwärts stehen an derselben auf den Vorderflügeln sehr kleine ver- 
loschene Augen, von denen die beiden in Zelle 5 und 6 schwärzlichen Kern 
mit weissem Punkt führen, die in Zelle 4 und 3 gelblich sind. Auf den Hinter- 
flügeln stehen in Zelle 2 und 5 grössere tiefschwarze, fein weissgekernte Augen, 
welche von einem gelben, nach aussen wieder fein braungerandeten Ring um- 
zogen sind. In Zelle 3, 4 und 6 stehen kleinere, innen weiss und veilgrau 
ausgefüllte, fein gelb und bräunlich umzogene Augen und ist dasjenige in 
Zelle 6 kaum halb so gross als die beiden anderen. Von der weissen Binde 
bis zu dem stark gezackten inneren Querstreif vor dem Saum ist die Grund- 
farbe röthlichgrau , ebenso wie auf den Vorderflügeln, dann bis zum Saum 
grau gelb, der äussere Querstreif ist schwächer gezackt wie der innere. Fransen 
bräunlich. Fühler bräunlich, Kolbe an der unteren Hälfte gelb, an der oberen 
schwarz, mit fein gelblicher Spitze. 54, I8V2 Mm. 

1 cf 1 aus dem Innern Surinams. 

Thymele Fbr. Goniurus Hb. Verz. Eudamus Swains. 

Simplicius Stoll. t. 39, f. 6, 6 E. 

Var. Eurycles Ltr. Enc. Meth. IX, p. 730, Nr. 5. 

Brachius Hb. Zutr. f. 609, 610. Doryssus Swns. Orion Dr. 

Auginus Hew. Desc. Hesp. p. 5, Nr. 5. 

Undulatus Hew. 1. c. p. 4, Nr. 4. * 

Catillus Cr. 260 F. G. 

Unterseite sehr schlecht. 

Proteus L. Mus. Ulr. p. 333; Cr. 260 D. E. — Dass Linne unter 
seinem Proteus mehrere der verwandten Arten begreift, geht schon aus den im 
Mus. Ulr. angeführten Varietäten hervor, von welchen wohl y die jetzt als 
Proteus angesehene Art ist, Varietät ß ist jedenfalls Orion Cr., 8 vielleicht 



326 



H. B. Möschler. 



simplicius Stoll. Im Syst. Linn. XII sagt Linne von seiner Proteus: „Habitat 
in Americae et Sibiriae gramine". 

Unterseite roh, doch kenntlich. 

Coelus Cr. 343 C. D. 

Im Flügelschnitt verfehlt, sonst gut. 

Cephise H. Sch. Prodr. p. 66, Nr. 5. Eine vollständige Beschreibung 
dieser Art scheint noch zu fehlen, ich gebe dieselbe hiemit. 

Fühler braun, unten vor der Kolbe, sowie deren Basis und Spitze gelb. 
Palpen weissgelb. Thorax und Hinterleib braun, der letztere unten mit zwei 
weissen Längsstreifen. Schenkel und Schienen braun, Tarsen gelb. Oberseite 
braun, die Hinteiflügel breit olivengrün behaart. Fransen der Vorderflügel gegen 
den Innenwinkel weisslicb, die der Hinterflügel bis auf Rippe 2 weissgescheckt. 
Afterwinkel wie bei Tityrus in einem abgerundeten Lappen vorgezogen. Saum 
der Vorderflügel schwach bauchig, vor dem Innenwinkel kaum eingezogen. 
Vorderflügel in der Mitte mit einer aus vier glashellen Flecken gebildeten 
Querbinde, drei der Flecken stehen in schräger Reihe untereinander, der obere 
mittelgrosse, nach aussen stumpfwinklige, in der Mittelzelle der grösste (mittelste), 
ebenfalls nach aussen concave in Zelle 2, der kleinste und letzte in Zelle 1 b, 
saumwärts der beiden ersten Flecken steht an der Wurzel von Zelle 3 noch ein 
kleiner viereckiger Fleck. Am Vorderrande, nahe der Spitze drei schräg unter- 
einander stehende kleine glashelle Fleckchen. 

Hinteiflügel zeichnungslos. Unten die Grundfarbe etwas lichter, der 
Innenrand der Vorderflügel gelblich, die Flecken wie oben, die Hinterflügel mit 
oliven grünem Anflug, hinter der Mitte ein verloschener bräunlicher, abgebrochener 
Bogenstreif. 50—51, 12—13 Mm. 

Telegonus Hb. Verz. Goniloba Westw. 

Talus Cr. 176 D. Kenntlich. 

Mercatus Fb. Ent. Syst III. 1. p. 332, Nr. 260. Fulger -ator Cr. 
284 A. B. Kenntlich. 

Alardus Stoll t. 39, f. 7, 7 F., ein dessen Saum der. Hinterflügel- 
unterseite noch weisser wie in Stoll's Bild ist, ganz übereinstimmende Stücke 
besitze ich von Columbien. 

Parmenides Cr. 364 E. F. Gramer bildet den Mann ab, das Weib 
führt auf der Oberseite der Vorderflügel in Zelle 2 einen länglichen, weissen 
Fleck und die Wurzel des Vorderrandes der Hinterflügel unten weiss. 

Anaphus Cr. 178 F. 

Hesus Dbl. Hew. Gen. D. L. t. 78, f. 5. 

Mi das Cr. 63 G. Rlietus Fb. 

Das Colorit des Cramer'schen Bildes ist schlecht. 

Pherenice Hew. Descr. Hesp. p. 15, Nr. 26. 

Astylos Cr. 283 A. B. 

Vorderflügel zu breit, Oberseite zu dunkel. 
H Annulicornis Mus. Berol. Nach Herrn Hopffer's Ansicht vielleicht 
Varietät der vorigen Art. 



Beiträge zur Schmetterlmgs-Fauna von Surinam. 



327 



Meine beiden weiblichen Exemplare unterscheiden sich von Astylos durch 
geringere Grösse, weniger gestreckte Vorderfliigel, deren Saum bauchiger ist, 
viel kleinere glashelle Flecken der Vorderflügelbinde, der kleine Fleck in Zelle 4 
steht weiter saumwärts gerückt, ausserhalb der oberen Spitze des Fleckes in 
Zelle 2; vor der Spitze zieht vom Yorderrand bis in Zelle 4 eine Bogenreihe 
kleiner, schwarzer, theilweise weissgekernter FleckcheD, welche Astylos fehlen, 
die Hinterflügel zeigen in der Mittelzelle einen dunkelbraunen Fleck und hinter 
der Mitte eine abgebrochene Bogenreihe brauner Fleckchen. Unten sind die 
Flecken der Hinterflügel dunkelbraun. 55, 17 Mm. 

Ramusis Cr. 342 C. 

Gutes Bild. Diese Art variirt bedeutend in der Grösse und der Zahl 
der glashellen Fleckchen der Flügel. 

Schelleri Kirly Catalog p. 606, Nr. 173. — Pamphila — Pertinax Stoll 35, 
f. 2. Sepp. Surin. Ylind. I. t. 25. 

Der Name Pertinax Stoll konnte wegen Pertinax Cr. 354 F. G. nicht 
beibehalten werden. Stoll's Bild ist kenntlich. 

Entschieden irrt aber Kirby, wenn er diese Art in die Gattung Pamphila 
stellt, sie gehört gewiss zu Telegonus in die Verwandtschaft von Mercatus u. A. 

Probus n. sp. Taf. III, Fig. 13. 

Fühler oben schwarzbraun, unten ockergelb, vor der Kolbe auch oben 
schmal gelblich, Kolbe schwarz, unten an der Wurzel schwarz, übrigens braun. 
Palpen graugelb, Spitzenglied graubraun. 

Kopf und Halskragen graugelb, ebenso der Thorax, mit einem Stich ins 
Olivengrüne. Hinterleib glänzend graubraun, die Ringe schmal ockergelb ge- 
färbt. Brust und Unterseite des Hinterleibes aschgrau. Beine gelb. 

Vorderflügel dunkelbraun, an der Wurzel und dem Innenrande gelb oliven- 
grünlich gefärbt. Zwei grosse, viereckige Glasflecken, der grössere in Zelle 2 
ziemlich in der Flügelmitte stehend, der kleinere mehr saumwärts gerückt in 
Zelle 3. 

Hinterflügel gelb olivengrün, am Vorderrand und Spitze breit dunkel- 
braun, am Saum schmäler braun, dicht hinter der Mitte eine abgebrochene 
Bogenreihe brauner Fleckchen. Fransen aller Flügel röthlichgrau. 

Unterseite dunkel veilgrau , Spitze der Vorderflügel ockergelb , Saum 
schwärzlichbraun. Innenrand beinfarben. 

Hinterflügel hinter der Mitte mit einer unregelmässig gebogenen, schwärz- 
lichen Querbinde, am Afterwinkel ein den Saum berührender, grosser, dunkel- 
brauner Fleck. 52, 14 Mm. 1 aus dem Innern Surinams; ein ganz überein- 
stimmendes Exemplar besitze ich von Columbia. 

Q gedrungener, Palpen wie beim Mann graugelb gefärbt, Brust theilweise 
gelb, Schenkel und Schienen dunkelgrau behaart, Tarsen lebhaft ockergelb, Kopf, 
Thorax und Hinterleib dunkel umbrabraun. 

Oberseite ebenfalls dunkel umbrabraun, gegen das Licht gehalten stark 
violet schillernd. 



328 



H. B. Mo schier. 



Der Mittelfieck der Vorderflügel fast zweimal so gross wie bei dem Mann, 
ein verschobenes Viereck bildend. Der äussere Glasfleck sehr klein. Die Hinter- 
flügel mit der Bogenreihe dunkler, hier schwärzer, Flecken hinter der Mitte wie 
beim Mann. Die Unterseite gleicht vollkommen der des Mannes, ist nur wenig 
dunkler wie bei diesem gefärbt und die Spitze der Vorderflügel ist ebenfalls 
dunkel, während sie beim Mann gelblich gefärbt ist. 

Mygdon n. sp. Taf. III, Fig. 14. 

Fühler oben schwarz, unten bis zur Mitte schwarz, dann gelb, theilweise 
schwärzlich geringelt, am Anfang der Kolbe mit einem schwarzen Ring. Palpen 
oben braungrau, unten weissgelb. Thorax und Hinterleib braun, olivengelbgrün 
behaart. Brust und Unterseite des Hinterleibes gelbgrau, letzterer mit einem 
braunen Mittelstreif. 

Oberseite gelblichbraun mit einem Stich ins Röthliche. Vorderflügel vor 
der Mitte mit zwei dunkelbraunen Flecken, der obere in der Mittelzelle, der 
untere in Zelle 1 b, an der Wurzel von Zelle 2 steht noch ein sehr undeutlicher, 
brauner Fleck, so dass alle drei Flecken gewissermassen eine abgebrochene 
Binde bilden. Am Schluss der Mittelzelle ein wurzelwärts gerade abgeschnittener, 
saumwärts in zwei lange Spitzen ausgezogener Glasfleck,- ein zweiter, gleich- 
geformter, wenig kleinerer Glasfleck in Zelle 2, derselbe ist etwas saumwärts 
gerückt. In Zelle 3 ein kleiner, viereckiger Glasfleck, noch weiter saumwärts 
stehend. Am Vorderrand vor der Spitze drei kleine Glasfleckchen, der mittelste 
am weitesten zurückstehend, vor ihm ein abgebrochener, bis auf Rippe 4 ziehender, 
brauner Bogenstreif, in Zelle lb ein solcher Fleck, die beiden unteren Glas- 
flecken saumwärts fein braun gerandet. Hinterflügel vor und hinter der Mitte 
mit einem braunen Bogenstreif, Saum mittelbreit braun angelegt. 

Vorderflügel unten am Vorderrand graubraun, am Saum rostbraun, übrigens 
schmutzig gelblich gefärbt, die braunen Flecken schärfer, wie auf der Oberseite 
vortretend. 

Unterflügel bis über die Mitte hinaus gelblich, im Wurzelfeld in Zelle 7 
ein braunes Fleckchen, die Binde vor der Mitte aus drei braunen Flecken be- 
stehend, diejenige hinter der Mitte zusammenhängend, von Rippe 7—1 b reichend, 
Saumfeld rostbraun gefärbt. Fransen auf beiden Seiten graubraun. 39, 11 Mm. 

1 Q von Paramaribo. 

Aethilla Hew. 

Calchas H. Sch. Eudamus C. Prodr. Syst. Lep. Nr. 22. — Paramaribo. 

Spathilepia Butl. 

Clonius Cr. 80 C. D. r kenntlich. 

Thracides Hb. 

Phidon Cr. 245 F. G. Cramer's Bild ist auf der Unterseite nicht be- 
sonders gut gerathen, statt weissröthlichen Längsstreif an der Wurzel des 
Vorderflügel -Vorderrandes und ebensolcher Hinterflügelwurzel zeigen meine Exem- 
plare diese Partien weissgrün, ebenso die Fleckchen hinter der Mitte der Hinter- 
flügel, welche bei Cramer's Bild gelb gefärbt sind. Die Oberseite stimmt da- 
gegen vollkommen mit Cramer's Bild. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von Surinam. 



329 



Herrich Schliff er scheint diese Art nicht in Natur gekannt zu haben, 
er führt sie im Prodromus unter Gonilöba mit? bei seinem Smaragdulus auf. 

Tele g onus Esp. II, t. 56, f. 3 (irrthümlich als in Ungarn vorkommend 
angeführt). Salius Hb. Exot. 

?Salius Cr. 68. Ob Cramer's Bild die Art vorstellt, welche Hübner 
unter diesem Namen abbildet und welche mit Antoninus Latrll. nahe verwandt 
ist, möchte ich fast bezweifeln. Cramer's Bild gibt nur die Oberseite und 
aus dieser ist mit Sicherheit nichts zu schliessen, jedenfalls ist das Bild aber 
viel kleiner, als ich je ein Exemplar von Salius gesehen habe. Ueber die Unter- 
seite sagt Cr am er im Text: „En dessous il n' y a point de difference sinon 
que les ailes inferieures, vers les bases, sont de couleur gris de cendre obscur." 
Nun habe ich aber nie ein Exemplar von Salius gesehen, dessen Hinterflügel- 
wurzel unten dunkel aschgrau gewesen wäre, stets war das Wurzelfeld gelb 
oder weiss, höchstens weissgrau, oder weissblau gefärbt. Auch die Gestalt der 
Glasflecken der Vorderflügel ist bei meinen Exemplaren eine andere als auf 
jenem Bild, der Fleck in der Mittelzelle läuft saumwärts oben stets in eine 
mehr oder weniger lange Spitze aus, von welcher Cramer's Bild nicht die 
geringste Spur zeigt. 

Soll jenes Bild wirklich die. als Salius angesehene Art vorstellen, so ist 
es nach einem aussergewöhnlich kleinen, auf der Unterseite abweichend ge- 
färbten Exemplar gemacht. Wie v. Prittwitz Stett. ent. Ztg. XXTX, p. 192 
anführt, ist der älteste und berechtigte Name Telegonus Esp. 

Antoninus Latrll. Enc. Meth. IX, p. 746. 

Udvanomia Butl. 

Orcinus Feld. Nov. p. 510, Nr. 887, t. 71, f. 4, 5. 
Ich erhielt nur zwei Stücke dieser seltenen Art. 
Entheus Hb. 

Vit reu s Cr. 366 D. Momus Fb. 

Ziemlich gemein in Surinam. Kirby Cat. citirt fälschlich Cr. 365 D. 

Leucomelas Hb. Zutr. f. 623, 624. 

Talaus L. Cr. 393 C. 

Peleus L. Cr. 284 F., rohes Bild. 

Alcmon Cr. 261 D. E. 

Dumerilii Latrll. Enc. Meth. IX, 757, Nr. 80. 
Ich erhielt erst ein Paar dieser hübschen Art. 

?Infemalis H. Sch. Taf. IV, Fig. 21. Prodromus p. 46, bei Pythonides 
kurz erwähnt. 

Von dieser Art erhielt ich früher durch Dey rolle ein Exemplar von 
Cayenne unter obiger Bestimmung, ein zweites kürzlich von Surinam. 

Fühler oben schwarzbraun, unten gelblich angeflogen, Kolbe unten mit 
Ausnahme der Spitze ockergelblich. Palpen unten und in den Seiten weiss- 
gelb, oben schwarzbraun. Kopf, Thorax und Oberseite des Hinterleibes dunkel- 
nmbrabraun. Scheitel und Stirne mit weisslichem Mittelpunkt, zwei weissliche 
Querstreifen am Anfang und über die Mitte des Kopfes, sind nur sichtbar, wenn 

Z B. Ges. B. XXVI. Abh. 42 



330 



FI. B. MÖscliler. 



man den Kopf von vorn betrachtet. Brust und Unterseite des Hinterleibes 
hellgelb, Beine gelb. Oberseite umbrabraun, in der Mittelzelle der Vorderflügel 
ein Glasfleck, drei solche Flecken stehen in gerader Linie hinter der Mitte, in 
Zelle 5, 2 und lb untereinander. Der obere, längliche Fleck ist längs-, der 
zweite ebenfalls längliche Fleck, dagegen quergestellt, der untere, kleinere 
Fleck ist rundlich. Hinter diesen Flecken zieht noch eine Bogenreihe Glasflecken. 
Die oberen, stark geschwungen gestellten fünf Flecke sind klein, dann folgt 
ein länglicher, schräg gestellter, grösserer Fleck in Zelle 3 und endlich noch 
ein kleinerer Fleck schräg über den letzten Fleck der inneren Reihe in Zelle lb. 
Hinterflügel unten, mit Ausnahme des äusseren Theiles des Vorderrandes, der 
Spitze und des derselben zunächst grenzenden Saumes, welche dunkelbraun ge- 
färbt sind, hochgoldgelb, dicht an der braunen Färbung stehen vier schwarz- 
braune Fleckchen. Innenwinkel mit kleinem, braungrauem Fleck. Fransen aller 
Flügel einfarbig braun. 41—43, 11—12 Mm. 

Nach Herrn Plötz's Mittheilung steckt diese Art im Berliner Museum 
als Phareas Hesychius Hpff., die wohl der verewigte Hopf f er nicht beschrieben 
zu haben scheint und da Phareas in Kirby's Catalog als Synonym von Entheus 
angegeben wird, kanr, der Name inferndlis verbleiben. 

JPyrrhopyge Hb. Verz. Tamyris Swains. 

Amyclas Cr. 199 F. Amiatus Fb. Laonome Swns. Grundfarbe zu braun, 
die gelbe Saumbinde verdunkelt. 

Acastus Cr. 41 C. D., ganz schlecht; 199 E. Unterseite, gut. 

41 D. stellt die Form mit gelber, 199 E. die mit rother Binde vor dem 
Saum der Hinterflügelunterseite, vor. 

Zonara Hew. Trans. Ent. Soc. Ser. III, vol. II, p. 480, Nr. 4. 

Erst ein Exemplar aus dem Innern Surinams erhalten. 

Myscelus Hb. Verz. 

Assaricus Cr. 261 F. G. In Form und Zeichnung verfehltes Bild. 

Mein, von Herrn Hopffer bestimmtes Exemplar zeigt die Zacken des 
Hinterflügelsaumes in Zelle 3 viel weiter als die übrigen Zacken vortretend, 
wovon bei Cr am er' s Bildern keine Spur zu sehen ist. 

Erycides Hb. Verz. 

Palemon Cr. 131 F. Pölybius Fb. Färbung zu rein blau. 
Pygmalion Cr. 245 A. B. Gnetus Ltrll. Afterwinkel der Hinterflügel 
zu wenig vorgezogen. 

Caristus Hb. Verz. 

Psecas Cr. 342 F. G., ziemlich mangelhaftes Bild. 
Maroma n. sp. 

Nach Herrn Hopffer's brieflicher Mittheilung, welchem ich mein einziges 
Q zur Bestimmung gesendet hatte, ist diese Art kaum von Irava Moore Cat. 
Lep. E. J. C. I, p. 254, Nr. 583. — Hypaepa Hew. Desc. Hesp. p. 25, Nr. 7. 
Thrax Hb. Ztg. f. 875, 876 — zu unterscheiden. Irava kenne ich nicht, un- 
möglich wäre es übrigens nicht, dass Beide die gleiche Art wären, denn wir 
haben noch andere Beispiele, dass dieselben Arten in Ostindien und Südamerika 



Beiträge zur Schmetterliugs-Fauna vuu Surinam. 



331 



fliegen, z. B. Ophideres Materna Cr., welche ich vou Surinam und Columbien 
mehrfach erhielt und welche nach Guenee auch in Brasilien fliegt, ebenso 
auch in Ostindien heimisch ist. 

Fühler schwarzbraun, oben bis fast zur Mitte mit rein weissen Punkten. 
Vor der Kolbe oben ein gelbliches Band. 

Palpen bräunlichgelb, Brust, Thorax und Hinterleib dunkelbraun, Vorder- 
flügel ziemlich gestreckt, in der Mittelzelle mit einem in der Mitte stark ein- 
geschnürten, gelblichen Glasfleck, unter ihm ein grösserer, schräg gestellter, 
viereckiger, saumwärts concaver, gleicher Fleck, zwischen beiden in Zelle 3, 
saumwärts gerückt, ein kleiner, viereckiger, saumwärts einen spitzen Winkel 
bildender Fleck. In Zelle 6 und 7 vor der Flügelspitze je ein kleiner, gelblicher 
Glasfleck, ein noch kleinerer solcher Punkte. Die Hinterflügel führen nur in 
Zelle 4 einen solchen Punkt. 

Unten sind die Vorderflügel nur im Discus dunkelbraun, übrigens bräunlich 
ockergelb, in Zelle 1 b, ungefähr in der Hälfte des Flügels ein gelblicher, drei- 
eckiger Wisch, die Flecken gegen die Spitze grösser wie oben, nach aussen 
dunkelbraun gerandet, über ihnen und in Zelle 5 und 4 noch gleiche braune 
Flecken, welche alle zusammen einen Bogenstreif bilden. Die drei Flecken der 
Mitte wie oben. Hinterflügel bräunlich ockergelb. Am Schluss der Mittelzelle 
ein braunes Fleckchen, hinter der Mitte vier, mit Ausnahme des unteren, glas- 
hellen, viereckige Flecken, schräg von aussen nach innen gestellt, von Zelle 2—5 
reichend. Fransen gelblich. 60, 13 Mm. — Paramaribo. 

Sergestus Cr. 74 C. Sinon Cr. 342 D. E., rohe Bilder. 

Ich besitze diese Art auch aus Central- Amerika von Chiriqui. 

Corydon Fb. Syst. Ent. p. 533, Nr. 385. Phocion Fb. Ent. Syst. Adela Hew. 

Butus n. sp. Taf. III, Fig. 15. 

Fühler oben dunkelbraun, unten dottergelb. Palpen bräunlichgelb, sowie 
der übrige braune Körper mit einem Stich ins Olivenfarbige. Oberseite lohbraun, 
mit olivengrünem Schimmer. Vorderflügel mit drei hochgelben, halb glashelleii 
Flecken. Der in der Mittelzelle stehende ist länglich, nach aussen verschmälert 
und abgerundet, nach innen schräg abgeschnitten, und an seinem unteren Ende 
in einen feinen Haken ausgezogen. Die beiden anderen Flecke stehen in 
gerader Keine vor dem Saum übereinander in Zelle 3 und 6, der obere ist 
länglich viereckig, der untere rechteckig, nach aussen schwach coneav. In 
Zelle 2 steht nahe der Wurzel derselben, ihre Breite ausfüllend, ein gebogener 
dunkelbrauner, nicht mit Schuppen bedeckter Strich, wie solchen auch die Männer 
anderer hieher gehörenden Arten, z. B. Corydon führen. Hinterflügel einfarbig 
braun mit starkem braun grauem Haarbusch, nahe der Wurzel der Mittelzelle 
entspringend und bis in die Flügelmitte reichend. 

Unten sind die Vorderflügel am Vorderrand bis zur Mitte grau angelegt, 
über dem Fleck der Mittelzelle steht noch ein gelblicher und gelblichweiss ge- 
färbter, den Vorderrand berührender länglicher Fleck, von ihm an färbt sich 
der Vorderrand etwas breiter zimmtbraun bis an drei weisslich blaue, über 
einander stehende Längsstrichel, welche über dem oberen Glasfleck stehen, 

42* 



/ 



332 



H. B. Möbchler. 



zwischen demselben und dein unteren Fleck zeigt sich der Grund fein weiss- 
b'lau gestrichelt. Dicht hinter den Glasflecken zieht eine dunkelbraune Flecken- 
binde vom Vorderrand bis in Zelle 3, gegen die Spitze ist der Grund wieder 
fein weissblau quergestrichelt. Die Mitte des Flügels führt dunkelbraune Grund- 
farbe gegen den Saum und Innenwinkel ist dieselbe lichter, mehr gelbbraun, 
der Innenrand ist unbestäubt. 

Die Hinterflügel zeigen eine, von den übrigen Arten dieser Gattung ab- 
weichende Rippenbildung. Eippe 2 und 3 entspringen sehr nahe bei einander 
und sind, wenigstens 2 viel stärker und dadurch aus der Haut des Flügels 
hervortretend wie diese Rippen der übrigen Arten, von der Wurzel bis fast zu 
ihrer Mitte, sind von einem dichten Filz bedeckt, so dass es aussieht, als ent- 
spränge 3 aus 2. Ein ähnlicher Filz liegt halbmondförmig ringartig innerhalb 
der vorderen und hinteren Mittelrippe an, so weit die Mittelzelle reicht. Die 
Färbung der Flügel ist von Rippe 1 b bis zum Innenrand lohbraun, der übrige 
Flügel führt veilrothe Grundfarbe, an der Wurzel des Vorderrandes steht ein 
hellgrüner Wisch, ein kleinerer solcher Fleck in Zelle 6, ein länglicher Strahl 
in Zelle 5, ein Fleck in Zelle 1 b, ein länglicher Wisch in derselben Zelle nahe 
dem Saum und ein kleiner solcher Fleck über diesem in Zelle 3. Unter dem 
grünen Wisch am Saum ein dunkelrothbrauner Fleck, ein zweiter in der Mittel- 
zelle, ein dritter zwischen den grünen Wischen in Zelle 1 b. Vor dem Saum 
eine Reihe solcher kegelförmiger Flecken. 

Fransen in der hinteren Hälfte der Vorderflügel und au den Hinterflügeln 
gelblich, sonst braun. 41, 12 Mm. 

1 cT von Paramaribo^ 

Basochesii Ltrll. Enc. Meth. IX, p. 747, Nr. 49. 

Erst einmal erhalten, diese Art fliegt auch in Columbien und Brasilien. 

Virbius Cr. 143 G. Bei meinen Exemplaren ist die weisse Saumbinde 
der Hinterflügel, Cramer's Bild entgegengesetzt, gegen den Afterwinkel schmäler 
als gegen den Vorderrand. 

Proteides Hb. Goniloba C, H. Sch. Prodr. 

Ceraca Hew. Trans. Eni Soc. Ser. III. vol. II, p. 488, Nr. 7. 

Erst einmal erhalten. 

Evadnes Cr. 343 G. H. Diese Art variirt in Betreff der weissen Hinter- 
flügelbinde ziemlich und von meinen vier Exemplaren gleicht in dieser Beziehung 
nicht eins vollständig den anderen. 

Soweit wie auf Cramer's Figur H diese Binde wurzelwärts in einer 
Ecke vortritt, ist es bei keinem meiner Exemplare der Fall, bei dem einen 
nähert sich die Binde aber doch bedeutend Cramer's Bild, bei einem zweiten 
tritt die Binde nur in einer schwachen, gerade abgeschnittenen Ecke nach innen, 
bei den übrigen beiden Stücken ist es gar nicht der Fall, die Binde läuft nach 
innen gerade abgeschnitten, tritt dagegen saumwärts in ihrer unteren Hälfte 
breiter vor. 



Beiträge zur Schmetterlingb-Fauua von Surinam. 



333 



Da meine Exemplare übrigens vollkommen untereinander und mit Cra- 
mer's Bildern übereinstimmen, so ist kein Grund anzunehmen, dass die Binde 
nicht auch in der Art, wie sie jene Figur darstellt, vorkommen kann. 

Bri Haides n. sp. Taf. III, Fig. 18. 

Fühler oben schwarz, bis fast zur Mitte weissgeringt, vor der Kolbe ein 
weisser Ring, unten an der Wurzel schwarz, dann beingelb, braun geringelt, 
Kolbe schmutzig gelb, in der Mitte schwarzbraun. 

Palpen gelblich grau. Brust, Kopf, Thorax und Oberseite des Hinter- 
leibes braun, Unterseite desselben gelblich. 

Oberseite dunkelbraun, in der Mittelzelle ein ziemlich viereckiger, nach 
aussen etwas concaver Glasfleck, unter ihm in Zelle 2 ein grösserer länglich 
viereckiger, oben saumwärts abgeschrägter Glasfleck, in Zelle 3 weit saumwärts 
gerückt, ein kleinerer viereckiger solcher Fleck. Zuweilen in Zelle 5 ein glas- 
heller Punkt. In Zelle 1 b steht wurzelwärts von den übrigen Flecken noch 
ein länglicher, weniger durchsichtiger, mehr gelber, kleinerer Fleck. 

Hinterflügel in Zelle 3 hinter der Mitte ein glasheller, unregelmässig 
viereckig geformter Fleck. Fransen der Vorderflügel graubraun, der Hinter- 
flügel lichter grau. Unterseite der Vorderflügel im Mittelfeld dunkelbraun, 
Vorderraud und Spitze veilgrau, vor dem Saum eine vom Vorderrand bis Rippe 4 
reichende Bogenreihe brauner, theilweise glashell gekernter Punkte. Innenrand 
und Innenwinkel bräunlich. 

Hinterflügel veilgrau, der Glasfleck wie oben, zuweilen hängt ein zweiter, 
kleinerer solcher Fleck an seinem vorderen Rande. 41—47, 10— 12 V2 Mm. 

Vier Exemplare aus dem Innern Surinams. 

Auf der Oberseite stimmt diese Art, abgesehen von dem ganz verzeich- 
neten Umriss des Cramer'schen Bildes, vollkommen mit Brino Cr. 392 C. 
Die Unterseite lässt aber an ein Zusammengehören beider nicht denken, denn 
Brino Cr. Fig. D. zeigt die Unterseite der Hinterflügel rothbraun mit zwei 
Querreihen von je drei weissen Flecken, deren eine vor der Mitte, die andere 
vor dem Saum zieht. Auch zeigen die Vorderflügel weder Vorderraud noch 
Spitzentheil heller. 

Cervus n. sp. Taf. III, Fig. 17. 

Fühler schwarzbraun, Kolbe schwarz, unten vor der Kolbe und deren 
Basis gelblich, vor der Spitze ein gelbes Fleckchen. 

Palpen unten grau und gelblich beschuppt, oben dunkelbraun. 

Kopf, Thorax und Oberseite des Hinterleibes dunkelbraun, Unterseite 
desselben an der Wurzel, wie die Brust grau, dann gelblich weiss. Beine gelb- 
grau, Tarsen gelb geringelt. 

Oberseite dunkelbraun, Vorderflügel ziemlich gestreckt, in der Mittelzelle 
ein länglich viereckiger gelblicher Gla^fleck, in Zelle 2 ein etwas saumwärts 
gerückter gleicher aber viel grösserer Fleck, dessen Gestalt vom verschobenen 
Viereck bis zu einem nach aussen stark concaven Mondfleck abändert. 

In Zelle 3 noch weiter saumwärts stehend, ein kleinerer viereckiger Glas- 
fleck. In Zelle 1 b in gleicher Linie unter dem Mittelfleck stehend, ein läuglicher 



334 



H. B. Möschler. 



gelblicher, kaum transparenter Fleck. Vor der Spitze von Zelle 8 bis 4 eine 
Bogenreihc gelblicher Glasfleckchen, von denen der in Zelle 5 nur punktartig 
und weit saumwärts gerückt ist, bei einem Exemplar sind von diesen Punkten 
nur die in Zelle 8 und 6 sichtbar. Hinterflügel ohne Zeichnung. Fransen 
bräunlichgelb. Unten die Vorderflügel im Discus dunkelbraun, das Spitzentheil 
stark violet, der Innenrand breit schmutzig ockergelb. 
Die Flecken wie oben. 

Hinterflügel gegen den Vorderrand dunkelbraun, am Innenrand breit 
schmutzig ockergelb, in der Mitte braungelb, ganz violet Übergossen. 

Hinter der Mitte von Zelle 2 — 4 eine von aussen nach innen gestellte 
Schrägreihe von drei weisslichen, matten Punkten. Rippen fein gelb. Fransen 
graugelb. 34—48, 6—7 Mm. 

1 cf> 2 QQ aus dem Innern -von Surinam. 

Silaeeus n. sp. Sehr nahe mit Brinoides verwandt, unterscheidet sich 
aber von demselben durch folgende Kennzeichen. 

Vorderflügel länger gestreckt, Fühler länger, ganz röthlicbgelb, nur an 
den ersten Wurzelgliedern fein dunkel geringelt und bräunlich angeflogen. Der 
bei Brinoides deutliche Fleck der Hinterflügel erscheint hier nur als feiner 
Doppelpunkt. 39, 10 Mm. 

1 cT aus dem Innern von Surinam. 

Hypargyra H. Sch. Prodrom. Cob. H. Nr. 40. Drei ganz überein- 
stimmende Exemplare erhalten. Die Unterseite der Hinterflügel ändert in der 
Grundfarbe ab, gewöhnlich ist diese gelbgrün mit violetem Anflug an den stark 
schwarzbraun gefärbten Eippen. Ein Exemplar zeigt weiss, gegen den Saum 
licht violet angeflogen. Die Oberseite der Hinterflügel zeigt bei diesem Exem- 
plar eine aus vier ziemlich grossen weissen Flecken gebildete Schrägbinde, ge- 
wöhnlich zeigt sich nur ein Längsfleck in Zelle 4. 

Mo er os n. sp. Täf. III, Fig. 16. Der vorigen Art verwandt. 

Fühler oben dunkel rothbraun, Kolbe schwarz, mit rothbraunem Haken, 
unten der Schaft wenig lichter, die Kolbe rostgelb, mit schwarzer Binde in 
der Mitte. 

Palpen und Brust steingrün. Thorax dunkelbraun mit olivengrüner Be- 
haarung. Hinterleib oben dunkelbraun, unten weissgelb, mit braunem Längs- 
streif, an den Seiten mit gelblicher Behaarung. Beine graugelb, Schenkel und 
Schienen graugrün behaart. 

Oberseite dunkelbraun, Wurzelfeld olivengrün behaart. 

In der Mittelzelle der Vorderflügel stehen zwei getrennte, länglich vier- 
eckige weisse Glasflecken übereinander. In Zelle 2 steht ein solcher unregel- 
mässig viereckiger, unten lang nach aussen gezogener, grosser Fleck. In Zelle 3, 
weiter saumwärts gestellt, ein kleinerer verschoben viereckiger Fleck. 

Vor der Spitze zieht von Zelle 9 bis 4 eine stark gebogene Reihe kleiner 
weisser Fleckchen, die beiden letzten in Zelle 5 und 4 sind punktförmig und 
weit gegen den Saum gestellt, von den drei oder vier oberen steht der Fleck 
in Zelle 7 am weitesten zurück. In Zelle 1 b in gleicher Linie unter den 



Beiträge zur Schmetterlings-Famia von Surinam. 



335 



Mittelflecken ein unten gerade abgeschnitten oben gerundeter Längsfleck. Hinter- 
fliigel unbezeiehnet. 

Fransen der Vorderfliigel lichtgrau, der Hinterflügel weisslich. Unterseite 
der Vorderflügel im Discus dunkelbraun, gegen den Saum mit starkem blauen 
Anflug. Vorderrand breit steingrün, Spitzen und Saumfeld bläulichgrün, Innen- 
rand breit lichter braun, die Flecken in Zelle 2 und 3 und diejenigen vor der 
Spitze nach aussen schwarz gerandet